Valentinstag

Valentinstag

by T'Len



Series: TOS
Romance Code: K/S
Rating: PG-13 (m/m implied)
Summary: Jim Kirk macht am Valentinstag eine überraschende Entdeckung.
Archive: Falls dies wirklich jemand archivieren will, bitte gern, nur lasst mich vorher wissen, wo mein "Baby" steckt.

Disclaimer: Paramount/Viacom gehört das ganze Star Trek Universum plus Inventar. Ich habe die Jungs und Mädels nur für ein bisschen Spaß ausgeborgt. Keine Rechte sollen verletzt werden. Keine Kohle wird damit gescheffelt. Es ist nur "fanfiction".

Das ist der erste Teil einer Trilogie. "Nach dem Valentinstag" und "Für immer vereint" werden in Kürze folgen. "Valentinstag" ist erschienen im deutschen K/S-Zine "AmoKTimeS". Mein Dank an die "Chefin" für einige hilfreiche Suggestionen.

PS: Das ist die erste K/S-Story, die ich je geschrieben habe, so bitte ich um Toleranz gegenüber meinen Anfangsfehlern. "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen". Wie auch immer Feedback jeder Art ist herzlich willkommen.

PPS: Und fragt mich bitte bloß nicht, ob das Subraum-Schwarze-Loch möglich ist. In Physik war ich nie gut. :-)

The TOS Twins: Stories in deutsch und englisch von Lady Charena und T'Len http://tostwins.slashcity.net


Valentinstag
from T'Len
1999

Als Captain James T. Kirk wie jeden Morgen seine Kabine verließ und sich auf den Weg zur Brücke machen wollte, wäre er diesmal bald über ein Päckchen gestolpert, das vor seiner Tür lag.

Er bückte sich und hob es auf. Jim lächelte, als er das Päckchen im rosafarbenen Seidenpapier mit der roten, herzförmigen Schleife betrachtete. /Manche Dinge ändern sich doch nie/, dachte er innerlich leicht seufzend. /Auf der Erde ist heute ja Valentinstag, der Tag der Verliebten. Aber, was beschwerst du dich, du hast ihn ja auch immer gut für dich zu nutzen gewußt./

Jim ging zurück in seine Kabine und öffnete neugierig das Päckchen. Er war dabei sehr vorsichtig, denn er wollte den schönen Einband nicht herzlos zerstören. Zu seiner großen Überraschung kam eine kleine Figur hervor, etwa acht Zentimeter groß und aus einem keramikähnlichen Material. Jim kannte solche Figuren: es war ein "Angel of Dreams", ein Traumengel, vom Planeten Daydream, den sie vor einer Woche verlassen hatten.

Jim erinnerte sich noch gut an die Mission. Nach vielen aufregenden Abenteuern in den Weiten des Weltalls war diese eine angenehme Abwechslung und Erfahrung gewesen./Nun zumindest für den Rest der Besatzung./, dachte er.

Er selbst erinnerte sich mit äußerst gemischten Gefühlen an die Tage auf Daydream. Die Bewohner des Planeten waren friedlich und kultiviert. Es handelte sich um ein sehr altes Volk, bei dem geistige Fähigkeiten hoch im Kurs standen und das die Kraft der Phantasie sehr schätzte.

Für seine Crew hatte der Planet mit seiner beinahe himmlischen Ruhe die Kulisse für ein paar Tage erholsamen Landurlaub geboten. Auch seine Mission, erste diplomatische Kontakte im Namen der Föderation anzuschieben, war erfolgreich verlaufen. Und trotzdem wünschte er, er hätte den Planeten niemals betreten.

Seitdem war für den Captain der Enterprise nichts mehr so, wie es einst war. Was er dort über sich und seine Gefühle erfahren hatte, verwirrte und verunsicherte ihn zu tiefst.

Jim blickte auf die kleine Figur, die er noch immer in seiner Hand hielt. Wer mochte sie ihm wohl geschenkt haben? Er war sich seiner Wirkung auf Frauen durchaus bewußt.

So manches weibliche Besatzungsmitglied der Enterprise war in den letzten Jahren mehr oder minder offen in ihn verliebt gewesen. Doch normalerweise kamen solche Affären, auch wenn er sonst kein Kostverächter gewesen war, für ihn schon aus Prinzip nicht in Betracht. Es hätte nur für Unruhe und Gerüchte in der Crew gesorgt. Das, wonach er sich in den letzten Tagen so sehr sehnte, konnte ihm aber sowieso keines der weiblichen Besatzungsmitglieder geben.

Jim drehte und wendete das kleine Päckchen hin und her, in der Hoffnung einen Hinweis auf die Schenkerin zu finden. Doch dieser war nicht vorhanden. Nun, wer immer es auch war, wahrscheinlich hatte sie sich damit nur einen kleinen Traum erfüllt.

/'Eine harmlose Sache, eine kleine Schwärmerei, mehr nicht/, vermutete der Captain. Die Dreamers, wie sich die Bewohner von Daydream nannten, hatten alle dazu ermutigt, ihre geheimen Träume von Zeit zu Zeit auszuleben. Bei ihrem Volk war dies so Sitte und sie führten darauf die Ruhe in ihrer Gesellschaft zurück, da erst gar keine Aggressionen wegen verdrängter Wünsche aufkommen konnten.

Doch für ihn würde es unmöglich sein, sich seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen. /Du mußt aufhören, dir immer und immer wieder darüber Gedanken zu machen! Du kannst es doch nicht ändern!/ Jim rief sich in Gedanken zur Ordnung. Er war der Captain der Enterprise und die Pflicht erwartete ihn.

***

Äußerlich ruhig und gefaßt betrat Jim die Brücke der Enterprise. Hier fühlte er sich normalerweise vollkommen sicher und mit sich zufrieden. Doch auch dies hatte sich in der letzten Woche geändert. Ein freundliches "Guten Morgen, Captain!" schallte ihn von allen Stationen entgegen.

Jim ließ seinen Blick über die Brücke schweifen. Chekov und Sulu saßen wie immer an ihren Stationen, die Augen fest auf die Instrumente gerichtet. Auch Uhura war wie immer an der Kommunikationsstation zu Gange.

Dann glitt sein Blick zu Spock, der hochaufgerichtet vor der wissenschaftlichen Station stand und ihm freundlich zunickte. Jim erwiderte den Gruß und nahm dann zögernd in seinem Sessel Platz. Er mußte sich zwingen, Spock nicht ungebührlich lang anzustarren.

Yeoman Charlston trat an Jim heran, reichte ihm die Dienstpläne des Tages, welche er abzeichnete und seine morgendliche Tasse Kaffee. Jim blickte zu der schlanken, blonden, jungen Frau auf, die ihn offen anlächelte. /'Ob sie die Spenderin des Geschenkes ist?/ Er reichte ihr den Datenblock zurück und wollte gerade zum Kaffee greifen, als ein plötzlicher Ruck ihn in seinen Sessel zurückstieß. Die Kaffeetasse fiel scheppernd zu Boden.

Die Alarmsirenen heulten auf. Jim sah, wie sich die anderen an ihren Stationen festklammerten, um nicht zu stürzen, als die Enterprise hin- und herschwankte. Seine Gedanken rasten. /'Was ist geschehen? Ein Angriff? Warum haben die Sensoren nichts bemerkt?/ Dann war wieder alles ruhig. Das Schiff lag stabil, aber bewegungslos im Weltraum. "Bericht!", rief er.

"Die Notfallabschaltung ist aktiviert worden.", sagte Sulu und betätigte einige Schalter seiner Konsole. "Der Warpantrieb ist ausgefallen".

"Was ist die Ursache, Spock?", Kirk wandte sich zu seinem ersten Offizier um. Dieser überprüfte noch einmal seine Instrumente, drehte sich dann zu Kirk und erwiderte: "Wir wären beinahe mit einem schwarzen Loch kollidiert, welches sich bis in den Subraum erstreckt. Ein seltenes Phänomen. Die Sensoren haben es erst im letzten Moment erfaßt und die Notabschaltung aktiviert".

"Was treibt ihr denn da oben auf der Brücke?", Scottys wütende Stimme schallte aus dem Interkom. "Mir ist hier bald der Antrieb um die Ohren geflogen!"

Wie immer, wenn es um seine geliebten Maschinen ging, die er als seine Babies betrachtete, war der Chefingenieur äußerst ungehalten. "Wir wären fast mit einem schwarzen Loch im Subraum kollidiert, dadurch wurde die Notfallabschaltung aktiviert.", erklärte Jim. "Wie sieht es aus Scotty?".

"Ich mußte den Warpantrieb abschalten und auch der Impulsantrieb ist in Mitleidenschaft gezogen. Wir werden mindestens fünf Tage brauchen, bis alles einigermaßen repariert ist. Mehr als Manövrierdüsen kann ich Ihnen im Moment nicht geben.", antwortete Scotty.

"Gut, Sulu suchen sie uns eine günstige Parkposition weit genug weg vom Loch! Uhura, sorgen sie dafür, daß Scotty alle Leute bekommt, die er braucht! Für alle anderen Stationen Minimalbesatzung! Wenn wir hier schon festhängen, wollen wir es uns wenigstens gemütlich machen!".

Er stand auf. "Ich bin in meiner Kabine, wenn mich jemand sucht, dann kann ich endlich mal den lästigen Bürokratenkram erledigen, der seit einer Woche auf mich wartet".

Jim saß am Schreibtisch und starte auf die Datenblöcke, die sich vor ihm stapelten. Er haßte diesen Kram mehr denn je.

Schon seit einer Woche, schob er die Routinearbeiten immer wieder vor sich her. Langsam würde Starfleet Command ungeduldig werden, wenn er keine Missionsberichte vorlegte. Aber er konnte sich einfach nicht darauf konzentrieren.

Seine Augen wanderten zu der kleinen Traumengelfigur und wieder wurden ihm die Ereignisse auf Daydream in seiner Erinnerung lebendig.

Die Dreamers waren ein Volk mit vielen Fähigkeiten auf dem Gebiet der mentalen Kontrolle. Sie hatten Kirk erklärt, daß sie in der Lage waren, jeden mittels einer Traummaschine, seinen größten und geheimsten Traum so erleben zu lassen, als wäre er tatsächlich real.

Und sie boten sich an, dies auch für ihre Gäste zu tun. Es wäre unhöflich gewesen, dieses Ansinnen abzulehnen, zumal die Dreamers sich erhofften, ihre Besucher auf diese Art und Weise schneller kennenzulernen.

/Das könnte die Kontaktaufnahme wesentlich beschleunigen/, hatte Kirk damals gedacht. Er hatte es jedem Mitglied aus seiner Crew freigestellt, ob es am Experiment teilnehmen wollte. Aber die meisten hatten sich, wohl hauptsächlich durch eine große Portion Neugier angestachelt, dafür entschieden und später begeistert davon erzählt.

Der eine wollte frei wie ein Vogel fliegen, der andere wünschte sich, einmal in eine ganz andere Rolle zu schlüpfen, vielleicht in die eines Musketiers oder eines Samurais. Die Dreamers bzw. ihre Maschine erfüllten alle Wünsche mit großer Begeisterung und die Menschen dankten es ihnen.

Schließlich war auch er an der Reihe gewesen. Etwas nervös war Jim, seinem Traumführer Doriano, einem hochaufgewachsenen, weißhaarigen Mann - nur erfahrene Dreamers durften Traumführer werden, um von vornherein jedweden Mißbrauch der Maschine oder der durch sie zu Tage geförderten Träume zu verhindern - in den dafür vorgesehen Raum gefolgt.

Dort hatte er sich auf den Stuhl gesetzt und sich von Doriano an den Traumapparat anschließen lassen. Etwas mißtrauisch musterte er die Maschine, konnte sich nicht so recht vorstellen, daß das Alles wirklich funktionieren konnte. Und dann befand er sich plötzlich wieder an Bord der Enterprise!

Jim wunderte sich nicht darüber, daß sein größter Traum ihn an Bord seines Raumschiffes führte. Schließlich war die Enterprise sein ein und alles, seine Heimat, seine Liebe.

Dann sah er sich genauer um. Mit Verwunderung stellte er fest, daß er sich nicht auf der Brücke oder in seiner Kabine befand, sondern in der Spocks. Er spürte höhere Schwerkraft und Temperatur. Das Licht war gedämpft, ein sanfter Geruch von einer Art Weihrauch hing im Raum. Der Tisch war für zwei Personen gedeckt.

/'Ein Rendezvous!/, dachte Jim. Aber warum war er in Spocks Kabine und nicht in der Seinigen? Er hatte den Vulkanier noch nie um Hilfe in dieser Beziehung ersucht und war sich sicher, dies auch nie tun zu wollen.

Plötzlich spürte Jim, wie eine Hitzewelle ausgehend vom Traumapparat seinen Geist durchraste als die Maschine der Dreamers tiefer in sein Unterbewußtsein eindrang, auf der Suche nach weiteren Einzelheiten über seinem größten Wunsch. Und dann erschrak er, vor der Wucht der plötzlichen Erkenntnis, als sein verborgenstes Inneres deutlich wurde. /Spock!/

Er wünschte sich nichts sehnlicher als ihn zu berühren, zu küssen, zu lieben, mit ihm zusammenzusein, hier und jetzt und für immer.

Bevor Jim diesen Gedanken noch zu Ende denken konnte, fand er sich im Traumraum wieder. Doriano stand vor ihm.

"Es tut mir leid, Captain, wir können Ihnen Ihren Traum nicht erfüllen.", sagte er bedauernd.

"Warum nicht?", Jim war verwirrt über das eben Erfahrene, aber auch über das abrupte Ende des Traumes. Er blinzelte Doriano verwundert an, versuchte wieder Herr seiner Sinne zu werden.

"Ihre Mannschaft hatte einfache Träume, eine bestimmte Situation betreffend, die sie einmal erleben wollte. Dies zu erschaffen war kein Problem. Aber ihre geheime Sehnsucht, bezieht sich auf eine reale Person aus ihrem Leben, auf Ihre ganz persönliche Beziehung zu ihr. Dies können auch unsere Maschinen nicht herbeiführen. Sie können sich ihren Traum nur selbst erfüllen, Captain und Sie sollten es tun, für Ihren eigenen Seelenfrieden"

Jim hatte sich für die Mühe bedankt und war hinausgegangen, froh endlich allein zu sein. Seine Gedanken rasten wild durcheinander. Seine ganze Welt schien sich zu drehen. Plötzlich war das Innerste nach außen gekehrt.

In den nächsten Stunden durchstreifte er die riesigen Parkanlagen Daydreams, um sich schließlich in einer verborgenen Ecke unter einem schattigen Baum niederzulassen. Er mußte das, was er gerade über sich erfahren hatte, erst einmal verarbeiten, bevor er Spock oder irgend jemand anderen unter die Augen treten konnte.

Er und Spock ein Liebespaar! Dieser Gedanke schien ihm unvorstellbar. Und doch hatte er etwas angenehm Verlockendes.

Jim hatte immer gewußt, wieviel ihm seine Freundschaft mit seinem ersten Offizier bedeutete, doch er wäre nie auf die Idee gekommen, mehr darin zu sehen. Schließlich hatte er sich immer für den größten Frauenhelden des Universums gehalten und auch bei den Damen kaum etwas anbrennen lassen. Aber jetzt war auf einmal alles anders.

Jim horchte in sich hinein und er wußte, daß seine Zuneigung zu Spock schon lange tief in ihm verborgen war. Er hatte sie nur nicht sehen wollen, war blind gewesen in seinem Bemühen, dem Bild zu entsprechen, daß andere von ihm hatten, das er selbst auch von sich gehabt hatte. Die Dreamers hatten ihm die Augen geöffnet, indem sie seine innerste Sehnsucht bloß legten.

/Spock, ich brauche Dich, ich liebe Dich!/, dachte er voll Sehnsucht nach dem Vulkanier. Doch er wußte auch, daß er seinem Freund nie etwas von seinen neuentdeckten Gefühlen berichten durfte.

Dem logischen Vulkanier, der so um die Unterdrückung seiner eigenen Gefühle bedacht war, hätte dies zu sehr verwirrt und abgestoßen. Er würde ihn womöglich als Freund verlieren, wenn Spock die Wahrheit erfuhr, und das wollte er auf keinen Fall riskieren.

Also beschloß Jim, seinem geheimsten Traum für immer tief in seinem Inneren verschlossen zu halten, auch wenn dies ihm bestimmt nicht leicht fallen würde.

***.

Auch Spock hatte einige Zeit nach Kirk die Brücke verlassen. Die Enterprise schwebte ruhig im All, Scotty arbeitete fieberhaft mit seinen Leuten an den Reparaturen, ansonsten gab es nichts zu tun. Wenn er gebraucht würde, würde man ihn rufen.

Und er wollte die Zeit nutzen, etwas zu meditieren. Er mußte endlich das Kapitel Daydream abschließen und wieder zu seiner inneren Ruhe finden. Wie immer hatte er in den letzten Tagen seine gewohnte stoische Maske getragen, doch in seinem Inneren herrschte helle Aufruhr. Daydream hatte sein Leben komplett auf den Kopf gestellt.

Nach langem Zögern hatte auch er sich dem Traumexperiment gestellt. Jim hatte ihn nicht dazu gedrängt, aber inständig gebeten.

Natürlich waren die Dreamers auf ihn besonders neugierig gewesen. Als einziger Nichtmensch an Bord der Enterprise, dazu noch durch seine eigenen mentalen Fähigkeiten, war es für sie sehr verlockend gewesen, mehr über ihn zu erfahren.

Spock hatte dem Ganzen zwar skeptisch gegenübergestanden - er glaubte nicht an einen Erfolg, außerdem war es ihm zuwider, sein Innerstes fremden Personen zu öffnen - aber Jim zu Liebe hatte er sich bereit erklärt, wenn er auch, bevor man ihn an den Apparat anschloß, seine Bedenken äußerte, es würde bei ihm vielleicht nicht funktionieren.

Dann hatte er sich plötzlich an Bord der Enterprise befunden. Spock wunderte sich nicht, daß sein geheimster Traum mit dem Schiff in Zusammenhang stand. Nur dort fühlte er sich wirklich wohl und zu Hause. Jim verstand ihn und die anderen respektierten ihn. Hier gehörte er hin, mehr als nach Vulkan und zu seiner Familie. Hier konnte er er selbst sein.

Verwundert stellte Spock fest, daß er sich in der Kabine des Captains befand. Er sah auf einen festlich gedeckten Tisch und wunderte sich noch mehr. Warum sollte er ein Rendezvous haben und das noch in Jims Kabine? Das wäre nicht Jims Stil gewesen und mit Sicherheit auch nicht der Seinige.

Dann sah er plötzlich ein Bild vor seinem inneren Auge. Er und Jim eng umschlungen, gemeinsam lachend, sich küssend, sich liebend.

/'Jim!/, Spock keuchte und fand sich urplötzlich in der Realität wieder.

"Es tut mir leid", sein Traumführer Doriano trat an ihn heran, während er noch versuchte, seine Gedanken zu ordnen und das eben Erlebte zu verarbeiten.

"Ich kann Ihnen nicht helfen. Es hat nichts damit zu tun, daß Sie Vulkanier sind. Das wäre nicht das Problem. Ihr Traum bezieht sich nicht auf eine Wunschsituation wie bei den meisten anderen, sondern auf Ihre Beziehung zu einer realen Person und da versagt auch unsere Technik."

Spock drehte gedankenverloren einen kleinen Traumengel in seinen Händen. Genauso eine Figur hatte er nach der Erfahrung auf Daydream gekauft. Warum wußte er eigentlich auch nicht so genau.

Irgendwie hatte er den inneren Drang verspürt, es einfach zu tun. Sie hatte ihm gefallen und er wollte eine Erinnerung an den Planeten haben, der sein Leben so verändert hatte. Vielleicht war das der Grund gewesen, auch wenn das unlogisch und menschlich sentimental war.

Heute morgen hatte er diese Figur dann in einem Anfall von Spontanität Jim geschenkt, in einem kleinen Päckchen romantisch verpackt und heimlich vor seiner Tür angelegt.

Als er die Figur kaufte, hatte er diese Verwendung allerdings noch nicht im Hinterkopf gehabt. Gestern hörte er dann auf der Brücke, wie Sulu und Chekov sich über einen alten irdischen Brauch unterhielten, den sie Valentinstag nannten und bei dem es irgendwie um Liebesgesten ging.

Neugierig geworden, las Spock in der Schiffsbibliothek nach, worum es sich da eigentlich handelte. So erfuhr er, daß sich Liebende an diesem Tag beschenkten, so einen Beweis ihrer Zuneigung gaben. Die Idee gefiel ihm und so hatte er Jim die Figur geschenkt. Natürlich ohne einen Hinweis auf sich zu geben.

Spock war froh gewesen, daß Jim sich so diskret zeigte, ihn nicht nach dem Ausgang seines Traumerlebnisses zu fragen. Es wäre ihm schwer gefallen, seinen Captain zu belügen und doch hätte es sein müssen. Jim durfte nie erfahren, wie er über ihn dachte, was er für ihn fühlte.

Spock wußte, daß dieses Gefühl schon lange vor Daydream in ihm gewesen war. Schon damals vor einem Jahr während seiner mißglückten Bindungszeremonie auf Vulkan hatte er sich zu Jim hingezogen gefühlt. Doch er hatte dies stets tief in seinem Innern verschlossen, es aus seinem bewußten Denken verdrängt.

Nun war er gezwungen gewesen, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen und er konnte ihn nicht einfach wieder im hintersten Winkel seines Geistes verstecken. Er sehnte sich nach Liebe und Zärtlichkeit, nach Jims Liebe und Zärtlichkeit um genau zu sein.

Er mußte akzeptieren, daß er Jim liebte und das diese Liebe nie würde Erfüllung finden. Jim würde dies nie verstehen können, da war er sich sicher. Um seine Freundschaft nicht zu verlieren, mußte er seine Gefühle verbergen.

Zärtlich strichen Spocks schlanke Finger über die kleine Figur mit dem Engelsgesicht und den weißen Flügeln.

Wie überrascht war er gewesen, als auch er am Morgen ein kleines Päckchen vor seiner Tür fand, ähnlich verpackt, wie das Seinige. Erst hatte er gedacht, Jim hätte irgendwie erfahren, daß er der Geber war und das Päckchen zurückgebracht.

Die Peinlichkeit dieser Situation hätte er kaum ertragen können. Aber sein Geschenk stand noch da, wo er es abgestellt hatte, Jim war noch gar nicht aufgestanden und hatte es so natürlich auch noch gar nicht gefunden..

/'Wahrscheinlich ein Valentinstaggeschenk eines weiblichen Besatzungsmitgliedes/, dachte Spock. Er wußte, daß menschliche Frauen manchmal romantisch von ihm schwärmten oder sich von ihm sexuell angezogen fühlten.

Vor allem Schwester Chapel hatte ihm einst ziemlich offen ihre Zuneigung gezeigt, ohne Erfolg natürlich. Seine Liebe gehörte einzig und allein Jim, das war ihm jetzt klar, und daran würde sich auch nie etwas ändern.

Jims Gedanken wurden durch das Summen des Türmelders unterbrochen. "Herein!", rief er, in der Hoffnung, es wäre Spock, der aus irgend einem Grund zu ihm käme.

Doch es war nur Dr. McCoy, welcher in der Tür stand. "Komm herein, Bones! Was führt Dich zu mir?", sagte er und er konnte die Enttäuschung in seiner Stimme nicht ganz verbergen.

"Ich wollte nur mal schauen, wie es Dir geht, nachdem Du mir schon so viel Arbeit in der Krankenstation beschert hast.", erwiderte der Doktor.

"Wir sind beinahe mit einem schwarzen Loch im Subraum zusammengestoßen. Sei froh, daß es so glimpflich abging! Wir hätten auch alle draufgehen können. Hast Du viele Patienten?"

"Es geht, nur ein paar Brüche und Prellungen von Leuten, die sich nicht rechtzeitig festhalten konnten. Das Meiste konnten wir ambulant behandeln. Nur Ensign Smith hatte innere Verletzungen erlitten, als er vom oberen Geländer des Warpantriebs stürzte. Aber er hat nichts, was nicht wieder zu heilen wäre.", antwortete McCoy. "Hast Du etwas zu trinken?"

Jim stand auf und holte ein Glas, in das er Brandy einschenkte. Er gab es Leonard.

"Und Du?", fragte Bones verwundert.

"Mir ist jetzt nicht nach Alkohol zumute", antwortete Jim. "Ich brauche einen klaren Kopf für das hier". Er deutete auf den noch immer unbearbeiteten Stapel an Datenblocks.

"Störe ich Dich?".

"Nein bleib ruhig. Ich wollte Dich sowieso etwas fragen."

"Dann schieß mal los!"

Jim setzte sich wieder und auch McCoy zog sich einen Stuhl heran. Der Captain rutschte unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Wo sollte er anfangen? Bones war sein Freund, aber er konnte ihm doch nicht alles erzählen!

Schließlich faßte er sich ein Herz. "Bones, glaubst Du, daß die Erlebnisse auf Daydream irgendeinen dauerhaften Einfluß auf uns haben könnten? Positiv oder negativ?".

"Nicht, das ich etwas bemerkt hätte. Die Crew ist gut erholt. Der Landurlaub hat allen gut getan. Und mal etwas zu träumen und der Realität zu entfliehen, schadet auch nicht, erst recht nicht, wenn die Träume gewissermaßen war werden."

Der Arzt musterte seinen Freund neugierig. Jim schien ihn seit einer Woche seltsam verändert. Er war so nachdenklich und in sich gekehrt. Irgend etwas war auf Daydream passiert, von dem er nichts wußte. Er vermutete, daß dies im Zusammenhang mit dem Traumexperiment der Fremden stand. Er wußte schon, warum er keine Maschinen mochte, geschweige denn ihnen über den Weg traute!

"Was ist passiert? Ist bei Dir etwas schiefgegangen während des Traumexperimentes?", fragte Leonard besorgt.

"Bei mir hat die Technik nicht funktioniert. Mein Traum bezog sich auf eine ganz reale Person in meiner Nähe, besser gesagt auf meine Beziehung zu ihr und da können die Dreamers und ihre Maschine nichts machen".

Jim schwieg einen Moment. Dann sagte er leise: "Ich habe da etwas über mich erfahren, mit dem ich nie gerechnet hätte und womit ich erst mal fertig werden muß. Es ist nicht einfach, bitte entschuldige, wenn ich deshalb im Moment etwas geistesabwesend bin. Ich muß das Alles erst mal verarbeiten."

"Willst Du reden?", fragte der Doc mitfühlend.

Jim schüttelte den Kopf. "Ich bin noch nicht so weit, sei mir nicht böse, Bones, aber danke für das Angebot."

Der Arzt erhob sich: "Dann lasse ich Dich wohl lieber wieder allein. Du weißt ja, wo Du mich findest, wenn Du mich brauchst." . ***

Auch nachdem Bones gegangen war, fand Jim keine Ruhe, um zu arbeiten. Seine Gedanken kreisten immer wieder um Spock. Er blickte auf die Verbindungstür zwischen ihren beiden Kabinen. Normalerweise war diese fest verschlossen.

Sie respektierten die Privatsphäre des jeweils anderen. Doch jetzt wünschte sich Jim nichts sehnlicher, als das sie aufgehen und Spock hereinkommen möge.

Schließlich faßte er einen Entschluß und stand auf. Doch vor der Tür blieb Jim stehen. Nein, er durfte Spock nicht einfach so überfallen.

Jim ging zurück und betätigte das Interkom. "Spock, hier", meldete sich der Vulkanier sofort. "Was kann ich für Sie tun Captain?".

"Haben Sie Zeit, Spock? Wie wäre es mit einer Partie Schach?", fragte Jim. Er wollte jetzt einfach nicht allein sein. "Sie schulden mir noch eine Revanche."

"Ich komme sofort!".

Spock hatte kaum ausgesprochen, da stand er auch schon im Zimmer, das Schachspiel unterm Arm. Diesmal hatte er die Verbindungstür benutzt und nicht wie üblich den Haupteingang, wie Jim mit Freude feststellte.

Er genoß die Gesellschaft des Vulkaniers. Das hatte er immer getan, aber jetzt war es etwas ganz anderes als früher. Wenigstens so konnte er Spock für eine Weile nah sein.

Fasziniert beobachtete er, wie Spocks schlanke Finger das Spiel auf dem Eßtisch in der Mitte des Zimmers aufbauten. Langsam, beinahe andächtig setzte er die Figuren aufs Brett. Wie schön mußte es sein, von diesen Fingern zärtlich berührt, liebkost und gestreichelt zu werden.

/Reiß dich zusammen, Jim! Du darfst jetzt nicht an so etwas denken!/ Er ermahnte sich gedanklich zur Ordnung.

Jim schob die Datenblöcke auf dem Schreibtisch beiseite, griff zum Stuhl und zog ihn zu sich heran. Er ließ sich Spock gegenüber nieder und betrachtete den Vulkanier erneut eingehend.

/Wie schön er ist! Und erst diese Augen!/ Als Spock den Blick bemerkte und eine Augenbraue hob, wandte sich Jim schnell ab und eröffnete das Spiel. Schweigend saßen sie so eine Weile, bewegten die Figuren Zug um Zug.

Schon oft hatten die zwei Freunde zusammen Schach gespielt. Natürlich war Spock auf Grund seiner vulkanischen Logik im Vorteil, doch auch Jim hatte dankt menschlicher Intuition und Spontanität schon manche Partie für sich entschieden. Doch heute war er überhaupt nicht bei der Sache und manövrierte sich so ziemlich schnell in eine ausweglose Situation.

"Sie sind nicht sehr konzentriert heute", bemerkte Spock, als er Jim für Schachmatt erklärte. "Wollen wir lieber aufhören?"

Jim schüttelte den Kopf. Er wollte, daß Spock noch weiter bei ihm blieb. "Geben Sie mir noch eine Chance, Spock".

Er stand auf. "Wollen Sie auch etwas zu trinken? Saft meine ich."

Jim holte zwei Gläser und füllte sie mit Orangensaft. Seit einer Woche hatte er, der früher ganz gern einmal etwas Hochprozentiges zu sich nahm, schon keinen Alkohol mehr angerührt. Er wußte, daß Spock Alkohol verabscheute und er wollte ihm nicht mit einer Fahne belästigen, wenn sie sich bei irgendeiner Gelegenheit trafen. Wenn er Spock seine Liebe schon nicht offen zeigen durfte, so wollte er es ihm in seiner Nähe doch immer so angenehm wie möglich machen.

Spock begann, das Schachspiel erneut aufzubauen. Jim hatte seine Figuren auf dem Schreibtisch abgestellt und als Spock sie ergriff, bekam er auch den kleinen Traumengel, der auch dort stand, in die Hand.

Gedankenverloren musterte er ihn. /Was Jim wohl denkt, von wem er ist?/

"Ein anonymes Valentinstaggeschenk", sagte Jim, als hätte er seine Gedanken erraten.

Als Spock ihm den Engel zurückgab, berührten sich ihre Hände flüchtig. Jim zuckte zusammen, als er Spocks Berührung spürte. Ein heiße Welle der Sehnsucht raste durch seinen Körper. Schnell stellte er den Engel wieder ab, bevor er ihn noch fallen ließ.

"Ich habe auch einen Engel bekommen. Ich glaube, er sieht genauso aus wie dieser.", sagte der Vulkanier plötzlich.

"Wirklich? Zeigen sie mal!", fragte Jim interessiert.

Die Ähnlichkeit war ihm ja gar nicht bewußt geworden. Der Engel war nämlich von ihm. Da er wußte, daß sein vulkanischer Freund solche Antiquitäten schätzte, hatte er eine Figur von Daydream mitgebracht und Spock heute morgen geschenkt, natürlich anonym mit einem Päckchen vor der Tür.

Jim fragte sich, was Spock wohl gedacht hatte, als er es fand. Er würde sicher nie auf seinen Captain als Schenker kommen. Irgendwie hatte Jim das Bedürfnis gehabt, zumindest auf diese Weise, Spock eine Freude zu machen, schließlich war Valentinstag und wenn er ihm schon nicht auf andere Weise seine Gefühle zeigen konnte, wollte er wenigstens einen alten Brauch für sich nutzen.

Als Spock zurückkam, stellte er seinen Engel neben Jims.

"Wirklich wie eineiige Zwillinge", bemerkte Jim und plötzlich fingen die Engel an geheimnisvoll zu schimmern. "Spock, was ist das?", fragte er verwundert.

"Dreamcontact", murmelte Spock leise.

"Was?"

"So nennen es die Dreamers. Als ich die Figur kaufte, hat es mir der Verkäufer erklärt. Es gibt von jeder Figur zwei absolut identische, aber sie werden nie zusammen verkauft. Die Dreamers glauben, daß es für jede Person seinen vorbestimmten Traumengel gibt. Irgendwann wird er ihn bekommen, ob nun selbst gekauft, geschenkt oder durch irgendeinen anderen Zufall. Wenn eine Person dann auf den Besitzer der anderen, identischen Figur trifft und die Engel beginnen zu leuchten, haben beide Figuren ihren vorbestimmten Besitzer und diese ihren Traumpartner gefunden, dann gehören die Seelen der Besitzer für immer zueinander."

"Spock, soll das heißen, daß wir ... !?", Jims Augen begannen zu strahlen und sein Herz raste wie verrückt. Wurde sein Traum etwa doch noch war?

"Captain, dies ist nur eine Legende der Dreamers. Mir fehlen die empirischen Daten, um sie auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Und selbst wenn es stimmt, wer weiß, wie sich das Ganze bei Nichtdreamers und außerhalb des Planeten verhält."

Jim wandte sich ab, als Spock seine Euphorie so eiskalt dämpfte. Was hätte er auch anderes erwarten sollen? Für den Vulkanier war diese Antwort absolut logisch. Er suchte immer nach einer wissenschaftlichen Erklärung. Doch plötzlich hellte sich Jims Gesicht wieder auf, hatte Spock nicht gesagt: "Als ich die Figur kaufte!?".

Dann wäre das Valentinstaggeschenk ja von ihm! Und warum sollte Spock ihm so ein Geschenk machen, wenn nicht ...?

In Jim keimte neue Hoffnung, aber wußte Spock überhaupt um die Bedeutung des irdischen Valentinstages? Er mußte Gewißheit haben, so oder so!

"Spock, sagen Sie mir die Wahrheit! Sie haben mir die Figur heute morgen geschenkt, nicht wahr?"

Jim sah, wie der Vulkanier seinen Blick beschämt abwandte, als er vorsichtig nickte.

"Spock!", Jim strahlte übers ganze Gesicht - /Es gibt also doch Hoffnung!/ - als er auf den Vulkanier zu trat und ihn sanft an seiner Schulter berührte.

"Du hast mir nie erzählt, wie Dein Traumerlebnis war. Darf ich fragen ...?"

"Es ..., es hat bei mir nicht funktioniert." Spock stockte. "Ich wünschte mir etwas, was mir die Dreamers nicht geben konnten, weil ....", er brach verlegen ab, wußte nicht, wie er Kirk die ganze Sache erklären sollte.

Die Situation war ihm ja sooo - absolut unvulkanisch - peinlich. /Wie wird Jim reagieren, wenn er die Wahrheit über meine Gefühle für sich erfährt? Ich will seine Freundschaft nicht verlieren, aber dafür ist es wohl zu spät./

"Mir ging es genauso Spock." Jim sah seinem Freund fest und klar in die Augen. In Spocks dunklen Augen zeichnete sich allmähliches Verstehen ab.

"Jim hast Du mir den Engel ...?"

Jim nickte. "Ich liebe Dich Spock und ich möchte für immer mit Dir zusammen sein, das ist mir auf Daydream klar geworden."

Nun war es heraus! Mit angehaltenem Atem wartete Jim auf Spocks Reaktion. Jetzt würde sich seine Zukunft entscheiden. Wie würde der Vulkanier auf sein Geständnis reagieren? Hatte er ihn mit seiner Offenheit verschreckt?

Anstelle einer Antwort zog Spock ihn jedoch plötzlich fest an sich. Sein Mund suchte Jims Lippen und sie fanden sich zu einem ersten langen Kuß. Als sie sich wieder trennten, rang Jim nach Atem.

"Oh Spock, das ist wunderbar. Alle meine Träume werden war." Er strahlte übers ganze Gesicht und fühlte sich, als würden Weihnachten, Ostern und sämtliche Geburtstage seines Lebens auf einen Tag fallen.

"Meine auch", flüsterte Spock. Sanft und sehr zärtlich streichelten seine Hände über Jims Gesicht.

Eine Weile standen sie so da, sich stumm festhaltend, sich ihren neu erwachten Gefühlen hingebend, den ersten Augenblick dieser neuen Ebene ihrer Freundschaft ganz bewußt genießend.

Jim fühlte nur noch Leere in seinem Kopf. Alles war so plötzlich und unerwartet gekommen. Er konnte es noch gar nicht fassen, wußte nicht, was er denken, wie er sich verhalten sollte.

Spock schien es nicht anders zu ergehen. Der Vulkanier machte einen leicht verwirrten Eindruck, aber seine Augen funkelten glücklich. Jim versank fast in diesen so unergründlichen Augen, in denen er schon lange besser als jeder andere Mensch lesen konnte, und die nun offen wie ein Buch vor ihm lagen, ihm all die wunderbaren Gefühlen zeigend, die ihr Besitzer für ihn - und nur für ihn - empfand. . Schließlich löste sich Jim aus seiner Starre und zog Spock mit sich zu seinem Bett. "Ich möchte mit Dir zusammensein", flüsterte er leise und voll Sehnsucht in ein spitzes Ohr.

Spock nickte und begann Jim auszuziehen. Der Captain versuchte beim Vulkanier das Gleiche.

"Ich habe ja immer gewußt, daß Starfleet Uniformen unpraktisch sind. Aber heute fällt mir das besonders auf.", bemerkte er lächelnd.

Spock lächelte auch. "Ich liebe Deinen Humor, Jim."

Dann - endlich - lagen sie nackt nebeneinander. Spock sah Jim fragend an und der nickte. Er wußte instinktiv, was Spock vorhatte, und er sehnte sich geradezu danach, eins mit ihm zu werden, körperlich und geistig.

Sanft berührten Spocks Finger Jims Schläfen und dann verschmolz sein Bewußtsein mit Jims. Sie tauschten all ihre Gefühle und Gedanken für den jeweils anderen miteinander aus, lernten einander so besser kennen als je zuvor.

Und auch als Spock dann seine Finger wieder von Jims Schläfen löste, berührten sich ihre Seelen weiter. Wie in Trance streichelten und küßten sie sich lange und intensiv und irgendwann wurden auch ihre Körper eins.

"Es war wunderbar", flüsterte Jim, nachdem die größte Erregung abgeklungen war und er wieder klar denken konnte. "Ich liebe Dich, Spock! Und ich bin so glücklich wie noch nie!"

"Ich liebe Dich auch, Jim!" Spock zog seinen Geliebten fester an sich. "Und ich bin ebenfalls sehr glücklich."

Jim kuschelte sich enger in Spocks Arme und murmelte leise. "Das ist mein schönster Valentinstag!"

Ende

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