Urlaub und andere Katastrophen - Teil 2

Urlaub und andere Katastrophen, Teil 2

von T'Len
tlen2@freenet.de



2006
Fandom: SK Kölsch
Charaktere: Jupp Schatz, Klaus Taube
Kategorie: G
Hinweise: Humor
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Summe: Jupp fühlt sich im Schwulenhotel sichtlich unwohl.

The TOS Twins and Friends: http://tostwins.slashcity.net
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Klaus blickte von seinem Buch auf, als Jupp sich in den Liegestuhl neben seinen fallen ließ. "Ich dachte, du wolltest an den Strand?", fragte er.

"Keine Lust mehr", erwiderte Jupp. "Oder kommst du mit?"

Klaus konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Du hast doch nicht etwa Angst, Jupp?", fragte er zurück.

"Papperlapapp", antwortete Jupp eine Spur zu heftig. "Es ist nur, du kennst dich doch hier aus und da dachte ich, wir könnten gemeinsam..."

"Jupp Schatz, vor dem kein Rock sicher ist, solange ne Frau drin steckt, hat Angst, ihn könnte jemand anbaggern. Dass ich das noch erleben darf", erwiderte Klaus süffisant.

Jupp sah derweil einem jungen Mann hinterher, der ihn anlächelte als er an ihnen vorbei ging. Hastig legte Jupp seine Hand auf Klaus Arm. Der andere zuckte bedauernd mit den Schultern und ging weiter. Klaus grinste erneut.

"Warum macht dich eigentlich keiner an?", beklagte sich Jupp. "Du bist doch die Schwuchtel hier."

"Du bist mal wieder die Liebenswürdigkeit in Person", erwiderte Klaus.

Jupp starrte derweil auf zwei Frauen, die in den Pool sprangen.

"Jupp!", mahnte Klaus ihn. "Wenn du jeden anstarrst, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn du angebaggert wirst."

"Na irgendwo muss ich doch hinschauen", verteidigte sich Jupp.

Klaus seufzte und legte sein Buch zur Seite. "Hör zu, Jupp. Es gibt hier bestimmte Verhaltensregeln. Wenn du nicht angemacht werden willst, dann verhalt dich auch diskret und man wird dich in Ruhe lassen. Aber wenn du jeden anstarrst, wird mann das hier als Flirtaufforderung ansehen und frau als Beleidigung."

"Warum fährst du eigentlich in so ein Hotel, wenn du gar nicht rumbaggern willst?", fragte Jupp.

"Weil ich hier bestimmt nicht Gefahr laufe von Frauen angemacht zu werden. Außerdem: Ich war schon mal hier. Vor einigen Jahren mit Amdreas. Daher wusste ich, dass es ein angenehmes Hotel ist, mit einem schönen Ambiente, ruhiger Lage und gutem Essen."

"Andreas?", wunderte sich Jupp.

"Mein damaliger Partner", erklärte Klaus.

"Partner? Du meinst... privat?", fragte Jupp zögernd. Klaus sprach wenig über sein Privatleben, vor allem nicht über die Zeit bevor er nach Köln gekommen war. Aber er hatte sich immer gefragt, ob es da etwas gab, was Klaus aus Wiesbaden wegtrieb. Der Wechsel vom BKA zur Kölner Mordkommission war ja nicht gerade als Karrieresprung anzusehen.

"Lebensgefährte, ja", erwiderte Klaus.

"Der Typ mit dem Surflehrer?", hakte Jupp nach.

Klaus schüttelte den Kopf. "Nein, das war vor deiner Zeit. In Wiesbaden. Wir waren sechs Jahre zusammen."

"Sechs Jahre?", staunte Jupp. Seine Ehe mit Ellen hatte nicht viel länger gedauert.

"Nicht nur Heteros können eine Dauerbeziehung führen, Jupp", erwiderte Klaus.

"Und was ist passiert?"

"Wir haben uns auseinander gelebt. Er hatte schließlich einen anderen. Das war einer der Gründe, warum ich damals aus Wiesbaden weg wollte", erklärte Klaus. "Abstand gewinnen."

"Das wusste ich nicht", erwiderte Jupp. "Du sprichst ja kaum über dein Privatleben."

"Da gibt es ja auch nicht viel zu erzählen", antwortete Klaus. "Und was Andreas betrifft. Was vorbei ist vorbei, ich würde es vorziehen, nicht mehr darüber zu reden."

"Sicher", sagte Jupp und starrte dem Nächsten hinterher.

"Jupp!", mahnte ihn Klaus.

Schatz zuckte entschuldigend mit den Schultern. "Berufskrankheit, schätze ich. Ich checke halt alles und jeden ganz genau."

"Das solltest du hier besser lassen", riet ihm Klaus. Er griff erneut nach seinem Buch.

"Wollen wir uns nicht ein bisschen die Gegend abschauen?", fragte Jupp.

"Ich möchte lieber lesen", erwiderte Klaus. "Geh doch ein bisschen schwimmen.

"Keine Lust", antwortete Jupp und Klaus beschlich der Verdacht, dass Jupp nur Angst hatte im Pool, wieder angemacht zu werden.

"Dann lies etwas", schlug er vor. "Und creme dich besser ein, sonst hast du morgen einen Sonnenbrand." Er reichte Jupp eine Tube Sonnemilch. "Die Sonne brennt hier stärker als man denkt, da vom Meer immer eine angenehme Brise kommt."

"Ich hab nix zu lesen", gestand Jupp.

"Du fährst in Urlaub und nimmst nichts zu lesen mit?", wunderte sich Klaus.

Jupp zuckte mit den Schultern. "Ich hab nur den Kicker von letzter Woche mit und den kenn' ich schon auswendig."

Klaus seufzte. Entweder Jupp fand eine Beschäftigung oder er würde nie zum Lesen kommen.

///

Schließlich ließ er sich von Jupp breit schlagen, ihn die Gegend zu zeigen.

"Musst du selbst im Urlaub so vornehm aussehen?", meinte Jupp, als Klaus in eine legere, helle Hose und ein sportlich geschnittenes, farblich passendes Hemd schlüpfte. Beides wirkte sehr edel. "Ein Wunder, dass du nicht noch im Anzug rumrennst."

"Man kann durchaus auch im Urlaub ordentlich gekleidet sein", bemerkte Klaus und musterte seinen Begleiter skeptisch. Jupp hatte ein FC-Shirt und bunte Bermudas angezogen. "Ich hoffe, du hast auch eine ordentliche Hose mit. Beim Abendessen besteht nämlich Lange-Hose-Zwang."

Jupp zog ein verknittertes etwas aus seiner Reisetasche und hielt es hoch. Klaus stöhnte innerlich.

Jupp warf die Hose aufs Bett, auf dem sich bereits etliches seiner Garderobe befand, genaugenommen der Teil, der nicht auf dem Boden verstreut war.

Dabei fiel ihm etwas auf. "Wo ist eigentlich mein Bett?", wunderte er sich.

"Irgendwo unter deinem Chaos", erwiderte Klaus.

"Aber hier ist nur ein Bett, ich denke das ist ein Doppelzimmer", kam es zurück. Wo ist das zweite Bett?"

"Sicher ein Doppelzimmer mit einem Doppelbett", bemerkte Klaus. "Schon mal was von französischem Bett gehört, Jupp?"

Schatz starrte auf das Bett. "Du meinst wir zwei sollen gemeinsam? Da drin?"

"Üblicherweise beschweren sich die Benutzer dieser Zimmer nicht über ein Doppelbett. Im Gegenteil", Klaus klang sarkastisch.

"Aber so kann ich nicht schlafen", jammerte Jupp. "Ich brauch meine eigene Decke und überhaupt."

"Ich verspreche dir, ich werde nicht über dich herfallen", erwiderte Klaus und war fast versucht, um Geduld zu beten. "Und eine Decke für dich finden wir sicher auch noch."

///

"Das ist ein Sch...urlaub", fluchte Jupp als sie das Hotel verließen.

"Beschwer dich nicht bei mir, das alles war deine Idee", erwiderte Klaus.

"Fehlt nur noch, dass uns einer, der uns kennt, aus dem Schuppen hier kommen sieht und denkt wir hätten was miteinander."

Jupp hatte kaum ausgesprochen und sie die Tür verlassen, als hinter ihnen eine Stimme dröhnte. "Na wenn das nicht Jupp Schatz ist. Welcher Abfall hat dich denn ans Ufer gespült."

Jupp war sichtlich zusammen gezuckt. Jetzt drehte er sich um. "Berger", sagte er. "Dass sie dich überhaupt aus deinem Zwinger raus gelassen haben."

Klaus hatte sich ebenfalls umgedreht und den Fremden gemustert. "Klaus Taube", stellte er sich vor und streckte die Hand aus.

"Thomas Berger", erwiderte der andere. "Kriminalhauptkommissar."

"Aus Düsseldorf", ergänzte Jupp. "Wir waren zusammen in der Ausbildung. Nur bei ihm hat es nichts genutzt."

Klaus nickte verstehend. Das erklärte eigentlich alles. Jupps Meinung über die Düsseldoofen, wie er sie nannte, war ihm wohl bekannt.

"Haha, sehr witzig"; kam es zurück. Bergers Augen verengten sich. "Sag mal, das ist doch nen Schwulenschuppen hier", sagte er. Er musterte Jupp und Klaus skrupellos. "Ich wusste ja immer, dass mit dir was nicht stimmt, Schatz." Das "Schatz" säuselte er geradezu. " Aber wer hätte gedacht, dass du vom anderen Ufer bist. Naja ihr Kölner seid ja wohl alle schwul." Er nickte mit dem Kopf in Richtung Klaus. "Dein Dauertyp oder nur nen Urlaubsflirt."

Klaus, selbst empört über das unverschämte Verhalten des anderen, wollte protestieren, doch Jupp kam ihm zuvor. Zu Klaus großer Überraschung verwahrte er sich aber nicht gegen den Vorwurf der Homosexualität, wie er es sonst üblicherweise schont tat, bevor überhaupt jemand den leisesten Verdacht äußern konnte. Stattdessen sagte er nur: "Wenigstens habe ich einen abgekriegt, im Gegensatz zu dir offensichtlich."

"Wollen wir nicht was auf unser Wiedersehen trinken?", schlug Berger vor. "Wir können auch in ne Tuntenbar gehen, damit ihr Süßen auch wohl fühlt."

Jupp griff nach Klaus Arm. "Komm", sagte er und zog ihn mit sich Richtung Tür. "Wir haben besseres zu tun, als hier rumzustehen." Ohne Berger noch eines Blickes zu würdigen ging er zurück ins Hotel.

"Ich denke, du wolltest dir die Gegend anschauen", wunderte sich Klaus.

"Und noch mal dem begegnen?", erwiderte Jupp. "Da kann ich drauf verzichten. Die bleib ich ja noch lieber unter nem Haufen Schwulen, als in der Nähe eines Düsseldorfers."

Ende

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