Erinnerungen

Erinnerungen

von T'Len (2003)
tlen2@freenet.de



Serie: TNG
Paarung: Bev. Crusher/K'Ehleyr
Code: NC-17 (f/f-slash)
Feedback: tlen2@freenet.de
Summe: Nach K'Ehleyrs Tod erinnert sich Beverly an ihre erste Begegnung mit der Klingonin.

Disclaimer: Paramount/Viacom gehört das ganze Star Trek Universum plus Inventar. Ich habe die Mädels nur für ein bisschen Spaß ausgeborgt. Keine Rechte sollen verletzt werden. Keine Kohle wird damit gescheffelt. Es ist nur "fanfiction" und wer zu jung ist oder f/f nicht mag, sollte wo anders spielen gehen.

Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.


Persönliches Logbuch, Beverly Crusher.

Als Arzt gebe ich meinen Patienten oft den guten Rat, über ihre Probleme zu sprechen. Ich wünschte, ich könnte dem nun Folge leisten, aber ich fürchte, es gibt kaum jemanden, mit dem ich über dieses Thema reden kann. Aber vielleicht ist es hilfreich, wenn ich meine Gedanken wenigstens aufzeichne.

K'Ehleyr ist tot. Ich fühle mich so voller Trauer. Trauer über eine brillante junge Frau, deren Leben viel zu früh ausgelöscht wurde. Trauer für einen einsamen, kleinen Jungen, der den einzigen Verwandten verlor, den er sein bisheriges Leben lang kannte. Trauer über eine talentierte Botschafterin, die höchst wahrscheinlich noch viel Gutes für eine Menge Leute hätte leisten können.

Aber am meisten trauere über die leidenschaftliche klingonische Kriegerin mit der ich einst für eine Nacht das Bett teilte.

Es geschah auf Aeskulap IV, einer der größten medizinischen Basen der Föderationen. Ich war dort für einige Lehrgänge, nachdem ich mich entschieden hatte, meine Karriere wieder zu intensivieren. Wesley, der während der Wochen meiner Weiterbildung in einem Ferienlager auf der Erde war, war alt genug, um einige Veränderungen in unserem Leben zu verkraften. Ich wollte gern im Weltraum arbeiten - teilweise weil ich eine neue Herausforderung suchte, teilweise weil ich wünschte, dass Wes mehr über seinen Vater und dessen Leben erfuhr, wenn er ein ähnliches lebte. Ich hoffte auch, dass er verstehen würde, warum sein Vater das Leben auf einem Raumschiff so sehr geliebt hatte, dass er es auch für seine Familie nicht aufgeben konnte. Ich wünschte, dass mein Sohn nicht das Universum, die Flotte oder gar Jean-Luc für den frühen Tod seines Vaters verantwortlich machte. Er sollte sehen, dass solche Dinge - wie tragisch sie auch sein mögen - einfach passieren, dass sie zum Leben gehören und dass die Wunder des Weltraums solche Risiken rechtfertigen..

Es war mein letzter Tag auf der Basis. Ich hatte alle meine Kurse mit Erfolg beendet und freute mich darauf, bald meinen Sohn wiederzusehen, aber auch auf meine baldige Versetzung an Bord eines Raumschiffes. Am späten Abend kontaktierte mich der Quartiermeister der Basis und fragte mich, ob ich ein Problem hätte, mein Zimmer für diese letzte Nacht mit einem anderen Gast zu teilen. Im Augenblick wäre die Basis übervölkert und in meinem Doppelzimmer sei das einzige noch freie Bett. Selbstverständlich stimmte ich zu.

Meine Mitbewohnerin entpuppte sich als eine junge, attraktive Klingonin. Das überraschte mich dann doch. Obwohl die Klingonen mittlerweile unsere Verbündeten waren, hatte ich noch nie einen ihrer Ärzte in unseren medizinischen Einrichtungen gesehen. Außerdem war die Frau fast noch ein Kind. Sie sah mir zu jung aus, um bereits Ärztin zu sein.

Als ich sie danach fragte, war die einzige Antwort, die ich bekam, ihren Namen - K'Ehleyr und dass sie für einige Untersuchungen auf Aeskulap IV war. Das überraschte mich fast noch mehr. Klingonen waren dafür bekannt, freiwillig schwerlich die Hilfe von Föderationsärzten anzunehmen. Sie hielten uns wohl für zu verweichlicht, um einen Krieger angemessen zu behandeln. Davon abgesehen, das Klingonen üblicherweise einen ehrenhaften Tod einer längeren Leidenszeit vor zogen. Sie war nicht bereit, mir mehr über die Gründe ihrer Anwesenheit zu erzählen, entkleidete sich und schlüpfte unter die Decke.

Ich machte mich ebenfalls fertig und legte mich nieder. Einige Stunden später weckten mich gedämpfte Geräusche. Ich brauchte einige Momente bis ich realisierte, dass es sich um Schluchzer handelte. Eine weinende Klingonin? Das war nun wirklich überraschend.

Meine medizinischen und mütterlichen Instinkte kamen zum Vorschein und ich tastete nach ihr. Beruhigend streichelte ich über ihr Haar. Nach einer Weile verstummte das Weinen. "Wenn Sie reden möchten, ich bin hier," flüsterte ich. Ich war sicher, wenn eine Klingonin weinte, musste es dafür gewichtige Gründe geben. Doch vielleicht konnte ich etwas Trost spenden oder einen Rat geben.

Eine ganze Weile herrschte Stille im Raum, dann begann sie zu sprechen. Sie erzählte mir, dass sie schwanger sei. Sie und ihr Freund hatten sich aber getrennt, da sie unterschiedliche Zukunftspläne verfolgten, und nun war sie nach Aeskulap IV gekommen, um ihre Schwangerschaft beenden zu lassen.

Als ein Doktor ist es mein oberstes Ziel, Leben zu erhalten. Aber selbstverständlich akzeptiere ich das Recht einer Frau, sich gegen ein Kind zu entscheiden. Wer weiß, wie ich unter anderen Umständen entschieden hätte. Wenn Jack eher verunglückt wäre...

"Jeder hier erzählt mir, dass ich mein Kind behalten soll," sagte K'Ehleyr. Aber der Grund dafür sei einzig und allein wissenschaftliche Neugier. Nachdem sie mir erklärt hatte, das sie halb menschlich sei, konnte ich meine Kollegen verstehen. Eine natürliche Schwangerschaft bei ihrer Herkunft war ein wahres Wunder - und weitere Untersuchungen allemal Wert.

Ich rutschte naher an K Ehleyr heran und legte meine Arme um sie, während sie mir mehr von sich erzählte. Ich könnte spüren, dass sie sich nicht sicher war, was sie tun sollte. Es gab vieles zu bedenken. Klingonen ehrten die Familie sehr. Ein Teil von ihr wollte dieses Kind unter allen Umständen. Aber da gab es auch ihre aussichtsreiche Karriere im diplomatischen Korps, die gerade erst richtig begonnen hatte. Konnte sie diese mit den Bedürfnissen eines Säuglings unter einen Hut bringen, zumal als alleinerziehende Mutter? Oder sollte sie sich um Versöhnung mit dem Vater bemühen und ihre eigenen Zukunftspläne zu seinen Gunsten aufgeben? Abtreibung war ihr als der leichteste Ausweg aus all diesen Fragen erschienen. Aber jetzt überkamen sie wieder Zweifel. Bisher hatte sie niemanden gehabt, mit dem sie darüber reden konnte. In jenem Moment erschien sie mir wie ein kleines Mädchen, dass dringend den Rat eines Erwachsenen suchte.

Während ich meine Hände beruhigend über ihrem Körper wandern ließ, ihre Brust und ihren Bauch liebkoste - ich bin heute noch nicht sicher, warum ich es tat, aber mir schien, sie würde körperliche Nähe brauchen, um sich zu beruhigen, begann ich von meinem Leben zu erzählen. Ich berichtete von meiner eigenen Schwangerschaft, von der unbändigen Freude, die ich empfand, als ich Wesley zum erstem Mal in meinen Armen hielt. Und ich erzählte ihr von Jacks Tod, meiner unendlichen Trauer, aber auch wie ich schließlich mein Leben und meinen Beruf - allein mit meinem Sohn - in den Griff bekam. Ich versuchte ihr zu vermitteln, dass starke Frauen wie wir in der Lage sind alle Probleme zu meistern - auch ohne Partner.

Sie hörte mir stumm zu. Auch nachdem ich meine Erzählung beendet hatte, setzte ich die Liebkosungen ihres Körpers fort. Als Ärztin weiß ich natürlich um die bisexuellen Tendenzen der meisten Menschen - und auch anderer Rassen. Aber mit Ausnahme einer kurzen Affäre mit meiner Zimmergenossin an der Akademie gab ich dem lesbischen Teil in mir nie nach.

Ich hatte mit Sicherheit keine Verführung geplant, als das alles begann.. Doch irgendwie wurden meine Liebkosungen mit der Zeit immer erotischer. Ich wusste wohl, dass sie leicht meine Hand brechen könnte - oder meinen Hals - aber unwillkürlich spürte ich, dass diese Zärtlichkeit genau das war, was K 'Ehleyr in diesem Augenblick brauchte und wollte. Und ich auch.

Meine Hände glitten immer wider über ihren Körper, liebkosten starke, muskulöse Schenkel und sanfte Brüste. Als ich schließlich ihre Genitalien berührte, griff sie plötzlich nach meiner Hand. Von einem Moment zum anderen - und bevor ich es richtig realisierte - war das kleine, verunsicherte Mädchen verschwunden und hatte einer starken Kriegerin Platz gemacht, die genau wusste, was sie wollte. "Wissen Sie, was Sie da tun?", knurrte sie.

"Ja", antwortete ich. Doch wusste ich es wirklich? Was mochte ich da entfesselt haben? Zweifel wären allerdings sowieso zu spät gewesen. K' Ehleyr drückte meine Arme über meinem Kopf, rollt sich dann auf mich. Ihre Lippen suchten die meinigen zu einem leidenschaftlichen Kuss. Als sie in meine Unterlippe biss, stöhnte ich auf, aber bald war der Schmerz verflogen und ich spürte förmlich, wie Erregung durch meinen Körper schoss.

Ihr raues Vorgehen, als sie mich überall biss und kratzte, erregt mich unglaublich. Sie war leidenschaftlich und stark und wild - und ich liebte es. Nie zuvor hatte ich so wilde Leidenschaft bei meinem Partner erlebt, aber ich fürchtete ihre Kräfte nicht. Ich war sicher, sie würde mich nicht verletzten. Nach einer Weile verlor ich meine Passivität und begann sie ebenfalls zu beißen und zu kratzen. Und ich muss gestehen, ich genoss unsere Ungezügeltheit - wie Tiere, die man nach langer Gefangenschaft endlich wieder von der Leine lässt.

Wir würden beide für die nächsten Wochen nur lange Kleidung tragen müssen, um die Male, die unsere Zähne und Fingernägel hinterließen, zu überdecken. Aber ich scherte mich für den Moment nicht darum. Es war so erotisch, so heißt, so purer Sex, dass nichts anderes zählte. Als sie ihre Finger in mich stieß, kam ich wie selten zuvor. Ihr Schrei einen Moment später erschütterte das ganze Zimmer.

Ich musste am nächsten Morgens abreisen. Wir haben nicht mehr viel mit einander geredet bis dahin. Es gab nichts zu sagen. Wir wussten beide, dass diese Nacht nur eine Episode in unseren Leben gewesen war. Wir hatten einander gebraucht an diesem Wendepunkt. Nun würde jede ihren eigenen weiter Weg gehen. Mehr war nicht nötig. Ich hoffte für sie, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen würde. Aber sie war eine starke Frau, sie würde ihr Leben meistern, da war ich mir sicher.

Ein paar Monate später bekam ich eine kurze Nachricht. Sie bestand nur aus zwei Wörtern: "Vielen Dank" und dem Bild eines Klingonischen Babys, ein Junge. So wusste ich, sie hatte sich letztendlich für ihr Kind entschieden. Ein bisschen hoffte ich, auch meinetwegen.

Und jetzt ist K'Ehlyer tot. Vielleicht werde ich Alexander eines Tages erzählen, dass ich seine Mutter vor seiner Geburt kennen lernte. Vielleicht erzähle ich ihm sogar, dass ich denke, dass ich einen kleinen Anteil in der Tatsache habe, dass er geboren wurde. Es denke, dass seine Mutter durch diese gemeinsame Nacht die Kraft fand, ihr Leben zu meistern. Vielleicht war es ja mein Gespräch mit ihr oder unser Sex - ich weiß nicht, aber ich hoffe es - für meinen eigenen Seelenfrieden.

Ich werde ihm - oder gar Worf - natürlich nicht erzählen, dass ich mit seiner Mutter geschlafen habe. Ich habe kein Interesse an klingonischer Eifersucht, geschweige denn daran, die Erinnerungen eines kleinen Jungen an seine Mutter zu trüben. Ich wünschte nur, dass ich in den letzten Tagen mehr Zeit gehabt hätte, mit ihr zu sprechen, sie besser kennen zu lernen.

Und wenn ich nun auf mein leeres, einsames Bett schaue, vermisse ich sie wirklich. Nicht, dass es Liebe zwischen uns gewesen wäre, dafür kannten wir uns viel zu wenig. Es war einfach guter, alter, hartes Sex - und dennoch vermisse ich sie. Im Endeffekt bin ich auch nur ein Wesen aus Fleisch und Blut mit Begierden und Leidenschaften - und schon viel zu lange allein.

Sie war eine bemerkenswerte Frau, auf jede erdenkliche Art und Weise. Ich werde ihre Erinnerung stets wie einen kostbaren Schatz hüten.

Eintrag Ende.

---------------------------------------------------

Zurück/Back