Urlaub und andere Katastrophen - Teil 1

Urlaub und andere Katastrophen, Teil 1

von T'Len
tlen2@freenet.de



2006
Fandom: SK Kölsch
Charaktere: Jupp Schatz, Klaus Taube
Kategorie: PG, Humor
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Summe: Klaus will in Urlaub - und Jupp plötzlich auch. Kann das gut gehen?

The TOS Twins and Friends: http://tostwins.slashcity.net
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"Was hältst du davon, wenn wir zusammen wegfahren?"

"Was?" Klaus Taube reagierte sichtlich verwundert auf die Worte mit denen Jupp Schatz ihn nach der Mittagspause im Büro begrüßte.

"Ich dachte, wir könnten in zwei Wochen zusammen in Urlaub fahren", erklärte Jupp. "Ich habe Haupt schon gefragt, er meint, es sei ja nur eine Woche, da könne er uns schon mal beide entbehren."

"Du willst mit mir in Urlaub fahren?", vergewisserte sich Klaus. Auf den Schreck hin musste er sich erst mal setzen. Und da hatte er glatt gedacht, Jupp könne ihn nach fast zwei Jahren gemeinsamer Arbeit nicht mehr überraschen.

"Na du beschwerst dich doch dauernd, dass ich nichts mit dir unternehme", erwiderte Jupp, nun doch etwas pikiert, dass Klaus nicht den gebotenen Enthusiasmus über seinen Vorschlag zeigte.

"Jupp, ich meinte damit, dass du mich mal ins Theater begleiten sollst oder zu einer Ausstellung, statt immer nur ich dich zum Fußball und ins Rättematäng und nicht, dass wir gleich zusammen in Urlaub fahren sollen."

"Du fährst doch nicht etwa wieder mit nem Typen?", wollte Jupp neugierig wissen.

"Das geht dich zwar nichts an, aber nein, ich fahre allein und möchte meinen Urlaub in Ruhe genießen", betonte Klaus. Die Vorstellung, Jupp auch noch in den Ferien ständig um sich zu haben, entsprach nun wahrlich nicht seiner Idee von Erholung. Irgendwann brauchte auch er mal ein paar Jupp-freie Tage. Und wenn es nur eine Woche auf Gran Canaria war.

"Ich war seit meiner Scheidung nicht mehr richtig in Urlaub", erzählte Jupp. "Früher mit Ellen und Flo, da war das was anderes. Aber allein, irgendwie macht das keinen richtigen Spaß. Ich würde wirklich gern mal wieder wegfahren."

"Und was ist mit Flo?", fragte Klaus. "Du solltest besser bis zu den Ferien warten und mit ihm verreisen."

"Flo's Klasse fährt in zwei Wochen für fünf Tage ins Landschulheim. Das passt also. Und für die restlichen zwei Tage kümmert sich Anna um ihn. Alles schon geklärt", betonte Jupp.

Er hielt einen Reisekatalog hoch. "Den hab ich von deinem Schreibtisch. Ist das, wo das Lesezeichen drin ist, dein Hotel?"

"Das Bel Mar, ja", antwortete Klaus. "Wieso?"

"Sieht klasse aus", erwiderte Jupp. "Klasse Pool. Strand gleich um die Ecke. Ich war noch nie auf Gran Canaria."

"Dann flieg halt mal hin", erwiderte Klaus.

"Das hab ich ja auch vor."

"Mit mir?" Klaus schwante langsam Übles. Jupp würde doch nicht tatsächlich mit ihm verreisen wollen?

"Du sprudelst ja gerade zu über vor Begeisterung", beschwerte sich Schatz.

"Jupp, selbst wenn ich dich mitnehmen wollte, so kurzfristig bekommen wir garantiert keinen Flug mehr", sagte Klaus mit Überzeugung - und hoffte, dass er damit richtig lag. Immerhin begann sein Urlaub bereits in zwei Wochen.

"Oh, das ist kein Problem", erwiderte Jupp fröhlich. "Ich habe vorhin dein Reisebüro angerufen, Nummer stand ja auf dem Katalog. Sie hatten sowohl in deinem Flieger, wie in dem Hotel, noch einen Platz für mich frei. Alles schon fix und foxi geklärt."

"Du hast was!?!" Klaus glaubte seinen Ohren nicht trauen zu können.

"Schon gebucht", erklärte Jupp. "Hey, nun kuck nicht so. Ich dachte, ich mach's gleich klar, bevor mir noch einer den Platz wegschnappt."

"Jupp, ich halte das wirklich für keine gute Idee", sagte Klaus resignierend. "Schon gar nicht in diesem Hotel."

"Ach, nun hab dich nicht so. Das wird ein Heidenspaß, glaub mir. Wir schlafen mal schön aus, lassen uns beim Essen verwöhnen und dann reißen wir am Strand die Miezen auf."

"Ich habe aber kein Interesse an Miezen, wie du weißt", bemerkte Klaus.

"Um so besser, da bleiben mehr für mich", grinste Jupp. "Und vielleicht finden wir für dich auch was Schnuckeliges."

Klaus seufzte und überlegte, ob ihn nicht noch eine Ausrede einfiel, um den Urlaub einfach zu canceln. Er konnte nur in einer Katastrophe enden.

///

"Sie haben was?" Entsetzt starrte Taube den Mann hinter dem Tresen an. Dann blickte er Jupp an. "Hast du etwa ein Doppelzimmer bestellt?"

Schatz zuckte mit den Schultern. "Ich habe nur gesagt, dass ich mit dir reisen will", betonte er. "Ich dachte doch, die buchen mir dann ein eigenes Zimmer."

"Können wir statt des Doppel- bitte zwei Einzelzimmer haben?", wandte Klaus sich wieder an den Empfang.

Doch der junge Mann schüttelte bedauernd den Kopf. "Es tut mir leid, aber wir sind komplett ausgebucht."

"Ist doch nicht so schlimm", mischte sich Jupp wieder ein. "Wir werden uns schon einig. Machen wir uns einfach ein Zeichen aus, wenn jemand das Zimmer für sich allein braucht. Der andere geht dann so lange an die Bar. Außerdem hab ich nichts gegen ein Date in den Dünen. Oder schnarchst du etwa?"

"Also ich habe ein kleines Zimmer gleich in der Nähe", erklärte der Mann vom Empfang in recht makellosem Deutsch und lächelte Jupp an. "Ich zeig's dir gern mal."

"Danke, kein Bedarf", sagte Klaus hastig, nahm den Schlüssel an sich und schob Jupp vom Tresen weg.

"Sag mal, hat der mich eben angemacht?", wollte Jupp wissen.

"Ach, das hast du bemerkt?", gab Klaus bissig zurück.

Jupp starrte derweil einem - männlichen - Pärchen hinterher, dass gerade an ihnen vorbei gegangen war.

"Jupp", zischte Klaus, "Nun benimm dich."

Einer der Männer hatte offensichtlich Jupps Blick bemerkt. Er drehte sich um und lächelte Jupp vielsagend an. Der wandte seinen Blick hastig ab.

Klaus konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

///

"Ich bin am Pool", rief Jupp, kurz nachdem er sein Gepäck achtlos mitten im Zimmer hatte fallen lassen. Während Klaus seine Sachen ordentlich in den Schrank räumte, zerrte Jupp seine Badehose aus der Tasche. Da sie ganz unten gewesen war, verteilte er dabei gleich etliches des Inhaltes auf dem Fußboden. Die Sachen, die er anhatte, folgten dem Beispiel, als Jupp sich schnell umzog.

"Denk nicht, dass ich dir hinterher räume", betonte Klaus.

"Mach ich nachher", erwiderte Jupp. "Jetzt will ich erst mal die Lage an der Bräutefront checken."

"Jupp, da ist etwas, da du wi...", begann Klaus, doch sein Freund war bereits aus dem Raum gestürmt.

///

"Na wie wär's mit uns zwei Hübschen? Soll ich dir den Rücken eincremen?"

Nachdem Jupp sich im großzügigen Poolbereich des Hotels umgesehen - und festgestellt hatte, dass erstaunlich wenig Frauen anwesend waren - sprach er eine Blondine an, die gerade aus dem Haus getreten war.

Das eine dunkelhaarige Frau ihr auf dem Fuß folgte, übersah er glatt. "Spinnst du?", sagte die und ehe Jupp sich versah, hatte er sich eine Ohrfeige eingefangen.

"Hey!", rief er.

"Ach lass doch die Muschileckerinnen." Ein blonder, junger Mann trat an Jupps Seite, bevor der weiter reagieren konnte. "Die wissen doch einen schönen Schwanz gar nicht zu schätzen."

"Und gar nicht, was sie verpassen", ergänzte Jupp.

"Genau." Der andere lächelte ihn an. "Aber wir schon." Er blickte Jupp von oben bis unten abschätzend an, wobei sein Blick besonders lang auf Jupps knapp geschnittener FC-Badehose lag. "Was hältst du davon, mir zu zeigen, was du so zu bieten hast? Rein schwanzmäßg", schlug er vor.

"Was?" Jupp starret den anderen entsetzt an. "Spinnst du, ich bin doch nicht..:"

"Alles in Ordnung, Schatz?", Klaus, der mittlerweile auch eingetroffen war und die Szene vom Eingang aus beobachtet hatte, trat hastig an Jupps Seite und legte seinen Arm besitzergreifend um ihn. Er trug eine schwarze Badehose und ein ebenfalls schwarzes T-Shirt. Ein Handtuch hatte er lässig über die Schulter geworfen. In der Hand hielt er ein Buch.

"Wa...", Jupp hob zum Protest an, überlegte es sich angesichts der Situation aber schnell anders. Besser der Typ dachte, er sei mit Klaus hier, als dass er ihn womöglich den ganzen Urlaub über anmachte."Sicher, Liebling", sagte er.

"Du hättest doch gleich sagen können, dass du nicht allein hier bist", meinte der Fremde. "Ich dachte, weil du die Tussi angemacht hast... na ja, nichts für ungut." Er wandte sich ab.

"Sind hier denn alle schwul", fragte Jupp, als der andere außer Hörweite war.

"Ja", erwiderte Klaus knapp und nahm seinen Arm von Jupps Schulter.

"Was!?!" Jupp starrte ihn mit offenem Mund an.

"Tja, Jupp, du hättest dich zur Abwechslung einmal erst kundig machen sollen, bevor du wieder unüberlegt handelst", erwiderte Klaus. "Gran Canaria ist ein beliebtes Reiseziel für Homosexuelle. Es gibt Reiseveranstalter und Hotels, die sich besonders auf diese Kundschaft spezialisiert haben. Hättest du meinen Katalog gründlich gelesen, hättest du das gewusst."

"Ein Tuntenhotel? Warum hast du mich denn nicht gewarnt?"

"Hast du mich gefragt, bevor du gebucht hast?", gab Klaus zurück.

"Und nun?", wollte Jupp wissen.

"Nun, mein lieber Jupp, werde ich mir ein ruhiges Plätzchen suchen und einhundert Seiten lesen. Danach gehe ich 20 Bahnen schwimmen."

Klaus blickte ihn abschätzend an: "Dir würde ein bisschen Sport auch nicht schaden:"

Jupp zog reflexartig den Bauch an, zog es ansonsten aber vor, Klaus Bemerkung zu ignorieren. "Vielleicht ist am Strand was los, frauenmäßig", überlegte er stattdessen.

"Übrigens, der Strand gleich in der Nähe ist ein FKK-Strand", erklärte Taube.

"Prima", freute sich Schatz.

"Besonders beliebt bei Schwulen, die ein rasches Abenteuer suchen", ergänzte Klaus.

Jupps eben noch begeisterte Gesichtszüge verdunkelten sich zusehends.

"An deiner Stelle wäre ich vorsichtig" Klaus klopfte Jupp freundschaftlich auf die Schulter. "Schönen Urlaub, Jupp."

Dann ließ er seinen verdutzten Freund einfach stehen.

Ende

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