General & Dr. Sheppard

by Xanthe
übersetzt von Manuela
m.translator@chello.at



Rating: NC-17
pairing: Sheppard/McKay
Warnung: Domination/Unterwerfung, BDSM, Prügel, Kinks, teilweise dunkle Themen
Inhalt: Ein Unfall mit einem Antiker-Gerät saugt einen John und einen Rodney aus einem alternativen Universum nach Atlantis - und sie haben völlig andere Ansichten über Sex, Heirat und Beziehungen


Kapitel 12: Einen Teller teilen

„Ich hasse Partys“, sagte Rodney McKay durch die geschlossene Badezimmertür.
„Ich weiß“, antwortete John, lehnte sich gegen die Wand in Rodneys Quartier und spielte mit seinem Handcomputer. „Deshalb bin ich hier – um Sie zu erinnern, dass es Essen gibt. Wirklich gutes Essen. Party-Essen.“
„Das ist der einzige Grund, warum ich überhaupt auf Partys gehe“, erläuterte ihm Rodney.
„Und das ist ein weiterer Grund, warum Sie nie flachgelegt werden“, wies John hin, pausierte dann, Kopf zur Seite gelegt, wartete auf den unvermeidlichen Protestschwall.
„Das ist nicht wahr! Und woher sollten Sie überhaupt wissen, wie oft ich flachgelegt werde?“ kam die lautstarke Antwort.
Grinsend rollte John seine Augen zur Badezimmertüre.
„Oh, ich habe eine ziemlich gute Ahnung“, gab er zurück. „Nebenbei, Sie werden diese Party mögen. Diese Party ist etwas Besonderes. Wir müssen den General und Dr. Sheppard stilecht verabschieden, nicht wahr? Wollen doch nicht, dass sie morgen heimgehen und all diesen Lederleuten, mit denen sie leben, erzählen, dass wir nicht wissen, wie man eine gute Party schmeißt.“

Es kam keine Antwort. John seufzte und legte seinen Handcomputer weg. Es war jetzt ein paar Wochen her, seit Rodney Sheppard angeschossen worden war, er hatte jedoch eine hervorragende Genesung erlebt – was, wie John vermutete, zu einem nicht kleinen Teil dem General zu verdanken war. Nun fühlten sie sich wohl genug, um in ihr eigenes Universum zurückzukehren und Elizabeth hatte entschieden, dass zu ihren Ehren in der großen Halle eine Riesenparty veranstaltet werden sollte.

„Kommen Sie in nächster Zeit raus?“ erkundigte sich John. „Weil all das gute Essen weg sein wird, bevor wir ankommen.“
Beinahe augenblicklich öffnete sich die Türe, wie John angenommen hatte, und Rodney stand da, sah eigentlich entzückend schüchtern aus. John dachte nicht, dass er je zuvor diesen bestimmten Ausdruck in Rodneys Gesicht gesehen hatte. Doch in den letzten paar Wochen hatte er sich daran gewöhnt, dieses neue Minenspiel zu sehen, da Rodney angefangen hatte, ihm genug zu vertrauen, um in seiner Gegenwart seine Vorsicht zu vergessen.

Allerdings hielt sich John nicht lange bei Rodneys Gesicht auf ... weil er nicht anders konnte, als seinen Blick Rodneys Körper runter wandern zu lassen – und, Mann, Rodney sah heiß aus. Er trug eine schwarze Leinenhose und ein loses, blassblaues Hemd. Seine Kleider waren nichts wirklich Extravagantes, sie waren jedoch so untypisch zu allem, in dem er Rodney je gesehen hatte, dass er sich einen Moment Zeit nahm, es zu genießen. Das Hemd passte gut zu Rodneys blauen Augen und es hing erfreulich an des anderen Mannes durchtrainierten Armen und Schultern. Die Hose schmiegte sich eng an seinen Arsch, haftete genau an den richtigen Stellen, um Johns Schwanz in seiner Hose zucken zu lassen und ... er hatte etwas mit seinen Haaren gemacht. John war nicht völlig sicher, was, vielleicht etwas Gel, weil sie irgendwie in Spitzen abstanden, aber er sah gut aus. Tatsächlich sah Rodney ... cool aus, was bei so einem Streber wie Rodney einiges aussagte.

„Sie sehen ... wirklich heiß aus“, sagte ihm John.
Rodney errötete. „Danke, Colonel“, antwortete er erfreut.
John bemerkte, er fiel immer darauf zurück, ihn Colonel zu nennen, wenn er dachte, die Dinge würden zu persönlich. Irgendwie schien Rodney nicht bemerkt zu haben, dass sie in Wahrheit eigentlich Verabredungen hatten, doch John hatte vor, ihn dieses Thema betreffend in dieser Nacht zu erleuchten. Er nahm an, er hatte lange genug gewartet und obwohl Rodney noch nicht ganz aus seiner Hand fraß, schmiegte er sich definitiv um seine Knöchel und schlang seinen Schwanz um Johns Beine.

„Und Sie ... ah, sehen auch okay aus“, fügte Rodney hinzu, betrachtete Johns Ensemble aus Jeans und dunkel-olivgrünem Hemd.
Sein Blick verharrte nur ein bisschen zu lang, als er Johns Arsch erreichte und John grinste vor sich hin. Oh, ja, Rodney war so was von nah dran. Die heutige Nacht würde sehr interessant werden.

„So – bereit?“ fragte John.
Rodney nickte und sie machten sich auf den Weg in die große Halle. John fiel neben Rodney in Schritt und legte seine Hand auf des Wissenschaftlers Schulter, bemerkte, dass Rodney sein Tempo anpasste – beinahe unmerklich – um dem seinen zu gleichen und dass sich sein Körper in seine Richtung lehnte. John sehnte sich nach dem Tag, an dem er beim Gehen seinen Arm um Rodneys Taille legen konnte, oder seinen Arm um Rodneys Schultern und über seine Brust schlingen, oder seine Hand auf Rodneys verlockenden Arsch ruhen lassen. Doch für den Moment musste er sich damit begnügen, seine Hand leicht auf Rodneys Schulter ruhen zu lassen.

„Sie müssen zugeben, Sie werden diese Jungs vermissen“, sagte John, während sie gingen. „Ich meine, ich weiß, wir hatten unsere Differenzen mit ihnen, aber ich werde es bedauern, sie weggehen zu sehen.“
„Ich habe mich daran ... gewöhnt, sie um mich zu haben“, gab Rodney zu.
„Oh, kommen Sie. Sie und Rodney Sheppard waren diese letzten Wochen unzertrennlich“, tadelte John. „Ich weiß, anfangs kamen Sie nicht mit ihm klar, aber jetzt beendet ihr ständig gegenseitig eure Sätze und niemand weiß, worüber zur Hölle ihr redet, wenn ihr mit dem wissenschaftlichen Gewäsch loslegt.“
„Es war nett, endlich jemanden um mich zu haben, der mir intellektuell gleichgestellt ist und tatsächlich eine intelligente Konversation führen kann“, kommentierte Rodney mit einem schiefen Grinsen in Johns Richtung.
Dafür kniff ihn John in die Schulter und Rodney kicherte.

John stoppte mitten im Schritt.
„Was?“ sagte Rodney, sah zu John zurück.
„Sie ... dieses Geräusch, das Sie gerade gemacht haben. Machen Sie das noch mal.“
„Welches Geräusch? Ich habe kein Geräusch gemacht!“ protestierte Rodney.
„Haben Sie doch. Sie haben gekichert, Rodney.“
„Das habe ich ganz sicher nicht“, wies Rodney die Anschuldigung zurück.
„Oh, doch. Sie haben gekichert. Ich werde genau hinhören und wenn sie es das nächste Mal tun, sind Sie so was von erwischt.“
„Es wird kein nächstes Mal geben, weil es kein erstes Mal gab“, meinte Rodney fröhlich. „Ich habe nicht gekichert – ich habe mich geräuspert. Nun, gehen wir zu dieser verdammten Party oder nicht?“

Ein paar Sekunden später betraten sie die große Halle, stellten fest, die Party war bereits in vollem Gange. Überall hingen Ballons und ein riesiges Banner mit der Aufschrift LEBT WOHL! war über einem Ende der Halle aufgehängt. Der gesamte Raum – und es war ein großer Saal – war mit Menschen überfüllt.

„Ist jeder aus der ganzen Stadt hier?“ fragte Rodney, rümpfte seine Nase.
„Die Jungs sind beliebt – und es ist nicht nur die Stadt. Wir haben den ganzen Nachmittag Athosianer herüber gebracht“, erklärte ihm John. „Der General hat drüben eine ganze Menge Freunde gefunden. Keine Sorge, Rodney, ich bin sicher, es gibt genug Essen für alle.“
Rodney sah erleichtert aus und eilte los, um es zu suchen.

John beobachtete seinen Abgang mit einem schiefen Lächeln auf seinen Lippen, genoss den Anblick von Rodneys Arsch in dieser Stoffhose, die er trug. Er fragte sich, was wohl im Moment in Rodneys Kopf vor sich ging. In letzter Zeit war der andere Mann bestimmt viel entspannter in seiner Gegenwart – er vertraute sich John auf eine Weise an, wie er es nie zuvor getan hatte. Manchmal blickte John auf und stellte fest, das Rodney ihn anstarrte, als ob er etwas zu entscheiden versuchte.

Dieses andere Universum gefunden zu haben, wo sie ebenfalls ein Paar waren, schien ihn auf eine Art verändert zu haben; es war, als ob er aufhörte, der Idee zu widerstehen, sie könnten zusammen sein. Nun spielte er ernsthaft mit dem Gedanken daran, selbst, wenn er noch nicht bereit war, den Sprung zu wagen.

Es hatte auch John viel Stoff zum Nachdenken gegeben. Er wusste, er wollte Rodney – wollte ihn wild und leidenschaftlich und er vermutete, dass sich jeder John in jedem Universum ziemlich genauso fühlte, wie auch immer sie es ausdrückten. Der kurze Blick, den er auf Major Sheppard in dem anderen Universum geworfen hatte, hatte John überzeugt, dass er sich genauso stark und besitzergreifend seinen Rodney betreffend fühlte, wie John und der General für ihre respektiven Rodneys empfanden. Das bedeutete aber nicht, dass sie alle die gleiche Art von Beziehung haben mussten. John war ziemlich sicher, dass er nicht exakt das gleiche wollte, was der General mit seinem Rodney hatte, er dachte aber auch nicht, dass er und der General oder dieser andere John zu verschieden waren. John wollte seinen Rodney lieben und beschützen, wollte ihn zu seinem Eigentum machen, doch er brauchte keine Leinen und Riemen und Rodney musste ihm auch nicht unsterbliche Unterwerfung schwören.

Gleichzeitig wusste er, er hatte definitiv sexuell dominante Empfindungen für den Wissenschaftler; er wollte den Thrill, jemanden, der so schlau und launenhaft war, zu haben, der sich ihm sexuell unterwarf; er wollte spüren, dass Rodney unter ihm stillhielt und sich ihm darbot. Er sehnte sich danach, den Wissenschaftler niederzuhalten und in diese großen, blauen Augen zu sehen, während er Rodney behutsam zeigte, wie gut Sex mit einem anderen Mann sein konnte. Er hatte absolut keinen Zweifel, dass Rodney eine Jungfrau war – wenigstens soweit es Männer betraf – und er sehnte sich danach, der erste – und letzte – Mann in Rodneys Leben und in Rodneys Bett zu sein.

Außerdem vermutete er, sein Rodney würde auf das reagieren, was er anbieten konnte; er hatte es in Rodneys Augen gesehen, als sie gerungen hatten, als Rodney ihm seine Unterwerfung angeboten hatte. Rodney sehnte sich danach, als Eigentum beansprucht zu werden – er hatte bloß niemandem genug vertraut, um sich ihm zu ergeben. John war geduldig gewesen und obwohl er verzweifelt seinen Preis beanspruchen wollte, hatte er gewartet, bis Rodney bereit war. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass dies ein Preis sei, auf den zu warten es sich sehr wohl lohnen würde.

Rodney war nun schon lange außer Sicht, verloren in der angestellten Menge, und John drehte sich um – sah den General auf sich zukommen.
„John! Nach dir habe ich gesucht!“ Der General schnappt ihn am Arm und steuerte ihn hinaus auf dem Balkon. „Schau, ich weiß nicht, wie viel Zeit wir morgen früh haben und ... na schön, ich habe keine Ahnung, wie lange ich heute Abend nüchtern bin“, grinsend hielt er eine Bierflasche hoch, „deshalb wollte ich jetzt Lebewohl sagen.“
„Ich hasse Abschiede“, murmelte John, legte seine Hände auf die Balustrade und sah in die dunkle atlantische Nacht hinaus.
„Ich auch“, sagte der General mit einem Grinsen. „Offensichtlich. Aber ... ich wollte nur sagen, dass es ein Vergnügen und eine Ehre war, dich kennen gelernt zu haben, John. Du bist ein guter Mann und du hast hier fantastische Arbeit geleistet.“

John warf dem anderen Mann einen Seitenblick zu, fühlte tief drin ein warmes Glühen. Er wusste, er stand nicht allein in seiner Heldenverehrung für den General – er vermutete, dass sich die meisten Bewohner in dieser Stadt sofort in den dunklen Ozean unter ihm werfen würden, falls der General sagte, es wäre notwendig – aber es bedeutete ihm eine Menge, dass der General eine gute Meinung von ihm hatte.

„Irgendeine Lektion, die du mir geben könntest, über, du weißt schon, cool sein, bevor ihr abreist?“ erkundigte sich John mit einem schiefen Grinsen.
„Oh, ich denke, das hast du so ziemlich abgedeckt“, antwortete der General, grinste zurück.

Sie starrten einander einen Moment an, dann richtete sich der General auf.
„Ich meine es ernst“, sagte er. „Ich habe viel Zeit damit verbracht, mit deinen Leuten zu sprechen und nicht ein einziger hatte ein böses Wort über dich zu sagen. Na ja, ausgenommen dieser Kavanagh-Kerl, aber ich nehme an, der hat über jeden ein böses Wort zu sagen, richtig?“
John schnaubte. „Das klingt soweit richtig, ja“, stimmte er zu.
„Doch der Rest von ihnen denkt, soweit es dich betrifft, scheint die Sonne aus deinem sprichwörtlichen ...“ Der General zuckte seine Schultern und grinste erneut. „Aber das wusstest du ohnehin – nicht wahr?“
John dachte einen Moment darüber nach, nickte dann leicht. „Ja, ich wusste es. Das sind fantastische Menschen“, sagte er leise.

„Nun ... da ist noch eine Sache, die ich wissen muss, bevor wir gehen“, eröffnete der General, ein kleines Grinsen zupfte an seinen Mundwinkeln.
John seufzte. „Ich arbeite daran!“ versicherte er.
„Gut. Weil einige Dinge in unseren Universen unterschiedlich sind, zum Beispiel, dass Radek hier am Leben ist. Aber es gibt einige Dinge, die universelle Konstanten zu sein scheinen und ich bin sicher, ihr wollt nicht das Außenseiter-Universum sein. Ein Rat, den ich dir geben kann?“
„Nein, ich denke, ich kann mich darum kümmern, danke.“ John verzog sein Gesicht.
„Okay, aber du weißt, ich werde es trotzdem tun, stimmt’s? Sei immer ehrlich zu ihm, er durchschaut Bockmist aus einer Meile Entfernung und er würde dir nicht mehr vertrauen, falls du ihn anlügst – und sein Vertrauen ist wichtig, wie du bestimmt schon herausgefunden hast. Es dauert eine Ewigkeit, es zu gewinnen, aber sobald du es hast ... das ist ein Gefühl wie nichts sonst. Er bringt dich jeden einzelnen Tag auf unzählige Arten dazu, dich wie etwas Besonderes zu fühlen und du wirst dich fragen, warum zum Teufel jemand so Kluges an dir interessiert wäre – und dann wird er etwas erstaunlich Dämliches tun und du wirst genau wissen, warum er dich braucht. Sei streng mit ihm, lass nie zu, dass er sich zurückzieht oder dich wegstößt – und liebe ihn, leidenschaftlich, aus vollem Herzen. Darauf reagiert er am besten.“

„Ich werde versuchen, mich an alles zu erinnern“, sagte John, schüttelte betrübt seinen Kopf.
„Mach mehr, als es zu versuchen. Du bist ein zu guter Mann, um einsam zu sein, John. Ich möchte hier mit dem Wissen abreisen, dass du einen besonderen Menschen in deinem Leben hast; jemanden, der loyal ist und liebevoll, der sich um dich kümmert.“
„Das ist Rodney, über den wir hier reden“, kommentierte John mit einem kleinen Zucken seines Mundes.
„Warte nur ab – er wird dich überraschen. Mich überrascht er jeden Tag“, versicherte der General. „Er muss noch gezähmt werden, aber sobald er dir aus der Hand frisst, findest du niemanden, der loyaler ist oder geradeheraus gesagt mehr Spaß macht, wenn du ihn um dich hast. Und was den Sex angeht ...“

Grinsend rollte John seine Augen. „Weißt du, eine Sache, die ich an euch nicht vermissen werde, ist die Weise, wie ihr in einfachen Unterhaltungen so oft über Sex redet. Nenn uns altmodisch ...“
„Oder hoffnungslos verklemmt“, grinste der General.
„... oder hoffnungslos verklemmt, aber so sprechen wir einfach nicht.“
Der General lachte laut auf.
„Na schön, unsere Art mag nicht genau die eure sein, aber ich denke, auf eine gewisse Weise sind du und ich ziemlich gleich – und wir haben beide eine Menge voneinander gelernt.“
„Wirklich? Du hast etwas von uns gelernt?“ fragte John, hob eine Augenbraue.
„Sicher. Die Dinge laufen hier anders und ich leugne nicht, dass ich sie seltsam und kompliziert fand, aber es war eine erstaunliche Erfahrung, eine, die ich für nichts tauschen möchte, trotz der Nachteile. Ihr Leute seid freundlich – freundlicher als wir, denke ich. Außerdem seid ihr extrem großzügig. Und obwohl ich eure Höflichkeit zeitweise unangenehm fand, habe ich mittlerweile erkannt, es ist bloß ein Zeichen eurer grundlegenden Anstandsformen und eures Sinns für Ehre. Ihr seid weniger wild als wir, aber nicht weniger leidenschaftlich, denke ich. Ihr haltet die Leidenschaft bloß besser verborgen, wohingegen sie bei uns mehr zur Schau gestellt wird.“
„Ja. Das haben wir bemerkt“, grinste John.

Der General grinste zurück, dann veränderte sich sein Gesichtsausdruck, wurde nachdenklich und ernst.
„Das Wichtigste, aber ... ich würde nichts an unserem Kennenlernen ändern, John“, sagte er. „Das ist es, was diese ganze Erfahrung es wert machte. Nun, das ist vielleicht meine letzte Chance, das zu sagen, so ... es war mit eine Ehre, Colonel.“
Mit diesem Worten stand der General Habt Acht, hob seine Hand zackig zu seiner Stirn und salutierte. John starrte ihn an, ein winziger Kloß bildete sich in seiner Kehle.
„Ich danke dir“, meinte er leise.

***
Rodney McKay bahnte sich seinen Weg zum Büffet, suchte einen Teller und fing an, ihn mit Köstlichkeiten von dem Tisch zu füllen. Danach drehte er sich um und schob sich mit seinem beladenen Teller weg.
„Aus dem Weg! Komme durch!“ rief er ungeduldig der Menschenmenge zu, die seinen Weg blockierte.

„Hey“, sagte eine Stimme und er wendete sich um, sah Rodney Sheppard mit einem ebenso hoch mit Essen aufgetürmten Teller stehen.
Er trug dieses blaue Seidenhemd und sein gelocktes Haar war länger als je zuvor. Der andere Rodney betrachtete ihn von oben bis unten und ließ einen leisen Pfiff hören.
„Wow. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber du siehst tatsächlich recht heiß aus“, meinte er.
Rodney rollte seine Augen, wand sich innerlich, war jedoch gleichzeitig besonders erfreut von dem Kompliment.
„Danke. Das hat John auch gerade gesagt.“
„Hey. Wie läuft’s?“
Der andere Rodney warf ihm ein alarmierend lüsternes Zwinkern zu und Rodney blinzelte.
„Fein. Denke ich. Eigentlich glaube ich, wir haben heute vielleicht so eine Art Date, bin aber nicht sicher.“
Der andere Rodney grinste. „Siehst du, ich habe es dir gesagt“, meinte er in fröhlichem Ton. „Ihr beide werdet einen Teller teilen, bevor wir es merken.“

„Einen Teller teilen?“ runzelte Rodney seine Stirn, während sie zum Balkon wanderten, um die beiden Johns zu suchen.
„Das ist ein Euphemismus, den wir in unserem Universum verwenden, wenn ein Paar zusammenkommt“, erläuterte der andere Rodney. „Siehst du, wenn ein Paar es ernst meint, ist oft das erste, was sie machen, am Esstisch einen Teller mit Essen zu teilen. Manchmal kann es ein echtes Schauspiel sein, wenn sie es das erste Mal machen. Es bedeutet, ihr schlaft miteinander und ihr habt herausgefunden, ob ihr Top oder Bottom seid oder in dieser speziellen Beziehung wechselt und dass ihr es ernst meint und wollt, dass alle anderen es wissen. Du hast keine Ahnung, wie viele dämliche romantische Komödien über Paare geschrieben wurden, die einen Teller teilen oder den falschen Teller teilen, oder keinen Teller teilen, es aber tun wollen oder Leute sehen, die verheiratet sind und zufällig mit jemand anderem einen Teller teilen und zu falschen Schlussfolgerungen kommen.“
„Oookay“, sagte Rodney, ein wenig alarmiert von der Erklärung. „Na schön, ich denke, ich kann mit Sicherheit sagen, dass der Colonel und ich niemals einen Teller teilen werden. Gleichgültig, wie sehr ich den Kerl mag, mein Essen gehört mir und ich teile nicht.“

Sie erreichten die Johns und der andere Rodney reichte dem General seinen Teller, während Rodneys John ihn schmollend ansah.
„Haben Sie mir nichts mitgebracht?“ sagte er.
Rodney seufzte und schob ihm seinen Teller hin. „Hier nehmen Sie meinen“, sagte er, „ich hole mir noch etwas.“
„Kein Bedarf – sie haben genug gebracht, um eine Armee zu versorgen! Hey, sind das nicht diese Fleischrollen-Dinger, die Sie so sehr mögen?“

John nahm eine und hielt sie hoch und Rodney öffnete seinen Mund, nahm einen Bissen. Dann stöhnte er, als er den Ausdruck im Gesicht des anderen Rodney sah.
„Was hast du gesagt?“ Der andere Rodney hob eine Augenbraue.
„Das ist nicht das ... das Ding, worüber wir gerade gesprochen haben“, zischte Rodney um einen Mundvoll Essen.
„Okay. Wenn du das sagst. Es ist nur so, dass es genauso aussieht“, meinte der andere Rodney mit einem leisen Kichern.
Rodney entschied, es wäre die Mühe des Protestes nicht wert.

„Ich habe ihm gerade den Ursprung des Sprichwortes Einen Teller teilen erklärt“, erläuterte der andere Rodney dem General, der beide mit einer erhobenen Augenbraue ansah.
„Ah, ich verstehe. Hat er dir auch das Sprichwort Den Gürtel schnallen erklärt?“ erkundigte sich der General.
„Nein, nie davon gehört“, antwortete Rodney.

„Ich habe es Carson vor einer Weile erzählt, kurz nachdem wir ankamen. Siehst du, dieser Gürtel ...“, der General zeigte auf den ziemlich beeindruckenden schwarzen Ledergürtel mit der großen Silberschnalle, den er trug. „Das ist mein Hochzeitsgürtel. Carson war mein Trauzeuge, daher hat er ihn beim ersten Mal für mich festgeschnallt. Außerdem sorgte er dafür, dass er mit allen Arten von Gerätschaften gut ausgerüstet war, die ich brauche, um mit meinem Ehemann fertig zu werden – und es war gut, dass er das gemacht hat. Als wir hier ankamen, hatten wir lediglich die Kleider, die wir am Leib trugen. Gott sei Dank hatte ich meinen Riemen und all die anderen Dinge, die ich brauche, um Rodney hier im Zaum zu halten.“
Der andere Rodney schnaubte laut darüber. „Klar, weil ich so ein schwieriger Sub bin“, grummelte er.
„Du hast deine Momente“, gab der General mit einem Grinsen zurück. „Die Hälfte des Zeugs an diesem Gürtel dient Geschäftlichem und die andere Hälfte zum Vergnügen“, erläuterte er ihnen. „Und manchmal ist die Grenze zwischen diesen beiden Konzepten ein bisschen verschwommen. So, deshalb sagen wir manchmal Den Gürtel schnallen, wenn zwei Menschen heiraten.“

„Angenommen, beide sind Wechsler?“ fragte Rodney, fühlte sich ziemlich selbstbewusst, weil er die seltsamen Wege dieses anderen Universums langsam begriff.
„Dann bekommen beide einen Gürtel“, antwortete der andere Rodney. „In unserem Fall bekam ich ein Halsband – das John mir anlegte – und er bekam den Gürtel. Das sind alles Bräuche, wirklich, wie eure Eheringe.“
„Und die Anhänger? Waren die auch eine Hochzeits-Sache?“ wollte Rodney wissen, betrachtete die Anhänger um den Hals ihrer Gegenspieler, die beide mit den selben verschlungenen J und R graviert waren, die auf ihre Arme tätowiert waren.
„Nee, die haben wir einander in der Nacht geschenkt, in der wir das Lebensband eingingen“, antwortete der General, befingerte den seinen zärtlich und lächelte seinem Gatten zu. Er legte seinen Arm um den anderen Rodney und deponierte einen Kuss auf seiner Stirn.

„Hey, denkt ihr nicht, diese Party braucht etwas Musik?“
„Ich glaube, Radek stellt die Anlage auf.“ Rodney gestikulierte mit seinem Kopf zum anderen Ende des Saales, wo Radek mit einer Art Sound System herumfummelte.
„Wie wäre es in der Zwischenzeit mit Live-Musik?“ schlug der General vor. „Ich habe Colonel Caldwell gebeten, etwas auf seiner letzten Fahrt mitzubringen. Rodney hat es für mich gespielt, während wir uns entspannten – Musik beruhigt ihn immer und ich liebe es, ihm beim Spielen zuzuhören.“
„Wirklich?“

John sah interessiert aus, obwohl Rodney den Verdacht hegte, er wusste, was es sein würde. Sein Herz sank, als er sah, dass er recht hatte, als der General sie quer durch den Saal zu einem Piano führte.
„Das ist eine Schönheit, nicht wahr?“ sagte der andere Rodney, setzte sich an das Instrument. „Ich habe keine Ahnung, womit John Steven bestechen musste, um es herschaffen zu lassen, aber ich habe dafür gesorgt, dass er weiß, wie dankbar ich war.“
Er zwinkerte seinem Ehemann zu und Rodney errötete neuerlich, obwohl er wirklich dachte, er sollte mittlerweile daran gewöhnt sein.
„Warte ... er spielt?“ fragte John überrascht.
„Wie ein Engel ... oder manchmal wie ein Dämon“, antwortete der General mit einem eigenen Zwinkern.

Der andere Rodney pausierte einen Moment, seine Hände dramatisch über der Tastatur schwebend, dann brachte er sie runter und seine Finger begannen, sich rasend zu bewegen, wie ein Derwisch, der seinen Weg über die Tastatur wirbelte. Rodney schloss seine Augen, hasste die Art, wie seine eigenen Finger zuckten.
„Mein Gott“, hörte er John neben ihm hauchen. „Er ist fantastisch.“
„Er hätte auf Konzert-Niveau spielen können, aber irgend so ein Idiot von Klavierlehrer hat sein Selbstvertrauen zerbeult, als er noch ein Kind war“, knurrte der General. „Wenn ich meine Hände an diesen Kerl legen könnte, würde ich ihm etwas Verstand einhämmern. Nein, natürlich hat er nicht mit sehr viel Leidenschaft gespielt, als er zwölf Jahre als war – damals hatte er nicht viel Lebenserfahrung, auf die er zurückgreifen konnte! Aber er war technisch brillant und ist es immer noch und ich fordere jeden heraus, der behauptet, er legt nicht sein Herz in seine Musik, wenn er spielt. Manchmal, wenn er nur für mich spielt ... treibt es mir Tränen in die Augen.“
„So gut ist er?“ meinte John in überraschtem Ton.
„Oh, ja. So gut ist er.“
„Tja, ich glaube, das ist etwas, das in unseren Universen unterschiedlich ist, ha, Rodney?“ sagte John, drehte sich zu Rodney um.

Rodney öffnete seine Augen, sein ganzer Körper verkrampfte sich vor Verlangen, Teil der Melodie zu sein, die aus diesem Piano drang. Er hatte geschworen, nie wieder ein Klavier anzufassen, doch der Ausdruck purer Verzückung im Gesicht seines Gegenspielers war ein Sirenengesang, dem er einfach nicht widerstehen konnte.

„Nein. Nicht so sehr, nein“, antwortete er leise, fand sich dann zu dem Piano hinübergehend und setzte sich neben den anderen Rodney, der kurz aufblickte, dann grinsend zur Seite rückte, um ihm Platz zu machen.

Es war über fünfundzwanzig Jahre her, seit er zuletzt gespielt hatte, doch Rodneys Finger kannten noch alle Noten. Manchmal konnte er in der Nacht die Melodien in seinem Kopf hören und bemerkte, dass seine Finger über imaginäre Tasten glitten, nach den Tönen suchten, und nun war es, als ob er nie aufgehört hätte zu spielen.

Er brachte seine Finger auf die Tasten runter, streichelte sie, hänselte gemeinsam mit seinem Spiegelbild eine Melodie heraus und die Musik begann, mühelos zwischen ihnen zu fließen. Rodney verlor sich in den Tönen – es war so lange her gewesen, seit er sich an diesem bestimmten Vergnügen erfreut hatte und er hatte vergessen, wie sehr er es einst geliebt hatte.

Das Piano zu spielen, war ein guter Weg gewesen, seinen Eltern aus dem Weg zu gehen, und falls er lange und laut genug gespielt hatte, war er in der Lage gewesen, die Geräuschkulisse ihrer vielen Streits zu ertränken. Als Kind war er immer von Musik und Mathematik fasziniert gewesen. Sie brachten Ordnung und Harmonie in etwas, das für ihn eine ziemlich chaotische Welt gewesen war und vielleicht war er von der technischen Seite, das Piano zu spielen, übertrieben absorbiert gewesen und hatte die emotionale Seite des Musik Machens aus den Augen verloren.

Als sein Lehrer ihm erklärt hatte, er würde es wegen seiner mangelnden Gefühle in seiner Musik nie zum Konzertpianisten schaffen, hatte er der Musik unwiderruflich seinen Rücken gekehrt und sich stattdessen mit dem selben Grad der Hingabe in die Wissenschaft gestürzt.

Doch nun ... nun fühlte es sich so gut an, diese wunderschönen Melodien aus dem Instrument vor ihm zu streicheln. Er drehte sich um und grinste Rodney Sheppard an, der aufgeregt zurückgrinste und sie spielten gemeinsam, sausten im Tandem über die Tasten.

Eine kleine Menschenmenge versammelte sich um sie, während sie spielten und als sie schließlich stoppten, brach der Saal in spontanen Applaus aus.
„Mann, sind Sie ein unbeschriebenes Blatt“, murmelte John, als Rodney sich erhob, nervös von all der ungewohnten Aufmerksamkeit. „Ernsthaft – das war erstaunlich. Ich hatte keine Ahnung, dass Sie so spielen können.“
„Es gibt eine Menge Dinge, die Sie über mich nicht wissen, Colonel“, antwortete Rodney und ein unlesbarer Ausdruck zuckte über Johns Gesicht, die Atmosphäre zwischen ihnen wurde mit einem Mal angespannt mit allen Arten unausgesprochener Gedanken.

Ein plötzliches lautes Plärren von Discomusik durchbrach die Spannung und beide blickten durch den Saal, sahen Radek aufgeregt auf und ab hüpfen, seine Hände wedelnd. Elizabeth kam heran, ein breites Grinsen in ihrem Gesicht.
„Sieht aus, als ob es Zeit wäre zu tanzen!“ verkündete sie.

„Rodney?“ bot der General an, streckte seinem Gatten die Hand hin.
Sein Rodney ergriff sie und sie begannen, sich auf eine Art im Takt zur Musik zu bewegen, die Rodney ausgesprochen beschämend fand.
„Oh, Gott“, seufzte er. „Es ist, wie deine Eltern beim Tanzen zu beobachten oder so etwas. Falls deine Eltern schwul wären, heißt das.“
„Seien Sie kein Idiot, Rodney“, sagte Elizabeth. „Da tanzen eine Menge gleichgeschlechtliche Paare – diese beiden haben einen Trend gesetzt, während sie hier waren.“

Sie nickte ihren Kopf in die Richtung der Musikanlage, wo jetzt eine Menschenmenge wogte. Rodney machte Miko aus, ihre Arme um eine der weiblichen Wissenschaftler aus der botanischen Abteilung, deren Namen er nicht kannte, und ein Paar männlicher Wissenschaftler, die immer miteinander Schach spielten – deren Namen er ebenfalls nicht kannte – gemeinsam mit der üblichen Vielzahl heterosexueller Paare.
„Und nachdem das eine Party für unsere Gäste ist, denke ich, wir sollten alle mit jemandem unseres eigenen Geschlechts tanzen, zu Ehren ihrer Beziehung“, sagte Elizabeth mit einem ansteckenden kleinen Kichern, das Rodney argwöhnen ließ, sie hätte viel zu viel getrunken. „Teyla – würden Sie mir die Ehre erweisen?“
„Ich wäre entzückt, Elizabeth“, antwortete Teyla mit einem eleganten Kopfnicken.
Rodney stöhnte. „Ehrlich, das ist qualvoll.“

John drehte sich zu ihm um, ein wildes Lächeln in seinem Gesicht.
„Was?“ Rodney starrte ihn an, dann schlug die Erkenntnis durch. „Oh, nein. Nein, nein, nein“, sagte er hastig, hob seine Hände.
„Alle tun es, Rodney“, erinnerte ihn John, kam näher.
„Das ist kein Grund für uns, es zu tun!“ protestierte Rodney.
„Sie spielen bloß den Unnahbaren“, spottete John, packte ihn am Handgelenk und zog ihn zu den anderen Tanzenden.
„Das Gerede überstehen wir nie“, meinte Rodney.
„Rodney, diese gesamte Stadt hat gerade mehrere Wochen damit verbracht, zwei Menschen, die wie wir aussehen und sprechen, zu beobachten, die einander alle fünf Minuten küssen und befummeln. Ich bezweifle wirklich, dass der Anblick, wenn wir beide tanzen, sie auch nur eine Augenbraue heben lässt.“
„Ja, aber ...“
„Shh“, sagte John, schlang dann seine Finger um Rodneys Hand und schwang ihn rückwärts. „Und sagen Sie nicht, Sie haben kein Taktgefühl, weil ich Sie gerade das Piano spielen hörte und Sie waren nicht ein einziges Mal außer Takt“, erklärte ihm John.

Seufzend begann Rodney, vorsichtig zu schwingen. Er hasste Tanzen, allerdings mehr, weil er es hasste, sich öffentlich zur Schau zu stellen. Sein Gegenspieler schien solche Gewissensbisse nicht zu haben, er hüpfte erregt auf der Tanzfläche, warf sich herum und sang laut. Der General war zurückhaltender – sogar während des Tanzens schaffte er es nicht ganz, seine Coolness abzulegen.

Rodney war erleichtert, als die Musik zu einem langsameren Stück wechselte, was ihm eine Entschuldigung gab, sich von John weg zu schieben. Doch gerade, als er die Flucht ergreifen wollte, griff John aus und zerrte ihn zurück.
„Nein. Das ist ... definitiv nicht ...“, protestierte Rodney, doch dann zog ihn John an sich, damit er gegen seine Brust gepresst stand.

Des Colonels Hände glitten um seinen Rücken und Rodney fand heraus, dass er ... irgendwie festgehalten wurde.
„Oh, Gott“, zischte er in Johns Brust.
„Entspannen Sie sich einfach und machen Sie mit, Rodney“, sagte John und seine braunen Augen waren warm und amüsiert, auf Rodneys Mund fixiert.

Rodney schloss seine Augen und ergab sich der Empfindung. Es war nicht schlimm. Tatsächlich war es ziemlich gut. Des Colonels Körper war hart gegen den seinen gepresst und seine Hände streichelten seinen Rücken ... und bewegten sich südwärts ... Rodney riss seine Augen auf.
„Oh, Gott“, wisperte er neuerlich.
„Problem?“ fragte John.
„Nein, nur ... das ist ein Date, nicht wahr?“ sagte Rodney. „Ich frage nur, weil ansonsten das, was Sie mit Ihren Händen anstellen ... sehr unangebracht erscheint, Colonel.“
„Ja, Rodney, das ist ein Date“, bestätigte ihm John lächelnd.
„Okay, ich musste mich bloß vergewissern, weil ich nicht sicher war und es mich verwirrt. Und, ah, damals im Puddle Jumper mit all den Fischen – das war auch ein Date, stimmt’s?“ fragte Rodney, weil er dachte, es wäre nett, das zu klären, wenn sie schon dabei waren.
„Ja, Rodney. Auch das war ein Date“, erklärte ihm John, immer noch lächelnd.
„Ich wusste es!“ sagte Rodney selbstzufrieden.
„Und wie fühlen Sie sich dabei?“ wollte John wissen, seine braunen Augen wachsam.
„Ahm. Überrascht?“ schlug Rodney vor. „Ich habe mich nie wirklich als schwul gesehen, andererseits habe ich Sie auch nie für schwul gehalten, das scheinen Sie aber zu sein ... na ja, nicht vollkommen hetero auf jeden Fall ... deshalb dachte ich, das mindeste, was ich tun konnte, wäre herauszufinden, ob das auch für mich gilt und dann ...“

„Rodney?“ unterbrach John den verlegenen Monolog, ein müdes Lächeln auf seinen Lippen.
„Mm?“
„Shhh“, sagte ihm John, zog ihn an sich.
„Oh. Klar. Okay.“

Rodney nickte und schloss erneut seine Augen, zwang sich, sich zu entspannen und lehnte sich leicht gegen John, prüfte, wie es sich anfühlte ... und entdeckte, dass es sich gut anfühlte. Ermutigt legte er seinen Kopf auf des Colonels Schulter und ließ seine Hände um den Körper des anderen Mannes gleiten, ließ sie auf seinem Arsch ruhen. Er mochte, was er da spüren konnte – er war fest und fühlte sich gut unter seinen Fingerspitzen an. Seufzend gestattete sich Rodney, sich noch mehr zu entspannen.

So, das war ein Date, was bedeutete, dass der Colonel tatsächlich an ihm interessiert war, was – ja, er nahm an, auf einer gewissen Ebene hatte er es gewusst, es war jedoch nicht immer einfach, sicher zu sein. Und nun wusste er, er konnte ... was? Rodney hatte keine Ahnung, beschloss jedoch, nicht darüber nachzudenken, weil er im Moment viel zu viel Spaß hatte. Er spürte Johns Lippen über sein Haar streichen und das fühlte sich so gut an, dass er sich selbst ein leises Wimmern tief in seiner Kehle ausstoßen hörte. Dann lagen Johns Arme eng um seinen Körper und sie waren so nahe aneinander gepresst, wie es zwei Menschen sein konnten. Rodney dachte nicht, sich je zuvor in seinem Leben so zufrieden gefühlt zu haben.

***
Mehrere Stunden verflogen, obwohl sich Rodney ihrer nicht vollkommen bewusst war; er hatte eine zu schöne Zeit. Er dachte, wahrscheinlich hatte er zu viel getrunken, was ihm nicht ähnlich sah, es war ihm jedoch gleichgültig, weil es so ein großartiger Abend war. Dann schienen immer weniger Leute um ihn zu sein und dann sah er den General mit einem singenden anderen Rodney unter einem Arm davon stolpern. Und danach waren es nur noch er und ein paar andere Nachzügler. Er war nicht sicher, wo John steckte, dachte jedoch, der Colonel hätte so etwas wie frische Luft schnappen auf dem Balkon erwähnt.

Rodney setzte sich an das Piano und begann, ein kleines Lied zu spielen, hänselte die Noten mit seinen Fingern heraus. Die Musik schien aus seinen Fingerspitzen zu dringen und er beugte sich über das Piano, ließ die Musik einfach fließen. Er fühlte sich, als ob eine Blockade gelöst worden wäre – als ob er eine Ladung Scheiße losgeworden wäre, sie einfach freigelassen, sie mit all den Noten in die Nachtluft entlassen hätte.

„Hey“, sagte eine Stimme und John setzte sich neben ihn.
„Ich denke ...“, meinte Rodney, klimperte weiterhin beharrlich auf der Tastatur, „dass ich wahrscheinlich sehr, sehr betrunken bin.“
„Sind Sie“, bestätigte ihm John.
Rodney nickte ernst. „Das dachte ich mir.“
„Es ist spät“, sagte ihm John. „Zeit für’s Bett.“
„Nein. Ich möchte hier bleiben ... möchte spielen“, sagte Rodney, Fingerspitzen strichen über die Tasten, als ob er mit ihnen Liebe machen würde. Liebe machen ... „Oh. Sie wollten nicht ... ich ... ah ... ich bin nicht ...“, stammelte Rodney, sah in ein Paar intensiver brauner Augen auf.
„Nein. Sehe ich aus wie ein Kerl, der jemanden ausnützt, wenn der betrunken ist?“ wollte John mit einer erhobenen Augenbraue wissen.
Rodney kicherte. „Nein. So ein Gentleman. Gentleman John“, murmelte er. „Mit dem langsamen Tanzen und dem langen Hoffieren und all der langsamen, laaangsamen, laaaaaangs...“
Er verlor seinen gedanklichen Faden und starrte geistesabwesend auf die Piano-Tastatur.

„Rodney.“
John nahm sein Gesicht zwischen seine Hände und seine Augen waren plötzlich sehr ernst. Rodney schluckte krampfhaft.
„Inzwischen musst du herausgefunden haben, dass ich hier kein Spiel veranstalte“, sagte er.
Rodneys Augen weiteten sich, er fragte sich, was als nächstes kommen würde.
„Ich will dich, Rodney“, flüsterte John entschlossen und Rodney spürte einen seltsamen Thrill durch seine Venen schießen. „Ich meine es ernst. Ich will dich. Alles von dir – nicht nur zum Spaß oder um es auszuprobieren oder für einen raschen Fick. Ich will dich, Rodney. Nun, ich bin ein geduldiger Mann, das habe ich dir bewiesen und der nächste Schritt liegt bei dir. Ich werde auf dich warten, bis du bereit bist, aber wenn du es bist, musst du sicher sein – und ich meine, du musst wirklich sicher sein – denn sobald du mir ein Zeichen gibst, dass du bereit bist, dann gibt es kein Zurück.“
„Ein Zeichen ...?“ Rodney biss auf seine Lippe.

John streichelte seine Wangen mit seinen Daumen, seine Hände heiß und schwer an den Seiten von Rodneys Kopf.
„Sobald du mich wissen lässt, dass du bereit bist, werde ich in deinem Leben sein – und wir werden lange Zeit damit verbringen, uns wirklich gut kennen zu lernen – auf die verschiedensten Art und Weisen“, erläuterte ihm John.
Während er das sagte, bewegte er eine seiner Hände runter und strich zärtlich die Seite von Rodneys Arm. Rodney spürte eine Stichflamme purer Hitze von Johns Berührung geradewegs in seinen Schoß rasen und er hatte überhaupt keinen Zweifel, was John damit meinte.
„Okay?“ fragte John und Rodney nickte stumm. „Okay, dann“, meinte John, erhob sich.

Er sah aus, als ob er gehen wollte, änderte dann jedoch seine Meinung und beugte sich hinunter, ergriff neuerlich Rodneys Gesicht und küsste ihn auf den Mund. Es war ein sanfter Kuss. Er öffnete nicht Rodneys Mund mit seiner Zunge, küsste ihn lediglich auf die Lippen, fest und liebevoll. Trotzdem ließ die Berührung von Johns Lippen auf den seinen Rodneys gesamten Körper zittern und brennen. Das war nicht einfach ein Kuss – es war die Feststellung einer Absicht – und er hatte überhaupt keinen Zweifel, dass John es als solche meinte. Mit diesem einen Kuss hatte John ihn für sich beansprucht, sich in Rodneys Seele eingeprägt. Nun gab es kein Zurück – John hatte sich endlich geoutet und sein Vorhaben erklärt. Und jetzt würde er warten und der nächste Schritt würde Rodneys sein. Falls dieser niemals käme, würde zwischen ihnen nie etwas geschehen, doch nun lag es an Rodney, ein für allemal herauszufinden, was er wirklich wollte.

Der Kuss endete und Rodney stöhnte leise, als sich John von ihm zurückzog.
„Ich meine es ernst. Rodney“, sagte John sanft. „Sobald du mir dieses Zeichen gibst, mache ich dich zu meinem Eigentum, sei also völlig sicher.“
Mit einer Fingerspitze liebkoste er Rodneys Wange, danach ging er mit einem zögernden Lächeln hinaus.

Rodney saß da, betäubt klimperten seine Finger eine traurige Melodie auf dem Piano. Ich mache dich zu meinem Eigentum – die Worte hallten in seinem Schädel, verspotteten und erregten ihn.
„Ich werde dich zu meinem Eigentum machen“, sang er kaum hörbar zu dem kleinen Liedchen, das er komponierte. „Ich werde dich zu meinem Eigentum machen, mein Eigentum, mein Eigentum ... und alles, was ich zu tun habe, ist das Wort zu sagen, ein Zeichen geben, Zeichen, Zeichen ...“

***
Um elf Uhr am nächsten Tag versammelten sie sich im Labor, alle sahen irgendwie übernächtigt aus. Rodney war Alkohol nicht gewöhnt und hatte höllische Kopfschmerzen, was ihn normalerweise reizbar gemacht hätte. Doch heute machte es ihn bloß mürrisch. Nie hätte er gedacht, es würde ihm tatsächlich leid tun, den General und seinen Gatten abreisen zu sehen, aber es war so. Er hatte sich daran gewöhnt, sie um sich zu haben und wenn sie erst mal weg waren, würden die Dinge in ihren Normalzustand zurückkehren ... und er würde eine Entscheidung treffen müssen, was mit John weiter geschehen würde. Im Moment war es das letzte, dem er sich stellen wollte.

Es war nicht so, dass er den Colonel nicht wollte – er wusste, dass das der Fall war, wegen der Art, wie sein ganzer Körper zu zittern und zu surren schien, wann immer der andere Mann um ihn war – er hatte jedoch keine Erfahrungswerte, in denen ihn jemand liebte und so leidenschaftlich wollte. Er fühlte sich, als stünde er vor einem Fenster in ein anderes Universum. Vor ihm, gerade außer Reichweite, konnte er sich viele gute Dinge vorstellen, doch um sie zu bekommen, musste er das Unbekannte betreten. Es war sicherer, hier zu bleiben, wo er wusste, wie die Dinge liefen und wie sie funktionierten, wo die Dinge bequem waren und alltäglich und ... sicher.

Rodney schob diese Sorgen beiseite und machte sich an die letzte Überprüfung des QDG. Er hatte das bereits hundert Mal getan, wollte jedoch sicher sein. Dieses Mal konnte er nicht riskieren, dass irgend etwas schief ging. Er mochte die beiden Männer zu sehr, um sie in den Äther senden zu wollen, ohne vollkommen sicher zu sein, wohin sie gingen.

„Rodney, nur um das klar zu stellen“, sagte Elizabeth, „sobald der Transfer komplett ist, schalten Sie das QDG ab, bringen es runter in die unteren Bereiche der Stadt, versiegeln es in einem Raum und kleben ein großes Schild daran, auf dem NICHT BERÜHREN steht. Habe ich mich klar ausgedrückt?“
„Ja, Elizabeth. Völlig klar“, seufzte Rodney.
Es wäre interessant gewesen, ein bisschen länger damit zu spielen, vor allem jetzt, wo sie wussten, wie es arbeitete. Doch er musste eingestehen, sie hatte recht.

Der General schnaubte und trat zu Elizabeth, um sie in eine Bärenumarmung zu nehmen und Lebewohl zu sagen. Auch der andere Rodney verabschiedete sich. Rodney sah, wie er einen erschrockenen Radek packte und an sich drückte.
„Ich hatte nie die Chance, mich richtig zu verabschieden, aber jetzt tue ich es“, meinte der andere Rodney leidenschaftlich. „Du bist so fantastisch, Radek. Von nun an wird es in meinem Universum nicht mehr so sein, als ob du tot wärst, weil ich weiß, dass du hier lebst. Es wird sein, als ob du versetzt worden wärst oder so etwas. Ich werde mich immer an dich erinnern.“
„Oh, Mann, danke, Rodney“, sagte Radek und Rodney konnte an seiner Stimme feststellen, dass er gerührt war. „Wir werden euch auch vermissen. Es hat so viel Spaß gemacht, euch hier zu haben.“
„Ja. Manchmal waren er und ich wie ein Show-Programm, denke ich“, meinte der andere Rodney winselnd, gestikulierte mit seinem Kopf in Rodneys Richtung. „Ihr werdet das Feuerwerk vermissen.“
„Es war ... inspirierend“, sagte Radek diplomatisch und der andere Rodney schnaubte amüsiert.

Der General war zu Ronon und Teyla weitergegangen, schüttelte eifrig Hände und gab Umarmungen. Rodney machte das QDG fertig und wartete, dass er an die Reihe kam. Als der General bei ihm ankam, streckte er ein wenig zittrig seine Hand aus; er hatte niemals wirklich seine Angst vor dem General überwunden und fand Johns Gegenspieler immer noch furchteinflößend. Der General betrachtete die angebotene Hand, dann Rodney und rollte seine Augen. Er schlug die Hand zur Seite und wickelte Rodney in eine warme Umarmung, drückte ihn fest.
„Pass auf dich auf, Dr. McKay“, flüsterte der General. „Und pass auch auf ihn für mich auf – in Ordnung?“
„Was? Klar ... was auch immer“, quietschte Rodney, weil er zu dem General niemals nein sagen würde.

Der General zog sich zurück und grinste ihn an.
„Weißt du, ich denke, du hast es fast herausgefunden“, sagte er. „Riskier es, Doc. Du wirst es nie bereuen.“
Danach ging er weiter, um ein letztes Lebewohl zu John zu sagen. Rodney drehte sich um ... und fand sich Aug in Auge mit seinem Gegenspieler.
„So.“ Der andere Rodney stand da.
„So.“ Rodney starrte ihn hilflos an. „Glaubst du, wir könnten den sentimentalen Teil überspringen, weil ich nicht denke, dass auch nur einer von uns was darin taugt“, schlug Rodney vor.
Der andere Rodney grinste. „Genau mein Gedanke. Ich möchte nur, dass du weißt, ich verzeihe dir, dass du uns hier rüber gesaugt hast.“
„Na schön. Großartig. Gut. Und ich verzeihe dir, dass du ... du weißt schon, ein bisschen ein Trottel warst.“
„Ditto“, nickte der andere Rodney.
„Ich denke, das wäre dann alles“, strahlte Rodney.
„Ja. Machs gut.“

Sie schüttelten Hände und der andere Rodney eilte weg, schloss sich seinem Ehemann in dem abgeklebten Gebiet an.
„Okay. Sind wir bereit?“ fragte Rodney, ging zum QDG zurück und überprüfte zum x-ten Mal die Anzeigen.
„Oh! Eine letzte Sache. Das hätte ich fast vergessen!“

Rodney Sheppard hastete zu Rodney zurück, packte ihn und zog ihn in eine enge Umarmung ... während er das tat, drückte er ein kleines Päckchen in Rodneys Hand.
„Ich habe sie selbst gemacht“, wisperte er in Rodneys Ohr. „Du wirst wissen, was du damit anstellen sollst. Oh, und ich habe eine Kiste mit Zeug für euch in unserem Zimmer stehen lassen. Wir haben reichlich davon zu Hause, deshalb brauchen wir es nicht. Lass mich nicht im Stich, Rodney, oder ich bin gezwungen, zurück zu kommen und dich ganz höllisch zu irritieren.“
„Ja. Klar“, schnaubte Rodney. „Du hast Elizabeth gehört – sie zwingt mich, das QDG abzuschalten, sobald ihr weg seid.“
„Ah, aber du vergisst, ich habe ein eigenes QDG“, erinnerte ihn der andere Rodney, trat einen Schritt zurück und grinste ihn an. „Es mag ein paar Tage dauern, es aufzubauen und zum Laufen zu bringen, aber nur, dass du’s weißt, wir können jederzeit wieder auftauchen.“
„Oh, Gott“, seufzte Rodney.
Grinsend tätschelte der andere Rodney seinen Arm.
„Du wirst mich vermissen, wirklich“, sagte er, machte dann auf dem Absatz kehrt und rannte zu seinem Gatten zurück.

Rodney steckte das kleine Päckchen in seine Tasche, um es später aufzumachen, dann wendete er sich für einen letzten Blick auf die beiden Männer um. Sie standen Seite an Seite und der General hatte seine Hand fest in seines Rodneys Leine geschlungen, der andere Rodney hatte seinen Arm um des Generals Taille und beide grinsten wie verrückt ... und das war sein letztes Bild von ihnen.

Rodney drückte den Knopf und der Strahl erwachte zum Leben. Er erwischte die beiden, sie traten einen Schritt zurück und verschwanden durch das Fenster.
„General?“ John trat vor, berührte sein Funkgerät, während Rodney den Strahl offen hielt. „Hat es geklappt? Seid ihr zu Hause?“
„John? Es hat funktioniert. Dank Dr. McKay für uns. Wir sind zu Hause, in unserem Quartier, wo wir waren, als ihr uns geschnappt habt. Rodney ist gerade in den Korridor raus gegangen und brüllt jedem zu, der es hören kann, dass wir zurück sind ... und, ah, jetzt beginnt sich das Zimmer mit Menschen zu füllen!“

Rodney grinste. Er konnte den Lärm durch das Fenster hören – es klang, als wäre eine Horde Menschen um die Heimkehrer versammelt, um sie willkommen zu heißen und mit Fragen zu bombardieren.
„Großartig. Wir müssen den Strahl jetzt schließen“, sagte John mit erstickter Stimme.
Rodney drehte sich überrascht zu ihm um.
„Lebt wohl – und danke.“
„Gleichfalls“, antwortete der General und John nickte Rodney zu.
Der unterbrach den Strahl und schloss schließlich das Fenster zwischen den beiden Universen.

Alle standen herum. Nun, wo der Moment vorbei war, fühlte sich Rodney verloren und leer. Er stand da und starrte auf die Stelle, wo sie gestanden hatten, sehnte sich plötzlich nach ihrer Wiederkehr.
„So. Ich glaube, das war’s dann“, sagte John, holte tief Atem.
„Ich glaube, das ist es“, stimmte Elizabeth leise zu. „Rodney, denken Sie daran, was ich über das QDG sagte.“
Rodney verdrehte seine Augen. „Ich mache es, keine Sorge“, versprach er ihr.
„Gut. Dann normalisieren sich die Dinge hier vielleicht wieder“, meinte sie. „Was immer normal ist“, murmelte sie, während sie das Labor verließ.

„Du okay?“ fragte John, warf Rodney einen Blick zu.
„Fein.“
Rodney starrte den anderen Mann einen Moment an, wollte mit ihm reden, hatte jedoch keine Ahnung, was er sagen sollte.
„Nur, damit du’s weißt, diese Sache, über die wir letzte Nacht gesprochen haben ... ich werde dir ein wenig Raum lassen, damit du darüber nachdenken kannst“, erklärte ihm John. „Ich möchte nicht, dass du dich unter Druck gesetzt fühlst.“
„Richtig. Okay.“
Rodney errötete, furchtbar unbehaglich, diese Konversation zu führen, während Radek neben ihm stand, obwohl der Colonel sehr diskret war. John sah ihn einen Augenblick an, seine braunen Augen unlesbar. Rodney starrte hilflos zurück, unsicher, was tun oder sagen.

„Okay, dann“, nickte John.
„Fein. Ahm ... ich habe Dutzende verschiedene Projekte aufgeschoben, während wir daran gearbeitet haben. Ich habe einen gewaltigen Rückstand aufzuarbeiten, wenn Sie mich also entschuldigen, Colonel.“
Rodney wendete sich ab. Als er einen Blick über seine Schulter warf, sah er John das Labor verlassen, seine Schultern hängend und mutlos. Rodney überlegte, ihm nachzulaufen, doch seine Beine bewegten sich nicht. Letztendlich beschloss er zu machen, was er am besten konnte, wenn er etwas vermied, worüber er nicht nachdenken wollte – er warf sich in seine Arbeit.

Radek war den ganzen Tag wie ein stummer Schatten an seiner Seite, brachte ihm Tassen mit Kaffee, während er arbeitete und den gelegentlichen Donut. Rodney war überrascht, wie besorgt er erschien, war jedoch nicht in der Stimmung zu reden. Er senkte einfach seinen Kopf und arbeitete.

Sie benötigten den ganzen Nachmittag, um das QDG zu verpacken, danach trugen sie es gemeinsam in einen der Lagerräume auf den unteren Ebenen. Rodney befestigte das verlangte NICHT BERÜHREN-Schild daran und trat dann mit einem Seufzen zurück.
„Es ist eine Schande, ja?“ sagte Radek. „Das ist so ein erstaunliches Gerät.“
„Ja ... aber Elizabeth hat recht, es ist zu gefährlich, um es um uns zu haben“, meinte Rodney, starrte es immer noch an. „Ah, na schön, wir gehen besser wieder an die Arbeit.“
Sie drehten sich um und begannen ihren Weg zurück hinauf ins Labor.

„Ich nehme an, Sie vermissen es, Dr. Sheppard um sich zu haben?“ sagte Rodney beim Gehen. „Sie und er scheinen gut miteinander ausgekommen zu sein.“ Rodney verbiss seine Eifersucht, während er das sagte.
Radek zuckte seine Schultern. „Er war ein netter Mann, aber ich bin froh, unser Universum zurück zu haben, wie es war“, meinte Radek mit einem kleinen Grinsen. „Wieder mit jedem an seinem angestammten Platz. So fühle ich mich wohler.“
„Wirklich?“ Rodney war verblüfft, dass er von dieser Reaktion ein wenig ermutigt wurde.

Radek schob seine Brille seine Nase ein bisschen weiter hinauf und drehte seinen Kopf, blickte Rodney in die Augen.
„Wirklich“, nickte er und es war keine große Sache. Doch da lag etwas in der Art, wie er das sagte, das Rodney glücklich machte.

Sie kehrten ins Labor zurück und Rodney arbeitete mehrere lange Stunden. Er hatte John vorhin nicht angelogen – es gab einen Rückstand aufzuarbeiten. Als er schließlich in sein Quartier zurückkehrte, warf er sich erschöpft auf sein Bett, sehnte sich nach der Erholung des Schlafes, sodass er nicht darüber nachdenken musste, wie einsam sich die Stadt anfühlte, ohne ihre Gegenspieler in der Nähe ... oder was er John betreffend machen sollte.

Etwas bohrte sich in seine Hüfte und er fischte in seiner Tasche herum, fand heraus, was es war und zog das kleine Päckchen hervor, das Rodney Sheppard ihm vor seiner Abreise zugesteckt hatte. Vorsichtig öffnete er es, fragte sich, was zum Teufel sein Gegenspieler für ihn angefertigt haben könnte ... und da, in das Papier eingebettet, lagen zwei Anhänger, jeder aus einem verschlungenen J und R bestehend. Es waren nicht die selben wie die, welche die anderen Männer getragen hatten, doch sie waren ähnlich und Rodney erkannte des anderen Rodneys vertrautes Fingerspitzengefühl für Formgebung.

Er drehte die Anhänger herum und berührte die Initialen mit seinen Fingerspitzen. Das J und R waren so elegant und sie sahen einfach richtig zusammen aus, die neue Form einfach perfekt. Rodney erinnerte sich, dass sein Spiegelbild gesagt hatte, er hätte sie angefertigt und er war gerührt, dass der andere Rodney etwas wie dieses für ihn gemacht hatte. Was zur Hölle sollte er aber mit ihnen anstellen? Er wusste, was er mit ihnen tun sollte, wusste, wonach sich ein Teil von ihm sehnte, mit ihnen zu machen. Doch er war nicht mutig genug, also wickelte er sie wieder ein und steckte sie unter sein Kissen. Am nächsten Morgen würde er sich darum kümmern.

***
Allerdings brachte der Morgen keine Antworten. Rodney hatte eine rastlose Nacht mit Sorgen um die Anhänger unter seinem Kissen verbracht und war am Morgen nicht schlauer, was er damit anstellen sollte. Er holte sie heraus und untersuchte sie neuerlich zum hundertsten Mal, seine Finger streichelten die schwarzen Lederbänder und glänzenden Glas-Anhänger. Dann holte er tief Luft und befestigte einen der Anhänger um seinen Hals. Er betrachtete sich im Spiegel und spürte eine leichte Erregung, als er den Anhänger gegen seine Brust geschmiegt sah; er wusste, es war lächerlich, konnte jedoch nichts dagegen tun.

Rasch zog er sein Uniform-Shirt darüber und vergewisserte sich, dass der Reißverschluss ganz hinaufgezogen war, den Anhänger vor Blicken verbarg, sah sich dann neuerlich im Spiegel an. Er fühlte sich, als ob er ein schlimmes Geheimnis hüten würde, doch jetzt, wo er den Anhänger trug, wollte er ihn nicht mehr ablegen.

Die nächsten paar Tage trug Rodney den Anhänger um seinem Hals. Während er arbeitete, erregte es ihn, ihn träge mit seinen Fingerspitzen nachzuziehen. Er wusste, das löste gar nichts, er musste trotzdem eine Entscheidung treffen, doch er mochte den Anhänger dort, an seiner Haut.

John hielt Abstand. Tatsächlich sah er ein bisschen wie eine verlorene Seele aus, wenn er die Stadt ohne des Generals lederbekleidete Präsenz an seiner Seite durchstreifte. Dunkle Schatten lagen unter seinen Augen, daher nahm Rodney an, dass er im Moment nicht besser schlief als er selbst. Allerdings hielt er Wort – er suchte Rodney nicht zu den Mahlzeiten auf, noch kam er spät in der Nacht zum Plaudern in seinem Labor vorbei. Am Abend eskortierte er Rodney weder zu seinem Quartier noch legte er seine Hand auf Rodneys Schulter. Auch sah er Rodney nicht mit diesem intensiven, bedeutungsvollen Blick an und Rodney erkannte, dass er ihn vermisste.

So war das Leben gewesen, bevor ihre Ebenbilder in der Stadt eingetroffen waren und er mochte es nicht. Er wollte diese einsame Existenz nicht zurückhaben. Er hatte sich daran gewöhnt, mit dem Colonel herum zu hängen und er hatte vergessen, wie sein Leben in den alten Tagen gewesen war. Das war es nicht, was er wollte – doch die Alternative war so unwiderruflich und würde sein Leben derart verändern, dass es ihm fürchterliche Angst einjagte.

Etwa eine Woche, nachdem ihre Gegenspieler abgereist waren, erinnerte sich Rodney, was sein Doppelgänger über eine Kiste in ihrem Quartier gesagt hatte und ging hin, um nachzusehen. Es fühlte sich seltsam an, hier zu sein, in diesem Zimmer, das so sehr zu ihrem geworden war. Rodney sah sich im Raum um – es war aufgeräumt und sauber zurückgelassen worden, doch irgendwie war ihre Anwesenheit noch spürbar.

Er sah eine Kiste auf dem Tisch und vermutete, das musste es sein, worauf sich sein Gegenspieler bezogen hatte. Er ging hinüber und fand eine Notiz an der Außenseite befestigt. Er öffnete sie – sie war in seiner eigenen Handschrift abgefasst, obwohl er wusste, dass er sie nicht geschrieben hatte.

Lieber Rodney,
Hoffe, du hast damit genauso viel Vergnügen, wie ich.
Alles wurde gesäubert.

Das klang unheilverkündend.

Denk nur daran, dich zu entspannen und mitzumachen – wenn du es erst herausgekriegt hast, wirst du es lieben.
Alles Liebe,
Rodney

Rodney öffnete die Kiste und starrte den Inhalt mit aufgerissenen Augen an.

Obenauf lag Rodney Sheppards blaues Seidenhemd. Daran war eine weitere Notiz befestigt.

Das ist für dich, Rodney. Sollte passen – du hast ein paar Kilo verloren
und siehst jetzt fast so gut aus wie ich. Ich habe Dutzende solcher Sachen
bei mir zu Hause und Gott weiß, deine Garderobe braucht jede Hilfe, die
sie kriegen kann.

Rodney rollte seine Augen. Gott, dieser Idiot hatte noch immer die Macht zu nerven, selbst, wenn er sich in einem anderen Universum aufhielt.

Rodney legte das Hemd beiseite und nahm die schwarze Hose heraus, die sein Gegenspieler damit getragen hatte. Er befingerte den geschnürten Hosenstall, fragte sich, ob er es je wagen würde, etwas derart Enthüllendes zu tragen.

Probier’s aus. John wird es genießen, deinen Arsch darin zu sehen, sagte die Notiz.

Rodney warf die Hose auf das Hemd und sah wieder in die Kiste. Sein Mund formte ein wortloses Oh, als er sah, was darin lag. Er fasste hinein und holte eine weiche Raulederpeitsche heraus, an der eine weitere Notiz festgemacht war.

Du musst John dazu bringen, die bei dir anzuwenden. Es ist, als ob du
mit einem Kissen gestreichelt würdest – so weich!

Rodney ließ die langen, samtigen Riemen durch seine Finger gleiten. Es fühlte sich nett an, musste er zugeben, obwohl er überhaupt nicht sicher war, dass es jemand bei ihm anwenden sollte. Plötzlich hatte er Rodney Sheppards Bild vor Augen, nackt, mit diesem Gerät gestreichelt, und er spürte sich unwillkürlich hart werden.

Das nächste aus der Kiste war eine viel härtere Peitsche, gefertigt aus geflochtenen Schnüren.

Das ist sozusagen die Begleiterin der anderen, nur beißt diese, wo die andere
küsst. In den richtigen Händen arbeiten sie gut zusammen (und wir beide
wissen, wessen Hände das sind). Die zweifache Empfindung ist ...
Na ja, probier’s und finde es raus.

Rodney legte sie zur Seite und wühlte wieder in der Kiste. Er zog ein Paddel heraus.

Ich habe beinahe darauf bestanden, das mitzunehmen, weil John es für mich
gemacht hat, aber er sagte, er könnte mir ein neues schnitzen, wenn wir
wieder daheim sind. Außerdem würden wir dämlich aussehen, wenn wir es
durch den Strahl tragen. Er weiß, wie ihr Leute über dieses Zeug denkt.

„Damit hatte er recht“, schnaubte Rodney, klatschte das Paddel sanft gegen seine Handfläche.
Es erzeugte ein hallendes Geräusch, war jedoch ziemlich leicht. Rodney legte es weg und sah noch einmal in die Kiste. Er war nun fast am Ende, doch am Boden der Kiste lagen zwei Paar weiche Schellen und einige Klips, um sie zusammen zu schnallen.

Wahrscheinlich wird sie der Colonel benutzen müssen, um dich still zu
halten, weil ich erwarte, dass du Anfangs Scheiße darin bist. Du hast solche
Vertrauens-Probleme. Lerne, dich zu entspannen und du wirst sehen, wie
gut es sein kann, lautete die geschriebene Instruktion.

Wieder verdrehte Rodney seine Augen und schmiss die Schellen auf den Stapel.

Schließlich holte er eine Augenbinde und einen Lederknebel heraus.

Ich nehme an, der Colonel wird diesen Knebel bei dir anwenden wollen –
kann ich ihm nicht verdenken. Ich weiß, ich wollte es tun.

Trotz allem konnte Rodney nicht verhindern, dass er laut auflachte.

Was die Augenbinde angeht, sie wird dir mit deinem pathologischen
Drang helfen, ständig die Kontrolle haben zu wollen. Manchmal ist
es nett, einfach alles aufzugeben. Ich weiß, du wirst mir nicht glauben,
weshalb du es selbst ausprobieren musst.

Rodney wollte alles in die Kiste zurücklegen und pausierte, erblickte eine letzte Notiz, auf dem Boden der Kiste liegend, unter ein paar starken und doch sehr leichten Ketten versteckt. Rodney öffnete sie.

Okay – da ist noch etwas. Sie ist im Schrank. Lass sie nicht dort, für den
Fall, der Colonel findet sie! Schaff sie weg und verbrenn sie! Vertrau mir.
Du willst auf keinen Fall, dass sie ihm in die Hände fällt.

Neugierig ging Rodney zum Schrank und öffnete ihn. Er war leer, bis auf eine lange, elastische Rute. Rodney griff aus und nahm sie, schwang sie versuchsweise durch die Luft. Sie erzeugte ein zischendes Geräusch und sauste so schnell durch die Luft, dass er keinen Zweifel hegte, welch großen Schaden sie anrichten konnte. Wimmernd erinnerte sich Rodney an die unbequeme Art, wie sein Gegenspieler in der Kantine auf seinem Stuhl gesessen hatte, Arsch vorsichtig auf einem untergeschlagenen Bein ruhend, nachdem er am empfangenden Ende dieses bestimmten Werkzeugs gewesen war. Er stellte die Rute in den Schrank zurück und schloss die Tür, machte eine mentale Notiz, sich ihrer später zu entledigen.

Rodney legte alles wieder zurück in die Kiste und schloss den Deckel, blickte sich noch einmal um. Sein Blick kam auf ein paar Haken in der Decke zu ruhen und als er runter sah, entdeckte er ihre Gegenstücke im Boden. Schaudernd stellte er sich die Szenen vor, die sich in diesem Zimmer abgespielt hatten. Er konnte den General sehen, der durch den Raum stolzierte, seine langen Beine von dieser engen Lederhose umschlossen, eine der Peitschen schwingend. Er konnte den anderen Rodney sehen, festgebunden und mit Augenbinde, und das Bild ließ ihn sofort hart werden. War es das wirklich, was er wollte? Er musste zugeben, dass es nicht schlecht klang. Rodneys Handschrift und seine fröhlichen, sarkastischen Notizen ließen alles so völlig normal erscheinen und sogar ... verlockend?

Rodney nahm die Kiste hoch und wanderte zur Tür. Dann blieb er stehen, blickte sich ein letztes Mal um und ging hinaus. Er wanderte zurück in sein eigenes Zimmer und stellte dort die Kiste auf den Tisch, öffnete sie neuerlich und holte das eisblaue Hemd heraus. Er zog sein Shirt aus und schlüpfte in das seidene Kleidungsstück. Er musste zugeben, es fühlte sich gut auf seiner Haut an – weich und rein, streichelte es ihn mit der sanftesten wispernden Berührung. Rodney trat vor den Spiegel und betrachtete sich.

Er hatte nicht bemerkt, dass sein Haar in den letzten paar Wochen so stark gewachsen war. Er war zu beschäftigt gewesen, um daran zu denken, es schneiden zu lassen und es hatte angefangen, sich an den Enden aufzudrehen. Der Anhänger war durch den offenen Kragen des Hemdes sichtbar und ... das Seltsame war, er hätte wie Rodney Sheppard aussehen sollen, tat es aber nicht. Er sah wie er selbst aus, nur sein Gesicht wirkte ein bisschen weicher und seine Augen ein bisschen strahlender als üblich und etwas an dem Hemd ließ ihn seine Schultern lockern und an Sex denken.

Rodney mochte die Art, wie das Hemd über seine Brustwarzen strich, sie sich zu kleinen Punkten verhärten ließ. Seine Brustwarzen waren ohnehin immer ziemlich auffallend – sie waren unglaublich empfindlich und standen bei der kleinsten Stimulierung Habt Acht. Rodney liebkoste sie durch das Seidenhemd, erstaunt, wie sinnlich der kühle Stoff sich auf seiner warmen Haut anfühlte.

Wie würde es sein, festgebunden zu sein, fragte er sich, gefesselt zu sein und Johns warmen Mund über seinen nackten, verwundbaren Körper gleiten zu spüren? Würde er sich winden und wimmern und um Erlösung betteln, während er gleichzeitig um mehr flehte?

Er stöhnte, pochte vor Verlangen, sein Schwanz steinhart. Wie würde es sein, entblößt zu sein, überwältigt, zur Unterwerfung gezwungen ...? Er erinnerte sich, unter Johns hartem Körper gelegen zu haben, erinnerte sich, das U-Wort ausgesprochen zu haben, erinnerte sich, wie gut es sich angefühlt hatte, als Johns starke Hände seine Arme über seinem Kopf festgehalten hatten und an die Wärme seines Atems in seinem Gesicht ...

Rodney befingerte den Anhänger an seinem Hals. Ich werde dich zu meinem Eigentum machen ... Die Worte tanzten in seiner Erinnerung. Wollte er jemandem gehören? Wollte er als Eigentum beansprucht werden? Niedergehalten werden und geküsst und gefickt und ... geliebt?

Ja! rief eine Stimme in seinem Kopf und er fand sich zum Bett rüber gehend. Er schnappte den zweiten Anhänger unter dem Kissen hervor, spürte ihn in seiner warmen, ängstlichen Hand sich erhitzen, dann rannte er hinaus in den Korridor.

Er eilte zu Johns Büro, doch der war nicht da. Danach lief er zum Übungsraum, fand Ronon beim Sparring mit einem athosianischen Mann, den er nicht kannte – kein Zeichen von Colonel Sheppard. Rodney ging wortlos hinaus und rannte in die Puddle Jumper-Bucht. Er war derart darauf versessen, den Colonel zu finden, er bemerkte nicht einmal, dass er keine Ahnung hatte, was er tatsächlich zu ihm sagen würde, wenn er ihn endlich hatte.

Sein Herz überschlug sich vor Erleichterung und Angst, als er John entdeckte, der in einem der Puddle Jumper stand, die Konsole überprüfte. Rodney zögerte, seine Hand schloss sich noch fester um den Anhänger, doch jetzt war nicht die Zeit zum Pausieren. Falls er jetzt stoppte, würde er das vielleicht nie machen. Rodney rannte die Rampe hinauf in den Jumper und John drehte sich um, ein überraschter Ausdruck in seinem Gesicht.
„Rodney? Was zum ...?“

John verstummte, betrachtete verblüfft Rodneys Seidenhemd, entdeckte dann den Anhänger an seinem Hals und seine Augen weiteten sich.
„Rodney?“ wiederholte er leise, starrte ihn so gespannt an, Rodney bemerkte, dass sein Mund plötzlich vollkommen ausgetrocknet war.

Er hatte keine Ahnung, was sagen – und vertraute sich ohnehin nicht zu sprechen, daher packte er bloß des Colonels Hand, legte den Anhänger hinein und schloss des anderen Mannes Faust darum. Dann, plötzlich entsetzt von der Tragweite, was er getan hatte, fuhr er herum und floh.

Nächstes Kapitel: Universelle Konstante

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