Katerstimmung

Katerstimmung

von T'Len
tlen2@freenet.de



2006
Fandom: SK Kölsch
Charaktere: Schatz/Taube
Kategorie: NC-17, AR
Hinweise: Fortsetzung zu Wie man sich bettet... Variante B
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Summe: Kann Jupp sich wirklich auf eine Beziehung mit Klaus einlassen?

The TOS Twins and Friends: http://tostwins.slashcity.net
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"Ich hätte nicht gedacht, dass Sex mit einem Kerl, so Spaß machen kann."

Jupp sank neben Klaus aufs Bett. Der Freund drehte sich zur Seite, von ihm weg. "Was haben wir getan, Jupp?", sagte er leise.

"Ich dachte, deine Mami hat dich aufgeklärt oder besser dein Papi", erwiderte Jupp leichthin.

"Ich meine es ernst, Jupp", sagte Klaus. "Wir hätten das nicht tun sollen."

"Was ist los?", wunderte sich Jupp. "Wir haben es beide gewollt, wir sind erwachsen, wir haben niemanden betrogen und wir hatten unseren Spaß dabei, also ich zumindest."

"Für mich war es auch schön", sagte Klaus und drehte sich auf den Rücken. „Sehr schön, aber trotzdem.“

Jupp stemmte sich auf die Ellbogen und sah Klaus an. "Wo ist das Problem?"

"Jupp, wir haben zusammen geschlafen. Du kannst nicht einfach so tun wollen, als sei nichts geschehen, als sei dies das Normalste von der Welt", sagte Klaus eindringlich.

"Ich dachte du wolltest es. Du warst doch geil auf mich. Warum hast du dich jetzt so?", wunderte sich Jupp.

"Weil ich mehr will als einen One-Night-Stand, eine kurze Nummer."

"Also wegen mir können wir es gern mal wieder tun. Ehrlich."

Klaus schloss die Augen, holte tief Luft, dann öffnete er sie wieder. "Du verstehst nicht, Jupp. Ich will keine Affäre, keine Nummer dann und wann. Ich will etwas ernstes, festes, eine richtige Beziehung."

"Mit mir?", fragte Jupp überrascht. Er mochte Klaus und er hatte es überraschend einfach gefunden, mit ihm zu schlafen. Aber er hatte bisher keinen Gedanken daran verschwendet, das Klaus mehr darin sehen könnte als eben Sex.

Klaus nickte. "Sehr gern, ja. Ich liebe dich, Jupp Schatz. Schon seit langem. Ich will mit dir zusammen sein, in einer richtigen Beziehung."

Jupp sank zurück aufs Bett. "Ich weiß nicht, ob ich das kann", sagte er. "Ich meine, ob ich das überhaupt kann... will. Nicht nur wegen dir, ich meine, weil du ein Kerl bist. Ich... ich weiß nicht, ob ich überhaupt wieder eine Beziehung will. Nach Ellen und so."

"Ich weiß", sagte Klaus leise. "Ich weiß, Jupp."

///

Drei Wochen später:

„Mir tun alle Knochen weh.“ Erschöpft warf Jupp sich aufs Bett. "Wo hat meine Mutter bloß all den Kram her? Mit so viel ist sie doch gar nicht bei uns eingezogen."

„Ich habe dir immer gesagt, du solltest etwas mehr Sport treiben als nur mit deinem Sohn Fußball spielen“, bemerkte Klaus.

„Spar dir bloß deine Vorträge“, knurrte Jupp. „Darauf hab ich nun wirklich keinen Bock.“ Sie hatten in den letzten Stunden die neue Wohnung seiner Mutter eingeräumt. Erst die neugekauften Möbel aufgebaut, dann ihre Sachen aus Jupps Wohnung geholt. Jetzt war er rechtschaffen kaputt.

Jupp klopfte aufs Bett neben sich. "Warum kommst du nicht her?", fragte er. „Und trainierst ein bisschen mit mir.“

Statt einer Antwort trat Klaus ans Fenster und starrte hinaus.

„Hey, was ist los?“, fragte Jupp.

Klaus drehte sich langsam um. "Ich werde morgen in meine Wohnung zurück ziehen", sagte er schließlich.

"Was?", fragte Jupp überrascht. Er richtete sich auf.

"Deine Mutter ist ausgezogen, also kann ich das auch tun. So war doch unsere Abmachung, oder etwa nicht?"

"Aber ich dachte, wir sind ein Paar?", fragte Jupp verwundert. Wieso wollte Klaus plötzlich weg von ihm? Er verstand die Welt nicht mehr. Es lief doch super. Er hätte ja nie gedacht, dass er mal was mit einem anderen Mann anfangen würde, aber mit Klaus war das für ihn absolut okay. Und Klaus schien doch dabei auch seinen Spaß zu haben. Er zumindest fand ihren Sex toll.

"Sind wir das wirklich, Jupp?", fragte Klaus zurück.

"Sicher, schließlich schlafen wir miteinander", sagte Jupp voller Überzeugung.

"Das ist aber auch das einzige, was wir gemeinsam tun und haben“, erwiderte Klaus.

„Was willst du denn noch?“ Jupp quälte sich stöhnend aus dem Bett hoch und trat zu Klaus. „Soll ich dir jeden Tag Blumen mitbringen? Dir einen Ring an den Finger stecken? Oder was?“

„Wenn du erst fragen musst, hat es kaum einen Sinn darüber zu reden:“ Klaus wandte sich ab. „Ich gehe unter die Dusche.“

„Frauen“, murmelte Jupp ihm hinterher.

///

"Morgen hab ich hundertpro nen Muskelkater", sagte Jupp, der sich wieder hingelegt hatte, als Klaus zurück ins Schlafzimmer kam. Stöhnend rieb er sich den Nacken.

"Soll ich dich massieren?", bot Taube an.

"Gern." Jupp richtete sich auf, zog sein Shirt über den Kopf.

"Du solltest auch erst mal duschen", schlug Klaus vor. „Warmes Wasser lockert deine Muskeln. Außerdem...“ Er rümpfte vielsagend die Nase.

“Schon gut.“ Jupp quälte sich wieder hoch.

///

Ein paar Minuten später war er wieder da. Jupp ließ sich nackt aufs Bett fallen. Klaus hatte derweil eine Lotion aus dem Bad geholt und seinen Morgenmantel abgestreift.. „Leider habe ich kein spezielles Massageöl da“, sagte er. „Aber damit geht es auch.“

„Dreh dich um.“ Jupp rollte sich auf den Bauch. Klaus kniete sich aufs Bett, drückte etwas der Lotion auf seine Handflächen, griff dann nach Jupps Schultern.

Ein paar Minuten später seufzte Jupp wohlig und entspannt. „Wo hast du das so gut gelernt?“, wunderte er sich.

„Ich war einmal ein halbes Jahr in Japan zur Weiterbildung“, erklärte Klaus.

“In Massage?“, wunderte sich Jupp.

“Quatsch, in Kriminalistik, vor allem in modernen Methoden des Computereinsatzes. Aber da mich fernöstliche Entspannungstechniken immer interessiert haben, besuchte ich nebenbei noch einige andere Seminare“, erklärte Taube.

Jupp seufzte erneut. „Du hast wirklich Talent“, meinte er und überließ sich wieder schweigend Klaus’ Händen.

Diese kneteten weiter einen Muskel nach dem anderen, lockerten und entspannten sie. Langsam wanderten seine Hände tiefer, massierten Jupps Arme, schließlich seine Oberschenkel und Waden. Jupp seufzte von Zeit zu Zeit und ließ seine Gedanken ziellos hin und her treiben. Das alles fühlte sich verdammt gut an. Wegen ihm konnte Klaus so stundenlang weiter machen.

Klaus hatte sich derweil über Jupps Beine gekniet, seine eigenen rechts und links von ihm platziert. Schließlich begannen Klaus’ Hände Jupps Pobacken zu kneten. Sanft streifte ein Finger die Spalte dazwischen, umspielte die verborgene Rosette, drückte leicht dagegen.

"Was machst du da?", fragte Jupp, plötzlich alarmiert. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass Klaus’ Berührungen zwar seine strapazierten Muskeln entspannt, ihn gleichzeitig aber auch erregt hatten.

"Jupp, bitte", flüsterte Klaus, sich auf Jupp legend, ihn dabei spüren lassend, wie sehr ihn das Ganze selbst erregt hatte. Sein steifes Glied drückte gegen Jupps Hintern. "Ich will... ich brauche dich."

"Spinnst du." Jupp schüttelte Klaus von sich und setzte sich hastig im Bett auf. "Ich lass mich doch nicht von dir ficken. Ich bin doch keine Schwuchtel."

Klaus kniete am Fußende und machte sich nicht die Mühe, die Enttäuschung, die er empfand, aus seiner Stimme zu verbannen. "Denkst du, dass du mich seit drei Wochen fast jede Nacht fickst, das macht dich weniger schwul", erwiderte er wütend.

"Das ist doch nicht dasselbe."

"Ach nein?", fragte Klaus bissig zurück. „Du fickst nur einen anderen Mann. Aber du bist nicht schwul?“

„Ich lass mich nicht ficken“, betonte Jupp.

„Aber das ich mich von dir ficken lasse, ist okay für dich und hat es für mich auch zu sein“, erwiderte Klaus mit Enttäuschung in der Stimme.

"Komm, zick jetzt nicht rum. Dir gefällt’s doch, wenn ich dich richtig durchbumse." Jupp rutschte zu Klaus heran und griff dessen Hand, um sie auf sein Glied zu führen. "Deine Massage hat mich total aufgegeilt. Mach die Beine breit und lass es uns tun."

Klaus schlug Jupps Hand weg und sprang aus dem Bett. "Was bin ich eigentlich für dich, Jupp?", fragte er. "Ein billiger Ersatz, weil du gerade keine Frau findest, die sich von dir vögeln lässt?"

"Quatsch", erwiderte Jupp. "Ich bin gern mit dir zusammen und ich dachte, dir macht es auch Spaß." Er verstand nicht, warum Klaus plötzlich so ausrastete. Es hatte ihn doch bisher nicht gestört, dass er ihn fickte. Warum also jetzt das Theater.

„Zu einer ordentlichen Beziehung gehören immer zwei, Jupp“, sagte Klaus und griff nach seinen Sachen. „Und vor allem gehört dazu, auf die Bedürfnisse das anderen Rücksicht zu nehmen und nicht nur an seine eigenen zu denken:“ Er begann seine Unterwäsche anzuziehen. Nicht nur im Bett, aber auch da.“

„Wenn ich Beziehungsstress will, kann ich auch gleich...“ Jupp hielt inne, als er Klaus Blick bemerkte, der eine Mischung aus mühsam unterdrückter Wut und Enttäuschung war.

“Was?“, fragte Taube und knöpfte sein Hemd zu. „Was mit einer Frau anfangen?“

Jupp schüttelte den Kopf. „Klaus... bitte“, sagte er. „Lass uns nicht streiten. Komm ins Bett.“

Doch Taube schlüpfte entschlossen in die Hose seines Anzuges, griff dann zum Jackett. „Ich schlafe bei mir“, sagte er.

“Aber...“, begann Jupp, doch Klaus unterbrach ihn.

„Ich glaube, wir sollten uns beide etwas Zeit nehmen und darüber nachdenken, was wir wollen. In unserer Beziehung.“ Er blickte Schatz ernst an: „Jupp, ich verstehe, dass das alles nicht einfach – ja, vielleicht sogar verwirrend für dich ist. Eine Beziehung mit einem Mann war das Letzte, was du dir bisher vorstellen konntest. Aber du musst auch mich verstehen. Du denkst nur an dich. Du lebst dein Leben weiter wie bisher, als Junggeselle. Du gehst deinen Interessen nach ohne auch nur einmal an meine Bedürfnisse zu denken. Und damit meine ich nicht nur im Bett. Aber auch da ist es für dich selbstverständlich, dass ich bereit bin, wenn du es bist. Du hast nicht einmal nach meinen Wünschen gefragt. Für dich ist es natürlich, dass ich mit dir zum Fußball gehe, in deine Kneipe, dass ich mich von dir nehmen lasse. Aber eine Partnerschaft ist Geben und Nehmen, Jupp Schatz.“

Er ging in den Flur. Jupp sprang aus dem Bett und warf sich hastig ein T-Shirt über, schlüpfte in seine Boxershorts. Er holte Taube an der Wohnungstür ein.

“Klaus, bitte“, sagte er und wusste nicht weiter. Taube hatte ja recht, er war mitunter schon sehr egoistisch. Das hatte auch Ellen ihm immer vorgeworfen. Aber verdammt noch mal, das war doch auch alles neu für ihn. Er musste sich doch erst daran gewöhnen, etwas mit einem anderen Kerl zu haben. Das musste Klaus doch auch verstehen.

Er wusste nur eins, er wollte ihn nicht verlieren.

„Bleib“, sagte er leise.

„Liebst du mich, Jupp?“, fragte Klaus und sah ihn eindringlich an. „Liebst du mich wirklich?“

Jupp schluckte, zuckte hilflos mit den Schultern.. Klar mochte er Klaus und war gern mit ihm zusammen. Aber zu sagen „Ja, ich liebe dich“, das wollte ihm einfach nicht über die Lippen. Verdammt noch mal, es war ihm ja schon schwer gefallen, Ellen Liebeserklärungen zu machen. Und jetzt verlangte Klaus auch noch eine von ihm. Er wusste einfach nicht, was er sagen sollte. Er wusste ja nicht mal, was er fühlte. Er verstand ja kaum, wieso ihn plötzlich ein Kerl scharf machte, geschweige denn, wieso er sich zu ihm hingezogen fühlte.

Klaus griff zur Türklinke. “Ich rufe mir unten ein Taxi“, sagte er und öffnete die Tür. „Hol mich bitte morgen früh ab.“

Die Tür fiel ins Schloss.

„Ich liebe dich“, flüsterte Jupp, doch niemand hörte es.

Ende

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