Schweigepflicht

Schweigepflicht

von T'Len (2003)
tlen2@freenet.de



Serie: TOS
Paarung: McCoy/Saavik, K/S impl
Code: NC-17 (het)
Archiv: GSSU, Fanfiction Paradies, andere bitte fragen.
Feedback: tlen2@freenet.de
Summe: McCoys Erinnerungen an eine ganz besondere Nacht.
Zeitrahmen: Zwischen ST III und IV (unter der in ST IV leider nicht mehr verwirklichten Prämisse, dass Saavik von Spock schwanger ist, nachdem sie ihm in ST III durchs Pon farr half.)
Engl. Story: Doctor's Confidentiality

The TOS Twins and Friends: http://tostwins.slashcity.net
Star Trek, M*A*S*H, Sherlock Holmes, Karl May, Unser (T)Raumschiff, Die Schöne und das Biest Unsere Zines, Links und mehr.

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels nicht. Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient. Beachtet die Altersangabe und geht wo anders spielen, wenn ihr zu jung seit oder euch am Thema stört.

Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.


Persönliches Logbuch, Leonard McCoy, Stardate.

verdammt, wen interessiert das? Und ehrlich gesagt, weiß ich selber kaum, welchen Tag wir heute haben. Seitdem wir Vulkan erreicht haben, scheint die Zeit still zu stehen. Wen schert da schon ein Logbuch? Mich jedenfalls nicht. Bis gestern zumindest. Was da geschah - nun ich denke, ich sollte es aufzeichnen, schon für meinen eigenen Seelenfrieden. Natürlich wird diese Aufzeichnung niemand hören - ärztliche Schweigepflicht. Und ein Versprechen, das ich gab. Anderseits tut es gut zu wissen, dass für alle Notfälle ein Zeugnis davon existiert. Man weiß ja nie... Ich hoffe nur, dass Jim und Spock mir vergeben werden, sollten sie es je erfahren. Als ihr Freund sollte ich mich eigentlich anders verhalten, aber als Arzt habe ich meine Pflichten und keine andere Wahl.

Also das ist meine Geschichte:

Gestern schlenderte ich gemütlich durch den Garten, den Amanda hinterm Haus angelegt hat. Ich bewunderte die exotischen Blumen und Bäume, und fragte mich einmal mehr, wie sie im heißen und trockenen Klima Vulkans überleben konnten. Die letzten Tage verliefen wirklich langweilig. Ich fühlte mich mehr und mehr wie ein Gefangener. Spock erholt sich noch immer vom Fal-tor-pan. Jim ist die ganze Zeit bei ihm, um sicherzustellen, dass sein Geliebter sich an die besondere Art ihrer Beziehung erinnert. Als ob Spock das je vergessen könnte. Ich erinnere mich nicht an viel aus der Zeit, in der ich seine Katra in mir trug, aber seine tiefe Liebe zu Jim wird mir immer unvergesslich bleiben. Es machte mir nur allzu deutlich, was in meinem Leben fehlt. Und es ist nicht einfach, wenn man fühlt, dass man langsam ein mürrischer, alter Mann wird - zu weit entfernt von seinem einzigen Kind und viel zu lange allein im Weltraum unterwegs. Aber ich weiche ab.

Auf jeden Fall sah ich von beiden in letzter Zeit nicht viel. Scotty, Sulu und Chekov sind damit beschäftigt, die Technologie unseres Bird of Prey zu analysieren. Und Uhura nutzt die Gelegenheit, einige Kurse über alte vulkanische Dialekte an der VSA zu belegen.

Die Heiler haben mir gesagt, ich sei wieder hergestellt und habe vom unvorbereiteten Aufnehmen einer Katra keinen bleibenden Schaden davongetragen. Abgesehen von einigen gelegentlichen Kopfschmerzen fühle ich mich gut und stimme deshalb mit ihrem Urteil überein. Amanda und Sarek hatten mich nach meiner Entlassung aus medizinischer Obhut in ihr Haus eingeladen, aber mittlerweile ist der Botschafter zur Erde abgereist. Niemand hat mir den Grund dafür mitgeteilt, aber ich vermute, dass er schon mal das Terrain ausloten will bezüglich der Frage, was mit uns nach unserer Rückkehr geschehen wird, wenn wir zurückkehren, heißt das.

Bis jetzt hat niemand von uns dieses Thema angesprochen. Aber ich kenne Jim seit Jahrzehnten und bin mir sicher, zurückzukehren und sich für seine Aktionen zu rechtfertigen ist die einzige Möglichkeit, die er sieht. Die Götter des Universums allein mögen wissen, was sie dann mit ihm machen. Nichtbeachtung von Befehlen und Diebstahl eines Raumschiffs sind schließlich harte Vergehen. Ich hoffe nur, dass die Flotte sich an all seine Verdienste erinnern wird und entsprechend Gnade walten lässt.

Ich denke, auch die anderen werden zur Erde zurück wollen - egal, was da auf sie zu kommen möge. Ich für meinen Teil habe jedenfalls nicht vor, den Rest meines Lebens im vulkanischen Asyl zu verbringen oder planlos durchs Weltall zu fliehen. Theoretisch wird man mich wohl kaum für irgendetwas während dieser Zeit Geschehene verantwortlich machen können, aber praktisch heißt es ja so schön mitgegangen, mitgefangen... Davon abgesehen, ziehe ich es vor, an der Seite meiner Freunde zu stehen - in welcher Situation auch immer. Doch ich schweife schon wieder ab.

Die einzige Gesellschaft, die ich in letzter Zeit hatte, war also Amandas. Sie ist wahrlich eine reizende Person. Und sie genießt es sichtlich, einmal einen anderen Menschen für eine Weile um sich herum zu haben. Langsam aber sicher gehen uns nichtsdestotrotz die Gesprächsthemen aus. So verbrachte ich in den letzten Tagen meine Zeit immer öfter mit einsamen Spaziergängen durch den Garten. Oder ich saß einfach in einer schattigen Ecke, sann vor mich hin, bis ich schließlich einschlief.

So auch gestern. "Doktor McCoy?" Eine weibliche Stimme weckte mich. Ich blinzelte, bis meine Augen sich wieder an das helle Sonnenlicht gewöhnt hatten. Dann erkannte habe ich meine Besucherin. "Saavik.

Ich erhob mich. Ich hatte sie seit unserer Ankunft auf Vulkan nicht mehr gesehen. Man erzählte mir, dass sie wiederholt Berichte für die Flotte über unser Abenteuer hatte erstellen müssen und dann um Urlaub gebeten hatte, um einige private Dinge regeln zu können. Theoretisch sollte ihr keine Anklage drohen. Sie machte nichts getan, außer uns zu helfen, Vulkan zu erreichen. Und was hätte sie anderes tun sollen? Fünf Männer gefangen nehmen? Allein? Das konnte selbst die Flotte nicht verlangen. Erst recht nicht, da sie sehr wohl wusste, was für Spock und mich davon abhing, Vulkan so schnell wie möglich zu erreichen.

Ihr Besuch überraschte mich jedenfalls. Ich konnte keine Logik darin sehen. Aber wann habe ich je tatsächlich Logik in vulkanischem Verhalten gesehen? Ich glaube, ich bin wirklich zu lange auf diesem Planeten, ich fange schon an über Logik nachzudenken? Ich nahm an, dass sie als Spock Protege einfach gekommen war, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Da sie im Haus niemanden antraf, sah sie im Garten nach. So einfach war das - Punktum.

"Amanda ist in die Stadt geflogen", sagte ich. "Aber ich kann Ihnen auch versichern, dass Spock sich Tag zu Tag mehr erholt. Er wird sicher bald wieder ganz der Alte sein."

"Ich weiß," erwiderte sie. Sie wirkte absolut beherrscht und in sich selbst ruhend, wie eine typische Vulkanierin halt. Und doch fand ich sie stets nicht so "eisig", wie die anderen Vertreterinnen ihres Volkes, die ich das "Vergnügen" hatte, kennen zu lernen. Wenn ich da nur an T'Pring denke... Vielleicht kam ihre halb-romulanische Herkunft ja doch stärker zur Geltung, als sie das je eingestehen würde. Oder meine Fantasie ging einfach mit mir durch. Sie ist mit Sicherheit eine Schönheit - nach vulkanischen Standards ebenso wie in den Augen eines einsamen, alten Erdenmannes. "Ich bin gekommen, weil ich Ihre Hilfe brauche", sagte sie.

Das war dann doch überraschend - und mit meiner Logik war es wahrlich nicht weit her. Ich wunderte mich, was sie von mir wollen könnte. Doch sie ließ mich nicht lange im Unklaren. "Untersuchen Sie mich bitte, Doktor."

Warum bloß war sie zu mir gekommen? Wir kannten doch im Endeffekt einander kaum. Das Abenteuer mit Khan und jetzt der Flug zum Vulkan hatten uns kaum Zeit gelassen, einander näher kennen zu lernen - geschweige denn, dass ich sie als Patienten zu betreuen gehabt hätte. Und ein vulkanischer Heiler wäre für ihre besondere Biologie besser geeignet, trotz meiner jahrelangen Erfahrungen mit Spock. Ich sagte ihr das, doch sie bestand darauf, von mir untersucht zu werden. Also nahm ich sie mit auf mein Zimmer.

Es dauerte eine Weile, bis ich meine Scanner auf ihre besonderen Bedürfnisse eingestellt hatte. Aber schließlich bekam ich Ergebnisse. Und zu sagen, dass sie mich überraschten, wäre eine Untertreibung erster Klasse.

Sie blieb stumm und bewegungslos während meiner Untersuchung sitzen. Nun reichte ich ihr die Scanner, so dass sie selbst die Daten sehen konnte, aber irgendwie war ich mir plötzlich sicher, sie hatte diese schon vorher gekannt. Als sie schließlich das Schweigen brach, bestätigte sie indirekt meine Vermutung. "Ich erwarte ein Kind." Eine Feststellung, keine Frage.

"Ja", antwortete ich. "Sie haben es schon gewusst, nicht wahr?"

Saavik nickte. "Wir Vulkanier nehmen Veränderungen in unseren Körpern rasch wahr. Aber ich brauchte eine neutrale Bestätigung. Vielen Dank, Doktor.

Obwohl sie keine emotionale Regung zeigte, beschlich mich das Gefühl, dass diese Schwangerschaft überhaupt kein Grund zur üblichen Freude war. Soweit ich wusste war sie ungebunden. Vielleicht waren das ja die privaten Angelegenheiten, wegen denen sie um Urlaub gebeten hatte gewesen. Und dann konnte ich beinahe das "Klicken" in meinem Gehirn hören, als plötzlich die Puzzleteile zu einem ganzen Bild zusammenfielen. Ich musste kein vulkanisches Intelligenzgenie sein, um Eins und Eins zusammen zu zählen - oder besser, um zurück bis zum Zeitpunkt der Empfängnis zu rechnen.

"Oh Gott!" Sie wölbte nur eine Augenbraue ob meines entsetzten Ausrufes. Ich fühlte soviel Mitleid mit ihr. Zwar wusste ich nicht viel über ihre Vergangenheit - weder sie noch Spock waren diesbezüglich sehr gesprächig gewesen und, wie gesagt, eigentlich hatte ich nie viel mit ihr zu tun gehabt, aber ich wusste doch, dass sie in ihrer Kindheit durch die Hölle gegangen war. Und jetzt das! Ich spürte, wir Wut in mir hoch kochte - auf diesen verdammten Kerl, der ihr das angetan hatte. "Die Klingonen haben Sie. ..?

Ich konnte den schrecklichen Satz nicht zu Ende sprechen, doch sie wusste auch so, was ich meinte und schüttelte den Kopf. "Sie haben mich nicht vergewaltigt, Doktor. Falls Sie dies annehmen, irren Sie sich."

Ich atmete auf, war aber auch verwirrt. Wenn nicht die Klingonen, wer dann? Auf Genesis waren doch nur David und Spock gewesen. Spock! Ein erneutes "Klicken". Der Vulkanier hatte sich auf dem Planeten vom Säugling zum Mann entwickelt. Hieß das, er hatte Pon Farr durchlaufen, auch ohne konkretes Bewusstsein? "Es war Spock. im Pon Farr... nicht wahr?", fragte ich zögernd.

Sie hielt meinem fragenden Blick mit Leichtigkeit stand. "Captain Spock erreichte Pon Farr, ja. Meine Hilfe anzubieten war die einzige logische Alternative."

Ich fragte mich, ob sie über Spock und Jim Bescheid wusste. Eigentlich war es ja kein Geheimnis und als Spocks Schützling sollte sie informiert sein. Vielleicht hätte Spock bei Bewusstsein ja David als passenderen Partner erachtet. Zumindest wäre der jetzt nicht schwanger. Anderseits, der Gedanke dass Spock mit Jims Sohn... gefiel mir genauso wenig wie die Vorstellung, dass er diese junge Frau unwissend geschwängert hatte.

"Sie müssen es ihnen mitteilen," sagte ich und begann mich zu fragen, wie Jim und Spock wohl auf diese Neuigkeit reagieren würden. Spock war nicht er selbst gewesen, ohne jedes Bewusstsein - nur ein Körper. Eigentlich konnte man ihn kaum für seine Handlungen verantwortlich machen. Jim würde ihm höchstwahrscheinlich verzeihen - hoffte ich zumindest - und die Alternativlosigkeit der Situation akzeptieren. Obwohl er selbst vor ihrer Partnerschaft kein Kind von Traurigkeit gewesen war, konnte er was Spock betraf schrecklich eifersüchtig sein. Spocks Familie hingegen würde mit Sicherheit hocherfreut über einen Erben egal welchen Geschlechts sein, auch wenn dieser unter ungewöhnlichen Umständen gezeugt worden war. Amanda hatte mir gegenüber einmal durchblicken lassen, dass sie es bedauerte, kein Enkelkind in den Armen halten zu können. Aber sie liebte ihren Sohn zu sehr und wollte ihn glücklich sehen, als dass sie deshalb lamentieren würde. Sarek hingegen akzeptierte und respektierte Jim zwar mittlerweile als Schwi egersohn, sah sich aber auch im Zwiespalt mit der Pflicht der Familie gegenüber. Vielleicht würde Saaviks Baby diese Probleme lösen.

"Das kann ich nicht", unterbrach sie meine Gedankengänge. "Vielleicht ist Captain Spock nicht der Vater meines Babys.

Und ich hatte schon gedacht, dass die Dinge nicht mehr komplizierter werden konnten "Sie haben auch mit David geschlafen?", platzte ich etwas rüde heraus.

Doch sie störte sich nicht an meinem Tonfall. "Das Pon Farr des Captains brachte gewisse... Bedürfnisse in mir selbst zum Vorschein. Da aufgrund seines Zustandes eine mentale Verbindung nicht möglich war, bedurfte ich eines weiteren Partners, um mein körperliches und geistiges Gleichgewicht wieder herstellen zu können. David Marcus war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, jemand, den man als geeigneten Partner akzeptieren konnte, und so nahm ich sein Angebot der Hilfe an."

Nun, das klang zwar durchaus logisch, aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass da mehr dahinter gesteckt hatte. Ich hatte die beiden öfters zusammengesehen und sie hätten ein schönes Paar abgegeben - mit Sicherheit zu Jims und Spocks Freude. Sie hatte sich in ihn verliebt und nun ist er tot, dachte ich - armes Mädchen. Laut sagte ich. "Es ist eigentlich ein Wunder, dass Sie überhaupt schwanger werden konnten. Bei Ihrer gemischten Herkunft sollte dies ohne medizinische Hilfe beinahe unmöglich sein. Erst recht bei einem Kindsvater, der entweder eine anderen Spezies angehört oder selbst gemischter Herkunft ist."

"Dies war auch meine Ansicht, Doktor. Aber die Tatsachen beweisen, das sie falsch war."

Ich scannte sie erneut, schüttelte dann meinen Kopf. "Es ist zu früh und ich habe auch nicht die richtige Technik, um die Herkunft des Kindes zu analysieren. Aber egal, ob es Jims Enkelkind oder Spocks Kind ist, Sie sollten es ihnen sagen."

"Nein!" Zum erstem Mal hörte ich Emotionen in ihrer Stimme. Verzweiflung und. Angst? "Ich weiß um die Beziehung zwischen dem Admiral und dem Captain und ich werde sie nicht zerstören. Schon gar nicht nach allem, was passiert ist."

"Das ehrt Sie", erwiderte ich. "Aber meinen Sie nicht, die beiden haben ein Recht es zu erfahren? Und vor allem haben Sie und Ihr Baby Rechte und Bedürfnisse. Die beiden können Ihnen helfen, Ihr Leben neu zu organisieren. Immerhin bedeutet so ein Kind große Veränderungen."

Aber Saavik blieb hartnäckig. "Sie kennen die vulkanischen Traditionen nicht, Doktor. Captain Spock würde sich höchstwahrscheinlich verpflichtet fühlen, sich mit mir offiziell zu binden. Eine solche Verbindung wäre für keine der beteiligten Parteien erstrebenswert. Erst Recht, da keine Vaterschaft erwiesen ist, darf ich nichts von ihm oder dem Admiral verlangen."

Sie wollte sich also für das Glück der beiden opfern. So zumindest empfand ich es in dem Moment. Obwohl ich natürlich einräumen muss, dass sie sicher Spock nie als Partner in Erwägung gezogen hatte. Er war für sie wie ein Vater, nichts anderes. Nun, glücklicherweise sind die Zeiten heute so, dass eine alleinstehende Mutter keine Probleme zu fürchten hat - außer dass sie halt ihr Leben ohne Partner meistern muss. Trotzdem blieb für mich ein schaler Beigeschmack.

"Bitte, Doktor, verraten Sie nichts", bat sie.

"Ich unterliege der ärztlichen Schweigepflicht" erwiderte ich etwas zu brüsk, fühlte mich doch in meiner Ehre angekratzt, dass sie offensichtlich dachte, ich könnte ihr Vertrauen missbrauchen. "Sie denken nicht an eine Abtreibung?", fragte ich. Eher rhetorisch, denn falls ja wäre unsere ganze vorhergehende Diskussion ja sinnlos gewesen.

"Ich will das Kind", bestätigte sie.

Ich reichte ihr wieder den Scanner, hoffend, dass sie ihre Bio-Daten würde besser interpretieren können als ich in dieser Situation. "Dann würde ich vorschlagen, Sie suchen die Hilfe eines vulkanischen Heilers. Soweit ich es feststellen kann, leiden Sie unter einem hormonellen Ungleichgewicht, welches ein großes Risiko für das Baby darstellen könnte."

Sie studierte die Daten für einen Moment mit gewölbten Augenbrauen. Als sie mir den Scanner zurückgab, lag Entschlossenheit in ihrer Stimme. "Das ist der zweite Grund, warum ich zu Ihnen kam, Doktor. Wenn der männliche Vulkanier Pon Farr erreicht, bereitet sich der Körper seiner Partnerin auf die Empfängnis vor. Dies betrifft vor allem hormonelle Veränderungen. Da aber diese Bindung nicht komplett vollzogen werden konnte, blieben die Veränderungen in meiner Physiologie ebenfalls unvollständig."

"Können wir etwas dagegen tun?" Als ich die Frage gestellt hatte, beschlich mich plötzlich ein seltsames Gefühl - eines jener Sorte, das mich glauben machte, ich würde die Antwort lieber nicht hören wollen. Wie sich kurz darauf herausstellen sollte, hatten mich meine Instinkte nicht getäuscht.

"Ich brauche einen weiteren sexuellen Kontakt, um meinen Hormonspiegel zu erhöhen." Saavik sagte dies, als sei es das selbstverständlichste Thema des Universums zwischen einem vulkanischen Halbblut und einem alten Landarzt. Sie schien in keiner Weise beschämt über das Thema. Manchmal hatte vulkanische Beherrschung offensichtlich auch ihre Vorteile.

Mein Mund fühlte sich seltsam trocken an, als ich sagte: "Also werden Sie es Spock doch erzählen müssen."

"Ich benötige dazu nicht die Hilfe des Captains." Ihre dunklen Augen suchten in meinen offensichtlich nach einer Antwort. "Ich bitte Sie um Ihren Beistand - als mein Arzt und als des Captains Freund."

Ich schluckte, unfähig ihr sofort eine Antwort zu geben. Mir fiel selbst das Denken schwer. Ich fand sie in gewissen Sinne attraktiv, natürlich - aber doch eher so, wie man sich an etwas Schönem erfreut ohne es zu besitzen. Ich begehrte sie nicht - würde mir dies nie wagen. Gut, ich war ungebunden, doch auch ein alter Romantiker, der jemanden lieben musste, bevor er mit dieser Person schlief.

Was würde passieren, wenn ich ablehnte? Dann musste sie sich doch Spock anvertrauen - mit ungeahnten Folgen für dessen Beziehung zu Jim - oder einen Heiler aufsuchen, der eine Erklärung für Ihren Zustand verlangen würde. Zwar band die Schweigepflicht auch ihn, doch würde Saavik unter allen Umständen nur ungern über das Geschehene reden wollen. So oder so, ich zweifelte ob sie auch nur eine der beiden Optionen ziehen würde. Viel wahrscheinlicher riskierte sie die Gesundheit ihres Kindes und womöglich ihre eigene.

Und doch, konnte ich mich so einfach dazu zwingen - Jim und Spock zuliebe?

Sie muss mir meine Zweifel gesehen haben. "Sie wissen doch, Doktor, dass es besser ist dies alles so vertraulich wie möglich zu behandeln. Egal wer der Vater meines Kindes ist, Sie sind der beste Freund des Admirals und des Captains, Sie wünschen bestimmt nicht, dass ich es verlirre."

Genau das war der Punkt. Ich würde mir nie vergeben, wenn ich nicht alles getan hätte, diesem Kind zu helfen. Aber konnte meine medizinische Pflicht auch so weit gehen? Sollte ich sie nicht besser zu überreden suchen, vulkanische Hilfe in Anspruch zu nehmen? Ich fragte mich, ob ihr Verhalten tatsächlich von Logik bestimmt war oder doch eher von Verzweiflung? Und dann sah ich das Flehen in ihren dunklen Augen. "Bitte, Doktor."

Ich traf meine Entscheidung, doch da gab es ein aber. "Saavik, selbst wenn ich wollte, ich bin kein Vulkanier, ich kann meinen Körper nicht einfach zu solchen Handlung zwingen. Da bedarf es bei uns Menschen mitunter etwas mehr "

Sie sprang auf. "Lassen Sie das nur meine Sorge sein, Doktor."

Bevor ich es hätte verhindern können, hatte sie sich bereits mit geschmeidigen Bewegungen ausgezogen und einen schlanken, muskulösen aber dennoch sehr weiblichen Körper mit genau den richtigen Rundungen enthüllt. Als sie nach meinem Hemd griff, um es zu öffnen, wich ich instinktiv einen Schritt zurück. Für einen kurzen Moment dachte ich gar an Flucht. Alles geschah viel zu schnell und ich schien die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Außerdem kam mir alles so irreal vor. War das wirklich ich, der gerade vorhatte mit dieser jungen Frau, die womöglich das Kind eines meiner engsten Freunde in sich trug, zu schlafen?

Aber dann sagte ich nur: "Ich schließe die Tür ab." Ich fragte mich immer noch, warum ich zugestimmt hatte. War es wirklich der Wunsch, ihr und dem Baby zu helfen - oder spielte meine eigene Einsamkeit doch eine größere Rolle, als ich mir selbst eingestehen wollte? Schließlich konnte ich mich kaum noch daran erinnern, wann ich das letzte Mal mit einer Frau intim gewesen war.

Ich vergewisserte mich, dass die Tür ordentlich verschlossen war. Nicht auszudenken, wenn Amanda zurückkehrte und uns erwischte oder gar Jim plötzlich auftauchte. Meine Hände zitterten, als ich mich selbst entkleidete. Natürlich war ich alles andere als erregt, bezweifelte in diesem Moment auch stark, dass sich daran etwas ändern würde. Ich kam mir vor wie ein Teenager bei seinem ersten Rendezvous - so nervös war ich. Es fehlte nicht viel und ich wäre errötet. Glücklicherweise verzichtete sie darauf, meine Erscheinung all zu genau zu mustern.

Sie schob mich sanft aber bestimmt aufs Bett und kniete sich über meine Hüften. Ihre Lippen streiften meine in einem leichten Kuss. Vorsichtig, probierend zuerst, doch als ich keine Einwände erhob, wurde sie mutiger und heftiger. Ich erinnerte mich vage, dass Jim einmal erwähnt hatte, küssen gehöre nicht gerade zum vulkanischen Standardliebesprogramm, aber Spock genieße es immer sehr. Auch ich begann - zu meiner Überraschung - auf Saaviks Küsse zu reagieren. Ich hatte das wirklich vermisst - die Nähe eines anderen Körpers, Berührung, Zärtlichkeiten. Ich erwiderte ihre Küsse, wagte schließlich gar, meine Zunge ins Spiel zu bringen.

Meine Hände glitten über ihren Rücken. Ich konnte die Kraft, die in ihrem zarten Körper steckte, förmlich spuren. Ich wusste, dass es ein Leichtes für Sie wäre, meinen Hals zu brechen, wenn sie es wollte. Glücklicherweise hatte sie anderes im Sinn, aber mich erregte der Gedanke an ihre Dominanz sogar noch mehr.

Schließlich wendete sie ihre Aufmerksamkeit anderen Teilen meiner Anatomie zu. Ihre Zunge - warm und nass - leckte hinab bis zu meiner Männlichkeit, die sich mittlerweile bereits erwartungsvoll erhoben hatte. Sie nippte an der Spitze, ließ ihre Zunge darum gleiten, bis ich mich vor Erregung stöhnend hin und her wand. Und dann nahm sie mich plötzlich ganz in ihren Mund. Sie war so unglaublich, dass ich Mühe hatte, nicht sofort zu kommen. Wo hatte sie das bloß gelernt? Diese scheinbar so unschuldige junge Frau mit dem Körper einer Göttin und der Unschuld eines Engels besorgte es mir, wie nie ein Wesen zuvor. Vielleicht waren ja alle Vulkanier Naturtalente auf diesem Gebiet. Kein Wunder, dass Jim so ein glücklicher Mann war. Sie nahm mich so tief und vollständig in ihrem Mund auf - es war einfach himmlisch.

Als ich dachte, ich könnte es keinen Moment länger aushalten, ließ sie plötzlich von mir ab. Ich stöhnte enttäuscht auf. Doch dies änderte sich im nächsten Augenblick sofort wieder. Sie veränderte ihre Stellung so, dass ich leicht in ihren Körper gleiten konnte. Ich hatte meine Augen geschlossen gehabt, da ich fürchtete, nicht an mich halten zu können, wenn ich sah, was sie mir antat. Jetzt öffnete ich sie wieder. Ich wollte ihr Gesicht sehen, wollte wissen, ob sie es auch genaß - wenigstens ein bisschen - oder ob das alles eine rein logische Handlung war, die ihr emotional nichts bedeutete.

Zu meiner Enttäuschung entdeckte ich nicht das geringste Anzeichen von Erregung auf ihrem hübschen Gesicht. Verdammt, wenn ich es sie schon nehmen sollte, dann sollte sie es gefälligst auch genießen. Irgendwo in meinem vor Erregung benebelten Geist wuchs der Vorsatz, es ihr so gut zu besorgen, wie weder Spock noch David es gekonnt hatten.

Ich begann ihre Brüste zärtlich zu massieren, meine Finger mit ihren Nippeln spielen zu lassen. Offensichtlich war sie dort recht empfindlich. Als sie das erstemal leise aufstöhnte, lächelte ich innerlich vor Triumph über meinen Erfolg. Noch war ihr Bauch flach, von der Schwangerschaft nichts zu sehen. Ich strich zärtlich darüber. "Das ist für dich, Baby ."

Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich den Satz laut ausgesprochen hatte. Doch ich musste es wohl getan haben, denn sie blickte mir zum ersten Mal, seit ich in ihr war, direkt in die Augen. Ich lächelte sie an und rollte uns dann herum, bis ich über ihr lag. "Aber es soll auch für dich sein.

Mein Glied weiter tief in ihr, beugte ich mich, um sie gründlich zu küssen. Dann widmete ich ihren spitzen Ohren meine Aufmerksamkeit. Ich hatte mich schon immer gefragt, ob die Spitzen besonders empfindlich waren. Ihr Stöhnen zeigte mir, dass dem so war.

Ich küsste ihr Gesicht, ihre Kehle und ihre Brüste so lange, wie ich mich zurückhalten konnte. Doch mein Körper schrie nach Erlösung. Ich stieß schneller und schneller in sie, so tief wie nur möglich. Sie warf ihren Kopf auf dem Kissen wild hin und her, ihre dunklen Augen voller Lust. Ich hatte mein Ziel erreicht. Und mit diesem Gedanken kam ich, so heftig wie schon lange nicht mehr.

Ich brauchte eine Weile, bis ich wieder in die Realität zurück fand. Schwer atmend rollte ich von ihr. Sie erholte sich natürlich viel schneller als ich. Als sie aufstehen wollte, hielt ich sie keuchend zurück. "Lassen Sie mich erst eine erneute Untersuchung machen:"

Irgendwie fand ich die Kraft, aufzustehen und meinen Scanner zu ergreifen. Er registrierte bereits einen Anstieg ihres Hormonspiegels. Erstaunlich! So weit wie ich es in diesem Moment beurteilen konnte, war das Ungleichgewicht beseitigt.

Als ich ihr das sagte, zeigte sich Erleichterung in ihrem Blick. "Vielen Dank, Doktor. Ich werde Ihre Hilfe nie vergessen."

Ich war noch immer recht geschafft, doch nachdem sie sich angekleidet hatte und Anstalten machte, das Zimmer zu verlassen, fand ich die Kraft, sie zurückzuhalten. "Sie werden trotzdem eines Tages die Hilfe eines Heilers benötigen. Spätestens bei der Geburt:

Sie nickte. "Ich bin mir dessen bewusst, Doktor. Aber es wird jetzt keine Daten geben, die auf eine ungewöhnliche Empfängnis hindeuten und Fragen auslösen. Und niemand wird es wagen, nach dem Vater meines Kindes zu fragen."

Ich seufzte. Mir gefiel der Gedanke nicht, dass diese junge Frau die Schwangerschaft allein durchstehen musste. Schließlich hatte sie keine Familie mehr oder wusste zumindest nichts davon. Wie Spock mir einmal erzählt hatte, hatte Saavik es abgelehnt, mittels Genanalyse nach möglichen vulkanischen Verwandten zu suchen. Sie wollte niemanden mit ihrer Existent Schande bereiten. Und jetzt war sie wieder bereit, sich für den Seelenfrieden anderer zu opfern. Es wäre besser, wenn sie irgendeine Hilfe erhalten würde. "Vielleicht sollten Sie darüber nachdenken, sich Amanda anzuvertrauen, wenn Sie Hilfe brauchen", riet ich ihr. "Sie müssen ihr ja nichts über den Vater erzählen, aber sie würde es verstehen, da bin ich sicher."

Sie nickte, aber ich bezweifle, dass sie es tun wird, außer sie ist wirklich in großen Schwierigkeiten. Ich nahm ihr auch das Versprechen ab, sie noch einmal untersuchen zu können, bevor ich Vulkan verlasse und mich zu informieren, wenn das Baby geboren ist. Sie selbst teilte mir mit, sie habe die Flotte bereits um die Versetzung nach Vulkan ersucht. Und ich habe Saavik auch gebeten, dass sie mir mitteilt, wer der Vater des Babys ist. Das heißt, wenn sie je versucht, es zu erfahren. Wenn es nicht offensichtlich ist, was wie ich annehme nicht der Fall sein wird - die vulkanischen Gene der Mutter würden wohl auch bei einem menschlichen Vater dominieren - habe ich meine Zweifel, dass sie an der Wahrheit interessiert ist. Vielleicht ist es für ihren eigenen Seelenfrieden besser, es nicht zu wissen. Auch wenn ich finde, das Kind hätte ein Recht, seine Herkunft zu erfahren.

So, das ist meine Geschichte. Als ich heute aufwachte, dachte ich für einen Moment glatt alles wäre nur ein Traum gewesen. Dann allerdings erinnerten mich Schmerzen in gewissen Muskeln daran, dass ich für solche leidenschaftlichen Aktionen wohl langsam zu alt werde. Ich habe es genossen - kein Zweifel. Es war keine Liebe zwischen uns, aber wir brauchten beide in diesem Moment Nähe und Verständnis.

Mich belastet weniger die Tatsache, dass ich mit Saavik geschlafen habe, als die Folgen des Ganzen.. Es gefällt mir nicht, dieses Geheimnis vor Jim und Spock haben zu müssen. Meiner Meinung nach verdienen sie es, die Wahrheit zu erfahren. Aber selbstverständlich werde ich mich an meine Schweigepflicht halten..

Vielleicht, wenn David der Vater ist, wird sie es ihnen ja auch eines Tages erzählen. Jim würde sein Enkelkind mit Freude willkommen heißen und sie als Tochter in die Familie aufnehmen. Aber ich befürchte, die Chancen sind größer, dass Spock der Vater ist. Das Pon Farr und die Tatsache, dass er der Erste war... In diesem Fall wird Saavik wohl für immer schweigen. Wie die beiden reagieren mögen, wenn sie je von meiner Rolle in dem Ganzen erfahren - darüber möchte ich lieber nicht nachdenken.

Auf jeden Fall hoffe ich, dass Saavik ein gesundes Baby bekommen wird. Vielleicht hat sie ja Recht und es ist tatsächlich besser die beiden erfahren es nicht. Spock wird kaum sich an das Geschehene erinnern. Für ihn ist Saavik nur sein geschätzter Protege. Er und Jim sind glücklich wiedervereint. Möge es so bleiben. Und dieser alte Landarzt sollte in der Lage sein mit seinem Geheimnis zu leben.

Logbuch Ende.

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