Oh, du fröhliche

Oh, du fröhliche

von T'Len (2002)
tlen2@freenet.de



Serie: TOS
Paarung: Mc/SC
Code: G, Tuppertrek, Humor
Feedback: tlen2@freenet.de
Summe: Wenn der Braten aber nun noch lebt

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels nicht. Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient. Beachtet die Altersangabe und geht wo anders spielen, wenn ihr zu jung seit oder euch am Thema stört.

Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.


"Kuckt mal, was ich hier habe!" Scottys Stimme lockte sowohl Leonard wie auch die Kinder aus dem Wohnzimmer in den Korridor. Mehr als das allerdings weckte das Geschnatter die Neugier, das nun von draußen herein drang.

"Was ist das für ein Vieh?" Leonard prallte zurück, als er seinen Göttergatten mit etwas Weißem, Flatterndem unter dem Arm im Flur stehen sah.

"Unsere Weihnachtsgans." Scotty lächelte zufrieden. "Ich dachte, wir gönnen uns dieses Jahr etwas ganz besonderes."

"Aber die lebt ja noch" Leonard beäugte das Tier skeptisch - und aus einer sicheren Entfernung, man wusste ja nie, bei den Schnäbeln...

Seine Sprösslinge waren da weniger vorsichtig. "Prima, eine Gans", rief Duncan und streichelte dem Tier durchs Gefieder. "Behalten wir sie?", fragte Scarlett, um gleich hinzuzufügen: "Ich nenne sie Auguste."

"Nein, wir behalten sie nicht", entschied Len kategorisch.

"Wir essen sie zu Weihnachten mit Klößen und Rotkraut", ergänzte Scotty Als hätte die Gans ihn verstanden, begann sie heftig zu flattern, so dass sie Scotty fast von den Füßen gerissen hätte.

"Pass bloß auf, dass sie mir hier kein Chaos im Haus anrichtet. Ich bin froh, mit dem Weihnachtsputz fertig zu sein", mahnte Len. "Woher, bei allen Raumgeistern, hast du die bloß?"

"Von Lieutenant Kowalsky", erklärte Scotty. "Seine Familie betreibt in Polen eine Gänsefarm. Er versicherte mir, diese Tiere seien die Köstlichsten im ganzen Universum."

Leonard wirkte nicht gerade überzeugt. "Du erwartest hoffentlich nicht, dass ich sie ums Leben bringe und rupfe", knurrte er.

"Nein, nein", beeilte sich Scotty zu versichern. "Ich mache das gleich selbst."

"Ich will aber nicht, dass Auguste, gegessen wird", rief Scarlett und brach in Tränen aus.

Ihr Bruder zog einen Flunsch und stimmte mit ein: "Sie ist doch jetzt unser Haustier."

Leonard seufzte. "Ich wusste es. Du musstest natürlich unbedingt ein lebendes Tier anbringen." Der giftige Blick, den er Scotty zuwarf, ließ letzten fürchten, dass er heute wohl eine sehr einsame Nacht würde verbringen müssen.

"Schaut mal", wandte er sich an die Zwillinge. "Augustes Bestimmung ist es, eine Weihnachtsgans zu sein. Sie wäre traurig, wenn wir sie nicht essen würden. Glaubt mir."

Leonard schob die Kinder Richtung Treppe. "Geht in eure Zimmer und macht eure Hausaufgaben." Ihren Protest, dass sie gar keine mehr auf hatten, weil morgen die Weihnachtsferien begannen, überhörte er geflissentlich.

Nachdem die Zwillinge verschwunden waren, wandte Leonard sich Richtung Wohnzimmertür. "Ich will damit nichts zu tun haben", erklärte er kategorisch. "Sieh zu, wie du sie bratfertig kriegst."

Lange fand er allerdings keine Ruhe, denn immer wieder erklangen scheppernde Geräusche aus der Küche. Schließlich hielt er es nicht mehr aus und stand auf.

In der Küche erwartete ihn das reinste Chaos. Das Geschirr war von der Spüle gestürzt. Glücklicherweise war das meiste aus bruchfestem Material, sonst hätte es einen großen Scherbenhaufen gegeben. Nicht so günstig sah es hingegen für seine antike Stehlampe aus, deren Glasschirm zerbrochen auf dem Boden lag. Die Gewürzbehälter waren von ihrem Regel gestoßen und hatten ihren Inhalt über Fußboden und Tisch verteilt. Auf letzterem saß die Gans, aufgeregt mit den Flügeln schlagend und mit ihrem Schnabel nach Scotty hackend.

"Ich räume nachher auf", versicherte Scotty rasch, bevor Leonard überhaupt seine Sprache wiedergefunden hatte.

"Und ich erledige das wohl eher im Schuppen", fügte er hinzu, als es ihm endlich gelungen war, die Gans wieder zu packen.

Leonards Blick machte deutlich, dass es wohl nicht bei einer einzigen einsamen Nacht bleiben würde.

///

Eine halbe Stunde später steckte ein ziemlich zerzaust wirkender Scotty seinen Kopf zur Tür des Wohnzimmers herein.

"Wo ist die Gans?", fragte Leonard wenig freundlich.

"Im Schuppen", lautete die Antwort. "Ich gehe rasch los, einen Gänsestall, Futter und eine gefrorene Gans besorgen."

-Ende-

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