Macalvie hat immer Recht

Macalvie hat immer Recht

von T'Len
tlen2@freenet.de



2007
Fandom: Inspektor Jury
Charaktere: Richard Jury, Melrose Plant, Brian Macalvie
Kategorie: PG, prä-slash
Hinweis: Spielt nach dem Buch „Inspektor Jury lichtet den Nebel"
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Summe: Macalvie bringt Jury ins Grübeln.

The TOS Twins and Friends: http://tostwins.slashcity.net
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„Eines müssen Sie mir noch erklären, Jury." Brian Macalvie lehnte lässig an der Außenwand der mobilen Einsatzzentrale auf dem Dorfplatz von Wynchcoombe und rollte den Fisherman's Friend, den er gerade von Wiggins geschnorrt hatte – „Sie haben doch sicher noch ein paar zum Abschied, Sergeant?" – in seinem Mund hin und her. Die Fälle Simon Riley, Davey White und Angela Thorne, die Jury nach Dorset und Dorchester geführt und für sein Zusammentreffen mit Divisional Commander Chief Superintendent Macalvie gesorgt hatten, waren abgeschlossen und damit endlich auch der Fall Rose Mulvanney, der Macalvie 20 Jahre lang beschäftigt hatte. Die Wachtmeister waren gerade dabei, ihre mobile Einsatzzentrale wieder zusammen zu räumen. Wiggins holte den Wagen, um mit seinem Vorgesetzten zurück nach London zu fahren. Macalvie schien das glatt zu bedauern. Nicht seinetwegen, wie Jury annahm, auch wenn sie sich nach anfänglichen Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten zusammengerauft hatten. Aber Wiggins, so kam es Jury vor, hätte Macalvie am liebsten als seinen Assistenten adoptiert

"Was?", fragte Richard Jury, doch leicht verwundert, dass Macalvie überhaupt um eine Erklärung bat. Er schien, soviel hatte er während ihrer zwangsweisen Zusammenarbeit gelernt, definitiv zu den Menschen zu gehören, die der Meinung waren, sie hätten immer und zu allem die richtige Antwort bereits parat bevor überhaupt jemand die Frage gestellt hatte.

„Warum arbeiten Sie überhaupt noch?" Macalvie deutete mit dem Kopf auf Melrose Plant, der seinen Silver Ghost gerade in ihrer Nähe abgestellt hatte und nun ausstieg, um zu ihnen zu kommen und sich zu verabschieden. „Ihr Herzchen hat soviel Knete, da würde mir garantiert was besseres einfallen, als knietief im Blut kleiner Kinder zu waten und in dunklen Gassen nach Mördern zu suchen."

Für einen Augenblick war Jury sprachlos. Besser gesagt, so lange dauerte es, bis er verstand, worauf Macalvie eigentlich hinaus wollte. „Sie denken, Melrose und ich... wir hätten ein Verhältnis?", fragte er schließlich ungläubig.

„Das muss Ihnen doch nicht peinlich sein, Jury", erwiderte Brian Macalvie und warf einen weiteren Drops ein. „Ich sag ja immer jedem Tierchen sein Pläsierchen. Wenn's Ihnen beiden gefällt, why not? Nur so aus Neugier, wie ist der alte Adel eigentlich im Bett?"

Jury dachte, dass er eigentlich auf diese ungeheuerliche Unterstellung mit einer heftigen Antwort reagieren sollte, aber ihm fiel partout keine ein. Um ehrlich zu sein, irgendwie war er gerade ziemlich sprachlos. Wie kam Macalvie bloß auf diese Schnapsidee, er und Melrose könnten ein Paar sein?

"Wir sind nur gute Freunde", antwortete er schließlich und hatte das Gefühl, dass er nicht sehr überzeugend klang.

Jedenfalls nicht für die Ohren von Brian Macalvie. „Sicher", erwiderte der. „Und meine Tante ist Kaiserin von China. Denken Sie daran, Jury, ich irre mich nie."

„In dem Fall schon."

Melrose hatte sie nun erreicht und richtete einige Worte des Abschieds an Macalvie. Der löste sich von seiner Wand und wandte sich Jury zu. "Also wenn Sie den Sportsfreund wirklich nicht wollen, vielleicht überlege ich mir noch mal, ob ich nicht die Seiten wechsle. Man sieht sich."

Im Weggehen drehte er sich noch einmal um. „Denken Sie dran, Jury, ich irre mich nie."

„Was sollte das eben denn?", wunderte sich Melrose.

„Er denkt, wir wären ein Paar", erklärte Richard.

„Aha."

„Aha ist alles, was du dazu zu sagen hast", wunderte sich Jury über die Reaktion seines Freundes.

Melrose zuckte mit den Schultern. "Was soll ich deiner Meinung nach tun? Mich aufregen? Ihn wegen Verleumdung anzeigen? Ich kann mich schwerlich über etwas aufregen, gegen das ich nichts hätte, sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass es Wirklichkeit wird."

Nun war Richard endgültig verwundert. „Soll das heißen, du hättest gern eine Beziehung mit mir?"

„Du hast mich schon richtig verstanden. "Melrose wandte sich zum Gehen. „Du weißt ja, wo du mich findest, wenn du mich brauchst. Wozu auch immer."

Sergeant Wiggins wunderte sich auf dem langen Weg zurück nach London, warum sein Chef noch schweigsamer war als sonst und seinen Monolog über die negativen Auswirkungen Dartmoors auf seine Gesundheit nicht ein einziges Mal unterbrach.

Doch Jury hatte wahrlich über andere Dinge nachzudenken.

Ende

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