Lady Sinclair

Lady Sinclair

von T'Len
tlen2@freenet.de



2006
Fandom: Die 2
Charaktere: Brett, Danny
Kategorie: PG, Humor
Hinweise: Fortsetzung zu Hochzeitspläne
Feedback: tlen2@freenet.de
Summe: Bretts Onkel kommt überraschend zu Besuch.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.


„Daniel?“, fragte Brett verwundert, als er sein Apartment betrat und Stimmen im Wohnzimmer zu hören glaubte. Dabei hatte Daniel doch ausgehen und seinen Fummel in den Laden zurückbringen wollen. „Bist du das? Hast du Besuch?“

„Jahaaa, Schatz“, flötete es zurück. „Komm her, Schnuckilein, und schau wer uns besucht.“

„Dan..:“ Brett hielt inne und starrte mit offenem Mund auf die Szene, die sich seinen Augen im Wohnzimmer darbot. Am Tisch saßen sein Onkel.. und Daniel. Nur, dass letzterer erneut dieses unmögliche Outfit trug, in dem er am letzten Wochenende seine Verwandtschaft hatte besuchen wollen. Etwas, dass Brett ihm im letzten Moment noch ausgeredet hatte besser gesagt, er hatte Danny weisgemacht, er selbst wolle nicht fahren, da er sich nicht wohl fühle.

„Dein reizender Onkel besucht uns, Schatzilein“, sagte Daniel, stand auf, kam auf ihn zu und drückte ihm einen dicken Kuss auf die Wange. Brett war immer noch ziemlich sprachlos, brachte nur ein krächzendes „Was?“ hervor.

Auch Onkel George hatte sich mittlerweile erhoben und umarmte seinen Neffen. „Warum hast du uns nicht erzählt, was für ein reizendes Frauchen du hast?“

„Ich....“ Brett fehlten immer noch die Worte.

„Er hatte einfach Angst, du würdest mich nicht mögen, Onkelchen“, erwiderte stattdessen Danny und tätschelte Onkel George zärtlich den Arm. „Dabei bist du gar nicht so ein alter Griesgram, wie er immer behauptet.“

Brett fand endlich seine Sprache wieder. „Dan... Danielle, dürfte ich dich vielleicht kurz sprechen:“

„Aber natürlich, Süßer, ich wollte sowieso nach dem Tee schauen.“

Daniel zog Brett mit sich Richtung Küche. „Mach es dir bequem, Onkelchen“, rief er noch über die Schulter. „Ich bin gleich wieder da.“

„Sag mal, spinnst du jetzt total“, zischte Brett, nachdem sich die Küchentür hinter ihnen geschlossen hatte. „Was soll das ganze Theater. Ich dachte, ich hätte dir klargemacht, dass ich von deiner Scharade nichts halt. Und überhaupt, wolltest du den Fummel nicht heute zurückbringen?“

„Wollte ich ja“, verteidigte sich Danny. „Aber vorher habe ich ihn spaßeshalber noch einmal anprobieren. In dem Moment klingelt dein Onkel. Sollte ich ihm vielleicht sagen, ich sei dein Freund, der gern Frauenkleider trägt? Was hätte er wohl da von dir gedacht?

„Also hast du dich als meine Freundin ausgegeben?“

„Er hat mich eigentlich freiwillig dafür gehalten.“

„So blind kann doch gar keiner sein und dich für eine Frau halten“, erwiderte Brett.

„Sehr Schmeichelhaft, eure Durchlocht“, knurrte Danny. „Dein Onkelchen ist zufällig zu eitel eine Brille zu tragen, ergo fast blind wie ein Maulwurf. Und ein bisschen schwerhörig ist er auch. Außerdem: Er findet mich reizend, damit du es nur weißt.“

Daniel schnappte sich den Tee und rauschte hinaus. Brett folgte ihm resignierend. Das konnte nur in einer Katastrophe enden.

„So Onkelchen, bitte sehr, ich hoffe, es schmeckt dir.“ Danny schenkte Onkel George und sich ein. Brett musste sich selbst bedienen. Vorsichtig nippte er am Tee und hoffte inständig, dass Danny etwas besseres als das Spülwasser, für dass er Tee üblicherweise hielt, hinbekommen hatte. Tatsächlich das Gebräu war genießbar.

„Und diese reizende Person wolltest du uns also vorenthalten, Junge, indem du dich vor Besuchen drückst“, sagte Onkel George.

Bevor Brett antworten konnte fiel Danny ihm ins Wort. „Er dachte, ihr wäret mit mir nicht einverstanden, von wegen kein Adel und aus den Kolonien und so. Er hat ja so schreckliche Angst, der Gute, nicht eurem Familienstandard zu entsprechen. Und dann dachte er noch, ihr wolltet ihn verheiraten. Nicht war, Brettilein, so war es doch:“

Brett nickte seufzend. „Du deutetest zuletzt an, Onkel George, dass...“

„Jaja, deine Tante hat sich mal wieder solche Flausen in den Kopf gesetzt, eine große Hochzeit auszurichten und so weiter.“

„Wer sollte denn die Glückliche sein, die sie zur neuen Lady Sinclair auserkoren hat?“, fragte Danny neugierig.

„Die Tochter von Lord und Lady Winchester“, lautete die Antwort.

Brett verdrehte vielsagend die Augen. Gegen diese Dame war selbst Danny noch eine Schönheit, jedenfalls nach ihrem Aufzug als er sie das letzte Mal sah.

„Ich hoffe, sie wird uns verzeihen, dass wir ihre Pläne zerstört haben“, sagte Danny und schob Onkel George den Teller mit Keksen hin.

„Sicher, meine Liebe, sicher“, versicherte dieser.

„Ich möchte nicht, dass Bretty-Schatzi wegen mir Ärger bekommt“, betonte Daniel.

„Das wird er nicht, bestimmt nicht.“ George tätschelte Daniels behandschuhte Hand. „Sie wird verstehen, dass man der Stimme seines Herzens folgen sollte. Nicht wahr, Brett?“

Brett nickte stumm und überlegte, ob es sehr auffallen würde, wenn er den Raum verließ, in sein Auto stieg und auf Nimmerwiedersehen verschwand. Zweifelsohne würde sein Onkel nun auf einer großen Hochzeit auf dem Stammschloss bestehen und wie sollte er erklären, dass er Daniel schon aus Gesetzesgründen nicht heiraten könnte.

„Nur, dass sie eure Hochzeit nicht ausrichten konnte, wird sie wohl etwas übel nehmen“, fuhr der Onkel fort.

„Keine Hochzeit?“ Brett stutzte und sah Danny fragend an. Was um Himmelswillen hatte Danny noch alles erzählt?

„Ich habe Onkelchen schon gebeichtet, dass wir vor zwei Monaten in Cannes geheiratet haben, Schatzi“, erklärte dieser und setzte mit einem koketten Lächeln zu Onkel George gewandt fort: „Wir konnten einfach nicht länger warten, als uns die Leidenschaft übermannte. Und Brett ist ja so ein vollendeter Gentleman. Du verstehst sicher, was ich meine?“

„Aber natürlich, meine liebste Danielle.“ George lächelte beruhigend. „Ihr Kinder seid ja noch jung und sollt euren Spaß haben.“

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„Na, wie habe ich das gemacht, Schatzi?“, fragte Daniel als Onkel George zwei Stunden später von seinem Chauffeur abgeholt worden war. „Die werden nie wieder versuchen dich zu verkuppeln, weil sie dich in festen Händen glauben:“

„Schon“, erwiderte Brett und beschloss, sich eine lange Liste an Ausreden zur Ablehnung von Familieneinladungen zurechtzulegen. Denn nicht jeder der Sinclairs war kurzsichtig, schwerhörig und eitel wie Onkel George. „Es gibt da nur ein Problem.“

„Ach ja?“, fragte Danny.

„Mein Onkel machte mir beim Abschied unten eben deutlich, dass er natürlich in neun Monaten einen kleinen Lord von uns erwartet.“

Ende

Fortsetzung in Ehestreit

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