Der Morgen danach

Der Morgen danach

von T'Len
tlen2@freenet.de



2006
Serie: Die 2
Altersangabe: PG-15
Codes: Danny/Brett, m/m-slash
Summe: Danny kann sich an nichts mehr erinnern. Was ist in der offensichtlich mit Brett verbrachten Nacht geschehen?
Feedback: tlen2@freenet.de

Disclaimer: Paramount/Viacom gehört das ganze Star Trek Universum plus Inventar. Ich habe die Jungs nur für ein bisschen Spaß ausgeborgt. Keine Rechte sollen verletzt werden. Keine Kohle wird damit gescheffelt. Es ist nur "fanfiction" und wer zu jung ist, sollte wo anders spielen gehen. Vielen Dank an Lady Charena für ihre nie nachlassende Hilfe.


„Morgen, Honey“, murmelte Danny verschlafen in sein Kopfkissen, als Bewegungen neben ihm ihn weckten. Gott, hatte er einen Kater. In seinem Kopf waren mindestens zehn Hammerwerke am Arbeiten. Er fühlte sich wie von einer Dampfwalze überfahren.

„Guten Morgen, mein lieber Daniel“, kam als Antwort zurück und jemand erhob sich aus dem Bett.

„Du solltest nicht so viel trinken, Honey, du klingst schon wie Brett“, murmelte Danny und hielt sich den Kopf. Nie wieder Alkohol, schwor er sich, wohl wissend, dass der gute Vorsatz den Tag nicht überdauern würde.

„Ich würde sagen, das liegt daran, dass ich Brett bin“, antwortete Sinclair, griff einen Bademantel vom Stuhl und schlüpfte hinein.

Danny fuhr herum. Eine Bewegung, die er sofort bereute, denn augenblicklich erhöhte sich die Zahl der Hammerwerke um weitere fünf. Mindestens. Von den Dampfwalzen ganz zu schweigen. „Was machst du in meinem Bett und in meinem Bademantel?“, fragte er.

„Ich war so frei, mich zu bedienen in Ermangelung eines eigenen“, erwiderte Brett und schloss den Gürtel. „Und was das Bett betrifft, du wirst verstehen, dass ich nicht vorhatte auf dem Fußboden zu schlafen.“

„Aber wo ist...?“ Verdammt jetzt fiel ihm der Name nicht ein.

„Falls du jene blonde Dame meinst, mit der du den gestrigen Abend verbracht hast, sie verließ die Wohnung eher hastig, als ich sie dabei erwischte, wie sie gerade deine Sachen durchsuchte“, erklärte Brett und verschwand kurz Richtung Küche.

„Was?“, murmelte Danny, richtete sich langsam im Bett auf und rieb sich die Schläfen. „Ich erinnere mich an überhaupt nichts mehr.“

„Sie muss dir etwas in den Drink gemischt haben“, erklärte Sinclair als er zurückkam. „Wahrscheinlich wollte sie dich ausrauben – und Gott allein weiß, was sie dann noch mit dir vorhatte. Hat dir deine Mutter nicht beigebracht, dass man Fremde nicht mit nach Hause nimmt?“

„Hat dir deine Mutter nicht beigebracht, dass man andere Menschen nicht nervt?“, erwiderte Danny, verärgert über seine Kopfschmerzen und Bretts Vortrag.

„Da rette ich dir das Leben und das ist der Dank“, beschwerte sich Sinclair.

„Was machst du überhaupt hier? In meinem Bett? Hast du kein eigenes Leben?“ Das letzte, was Daniel jetzt gebrauchen konnte, waren belehrende Vorträge. Ihm war eh schon schlecht genug. Wenn er nicht fürchten würde, dass Aufstehen weitere zehn Hämmer starten würde, würde er sich wenigstens ins Bad schleppen und eine Dusche nehmen. Vielleicht weckte das etwas seine Lebensgeister.

„Ich kam zufällig vorbei und wollte nur kurz Hallo sagen“, erklärte Brett, verschweigend, dass er von einem unbestimmten Gefühl der Unruhe und der Vorahnung einer Gefahr für Danny getrieben, am gestrigen Abend zu Dannys Wohnung gerast war. „Glücklicherweise hast du mir ja einen Schlüssel gegeben. So kam ich herein, ohne zu klingeln. Als ich hereinkam, durchwühlte sie gerade deinen Schreibtisch:“

„Und du hast sie laufen lassen?“, wollte Wilde wissen.

„Du lagst bewusstlos auf dem Boden, entschuldige, dass ich es vorgezogen habe, mich zunächst nach deinem Befinden zu erkundigen als deine fragwürdige Bekanntschaft festzuhalten“, erwiderte Brett, nun langsam von Dannys Undankbarkeit doch gekränkt.

Er ging erneut in die Küche, kam kurz darauf mit einer dampfenden Tasse zurück. „Hier trink das“, sagte er und setzte sich zu Danny aufs Bett.

“Ich will dein Spülwasser nicht“, wehrte Danny ab. „Mir ist schon schlecht genug.“

“Das ist Kaffee aus deinem Schrank“, erwiderte Brett und hielt Daniel die Tasse unter die Nase. Der schnupperte daran, nahm dann vorsichtig einen Schluck. Tatsächlich genießbar, ganz im Gegensatz zu dem Zeugs, dass Brett sonst zum Frühstück zu kredenzen pflegte – Tee genannt.

„Ich dachte, es wäre dir unangenehm, die Polizei zu rufen und die ganze Situation zu erklären. Sie hat ja im Endeffekt nichts mitnehmen können und solange du keine Geheimunterlagen hier rumliegen hattest...“ Daniel schüttelte vorsichtig den Kopf. Brett stand auf und setzte die Tasse auf dem Nachttisch ab. „Auch schien mir kein Arzt nötig. Aber ich wollte dich in deinem benebelten Zustand nicht allein lassen, deshalb habe ich hier geschlafen.“

„Danke“, murmelte Danny, dessen übliche große Klappe noch betäubt zu sein schien. „Ich erinnere mich wirklich an nichts mehr, seit ich gestern Abend mit ihr die Wohnung betrat.“ Er griff nach der Tasse und stutzte. Auf dem Nachttisch lag eine leere Kondomverpackung. „Na offensichtlich hatte ich vorher noch mein Vergnügen“, murmelte er.

„Was?“ Brett folgte Dannys Blick. „Das möchte ich bezweifeln“; sagte er. „Du hattest noch deinen Mantel an und lagst auf dem Dielenboden. Du musst es gerade noch bis hierher geschafft haben. Ich habe dich dann ausgezogen und zu Bett gebracht.“

Danny runzelte die Stirn. Wie kam dann die leere Verpackung hierher und wo war ihr Inhalt? Er war doch erst vor drei Tagen mit Brett aus Nizza zurückgekommen, wo sie drei Wochen lang einen Fall für Richter Fulton lösten, und hatte seitdem noch keine Eroberung mit nach Hause gebracht. Seine Putzfrau war bestimmt nicht so liederlich und ließ das wochenlang liegen. Eigentlich ließ das nur einen Schluss zu – und der war einfach zu unglaublich.

Er starrte Brett an. “Haben wir... ich meine... hatten wir...“ Es geschah wahrlich nicht oft, das Daniel Wilde die Worte fehlten. Doch der Gedanke, mit Brett Sex gehabt zu haben und sich an nichts mehr erinnern zu können, verschlug ihn momentan die Sprache. Allerdings war dies auch die einzige Erklärung, die seinem noch immer leicht benebelten Gehirn einfallen wollte. Oder gab es noch eine große Unbekannte, an die er sich nicht erinnerte? Unwahrscheinlich.

„Ich hätte gar nicht gedacht, dass ihr Amerikaner so temperamentvoll sein könnt“; erwiderte Brett lächelnd. „Du trägst deinen Namen zurecht, das muss ich schon sagen.“

„Oh Gott.“ Danny ließ sich in die Kissen zurückfallen. Fünf weitere Hammerwerke starteten ihre Arbeit. Das durfte doch nicht wahr sein. Er und Brett – und er erinnerte sich nicht an die kleinste Kleinigkeit!

„Beruhige dich“, erklärte Brett. „Du warst die ganze Nacht weggetreten. Und ich habe brav auf meiner Seite des Bettes geschlafen. Nichts ist passiert.“

„Gott sei Dank“, atmete Danny auf.

Bretts Miene verdüsterte sich. Das war ja eindeutig gewesen. Aber wie hatte er auch hoffen können, dass ein Playboy wie Daniel Wilde sich für ihn – oder für irgendeinen Mann – interessieren würde. Für einen kurzen Moment überlegte er, ob er Dannys Lage doch hätte ausnutzen sollen, statt sich nur – von Dannys Nähe erregt – selbst zu befriedigen. Doch so etwas tat ein Gentleman natürlich nicht.

„Wir haben es wirklich nicht getan?“, vergewisserte sich Danny.

„Nein“, bestätigte Sinclair. „Du kannst ganz beruhigt sein, ich bin nicht über deine Jungfräulichkeit hergefallen.“ Er wandte sich Richtung Bad. Verdammt, konnte Danny nicht wenigstens etwas weniger erleichtert sein, dass sie nicht miteinander geschlafen hatten, und ihm etwas von seinen Träumen bezüglich einer gemeinsamen Zukunft lassen?

“Gott sei Dank“, wiederholte Danny. „Ich hätte es bedauert, mich nicht an unser erstes Mal erinnern zu können.“

„Was?“ Brett fuhr auf der Stelle herum und starrte Danny an, als hätte er eben einen Geist gesehen. „Du, du... würdest... mit mir.. schlafen?“ Jetzt war es am Lord zu stottern.

„Natürlich“, erwiderte Danny und richtete sich wieder auf, ganz vorsichtig diesmal. „Ich bevorzuge nur, während dieser Aktion auch anwesend zu sein. Geistig meine ich.“

„Du würdest wirklich mit mir schlafen?“, fragte Brett erneut, seine Stimme plötzlich seltsam belegt klingend.

„Nun tu doch nicht so entsetzt“, antwortete Danny. „Wenn nur die Hälfte von dem stimmt, was man sich über eure Internate erzählt, dann bist du doch schon lange keine Jungfrau mehr.“

„Und du?“, fragte Brett. „Seit ich dich kenne, hast du doch immer nur mit Frauen geflirtet.“

Danny zuckte mit den Schultern. „Ich habe auf den Straßen auch so meine Erfahrungen gemacht. Und später dann und wann. Aber gewisse Dinge behandelt Mann lieber mit Diskretion, nicht wahr? Manche Leute könnten es gegen unsereinen auslegen.“

Brett hatte plötzlich das Gefühl, dass sein Herz gleich zerspringen musste, so wild hämmerte es in seiner Brust. „Du würdest wirklich mit mir schlafen?“, fragte er zum dritten Mal.

„Gott, hat er wieder nichts zwischen den Ohren, was meine Worte aufhalten könnte“, erwiderte Danny, langsam wieder zu seinem gewohnten Sarkasmus zurückfindend. „Willst du es schriftlich? J-A-H-A, ich würde mit dir schlafen. Sofort und auf der Stelle.“

Brett lächelte. „Na dann.“ Er öffnete den Bademantel und warf ihn achtlos zu Boden, setzte sich erneut aufs Bett. „Könnten wir ja ein altes Hausmittel gegen deinen Kater ausprobieren.“

Ende

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