Ein Esel kommt selten allein.

Ein Esel kommt selten allein.

by T'Len (2001)
tlen@freenet.de



Serie: TOS
Paarung: Mc/Sc
Code: G, Humor
Archiv: GSSU, Fanfiction Paradies, andere bitte fragen.
Feedback: tlen@freenet.de
Summe: August-Challenge, Urlaubs"freuden"
Die Story ist Teil des Tuppertrek-Iniversums der "verrückten Hühner" (Lady Charena und myself).

The TOS Twins: Stories in deutsch und englisch von Lady Charena und T'Len http://tostwins.slashcity.net

Disclaimer: Paramount/Viacom gehört das ganze Star Trek Universum plus Inventar. Ich habe die Jungs nur für ein bisschen Spaß ausgeborgt. Keine Rechte sollen verletzt werden. Keine Kohle wird damit gescheffelt. Es ist nur "fanfiction" und wer zu jung ist, sollte wo anders spielen gehen.

Vielen Dank an Lady Charena für ihre nie nachlassende Hilfe.


"Daddy, ich mag nicht mehr laufen."

"Onkel Pille, mir tun die Füße weh."

"Ich will ein Eis, Daddy!"

"Krieg' ich auch eines, Onkel Pille?"

"Mir bitte auch eines, Len."

Leonard McCoy seufzte leise vor sich hin. Dies war mit Sicherheit der schrecklichste Urlaub seines Lebens. Wie honigsüß hatten doch Jims Versprechungen geklungen. "Wir nehmen ein schön großes Ferienhaus zusammen und wechseln uns mit der Kinderbetreuung ab. So haben wir alle endlich mal wieder etwas Zeit für uns selbst."

Scotty war so begeistert von dem Plan gewesen, dass er spontan und ohne seine Zustimmung abzuwarten, zugesagt hatte. Da natürlich auch die Kinder es toll fanden, die Sommerferien mit ihren Freunden zu verbringen, blieb ihm nichts anderes übrig, als seinen Segen ebenfalls zu geben.

Jetzt wusste er, er hätte es besser nicht tun sollen. Wie kam es nur, dass an jenen Tagen, an denen Jim und Spock für den Nachwuchs zuständig waren, immer herrlichstes Sommerwetter herrschte, während er und Scotty die trüberen Tage abfassten?

Während seine Freunde nichts weiter zu tun hatten, als die Kinder am Strand zu beaufsichtigen, hatten sie schon sämtliche Vergnügungs- und Tierparks der weiteren Umgebung abgeklappert. Dabei war natürlich nicht an Erholung zu denken. Wie gern hätte er mal wieder etwas Golf gespielt. Auch regelmäßig im Meer zu schwimmen, wäre schön gewesen. Seine Figur hätte es ihm sicher gedankz.

Jim und Spock dachten da ja eher an anderen "Sport". Bestimmt wälzten sie sich heute wieder den ganzen Tag im Bett während er langsam aber sicher Plattfüße bekam. Und morgen würden Scotty und er wieder so erschöpft sein, dass an ein befriedigendes Sexleben ihrerseits nicht mehr zu denken war. Um ehrlich zu sein, sie hatten in diesem Urlaub nicht ein einziges Mal...

Er seufzte vor sich hin und verscheuchte gleichzeitig mit der Hand eine lFliege, die es sich gerade auf seiner Nase gemütlich machen wollte. Dieser Eselpark war wirklich der schlimmste Ort, den sie bisher aufgesucht hatten. Überall Insekten und bessere Luft hatte er auch schon mal gerochen.

Während er noch überlegte, ob er die Kinder mit dem Versprechen auf einen extra-großen Eisbecher von diesem schrecklichen Ort fort locken konnte, war deren Aufmerksamkeit längst vom Thema Eis weg und hin zu einem kleinen Eselfohlen gelenkt worden.

"Ist es nicht süß?", rief Scarlett begeistert. "Und was für große Ohren es hat."

"Genau wie Onkel Spocks", warf ihr Bruder ein und erntete damit natürlich sofort Tommys Zorn.

"Gar nicht wahr und du bist doof" rufend wollte er sich mit geballten Fäusten zur Verteidigung seines Vaters aufmachen, doch Leonard trat rasch zwischen die jungen Streithähne.

"Genug!", befahl er energisch. "Duncan, so etwas sagt man nicht. Und Tommy, dir sollten deine Väter eigentlich beigebracht haben, dass man mit Gewalt keinen Streit löst und schon gar nicht so gegen jüngere vorgeht."

Sara hatte in der Zwischenzeit einige Schilder in der Nähe studiert und lenkte mit ihrem Bericht das allgemeine Interesse in eine andere Richtung. "Hier kann man auch Eselkutschfahrten machen."

Natürlich waren die übrigen Kinder sofort Feuer und Flamme für die Idee. "Machen wir das?" "Oh bitte!" und "Au fein!" schallte es aus allen Mündern.

Leonard jedoch bleibt skeptisch - erst recht, nachdem er sich selber kundig gemacht hatte. "Ich weiß nicht. Hier steht, man muss die Kutschen selber lenken. Keiner von uns hat Erfahrung mit so einem Fortbewegungsmittel."

Bei seinem Gatten hatte er damit allerdings wohl den falschen Nerv getroffen. "Ach komm' schon, Len, wie schwer kann das sein? Ich habe schließlich ein Raumschiff geflogen, da werde ich wohl mit einem Esel zurechtkommen."

///

"Wie schwer kann es schon sein? Und ich habe schließlich ein Raumschiff geflogen." Voller Sarkasmus äffte Leonard Scotty eine halbe Stunde später nach.

"Ich finde das gar nicht komisch" knurrend, stand jener recht ratlos vor ihrem Eselkarren und blaffte den Vierbeiner an: "Nun beweg' dich schon."

Leonard ließ sich - immer ein wachsames Auge auf die Wiesenblumen pflückenden Kinder habend - im weichen Gras unter einem Schatten spendenden Baum nieder. Die Wiese war die vorläufige Endstation ihrer recht holprigen Fahrt über Stock und Stein gewesen. Da es nicht so aussah, als würde sie in Kürze weitergehen, konnte er es sich schließlich auch bequem machen. "Ich glaube kaum, dass dies etwas hilft", bemerkte er spitz in Richtung seines Göttergatten.

Dieser war mittlerweile echt sauer. "Tu du doch etwas, um dieses störrische Vieh zu bewegen. Du bist doch der psychologisch Geschulte hier."

"Ich bin Arzt und kein Veterinär. Und außerdem habe ich Urlaub." Er ließ sich auf dem Rücken sinken und atmete tief den würzigen Duft des Grases ein. Für einen Moment überlegte er, ob er Scotty nicht doch darauf aufmerksam machen sollte, dass die Hinterachse ihres Gefährtes gebrochen schien. Der Esel hatte das ganz offensichtlich bemerkt und verweigerte deshalb jedwede Fortsetzung ihrer Fahrt.

Früher oder später würde sicher auch der "Herr Ingenieur" darauf kommen, aber bis dahin sollte er ruhig auch etwas schwitzen. Schließlich verdankte er ihm den Urlaub in dieser stressigen Form.

Außerdem war es einfach zu amüsant, zu sehen, wie Scotty auf das Tier einsprach. Wie hieß es doch so schön: Ein Esel kommt selten allein?

-Ende-

---------------------------------------------------

Zurück/Back