Kuppeln will gelernt sein

Kuppeln will gelernt sein

von T'Len
tlen2@freenet.de



2004
Fandom: ST TOS
Paarung: verrat ich nicht
Altersangabe: PG
Feedback: tlen2@freenet.de
Summe: McCoy plan einige Weihnachtsüberraschungen

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels nicht. Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient. Beachtet die Altersangabe und geht wo anders spielen, wenn ihr zu jung seit oder euch am Thema stört. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.


„Sie kommen doch dieses Jahr endlich einmal zur Weihnachtsfeier, Mr. Spock.“ In McCoys Augen funkelte es provokativ, als er sich über Kirks Kommandosessel – an dessen Seiten sie beide standen – zum Vulkanier hinüber beugte.

„Doktor, Sie wissen genau, dass ich es als äußerst unlogisch betrachte, den Geburtstag einer Person, die seit über zwei Jahrtausenden tot wäre, so ihr Leben denn belegt wäre, zu feiern, nur um dies zum Anlass zu nehmen Alkohol, Süßigkeiten und tierische Produkte in ungesunden Mengen zu konsumieren“, erwiderte der Vulkanier steif.

„Sie wissen einfach nicht, was Spaß macht, Sie grünblütiger...“

„Pille“, unterbrach Kirk den Arzt scharf. „Weihnachten ist das Fest der Liebe, hört auf euch zu streiten.“

„Ich..“, hub McCoy an, überlegte es sich dann aber anders. „Das ist es, nicht wahr, Mr. Spock?“, wandte er sich erneut an den Vulkanier. „Sie haben nur Angst, jemand könnte Sie unter dem Mistelzweig küssen wollen, deshalb kommen Sie nicht.“

„Ich finde es genauso unlogisch, Doktor, die Anwesenheit einer parasitären Pflanze als Anlass für den Austausch von körperlichen Intimitäten zu nehmen.“

Jim blickte seinen Ersten Offizier an und bemerkte für einen Moment den Anflug eines amüsierten Glitzerns in den dunklen Augen. Spock und McCoy würden es nie zugeben, wie viel Spaß sie beide an ihren Neckerein hatten.

Bevor dem Arzt eine passende Antwort eingefallen war, piepste das Interkom und Scotty bat ihn, in die Kombüse zu kommen. McCoy hätte doch bei der Auswahl der Getränke für den Abend dabei sein wollen und er würde jetzt die entsprechenden Programmierungen vornehmen.

„Du kommst doch heute Abend, wie besprochen? Mir zu liebe“, flüsterte Jim dem Vulkanier zu, nachdem McCoy die Brücke verlassen hatte.

Spock nickte. „Ich möchte das Gesicht des Doktors auf keinen Fall verpassen:“

Jim lächelte ihm nach, als er zu seiner Station zurück ging.

///

Die Weihnachtsfeier der Enterprise war legendär. Legendär für ihre gute Stimmung, ihr gutes Essen und die guten Getränke. In diesem Jahr hatte Mr. Scott sich selbst übertroffen, was die Ausgestaltung des Speiseraumes anging. Der Baum wirkte fast wie echt und war mit bunten Kugeln und Schleifen geschmückt und sogar mit Kunstschnee berieselt. Das Büffet barst fast mit all den leckeren Speisen. Überall im Raum war festlich geschmückt. Aus den Lautsprechern erklang weihnachtliche Musik. Und irgendwie roch es sogar weihnachtlich, befand Jim gerade, als McCoy sich zu ihm gesellte.

„Warum kuckst du so missmutig, Pille?“, fragte er. „Das Fest läuft doch prima.“

„Ich wusste, er würde nicht kommen“, knurrte der Arzt. „Dieser grünblütige...“

„Warum bist du so erpicht darauf, dass Spock dieses Jahr teilnimmt? Die letzten drei Jahre hat es dich doch auch nicht gestört, dass er nicht kam.“ Jim folgte McCoys Blick zu den auffallend zahlreichen Mistelzweigen im Raum. „Du wirst ihn doch nicht etwa küssen wollen?“, fragte er scharf.

„Ich? Gott bewahre, nein.“

„Davon würde ich Ihnen auch abraten, Doktor“, erklang da Spocks Stimme hinter ihnen.

McCoy fuhr erschrocken herum. „Himmel, Spock, müssen Sie mich so erschrecken? Wie sind Sie überhaupt hereingekommen.? Ich habe Sie gar nicht bemerkt.“ Automatisch glitt sein Blick zur Decke, doch Spock hatte sich so aufgestellt, dass er garantiert nicht unter einem Mistelzweig stand.

„Schön, dass Sie kommen konnten, Mr. Spock.“ Jim strahlte den Vulkanier geradezu an, doch das entging McCoy völlig. „Ich hole Ihnen einen Drink“, rief dieser und eilte davon.

„Doktor, wie Sie wissen, konsumiere ich keinen Alkohol“, entgegnete Spock einen Augenblick später, als McCoy ihm einen Becher eines heißen Getränkes in die Hand drückte.

„Das ist alkoholfreier Punsch“, erwiderte der Arzt. „Angefertigt für die Leute, welche heute noch Dienst haben... und für Sie.“

Spock nahm vorsichtig einen Schluck, dann stellte er den Becher auf dem nächstgelegenen Tisch ab.

„Stimmt was nicht?“, fragte McCoy.

„Dieses Getränk enthält Zimt. Eine Zutat, welche dem vulkanischen Metabolismus nicht sehr bekömmlich ist“, erwiderte Spock.

„Oh, das tut mir leid“, rief der Arzt. „Ich hole Ihnen einen Saft.“

Kirk blickte ihm stirnrunzelnd nach. Irgendetwas stimmte hier nicht. Wieso war der Arzt plötzlich so besorgt um Spocks Wohlergehen? McCoy führte etwas im Schilde, das spürte er genau.

Bevor, er weiter darüber nachdenken konnte, war dieser schon mit einem Glas Saft in der Hand zurück. Spock nahm einen Schluck, dann stellte er das Glas zum Becher.

„Dieses Getränk enthält sehr viel Zucker“, erklärte er auf Jims fragendem Blick. „Der Effekt wäre ähnlich dem von Zimt.“

„Sag mal, Pille, was soll das? Willst du Spock vergiften?“, wandte sich Kirk an McCoy. „Du als Arzt solltest doch wissen..:“

Weiter kam er nicht. Spock war plötzlich auffallend blass geworden und hob schnuppernd die Nase. „Spock?“, fragte Kirk besorgt.

„Sandelholz“, wisperte der Vulkanier. „Dieser Raum enthält den Duft von Sandelholz.“

„Ja, wir haben ihn als typisch weihnachtlichen Geruch verbrietet. Auch einige der Kerzen...“ McCoys Erklärung wurde unterbrochen, als Spock aus dem Raum stürmte. Jim blickte ihm besorgt nach, wandte sich dann an den verdattert drein blickenden Arzt.

„Irgendetwas ist hier oberfaul, Pille. Du brauchst gar nicht so unschuldig zu kucken. Du weißt doch genau, welche Wirkungen solche Substanzen auf Spock hätten, nicht wahr? Also, was soll das Ganze?“

Als McCoy zu einer Erklärung ansetzen wollte, winkte er ab. „Ich erwarte Sie morgen früh Punkt 07.00 zu einem Rapport in meiner Kabine“, befahl er. Und setzte dann hinzu: „Egal wie groß dein Kater ist:“

Dann stürmte er ebenfalls hinaus.

„Hat nicht geklappt, was?“ Scotty trat zu dem enttäuscht dreinblickenden Arzt.

Der zuckte mit den Schultern. „Entweder ist dieser wandelnde Eisberg empfindlicher als ich dachte oder er hat mich zu schnell durchschaut. Wenigstens ist Jim ihm gefolgt, vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung.“

///

Am nächsten Morgen meldete sich ein ziemlich verkaterter McCoy Punkt 07.00 bei Kirk. Er wusste, so wie Jim gestern Abend reagiert hatte, war es nicht ratsam, seine Order zu missachten. Schließlich war er, Freund hin oder her, immer noch sein Vorgesetzter. Allerdings hatte ihn das nicht davon abgehalten, den alkoholischen Getränken reichlichst zuzusprechen. Im Gegenteil, er hatte den Kummer über seinen fehlgeschlagenen Plan geradezu ertränkt. Er hatte vielleicht drei Stunden geschlafen. Nun musste er die Folgen tragen.

„Also, was willst du von mir?“, knurrte er Jim übergelaunt an. Kirk schien ihm für diese frühe Stunde entschieden zu munter. Anderseits war er auch nicht mehr zur Party zurückgekehrt und hatte wohl genug Schlaf bekommen.

„Du weißt genau, was ich von dir will“, erwiderte Jim streng. „Eine Erklärung, für dein seltsames Verhalten.“

„Ich weiß wirklich nicht..:“

„Pille, lass die Spielchen!“, befahl Kirk. „Zimt, Zucker und Sandelholz wirken auf Vulkanier wie starke Aphrodisiaka. Du hast dich nach Spocks Pon Farr ausführlich mit der vulkanischen Psychologie und Biologie befasst. Du musst das wissen.“

„Ja“, gab McCoy zähneknirschend zu.

„Also wolltest du Spock gestern Abend gefügig machen. Verführen.“ Es war eher eine Feststellung denn Frage.

McCoy nickte zögernd. Ihm brummte entschieden zu sehr Schädel, um sich eine vernünftige Ausrede einfallen zu lassen. Jim würde ihn wahrscheinlich gleich aus der nächsten Luftschleuse werfen lassen, wenn er die Wahrheit erfuhr.

„Ich finde, damit hast du deine medizinischen Kompetenzen eindeutig missbraucht“, sagte Jim gefährlich leise.

„Ich hab’s doch nicht für mich getan“, rief McCoy. Oh Gott, er sollte sich besser gleich selber aus der nächsten Luftschleuse werfen.

„So, und für wen dann?“ Jim wurde noch ein Tickchen leiser, trat aber ganz dicht an den Arzt heran und blickte ihm starr in die Augen.

„Für euch.“ McCoy schluckte. „Dich meine ich.“

„Für mich?“ Noch leiser, noch ein Schrittchen näher. McCoy wünschte sich die Luftschleuse genau unter seinen Füßen. Er wäre mit Freude hinein gesprungen.

Er räusperte sich. „Schau, Jim..“ Noch ein Räuspern. „Ihr zwei, ihr merkt gar nicht, wie ihr umeinander herum schleicht. Ich meine...“ Er räusperte sich erneut. „Die Blicke, die ihr einander zuwerft, wenn ihr euch unbeobachtet fühlt. Ist dir schon mal aufgefallen, wie besorgt Spock immer um dich ist? Er würde sich für dich in jeden Phaserschuss und vor jede Giftpflanze werfen. Und das nicht, weil es seine Pflicht als Erster Offizier ist. Ich weiß nicht, in wie weit dieser wandelnde Eisberg zu Gefühlen fähig ist, aber für dich, da bin ich sicher, empfindet er etwas.“ McCoy hatte sich in Fahrt geredet. „Und du auch für ihn, das kann ich deutlich sehen. Dafür kenne ich dich zu gut. Oh, und ich weiß, dass für dich die Tatsache, dass er ein Mann ist, kein Problem darstellt. Für Vulkanier ist eh die mentale Kompatibilität am wichtigsten. Ihr beide, ihr passt einfach so gut zusammen.“

„Und da wolltest du etwas nachhelfen, in dem du Spock vergiftest?“, fragte Kirk scharf.

McCoy schluckte. „Es hätte ihm nicht geschadet, ich dachte ja nur, wenn ich ihn etwas auflockern kann, wenn er etwas aus sich herausgeht. Vielleicht macht er dann den ersten Schritt. Du schienst ja offensichtlich nicht willig, ihn zu tun, aus Angst ihn damit zu schockieren.“

„Doktor, ich muss meine Meinung über Sie revidieren. In einigen Punkten scheint Ihre Beobachtungsgabe besser als erwartet, in anderen allerdings ist sie geradezu katastrophal.“

McCoy war zusammengezuckt, als plötzlich die Stimme des Vulkanier erklang. Spock trat hinter dem Raumteiler zum Schlafzimmer hervor. Wie Kirk trug er keine Uniform, sondern eine dunkle Robe. Jim trat zu ihm und berührte kurz Spocks Finger mit einer Geste, die McCoy vage vertraut vorkam.

Er blickte nun nicht mehr streng, sondern lächelte. „Wir wollten es dir auf der Weihnachtsfeier sagen, Pille“, erklärte er. „Aber du hast ja für Spocks überhasteten Abgang gesorgt.“

„Was?“ McCoy starrte von einem zum anderem. Ihm tat der Kopf weh. „Jetzt verstehe ich gar nichts mehr.“

„Ihre Bemühungen kommen zu spät, Doktor“, erklärte Spock ruhig.

„Wir sind nicht ganz so blind, wie du denkst, Pille“, ergänzte Kirk. „Und seit drei Monaten ein Paar. Verzeih, aber wir wollten es geheim halten, bis wir uns selbst richtig an die neue Situation gewöhnt hatten.“

„Ihr seid...?“, krächzte der Arzt. Er musste sich dringend setzen, plötzlich wurden ihm die Beine ganz weich.

Ende

---------------------------------------------------

Zurück/Back