Weihnachtseinkauf

Weihnachtseinkauf

von T'Len
tlen2@freenet.de



2005
Fandom: Kung Fu - TLC
Paarung: Peter/Kermit
Altersangabe: PG
Feedback: tlen2@freenet.de
Summe: Einkauf mit Hinernissen

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels nicht. Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient. Beachtet die Altersangabe und geht wo anders spielen, wenn ihr zu jung seit oder euch am Thema stört. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.


"Endlich frei!" Entschlossen klappte Detective Peter Caine den letzten Ordner verhasster Schreibtischarbeit zu und schob den Stuhl zurück, um aufzustehen. Wie schön, dass er diesmal keinen Dienst über die Feiertage hatte. Er freute sich auf ein paar ungestörte, friedliche Tage ohne Mörder, Diebe und andere Verbrecher, nur mit den Menschen, die ihm lieb und teuer waren.

Sein Blick wanderte durchs Fenster zu einem davon. Kermit saß noch immer vor seinem Computer, schien sich mal wieder nicht von dem Ding trennen zu können.

"Ferien!", rief Peter als er Kermits abgetrenntes Büro betrat. "Komm, mach endlich Schluss. Das Ding wird es auch einmal ein paar Tage ohne dich aushalten und du ohne es."

"Ach ja, meinst du? Was soll mich denn ablenken - oder wer?", murmelte Kermit Griffin zynisch als er seinen Computer nun doch ausschaltete. Er blickte Peter durch die grüngetönten Gläser seiner Brille hinweg an. "Zu mir oder zu dir oder gleich die Reviertoilette?", fragte ein in der Annahme, Peters Ungeduld hätte einen ganz bestimmten Grund.

"Weder noch", erwiderte Peter und ging zur Tür. "Nun komm schon."

Kermit nahm seine Desert Eagle aus der Schreibtischschublade und steckte sie ein. Er würde sein Baby nie über die Feiertage allein im Revier lassen. "Ich habe keine Lust aufs Delancy’s", erklärte er in der Annahme, Peter wolle noch einen Trinken gehen. Wahrscheinlich saßen dort alle Kollegen und stießen aufs bevorstehende Weihnachtsfest an. Wenn es nach ihm ginge, dann könnte er auf Weihnachten gern verzichten. Sentimentaler Humbug gepaart mit Kommerz - und die Menschen neigten in dieser Stimmung dazu, nur noch mehr Unsinn als den Rest des Jahres anzustellen, besonders die Verbrecher.

"Nein, ich will ins Einkaufszentrum", erwiderte Peter. "Ich will heute schon meine Geschenke einkaufen."

"Schon?", echote Kermit ungläubig. "Du weißt aber, dass heute der 23 ist? In zwei Tagen ist Weihnachten."

"Eben und dann kann ich morgen alles in Ruhe einpacken. Außerdem sind die Läden am 24. immer so voll."

Kermit schüttelte den Kopf. Er mochte nicht viel auf Weihnachten geben, aber die notwendigen Geschenke hatte er schon vor Wochen besorgt. Er war am 26. bei seiner Schwester Marilyn zum Essen eingeladen und da musste er ihr und den Kindern natürlich etwas mitbringen. Außerdem hatte er natürlich auch für Peter etwas besorgt.

"Geh mal allein. Ich kann auf abgehetzte, drängelnde Menschenmassen, die für Leute, die sie nicht wirklich leiden können, Dinge kaufen, die diese nicht wirklich brauchen, gern verzichten. Ich fahr lieber nach Hause."

"Aber ich brauche deinen Rat. Du hast immer so viel Geschmack und ich kann mich so schwer entscheiden", bettelte Peter und setzte seinen Reh-Blick auf. Kermit seufzte innerlich. Warum vermochte der nur, was gegnerische Söldnerhorden nie geschafft hatten, ihn in Nullkommanichts weich zu bekommen?

"Also schön", sagte er. "Für wen brauchst du denn noch was?"

"Für Annie und Kelly und Carolyn", zählte Peter auf, während sie das Revier verließen. "Ich fürchte, Jody wird mir etwas schenken, sie hat so Andeutungen gemacht. Also muss ich für sie auch etwas kaufen. Und dann für Paps und Lo Si und für dich natürlich, aber das mach ich dann morgen schon allein, sonst wäre es ja keine Überraschung."

"Aber Shaolin feiern doch kein Weihnachten", warf Kermit ein, in der Hoffnung, die Liste und damit die Zeit, die sie im Einkaufszentrum verbringen mussten, etwas kürzen zu können.

"Aber sie freuen sich bestimmt auch über Geschenke", entgegnete Peter und stieg in den Stealth. "Ich sehe dich im Einkaufszentrum."

///

Nie wieder, schwor sich Kermit drei Stunden später. Egal, wie sehr er Peter liebte, nie wieder würde er mit ihm Einkaufen gehen. Und schon gar keine Weihnachtsgeschenke. Das Drama hatte damit begonnen, dass sie Ewigkeiten nach zwei Parkplätzen für ihre Wagen suchten. Und dann war Peter nichts gut genug für seine Familie. Gefiel ihm endlich doch etwas, konnte er sich den Preis nicht leisten. Außerdem wusste der Junge einfach nicht, was er wollte.

Am Peinlichsten jedoch war ihr Aufenthalt in der Dessous-Abteilung - warum Peter seinen Schwestern partout Unterwäsche schenken wollte, blieb ihm sowieso ein Rätsel, so etwas kaufte frau sich schließlich besser selbst oder ließ sie sich zumindest von ihrem Partner schenken, er selbst hatte seinen Ex jedenfalls nie... - gewesen. Peter hatte so viele Hemdchen, Höschen und Büstenhalter auseinander gefaltet und angeschaut, das die Verkäuferinnen ihnen schon seltsame Blicke zuwarfen Schließlich war es Kermit unter Aufbietung all seiner Überredungskunst doch gelungen, Peter zu überzeugen, dass es besser war, etwas anderes, weniger intimes zuschenken, wenn er die Größen seiner Schwestern nicht genau kannte. Gerade noch rechtzeitig, bevor Peter wildfremde Kundinnen, von denen er glaubte, sie hätten die richtige Figur, um ihre Meinung und eine Anprobe bitten konnte

Schließlich hatten sie sich doch auf zwei leidlich geschmackvolle Vasen und einige Süßigkeiten für die Mädchen geeinigt. Und für Jody gleich mit, auch wenn Kermit fürchtete, sie würde Peter die Vase um die Ohren hauen. Aber das, was sie wirklich von ihm wollte, würde sie sowieso nicht bekommen und bei dem Gedanken erlaubte Kermit sich ein zufriedenes Grinsen. Für Annie erwarben sie eine CD mit klassischer Musik - nachdem Peter mindestens eine halbe Stunde alles von Mozart bis Beethoven quer gehört hatte, was die Musikabteilung hergab. Für Lo Si hatte Peter schließlich ein riesiges Topfset aus dem Sonderangebot der Haushaltswarenabteilung erstanden, dass Kermit nun zusammen mit den anderen Geschenken trug, während Peter die Pullover in der Herrenabteilung durchstöberte, um noch etwas passendes für seinen Vater zu finden.

Kermit kam sich derweil wie ein Packesel vor. Der Weihnachtsmann, der zusammen mit seinem kleinen Elf-Gehilfen das Kaufhaus durchstreifte, um sich die Wünsche der Kinder anzuhören, während abgehetzte Eltern ihre Weihnachtseinkäufe machten, musterte ihn auch schon ganz komisch. Kermit überlegte gerade, ob er Peter mit seiner Suche allein lassen und sich samt Gepäck zum Auto begeben sollte, als er von hinten angerempelt wurde.

„Hey!“, rief er empört, dem jungen Mann hinterher, der sich hastig entfernte. „Schon mal was von Entschuldigung gehört?“

Aus dem nächsten Gang ertönte plötzlich der empörte Ruf einer Frau: „Meine Geldbörse ist weg.“

Reflexartig griff Kermit an seine Gesäßtasche. Tatsächlich auch die seine war verschwunden. Das durfte doch nicht wahr sein! Jetzt wurde er hier auch noch bestohlen: Dafür kam doch nur einer in Frage. Der unhöfliche Rempler. Automatisch griff er in den Hosenbund nach seiner Waffe, doch er hatte sie im Handschuhfach seines Wagens eingeschlossen. Eine Waffe und ein vollgestopftes Einkaufszentrum schienen ihm nicht die günstigste Kombination. Jetzt verfluchte er sich für seine Rücksichtnahme, ja dafür, dass er überhaupt mitgegangen war.

„Peter, ein Dieb!“, schrie er seinem Freund zu und rannte dem Kerl hinterher. Die Tüten ließ er achtlos fallen, wo er gerade stand.

Als er um die nächste Ecke bog, stieß er fast mit dem dicken Weihnachtsmann zusammen. Der hatte den zappelnden Dieb in seinem festen Griff, während der Elf nach Hilfe zu telefonieren schien.

"Ich glaube, das gehört Ihnen, Detective Griffin“, sagte der Weihnachtsmann und reichte Kermit seine Geldbörse. Kermit starrte ihn verblüfft an, wieso kannte der Typ seinen Namen? Es gab doch gar keinen Weihnachtsmann. Das war nur ein allenfalls mittelprächtiger Schauspieler, der sich auf diese demütigende Weise seinen Lebensunterhalt verdiente. Oder?

Doch auf den zweiten Blick kam ihm die dicke, rotbemäntelte, weißbärtige Gestalt plötzlich seltsam bekannt vor und der kleine Elf, der sich ihm jetzt zuwandte, ebenso. „Chief? Blake?", fragte er, leicht verwundert, als ihm einfiel, dass Strenlich vor einigen Tagen von einem Spezialeinsatz gesprochen hatte und er ihn seitdem ebenso wenig gesehen hatte wie Blake. Unter Spezialauftrag hätte er sich allerdings etwas anderes vorgestellt. Oder besserten die beiden so nur nach Feierabend ihr Gehalt auf?

"Pscht", flüsterte der Weihnachtsmann und Kermit nickte. Ein Undercovereinsatz also. „Der Besitzer des Kaufhauses ist ein guter Freund von Captain Simms", erklärte Strenlich leise, "und hat um Hilfe gebeten, weil vor Weihnachten die Diebstähle immer so zunehmen, wie Sie ja eben selbst bemerkt haben."

Kermit nickte verständnisvoll. Wie peinlich, als Polizist bestohlen zu werden und dann noch auf so plumpe Art. Eigentlich hätte ihm das sofort auffallen müssen, aber dieses ganze Weihnachtsgedudele überall und der schrecklich süßliche Duft hatten ihn ganz benebelt. Eine Entschuldigung für seine Nachlässigkeit war das allerdings nicht.

Mittlerweile war auch Peter eingetroffen, die Tüten in den Händen. „Wie kannst du alles einfach so wegwerfen?“, maulte er, hielt aber inne als zwei Kaufhausdetektive auftauchten und den Dieb abführten. Die Frau, die er vor Kermit bestohlen hatte, war mittlerweile auch eingetroffen und ging nun mit, um ihre Aussage zu machen.

„Ich nehme an, Sie bevorzugen, dass dies unter uns bleibt", sagte Strenlich, als die anderen abgezogen waren.

Kermit nickte dankbar. „Das wüsste ich sehr zu schätzen, Chief." Er wollte wahrlich nicht zum Gespött seiner Kollegen werden. Er konnte schon förmlich hören, wie sie über ihn herziehen würden. Der große Söldner lässt sich beklauen. Nein danke.

"Blake?“, fragend sah er seinen Kollegen an, der unruhig an seinem Kostüm zupfte.

Der nickte. „Wenn Sie niemanden von diesem Kostüm erzählen, werde ich nichts sagen"

Kermit wandte sich an Peter. "Lass uns gehen, ich habe genug von Weihnachtseinkäufen."

Zu seiner Überraschung stimmte Peter sofort zu. Er wünschte Strenlich und Blake ein schönes Fest und schien sich nicht mal über deren Aufmachung zu wundern, drückte dann Kermit die Töpfe in die Hand. „Kannst du die in deinem Wagen verstauen, ich fürchte mein Kofferraum ist nicht ganz aufgeräumt?“

Kermit nahm stumm die Tüte entgegen, verabschiedete sich auch von seinen Kollegen und folgte Peter, der schon vorrausgeeilt war. Im Gedränge auf der Rolltreppe zum Parkdeck hinunter verlor er seinen Freund aus den Augen. Dass etwas nicht stimmte, bemerkte Kermit erst, als plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm losbrach.

Erneut wollte er instinktiv nach seiner Waffe greifen. Dass der Alarm ihm galt, registrierte er erst, als zwei Kaufhausdetektive an seiner Seite auftauchten und ihn aufforderten sofort mitzukommen. Bevor Kermit erklären konnte, dass die Töpfe mit Sicherheit bezahlt waren, zog einer einen Pullover aus der Tüte. Offensichtlich hatte Peter ihn in der Hektik einfach eingesteckt, aber nicht bezahlt.

Kermit fluchte im stillen. Verdammt, langsam aber sicher hasste er Weihnachten wirklich.

Ende

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