Gute Freunde

Gute Freunde

by T'Len
tlen@freenet.de



Serie: TOS
Paarung: Scott/McCoy
Code: R
Note: Weihnachtschallenge
Summe: Scotty hilft einem deprimierten Pille über den Heiligabend
The TOS Twins: Stories in deutsch und englisch von Lady Charena und T'Len http://tostwins.slashcity.net

Disclaimer: Paramount/Viacom gehört das ganze Star Trek Universum plus Inventar. Ich habe die Jungs nur für ein bisschen Spaß ausgeborgt. Keine Rechte sollen verletzt werden. Keine Kohle wird damit gescheffelt. Es ist nur "fanfiction" und wer zu jung ist, sollt wo anders spielen gehen.

Warnung: m/m-Sex - also nichts für kleine Kids. Und wer Probleme damit hat, dass zwei Jungs ein bisschen Spaß miteinander haben - Leute dann lest halt was anderes.

Tja ich dachte mal, ich gehe hier mit gutem Beispiel voran und schreibe was zum Thema Weihnachten. Auch wenn auf dem Kalender noch ein Weilchen hin ist, die Weihnachtsleckereien mit denen sie einen in den Geschäften jetzt schon erschlagen, dürften Anregung genug gewesen sein. Und - Wunder über Wunder - T'Len kann glatt noch was anderes schreiben als K/S. Naja fast.

Danke an Lady Charena fürs Beta.


"Leonard." Montgomery Scott warf einen mitleidigen Blick auf seinen guten Freund Leonard McCoy. Dieser saß in sich zusammengesunken und offensichtlich schlafend allein an einem Tisch. Die nur noch halbvolle Flasche Brandy vor ihm war allerdings Indiz, das er nicht mehr ganz so "allein" war.

Scotty blickte sich im großen Aufenthaltsraum der Enterprise um. Hier sah es reichlich wüst aus. Die "Putzkolonie" der Kantine würde morgen reichlich zu tun haben, wieder Ordnung in den "Saustall" zu bringen. Aber Scotty wusste, dass sie es gern tun würden.

Die Weihnachtsfeiern der Enterprise waren nicht nur gute Tradition, sondern auch Legende. Und jeder war froh, daran teilnehmen zu können. Wie Freddy Olsen, der Küchenchef, es jedes Jahr schaffte traditionelle Weihnachtsgerichte aller Herren Länder von der Gans bis zum Truthahn zu besorgen, würde wohl ewig sein Geheimnis bleiben. Erst recht, da es sich nicht um replizierte Speisen, sondern um echtes, wahres Fleisch oder Gemüse handelte. Ein wahrer Gaumengenuss nach Monaten proteinhaltiger, aber oft auch reichlich geschmackloser Replikator-Nahrung.

Genauso echt wie das Essen war auch der große, bunt geschmückte Tannenbaum in einer Ecke des Raumes. Und natürlich fehlten auch Mistelzweige nicht. Die meisten hatten im Laufe des Abend reichlich von ihnen Gebrauch gemacht.

Jim Kirk achtete immer streng darauf, dass jeder die Chance bekam, zumindest für einige Zeit an der Feier teilzunehmen, auch wenn die wichtigsten Bereiche des Schiffes natürlich nicht unterbesetzt sein durften. Meist übernahmen Angehörige von Spezies oder Religionen, die das Weihnachtsfest nicht feierten, freiwillig die Schicht.

Die Feier war im Laufe des Abends immer weniger formell dafür aber um so fröhlicher geworden. Aber früher oder später hatten sich die Besatzungsmitglieder dann in ihre Kabinen zu weiteren privaten Feiern zurückgezogen. Auch Scotty war vor einer Weile gegangen, um noch einmal im Maschinenraum nach dem Rechten zu sehen. Er vertraute seinen Mitarbeitern, aber sicher war sicher. Auf dem Weg in seine Kabine kam ihm dann der Gedanke, doch noch mal einen Abstecher Richtung Büffet zu machen und dabei hatte er seinen Freund Leonard andeckt.

Scotty begann sich ernsthafte Sorgen zu machen. Der Arzt war in letzter Zeit so schweigsam und in sich gekehrt gewesen. Irgend etwas stimmte nicht mit ihm.

Scotty schüttelte McCoy an der Schulter. "Leonard, wachen Sie auf!"

Mühsam hob Leonard den Kopf. "Scotty, Sie? Was ist? Ein Notfall?"

Scotty schüttelte den Kopf. "Nein. Ich wollte nur noch etwas essen. Aber, was ist mit Ihnen? Wieso sind Sie noch hier?"

Leonard zuckte nur mit den Schultern. "Wo soll ich sonst hin? Ich hatte keine Lust am Heiligabend allein zu sein"

"Na irgendwo feiern. Vielleicht mit dem Captain und Mr. Spock." Scotty lies sich auf den Stuhl gegenüber McCoy gleiten.

"Da würde ich doch nur stören." Die Stimme des Arztes klang müde und deprimiert.

Plötzlich ging Scotty ein Licht auf. "Das ist es, nicht wahr? Das bedrückt Sie die ganze Zeit, seit der Captain und Mr. Spock ihre Beziehung öffentlich bekannt gegeben haben."

Leonard nickte. "Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, Scotty. Ich gönne den beiden ihr Glück. Sie haben es verdient, mehr als jemand sonst. Es ist nur so, dass ich mich so überflüssig fühle. Wie das fünfte Rad am Wagen."

"Ich bezweifle, ob der Captain oder Mr. Spock dies so sehen würden. Ich kann wohl ruhigen Gewissens behaupten, dass beide Sie sehr schätzen. Sie würden Sie nie als störend empfinden"

"Ich weiß, Scotty. Aber ich selbst habe einfach das Gefühl, im Weg zu sein. Es ist alles noch so neu für sie und sie haben sowieso so wenig freie Zeit füreinander. Jim hat mir erzählt, wie viele Mistelzweige er aufgehängt hat und das er sie gut zu nutzen gedenkt. Nein, nein, da würde ich nur stören. Und", Pille zögerte einen Moment, bevor er weitersprach. "ich muss auch zugeben, dass ich eifersüchtig auf die Beiden bin."

Scotty war überrascht. "Weil sie ein Paar sind?"

Leonard schüttelte den Kopf. "Weil sie so glücklich sind. Weil sie jemanden haben, zu dem sie gehören. Weil da jemand ist, der einen auffängt, der einen zuhört, der einen liebt. Ich habe mich seit meiner Scheidung nicht mehr so einsam gefühlt, wie jetzt. Und am Heiligabend wird einem dass besonders deutlich. Jetzt fehlt mir nicht nur eine Liebe, sondern auch meine Freunde. Uhura, Chapel, Sulu, Chekov - ich mag sie alle, aber das ist einfach nicht die selbe Freundschaft wie mit Jim."

"Und was ist mit mir?" Scotty's Stimme klang ungewohnt leise und vibrierend.

Nun war es an Leonard überrascht zu blicken. "Ich schätze sie sehr Scotty. Das wissen Sie doch hoffentlich? Aber was hat das damit zu tun"

"Ich verstehe Sie besser als sie vielleicht ahnen, Leonard. Auch ich fühle mich oft einsam und sehne mich nach Freundschaft und Liebe.".

"Aber ich dachte Ihre Arbeit?"

"Kann einen Partner nicht ersetzen."

Leonard nickte. "Da haben Sie recht. Wir haben wohl mehr gemeinsam, als ich dachte"

Scotty stand auf und ging Richtung Büffet. "Ich hole noch was zu essen."

Er drehte sich überrascht um, als er Leonard sagen hörte: "Sie stehen unter einem Mistelzweig, Scotty."

Scotty lachte, als Leonard aufstand und zu ihm trat. "Sie wissen doch, was das heißt?" Es war wohl der Alkohol der beide dazu brachte einander zu küssen.

Als aus dem üblichen kurzen Lippenkontakt jedoch plötzlich ein heißer Kuss wurde, der dann gar noch in einen Zungenkuss überging, schienen beide doch etwas überrascht zu sein.

Scotty war der erste der seien Fassung und Luft wiederfand. "Vielleicht sollten wir unser Gespräch lieber in meiner Kabine fortsetzen. " Schlug er vor.

Leonard nickte wortlos.

///////////

Als sie an der Kabine des Captains vorbeikamen, glaubte Leonard eindeutige Geräusche zu hören 'Also entweder habe ich schon Halluzinationen vom Alkohol, die Wände der Enterprise sind doch sind doch nicht so dick, wie sie sein sollte oder die zwei treiben s jetzt schon direkt hinter der Tür.', dachte er, um sich dann selbst zu ermahnen. 'Verfolge den Gedanken lieber nicht weiter, sonst könnte es peinlich werden." Zu seiner großen Überraschung hatte schon der Kuss mit Scotty eine Reaktion an einer gewissen Stelle seines Körpers hervorgerufen. Er wollte deshalb solche Gedanken lieber nicht zu Ende denken.

///////////

"Jetzt stehen Sie unter einem Mistelzweig, Leonard." Scotty lachte mit schwerer Zunge. Nach ein paar weiteren Gläsern Alkohol - diesmal natürlich guten Scotch - und einem langen Gespräch über unerfüllte Träume und Sehnsüchte fühlte er sich mehr als breit, einen Schritt weiter zu gehen. Zumal Scotty innerlich zugeben musste, dass er Leonard sehr attraktiv fand und das lag nicht nur am Alkohol.

Umso erfreuter war Scotty als Leonard nicht zurückwich, als er seien Arme um hin schlang und ihn leidenschaftlich küsste. Erst als Scotty seinen Unterkörper gegen den des andren presste und Leonard damit seine wachsende Erektion spüren ließ, zuckte der Arzt zurück.

Scotty blickte ihn an. "Ich dachte, Sie hätten auch Interesse?"

"Leonard nickte zaghaft. "Das schon, aber ich habe noch nie."

"Oh, ich dachte, weil Sie vorhin sagten, dass sie sich nie viel aus Frauen gemacht haben nach ihrer Scheidung. Das war wohl mehr, gebranntes Kind scheut das Feuer?" Scotty war überrascht.

Leonard schüttelte den Kopf. "Nicht nur, denke ich. Ich war schon neugierig, aber es gab nie die richtige Gelegenheit. Und ich habe wohl auch nie den Mut gehabt, eine zu suchen. Sie?"

Scotty nickte. "Ich habe nicht nur deshalb keine Frau, weil ich mit meinen Maschinchen verheiratet bin. Aber ich verstehe, wenn es Ihnen zu schnell geht."

Leonard schüttelte erneut den Kopf. "Geht es nicht, aber darf ich vorschlagen, dass wir uns duzen, bevor wir zusammen schlafen."

///////////

Am Weihnachtsmorgen wachte Leonard McCoy mit Kopfschmerzen auf. 'Man habe ich einen Kater.' Dachte er. Seine Kopfschmerzen wurden nicht besser - eher im Gegenteil - als r sich streckte und dabei gegen etwas weiches stieß.

'Scotty! Ich habe mit Scotty geschlafen' errötend dachte Leonard an die letzte Nacht zurück. Trotz seines reichlichen Alkoholkonsums waren die Erinnerungen an die letzte Nacht allzu deutlich. Wie sollte es nun weiter gehen mit ihm und Scotty? Er hätte nichts dagegen einzuwenden, eine dauerhafte Beziehung einzugehen. Und nach ihrem Gespräch in der letzten Nacht, war er sicher, Scotty hatte auch nicht bloß einen lose "One-Night-Stand" gewünscht.

Leonard erinnerte sich, wie sie sich gegenseitig entkleidet hatten, unterbrochen immer wieder von heißen Küssen. Und dann hatte er zum ersten Mal in seinem Leben nackt mit einem anderen Mann im Bett gelegen. Aber irgendwie hatte es sich richtig angefühlt.

Scotty war immer ein guter Freund gewesen, konnte er jetzt mehr werden? Leonard hatte zumindest seine Zärtlichkeiten sehr genossen. Wer hätte ahnen können, dass hinter dem rauen Techniker so ein sanfter Liebhaber steckt.

Und dann war Scotty irgendwann behutsam in ihn eingedrungen. Und zu Leonards Überraschung klang der Schmerz schnell ab und er empfand nur noch Vergnügen bis es für beide - wohl auch bedingt durch zuviel Alkohol - viel zu schnell vorbei war.

Die Erinnerung darin bliebt nicht ohne Wirkung auf einen gewissen Teil seines Körpers. Vorsichtig schob er seine Hand unter die Bettdecke. Doch als er begann, sich selbst zu streicheln, wurde seine Hand plötzlich resolut weggeschoben. "Lass' mich das machen.", flüsterte Scotty in sein Ohr.

Leonard zuckte überrascht zusammen, drehte sich dann vorsichtig um. Scotty musterte ihn aufmerksam. "Du bereust doch nichts, oder?" fragte der Schotte dann schließlich zaghaft.

Leonard schüttelte den Kopf. "Nein ich danke Dir für die letzte Nacht und dafür, dass Du mir die Augen geöffnet hast, vor allem jedoch dafür, dass Du meine Einsamkeit vertreiben hast."

Scotty lächelte und bevor er sich zu einem Guten-Morgen-Kuss zu seinem neuen Partner beugte, antwortete er: "Dafür sind gute Freunde doch da."

-Ende-

--------------------------------------------------

Zurück/Back