Verliebt, verlobt, geschieden

Verliebt, verlobt, geschieden

von T'Len
tlen2@freenet.de



2006
Fandom: SK Kölsch
Charaktere: Jupp Schatz, Klaus Taube
Kategorie: G, Humor
Feedback: tlen2@freenet.de
Summe: Verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen, das gilt auch für Klaus Taube und plötzlich findet sich Jupp als sein Verlobter wieder.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.


„Hallo, Klausi!“ Taube zuckte zusammen, als er die schrille Stimme hinter sich hörte. „Warte, Schatz, ich komme mit“, rief er Jupp zu. Eigentlich hatten sie sich gerade vor dem Präsidium verabschiedet. Er selbst wollte noch einige Einkäufe erledigen, während Jupp seinen Sohn vom Fußball abholen musste.

„Was ist?“ Überrascht drehte sich Jupp Schatz um.

Da stand Klaus Taube auch schon an seiner Seite.

„Ich freu mich ja so, dich wiederzusehen. Vielleicht können wir wieder mal miteinander ausgehen“, sagte die schrille Stimme, die zu einer ein bisschen zu sehr geschminkt und zu grell angezogen wirkenden Blondine gehörte, welche sie jetzt fast erreicht hatte.

„Spiel bitte mit, ich erkläre es dir später“, flüsterte Klaus Jupp zu. Dann küsste er ihn. Mitten auf den Mund. Hinter ihnen war lautes Luftschnappen zu hören, als die Blondine bei ihnen angekommen war.

„Klaus“, piepste sie entsetzt.

„Oh hallo, Bettina“, sagte Taube und drehte sich zu ihr um. Dabei einen Arm besitzergreifend um Jupp legend. „Darf ich dir meinen Verlobten vorstellen. Jupp Schatz. Jupp, das ist Bettina Meier, eine ehemalige Kollegin vom BKA.“

Jupp streckte seine Hand aus, doch sie wurde ignoriert.

„Ich hab’s eilig“, erwiderte Bettina Meier spitz und eilte auf die Tür das Präsidiums zu.

„Sag mal, spinnst du? Mich hier einfach abzuknutschen. Was soll das ganze Theater. Und ich dein Verlobter? Also echt!“, empörte sich Jupp, der - nachdem ihm zunächst wegen des Kusses glatt die Sprache weggeblieben war - jetzt seine Stimme wiederfand.

„Tut mir leid“, erwiderte Taube und nahm seinen Arm weg. „Aber sonst wäre ich sie nie wieder los geworden.“

„Wer ist das?“, fragte Jupp.

„Ich habe früher mit ihr beim BKA zusammen gearbeitet. Glücklicherweise wurde sie dann in eine andere Abteilung versetzt. Vorher war sie die ganze Zeit hinter mir her. Und danach hat sie es auch noch ein paar Mal versucht.“

Jupp schüttelte den Kopf. „Was ist das nur mit euch Schwulen, dass ihr die Frauen wie ein Magnet anzieht, während unsereiner sich einen Wolf baggern muss, um eine abzukriegen?“

„Wir verstehen sie halt besser“, erwiderte Taube.

„Warum hast du ihr nicht einfach gesagt, dass du schwul bist. Warum diese Show hier?“, wollte Schatz wissen.

„Habe ich doch“, erklärte Taube. „Schon vor Jahren. Das hat sie nur noch mehr angestachelt. Sie meinte, ich bräuchte nur die richtige Frau, dann käme ich schon wieder auf den rechten Weg. Und sie sei diese Frau.“

Jupp grinste. Zugegeben ähnliche Gedanken hatte er auch schon gehabt. Aber mittlerweile akzeptierte er, dass Klaus sich halt nichts aus Frauen machte. Er persönlich verstand es zwar nicht, aber gut, sollte Taube glücklich werden wie er wollte. Jedem Tierchen sein Plaisierchen, nicht wahr?

„Ich dachte, wenn sie mich, naja, mit einem Mann zusammen sieht, gibt sie es endlich auf“, erklärte Klaus.

„Und was, wenn sie das jetzt im Präsidium rumerzählt?“ Jupp deutete auf die Tür. „Wer weiß, was die hier will?“

“Wem denn?“, fragte Klaus zurück. „Sie kennt hier doch keinen. Außerdem war sie zuletzt bei der Drogenfandung. Sie kommt bestimmt nicht mit der Mordkommission in Kontakt. Wahrscheinlich muss sie nur eine Aussage machen oder jemanden identifizieren und dann ist sie wieder auf dem Weg nach Wiesbaden.“

„Dein Wort in Gottes Gehörgang“, murmelte Jupp. Irgendwie hatte er plötzlich ein mulmiges Gefühl.

///

„Was machst du denn hier?“, entsetzt starrte Klaus später am Abend auf Bettina Meier, die an einem Tisch im „Rättematäng“ saß. Verfolgte sie ihm schon wieder, immer noch, trotz der kleinen Einlage mit Jupp?

“Die Kneipe wurde mir empfohlen“, erklärte seine Ex-Kollegin knapp. „Und du?“

„Sie gehörte Jupps toter Exfrau“, erklärte Taube. „Wir wohnen zusammen oben drüber.“ Bei der Erwähnung einer Exfrau im Leben von Klaus angeblichem Partner leuchtete es in Bettinas Augen auf. „Also geht das zwischen euch noch gar nicht lange?“, fragte sie, beugte sich vor, was ihren üppigen Ausschnitt besser zur Geltung brachte. „Weißt du, ich habe mich ja nur um den Auftrag in Köln bemüht, um dich endlich mal wiederzusehen. Du hast dich ja nicht mal verabschiedet, als du Wiesbaden verlassen hast.“

Taube wandte gequält den Blick ab. In dem Moment betrat Jupp den Raum. Klaus warf ihm einen flehentlichen Blick zu und so gab er sich einen Ruck, trat an Taubes Seite und legte den Arm um dessen Schulter. Wie oft hatte Klaus ihm schon aus der Patsche geholfen, da musste er sich wohl mal revanchieren.

„Schön, dass Sie uns mal besuchen“, sagte er zu Bettina gewandt und dann zu Klaus. „Flo fragt, ob du ihm bei Mathe helfen kannst.“

„Flo?“, wunderte sich Bettina.

„Mein... unser Sohn“, erklärte Jupp und küsste Klaus kurz auf die Wange. Der lächelte ihn dankbar an.

„Nette, kleine Familie hast du da“, bemerkte Bettina spitz.

In dem Moment ging die Tür auf und herein kamen Gino, Jenny, Achim und auch ihr Boss Heinrich Haupt.

„Schön, Sie haben den Weg also gefunden“, freute sich Haupt. „Haben Sie den Kollegen schon erzählt, warum Sie hier sind?“

„Was?“, fragte Jupp, der hastig den Arm von Taubes Schulter genommen hatte.

„Frau Meier kommt aus Wiesbaden vom BKA. Sie soll uns in den nächsten zwei Wochen in neue Computerprogramme zur Verbrechensanalyse einführen“, erklärte Haupt. „Wie ich hörte, kennen Sie sich ja bereits.“ Er nickte in Richtung Taube.

„Von früher“, erwiderte Klaus knapp.

„Und übrigens, alles Gute zur Verlobung“, ergänzte Haupt. „Wie ich hörte, kann man gratulieren:“

Jenny, Gino und Achim starrten sie entgeistert an.

„Ach ne, wusste ich es nicht immer“, sagte schließlich Pohl. „Ihr zwei Süßen seid einfach für einander bestimmt.“

Jenny kicherte albern.

„Wann soll denn die Hochzeit steigen?“, fragte Gino grinsend.

„Und wer trägt das Kleid?“, ergänzte Jenny. „Ich finde ja, Jupp stünde Weiß besser.“

Jupp warf Klaus einen bösen Blick zu. „Das wirst du mir büßen“, flüsterte er.

Taube überlegte derweil fieberhaft, ob er sich nicht für die nächsten zwei Wochen krank melden konnte.

Ende

Fortsetzung in Verliebt, verlobt und noch immer nicht geschieden

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