Wer solche Freunde hat... braucht keine Feinde

Wer solche Freunde hat... braucht keine Feinde

von T'Len
tlen2@freenet.de



2006
Fandom: SK Kölsch
Charaktere: Jupp Schatz, Klaus Taube
Kategorie: G
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Archiv: Fanfictionparadies, GSSU, andere bitte Fragen
Summe: Gute Taten werden bestraft. Da will Jupp einmal nett zu Klaus sein und tritt prompt ins nächste Fettnäpfchen und zwar gewaltig.

Fortsetzung zur Folge „Blutspur“ (07/01) Schatz hat den Mord an einem Journalisten aufzuklären, der über illegalen Organhandel recherchierte. Als er eine potentielle Zeugin vom Flughafen abholen will, stößt er unerwartet auf Taube. Der hat seinen Karibikurlaub Knall auf Fall abgebrochen, weil er seinen Partner mit dem Surflehrer im Bett erwischte, wie er Jupp nach einer Zeit gesteht.

The TOS Twins and Friends: http://tostwins.slashcity.net
Fanfiction in Deutsch und Englisch: Star Trek, M*A*S*H, Sherlock Holmes, Karl May, (T)Raumschiff, Die Schöne und das Biest, Kung Fu, Die 2, Adelheid und ihre Mörder, Sledge Hammer, Monk und vieles mehr.
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Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.


„Kommst du noch mit auf ein Kölsch ins Rättematäng?“, fragte Jupp Schatz nachdem er das Auto vom Parkplatz des Flughafens gesteuert hatte. Gerade hatten sie Sanja Savicevic verabschiedet, wohlbehalten und mit einer kleinen Summe ausgestattet. Wenigstens dieses Opfer des Organhandels war somit verhindert worden und die Mörder des Journalisten, der alles ins Rollen brachte, saßen mittlerweile sicher hinter Schloss und Riegel. Ende gut, alles gut. Zumindest dienstlich.

„Setz’ mich bitte Zuhause ab“, erwiderte Klaus Taube. „Ich muss einiges erledigen.“

Jupp blickte seinen Partner von der Seite an. „Alles okay mit dir?“, fragte er. Einige Tage zuvor war Taube überraschend vorzeitig aus seinem Karibikurlaub zurückgekehrt. Nach einigem Bohren hatte er Jupp schließlich gestanden, seinen Partner mit dem Surflehrer im Bett erwischt zu haben und erklärt, er wolle nun nichts mehr von dem Herrn wissen. Seitdem hatte er sich vor allem in die Arbeit gestürzt.

“Sicher“, erwiderte Klaus einsilbig.

///

Eine Stunde später klingelte Jupp an Taubes Wohnungstür.

„Gibt es ein Problem?“, fragte Klaus überrascht, als er sah, wer da vor seiner Tür stand, denn bei einem Notfall hätte Jupp ihn normalerweise telefonisch vorgewarnt, dass er ihn abholen kam.

„Äh... nein“, stotterte Schatz. „Ich wollte nur mal kucken, ob du wirklich okay bist:“

Taube bat ihn herein. „Willst du was trinken? Ich habe aber kein Kölsch da.”

Jupp schüttelte den Kopf und folgte Klaus ins Wohnzimmer. Neugierig blickte er sich um. Er war nur wenige Male bei Taube gewesen, wenn er ihn zur Arbeit abholte, und eigentlich nie weiter als bis in den Flur gekommen. Wenn sie sich privat trafen, dann im Rättematäng, der Kneipe von Jupps Ex-Frau Ellen.

Nun bemerkte er, dass das Wohnzimmer sehr hell und modern eingerichtet war. Er verstand zwar nichts von Möbeln, aber irgendwie sah das Zeugs ziemlich teuer aus. Wahrscheinlich alles Designersachen, genauso edel wie Taubes Klamotten. Er fragte sich, wie der das nur alles bezahlte. Er selber hatte ja irgendwie nie Geld. Und so gut wurden sie ja nun auch nicht bezahlt, fand er zumindest.

Auf dem Glastisch in der Mitte stand eine Reisetasche, in der Klaus gerade ein Hemd verstaute.

„Willst du deinen Urlaub doch noch nehmen?“, fragte Jupp.

„Nein“, erwiderte Klaus knapp. Ein paar Socken folgten dem Hemd, ziemlich achtlos hineingestopft, was gar nicht zum sonst so korrekten Taube zu passen schien

„Oh, verstehe, das sind seine Klamotten“, erwiderte Jupp. Irgendwie fühlte er sich unwohl. Es war eine blöde Idee gewesen, herzukommen. Was sagte man bloß einem Mann, den sein Mann gerade betrogen hatte? Als Ellen ihn rauswarf, hatte er sich einfach drei Tage lang besoffen, um das ganze zu vergessen. Und dann war er zum Alltag übergegangen. Seiner Meinung nach sollte Taube das auch tun. Und ehrlich gesagt, schien er alles doch ziemlich gut zu nehmen, wie ein richtiger Mann eben.

„Ich wusste gar nicht, dass ihr zusammengewohnt habt“, sagte er schließlich.

„Haben wir auch nicht“, erwiderte Taube und verschwand kurz aus dem Zimmer. Als er zurückkam warf er eine Zahnbürste und einen Kamm in die Tasche. „Du weißt doch, wie das ist, wenn man zusammen ist. Es sammelt sich halt etliches bei dem anderen an.“

„Ja“, erwiderte Jupp lahm. Eigentlich wusste er es nicht. Wenn er bei einer Frau eine Nacht verbrachte, hatte er in der Regel nicht mal eine Zahnbürste dabei. Aber vielleicht war das bei Schwulen ja anders. So eitel wie die waren, kamen die wahrscheinlich selbst zu einem One-Night-Stand mit einem Koffer voller Klamotten zum Wechseln und diversen Kosmetika.

Er erblickte ein Bild, dass auf einer Kommode stand. Es zeigte Klaus und einen weiteren Mann, etwa in seinem Alter. Beide hatten ihr Hemd leger geöffnet und lachten in die Kamera. Offensichtlich ein Urlaubsfoto.

„Ist er das?“, fragte Jupp.

„Ja.“ Taube nahm ihm das Foto ab, sah es einen Moment lang nachdenklich an und verstaute es dann entschlossen ebenfalls in der Tasche.

“Warum hast du ihn mir eigentlich nie vorgestellt?“, fragte Jupp.

Klaus zuckte mit den Schultern. „Es ergab sich nicht. Außerdem, ich dachte, ein Schwuler ist schon mehr als du ertragen kannst:“

„Ach komm, so schlimm bin ich auch nicht“, erwiderte Jupp und folgte Taube ins Schlafzimmer. Auch das war mit hellen, modernen Möbeln eingerichtet. In der Mitte stand ein französisches Bett, das mit schwarzer Satinbettwäsche bezogen war.

Während Taube den Schrank durchsah, ob er etwas vergessen hatte, fiel Jupps Blick auf die offene Schublade eines Nachttischs.

„Ich dachte, so was benutzen nur Frauen“, sagte er und zog einen Dildo daraus hervor.

Taube nahm ihm das Teil sofort ab und warf es in den Papierkorb, der in der Ecke des Zimmers stand.

„Brauchst du den nicht gerade jetzt?“, fragte Jupp.

Klaus drehte sich zu ihm um. „Jupp, was willst du eigentlich hier?“, fragte er, sichtlich genervt.

Schatz zuckte mit den Schultern. „Kucken ob du okay bist“, sagte er. „Ellen meinte, ich soll mal nach dir schauen, mit dir reden. Du weißt schon... so von Mann zu Mann. Dich ein bisschen aufmuntern.“

„Ellen?“, fragte Taube. Er wusste es ja durchaus zu schätzen, dass Jupp sich bemüht hatte, tröstende Worte zu finden und ein gewisses Mitgefühl zu zeigen. Aber er würde es wirklich vorziehen, wenn sein Privatleben auch privat bliebe und nicht im Rättematäng herumerzählt wurde. Und eigentlich wäre er jetzt ganz gern allein. „Sag du noch mal was über Klatschweiber.“

„Was sollte ich denn machen?“, erwiderte Jupp. „Sie hat sich gewundert, warum du eher aus dem Urlaub zurück gekommen bist aber heute nicht mit ins Rättematäng wolltest. Da musste ich es ihr doch erklären oder etwa nicht?“

„Schon mal was von Ausreden gehört?“, erwiderte Taube.

Das Klingeln des Telefons enthob Jupp weiterer Erklärungen. Klaus ging in den Flur und warf einen kurzen Blick aufs Display. Dann wandte er sich wieder ab.

“Willst du nicht rangehen?“, fragte Schatz, der ihm gefolgt war.

„Nein“, erwiderte Klaus knapp.

„Ist er das?“, wollte Jupp wissen. „Soll ich ihm mal richtig die Meinung geigen?“

„Nein... Jupp, nicht.“

Bevor Klaus ihn daran hindern konnte, hatte Jupp bereits den Hörer abgehoben. „Hör zu, du untreues Stück Scheiße“, brüllte er hinein. „Du brauchst gar nicht wieder angekrochen kommen und um Verzeihung betteln. Du kannst Klaus mal, das heißt du kannst ihn natürlich nicht mehr. Fick ruhig weiter den Arsch deines Surflehrers.“

Klaus lehnte an der Wand, leichenblass und eine Hand vor dem Gesicht. „Jupp“, sagte er flehentlich.

Doch der kam erst richtig in Fahrt. „An Taubes kommst du jedenfalls nicht mehr ran. Verstanden? Also verpiss dich! Was? Wer hier ist? Sein Schatz.“ Jupp grinste über die Doppeldeutigkeit seines Namens. „Was?... Oh... äh... Entschuldigung.“

Er reichte Taube den Hörer. „Deine Mutter“, erklärte er.

Als Klaus den Hörer entgegennahm, sagte er: „Danke Jupp. Du hast mich gerade geoutet, nachdem ich über 20 Jahre erfolgreich mein Schwulsein vor meiner stockkonservativen Familie geheim halten konnte.“

Ende

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