Der werfe den ersten Stein

Der werfe den ersten Stein

by T'Len (2003)
tlen2@freenet.de



Serie: TOS
Paarung: S/Mc, K/m, m/m, Cha/m
Code: NC-17, AU (m/m, m/f)
Archiv: GSSU, Fanfiction Paradies, andere bitte fragen.
Feedback: tlen2@freenet.de
Summe: Spock und McCoy haben mit einer homophoben Flotte zu kämpfen, wozu auch Kirk zählt.
Originalstory: Throw the First Stone (Antwort auf die Spock-McCoy-Heaven-Challenge: Write an S/Mc where Spock and Len must deal with the homophobia that is Starfleet.): http://tostwins.slashcity.net/stone1.htm

The TOS Twins and Friends: http://tostwins.slashcity.net
Star Trek, M*A*S*H, Sherlock Holmes, Karl May, Unser (T)Raumschiff, Die Schöne und das Biest Unsere Zines, Links und mehr.

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels nicht. Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient. Beachtet die Altersangabe und geht wo anders spielen, wenn ihr zu jung seit oder euch am Thema stört.

Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.

/*/*/ Veränderungen der Zeitebene


"Herein!" Jim Kirk setzte das Brandy-Glas, an dem er gerade genippt hatte, so heftig ab, dass er es fast umwarf. Fluchend drehte er sich zu seinem Besucher um.

"Was hat dich so lange aufgehalten, Pille? Zu beschäftigt mit... dich vögeln zu lassen?" Kirks Stimme klang sarkastisch.

"Jim, bitte." Leonard McCoy setzte sich seinem Captain und Freund gegenüber. "Lass mich erklären."

"Da gibt es nichts zu erklären, schließlich habe ich alles mit eigenen Augen gesehen." Kirk schüttelte sich innerlich, als er sich an die Szene erinnerte, die er keine halbe Stunde zuvor erlebt hatte.

/*/*/

Jim betrat die Krankenstation. Offensichtlich hatte Leonard ihre Verabredung für ein gemeinsames Abendessen in der Offiziersmesse und - anschließend - einige Drinks in seinem Quartier vergessen. Es war ihm kein Notfall von der Krankenstation gemeldet worden, also was immer McCoy aufgehalten hatte, es sollte kein großes Problem sein.

Er hatte gerade die Tür zu McCoys Büro erreicht, als er drinnen ein lautes Stöhnen hörte.

"Pille!" Besorgt, seinem Freund könnte etwas zugestoßen sein, eilte Jim in den Raum ohne vorher das Signal zu bedienen, dass seine Ankunft angekündigt hätte.

Doch die Szene, die sich seinen Augen bot, ließ ihn abrupt anhalten. McCoy beugte sich nackt über seinen Schreibtisch. Und hinter ihm sein Erster Offizier... Kirk konnte nicht glauben, dass er gerade Spock und den Arzt in flagranti erwischt hatte - in voller Aktion.

Doch dem war tatsächlich so. Er schnappte vor Überraschung laut nach Luft.

"Aufhören!", schrie er und erregte damit die Aufmerksamkeit der beiden Männer, die ihn bis zu diesem Augenblick noch nicht bemerkt hatten.

Leonard öffnete seine Augen und starrte ihn an. "Jim", stöhnte er. Geschockt sah Kirk die pure Lust in den blauen Augen. Spock starrte ihn ebenfalls an, schien ihn aber gar nicht richtig wahrzunehmen. Der Vulkanier stieß weiter kräftig in McCoy, was diesem zu unkontrolliertem Stöhnen veranlasste. Leonard krallte seine Hände um die Kante des Schreibtisches, um dem heftigen Ansturm seines Liebhabers standzuhalten. "Oh Gott", stöhnte er.

Als Jim endlich wieder die Kraft fand, sich zu bewegen, drehte er sich um und stürmte aus dem Büro. "Jim, warte!" Er war sich nicht sicher, ob McCoy das ernsthaft wollte, doch gerade als er den Ausgang der Krankenstation erreichte, hörte er die ekstatischen Schreie der beiden.

/*/*/

Kirk schenkte sich einen neuen Drink ein, nicht daran denkend, seinem Besucher auch einen anzubieten. "Wo ist Spock? Warum bist du allein gekommen?" Er machte sich nicht die Mühe, seinen Ärger aus seiner Stimme zu verbannen.

"Ich habe ihn überredet, in seinem Quartier zu bleiben. Ich dachte, ich spreche besser erst einmal allein mit dir", antwortete Leonard, sicherheitshalber verschweigend, dass Spock sich alles andere als wohl fühlte. Es war besser, der Vulkanier würde momentan nicht mit dem Captain konfrontiert. Nicht auszudenken, was passierte, wenn Spock die Kontrolle über sich verlor.

Jim stand auf und wanderte unruhig in seinem Quartier hin und her. "Wie, zum Teufel, konntet ihr mir das nur antun?", fragte er, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten. "Du bist dir doch bewusst, dass ich euch melden muss?"

"Nein!" McCoy sprang auf. "Das kannst du doch nicht tun, Jim!"

"Ich habe keine andere Möglichkeit. Du kennst die Regeln so gut wie ich, Pille. Die Flotte erlaubt keine homosexuelle Beziehung zwischen Offizieren im aktiven Dienst. Ganz zu recht, meiner Meinung nach."

Leonard griff nach Kirks Arm und drehte den Captain zu sich herum. "Verdammt, Jim! Du hast in den letzten fünf Jahren mehr als eine Regel gebrochen."

Kirk schüttelte ihn ab. "Fass mich nicht an, du Perverser", schrie er.

McCoy konnte seinen Ohren kaum trauen. Er hatte erwartet, dass Jim wütend war, weil er sie in flagranti ertappt hatte. Aber so eine harsche Reaktion hätte er nicht erwartet.

"Verdammt, Jim, wir leben nicht mehr im Mittelalter. Diese Regeln sind altmodische Überbleibsel, die schon längst abgeschafft hätten werden sollen. Ich hätte nie gedacht, dass du so intolerant bist."

"Möchtest du wissen, warum?" Hass spiegelte sich in Kirks Augen. Er bedeutete McCoy, sich wieder zu setzen. "Ich kann es dir erzählen. Alles begann in einem Sommer in Iowa."

/*/*/

Es war einer dieser heißen Sommer in Iowa gewesen, Schulferien. Der zwölfjährige Jim Kirk hatte es sich mit einem altertümlichen Buch zwischen Strohballen auf dem Dachboden der elterlichen Scheune bequem gemacht. Er liebte es, dort zu liegen, zu lesen und zu träumen. Es war sein Lieblingsversteck, wenn er seine Ruhe haben wollte. Sonst bestand sein Vater nur wieder darauf, dass er lernte oder seiner Mutter half. Aber er wollte seine Ferien genießen. Und momentan hieß das für ihn, seine Leidenschaft für echte Bücher zu pflegen, vorzugsweise mit Geschichten, die einst als Science Fiction beschrieben wurden. Niemand verstand sein Interesse daran. Und wenn sein Vater ihn erwischt hätte, hätte er nur darauf bestanden, dass er sich wieder seinen langweiligen Schulunterlagen widmete.

Plötzlich erklingende Schritte ließen ihn zusammenschrecken. Vorsichtig rutschte er zur Luke und spähte nach unten. Glücklicherweise war es nur sein vier Jahre älterer Bruder Sam und Marc, ein 17-jähriger Junge von der Nachbarfarm und seit langem Sams bester Freund.

Beruhigt, dass wohl keine Gefahr einer Entdeckung - oder gar des Verrates - drohte, wollte Jim sich zurückziehen und wieder seinem Buch widmen, doch als er sah, wie die beiden Jungen hastig ihre T-Shirts abstreiften, blieb er neugierig vorn liegen. Was sie wohl vorhatten?

"Bist du dir wirklich sicher?" Marc ließ spielerisch eine Hand über Sams nackte Brust gleiten.

Der ältere Kirk-Sohn nickte. "Ich will es jetzt und ich will es mit dir. "

Marc beugte sich vor, schlang seine Arme um Sams Oberkörper und zog ihn zu einem innigen Kuss an sich.

Die Augen des heimlichen Beobachters weiteten sich überrascht. Gebannt beobachtete er, wie die beiden Jungen sich danach weiter entkleideten, bis sie ganz nackt auf dem Scheunenboden standen. Zu seiner Überraschung stellte er fest, dass beide erregt waren.

Marc deutete auf einige in der Ecke stehenden Strohballen. Sam nickte, ging zu ihnen und beugte sich darüber. Jim schob sich vorsichtig ein Stück weiter vor, um einen besseren Blick zu haben. Zwar blieben die Gesichter der beiden Jungen im Schatten verborgen, doch die Bewegungen ihrer Körper konnte er gut sehen.

Und so beobachtete er, wie Marcs Hände über die Pobacken seines Bruders glitten. Dann schien er einen Finger oder zwei einzuführen. Sam stöhnte auf, doch es klang nicht gequält.

"Du musst sagen, wenn es weh tut", flüsterte Marc, als er sich vornüber beugte und Küsse auf Sams Rücken platzierte. Dann zog er sich zurück.

Jim sah, wie er eine Tube vom Boden aufhob und sein erregtes Glied mit dem Inhalt einschmierte. Dann griff er erneut nach Sams Hinterteil. "Kann ich?"

"Ja."

Vorsichtig und langsam drang Marc in Sam ein - begleitet von heftigem Atmen beiderseits. "Oh Gott, so eng...", stöhnte Marc. "Wie... fühlst... du dich?", fragte er schließlich.

"Voll", kam Sams gepresste Antwort. "So... voll, aber... gut."

Marc hielt still, offensichtlich um Sam Gelegenheit zu geben, sich an seine Penetration zu gewöhnen. "Mach weiter!", forderte dieser nach einem Moment der Ruhe. Sein Liebhaber begann sich heftiger zu bewegen, kräftiger in ihn zu stoßen und ihr Stöhnen wurde lauter.

So miteinander beschäftigt hörten sie im Gegensatz zu Jim die Schritte nicht, die sich rasch näherten. Erst als starke Hände nach ihnen griffen, bemerkten sie Sams Vater. Sie schrieen vor Schmerz, als sie roh auseinander gerissen wurden. Marc taumelte zu Boden. Mit vor Zorn gerötetem Gesicht stand George Kirk über ihm, die Reitpeitsche in seiner Hand erhoben.

"Vater, nicht", flehte Sam.

Jim duckte sich ängstlich in seinem Versteck. Die Erregung, die sich seiner - zu seiner großen Überraschung - bemächtigt hatte, während er seinem Bruder und dessen Freund beim Sex zu sah, war rasch verflogen, sein eigenes Glied wurde wieder schlaff. Sein Vater musste gerade vom Ausritt zurückgekommen sein, vermutete er angesichts dessen Reitkleidung und -peitsche. Vermutlich hatte er das Stöhnen der Jungen gehört. Jim mochte gar nicht daran denken, was passieren würde, wenn sein Vater ihn bemerkte.

"Verschwinde!", herrschte George Marc an, die Peitsche drohend schwingend. "Und wenn ich dich Perversen noch einmal in der Nähe meines Sohnes sehe, hole ich meinen Phaser." Marc raffte schnell seine Sachen vom Boden auf und rannte hinaus, begleitet von einem entschuldigenden Blick Sams.

"Und nun zu dir." George wandte sich seinem vor Angst zitternden Sohn zu. Seine Stimme klang gefährlich ruhig, als er sagte: "Beuge dich wieder über den Ballen."

"Vater, ich liebe Marc", warf Sam leise ein. Doch George stieß ihn roh auf das Stroh. Dann klatschte die Peitsche auf den nackten Rücken und das nackte Hinterteil seines Sohnes. Sam wimmerte vor Schmerzen.

"Sei still, du Weichling", herrschte George ihn an. "Mein Sohn wird keine dieser perversen Schwuchteln, die sich die Schwänze anderer Männer in den Hintern stecken lassen."

Wieder und wieder schlug die Peitsche erbarmungslos auf den jungen Körper ein, bis Sam schließlich halb bewusstlos auf den Boden rutschte. "Das soll dich lehren, noch einmal so einen perversen Kerl an dich heranzulassen", knurrte George Kirk, ohne sich um den Zustand seines Sohnes zu kümmern.

Er zerrte Sam auf die Füße. "Verschwinde! Du hast bis auf weiteres Hausarrest. Und bevor ich morgen die Erde verlasse, werde ich bei der Sicherheitsabteilung der Sternenflotte anmelden. Die werden schon einen ordentlichen Mann aus dir machen."

"Aber ich will doch Wissenschaftler werden", warf Sam leise ein, während er sich mit vorsichtigen Bewegungen ankleidete.

George hob erneut die Peitsche. Er sagte nichts, doch sein Blick sprach Bände.

Sam rannte, so schnell es seine schmerzende Rückseite zuließ, aus der Scheune.

Jim hatte kaum gewagt zu atmen, während er den Zorn seines Vater auf seinen Bruder mit ansehen musste. Als er jetzt Luft holte, geriet ein Strohstückchen in seinen Mund und er konnte den Hustenreiz nicht unterdrücken.

George Kirk hatte es gehört und blickte nach oben. "Jim, bist du das?", rief er.

Wohl wissend, dass sich weiter zu verstecken sinnlos sein würde, kletterte Jim die schmale Leiter, die zum Dachboden führte hinunter. "Ich habe nur gelesen, Vater", flüsterte er flehentlich und vor Angst zitternd.

George musterte ihn für einen Augenblick intensiv, senkte dann die Peitsche. "Lass dir das eine Lehre sein, Jim, wenn ich dich je dabei erwische..." Er ließ das Ende des Satzes offen, doch Jim verstand auch so.

/*/*/

"Jim, es ist traurig, dass dein Vater ein so altmodisch denkender Mann war, aber du solltest es doch besser wissen", sagte McCoy als Jim seine Erzählung beendet hatte.

Kirk starrte ihn unfreundlich an. "Am nächsten Tag verließ mein Vater die Erde für eine Mission, von der er nicht lebend zurückkehren sollte. Am Abend fand ich Sam erneut in der Scheune - tot. Er hatte sich erhängt. Sein Abschiedsbrief besagte, dass er nicht weiterleben wollte mit dem Gedanken, dass Vater ihn verurteilte für das, was er war."

Jim verstummte und Leonard atmete hörbar ein. "Es tut mir so leid, das zu hören, Jim. Wirklich. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist etwas Schreckliches geschehen. Aber es hat doch nichts mit Spock und mir zu tun. Bitte gib uns nicht die Schuld für etwas, dass Jahrzehnte zurückliegt."

Kirk beugte sich nach vorn und starrte McCoy an. "Das ist nicht alles, Pille. Das ist nicht alles."

Der werfe den ersten Stein 2/3

Disclaimer: siehe Teil 1

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Jim bemühte sich erfolglos, seine Tränen zu unterdrücken. Er sagte zu sich selbst, dass er nun ein Mann sein musste und dass Männer nicht weinten. Aber der Gedanke, dass sein geliebter Vater nie mehr zurückkehren würde, war zuviel für ihn. Nie wieder mit ihm Fischen oder Schwimmen gehen. Keine Geschichten über seine Abenteuer im All mehr, die in Jim den Traum geweckt hatte, selbst ein Starfleet Captain zu werden, die Sterne zu entdecken.

Robert April hatte die Nachrichten vom Tod seines Vaters am Mittag überbracht. Seitdem war nichts mehr so, wie es zuvor gewesen war. Jim wünschte sich, dass Sam noch bei ihnen wäre, damit er jemanden zum Reden hätte. Aber Sam würde auch nie mehr zurückkehren. Der Gedanke an seinen toten Bruder ließ ihn wieder weinen.

Jim blieb vor der Tür zum Wohnzimmer stehen. Seine Mutter weinte darin. Jim hatte nicht einschlafen können und war herab gekommen, um ihren Trost zu suchen. Aber wahrscheinlich - so dachte er - musste er sie stattdessen trösten. "Du bist jetzt der Mann im Haus, mein Junge", hatte Onkel Robert früher am Tag gesagt.

Jim stieß die Tür auf. Seine Mutter saß auf dem Sofa, ihren Kopf in den Händen vergraben, saß. "Es tut mir so leid, Winona", sagte April. Der Captain seines Vaters saß seiner Mutter gegenüber, mit dem Rücken zu Jim. Keiner hatte den Jungen bisher bemerkt. "Aber ich denke, dass ich dir die Wahrheit schulde. Ich habe George mehr geliebt, als ich sollte."

Zuerst sah Jim in den Wörtern keine besondere Bedeutung. Er wusste, dass sein Vater und Onkel Robert enge Freunde gewesen waren. April war sogar der Pate von ihm und seinem Bruder.

"Nein!" Winona schrie auf. "George war keiner von denen. Nicht mein George. Nicht, so wie er auf Sam reagiert hat." Ein Weinkrampf schüttelte sie. Und Jim verstand plötzlich, was April gemeint hatte. Er keuchte auf, aber niemand bemerkte ihn. Vater hatte Sam mit seinem Hass auf Homosexuelle in den Selbstmord getrieben. Wie könnte er selbst einer gewesen sein?

"Wir wollten nicht, dass es geschah", sagte April leise. "Ich liebe Sarah und George liebte dich, Winona, und eure Jungen, aber wir waren einsam dort draußen, verdammt einsam, umgeben nur von der eisigen Kälte des Universums. Wir brauchten Nähe um zu überleben. Wir hassten es, wir haben uns für den Verrat an unseren Familien gehasst... aber wir konnten einfach nicht anders."

Jim rannte aus dem Zimmer und stolperte aus dem Haus in die dunkle Nacht. Erst in der Scheune hielt er an. Dort weinte er, bis Erschöpfung ihn übermannte und er in einen traumlosen Schlaf fiel.

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"Meine Mutter ist ein halbes Jahr später gestorben... an gebrochenem Herzen, wie man wohl sagen würde", endete Kirk seine Geschichte.

"Mein Gott!", keuchte McCoy. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Für eine solche Tragödie konnte niemand die richtigen Worte finden. Er begann, Jims Ablehnung zu verstehen, aber um seines und besonders um Spocks Willen musste kämpfen er für ihr Recht, einander zu lieben, kämpfen.

"Trotzdem, so tragisch dies alles ist, es hat nichts mit unserer Situation zu tun."

Jim starrte ihn an. "Mein Vater hat unsere Familie mit seiner Perversion zerstört. Zuerst hat sein Selbsthass meinen Bruder in den Selbstmord getrieben, dann hat die Wahrheit meine Mutter getötet. Verdammt, Pille, du hast eine Frau und eine Tochter. Denkst du denn nicht an sie? Sind sie dir egal?"

"Ex-Ehefrau", korrigierte Leonard automatisch. "Ich habe sie geheiratet, damit die Leute aufhörten Fragen zu stellen. Aber ich konnte und wollte nicht weiter mit einer Lüge leben. Die Scheidung war das beste für uns beide. Ich habe sie nur geheiratet, weil ich Angst hatte. Angst davor, als schwul gebrandmarkt zu werden, Angst vor den Reden der Leute. Aber ich habe gelernt, dass ich nicht ändern kann, wer und was ich bin. Sie hat einen Ehemann verdient, der sie auch wirklich liebt. Joanna zu verlieren war das Schlimmste in meinem Leben, aber ich konnte nicht einmal ihr zuliebe an einer Ehe festhalten, die nur eine Farce war."

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"McCoy, ich muss mit Ihnen sprechen." Leonard beschlich ein schlechtes Gefühl, als der Chefarzt des Krankenhauses ihn zu sich rief. Leonard arbeitete seit einem halben Jahr als sein Assistent, er kannte seine Stimmungen. Etwas in der Stimme des alten Professors hatte nun gar nichts Gutes versprochen.

Walther Miller verschwendete keine Zeit. Er befahl Leonard, sich zu setzen und kam sofort auf den Punkt: "Es ist mir bekannt gegeben worden, dass Ihr Lebensstil nicht ganz den Standards entspricht, die wir hier von unseren Mitarbeitern erwarten. Mir ist berichtet worden, dass Sie.. ähem an gewissen Orten gesehen worden sind, in gewissen Etablissements und es gibt sogar Gerüchte über eine unangemessene Beziehung zwischen ihnen und einem unserer Pfleger."

Leonard keuchte auf. Wie, um alles in der Welt, konnte er das wissen? Er war doch immer so vorsichtig und diskret gewesen. Und er und Rick, der Pfleger, hatten sich überhaupt nur zweimal getroffen. Und das nicht im Krankenhaus.

Er versuchte es zu erklären, aber der Professor winkte nur ab. "Wir werden dieses Verhalten nicht an unserem Krankenhaus dulden. Wir sind eine kirchliche Einrichtung, wie Sie wissen, und haben einen Ruf zu verteidigen. Entweder Sie verhalten sich künftig entsprechend oder wir werden Sie bitten müssen, uns zu verlassen." Damit war das Gespräch beendet. Als Leonard die Tür erreicht hatte, hielt der Professor ihn noch einmal auf. "McCoy, Sie sind ein guter Arzt - ein sehr guter sogar - und ich will Sie nicht verlieren."

Er sagte nichts mehr, aber Leonard verstand auch so.

An jenen Abend hatte er Rick gesagt, dass er ihn nie wieder sehen würde, und er hatte Jocelyn gebeten, seine Frau zu werden. Jocelyn O'Grady war die Tochter der Nachbarn seiner Eltern. Leonard war praktisch mit ihr aufgewachsen und er wusste seit langem, dass beide Familien eine Verbindung zwischen ihnen mehr als gut heißen würden. Er liebte Jocelyn nicht, aber wenigstens kannte er sie gut und sie war das beste Alibi, das er bekommen konnte. Er konnte es nicht riskieren, seine Arbeit zu verlieren, sein alter und kranker Vater brauchte doch seine Hilfe und vor allem das Geld, um die bestmögliche ärztliche Versorgung gewährleisten zu können.

Aber er war über diese Intoleranz schockiert. Er hatte gedacht, dass solche Ansichten längst der Vergangenheit angehörten. Doch Gesetze waren offensichtlich das eine, die Realität etwas ganz anderes. Selbst wenn sie ihn nicht einfach wegen Homosexualität entlassen konnten - er würde einfach wegen Diskriminierung klagen - sie würden einfach einen anderen Grund finden. Schließlich hatte er nur einen Vertrag für ein Jahr.

Er hatte gehofft, sich mit Jocelyn zu arrangieren, sie vielleicht sogar eines Tages lieben zu können. Als sie eine Tochter bekamen, freute er sich wirklich sehr. Aber wenn er geglaubt hatte, dass er seine wahre Natur für den Rest seines Lebens verleugnen könnte, hatte er sich geirrt.

Er begann, unzufrieden mit seinem Leben zu werden. Es gab ein Verlangen tief in ihn, dass Jocelyn einfach nicht stillen. Er fiel in alte Gewohnheiten zurück; er erfand Ausreden, um wieder in gewisse Bars zu gehen. Er hatte nie erfahren, wer ihn dort entdeckt und verraten hatte; aber eines Tages wurde er zum Chefarzt gerufen - wie Jahre zuvor.

Wissend, das es besser wäre in Ruhe zu gehen, als die unvermeidlich Aufmerksamkeit, die er bei einem Kampf um seine Rechte zwangsläufig erregen würde, auf sich und seine Familie zu laden, hatte er gekündigt und war zur Flotte gegangen. So weit Distanz wie möglich zwischen sich und sein bisheriges Zuhause zu bringen, schien ihm der einzige Weg, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Jocelyn störte es nicht; sie lebte schon lange nur noch für ihr Kind. Ein Jahr später waren sie offiziell geschieden. Er hatte nie mit ihr über die wahren Gründe geredet, aber er war sich sicher, Jocelyn hatte sie zumindest erahnt.

/*/*/

"Die Flotte weiß schon, warum sie noch immer an gewissen Regeln festhält", sagte Kirk, als McCoy seine Erklärung beendete. "Schließlich dienen noch immer viel mehr Männer als Frauen. Einsamkeit und Angst können sie zu Dingen treiben, die sie unter gewöhnlichen Umständen nie machen würden- Dingen, die sie später zu tiefst bedauern würden. Wie brauchen Offiziere, die über jeden Tadel erhaben sind, die nicht mit irgendetwas erpressbar sind. Du musst das doch wissen, Pille."

"Komm schon, Jim, Du willst mir doch nicht weismachen, dass du es noch nie mit einem Mann gemacht hast."

Kirk sprang so heftig auf, dass das Glas Brandy fast vom Tisch fiel. Er beachtete es gar nicht. "Ich habe nie und ich werde nie", schrie er.

"Vergiss nicht, dass ich dein Psycho-Profil kenne und jetzt, wo ich um deine Familiengeschichte weiß... Jim, offen gesagt, es wäre keine Überraschung, wenn du auch homosexuelle Tendenzen hättest."

"Habe ich nicht", sagte Kirk entschlossen.

"Deine negativen Gefühle bezüglich Homosexualität könnten das Ergebnis einer unterdrückten Homophobie sein", deutete Leonard vorsichtig an.

"Spiel nicht Freud mit mir, Pille", zischte Kirk und dann wurden plötzlich unerwünschte und lange unterdrückte Erinnerungen lebendig.

/*/*/

Das heiße Wasser lockerte langsam seine verkrampften Muskeln - er hatte sich gerade vollkommen in der Turnhalle verausgabt - aber die quälenden Gedanken hatte er auch damit nicht ausschalten können. Wie, zur Hölle, hatte dies nur geschehen können? Er hatte zwei von seinen Leuten verloren und es war allein sein Fehler gewesen.

Lieutenant Kirk war so tief in Gedanken versunken, dass er nicht bemerkte, dass er nicht mehr allein war, bis er von hinten an der Schulter ergriffen wurde. Jim zuckte zusammen, drehte sich dann soweit herum, wie es die enge Duschkabine erlaubte. "Captain", keuchte er überrascht.

Captain Garrovick stand genau hinter ihm - nackt. Jim konnte kaum glauben, was er sah.

Kirk errötete. "Ich bin sofort fertig, Captain, dann können Sie eine Dusche nehmen" murmelte er, sich wundernd, warum der Captain nicht einfach eine andere Kabine benutzte. Jim war allein in der Turnhalle gew esen, deshalb mussten alle anderen frei sein.

Garrovick schien seine Nacktheit überhaupt nicht zu stören, er hielt Jim zurück, als der versuchte, an ihm vorbei zu schlüpfen. "Sie wissen, dass ich Sie melden muss", sagte er. "Hinunterbeamen ohne vorher den Ankunftsplatz zu prüfen, ist ein Fehler, den ich nicht einmal von einem Kadetten erwarten würde, geschweige denn von einem Lieutenant, der mit den besten Empfehlungen an Bord gekommen ist:"

Jim senkte seinen Blick. "Ich weiß, Captain. Es ist unverzeihlich." Er war mit einer Gruppe von fünf Leuten hinunter gebeamt, ohne den Transporterchef angewiesen zu haben, einen ausführlichen Scan der Oberfläche im Landegebiet zu machen. Alles schien in bester Ordnung zu sein und er war so ungeduldig gewesen, hinabzugehen, dass er einfach keine weitere Zeit verschwenden wollte. Er und drei andere waren so glücklich gewesen, auf festem Boden zu materialisieren, aber Artina und Eliz landeten auf einem wackligen Felsvorsprung, der nachgab, bevor irgendjemand reagieren konnte, und sie stürzten mehrere hundert Meter in die Tiefe. Was eine harmlose Untersuchung eines bekannten, unbewohnten Planeten hätte werden sollen, endete so in einer Katastrophe... und hatte wahrscheinlich seine Karriere wegen Unfähigkeit beendet, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte.

"Sir, nichts, was ich sagen könnte, könnte es ungeschehen machen. Ich kann nur um Verzeihung bitten", sagte er leise.

Garrovick grisnte ihn plötzlich an. "Es gibt keinen Weg, Ihnen zu helfen, Jim, es sei denn." seine Hände glitten auf Jims Rücken herab. ".Sie sorgen dafür, dass ich es vergesse."

Überrascht schnappte Kirk nach Luft. Meinte Garrovick wirklich das, was er gerade dachte... befürchtete? "Sir?", fragte er zaghaft.

"Ich fand Sie schon die ganze Zeit anziehend, Jim." Garrovick streichelt über Jims Hinterteil. "Netter, kleiner Arsch."

Jim wich zurück an die Wand der Duschkabine. Er brauchte alle seine Selbstbeherrschung, um Garrovick nicht weg zu schieben oder gar zu schlagen. Aber wenn er das tat, dann war nicht nur seien Karriere endgültig ruiniert, er würde auch für ungefähr das nächste Jahrhundert im Gefängnis landen.

"Ich kann nicht", flüsterte er, hoffend dass sein Captain von ihm ablassen würde. "Ich bin nicht so einer."

Garrovick neckte die Öffnen zu seinem Körper mit einem Finger. "Überlegen Sie gut, Jim, Ihr ruinierter Ruf oder ein bisschen Spaß. Ihre Wahl."

Jim seufzte, aber nickte schließlich. Wenn er eine andere Chance gesehen hatte, hätte er sie sofort ergriffen. Aber so sehr er auch nachdachte, er fand keinen Ausweg. In Gedanken sah er wieder die zerschmetterten Körper. Er wusste genau, dass ihr Tod sein Fehler gewesen war. Er musste dafür zahlen. Irgendwie. Und er war in Garravicks Hand.

Bewegungslos sah Jim zu, wie Garrovick sein schon halb-aufgerichtetes Glied zu voller Härte massierte. Es brauchte nicht lange dafür. Der Captain seufzte zufrieden. Dann drehte er Jim herum, presste ihn an die Wand.

Jim fühlte, wie ein Finger irgendein Gleitmittel in ihn auftrug und dann wurde die Spitze von Garrovicks Glied gegen seine Öffnung gepresst. "Ich bin kein Perverser", flüsterte Jim verzweifelt, als der andere Mann in ihn eindrang.

Garrovicks Bewegungen in sich spürend, hatte Jim plötzlich Sams leblosen Körper vor Augen und die Schreie seiner Mutter in den Ohren. Und dann bemerkte er plötzlich - mit großen Schock - dass er selbst begann, hart zu werden, als Garrovick kraftvoll in ihm stieß

"Nein", weinte er. "Nein!" Wie konnte dies nur geschehen? Wie konnte sein Körper ihn so verraten? Er konnte das doch nicht genießen. Nie! Es durfte ihn nicht erregen! Er ballte seine Hände zu Fäusten und biss auf seine zusammengepressten Lippen, bis er Blut schmeckte. Er war keiner dieser Perversen wie sein Vater, der es genossen hatte, den Schwanz eines anderen Mannes in seinem Arsch zu haben, während gleichzeitig Sam für seine sexuelle Veranlagung verurteilte. Er war normal - 100 Prozent normal.

"Ich wusste, dass Sie es genießen würden", stöhnte Garrovick zufrieden und ergriff Jims Glied, um es weiter zu stimulieren. Obwohl er hart dagegen ankämpfte, konnte Jim nicht verhindern, dass er kam, als Garrovick ihn mit seinem Samen füllte.

Drei Tage später begegneten sie der blutsaugenden Wolke und der Garrovick starb. Jim aber verbannte die Erinnerung an die Ereignisse in der Turnhalle aus seinem Gedächtnis.

/*/*/

Auch jetzt schon er sie wieder zur Seite. Er war jung und verzweifelt gewesen; Basta. Er hatte keine andere Wahl gehabt, als das geschehen zu lassen. Er hatte es danach nie wieder getan, auch wenn Gary einmal versucht hatte, ihn zu verführen, als er zuviel getrunken hatte. Dies hatte ihre Freundschaft beendet.

Er war keiner dieser Perversen wie sein Vater und er würde auch nie über das Geschehen sprechen, nicht mal mit McCoy.

Kirk setze sich wieder dem Arzt gegenüber. "Es ist ja nicht nur, dass ihr beide Männer seid, Pille. Ihr seid beide Offiziere."

"Aber keine direkten Vorgesetzten", erwiderte Leonard. "Und wir haben den gleichen Rang."

"Und was, wenn du als Arzt eines Tages gezwungen bist, zwischen Spocks Leben und dem eines anderen zu wählen?"

"Ich weiß, wo meine Pflicht liegt", Leonard machte sich nicht die Mühe, die Enttäuschung über Jims Reaktion aus seiner Stimme zu verbannen. "Verdammt, Jim. Wir können unser privates und berufliches Leben trennen. Wir haben es in den letzten zwei Jahren gekonnt, wir werden es auch weiterhin können."

Jim starrte ihn ungläubig an. "So lange treibt ihr es schon?" Er konnte es kaum glauben, was er so eben gehört hatte. "Und ich dachte immer, ihr wärt meine Freunde", saget er enttäuscht.

"Waren wir und sind wir", antwortete Leonard. Er hoffte, dass dies auch von Jims Seite so war. Wenn nicht um ihrer Freundschaft Willen, er würde keine Chance haben, Jim zu überzeugen, von einer Meldung abzusehen. Er schalt sich innerlich, dass er es soweit hatte kommen lassen. Jim hätte nie davon erfahren, wenn er bloß vorsichtiger gewesen wäre. Aber Spock war so erregt gewesen, als er zu ihm in die Krankenstation kam, sie hatten einfach nicht mehr eine ihrer Kabinen aufsuchen können. Aber wenigstens hatte er die Tür verschließen müssen.

/*/*/

" Leonard, ich brauche dich." Spocks Stimme klang so verzweifelt, dass es McCoy fast das Herz zerriss. Er hatte gespürt, wie Spocks Begierde den ganzen Tag über gewachsen war. Obwohl sie noch nicht komplett gebunden waren und der Vulkanier versuchte, sich abzuschirmen, hatte die bereit zwischen ihnen bestehende Verbindung keinen Zweifel daran gelassen, dass Spocks Zeit gekommen war.

McCoy erhob sich. "Wir gehend besser in meine Kabine, sie liegt näher."

"Nein:" .Spock atmete schwer, war kaum fähig, in klaren Sätzen zu sprechen. "Brauche dich... jetzt. bitte."

Spock hatte während dessen seine Kleidung schon abgelegt, deshalb tat Leonard rasch das selbe. Kaum war er fertig, als heiße Hände ihn gegen den Tisch pressten. "Halt, warte", keuchte er. "Lass, mich etwas Gleitmittel..."

Glücklicherweise hatte er etwas Creme im nahen Wandschrank gefunden. Wissend, Spock wäre dazu nicht mehr in der Lage gewesen, bereitete er sich schnell selbst vor, beugte sich dann wieder über den Tisch.

Spock war sofort über ihn, drang mit einer raschen, harten Bewegung in hin ein. Leonard stöhnte vor Schmerzen auf. Aber der Schmerz ließ rasch nach, als Spock nach den Verschmelzungspunkten in seinem Gesicht griff. Er könnte das Feuer spüren, das im Vulkanier brannte; die Flammen leckten auch an ihm, aber es gab auch tiefe Gefühle von Liebe und Zusammengehörigkeit, die Spock projizierte. Leonard ließ sich von ihnen tragen, seine Umgebung vollkommen vergessend.

Und dann war Jim plötzlich da gewesen und die Dinge begannen kompliziert zu werden.

/*/*/

Zumindest wusste er jetzt, dass es richtig gewesen war, über ihre Beziehung zu schweigen. Sie hatten Starfleets Intoleranz gefürchtet, so war Verschwiegenheit die beste Entscheidung gewesen. Sie hatten allerdings nicht erwartet, dass Jim auch so abwehrend reagieren würde, wie er es nun tat. Sie hatten eigentlich schon öfters überlegt, ihn einzuweihen.

Kirk blieb lange still. Er fühlte sich verraten, enttäuscht. Wie hatten sein besten Freunde ihn nur auf diese Weise hintergehen können? Und er hatte ihnen vertraut!

"Warum Spock?", fragte er schließlich.

Teil 3

Disclaimer siehe Teil 1

"Es ist nicht logisch, vor der Wahrheit wegzulaufen, Spock." McCoy blicke den Vulkanier an, der mit seiner üblich undurchdringlichen Miene, in der Krankenstation stand.

"Ich versichere Ihnen, Doktor, dass ich vor nichts weglaufe." Auch die Stimme war wie immer emotionslos. Aber wie Leonard nun wusste, war all dies nur Maskerade. Er wünschte nur, dass es nicht eines so dramatischen Ereignisses bedurft hätte, um zu zeigen, dass auch Spock Gefühle hatte.

"Verkaufen Sie mich nicht für dumm, Spock. Ich weiß, wie die Lage aussieht - und Sie wissen es auch. Und wenn Sie Ihre Augen davor verschließen, dann sind Sie ein verdammter I..." McCcoy stoppte mitten im Satz. Diese ganze Situation zerrte wirklich an seinen Nerven. Zu wissen, dass alles jederzeit von vorn beginnen könnte, verursachte ihm Albträume und Kopfschmerzen.

"Ich habe mit Heiler Skorn gesprochen", ergänzt er. Es war nicht einfach gewesen, T'Pau dazu zu bringen, den Kontakt mit dem Heiler herzustellen, der Spocks Familie schon seit über einem Jahrhundert betreute. Ihn zum Reden zu bringen, erwies sich als fast genauso schwer. Aber um Spocks Willen hatte McCoy auf den Informationen bestanden.

"Die Chancen, dass Ihr Pon Farr bald wieder auftritt sind groß. Sie sind noch nicht vom Haken, Spock." Skorn hatte das nur allzu deutlich gemacht. "Die Chance ist groß, dass Ihr Pon Farr nur aufgeschoben, aber nicht gebrochen wurde. Und Ihre gemischte Herkunft ist ein weiterer Unsicherheitsfaktor."

"Dies ist nichts, was Sie betrifft, Doktor."

"Selbstverständlich betrifft es mich. Ich bin für die Gesundheit der Mannschaft verantwortlich. Und ich versichere Ihnen, ich verspüre nicht den geringsten Wunsch, das alles noch einmal durchzumachen."

Jim fast durch Spock getötet - nein Danke, dachte Leonard. Und wer vermochte schon zu sagen, was beim nächsten Mal mit Spock passieren würde - weiter entfernt von Vulkan und ungebunden? Das es auch weitaus privatere Gründe fürs Leonards Sorge gab, war ein Gedanke, den er hastig wieder verdrängte.

"Ich bin Ihr Freund, Spock, nicht Ihr Feind." Das er seit über einem Jahr wünschte, mehr als das zu sein, war ein weiteres dieser im Moment unerwünschten Gefühle. Er sah es als dumm und fruchtlos an vom Vulkanier zu träumen. Spock würde nie an ihm interessiert sein, ganz davon abgesehen, dass so eine Beziehung noch immer nicht gern gesehen wurde, besonders nicht in der Flotte.

"Was wollen Sie von mir, Doktor?"

"Sie können sich nicht aufführen, als könnte dies nie wieder passieren. Jim braucht Sie auf Altair nicht. Wir sind noch nicht weit entfernt von Vulkan. Sie können ein Shuttle nehmen und nach Hause zurück kehren. Nehmen Sie sich Zeit und bringen Sie Ihr Privatleben auf die Reihe. Ihre Familie kann sicherlich etwas neues für Sie arrangieren."

"Ich habe keine Absicht, etwas dieser Art zu tun, Doktor."

Irgendwie fühlte sich Leonard fast erleichtert, das zu hören. Doch im nächsten Moment fühlte er sich wegen seines Egoismus schuldig. Spock spielte womöglich mit seinem Leben. Darüber sollte er sich nicht freuen.

"Spock, unter normalen Umständen würde ich mit Ihnen übereinstimmen. Es ist nicht schön, von anderen verkuppelt zu werden, aber es ist tausendmal besser als zu sterben. Stimmen Sie mir da nicht zu? Es ist nicht logisch, Ihr Leben zu riskieren. So gern ich auch möchte, ich kann Ihre Biologie nicht ändern. Niemand kann das offensichtlich. Sie brauchen wieder eine Frau, ob Sie es wollen oder nicht."

"Ich wünsche keine Verbindung mit einer Frau, Doktor."

McCoy starrte ihn überrascht an. "Bedeutet das, dass Sie einen Mann als Partner bevorzugen würden?"

"Auch dies ist nichts, dass Sie etwas angeht, Doktor. Ein anderer Mann als mein Partner war stets mein Wunsch. Leider wurde die Verbindung mit T'Pring vereinbart, bevor ich diese Veranlagung entdeckte. So musste ich sie unterdrücken. Aber sie muss es gewusst haben. Ich vermute, dass dies der wahre Grund für ihre Ablehnung war."

Leonard glaubte, seinen Ohren nicht trauen zu können. Um seine eigenen Probleme mit dem Thema in der Vergangenheit wissend, war er zunächst über Spocks Offenheit überrascht - besonders wenn er bedachte, wie oft der Vulkanier erklärt hatte: "Meine Privatangelegenheiten gehen Sie nichts an."

"Dann gehen Sie nach Hause und suchen Sie sich einen passenden männlichen Partner", saget er, versuchend seine Überraschung zu verbergen.

"Dies wäre von keinem Nutzen, Doktor."

"Bedeutet dies, dass Sie der einzige Vulkanier mit homosexuellen Neigungen sind?" Er fragte sich, ob Vulkanier noch intoleranter als Menschen waren, wenn das überhaupt möglich war.

"Natürlich nicht, Doktor. Das Geschlecht ist nicht wirklich wichtig für eine vulkanische Partnerschaft. Wir suchen hauptsächlich unser perfektes mentales Gegenstück. Und ich werde dieses auf Vulkan nicht finden."

Leonards Überraschung wuchs. Nicht auf Vulkan?, wunderte er sich. Spock hörte sich an, als ob er bereits seine Wahl getroffen hätte. Er spürte einen Stich in seinem Herzen, als er seine gerade aufgekeimte Hoffnung wieder sterben sah. "Sie haben schon gewählt, nicht wahr?"

Ein langer Moment des Schweigens, dann ein geflüstertes: "Ja."

"Das ist großartig, Spock. Dann ist ja alles in Ordnung." Er hoffte, dass er überzeugend genug klang, auch wenn sein Herz gerade in tausend Stücke zerbrach.

Spock schüttelte den Kopf. "Nein."

"Warum nicht?"

"Er weiß nichts von meinem Wunsch, mich mit ihm zu binden. Und selbst wenn er es wissen würde, würde er nicht zustimmen."

McCoy dachte einen Augenblick nach. Wer konnte dieser Bursche sein, der so glücklich war, Spocks Herz gewonnen zu haben und es nicht wollte? Jim! Natürlich es musste Jim sein. Er war der einzige, den Spock nah genug an sich heran ließ, der einzige, den er Freund nannte.

"Es ist Jim, nicht wahr?"

Zu Leonards Überraschung schüttelte Spock den Kopf. "Nein, Doktor. Jim ist mein Freund, aber ich wünsche nicht, mich mit ihn zu verbinden. Und ich weiß auch, dass er nie irgendein Interesse an solch einer Beziehung hätte."

"Wer ist es dann?"

Die Zeit schien stillzustehen, als Spock in Leonards Augen starrte. "Sie", sagte er schließlich leise, so leise, dass McCoy ihn kaum hören konnte.

"Ich?" Mehr brachte er nicht heraus. Das Universum schien sich um ihn zu drehen. Würden seine geheimsten Träume doch wahr? Konnte das wirklich sein?.

"Verzeihen Sie mir, Leonard", erwiderte Spock sanft. "Ich wünschte nicht, Sie zu verwirren. Seien Sie versichert, dass ich Ihnen nie zu nahe treten werde. Ich weiß, dass Sie meine Bedürfnisse nicht erfüllen können und akzeptiere dies. Sie hatten Recht, nach Vulkan zu gehen, ist der einzig logische Weg für mich. Die Priester in Gol werden mir helfen, alle unerwünschten Gefühle zu eliminieren. Ich werde alle notwendigen Vorkehrungen so bald wie möglich treffen. Leben Sie wohl, Leonard.

Spock drehte sich herum und ging Richtung Tür. Verzweifelt versuchte McCoy seine Stimme wieder zu finden, aber er war zu überrascht. "Spock", war alles, was er schließlich herausbrachte.

Zögernd blieb der Vulkanier stehen und drehte sich wieder herum. Leonard streckte ihm in einer verzweifelten Geste die Hand entgegen. Als er in die dunklen Augen blickte, verstand Spock. Langsam kehrte er zurück, um die ausgestreckte Hand zu ergreifen.

Für Leonard war es wie ein Wunder gewesen, dass Spock seine so lange heimlich gehegte Liebe tatsächlich erwiderte. Sie hatten ihre Beziehung von diesem Tag an langsam wachsen lassen. Zwar hatte McCoy seine Erfahrungen mit Männern, aber für Spock war alles neu. Zärtliche Küsse, scheue Berührungen, die ersten Erforschungen des anderen Körpers - er hatte sich wirklich wie im siebten Himmel gefühlt. Und dann war der Tag gekommen, als Leonard beinahe alles zerstört hätte.

"Wie konntest du auch nur in Erwägung ziehen, mich zu verlassen?" Obwohl Spocks Gesicht die übliche ernste Maske zeigte, wusste Leonard, dass der Vulkanier keineswegs so beherrscht war, wie er gerade vorgab zu sein. Die Ereignisse um die Yonada hatten an den Nerven aller gezerrt, besonders aber an ihnen beiden.

McCoy wusste, dass er Spock tief verletzt hatte, als er sich entschied bei Natira zu bleiben. Aber in jenem Moment schien es die einzige verbleibende Möglichkeit zu sein. Er glaubte sich selbst todkrank. Ihn langsam und qualvoll sterben zu sehen, war das Letzte gewesen, was er Spock zumuten wollte - zu qualvoll die Erinnerung an das furchtbare, von langem Leiden geprägte Sterben seines Vaters. Er könnte nur noch daran denken, aus Spocks Nähe zu fliehen.

Jetzt war er wieder gesund und musste den Folgen seines Handelns ins Auge sehen. Wenn Spock ihn nun seinerseits verließ. er mochte gar nicht daran denken.. Er musste dafür sorgen, dass Spock sein Handeln verstand.

"Ich wollte nicht, dass du mich langsam sterben sehen musst", erklärte er. "Ich wollte, dass du frei bist. Frei, um dir rechtzeitig einen anderen Partner zu suchen. Und du solltest mich so in Erinnerung behalten, wie ich war."

"Leonard." Spocks Stimme war ungeheuer zärtlich gewesen. "Wir gehören zusammen, was auch immer einem von uns geschieht."

In jener Nacht hatten sie erstmals über die Bildung einer permanenten Verbindung gesprochen und später machten sie so leidenschaftlich Liebe wie nie zuvor. Von da an hatte Leonard sich als der glücklichste Mann im ganzen Universum gefühlt.

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McCoys Gedanken wurden unterbrochen, als er spürte, wie Spock mental nach ihm rief. Spock brauchte ihn wieder. Er könnte es deutlich fühlen. Er hatte gehofft, mehr Zeit zu haben, um an Jims Verständnis zu appellieren, aber offensichtlich stieg das pon farr schnell an. Er musste sich beeilen.

"Weil ich ihn liebe", beantwortete er Jims Frage.

Kirk hatte sein eigenes Glas wieder mit Brandy gefüllt, bot auch McCoy einen Drink an, aber der Arzt schüttelte den Kopf.

"So sehr ich mich für euch unter anderen Umständen freuen würde - und glaube mir, dass würde ich, trotz meiner eigenen Abneigung gegen eine solche Beziehung - als Captain dieses Schiffes bin ich an die Regel 113-B gebunden. Deshalb muss ich euch auffordern, diese Beziehung sofort zu beenden."

"Wir können uns nicht mehr trennen, selbst wenn wir wollten. Wir sind bereits gebunden", erwiderte Leonard. Es war nicht die reine Wahrheit - ihr Band war erst halb geformt, würde aber bald durch das pon farr vollendet werden - aber er hoffte, dass Jim eine existierende Bindung akzeptieren und sie in Ruhe lassen würde.

Doch er irrte sich. "Ich muss euch befehlen, jedwede private Beziehung und besonders den sexuellen Verkehr sofort zu beenden", betonte Kirk.

Leonard erhob sich. "Es tut mir leid, Jim, aber ich werde Spock nicht wegen solcher mittelalterlichen Ansichten sterben lassen."

Jim runzelte die Stirn. "Sterben?"

"Er ist in pon farr." McCoy konnte spüren, wie dringend Spock ihn mittlerweile brauchte. Sein eigener Körper reagierte schon auf das Drängen. Er keuchte, sich der wachsenden Ausbeulung in seiner Hose wohl bewusst.

Kirk sah es auch und starrte ihn für einen Moment lang an. Dann sprang er auf. "In pon farr! Wann, zur Hölle, hast du vorgehabt, mir das zu erzählen? Du setzt einfach meiner Mannschaft diesem Risiko aus, ohne auch nur daran zu denken, mich zu informieren. Unglaublich!"

Leonard fluchte innerlich. Höchst wahrscheinlich hatte er gerade alles verdorben. Kein Wunder, dass Jim nach dem Kampf, zu dem ihn T'Pring gezwungen hatte und der ihm beinahe das Leben gekostet hatte, äußerst auf das Thema reagierte. "Es gibt überhaupt kein Risiko", versicherte er Jim hastig. "Ich hatte vor, Spock und mich selbst für einige Tage krank zu schreiben. Niemand hätte etwas bemerkt."

Gott, er musste gehen. Spock verlangte verzweifelt nach ihm. Nicht auszudenken, wenn er in diesem Zustand hier auftauchte. "Bitte, Jim", bat Leonard. "Um unserer Freundschaft Willen vergiss, was du gesehen hast."

"Ich weiß nicht, ob ich das kann." Kirk biss sich auf die Unterlippe und starrte noch lange auf die Tür, die sich hinter dem hinaus eilenden McCoy geschlossen hatte.

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Epilog:

"Vielen Dank, Jim" McCoys Stimme war voll von Sarkasmus. "Ich hoffe du bist jetzt zufrieden damit, dass du unser Leben zerstört hast."

"Was?" Kirk, der auf sein Terminal gestarrt hatte, als Leonard ohne Ankündigung in seine Kabine gestürmt war, blickte den Arzt überrascht an. "Wovon, zur Hölle, redest du, Pille?"

"Ich dachte, dass du dich entschieden hast, uns in Ruhe zu lassen, als nichts in den letzten drei Monaten passiert ist. Offensichtlich habe ich mich geirrt und du hast nur auf den richtigen Moment gewartet", zischte McCoy, warf dann ein altmodisches Blatt Papier in Kirks Richtung. "Lies selbst."

Jim nahm das Papier auf. Es war zweifelsohne Spocks charakteristische Handschrift.

"T'hy'la,

ich hoffe, du kannst mir vergeben, wenn du diese Zeilen gelesen hast. Ich muss die einzige logische Wahl treffen. Ich habe erfahren, dass Starfleet von unserer Beziehung weiß und ein entsprechendes Vorgehen gegen uns beabsichtigt. Ich werde nicht erlauben, dass dir und deinem Ruf Schaden zugefügt wird. Ich habe dem Oberkommando Bericht erstatte, dass du nur deiner Pflicht als Bordarzt der Enterprise genügt hast, indem du unter Einsatz deines Körpers mein Leben rettetest, und dass dich keine Schuld trifft. Ich werde die Hilfe eines vulkanischen Heilers suchen, der unsere Verbindung trennen wird. Dies wird dir keine Schmerzen verursachen, da ich in der Lage sein sollte, mich während des Prozesses und aufgrund der Entfernung von dir abzuschirmen. Versuche bitte nicht, mich zu finden. Ich werde dafür Sicherheit tragen, dass wir nie uns wieder sehen.

Vergib mir und lebe lang und in Frieden. Spock"

Darunter war handschriftlich hingekritzelt: "Ich werde dich immer lieben."

Jim reichte das Papier McCoy zurück. "Es tut mir leid, Pille, so leid."

"Er hat das Schiff vor zehn Stunden verlassen und natürlich dafür gesorgt, dass ich es nicht eher bemerkte. Und ich Idiot dachte, er sei so beschäftigt mit den üblichen Berichten, welche die Flotte noch unserer Rückkehr erwartet."

"Wenn ich dir irgendwie helfen kann.", bot Kirk an.

"Danke, aber du hast uns genug geholfen", zischte McCoy." Ich habe dem HQ schon gesagt, sie können mich mal da, wo ich schön bin. Ich werde nicht warten, bis sie mich eh feuern, ich habe selbst gekündigt. Ich gehe nach Vulkan und suche Spock, ob es ihm passt oder nicht."

Er musste ihn finden; wenn nicht, wäre sein Leben künftig bedeutungslos. Sollte die Welt sie doch verdammen. Es war egal, solange sie nur zusammen blieben. Er musste dafür sorgen, dass Spock verstand, dass seine Karriere ihm doch nicht halb so wichtig war, wie ihre Liebe. Verdammte vulkanische Logik! Wie, zur Hölle, war Spock nur auf die Idee gekommen, sich selbst und ihre Liebe opfern zu müssen.

Ohne ein weiteres Wort drehte Leonard sich um und stürmte hinaus. "Pille, warte"", rief ihm Kirk, aber Leonard hörte es schon nicht mehr.

"Verdammt!" Langsam drehte Jim sich wieder zu seinem Computerschirm um. Die Nachricht von Nogura war noch immer dort. "Jim, ich hatte gehofft, Ihnen einen großen Empfang nach allen Ihren Erfolgen bereiten zu können. Aber war haben erfahren, dass Sie eine Übertretung der Regel 113-B auf Ihrem Schiff geduldet haben. Dies allein ist schon schlimm genug, aber dass es auch noch Ihr Erster Offizier und der Chefarzt waren, die in einer homosexuellen Beziehung lebten, ist zuviel des Guten. Wir haben genug Übertretungen unserer Vorschriften durch Sie geduldet. Diese können wir nicht auch noch übersehen. Es hat mich all meinen Einfluss gekostet - unter Hinweis auf all Ihre Verdienste - Ihre unehrenhafte Entlassung zu verhindern. Aber wir können Sie nicht länger ein Schiff kommandieren lassen. Entweder Sie akzeptieren die Beförderung zum Admiral und einen Posten am Schreibtisch oder wir müssen uns von Ihnen trennen."

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"Du warst großartig, Christine." Seine Hände glitten über ihre nackten Schulter. "Auch wenn ich zu gern Kirk ebenfalls drangekriegt hätte. Dieses arrogante Arschloch hält sich doch immer noch für etwas besseres. Und jeder scheint die Stiefel des Flottenhelden küssen zu wollen. Ich würde jede Wette halten, dass er auch einer dieser perversen Arschficker ist. Ich habe nie an seinen Ruf als größter Frauenheld der Galaxis geglaubt."

"Dass sie ihm das Schiff genommen und ihn an den Schreibtisch verbannt haben, ist die größte Strafe für ihn. Glaube mir, Harry, die Enterprise war seine einzige wahre Liebe."

Morrow küsste zärtlich Chapels Hals. "Und McCoy und Spock dranzukriegen, war doch ein großer Erfolg", fügte sie hinzu. In dem Moment, als sie die beiden beim Sex auf McCoys Schreibtisch erwischt hatte, hatte sie gewusst, dass sie den Jackpot gezogen hatte. Und Kirk, der Idiot, hatte die beiden doch tatsächlich nicht gemeldet.

Sein Fehler, ihr Glück. Als Kirk nach seiner Entdeckung der beiden aus der Krankenstation gestürmt war, hatte er so einen Lärm verursacht, das sie - gerade dabei einiges im Labor zu sortieren - ihn gehört hatte. Sie war gekommen, um zu sehen was los war und hatte die Szene im Büro gesehen, ohne selbst bemerkt worden zu sein.

Morrow knetete ihre Brüste. "Ich wusste immer, dass du meine Bemühungen wert bist. Du bist die Beste all meiner Spione."

Christine lachte auf. "Du meinst, mich mit dem Fehler, der einer naiven jungen Studentin unterlief, zu erpressen."

Es war während eines Praktikums gewesen, dass sie als Medizinstudentin im Flottenhospital absolvierte. Morrow war dort wegen eines gebrochenen Beines behandelt worden. Statt eines schmerzlindernden Medikaments, das sie ihm verabreichen sollte, hatte sie ihm ausversehen ein Stimulansmittel gegeben. Morrow hatte das bemerkt und ihr gedrohte, sie zu melden, wenn sie nicht künftig einige 'Dienste' für ihn durchführen würde.

Sie hatte angenommen, dass er nur Sex mit ihr wollte und zugestimmt, denn sie hatte noch nie etwas gegen ein bisschen Spaß mit einem gutaussehenden Mann gehabt. Also warum nicht damit ihre Schuld bezahlen? Roger musste es nicht erfahren und vielleicht konnte Morrow ihrer Karriere künftig ja etwas auf die Sprünge helfen. Weibliche Ärzte hatten es noch nie leicht gehabt. Dann war Roger plötzlich verschwunden und Harry besorgte ihr den Posten als Oberschwester auf der Enterprise, damit sie nebenbei nach ihm suchen konnte. Sei Hauptmotiv war allerdings, dass sie ein Auge auf Kirk haben sollte, dem Morrow nicht über den Weg traute.

Es hatte ihr nichts ausgemacht. Und sie verspürte jetzt auch keine Schuldgefühle Spock und McCoy gegenüber. Beide hätten sie haben können, aber hatten sie nicht gewollt. Jetzt bekamen sie, was sie verdienten.

Morrow Hände glitten zwischen ihre Schenkel. "Erzählt mir nicht, dass du deine Aufgabe und vor allem die ,Bezahlung' nicht genießt."

Sie lächelte. "Aber diesmal will mehr als nur dich. Ich will mein Studium beenden und CMO der Enterprise werden. Ihre Krankenstation soll endlich mir gehören."

Morrow spreizte ihre Schenkel und kniete sich zwischen sie. "Sie wird dein sein. So wie das Universum uns Normalen gehört."

Ende

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