Brüder

"Brüder"

by T'Len
tlen@freenet.de



Serie: ?
Paarung: m/m
Code: PG-13
Archiv: GSSU, Fanfiction Paradies, andere bitte fragen.
Feedback: tlen@freenet.de
Summe: Geheime Wünsche
Hm, noch vor Mitternacht, ja: also Mai-challenge

The TOS Twins: Stories in deutsch und englisch von Lady Charena und T'Len http://tostwins.slashcity.net

Disclaimer: Ausnahmsweise am Ende, verrät sonst zu viel

Anmerkungen: Ich möchte euch ein bisschen auf die Folter spannen und beim Lesen raten lassen, um wen es hier geht. Ich bin sicher, ihr habt alle schon von meinen Hauptpersonen gehört. Ich persönlich finde sie ein "faszinierendes" Paar und wollte immer schon mal was slashiges über sie lesen, habe aber nie etwas gefunden. Es ist also garantiert nicht K/S.

Widmung: Mit freundlichen Grüßen an meine "Seelenschwester" []


"Brüder"
T'Len
2001

Ich kann nicht anders, als jede deiner Bewegungen zu verfolgen. Die blau-schwarze Färbung deines langen Haars hat im fahlen Licht der Sterne und dem unruhigen Flackern unseres Lagerfeuers etwas ungeheuer mystisches an sich. Etwas geheimnisvolles. So geheimnisvoll, wie ich dich noch oft empfinde - auch nach all den Jahren, die wir uns nun schon kennen und obwohl du mich besser kennst, als sonst jemand auf dem ganzen Planeten.

Ich sehe wie deine Muskeln unter deiner engen Kleidung spielen. Elegant, fast zierlich und doch so stark. Wie so oft bei meinen heimlichen Beobachtungen, vergleiche ich dich auch diesmal mit einer Raubkatze, einem schwarzen Panther. Stets bereit, sofort zuzuschlagen und ungeheuer elegant.

Damals, als wir uns noch feindlich gegenüberstanden, habe ich deine Kraft gespürt und deine Eleganz bewundert. In den letzen Jahren hatte ich oft genug Gelegenheit, dich im Kampf zu beobachten - und in ruhigeren Zeiten, meinen geheimen Träumen und Sehnsüchten nachzuhängen.

Mein Blick klebt noch immer an deinem starken Rücken, deinen muskulösen Schultern, wandert dann hinunter zu den wohlgeformten Rundungen deines Hinterteiles. Da sind sie wieder - diese verbotenen Gedanken. Gedanken voller Leidenschaft und dem Begehren für etwas, was nicht sein darf. Nicht sein kann.

In Gedanken höre ich wieder die Stimme meines Vaters. Eine Stimme, die von Perversität und Abartigkeit spricht. Nicht zu mir, sondern zu seinen Freunden am Stammtisch. Dass ich - gerade acht Jahre alt - während ich die Kegel auf der benachbarten Bahn aufstellte, ihr Gespräch verfolgte, hatten sie wohl nicht bemerkt.

Genauso wie Vater später an diesem Abend nicht bemerkte, dass ich sein Gespräch mit Mutter belauschte, ihm seine Sorge äußern hörte, ich - der für mein Alter viel zu schwächliche Knabe - würde so enden, wie der Sohn unseres Nachbarn. Dieser war mit dem neuen Referendar der Schule in eindeutiger Situation erwischt worden. Sein Vater nahm sich ob dieser Schande das Leben.

Die Angst des meinigen, sein einziger Sohn könnte ein Perverser sein, verfolgte mich mein ganzes Leben lang. "Ein ordentlicher Mann lässt sich nicht mit einem anderen Mann ein." Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz gehört habe. Er prägte sich unerbittlich in mein Denken ein.

Mein Vater wäre wohl stolz auf mich, wenn er noch hätte erleben können, welches Leben ich heute führe. Voll Abenteuer und Gefahr. Und doch war es gerade dieses Leben, die mich die Person finden ließ, die mir mehr bedeutet als jeder andere Mensch, ja mehr als mein eigenes Leben.

Kann es wirklich Schande sein, einen anderen zu lieben? Liebe - auch dies ist so ein Wort, das ein Mann nicht denken, geschweige denn in den Mund nehmen sollte. "Jungen zeigen keine Gefühle" Auch dies ein oft gehörter Satz.

Aber ich Liebe dich. Und ich mag nicht mehr dagegen ankämpfen. Ich weiß nicht, was den Nachbarjungen und den Referendar damals verband. Vielleicht war es Liebe, vielleicht auch nur Begehren.

Ich habe es schon vor langer Zeit aufgegeben, vor mir selbst zu leugnen, dass ich auch letzteres für dich empfinde. Wie oft habe ich mir schon vorgestellt, deine so erstaunlich feingliedrigen Hände, die schon so viele Kämpfe führten, die es verstehen, Waffen so exzellent zu führen, liebkosend auf meiner Haut zu spüren?

Wie oft habe ich mir schon gewünscht, meine Hände durch dein langes, seidiges Haar zu kämmen, deine verführerischen Lippen auf den meinigen zu spüren? Ich weiß es nicht mehr. Zu lang hält der Traum schon an - ohne Hoffnung, ihn eines Tages Realität werden lassen zu können.

Du beugst dich nach vorn, um Iltschis Mähne zu striegeln. Erneut bewundere ich deine geschmeidigen Bewegungen. Eine davon lässt dich leicht zusammenzucken. Du musst noch immer Schmerzen in deiner linken Schulter haben, dort wo dich vor zwei Tagen ein Sioux-Pfeil traf.

Es war knapp, wie so oft bei unseren Unternehmungen. Zu knapp. Eines Tages wird ein Pfeil einen von uns an einer tödlichen Stelle treffen - vielleicht auch eine Gewehrkugel oder ein Tomahawk. Und dann wird es zu spät sein.

Verpasste Chancen und Gelegenheiten - es gab schon so viele in meinem Leben. Auf einmal bin ich nicht willig, noch eine weitere zuzulassen. Wir haben so viel miteinander erlebt und geteilt. Wir sind uns so nah, dass wir oft die Gedanken des anderen erraten können, bevor dieser sie überhaupt erst zu Ende gebracht hat.

Warum sollen wir dann nicht auch diesen letzten Schritt gehen? Vielleicht hat das Schicksal ja bestimmt, dass heute die Nacht der Wahrheit ist. Mein Gefühl sagt mir, dass du verstehen wirst., dass es Zeit ist für Offenheit

Noch während ich versuche, eine Entscheidung zu treffen, drehst du dich plötzlich zu mir herum. Für einen Moment fixieren mich deine dunklen Augen, als wolltest du mir direkt in die Seele blicken - dann lächelst du, während du mit ausgestreckten Armen auf mich zutrittst. "Mein Bruder, Charlie!"

-Ende-

Disclaimer: Wie wir alle wissen, hat Karl May Winnetou und Old Shatterhand erfunden. Ich wollte mit dieser kleinen Story weder seinem Erbe noch dem Karl-May-Verlag noch irgendwelchen anderen Rechte-Inhabern zu nahe treten. Es handelt sich, wie üblich, nur um nicht-kommerzielle Fanfiction - und die Erfüllung eines Jugendtraumes.

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