General & Dr. Sheppard

by Xanthe
übersetzt von Manuela
m.translator@chello.at



Rating: NC-17
pairing: Sheppard/McKay
Warnung: Domination/Unterwerfung, BDSM, Prügel, Kinks, teilweise dunkle Themen
Inhalt: Ein Unfall mit einem Antiker-Gerät saugt einen John und einen Rodney aus einem alternativen Universum nach Atlantis - und sie haben völlig andere Ansichten über Sex, Heirat und Beziehungen


Kapitel 11: Drei Rodneys

Zehn Minuten später kehrte John mit Ronon, Teyla und Major Lorne im Schlepptau ins Labor zurück, alle bis an die Zähne bewaffnet.
„Haben wir irgendeine Ahnung, was uns in diesem Universum erwartet?“ fragte er Radek.
Der Wissenschaftler schüttelte seinen Kopf.
„Nein, aber sobald ich den Strahl aktiviere, sollten Sie in der Lage sein, über das Funkgerät mit Rodney zu kommunizieren, bevor Sie reingehen. Sie müssen schnell sein. Ich kann den Strahl nur ein paar Minuten offen halten, bevor die Kristalle ausbrennen.“
„Ein paar Minuten ist lange genug, um herauszufinden, was los ist“, sagte John grimmig. „Ist es noch nicht Zeit?“

Radek warf einen Blick auf seine Uhr, nickte dann. Seine Finger bewegten sich schnell über das QDG-Interface. Der Strahl erwachte blitzend zum Leben und John hielt den Atem an, seine Aufmerksamkeit fixiert auf das Fenster in dem abgeklebten Bereich, das in ein anderes Universum führte. Niemand materialisierte.
„Es ist niemand dort“, sagte Radek, sein Gesicht blass.
„Verdammt!“ John fasste hinauf und berührte sein Funkgerät. „Rodney, sind Sie da?!“ brüllte er.
„John? Oh, Gott sei Dank“, kam Rodneys leises, gehauchtes Flüstern. „Rodney Sheppard ist angeschossen worden.“
„Ich weiß. Wir haben den Strahl aktiviert. Schaffen Sie ihn zurück ins Fenster und wir können ...“
„Das kann ich nicht machen“, zischte Rodneys Stimme.
„Warum nicht?“
„Weil hier vier Genii stehen und ihre Waffen auf uns gerichtet haben“, antwortete Rodney.

„Wer ist das? Mit wem sprechen Sie?“ fragte eine Stimme im Hintergrund.
„Mit mir selbst! Sehen Sie, ich habe Ihnen gesagt, er stirbt. Er braucht einen Arzt. Schaffen Sie sofort Carson hier rauf!“
„Niemand geht nirgendwohin, bis Commander Kolya zurückkommt“, gab die Stimme zurück. „Aber Sie haben mit jemandem gesprochen. Ist das eine Invasion? Sie sind nicht Dr. McKay – wer sind Sie?“
„Ich habe Ihnen gesagt, wer ich bin! Nun, werden Sie ihm helfen oder nicht?“
„Mund halten ...“

Ein hässliches Krachen ertönte, ein gedämpfter Schrei, dann war das Funkgerät tot.
„Rodney!“ John lauschte eine Sekunde, doch es kam keine Antwort. „Okay, wir gehen rein“, sagte er seinem Team. „Da sind vier bewaffnete Genii auf der anderen Seite von diesem Fenster, aber wir haben den Vorteil der Überraschung. Radek, schalten Sie den Strahl ab, sobald wir durch sind und starten Sie ihn danach wieder in dreißig Minuten-Intervallen“, befahl er. „Bewegt euch.“

John rannte auf das Fenster zu, sein Team hinter ihm, und warf sich geradewegs in den Strahl. Er hatte einen kurzen Moment der Desorientierung, als er sich in dem selben Labor wiederfand, das er gerade verlassen hatte – nur ohne Radek und das QDG hinter ihm. Zu seiner Rechten konnte er Rodney Sheppard sehen, in einer Blutlache auf dem Boden liegend, mit einer klaffenden Wunde in seiner Brust. Sein eigener Rodney hockte neben ihm, ein Arm um seine Rippen geschlungen, ein Blutrinnsal von einer Platzwunde an seiner Schläfe laufend.

John hatte allerdings keine Zeit, mehr als das in sich aufzunehmen, weil er sah, dass sich die Genii-Soldaten umdrehten, Münder aufgerissen, als er scheinbar aus dem Nichts erschienen war. John feuerte auf sie, bevor sie wussten, was sie traf und Sekunden später fielen die anderen, als sich Ronon, Teyla und Lorne dem Kampf anschlossen.

Erst, als die Genii erledigt waren, hatte John die Chance, sich gründlich umzusehen. Das Labor war buchstäblich identisch mit dem, das er gerade verlassen hatte, nur befand es sich in viel schlechterem Zustand. Es sah unaufgeräumt und vernachlässigt aus.
„John?“ kam eine zitternde Stimme aus der Ecke des Raumes und John fuhr herum, sah eine dünne Gestalt, die sich auf der Flucht vor dem Schusswechsel in die Ecke gedrückt hatte.
„Oh, Scheiße“, flüsterte er.

Der Mann war eine weitere Version von Rodney – nur war dieser Rodney eine blasse, zerbrechlich aussehende Kreatur. Seine Kleider hingen an ihm und er hatte einen verfolgten Ausdruck in seinen blauen Augen, der ein Schaudern Johns Wirbelsäule hinuntersandte.
„Er ist nicht dein John, Idiot“, sagte sein eigener Rodney hinter ihm. „Er gehört mir.“
John drehte sich um und wanderte hinüber, wo sein Rodney neben Dr. Sheppard hockte.
„Wie geht es ihm?“ erkundigte er sich.
„Schlecht. Wir brauchen Carson hier oben“, erläuterte Rodney.
„Sind Sie okay?“ Johns Augen glitten über Rodneys verletztes Gesicht und die seltsame Art, wie er sich hielt.
„Mir geht’s gut. Soweit ich herausgefunden habe, befinden wir uns in einem Universum, in dem die Genii die Stadt während dieses großen Sturms letztes Jahr eingenommen haben. Kolya hat hier das Kommando. Er war auf dem Kontinent, als wir durchkamen, wurde aber zurückgerufen. Sie schossen auf Rodney Sheppard, weil er sie überraschte, als er plötzlich hier auftauchte. Es wird nicht lange dauern, bevor Kolya zurückkommt und dann stecken wir wirklich in Schwierigkeiten.“
„Radek wird diesen Strahl in dreißig Minuten wieder öffnen“, sagte ihm John.
„Bitte ... ihr könnt nicht einfach weggehen. Ihr müsst uns helfen“, warf der neue Rodney ein.

John atmete tief durch. Zwei Rodneys um sich zu haben, war gespenstisch, aber drei war absolut verrückt. Er stand auf und wandte sich dem anderen Mann zu.
„Existiert Carson Beckett in diesem Universum?“ wollte er wissen.
Der neue Rodney nickte.
„Gut. Dann schaffen Sie ihn hier rauf“, orderte er.
„Ich habe ihn bereits angefunkt“, sagte der neue Rodney. „Wir werden Ihrem Freund helfen, aber ihr müsst uns auch helfen.“ Er warf einen Blick auf Rodney Sheppards reglose Gestalt, ein verwirrter Ausdruck in seinem Gesicht. „Ich glaube, das ist eine Art interdimensionale Sache und ich sage nicht, dass ich nicht normalerweise darüber vor Erregung auf und ab hüpfen würde, aber im Augenblick ist alles, was ich denken kann, dass das eine zu gute Gelegenheit ist, um sie zu verpassen. Ihr müsst uns helfen.“

Er griff mit einer Hand aus und packte Johns Arm, John bemerkte die verfärbten Prellungen an seinen Handgelenken – er konnte tatsächlich Fingerabdrücke in des Wissenschaftlers Fleisch eingeprägt sehen.
„Das werden wir, wenn wir können“, versicherte er ihm entschlossen, fragte sich, was zur Hölle in dieser Realität vor sich ging. „Erzählen Sie.“
„Die Genii kontrollieren die Stadt, aber sie haben nicht das Gen, daher können sie nicht arbeiten. Wir haben ihnen nicht verraten, dass es möglich ist, das Gen zu injizieren“, berichtete der neue Rodney rasch. „Deshalb müssen sie uns hier behalten, um die Geräte für sie zu bedienen. Auf jeden Fall verstehen sie die Antiker-Technologie nicht, also sind alle Wissenschaftler für sie nützlich. Die Militärs haben sie eingesperrt.“
„Wissen Sie, wo?“ fragte John.
„Oh, ja, ich weiß, wo“, antwortete der neue Rodney in angewidertem Ton.
„Wie weit? Können wir eine Rettungsmission in fünfundzwanzig Minuten schaffen?“ wollte John wissen.
„Es ist nicht weit – und sie werden Sie nicht erwarten, es ist einen Versuch wert“, meinte der neue Rodney hoffnungsvoll, seine blauen Augen flehten John an.
John brachte es nicht über sich, dieser hageren, verletzten, eindeutig misshandelten Version eines Menschen, in den er derart verliebt war, etwas abzuschlagen.

In diesem Moment kam Carson ins Labor gerannt ... und kam rutschend zum Stehen, als er John erblickte.
„Major? Oh, Gott sei Dank! Wie sind Sie frei gekommen?“ fragte er.
John schüttelte seinen Kopf. „Ich bin nicht Major Sheppard. Es ist eine lange Geschichte, Carson ... aber dort drüben liegt ein Mann, der Ihre Hilfe braucht“, sagte er, nickte zu den beiden Rodneys.
Carson nahm die Blutlache in sich auf und rannte zu Rodney Sheppard, starrte dann von einem Rodney zum anderen ... zum anderen.
„Keine Zeit für Erklärungen!“ sagte Johns Rodney brüsk. „Er verblutet hier!“

Sofort machte sich Carson an die Arbeit, doch von seinen fest zusammengepressten Lippen ausgehend, nahm John an, die Neuigkeiten waren nicht gut.
„Wird er okay sein?“ verlangte Johns Rodney zu wissen, während Carson arbeitete.
„Ich habe keine Ahnung, warum er überhaupt am Leben ist“, murmelte Carson. „Sollte er nicht. Diese Verletzungen ...“ Er schüttelte seinen Kopf.
„Tun Sie etwas!“ rief Johns Rodney hilflos.
„Ich werde es versuchen, Sohn, aber er ist in einem schlechten Zustand“, erklärte ihnen Carson. „Ich muss ihn in die Krankenstation bringen.“
„Nein“, mischte sich John ein. „Er bleibt hier. Wir müssen in weniger als dreißig Minuten durch ein Fenster in eine andere Dimension gehen und unser Carson wird sich ab da um ihn kümmern. Halten Sie ihn nur so lange am Leben, Doc.“
Carson nickte grimmig und John wendete sich wieder an den neuen Rodney.

„In Ordnung. Bringen Sie uns dorthin, wo sie Major Sheppard gefangen halten“, kommandierte er, winkte seinem Team, ihn zu begleiten.
Sein eigener Rodney stemmte sich auf seine Füße.
„Sie bleiben hier“, befahl John.
„Nein“, widersprach Johns Rodney, sein Kinn eigensinnig vorgestreckt. „Ich kann Carson nicht helfen. Bei Ihnen bin ich von größerem Nutzen. Sie werden alle Hilfe brauchen, die Sie kriegen können, falls Sie diesen verrückten Plan durchziehen wollen.“
„Wir haben keine Zeit, darüber zu streiten!“ knurrte John.
„Dann werden Sie mich mitkommen lassen müssen, nicht wahr?“ gab sein Rodney zurück, schnappte eine Pistole von Teyla und stellt sich hinter John auf.
John erkannte, ein Streit war sinnlos und gab nach, alle machten sich hinter dem neuen Rodney auf den Weg.

Sie schafften es zu den unteren Bereichen der Stadt, ohne gesehen zu werden, dann blieb der neue Rodney stehen und bedeutete ihnen, sich gegenüber eines Raumes im Korridor hinzuhocken. Zwei Genii standen davor Wache.
„Das ist es?“ flüsterte John dem neuen Rodney zu. „Sind Sie sicher?“
„Oh, ja. Ich bin sicher“, nickte der neue Rodney. „Ein paar Wochen, nachdem die Genii die Stadt übernommen hatten, versuchte John zu entkommen. Kolya fand es heraus und stoppte ihn. Danach brachte er mich hier runter und verprügelte mich vor John, damit er wusste, was passieren würde, falls er wieder einen Fluchtversuch unternehmen würde“, wisperte er.

John zuckte zusammen. Das klang sehr nach dem, was Kolya tun würde. Einst hatte Kolya seinen Rodney gefoltert und John hatte die heimliche Vermutung, dass der Genii-Kommandant das ein bisschen zu sehr genossen hatte.

„Sind Sie sicher, dass sie noch hier sind?“ fragte er. „Sie wurden nicht verlegt? Wir haben keine Zeit, einen Fehler zu begehen.“
„Nein“, schüttelte der neue Rodney seinen Kopf. „Dieses erste Mal amüsierte Kolya so sehr, dass er mich jetzt nur zum Spaß fast jede Nacht hier runter bringt. Wenn ich Glück habe, will er mich bloß ein wenig verprügeln, um John zu verhöhnen. Wenn ich Pech habe ... na schön, reden wir nicht davon.“

Sein Gesicht war blass und hager, als er das sagte und John hatte eine plötzliche Ahnung, was er meinte, fühlte sich schlecht bei dem Gedanken. Er warf seinem Rodney einen Blick zu und sah, dass auch er es gehört hatte und seine blauen Augen schockiert aufgerissen waren.
„Er macht das ... vor Major Sheppards Augen?“ fragte Johns Rodney in entsetztem Flüstern.
„Ich denke, das ist der Sinn“, antwortete der neue Rodney, starrte auf seine verletzten Handgelenke. „John ist eingesperrt – er kann nichts tun. Er muss zusehen. Kolya sagte mir, falls ich nicht nachgebe und nicht so tue, als ob ich es genieße, lässt er John verprügeln – aber John weiß das nicht. Er wundert sich wahrscheinlich, warum ich mich nicht heftiger wehre.“
John spürte eine Welle eiskalter Wut tief in seinem Bauch, als er sich vorstellte, wie sich sein Gegenspieler in diesem Universum dabei fühlen musste.

„Okay. Wie viele Wachen sind da drin?“ fragte er, fühlte die Gelassenheit kühler Entschlossenheit sich um ihn bilden.
Sie würden das machen, verdamm. Auf keinen Fall konnten sie diese Menschen hier so zurücklassen. Das hätten sie sein können, wenn die Umstände nur ein bisschen anders gewesen wären.

„Zwei bei der Tür, sechs drin“, antwortete der neue Rodney. „Sie haben viel mehr überall in der Stadt verteilt, deshalb müssen wir sie davon abhalten, um Verstärkung zu rufen.“
„Okay. Wir machen folgendes ...“, sagte John, drehte sich zu seinem Team um.

Ein paar Sekunden später wanderte der neue Rodney den Korridor entlang und trat geradewegs vor die Wachen bei der Tür.
„Mir wurde gesagt, Sie haben Probleme mit der Kommunikation hier drin“, sagte er, gestikulierte mit seinem Kopf zur Tür.
Die Wachen schienen verwirrt, ließen ihn jedoch ein. Als sie sich umdrehten, schlug Johns Team zu. Sie waren schnell und den beiden an der Tür zahlenmäßig überlegen, waren daher in der Lage, sich ihrer rasch und leise zu entledigen. Danach stürmten sie den Raum. John hofft nur, dass der neue Rodney es geschafft hatte, nahe genug an die Kommunikationseinheiten zu gelangen, um sie außer Gefecht zu setzen, hatte jedoch keine Zeit, das zu überprüfen, weil das nächste, was er wusste, war, er stand einem Sperrfeuer gegenüber. Er duckte sich, spürte einen scharfen, brennenden Schmerz in seinem Arm, dann fuhr er herum und erwiderte das Feuer in einer raschen Bewegung. Er sah einen der Genii fallen, dann stolzierte Ronon mitten in den Raum, aus allen Rohren feuernd, und mehr Genii gingen zu Boden. Es folgten ein paar wilde Kämpfe, doch Johns Team war gut und die Genii bald erledigt. Erst dann bekam John eine Chance, sich gründlich umzusehen.

Sie befanden sich in einem riesigen Raum, mit einem großen Verschlag an einem Ende, umgeben von einem Kraftfeld. Im Inneren konnte John eine Gruppe Menschen sehen mit Gesichtern, die er erkannte. Einer von ihnen stieß einen Schrei aus und schob sich so nahe an die Abgrenzung des Verschlags, wie er konnte. Wieder einmal blickte John in sein eigenes Gesicht. Nur waren diesmal die Wangen eingesunken und dünn, ein starker, dunkler Bart bedeckte seines Spiegelbildes Kinn und er sah in ein Paar leerer, verzweifelter Augen.

John riss sich von seinem anderen Selbst los und rannte zu dem neuen Rodney, der bei einer Konsole stand, mit ein paar Drähten fummelte.
„Sind wir sicher?“ zischte John.
„Ja. Ich habe das System außer Gefecht gesetzt, bevor sie rausrufen konnten“, erklärte ihm der neue Rodney mit einem Grinsen. „Jetzt ... muss ich nur noch ... erledigt.“

Das Kraftfeld, das den Verschlag umgab, erstarb flackernd und John hob seine Waffe, schoss die Tür aus ihren Angeln. Er wollte vortreten, als er beinahe von seinen Füßen geschubst wurde, weil der neue Rodney an ihm vorbeiraste und sich auf den neuen John warf, als der aus dem Verschlag auftauchte.

John erstarrte. Er vermutete, er sollte nicht überrascht sein, war es irgendwie dennoch. Der neue John packte den neuen Rodney in einer engen Umarmung, zog sich dann zurück, nahm sein Gesicht in beide Hände und küsste ihn auf den Mund. John warf seinem Rodney einen Blick zu, der ein tiefes Seufzen ausstieß.
„Sind wir in jedem verdammten Universum zusammen?“ murmelte Rodney, rollte seine Augen.
„Sieht langsam so aus“, antwortete John mit einem leichten Grinsen.

„Sind Sie okay?“
Rodney berührte seinen Arm und John sah hinunter, überrascht zu bemerken, dass sein Shirt rot befleckt war und nass mit Blut.
„Mir geht’s gut“, behauptete John knapp, doch da lag ein Ausdruck in Rodneys Gesicht, den er nicht dachte, je zuvor gesehen zu haben und er wurde davon überrascht.
„Ihnen geht es nicht gut, verdammt, Sie sind verletzt. Moment.“

Rodney fasste in Johns Westentasche und zog ein Verbandspäckchen heraus, ergriff dann Johns Arm und befestigte den Verband fest um die Wunde, um den Blutstrom zu stillen. John betrachtete ihn, während er arbeitete; Rodney sah ihn nicht an, doch da lag etwas im Gesichtsausdruck des Wissenschaftlers und in seiner offensichtlichen Sorge um ihn, die Johns Herz einen hoffnungsvollen kleinen Satz machen ließen. Rodney beendete den Notverband und sah hoch, begegnete Johns fragendem Blick und errötete – hüpfte dann von ihm weg, als wäre er bei etwas Illegalem erwischt worden.

„Es tut mir leid“, hörte John den neuen Rodney dem neuen John zuflüstern. „All diese Male ... er sagte, er würde dir weh tun, falls ich nicht ...“
„Ich weiß. Das habe ich vermutet.“ Die Hände des neuen John liebkosten die Seiten von seines Rodneys Gesicht. „Wo ist er? Ich werde ihn mit meinen bloßen Händen töten.“
„Er befindet sich auf dem Weg zurück vom Kontinent“, berichtete ihnen John, warf seinem neuen Spiegelbild eine Pistole zu. „Bewaffne deine Leute, so gut du kannst.“ Er wies auf die Waffen, die den gefallenen Genii gehört hatten. „Wir haben nicht viel Zeit.“

Sie rannten ins Labor zurück und John war erleichtert festzustellen, dass Rodney Sheppard wenigstens immer noch am Leben war. Er hatte keine Ahnung, wie er es angestellt hätte, dem General zu berichten, dass sein Ehemann tot war. Das konnte einfach nicht passieren.
„Wie geht es ihm?“ fragte Rodney, rannte zu Carson.
„Es hängt an einem seidenen Faden. Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung, wie er noch am Leben sein kann, aber er ist es“, antwortete Carson. „Ich gab ihm ein paar Medikamente und eine grundlegende Triage. Ich habe notiert, was genau ich ihm gegeben und wie ich ihn behandelt habe, damit Ihr Carson Bescheid weiß, wenn Sie ihn zurückbringen.“ Er reichte Rodney den Zettel.

„Wie viel Zeit haben wir?“ wollte John wissen, hörte einen Krawall draußen im Korridor, was nur eines bedeuten konnte – Kolya war hier.
„Vier Minuten“, sagte ihm Rodney, sah auf seine Uhr.
„Dann schaffen Sie Rodney in das Zielgebiet für den Strahl. Ich helfe diesen Leuten, es auszufechten bis zur letztmöglichen Sekunde“, befahl ihm John.
Rodney nickte und schleppte gemeinsam mit Carson Rodney Sheppard in das Fenster zwischen den beiden Universen. Danach richtete sich Carson auf und zögerte einen Moment. John sah einen entschlossenen Ausdruck im Gesicht des Arztes auftauchen, dann schnappte er eine Genii-Waffe von einem der gefallenen Wachposten und schloss sich den anderen an, bereit, für die Freiheit ihrer Stadt zu kämpfen.

Eine Sekunde später stürmte Kolya durch die Tür. Er hatte ein Kontingent bewaffneter Genii bei sich, doch die Atlanter hatten das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Kolya knurrte zornig, als er die freigelassenen Gefangenen sah, aber seine Augen weiteten sich erschrocken, als er die Tatsache in sich aufnahm, dass zwei Johns gegen ihn kämpften. Nicht, dass John viel von seinem Feind zu sehen bekommen hätte. Sein Ebenbild hatte zu lange auf diesen Kampf gewartet und zu stark unter Kolyas Händen gelitten, seine Wut war weißglühend; John konnte sie fast aus ihm brodeln fühlen. Er war in schlechter körperlicher Verfassung – er war spindeldürr und war während seiner Gefangenschaft eindeutig schlecht behandelt worden – doch seine Wut nährte ihn, als er sich auf Kolya warf.

Ronon war ein Thema für sich, schaltete auf einen Schlag mehrere der Genii mit seinem Blaster aus und Johns Herz machte einen Satz, als er Aiden Ford erblickte, der Seite an Seite mit Major Sheppard kämpfte. Wenigstens eine gute Sache war durch die Ereignisse in diesem Universum entstanden.

Der Kampf war rauflustig und ungleich, doch den Atlantern brannte das Feuer der Rache in den Bäuchen und schließlich begannen die Genii, zurück zu fallen. John drehte sich um, sah Major Sheppard über Kolya stehen, seine Hände um des anderen Mannes Kehle, ihm wortwörtlich das Leben ausquetschend. Dann war das erledigt, er ließ Kolyas Leiche zu Boden fallen und richtete sich auf, einen wilden, blutdurstigen Blick in seinen Augen, suchte jemand anderen, um ihn zu bekämpfen.

„Wir müssen gehen“, sagte ihm John, schnappte den Major am Arm und führte ihn von dem Trubel weg. „Viel Glück, nicht, dass ich denke, ihr braucht es. Ihr habt sie so ziemlich erledigt.“
„Ich habe keine Ahnung, wo ihr herkommt oder wer ihr seid, außer ... na ja, außer der offensichtlichen Tatsache, dass du ich bist“, sagte ihm Major Sheppard. „Aber ich danke euch.“
„Gern geschehen“, erwiderte John. „Sag mir, bevor wir gehen ... seid du und er verheiratet?“ Er nickte seinen Kopf in des neuen Rodneys Richtung.
Der Wissenschaftler war eifrig dabei, Genii-Waffen von den gefallenen Feinden einzusammeln und sie an jeden Atlanter weiter zu reichen, dem die Munition ausgegangen war.
„Noch nicht“, grinste der neue John. „Aber sobald wir diese Genii aus der Stadt vertrieben haben, plane ich, mich darum zu kümmern.“
„Und dass ihr beide eine Beziehung habt – das ist hier kein Problem?“ erkundigte sich John.
„Nein“, meinte der andere John verständnislos. „Was für ein Problem?“
„Nichts“, seufzte John.

Er bemerkte ein deutliches Fehlen jeder Art von Leinen, Halsbändern oder Tätowierungen, daher nahm er an, das war nicht diese Art von Universum, doch da war etwas gewesen, das er allzu gut in der wilden Umarmung gesehen hatte, die dieser John seinem Rodney gegeben hatte, nachdem sie aus diesem Verschlag befreit worden waren.

„John!“ rief sein eigener Rodney drängend, winkte ihn rüber.
John nickte und sah einen weißen Strahl in dem Fenster auftauchen. Er rief sein Team zusammen und sie rannten zu dem Fenster zwischen den Universen.

Der neue Rodney eilte auf sie zu, schnappte seine Hand und schüttelte sie enthusiastisch.
„Danke!“ strahlte er ekstatisch. „Ich meine, ich habe absolut keine Ahnung, wo ihr hergekommen seid oder was zur Hölle ihr hier gemacht habt, aber ich danke euch!“
John grinste zurück. „War mir ein Vergnügen, Rodney“, sagte er, gab dem Wissenschaftler einen kurzen Salut und trat rückwärts in den Strahl.

***
Auf der anderen Seite wartete Carson mit einem vollen medizinischen Team und brachte Rodney Sheppard weg zur Notoperation. John wanderte hinter ihnen her in die Krankenstation, Rodney an seiner Seite.

„Was macht der General hier?“ wollte Rodney wissen, als sie dort ankamen.
Der General lag auf seiner Seite, Augen geschlossen, Arme um seinen Körper geschlungen.
„Ich habe mich gewundert, warum er nicht bei euch war, aber was ist los mit ihm?“
„Er war es, der Rodney Sheppard am Leben gehalten hat“, erklärte ihm John grimmig. „Ich bin nicht sicher, wie es funktioniert, aber es hat irgendwie mit diesem Lebensband-Ding zu tun, von dem sie dauernd reden.“
„Sprechen Sie von Kaeira?“ Rodney runzelte seine Stirn. „Wenn das der Fall ist, sollte er dann nicht eine riesige Verletzung auf seiner Brust haben, falls sie diese seltsame Teilungs-Sache durchziehen?“
„Er hat Kaeira nicht erwähnt, sagte nur, es wäre das Lebensband. Ich denke nicht, dass er Rodney wirklich heilt. Es schien eher, dass er ihm etwas von seiner Energie gab oder so etwas. So wie die Wraith den Menschen das Leben aussaugen, nur eben das genaue Gegenteil, nehme ich an – er gab sie zurück.“
John verstummte hilflos, erkannte, er wusste überhaupt nichts von diesem Lebensband, war jedoch gleichzeitig sehr neugierig darauf und wie – wenn überhaupt – es mit Kaeira verwandt war.

Einer der anderen Ärzte aus Carsons Team kam zu ihnen und setzte John auf eines der Betten. Er entfernte die provisorische Bandage, die Rodney um Johns Am gewickelt hatte und begann, die Verletzung zu untersuchen.
„Wie geht es ihm?“ wollte Rodney wissen, spähte über die Schulter des Arztes auf die Verletzung. „Ist es schlimm? Sieht irgendwie hässlich aus. Er wird Nähte brauchen.“
„Er ist der Arzt, Rodney – lassen Sie ihn arbeiten“, sagte ihm John.
Zögernd trat Rodney zurück.
„Ich nehme an, ich sollte ... Sie wissen schon ... zurückgehen und mich vergewissern, dass Radek nicht wochenlange Arbeit an diesen verdammten Kristallen ruiniert hat“, meinte er.
„Nicht so schnell, Rodney“, sagte ihm John, legte eine Hand auf seinen Arm, als er sich umdrehen wollte. „Doc, sobald Sie mit mir fertig sind, Rodney hat ebenfalls ein paar schlimme Prellungen und wahrscheinlich gebrochene Rippen.“
„Habe ich?“ Rodney sah erschrocken aus.
„Ja, haben Sie“, bekräftigte John. „Sie halten sich seltsam, seit diese Genii-Wache Sie geschlagen hat, weil Sie über Funk mit mir gesprochen haben. Außerdem muss dieser Schnitt in Ihrem Gesicht gesäubert werden.“
„Mann, wie konnte ich das vergessen?“ murmelte Rodney in einem Ton absoluter Verwunderung wegen seiner mangelnden Hypochondrie.
John schnaubte.

Seufzend setzte sich Rodney neben ihm auf das Bett.
„Denken Sie, Dr. Sheppard kommt durch?“ fragte er John leise.
John drehte seinen Kopf, überrascht von der Angst in Rodneys Stimme, und fand heraus, dass diese blauen Augen näher waren, als er erwartet hatte und dass Rodney sich ein bisschen näher drückte, als John erkannt hatte. Er wusste, wie sehr es Rodney hasste, wenn Menschen verletzt oder getötet wurden – er hatte oft genug gesehen, wie der Wissenschaftler damit umging, um zu wissen, wie sehr es ihn verstörte, wann immer es passiert – doch Rodneys Augen waren nun seltsam verwundbar, auf eine nackte Art, die John sicher war, nie zuvor gesehen zu haben.

Plötzlich erkannte er, dass er das jetzt erst sah, weil Rodney begonnen hatte, in seiner Nähe in seiner Wachsamkeit nachzulassen. John fühlte den überwältigenden Drang, seinen Arm um den Wissenschaftler zu legen und ihn zu küssen. Er widerstand. Er war sicher, dass Rodney lernte, ihm zu vertrauen, vielleicht sogar anfing, ihm gegenüber Gefühle zu entwickeln, doch bis jetzt hatte er langsam gespielt und wollte den anderen Mann nicht unwiderruflich abschrecken, indem er zu schnell vorging.

„Keine Ahnung“, antwortete John sanft. „Aber er hat den besten Arzt in zwei Galaxien, der ihn operiert und er hat ihn an seiner Seite.“ Er nickte zu der reglosen Gestalt des Generals im nächsten Bett. „Daher würde ich sagen, er hat eine bessere Chance als die meisten.“

Nachdem der Arzt mit John fertig war, wechselte er zu Rodney. Er wollte Rodneys Rippen untersuchen und bat ihn, sein T-Shirt auszuziehen. Rodney errötete.
„Denken Sie nicht, eine Krankenstation sollte mehr Privatsphäre haben?“ fragte er, sah sich in dem kahlen und irgendwie behelfsmäßigen Raum um.
Amüsiert verdrehte John seine Augen.
„Wir sind unter uns, Rodney“, wies er hin.
Rodney überlegte einen Moment, zog dann sein Shirt aus und stand da, Arme halb vor seiner Brust gekreuzt, absolut unbehaglich aussehend.

John wusste, das sollte er nicht, doch die Wahrheit war, er erhaschte gern einen kurzen Blick auf jeden Teil von Rodneys Fleisch, das sichtbar war und macht das Beste aus der Gelegenheit, des anderen Mannes nackte Brust zu betrachten. Er wunderte sich, warum zum Teufel Rodney immer so paranoid war, Menschen betreffend, die in irgendeinem Stadium des Entkleidens einen Blick auf ihn warfen; er hatte eine hübsche Brust mit einigen guten Definitionen und das Fleisch war straff auf eine Art über seine breiten Schultern gedehnt, die John sehr anziehend fand. John wünschte, er könnte Rodney dazu bringen, so glücklich und selbstbewusst in seiner Haut zu sein, wie sein Gegenspieler. Rodney sah sogar recht gut durchtrainiert aus; vermutlich hatten die Übungen, die sie durchgeführt hatten, ihn ein bisschen gestrafft.

Aber John hatte recht – da war eine massive, dunkle, hässliche Prellung auf seinen Rippen, die der Arzt vorsichtig untersuchte, bevor er zu dem Ergebnis kam, dass sie nicht gebrochen waren.

Ein paar Sekunden später traf Elizabeth ein und John nahm sie zur Seite, damit er ihr einen ordentlichen Bericht abgeben konnte.
„Die Genii?“ schüttelte sie ihren Kopf, nachdem er geendet hatte. „Das alles passierte vor gut einem Jahr – diese armen Menschen, so lange in Gefangenschaft gehalten zu werden.“
„Sie waren in ziemlich schlechtem Zustand“, nickte John zustimmend, erinnerte sich, wie dünn sein Ebenbild gewesen war und an die Verletzungen an den Handgelenken des anderen Rodney. Es brauchte keine große Vorstellungskraft herauszufinden, wie er dazu gekommen war oder wer sie dort verursacht hatte.

„John, ich wünschte, Rodney hätte nie dieses verdammte QDG gefunden“, zischte sie kopfschüttelnd. „Es hat nichts als Probleme verursacht.“
„Andererseits, falls das nicht passiert wäre, wären wir nicht durchgegangen und hätten unsere anderen Selbst nicht vor den Genii gerettet“, gab John mit einem Schulterzucken zu bedenken. „Also war es vielleicht nicht so eine schlechte Sache. Und den General und Dr. Sheppard in unserem Universum zu haben, war sicherlich eine lehrreiche Erfahrung, wenn schon sonst nichts!“
Er grinste sie an und sie grinste zurück.
„Das ist ein diplomatischer Weg, es auszudrücken“, antwortete sie.

„Aber wo wir schon beim Thema sind ... dieser andere John und Rodney, die Sie fanden – Sie sagten, die hatten ebenfalls eine ... ah ... Beziehung?“ Sie legte ihre Hand in ihren Nacken, eindeutig verlegen bei dem Thema.
„Ja“, seufzte John. „Es fängt an, ein Thema zu werden. Wo immer wir hingehen, wir stoßen ständig auf Versionen von uns, die einander die Hirne rausküssen.“
„Und wie fühlen Sie sich dabei?“ fragte ihn Elizabeth.
Er sah sie einen Moment an.
„Jemals daran gedacht, dass das Universum versucht, Ihnen etwas zu sagen?“ erkundigte sie sich, ein kleines Lächeln zupfte an ihren Mundwinkeln.
„Das könnten Sie so sagen“, stimmte er zu, grinste zurück.

Er warf einen Blick über ihre Schulter zu Rodney, der sich lautstark beschwerte, wie sehr es schmerzt, die Wunde in seinem Gesicht gesäubert zu bekommen.
„John?“ Der fragende Ton in ihrer Stimme brachte ihn zu ihr zurück und er sah ihren Blick suchend auf ihn fixiert „Ernsthaft?“ sagte sie.
„Ja – ernsthaft“, antwortete er, spannte seine Schultern an, während er ihre Reaktion abschätzte.
Sie nickte jedoch nur nachdenklich, sah nicht im entferntesten schockiert oder zornig aus.

„Das einzige, das mich je zurückgehalten hat, war, wie verdammt schwierig es für so etwas ist, in diesem Universum zu funktionieren. Diese anderen Menschen, denen wir begegneten, schienen nicht die gleichen Probleme wie wir zu haben.“
„Ich nehme an, ich sollte überrascht sein, bin ich aber nicht – vielleicht als Resultat, weil wir den General und seinen Ehemann die letzten paar Wochen hier hatten. Wo steht Rodney bei all dem?“ fragte sie ihn sanft.
„Er ist noch nicht soweit“, erklärte ihr John. „Aber ich arbeite daran.“
Sie lachte leise. „Na schön, viel Glück damit. Aber, John ... ich möchte, dass Sie eines wissen: so lange ich die Leiterin dieser Expedition bin, werde ich mit Zähnen und Krallen darum kämpfen, Sie als meinen militärischen Leiter zu behalten. Sie haben meine volle Unterstützung und werden sie immer haben. Die kleine Nebensache, wer sich in wen verliebt, wird das nicht ändern.“

Er schenkte ihr ein breites, erleichtertes Grinsen, dann zuckte neuerlich sein Blick zu Rodney hinüber, der nun seinen Kopf von dem Arzt wegriss und sich laut über dessen fehlendes Zartgefühl beklagte.
„Aber davon hätten Sie sich ohnehin nicht abhalten lassen, nicht wahr?“ meinte Elizabeth sanft.
„Was?“ Er drehte sich zu ihr um. „Nein, nicht wirklich“, gestand er kopfschüttelnd. „Den General hier zu haben, machte es einfacher. Er sagte, Du musst sein, wer du bist und verfolgen, was du willst. Na schön, ich habe diese beiden Dinge herausgefunden und folge diesem Rat buchstabengetreu. Falls das bedeutet, ich verhinderte meine Karriere, dann werde ich damit umgehen. Wenigstens werde ich mein Leben zu meinen Bedingungen führen und nicht zu denen von jemand anderem.“

„Tja, ich bin beeindruckt.“ Elizabeth schaukelte auf ihren Absätzen zurück und betrachtete ihn genau. „John, Sie haben sich verändert. So habe ich Sie nie reden hören – oder so ernst bei einem Thema.“
„Na ja, ich habe nie zuvor erkannt, wie sehr ich das wollte“, sagte er ihr mit einem schiefen Lächeln.
„Dann tun Sie’s“, sagte sie ihm ruhig, tätschelte seinen Arm. „Ich meine es ernst, John. Das Leben ist zu kurz. Wenn Sie jemanden gefunden haben, von dem Sie denken, Sie können ihn für den Rest Ihres Lebens lieben, dann müssen Sie es durchziehen, selbst, wenn es ... Sie wissen schon ... Rodney ist.“

Beide sahen zu dem Wissenschaftler, der nun mit seinen Händen nach dem Arzt schlug und drohte, ihn wegen falscher medizinischer Behandlung anzuklagen.
„Ja“, seufzte John bekümmert, „das dort drüben ist die Liebe meines Lebens.“
Beide brachen in Lachen aus. Neuerlich tätschelte sie seinen Arm und ging hinaus. John starrte weiterhin Rodney an, schüttelte seinen Kopf.
„Muss nur abwarten, dass er das auch herausfindet“, seufzte er.

***
Rodney McKay verbrachte eine schlaflose Nacht, grübelte über eine Myriade verschiedener Dinge nach. Vor allem machte er sich Sorgen um Rodney Sheppard. Carson hatte irgendwann in den frühen Morgenstunden die Operation an seinem Gegenspieler beendet. Als er jedoch auftauchte, hatte er bloß hilflos seine Arme ausgebreitet, gesagt, er hätte sein Bestes getan und dass sie abwarten und sehen müssten.

Dann war da das andere Universum, das sie gerade besucht hatten. Jedes Mal, wenn er seine Augen schloss, sah Rodney den anderen Rodney, mit diesen Prellungen an seinen Handgelenken, der ihnen erzählte, wie Kolya ihn vor Sheppards Augen vergewaltigt hatte – und dann war da die offensichtliche Liebe zwischen diesem Rodney und seinem Major Sheppard.

Rodney war nie einer gewesen, der an das Schicksal glaubte, doch nun kam er zu dem klaren Ergebnis, dass sich das Schicksal gegen ihn verschwor, ihn zwang, seine Augen für eine Wahrheit über ihn zu öffnen, der er sich sehr lange Zeit verweigert hatte. Was ihn zu John führte ...

Rodney war nicht sicher, was es war, das er gefühlt hatte, als er erkannt hatte, dass John verletzt worden war, er erinnerte sich jedoch an das Gefühl tatsächlichen körperlichen Schmerzes in seiner Brust. Es hatte nur einen Moment gedauert, doch seine Reaktion hatte ihn total überrascht. Es war eine Sache, darüber zu fantasieren, mit dem Colonel Sex zu haben, aber jetzt wusste er, dass etwas viel Tieferes enthalten war, und das machte ihm Angst.

Es war schon in Ordnung, die Tiefe seiner Emotionen vor sich selbst zuzugeben, in der Privatsphäre seines Zimmers, aber eine andere Sache, ihnen zu gestatten, öffentlich zur Schau gestellt zu werden. Rodney war ein extrem zurückhaltender Mann – er konnte sich nicht vorstellen, so offen und behaglich mit seinen Gefühlen für den Colonel zu sein wie jeder der beiden Gegenspieler, die er getroffen hatte und er beneidete sie um ihre leichten Küsse und offene Zurschaustellung ihrer Zuneigung.

Rodney schrumpfte innerlich bei dem Gedanken, dass jemand in Atlantis wüsste, er war Hals über Kopf in Colonel Sheppard verliebt. Er war sicher, sie würden ihn auslachen, ihn weniger ernst nehmen, vielleicht sogar von so einer Beziehung angewidert sein – und er dachte nicht, dass er das ertragen könnte. Es war schwer genug, mit dem Gedanken fertig zu werden, er könnte schwul sein, ohne sich auch noch zu outen.

Endlich gab Rodney seine Einschlafversuche auf und erhob sich, ging in die Krankenstation. Er fand einen triefäugigen Carson in seinem Büro sitzend, auf einen Computerschirm starrend.
„So, wie geht es ihm?“ fragte Rodney, lehnte sich an den Türrahmen.
„Na ja, er ist noch bei uns. Er schläft jetzt. Die nächsten paar Stunden werden entscheidend sein“, sagte Carson.
„Darf ich ihn sehen?“ bat Rodney leise.

Trotz ihrer Differenzen hatte er eine starke Bindung mit dem anderen Rodney entwickelt und es hatte ihn fast vernichtet, seinen Gegenspieler mit diesem großen Loch in seiner Brust vorzufinden, Blut aus der Wunde strömend.

„Ich wüsste nicht, warum nicht. Ich wollte gerade selbst nach ihm sehen“, antwortete Carson, streckte sich. „Er sollte eigentlich nicht mehr am Leben sein. Diese Verletzungen hätten ihn umbringen müssen, aber ...“ Er schüttelte seinen Kopf. „Was immer es ist, was der General für ihn getan hat, hat ihm das Leben gerettet, ihn am Laufen gehalten, bis ich den Schaden reparieren konnte. Dieser andere Carson machte ebenfalls alles richtig, das hat geholfen. Wissen Sie, es war gespenstisch, diese Notiz zu lesen, die Sie mir gegeben haben; es war meine eigene Handschrift und er hat genau die selben Dinge getan, die ich unter den Umständen gemacht hätte. Es ist nur so furchtbar unheimlich. Aber das muss ich Ihnen nicht sagen, Rodney.“ Carson tätschelte abwesend Rodneys Arm, während sie zur Post-OP wanderten. „Sie leben jetzt seit Wochen mit diesen Jungs. Sie müssen schon daran gewöhnt sein, wie gespenstisch das ist.“
„Ja. Irgendwie schon.“
Rodney schenkte ihm ein schiefes Lächeln, dachte, dass Carson nicht einmal die Hälfte wusste.

Carson öffnete die Tür zur Post-OP und schnappte erschrocken nach Luft. Rodney blickte über seine Schulter und schnaubte. Rodney Sheppard lag da, blasses Gesicht, an ein Dutzend verschiedener Monitore angeschlossen. Neben ihm, unbequem auf dem schmalen Bett zusammengerollt, lag der General, seine Arme sanft um des anderen Rodneys schlafende, zerbrechliche Gestalt gelegt.
„Erlauben Sie normalerweise, dass Eheleute nach einer schweren Operation miteinander ins Bett klettern, Dr. Beckett?“ erkundigte sich Rodney.
„Nein ... ich hatte keine Ahnung. Er war nicht hier, als ich das letzte Mal reinsah. General?“

Carson ging zum Bett, um den General zu wecken, pausierte dann und sah stirnrunzelnd auf die Monitore. Der General hob seinen Kopf und Rodney dachte, er sah genauso blass und elend aus, wie sein Ehemann.
„Entschuldige, Doc“, murmelte er. „Ist es ein Problem, dass ich hier bin?“
„Nein“, antwortete Carson plötzlich.
Dann machte er auf dem Absatz kehrt, wanderte energisch zur Tür und rief ein Mitglied aus seinem Stab.
„Bringen Sie noch ein Bett hier rein“, orderte er, bevor er sich wieder umdrehte. „Wir können es dir bequemer machen, General“, sagte er, während das neue Bett hereingerollt und neben dem aufgestellt wurde, das Rodney Sheppard enthielt. „Hier.“

Er half dem General auf das neue Bett, wo er seine langen Gliedmaßen bequemer ausstrecken konnte.
„Danke, Doc“, murmelte der General, griff aus, sodass er in der Lage war, seinen Rodney weiterhin sehr vorsichtig in seinen Armen zu halten. „Ich hatte bloß diesen ... Drang, ihn halten zu können.“
„Das musst du weiterhin tun“, meinte Carson, nahm eine Ablesung bei den Monitoren vor, seine Finger huschten aufgeregt über die Tastatur. „Er ist ... das ist bemerkenswert. Wann bist du hier reingekommen?“
„Keine Ahnung, etwa vor fünfzehn Minuten“, zuckte der General seine Schultern.
„Genau da begannen die Werte, sich zu verbessern. Ich weiß nicht, warum oder wie. Was immer das ist, zwischen euch beiden, es funktioniert. Er erlebt eine äußerst beachtliche Genesung. So etwas habe ich noch nie gesehen.“
„Es ist das Lebensband“, erläuterte der General. „Es hat geschmerzt, als ich keinen körperlichen Kontakt mit ihm hatte. Es ist viel einfacher, wenn ich ihn unter meinen Fingerspitzen fühlen kann.“
Sanft strich er seine Finger über die Haut auf seines Rodneys Arm und es war eine so zärtliche Geste, dass Rodney einen Kloß in seiner Kehle schlucken musste.

In diesem Moment kam eine warme Hand auf seiner Schulter zu liegen und er blickte sich um, sah John hinter ihnen stehen.
„Ich kam nur her, um nach Dr. Sheppard zu sehen“, sagte John leise.
Er nahm seine Hand nicht von Rodneys Schulter und Rodney konnte sich nicht davon abhalten, sich ganz leicht gegen den anderen Mann zurückzulehnen. Er fühlte sich dämlich, das zu tun und hoffte, niemand würde es bemerken; er wünschte sich, John würde seinen Arm um seine Brust legen und ihn gegen sich zurückziehen, obwohl er wusste, dass er ihn wahrscheinlich wegstoßen würde, falls er das täte.

„So, bedeutet das, dass wir es überleben?“ fragte der General Carson.
„Wir?“ Carson runzelte seine Stirn, überprüft immer noch die Monitore.
„Tja, falls er stirbt, sterbe ich auch“, erklärte ihm der General. „Das hast du doch herausgefunden, nicht wahr?“
„Nein, ich hatte keine Ahnung“, antwortete Carson. „Liegt das an dem Lebensband-Ding, von dem du dauernd sprichst?“
„Ja. Das ist die Bedeutung des Lebensbandes“, sagte der General in müdem Ton.

„Wir gingen die Lebensbindung etwa sechs Monate nach unserer Hochzeit ein. Es war Rodney, der es zuerst vorschlug. Eines Tages wurde ich schwer verletzt und er sagte er würde es hassen, dabei zu stehen und mich leiden zu sehen. Er wies darauf hin, dass er mir hätte helfen können, falls wir das Lebensband hätten. Du hast so ziemlich gesehen, wie es funktioniert – meine Lebensenergie war in der Lage, ihn trotz der Schwere seiner Verletzungen am Leben zu halten.“
„Aber falls einer von euch stirbt, stirbt auch der andere, selbst, wenn er nicht verletzt ist“, sagte John leise.
„Ja.“ Der General zeigte ein schwaches Lächeln. „Aber wir waren der Ansicht, dass keiner von uns großartig eine Zukunft hätte, falls der andere tot wäre, so war das ein Preis, den wir bereit waren zu zahlen.“
„Ich kann mir nicht vorstellen, jemanden so sehr zu lieben, dass ich mein Leben aufgeben wollte, falls er stirbt“, murmelte Rodney, weil er sich bis vor kurzem nicht vorstellen konnte, jemandem genug zu vertrauen, ihn überhaupt zu lieben.
„Ich kann es“, murmelte John hinter ihm und diese Hand verengte sich um seine Schulter.
Rodney wurde von dem aufrichtigen Ton in Johns Stimme überrascht, wollte sich umdrehen und ihn ansehen, wagte es jedoch nicht. Sprach John von ihm? Sein Herz setzte einen Schlag aus. War es das, was hier vor sich ging – oder sprach John bloß theoretisch?

„Was passiert, falls ihr euch scheiden lassen würdet?“ wollte Carson wissen, beugte sich vor, um Rodney Sheppard zu untersuchen.
Der General verzog sein Gesicht. „Ah, na ja, das Lebensband ist genau das – lebenslang. Deshalb musst du wirklich sorgfältig darüber nachdenken, bevor du diese Art von Verpflichtung eingehst. Rodney und ich haben wochenlang darüber gesprochen, aber wir waren beide vollkommen sicher, es wäre, was wir wollten. Wir könnten uns trotzdem scheiden lassen, doch das Lebensband bleibt bestehen, bis zum Tag unseres Todes. Und wir werden beide am selben Tag sterben.“

„Und wie passt Kaeira da rein?“ fragte Rodney sehr interessiert. „Ist das die selbe Sache?“
„Nein“, schüttelte der General seinen Kopf und presste einen kleinen Kuss auf seines Rodneys bewusstlose Gestalt. „Das Lebensband ist immer da – es besteht einfach. Kaeira ist eine Heilungs-Energie, die über das Lebensband hin und her geht. Ohne das Lebensband könnten wir Kaeira nicht benutzen. Jetzt habe ich nicht genug Kraft, um es zu verwenden, während das Lebensband mir so viel abverlangt, es wird ihm helfen, sich schneller zu erholen.“

„Kann jeder dieses Lebensband-Ritual durchführen?“ erkundigte sich Carson. „Ich versuche, vom medizinischen Standpunkt aus zu begreifen, wie es funktioniert. Das ist nicht etwas, dem ich je zuvor begegnet bin.“
„Falls du jemanden ehrlich liebst und vor hast, den Rest deines Lebens mit ihm oder ihr zu verbringen, dann ja“, antwortete der General mit einem Schulterzucken. „Es gibt Menschen in meinem Universum, die dir helfen können, das Ritual durchzuführen, die dir durchhelfen. Die Teyla in unserem Universum ist eine Expertin darin. Sie hat uns viele Ratschläge gegeben, aber wir planten und führten es selbst durch. Eine der besten Nächte meines Lebens“, fügte der General hinzu.

Dann stieß er ein erschöpftes Seufzen aus, eindeutig ausgelaugt vom vielen Sprechen, und legt seinen Kopf sehr sanft auf seines Rodneys Bauch, schloss seine Augen.
„Sie brauchen Ruhe. Ich denke, wir sollten hinausgehen“, sagte Carson, scheuchte sie aus dem Raum und schloss die Tür.

„Nicht so schnell, ihr beiden. Bevor ihr wegrennt ... ich habe gehört, ihr habt euch gestern einige Verletzungen eingehandelt, um die sich einer aus meinem Team gekümmert hat. Wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich Sie gern selbst untersuchen, mich vergewissern, dass Sie beide okay sind und der Job zu meiner Zufriedenheit erledigt wurde.“

Er schenkte ihnen ein breites Grinsen und winkte sie in sein Büro. Drin goss er jedem eine Tasse Kaffee ein, bevor er sich setzte, um Rodneys verletztes Gesicht zu untersuchen.
„Ich nehme an, Sie haben gestern dem armen Dr. Kowalski die Zeit schwer gemacht, Rodney“, sagte er, seine Finger geisterten sanft über die Verletzung.
„Der Mann ist ein ungeschickter, gefühlloser Klotz“, antwortete Rodney. „Und überhaupt ... was machen Sie da? Au!“
„Oh, Sie kennen Rodney“, grinste John. „Er mag es nicht, von einem anderen Arzt als Ihnen behandelt zu werden, Carson. Sie sollten es als verstecktes Kompliment nehmen, wann immer er jemanden aus Ihrem Team nervt.“
„Aye, ich werde daran denken“, grinste Carson.

„Na schön, das sieht gut aus.“
Er warf einen Blick auf Rodneys Rippen und untersuchte John, dann lehnten sie sich zurück und nippten an ihrem Kaffee.
„So, ich hörte, Sie sind gestern noch einer Version Ihrer Selbst begegnet“, meinte Carson mit einer erhobenen Augenbraue.
„Ja. Das fängt an, eine Gewohnheit zu werden“, antwortete John grinsend.
„Und nach dem, was ich gehört habe, standen die sich genauso nahe wie die beiden.“ Carson nickte in die Richtung der Post-OP.
„Ja, schon gut, Carson. Es gibt endlos viele Universen, die endlos unterschiedliche Versionen von uns enthalten, die sich endlos küssen. Das ist sehr amüsant. Ha-ha. Genug gespottet“, sagte Rodney steif.
„Och, ich habe Sie nicht verspottet, Rodney“, gab Carson zurück, schüttelte seinen Kopf. „Ich denke, ihr gebt ein schönes Paar ab – in jedem Universum“, sagte er.
„Was?“ Rodney starrte ihn an.
„Aye, Sohn“, sagte Carson leise. „Ich habe den General und Dr. Sheppard gern um mich und sie hatten eine starke Auswirkung auf die Stadt im Ganzen. Wir haben ein paar gleichgeschlechtliche Paare in Atlantis, wissen Sie, und die beiden hier zu haben, lässt sie viel entspannter und offener mit ihren Beziehungen umgehen. Kate sagt, dass es wirklich auch der Moral geholfen hat. Diese beiden Jungs sind sehr populär und die Leute genießen es, sich mit ihnen zu unterhalten. Sie sind auch sehr gesellig – halten ständig kleine Dinnerpartys ab und ermutigen die Menschen, viel Umgang zu pflegen und freundlich zu sein. Ich habe nicht erkannt, wie reserviert wir sind, bis sie daherkamen. Sie haben uns richtig aufgerüttelt und das war durchweg eine gute Sache. Mir wird leid tun, sie abreisen zu sehen.“
„Mir auch“, stimmte John seufzend zu.

Rodney starrte die beiden stirnrunzelnd an. „Wirklich, Carson?“ sagte er verwirrt. „Ich meine, der Gedanke an den Colonel und mich in ... einer Beziehung – wollen Sie mir ernsthaft erzählen, dass Sie das nicht ausflippen lässt?“
„Na schön, das hat es zuerst“, gab Carson mit einem Nicken zu, „aber seitdem erscheint es mir als die natürlichste Sache der Welt. Tatsächlich macht es absolut Sinn. Die beiden arbeiten so gut zusammen. Sie scheinen einfach zusammenzupassen. Ihre Persönlichkeiten ergänzen einander und sie sind eindeutig verrückt vor Liebe. Ihr beiden solltet überlegen, einen Versuch zu starten.“ Er zeigte ein kleines Lächeln und Rodney war nicht sicher, ob er spottete oder nicht.
John lächelte. „Verschrecken Sie ihn nicht, Doc. Na schön, ich muss gehen. Sehe Sie später, Rodney, Carson.“

Rodney starrt ihm nach, als er hinausging, fragte sich, ob er inzwischen der einzige Mensch in Atlantis war, den der Gedanke an ihn und den Colonel in einer Beziehung verwirrte. Carson schien sich damit nicht nur wohl zu fühlen – er verkuppelte sie praktisch.
„Rodney?“ sagte Carson sanft. „Ich glaube, Sie denken vielleicht, die Menschen wären schockierter darüber, als sie es wirklich wären.“
Rodney schluckte hart und erhob sich.
„Na schön, danke, Carson“, meinte er in ersticktem Ton. „Ich muss ... los und etwas arbeiten.“

Er stolperte aus der Krankenstation, versuchte, das zu durchdenken. So, Carson schien zu denken, sie würden ein gutes Paar abgeben, offensichtlich outete sich die halbe Stadt, John schien ihm – wahrscheinlich – den Hof zu machen ... War es möglich, dass der einzige Mensch, der dem tatsächlich im Wege stand, er selbst war?

***
Als Rodney am nächsten Tag zurückkam, war der andere Rodney bei Bewusstsein. Er sah blass und müde aus, schaffte es jedoch, schwach zu winken, als Rodney das Zimmer betrat. Immer noch lag der General neben ihm, eine Hand ruhte schützend auf seinem Arm.
„Hier. Nachdem du sie so gern magst.“ Rodney stellte eine Tüte mit athosianischen Trauben auf den Nachttisch.
„Danke“, krächzte der andere Rodney.
„Du siehst schrecklich aus“, sagte ihm Rodney.
„Ja. Fast gestorben, weißt du noch?“

Lange Zeit herrschte Stille. Rodney starrte den anderen Mann an, überrascht von der ehrlichen Sorge, die er für ihn empfand. Der andere Rodney schenkte ihm ein mattes Grinsen und der General lag einfach da, beobachtete sie, ein leicht amüsierter Ausdruck in seinem Gesicht.

„Ja. Okay. Ich bin nur vorbeigekommen, um zu sehen, ob du in Ordnung bist“, sagte Rodney endlich. „Das Labor ist seltsam ohne dich. Offensichtlich kriege ich viel mehr Arbeit erledigt und niemand streitet mit mir.“
Der andere Rodney stieß ein schwaches Gurgeln aus und grimassierte, der General setzte sich auf, sah besorgt aus.
„Ahm. Ich sehe schon, ich sollte gehen. Dachte nur, du weißt schon, dass du die Trauben magst“, meinte Rodney, wandte sich zum Gehen.

„Ich danke dir“, sagte der andere Rodney schwach. „Und, ah, ich habe gehört, dass du mir durch das Fenster nachgekommen bist und mich eine halbe Stunde am Leben erhalten hast, bevor die Kavallerie auftauchte. Auch dafür danke, Rodney.“
Rodney drehte sich halb zu ihm zurück und schenkte ihm ein erfreutes kleines Lächeln.
„Na ja, du weißt schon, wie ich sagte, ich habe mich daran gewöhnt, dich um mich zu haben“, murmelte er und wanderte hinaus, summte vor sich hin.

***
Rodney Sheppards erstaunlich schnelle Genesung überraschte jeden außer seinen Gatten. Während dieser Zeit verbrachte General Sheppard jede Stunde jedes Tages mit seinem Ehemann in der Krankenstation, kaum jemals außer Reichweite seines Rodneys. Jeden Tag konnte er spüren, dass sie beide stärker wurden, da Rodney immer weniger seiner Energie durch das Lebensband abzog. Doch während der Woche fing Rodneys Gesundung an, sich zu verlangsamen und John erkannte, dass da noch etwas war, was er erledigen musste, um den Heilungsprozess zu vervollständigen.

„Ich denke, er fühlt sich wohl genug, damit ich ihn in unser Quartier mitnehmen kann“, erklärte er Carson.
„Aye, er hat bestimmt exzellente Fortschritte gemacht, aber ich bin nicht sicher, dass ich bereit bin, ihn schon zu entlassen“, sagte ihm der Arzt, seine Stirn zu einem besorgten Runzeln verzogen. „Die letzten ein oder zwei Tage hat er weniger Fortschritte gemacht und ...“
„Vertrau mir, ich muss wirklich mit ihm allein sein“, unterbrach John.
Erkenntnis flutete in Carsons Augen.
„Also, schau, er mag so weit eine bemerkenswerte Genesung erlebt haben, aber er ist auf keinen Fall bereit für ...“

„Du verstehst nicht“, meinte John kopfschüttelnd. „Wir werden sehr vorsichtig sein, aber ich kann ihn auf diese Art viel besser, viel schneller heilen. Vertrau mir. Ich habe ... einen Instinkt dafür.“
Carson starrte ihn hilflos an.
„Na schön ... ich streite nicht ab, das deine Instinkte bis jetzt richtig gelegen haben, aber ... also schön. Sei nur vorsichtig, okay?“
„Werde ich, Doc. Danke. Für alles.“
John packte Carson am Arm und drückte ihn. Carson nickte, ein kleines Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln.

John wanderte zu dem Bett hinüber, in dem Rodney lag. Er war immer noch blass und schwach wie ein Kätzchen, war jedoch eifrig damit beschäftigt, athosianische Trauben zu verschlingen und zu stöhnen, dass er so lange festgehalten wurde, daher war er definitiv auf dem Wege der Besserung.
„Hey, wir gehen heim“, sagte ihm John.
Rodneys Gesicht erhellte sich. „Wirklich? Heim heim? Sind die Kristalle bereit? Oh, ich verstehe – du meinst zurück in unser Quartier. Na schön, das ist nicht schlecht, nehme ich an. Besser als nichts, weil ich, ehrlich gesagt das Innere dieses Zimmers satt habe. Nichts für ungut, Carson, aber du bist hier wirklich nicht für Langzeitpatienten eingerichtet, stimmt’s?“
Rodney legte sich auf das Kissen zurück, erschöpft von der langen Ansprache.
John rollte seine Augen. „Du redest zu viel“, meinte er.
„Ich weiß“, grinste Rodney. „Ich dachte, das war einer der Gründe, warum du dich in mich verliebt hast.“
„Wirklich? Das dachtest du?“
Ungläubig runzelte John seine Stirn und Rodney lachte schnaubend, zog dann eine Grimasse.
„Oh, Scheiße – bring mich nicht zum Lachen“, stöhnte er, fasste an seine Brust.
„Was Heim heimgehen betrifft“, lächelte John, „Rodney McKay berichtet, dass er das Fenster in unser Universum gefunden hat – und wir wissen, der Strahl funktioniert. Daher können wir zurückkehren, sobald es dir gut genug geht, um die Reise zu überstehen.“

„Allerdings nicht vorher“, warf Carson ein, der sich in der Nähe herumtrieb. „Ich weiß, du bist schon ein paar Mal durchgegangen, aber niemand kann sagen, welche Art Belastung dieser Energiestrahl für den Körper bedeutet. Ich lasse dich nicht durch eine interdimensionale Raum-Zeit-Vortex beamen, bevor du komplett genesen bist, denk also nicht einmal daran, Sohn.“
„Ah, da, siehst du?“ sagte Rodney. „Er fängt an, genau wie unser Carson zu klingen. Höllisch herrschsüchtig.“
Carson sah tatsächlich sehr zufrieden aus und John lachte laut auf.
„Er hat recht, Doc“, sagte er. „Je länger wir hier herumhängen, umso mehr klingst du wie unser Carson. Komm schon, du – Zeit zu gehen.“

John wendete seine Aufmerksamkeit wieder seinem Ehemann zu und befestigte Rodneys Leine an seinem Halsband. Er half seinem Gatten von dem Bett und in den Bademantel und die Hausschuhe, dann legte Rodney eine Hand um seine Taille und John eskortierte ihn zur Tür. Rodney war in den letzten paar Tagen immer wieder auf den Beinen gewesen. Er war noch langsam, doch John wusste, er würde in der Lage sein, die Wanderung zu ihrem Quartier ohne Probleme zu schaffen.

„Irgendwelche Schwierigkeiten ... ruft mich“, sagte Carson, beobachtete sie besorgt.
„Sicher, Doc, und noch einmal danke“, nickte John.
Er ließ für eine Sekunde Rodneys Leine los und nahm des anderen Mannes Hand, schüttelte sie. „Ich meine es ernst“, sagte er in tiefem, ehrlichem Ton.
„Ja, danke, Carson“, sagte Rodney. „Nicht, dass ich nicht froh wäre, endlich hier raus zu sein, aber du warst großartig.“

John griff wieder nach seines Ehemannes Leine und wickelte sie eng um seine Faust, dabei streiften seine Lippen Rodneys Stirn. Langsam spazierten sie zu ihrem Quartier, dann löste John die Leine und setzte Rodney auf die Bettkante.
„Ich werde dich jetzt ausziehen“, sagte er. „In der Krankenstation zu liegen, war in Ordnung, aber wir konnten uns nicht nahe genug sein. Wir brauchen so viel Hautkontakt wie möglich.“

Rodney sah ihn mit diesem Ausdruck totalen Vertrauens in seinen Augen an, der John so sehr anmachte und John lehnte sich vor, strich das gewellte Haar aus den Augen seines Gatten.
„Dein Haar ist lang geworden“, murmelte John. „Ich mag es irgendwie. Lässt dich wie einen Teenager aussehen.“
„Ah, diese Tage sind lange vorbei, fürchte ich“, grinste Rodney.
„Wette aber, du warst niedlich“, gab John zurück, öffnete Rodneys Bademantel und streifte ihn von seines Gatten Schultern.
„War ich, stimmt“, nickte Rodney.
Lachend rollte John seine Augen.
„Ich hatte dieses Ding mit den wallenden, blonden Haaren laufen. Sah wie ein Idiot aus – ein Vorschul-Idiot. Die halbe Zeit trug ich Anzug und Krawatte. Daher verpasste ich diese ganze Teenager-Rebellions-Sache.“
„Du hast es nicht wirklich verpasst. Du hast es stattdessen in deinen Dreißigern erlebt“, widersprach ihm John, half ihm vorsichtig aus seinem Pyjama.
„Ja, und du musstest die Hauptlast tragen. Armer John“, seufzte Rodney, strich eine Hand die Seite des Gesichtes seines Ehemannes runter.
John fing die Hand ein und küsste sie fest.
„Komm, leg dich hin“, sagte er.

Er half Rodney in das Bett, zog danach seine eigenen Kleider aus und legte sich zu seinem Gatten, ihm zugewendet. Er konnte Rodneys Erschöpfung spüren und schickte so viel Energie, wie er konnte, durch das Lebensband in sein Richtung. Das Paar lag eine Weile da, das Lebensband summte zischen ihnen. John strich seine Hände über Rodneys nackten Körper, genoss das Gefühl. Es fühlte sich wie Wochen an, seit er hier so gelegen hatte, mit einem nackten Rodney neben ihm. Das hatte er so sehr vermisst. Sanft küsste er Rodneys Augenlider.
„Schlaf“, befahl er.

Rodney entspannte sich in seinen Armen und tat genau das, John presste seinen Körper so nahe an ihn, wie er konnte. Das fühlte sich so gut an. Rodneys Körper war ihm so unglaublich vertraut – sein Gewicht, der Duft seiner Haut und das Gefühl dieses festen Fleisches gegen ihn gedrückt. John hielt ihn fest, verloren in der reinen Freude, Rodney wieder zurück zu haben, in seinen Armen, wo er hingehörte. Endlich schlief auch er ein.

***
So schliefen sie zwölf Stunden durchgehend, umschlungen von den Armen des jeweils anderen. Als Rodney erwachte, hatte er zum ersten Mal, seit er angeschossen worden war, etwas Farbe auf seinen Wangen.
„Fühlst du dich besser?“ fragte John, als sich Rodneys Augen benebelt auf ihn fixierten.
„Was? Hmmm. Viel besser“, seufzte Rodney, streckte sich wie eine Katze neben ihm aus.
„Gut ... weil es da noch etwas gibt, das ich tun muss. Ich musste nur dafür sorgen, dass du stark genug bist“, erklärte John, streckte einen Finger aus, um eine Linie Rodneys Gesicht hinunter zu verfolgen.
„Mir geht’s gut. Was schwebt dir vor?“
„Roll auf deinen Rücken“, sagte ihm John.
Rodney tat wie verlangt und John erhob sich, faltete die Laken zurück und beugte sich dann rüber, nahm das Gleitmittel vom Nachttisch. Rodney hob eine fragende Augenbraue in seine Richtung.
„Es ist okay – vertrau mir“, beruhigte ihn John.
„Immer“, antwortete Rodney einfach.
„Gut. Jetzt lass es mich wissen, falls du Probleme hast oder irgend etwas weh tut.“

John setzte sich rittlings auf Rodneys Körper, fasste dann runter und strich seine Finger zärtlich über Rodneys Brust. Rodney entspannte sich seufzend in die Matratze. Danach entfernte John vorsichtig den Pflasterverband von der Wunde auf Rodneys Brust. Rodney blickte darauf hinab und grimassierte.
„Ist irgendwie hässlich“, murmelte er.
„Shh ...“

John senkte seinen Kopf und presste Dutzende langsamer, zärtlicher Küsse auf Rodneys Fleisch, wieder seufzte Rodney, bot sich seinem Ehemann dar, so wunderschön unterwürfig wie immer. John spürte sich verhärten, ignorierte es jedoch und wanderte tiefer, seine Hände und sein Mund forschten endlos über Rodneys nacktes Fleisch. Er rutschte zurück und seine Finger glitten Rodneys Schwanz entlang, fühlten ihn langsam, ganz langsam hart werden. Normalerweise konnte Rodney binnen Sekunden von weich zu steinhart wechseln, wenn John ihn berührte, doch John erwartete das im Moment nicht von ihm, nachdem er so krank gewesen war.

Lange Zeit spielte er mit Rodney, erregte ihn sanft, versuchte nicht, einen sexuellen Drang zu kreieren.
„Du musst für mich entspannt bleiben, Rodney“, wisperte John, als Rodney anfing, sich unter ihm zu bewegen. „Kein Stoßen, kein Schubsen, kein Verspannen ... lass mich einfach spielen.“
Rodney holte tief Luft, versuchte sichtlich, sich zu entspannen und seinem Ehemann zu gehorchen. John grinste. Rodney war immer so entschlossen, die Unterwerfung zu erreichen, dass er sein Bestes tun würde, was immer John vorschlug und wie schwierig es auch war. John dachte allerdings nicht, dass es zu schwer war – alles, was er tat, war, Rodneys Körper sanft mit seinen Fingern zu streicheln und ihn mit zärtlichen, kleinen Küssen zu salben.

John konnte spüren, wie sich das Lebensband noch mehr öffnete und immer mehr Energie zwischen ihnen hin und her flutete. John hob sich ein wenig, nahm widerwillig seine Hände von Rodneys Körper und quetschte Gleitmittel auf seine Finger. Dann steckte er einen seiner Finger in seinen eigenen Anus, stieß hinein, um sich zu dehnen.
„Was hast du ...?“ fragte Rodney, seine Augen weiteten sich.
„Shh“, sagte John. „Unterwerfung, Rodney. Lieg einfach da und unterwirf dich.“

Rodney nickte, aber diese blauen Augen blieben aufgerissen, während John sich weiterhin dehnte. Endlich war er bereit und nahm seine Finger aus seinem Körper, streichelte Rodneys Schwanz, bis er wieder hart war.
„Jetzt sag mir Bescheid, falls du irgendwelche Probleme bekommst“, warnte er Rodney, bevor er sich über seines Ehemannes harten Schwanz positionierte und über die Spitze runterglitt.
Rodney schnappte leise nach Luft, als sich John auf ihm – oh, so langsam – pfählte und John lächelte zu ihm hinab. Er hatte sich schon früher von Rodney penetrieren lassen, aber nicht oft und es war nicht ihre bevorzugte Weise des Geschlechtsverkehrs. Bei dieser Gelegenheit jedoch wusste John, es war die einzige Stellung, die Rodney ertragen konnte und die für das, was er im Sinn hatte, funktionieren würde.

Er glitt an Rodneys Schwanz runter, bis er tief in ihm eingebettet war. Rodneys Schwanz war warm und er füllte ihn komplett, dehnte seinen Körper und er suhlte sich für einen Moment in dem Empfinden. Dann sah er zu Rodney hinunter und ihre Augen begegneten sich.
„Kämpf nicht dagegen an“, warnte ihn John und Rodneys Augen weiteten sich, als er endlich erkannte, was John vorhatte.
„Nein ... nein ... dafür besteht kein Bedarf ...“, sagte Rodney.
„Shh. Ich will es“, meinte John, lehnte sich vor und platzierte seine Hände auf Rodneys Verletzung.
„Nein“, wimmerte Rodney.
„Du gehörst mir, Rodney“, erinnerte ihn John. „Unterwirf dich mir.“

Rodney schauderte unter ihm, doch John weigerte sich, ihn loszulassen. Er öffnete seinen Geist und ließ Kaeira zwischen ihnen summen. Es begann zu fließen ... und stoppte, blockiert. Stirnrunzelnd starrte John zu seinem Gatten hinunter.
„Ich meine es ernst – unterwirf dich. Meine Entscheidung, nicht deine.“
„Ich möchte nicht, dass du das machst“, sagte ihm Rodney. „Es geht mir besser!“
„Du erholst dich doppelt so schnell, wenn wir es teilen“, erinnerte ihn John.
„Die Narbe trägst du dein Leben lang“, wisperte Rodney, starrte zu ihm hinauf, seine blauen Augen geschockt.
„Tja, du auch“, gab John zurück. „Rodney, du bist mein Ehemann. Erinnere dich an die Schwüre, die du gesprochen hast ... Unterwirft dich mir, Rodney.“

Rodney schüttelte seinen Kopf und John beugte sich vor, nahm sein Gesicht zwischen seine Hände und küsste ihn tief auf den Mund. Zitternd öffnete sich Rodney unter seinem forschenden Mund und John küsste ihn sehr lange Zeit, küsste jeden Widerstand aus ihm raus, küsste ihn, um ihn zu erinnern, wer er war und was sein Gatte von ihm verlangte. Als er ihn schließlich losließ, starrte ihn Rodney aus diesen strahlend blauen Augen hilflos an und Kaeira begann neuerlich zu fließen.
„Ich danke dir“, sagte John, streichelte liebevoll Rodneys Gesicht mit seinen Fingerspitzen. „Mach einfach mit, Rodney. Komm, wann immer du willst.“

Erneut lehnte er sich vor und presste seine Lippen auf die Wunde auf Rodneys Brust und Kaeira summte um sie herum. John warf seinen Kopf zurück, durchgeschüttelt von etwas, das sich wie ein elektrischer Schlag anfühlte und spürte sich durch ein Fenster zwischen zwei Universen fliegen. Ein Mann in Uniform sah auf, erschreckt durch sein plötzliches Auftauchen, hob sein Gewehr und feuerte. John spürte die Haut auf seiner Brust aufreißen und eine Welle reinen Feuers schnitt durch seinen Körper. Er keuchte laut und versuchte, sich auf Rodneys hartem Schwanz zu verankern, immer noch tief in ihn gepresst. Er spürte Rodneys Hände hochkommen und auf seinen Hüften ruhen, ihn liebkosend und tröstend, und das half.

John begann nun, Rodney ernsthaft zu reiten, auf und ab, Kaeira so tief und heiß, dass es beinahe überwältigend war. Er konnte sehen, dass die Narbe auf Rodneys Brust mit jedem Einwärts-Stoß weniger zornig aussah. John hob und senkte sich, auf und ab, auf und ab, verloren in der Heilung, in dem Teilen, in dem Sex ... und dann legte er seine Handfläche auf Rodneys Narbe, schlang die andere um seinen eigenen Schwanz und ritt Rodney härter, molk ihn, bis er fühlen konnte, wie sich Rodney unter ihm verkrampfte. Dann spürte er Rodney kommen und er kam gleichzeitig, spritzte auf Rodneys Bauch.

Schließlich kam er zu einem Halt, Schweiß tropfte sein Gesicht hinunter. Er sah in seines Gatten bewundernde, blaue Augen. Seine Brust schmerzte und er blickte runter, sah die neue Narbe dort, die selbe Größe und Länge wie die auf Rodneys Brust. Beide Narben waren faltig, jedoch viel weiter im Heilungsprozess, als Rodneys vor Kaeira gewesen war. John fühlt sich zerschlagen, sein Körper schwächer als vorher und die Verletzung auf seiner Brust schmerzte, wenn er sich bewegt, doch das war es wert gewesen.

Er glitt von Rodneys weich werdendem Schwanz und fiel neben ihm auf das Bett, Rodney nahm ihn in seine Arme und strich das dunkle Haar aus seinem verschwitzten Gesicht. Er küsste ihn wild und leidenschaftlich auf die Lippen.
„Ich danke dir“, flüsterte er und John konnte durch das Lebensband spüren, dass er jetzt viel stärker war, nicht mehr der zerbrechliche Invalide von vor ein paar Stunden. Nun hatten sie die Wunde zwischen sich geteilt, sie mit ihrer beider Körper angenommen und sie war halb so schlimm, als sie gewesen war, während Rodney sie allein ertragen hatte.

„Ich liebe dich“, sagte Rodney, seine Lippen beharrlich an Johns Gesicht.
John drehte sich in den Armen seines Gatten um und zog seine Fingerspitzen schwach durch die gelockten Spitzen seiner Haare.
„Ich weiß“, antwortete er und er konnte es fühlen, konnte ihre Liebe durch das Lebensband brennen und pulsieren fühlen, eine warme, greifbare Sache.

Er ließ sich von Rodney in den Amen halten, streichelte ihn sanft und flüsterte leise Worte der Bewunderung und Zuneigung in sein Ohr, bis sie beide in einen neuerlichen tiefen, heilenden Schlaf fielen.

Nächstes Kapitel: Einen Teller teilen

---------------------------------------------------

Zurück/Back