Ehestreit

Ehestreit

von T'Len
tlen2@freenet.de



2006
Serie: Die Zwei
Paarung: Brett/Danny
Altersangabe: NC-17
Hinweise: m/m-slash, Humor
Summe: Mit dem Nachwuchs will es logischerweise bei Brett und Danny nicht klappen, entsprechend hängt der Haussegen schief.
Fortsetzung zu Lady Sinclair
Feedback: tlen2@freenet.de

Disclaimer: Ich habe die Jungs nur für ein bisschen Spaß ausgeborgt. Keine Rechte sollen verletzt werden. Keine Kohle wird damit gescheffelt. Es ist nur "fanfiction" und wer zu jung ist, sollte wo anders spielen gehen. Vielen Dank an Lady Charena für ihre nie nachlassende Hilfe.


„Lust auf ein bisschen Morgengymnastik, Durchlocht?“ Danny presste sich an Brett und machte mit ein paar eindeutigen Bewegungen deutlich, welche Art von „Sport“ er im Sinn hatte.

Zwar noch etwas verschlafen aber nichtsdestotrotz zustimmend brummte Brett. Eine Aufforderung, die Danny sich nicht zweimal sagen ließ.

Doch als er nach einigen Minuten quasi zum „Endspurt“ ansetzen wollte, klingelte das Telefon. „Was sind das denn für unhöfliche Störenfriede?“, knurrte er. „Wer ruft zu dieser frühen Morgenstunde an. Können anständige Menschen an einem Sonntag nicht mal mehr in Ruhe vögeln?“

Brett warf einen Blick auf den Wecker. „Es ist 11 Uhr“, stellte er fest. „Anständige Menschen sind um diese Zeit bereits aus der Kirche zurück.“

Danny schnaubte nur abfällig und drang ungeachtet des Klingelns in Brett ein. Der Lord hingegen streckte sich zum Telefon. „Du willst doch nicht rangehen?“, fragte Danny.

„Es könnte ja wichtig sein“, erwiderte Brett. „Halt still!“

Danny brummte etwas unverständliches während Brett sich meldete. „Tante Agatha, welche Überraschung.... Ja, es geht mir gut. Danny... Danielle auch. Natürlich.“

„Und wie es mir gut geht“, murmelte Danny und bekräftigte das mit einigen eindeutigen Bewegungen. Brett stöhnte heißer auf.

„Was?... Es geht mir wirklich gut, Tante. Nur etwas Kratzen im Hals... Ja, werde ich einnehmen Tante. Bestimmt, versprochen.“

„Ist die alte Schachtel nicht bald fertig? Wir haben wichtigeres zu tun“, maulte Danny, der nur die eine Hälfte der Unterhaltung mitbekam und gar nicht daran dachte mit ihrem Sex aufzuhören, während Brett sich bemühte, ihn abzuschütteln.

„Sei still“, zischte Sinclair und dann in den Hörer: „Danielle lässt dich lieb grüßen, Tante Agatha... Nein, ich fürchte wir werden es auch nächstes Wochenende... dringende Geschäfte... wir müssen wohl nach Frankreich. Du weißt doch, Dan... Danielle leitet die Ölfirma ihrer Familie... Ja, vielleicht übernächstes Wochenende...“ Brett seufzte innerlich. Langsam gingen ihm echt die Ausreden aus. Er konnte nicht umhin, sich zu fragen, was passieren würde, wenn er seiner Tante einfach sagte: „Meine Frau ist ein Mann und der fickt mich gerade.“ Wahrscheinlich würde seine Tante auf der Stelle tot umfallen, seine Familie ihn enterben und mit Schimpf und Schande aus dem Land jagen. Momentan schien ihm diese Vorstellung geradezu verlockend. Zumindest würde es den scheinbar unerschöpflichen Redefluss seiner Tante stoppen.

Brett versuchte sich wieder aufs Gespräch zu konzentrieren. Daniel hatte glücklicherweise endlich von ihm abgelassen. „Nein, ich fürchte, noch nicht, Tante“, antwortete er. „Ja, das wäre nett. Sie wird es zu schätzen wissen... Auf Widersehen Tante, ja ich melde mich. Grüß Onkel George.“

„Na endlich“, knurrte Danny als Brett auflegte. „Ich wurde schon langsam kalt.“

Er wollte sich wieder über Brett beugen, doch der schob ihn zur Seite. „Tante Agatha lässt dich grüßen“, sagte er abweisend.

„Wie reizend von ihr“, erwiderte Danny.

„Sie fragt, wann wir sie endlich besuchen kommen.“

„Na wegen mir sofort.“

Brett seufzte. „Daniel, das hatten wir doch schon. Ich kann dich... Danielle nicht meiner Familie vorstellen.“

„Du findest mich nicht gut genug für euren alten Kasten“, schmollte Danny. „Dabei steck ich die ganze Sippe locker in den Sack.“

Brett beschloss, lieber nicht näher auf das Thema einzugehen. Zu oft hatten sie diese Diskussion schon geführt. Seinen Onkel mochte Daniel getäuscht haben, aber der Rest der Familie würde sofort durchschauen, dass hinter Bretts angeblicher Frau Danielle ein Mann steckte. Welchen Skandal das auslösen würde, konnte er sich nur allzu lebhaft vorstellen.

„Sie schreibt dir übrigens morgen einen Brief“, sagte er.

„Ach wie reizend, wirklich nette Person“, erwiderte Danny, ganz vergessend, dass er sich kurz zuvor noch über die Tante aufgeregt hatte.

„Mit der Adresse ihres Arztes“, ergänzte Brett.

„Aber ich bin nicht krank“, wunderte sich Danny.

„Ihres Frauenarztes. Sie ist der Meinung, dass du dich dringend untersuchen lassen solltest, weil du ein halbes Jahr nach unserer ‚Hochzeit’ immer noch nicht schwanger bist.“

„Ach, und das soll an mir liegen?“, empört richtete Danny sich auf. „Warum lässt du dich denn nicht untersuchen? Man weiß doch, wie viel Inzucht im Adel steckt und dass das impotent macht.“

„Daniel, wenn ich dich erinnern dürfte, das Problem unserer Kinderlosigkeit liegt darin, dass wir beide Männer sind“, sagte Brett ruhig.

„Du bist immer so pingelig“, maulte Danny.

Brett überlegte kurz. „Eigentlich ist Unfruchtbarkeit doch ein Scheidungsgrund. Ich könnte mich von Danielle trennen und jeder würde es verstehen.“

„Du willst mich wegwerfen, wie einen alten Lappen, nur weil ich dir keine Bälger in die Welt setzen kann?“ Empört sprang Danny aus dem Bett. „Da opfert man dem Kerl die besten Jahre seines Lebens und das ist der Dank. Man wird einfach abserviert.“

„Aber Daniel“, verwirrt blickte Brett seinem Freund hinterher, wie dieser seine Sachen aufraffte und ins Wohnzimmer stürmte. „Ich will mich doch nicht von dir trennen, nur von ihr.“

Als Brett im Wohnzimmer ankam hatte Danny sich bereits angezogen. „Wir sind doch gar nicht verheiratet, also können wir uns auch nicht scheiden lassen. Ich dachte ja nur, so könnten wir die Charade beenden“, versuchte er Danny zu beruhigen.

„So, eine Charade ist unsere Beziehung also für den werten Herrn Adeligen“, giftete Danny zurück. „Du kannst mich mal da, wo ich schön bin. Oder besser, du kannst mich nicht mehr. Dann heirate doch deine adlige Schnepfe, wenn du unbedingt einen Karnickelstall voller Kinder willst.“ Er stürmte zur Tür.

„Aber Daniel, das will ich doch gar nicht. Ich will doch nur, dass diese Lügen aufhören.“

Die Tür wurde geöffnet.

„Ich sage, ich habe mich von Danielle scheiden lassen, weil sie keine Kinder bekommen konnte und will sobald nichts mehr von einer Ehe wissen. Dann werden sie mich damit schon in Ruhe lassen.“

Danny trat durch die Tür.

„Und dich stelle ich als einen guten Freund vor. Ich nehme dich auch mit aufs Schloss. Sei doch nicht gleich so eingeschnappt“, bat Brett.

Die Tür fiel geräuschvoll ins Schloss.

„Und was ist mit unserem Frühsport?“, rief Brett.

„Mach’s dir selber“, kam die Antwort von draußen. Dann waren sich rasch entfernende Schritte zu hören.

Seufzend sank Brett in den nächsten Sessel. Das würde ihm wieder einiges kosten, Danny zu versöhnen.

Ende

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