Morgen Kinder wird's was geben

Morgen Kinder wird's was geben

von T'Len (2001)
tlen@freenet.de



Serie: TOS
Paarung: K/S, Mc/Sc
Code: PG-13, Tuppertrek
Archiv: GSSU, Fanfiction Paradies, andere bitte fragen.
Feedback: tlen@freenet.de
Summe: Ein passendes Weihnachtsgeschenk zu finden ist gar nicht so einfach. Vor allem nicht für eine rosarote Tupperweihnacht. Seid eingeladen zu einer neuen Tour durch die verrückten Weiten unseres humorvollen Star Trek Universums. Mehr davon gibt es in unseren Zines "Shaik" und auf usnerer Homepage

The TOS Twins: Stories in deutsch und englisch von Lady Charena und T'Len http://tostwins.slashcity.net

Disclaimer: Paramount/Viacom gehört das ganze Star Trek Universum plus Inventar. Ich habe die Jungs nur für ein bisschen Spaß ausgeborgt. Keine Rechte sollen verletzt werden. Keine Kohle wird damit gescheffelt. Es ist nur "fanfiction" und wer zu jung ist, sollte wo anders spielen gehen.

Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta und die roten Pumps.


"Und du glaubst wirklich, das klappt?" Duncan sah seinen Freund Tommy skeptisch an. Zwar war der Kirksche Sprössling knapp zwei Jahre älter als er, aber so richtig traute er ihm nicht. Davon abgesehen war ihm unwohl. Das große "Erst ab 18" Schild am Eingang war ja nicht zu übersehen gewesen. Und von dieser Grenze waren sie beide noch ein gutes Stück entfernt.

"Was soll schon schief gehen?" Tommy steuerte selbstbewusst auf die erste Regalreihe zu. "Nicht übel." Er pfiff anerkennend leise durch die Zähne, als er einen der besonders wohlgeformten Dildos in die Hand nahm.

"Was'n das?" Duncan betrachtete das Teil verwundert. "Ein künstlicher Penis? Wer braucht denn so was?"

Tommy wölbte eine Augenbraue - eine Eigenschaft, die er von seinem vulkanischen Elternteil geerbt hatte - und grinste. "Bist du so naiv oder tust du nur so?"

Duncan zog beleidigt einen Flunsch. "Ich bin doch erst zwölf", verteidigte er sich.

Doch seinen Freund beeindruckte das wenig. "Na und? Hast du noch nie den Be-At-Euhse-Katalog bei deinen Vätern gesehen? Da wimmelt es doch nur so von solchen Dingern."

"Vater schließt die immer gleich weg." Duncan sah sich ängstlich um, ob sie nicht doch entdeckt worden waren. Doch der Kassierer oder war es eher eine Frau - das Geschlecht blieb irgendwie unbestimmbar - sah weiter angespannt auf seinen Vid-Schirm und schien gar nicht zu bemerken, was um ihn/sie herum geschah. "Wenn du den Katalog kennst, warum bestellt du dann nicht einfach dort? Dann müssten wir hier nicht heimlich rumschleichen."

Tommy schnaubte abfällig. "Mach' dir bloß nicht gleich in die Hose, Kleiner. Doch dann erklärte er: "Weil ich einen Kreditchip brauche, um darüber zu bestellen bzw. zu bezahlen. Und den kriege ich erst mit 18. Hier kann ich bar bezahlen."

"Und wir werden rausfliegen oder noch schlimmer verhaftet werden. Und sie werden unsere Väter benachrichtigen und dann gibt es wieder ein großes Theater und..."

"Jetzt halt aber mal die Luft an", knurrte Tommy. "Ich erzähle dem Verkäufer, wir seien Vertreter der Ersten Föderation. Die sind nämlich so klein und sehen wie Kinder aus. Hat mein Vater mir selber erzählt. Wie will der Typ denn das Gegenteil beweisen?"

Duncan jedoch war immer noch nicht beruhigt. "Ich weiß nicht recht, wir hätten doch mit den Mädchen zusammen einkaufen gehen sollen."

"Und wieder mit so einer Langweiligkeit wie einer Badehose ankommen, die noch dazu nicht passte, weil wir die Größen unserer Väter verwechselten. Unerbittlich erinnerte Tommy seinen Freund an den Reinfall vom letzten Jahr. "Ganz zu schweigen vom deltanischen Stinkkäse. Dein Vater war sehr begeistert, als euer ganzes Haus danach roch."

"Ich dachte es seien Pralinen", erwiderte Duncan kleinlaut. "Ich kann nicht deltanisch."

"Siehste", sagte Tommy selbstbewusst. "Und deshalb kaufen wir unseren Vätern dieses Jahr etwas ganz besonderes. Ich weiß doch, dass sie hier Stammkunden sind. Da können wir gar nicht falsch liegen."

Duncan seufzte leise vor sich hin. Tommy hatte ja recht, er würde seinen Vätern zu gern etwas ganz besonderes zu Weihnachten schenken. Vor allem wollte er natürlich seine Schwester Scarlett ausstechen. "Wie wär's damit? Er zeigte auf ein weiteres Regal.

Tommy schüttelte entsetzt den Kopf. "Spinnst du. Das ist eine künstliche Vagina. Auf so was stehen die doch nicht."

"Woher soll ich das wissen? Ich habe so etwas noch nie gesehen." Ein Seufzer war seine Antwort.

Dann ließen Stimmen eintretender Kunden die Jungen zusammenzucken. Sie kamen ihnen verdächtig bekannt vor. Tommy spähte um die Regalecke, zog seinen Kopf dann rasch zurück.

"Verdammt", knurrte er. "Warum müssen sie gerade heute auch ihren Weihnachsteinkauf machen?"

"Vielleicht, weil sie wie du, immer auf den letzten Moment warten?", warf Duncan ein. Statt einer Antwort zog Tommy ihn rasch in die nächste Regelreihe. "Sei leise", zischte er. Mit angehaltenem Atem lauschten die Jungen, was Jim und Spock in der Nebenreihe taten.

"Jim, können wir die Weihnachtsgeschenke nicht in einem anderen Geschäft erwerben?" Spock klang alles andere als glücklich über seine Anwesenheit.

Sein Bondmate war um so bestimmter. "Ich möchte Pille und Scotty aber etwas besonderes schenken. Ich finde, das schulden wir ihnen, nach den Streitigkeiten der letzten Monate."

Tommy lugte vorsichtig um die Ecke und sah, wie sein Vater einen der Dildos in die Hand nahm und seine Textur prüfte. "Kuck mal! Da könnte Scotty doch glatt zu sagen: Das hat mit der Onkel Doktor verordnet."

Spock wölbte skeptisch eine Augenbraue, als die Geräusche von zwei neuen Kunden an sein Ohr drängen. Er lauschte auf die Stimmen, sagte dann zu Jim "Du wirst ihn gleich selbst fragen können. Ich höre Leonard und Scotty kommen."

Jim ließ den Dildo wie eine heiße Kartoffel fallen. "Verdammt! Müssen sie gerade jetzt hier auftauchen." Er griff nach Spocks Hand. "Schnell, komm mit in die nächste Reihe."

Dort zog Tommy Duncan rasch weiter. "Wir werden entdeckt werden", jammerte dieser.

Sein Freund entdeckte einen großen, wenn auch unechten, Weihnachtsbaum in der Ecke. "Rasch dahinter!", befahl er barsch.

Die Jungen hatten sich kaum hinters künstliche Grün geduckt, als Jim und Spock dort hin traten, wie sie vor wenigen Sekunden noch gestanden hatten.

Duncan atmete heftig und zitterte, als plötzlich etwas weiches über sein Gesicht strich, hätte er fast lauf aufgeschrieen. Tommy konnte ihm gerade noch rechtzeitig die Hand vor den Mund halten. "Pscht", knurrte er wütend. "Das ist doch nur ein Straps."

Die Jungen blickten nach oben. Der Baum war mit ladentypischen, aber wenig weihnachtlichen Symbolen geschmückt. An Stelle von Kerzen ragten stramme Dildos in die Höhe. Kugeln und Glocken wurden von Handschellen und Cockringen ersetzt. Diverse Reizwäsche diente wohl als Lamettaersatz. Und, das sah Tommy, als er sich etwas aus ihrem Versteck traute, um nach oben zu sehen, auf der Baumspitze thronten ein rosa Pumps.

"Was ist das?" Duncan deutete auf die Cockringe. Tommy seufzte zum wiederholten Male, seitdem sie da waren. "Das erkläre ich dir später", flüsterte er und rutschte wieder ein Stück nach vorn, um zu sehen, was ihre Eltern taten.

Während Spock angelegentlich eine Flaschenreihe mit diversen Ölen begutachtete, spähte Jim um die Ecke. Eine Reihe weiter waren Scotty und Leonard damit beschäftigt, über den Sinn und Zweck ihrer Hierseins zu debattieren.

"Len, müssen wir unsere Weihnachtsgeschenke unbedient hier kaufen?" Scotty trat unruhig von einem Fuß auf den anderen, sah sich nervös um. "Ich werde nicht gern in diesem Geschäft gesehen. Wir hätten doch auch per Katalog..."

McCoy jedoch blieb standhaft. "Sei nicht so zimperlich. Ich möchte Jim und Spock etwas besonderes schenken. Ich finde, das schulden wir ihnen, nach den Streitigkeiten der letzten Monate. Und per Katalog ist es so unpersönlich."

Er blickte auf die Dildos, schüttelte dann den Kopf. "Das brauchen sie wohl kaum. Bei Spocks... hm, Ausstattung."

"Wieso weißt du das?", fragte Scotty misstrauisch.

"Ich bin sein Arzt, schon vergessen?", brummte McCoy. "Kucken wir in der nächsten Reihe bei den Massageölen und Gleitcremes nach."

Tommy zog rasch seinen Kopf zurück, als McCoy und Scott ihnen gefährlich nahe kamen. Doch auch Jim hatte die Worte gehört und suchte nun nach einem Versteck für sich und Spock. "Hinter den Baum", flüsterte er dem Vulkanier zu, zog ihn dann einfach mit.

Jim hatte allerdings den Platz zwischen Wand und Baum etwas unterschätzt, als er sich dazwischen zwängen wollte, kam der Baum ins Wanken. Die Handschellen und Dildos klapperten verdächtig und einer der Schuhe löste sich von der Spitze.

Duncan sprang erschrocken auf. "Mir reicht's", rief er und stürmte davon - und stieß dabei mit Leonard zusammen, der gekommen war, um zu sehen, was den plötzlichen Lärm ausgelöst hatte. Auch Tommy wurde die Sache zu heiß und er ergriff die Flucht.

Als Jim seinen Sohn erblickte, rief er überrascht dessen Namen. Er wollte sich umdrehen und Tommy folgen, doch die plötzliche Bewegung war zu viel für den Baum. Er fiel zu Boden, riss mit einem lauten Knall die nächste Regelreihe mit.

Dieser Lärm konnte nun auch dem Wesen an der Kasse nicht mehr entgehen. Sirenen schrillten als es ganz offensichtlich das Wachpersonal verständigte.

"Nur raus hier, sonst sind wir noch Schuld", rief Scotty seinem Gatten zu,, dann stürmte er, Len direkt hinter sich, zur Tür hinaus.

Auch Jim hatte das Chaos um sich herum nicht stillschweigend hingenommen. "Das darf doch nicht wahr sein", rief er Spock zu. "Was treibt Tommy hier? Den schnappe ich mir und dann kriegt er was zu hören." Und weg war er, während Spock sich einem zornigen Verkäufer - oder Verkäuferin - und zwei Wachschutzleuten gegenüber sah - von der Notwendigkeit einiger peinlichee Erklärungen ganz zu schweigen.

Tommy und Duncan sausten derweil wie der Blitz durchs Einkaufszentrum. Einen Tag vor Weihnachten war dies jedoch beinah überfüllt und sie mussten sie einige Rempler einstecken, teilten aber noch mehr aus.

Hinter ihnen rangen Scotty und Leonard bereits nach Atem. "Weiter", drängte Scotty jedoch. Auch Jim gönnte sich keine Pause, rannte japsend weiter. Dass dabei ein Stand mit Süßigkeiten seinen rudernden Armbewegungen zum Opfer fiel, registrierte er nicht. "Bleibt stehen", rief er den Jungen zu. Doch diese ignorierten ihn.

Hinter ihnen und den anderen erschall ein Chor wütender Stimmen. Gefolgt von einem Hupen Jim drehte den Kopf und glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als er einen Wachmann auf einem Fahrrad durch die Menge sausen sah.

Auch die Jungen hatten ihn bemerkt und erhöhten verzweifelt ihr Tempo. Nur noch wenige Schritte bis zur Tür, dann schlüpften Tommy und Duncan hinaus. "Geschafft" Scotty wollte sich gerade in die Drehtür werfen, als ein Wachmann, der auf Inlineskates angebraust kam, ihn stoppte. Auch Len und Jim sahen sich von Uniformierten umringt und Richtung Wachbüro abgeführt.

"Na dann frohe Weihnachten", seufzte Leonard resigniert. Draußen drückten sich Tommy und Duncan die Nase am Fenster platt und sahen zu, wie ihre Eltern abgeführt wurden.

-Ende-

Morgen, Kinder, wird's was geben
Morgen, Kinder, wird's was geben,
Morgen werden wir uns freu'n!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
Wird in unsrem Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
Heißa, dann ist Weihnachtstag!

Text: Ph. von Bartsch (1770-1833); Musik: Carl Gottlieb Hering 1809

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