Verliebt, verlobt und noch immer nicht geschieden

Verliebt, verlobt und noch immer nicht geschieden

von T'Len
tlen2@freenet.de



2006
Fandom: SK Kölsch
Charaktere: Jupp Schatz, Klaus Taube, der Rest der „Gang“
Kategorie: G, Humor
Hinweise: Fortsetzung zu Verliebt, verlobt, geschieden
Feedback: tlen2@freenet.de
Summe: Jupp möchte seine angebliche Verlobung mit Taube lieber heute als morgen lösen, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.


„Also, dass du das jetzt sofort klar stellst. Verstanden!“, sagte Jupp Schatz, während er mit seinem Kollegen Klaus Taube den Gang im Präsidium entlang lief.

„Was denn?“, fragte Klaus betont unschuldig zurück.

„Du weißt genau, was ich meine“, knurrte Jupp und grüßte einen vorbeigehenden Kollegen, nur um ihm dann ein „Was glotzt du so?“, hinterher zu murmeln, als dieser ihnen einen freundlichen Blick zuwarf. „Siehst du, die starren uns alle schon an.“

„Kein Wunder, so wie du dich aufführst und hier rumbrüllst“, erwiderte Taube lächelnd.

„Ich finde das überhaupt nicht witzig“, entgegnete Jupp. „Du stellst jetzt sofort klar, dass wir nicht verlobt sind, bevor es das ganze Präsidium weiß. Wenn es nicht eh schon jeder weiß. Deine liebe Freundin Bettina scheint ja ein wahres Plappermaul zu sein.“

Klaus blieb vor der Tür zu ihrem Büro stehen. „Jupp, niemand hier wird es ernsthaft für möglich halten, dass du dich mit mir verlobst. Dafür kennen sie dich und deinen Ruf alle viel zu gut.“

„Außerdem bin ich sicher, du wirst alles tun, um ihn notfalls sofort wiederherzustellen“, setzte er hinzu, als er bemerkte, dass Jupp gerade einer Kollegin, die vorbeigeeilt war, hinterher starrte.

„Meinst du?“, zweifelte Jupp. „Haupt klang gestern schon sehr überzeugt, dass zwischen uns was läuft.“

Jupp hatte sich am Vorabend schließlich genötigt gesehen, das Rättematäng eher fluchtartig und mit Hinweis auf Flo, der ihn brauchte, zu verlassen, um sich nicht weitere Bemerkungen seiner Kollegen bezüglich seiner angeblichen Verlobung mit Klaus anhören zu müssen. Dass er es damit und angesichts der Tatsache, dass Klaus schon vor ihm nach oben gegangen war, um Flo bei den Hausaufgaben zu helfen, eher noch schlimmer machte und Spekulationen anheizte, was sie wohl „da oben treiben“ würden, entging ihm dabei völlig.

„Klar“, betonte Klaus. „Jeder hier weiß doch, dass du der Ober-Hetero schlechthin bist. Außerdem, wer mich ein bisschen kennt, weiß auch, dass du gar nicht mein Typ bist.“

„Was soll das denn nun wieder heißen?“, empörte sich Schatz. „Bin ich dem feinen Herrn vom BKA nicht gut genug oder was?“

Haupt, der gerade den Kopf zur Tür herausstreckte, rettete Klaus vor einer Antwort. „Herr Schatz, Herr Taube, kommen Sie bitte“, sagte er. Die beiden folgten ihrem Chef in ihr Büro.

„Hallo Klausi“; flötete Bettina, die an Taubes Schreibtisch saß, während Achim, Gino und Jenny um ihn herum standen. „Du hast doch nichts dagegen, dass ich deinen Laptop genommen habe, Süßer. Er scheint der modernste Computer hier zu sein. Euer Laden ist ja ganz schön primitiv.“

Taube verdrehte gequält die Augen und sah hilfesuchend zu Jupp. „Wenn die Schreckschraube nachher weg ist, dann erklärst du es sofort. Klar?“, flüsterte dieser und setzte ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter auf. Seine dufte Truppe nannte keine hergelaufene BKA-Schnepfe primitiv. Das würde er ihr heimzahlen. Taube nickte.

„Verrätst du mir dein Passwort, dann kann ich unsere neue Software aufspielen?“, sagte Bettina. Taube trat an ihre Seite und begann etwas in seinen Laptop zu tippen. Bettina räkelte sich derweil und streifte dabei wie zufällig mit ihren üppigen Brüsten Taubes Arm. Klaus zog ihn sofort zurück, doch Bettina legte ihre Hand darauf. „Danke, bist ein ganz Lieber“, flötete sie.

Jupp, dem nicht entgangen war, wie Taube angesichts ihrer Berührungen zusammengezuckt war, gab sich einen Ruck. Schließlich war Klaus sein Freund und hatte ihm schon oft genug aus ganz anderen Notlagen geholfen. Und diese blöde Kuh war wirklich unmöglich. Resolut trat er an den Schreibtisch und schob Bettinas Hand von Taubes Arm, ihr dabei einen, wie er hoffte, Blick zuwerfend, der sagte: Pfoten weg, der gehört mir. Aus den Augenwinkeln sah er, wie Achim und Gino grinsten.

„Du schuldest mir was“, flüsterte Jupp in Taubes Ohr, als sie vom Schreibtisch wegtraten.

„Apropos Gefallen“, schaltete sich Haupt ein, der den Satz gehört hatte, „Ich möchte Sie um einen bitten, Herr Schatz. Bei der Zimmerreservierung von Frau Meier ist etwas schief gelaufen. Statt zwei Wochen wurden nur zwei Nächte gebucht und Sie wissen ja, mit der Messe jetzt in Düsseldorf ist alles belegt. Sie haben doch ein freies Zimmer, könnten Sie die Kollegin bei sich unterbringen? Spesen werden selbstverständlich erstattet.“

„Freies Zimmer?“ Jupp schüttelte den Kopf. „Ich habe kein freies Zimmer. Woher denn auch?“

„Aber Herr Taube hat doch bei Ihnen zur Untermiete gewohnt“, erwiderte Haupt. „Ich nehme doch an, jetzt wo Sie verlobt sind, teilen Sie sich ein Schlafzimmer. Da wäre doch Herrn Taubes altes Zimmer frei. Es sind ja nur ein paar Tage.“

Jupp starrte von Haupt zu Taube und zurück zu Haupt.

„Wir werden schon eine Lösung finden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, die Kollegin unterzubringen“, sagte Klaus rasch. Er hatte absolut keine Lust, Bettina auch noch nach Feierabend ertragen zu müssen. Andererseits, die Vorstellung, das Jupp auf der Stelle die Wahrheit über ihre angebliche Verlobung verkündete, behagte ihm noch weniger. Er wollte ungern als Lügner dastehen und lieber den Kollegen alles in Ruhe erklären. Und vor allem sollte Bettina unter keinen Umständen erfahren, dass er solo war.

Jupp wandte sich wieder ihm zu. „Werden wir?“, fragte er gefährlich leise.

Und Klaus Taube war froh, dass Blicke doch nicht töten konnten.

Ende

Fortsetzung in Verliebt, verlobt und fast verheiratet

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