Rating: NC-17
pairing: Sheppard/McKay
Warnung: Domination/Unterwerfung, BDSM, Prügel, Kinks, teilweise dunkle
Themen
Inhalt: Ein Unfall mit einem Antiker-Gerät saugt einen John und einen Rodney
aus einem alternativen Universum nach Atlantis - und sie haben völlig andere
Ansichten über Sex, Heirat und Beziehungen
Rodney Sheppard betrat das Quartier, das er mit seinem Gatten teilte und blieb einen Moment stehen, rieb geistesabwesend seinen Nacken. Er war steif, müde und ein wenig verärgert, weil die Mission so ein Desaster gewesen war. Aber er war auch froh, dass McKay es überstehen würde. So sehr der Mann ihn auch irritierte, das letzte, was er wollte, war, am Begräbnis eines Mannes teilzunehmen, der ihm derart ähnlich sah – abgesehen von der Tatsache, dass es verheerend gewesen wäre, Colonel Sheppards Reaktion auf einen solchen Verlust zu sehen.
Rodney verrenkte seinen Nacken von einer Seite zur anderen, bis er ein befriedigendes Knirschen hörte, ging dann ins Badezimmer. Er erblickte sich im Spiegel und seufzte, sah verschwitzt, müde, blutbefleckt und schmutzig aus. Er beschloss, ein Bad wäre nötig und fing an, die Wanne zu füllen. Er durchsuchte die Badezimmerschränke nach angenehmen Zusatzölen, doch anscheinend hatte man sie nur mit den grundlegendsten Toiletteartikeln versorgt. Rodney verzog sein Gesicht – diesen Leuten schien jegliche Sinnlichkeit zu fehlen.
Endlich fand er ein die Muskeln entspannendes Schaumbad und goss es hinein, setzte sich dann auf den Wannenrand und verwirbelte die grüne Flüssigkeit geistesabwesend mit seinen Fingern, bis sie sich verteilt hatte.
Die Wanne war gerade voll geworden, als er John in ihr Quartier zurückkehren hörte, daher stellte er das Wasser ab und ging ins andere Zimmer, um seinen Ehemann zu begrüßen. John sah so zerschlagen aus, wie sich Rodney gerade fühlte und sie schenkten einander ein müdes Lächeln. Dann schob sich Rodney in seine Arme und sie standen einfach einen Moment da, hielten einander wortlos in den Armen.
„Dr. McKay wird sich erholen“, sagte John schließlich, murmelte in Rodneys Haar.
„Ja. Ich habe in der Krankenstation vorbeigesehen, bevor ich herkam“, antwortete Rodney.
John blieb stumm, vergrub jedoch seine Nase in Rodneys Haar und schnüffelte. Rodney zog sich zurück, starrte ihn an – und war nicht überrascht, ein bekanntes dunkles Glühen in den Augen seines Gatten zu sehen. Er fragte sich, wie lange es dauern würde, bevor sich John dem ergab, weil er sehen konnte, dass er während der Mission all seine Selbstbeherrschung verbraucht hatte und im Moment an einem Faden hing.
„Ich habe ein Bad eingelassen. Dachte, wir können es beide gebrauchen“, sagte Rodney, beobachtete seinen Ehemann sorgfältig.
„Guter Gedanke“, nickte John, machte sich frei und setzte sich auf die Bettkante, griff nach seinen Stiefeln.
Rodney kniete zwischen seinen offenen Knien nieder und schob seines Gatten Hände weg, öffnete seine Stiefel für ihn und zog sie ihm aus. John legte eine Hand auf seine Schulter, während er arbeitete, knetete abwesend.
„Danke“, murmelte er, als Rodney fertig war.
Rodney stellte die Stiefel in den Schrank, dann winkte John ihn zurück.
„Zieh dich aus, Rodney, ich will dich untersuchen“, sagte er.
Rasch entledigte sich Rodney seiner Kleidung, warf die schmutzigen Sachen in den Wäschekorb und stellte sich dann vollkommen nackt vor seinen Ehemann. Er war es gewöhnt, nackt herumzuwandern, wenn sie allein waren – John war immer ziemlich hartnäckig gewesen, Rodney so oft wie möglich nackt betrachten zu können.
John stand auf und bewegte Rodneys Kopf zur Seite, damit er die Wunde an seinem Hals untersuchen konnte. Er stieß ein leises Geräusch tief in seiner Kehle aus und Rodney verspannte sich, doch dann war der Moment vorüber.
Rodneys Finger fassten hoch und fanden den korrespondierenden Fleck auf seines Ehemannes Hals, Kaeira summte einen Moment zwischen ihnen.
„Es verheilt“, murmelte Rodney.
„Ja.“
Johns lange Finger bewegten sich über Rodneys Haut hinunter, geisterten sanft über die Oberfläche, während er seinen Gatten auf andere Anzeichen von Beschädigung untersuchte.
Rodney fühlte sich gut, doch er wusste, John wäre nicht zufrieden, bis er ihn persönlich überall untersucht hatte, daher unterwarf er sich der Inspektion kommentarlos. John drehte ihn um und fand einen kleinen Kratzer hinten auf seinem Bein, danach trieben sich seine Finger für einen Moment auf Rodneys Hintern herum.
„Die Gebissmarke ist fast verblasst“, meinte Rodney, warf einen Blick über seine Schulter.
„Ja.“ John runzelte seine Stirn. „Glaube, ich muss sie erneuern“, sagte er, schlang einen Arm um seines Gatten Taille und platzierte einen nassen Kuss auf seinem Nacken.
„Mmmm“, lautete Rodneys einzige Antwort.
Er wusste, das war eine gegebene Sache, besonders, wenn er von dem Ausdruck kaum gezügelter Lust in Johns Augen ausging.
„Kann dich nicht unmarkiert herumwandern lassen“, setzte John fort, seine Finger glitten hinauf zu Rodneys Brust und quetschten hart eine Brustwarze.
Rodney saugte scharf die Luft in seine Lungen und fasste mit seinen Händen zurück, liebkoste seines Gatten immer noch voll bekleideten Körper. Er liebte es, das schwarze Leder zu befingern, das Johns lange Beine umschloss und seine Hände ruhten auf seines Mannes festem Arsch.
John küsste seinen Nacken weiterhin, während er seine Brustwarzen mit seinen Händen befummelte und Rodney lehnte sich in das Streicheln zurück, liebte das Gefühl der Aufgabe, genoss seine Nacktheit, während er sich gegen die Rauheit von Johns bekleidetem Körper presste.
„Das Bad wird kalt“, murmelte Rodney.
„Versuchst du, mich davon abzulenken, mich an meinem Ehemann zu erfreuen?“ fragte John, seine Stimme tief und gefährlich in Rodneys Ohr.
Rodney grinste. „Niemals!“
„Allerdings wäre ein Bad zuerst nett“, meinte John, schubste Rodney mit einem Klatschen auf seine Hinterbacken weg.
„Hier. Lass mich dich ausziehen“, sagte Rodney, drehte sich um.
Er wartete, bis John seine Erlaubnis nickte, ließ dann seine Finger in die glänzende Silberschnalle an Johns Gürtel gleiten und öffnete sie. Vorsichtig nahm er den Gürtel ab und legte ihn auf den Nachttisch, seine Finger glitten dabei über den dicken, schwarzen Lederriemen, der daran hing. Er schauderte leicht und John streichelte seinen Rücken mit einem Fingernagel, zog ihn den ganzen Weg runter zu seinem nackten Arsch.
„Ängstlich, Rodney?“ erkundigte er sich mit dieser dunklen, knurrenden Stimme, die Rodneys Magen immer sich verkrampfen ließ.
„Immer, wenn mir eine Sitzung mit deinem Riemen bevorsteht“, antwortete Rodney mit einer Grimasse. „So, wirst du mich heute Nacht bestrafen oder bis morgen warten?“
Er zweifelte nicht daran, dass John ihn züchtigen würde. Keiner von ihnen hatte sein Geständnis vergessen, dass er weder seine Trainingseinheiten noch sein Laufprogramm eingehalten hatte, während John weg gewesen war.
„Heute Nacht“, antwortete John und Rodney spürte, dass sich sein Magen noch mehr umdrehte. „Du wärst zu nervös, falls ich dich bis morgen warten ließe.“
„Oh, Warten ist fein“, meinte Rodney rasch. „Ich bin ein geduldiger Mann. Ich kann warten.“
„Du bist kein geduldiger Mann – du bist der ungeduldigste Mann, den ich je kennen gelernt habe“, gab John zurück. „Aber ich werde dich ein bisschen warten lassen, denn zuerst will ich dieses Bad.“
„Willst deine Armmuskeln aufwärmen, hmm?“ sagte Rodney, knöpfte das Hemd seines Gatten auf und zog es ihm aus, bewegte danach seine Hände runter zu Johns Hose.
„Hilft dem Schwung“, erklärte ihm John mit einem Grinsen. „So kann ich auf deinem ungehorsamen Arsch einen tieferen Eindruck machen.“
„Manchmal ist es schwer für mich, mich zu erinnern, warum ich dich liebe“, grummelte Rodney, schob Johns Hosen seine langen Beine hinunter.
John kickte sie von seinen Füßen, zog dann Rodney an sich und küsste ihn fest auf die Lippen. Rodney verschmolz mit ihm, seine Arme glitten um Johns nacktes Fleisch, während er sich dem Kuss vollkommen ergab.
„Deshalb liebst du mich“, sagte John, nachdem er ihn losgelassen hatte.
„Oh, das. Jaah“, seufzte Rodney. „Ernsthaft, John. Du musst mich nicht züchtigen. Ich weiß, du bist müde und ich habe nichts wirklich Schlimmes angestellt ...“
„Netter Versuch, Rodney“, meinte John, rollte seine Augen. „Aber ich habe dich gebeten, deine Fitness-Routine einzuhalten, während ich unterwegs war. Und ich habe von dir erwartet, genau das zu tun.“
„Ich war mit den Reaktoren beschäftigt“, schmollte Rodney. „Es war ja nicht so, dass ich deine Befehle absichtlich ignoriert habe. Ich war bloß so in meine Arbeit vertieft, dass ich es vergessen habe.“
„Tatsächlich?“ John hob eine Augenbraue. „Sag mir, ist Ronon im Labor vorbeigekommen und hat dich an jedem der vier Tage erinnert, die ich weg war?“
Nachdenklich verzog Rodney sein Gesicht, als ob er versuchte, sich zu erinnern.
„Oh, okay, ist er“, seufzte er schließlich. „Aber das war immer zu den unmöglichsten Zeiten.“
„Also hast du ihm eine Abfuhr erteilt“, sagte John, legte seine Finger unter Rodneys Kinn, ein amüsiertes aber gefährliches Glitzern in seinen Augen.
„So ungefähr“, zuckte Rodney seine Schultern, wusste, er wanderte hier auf dünnem Eis und es schien wirklich keinen Ausweg zu geben.
„Und sag mir, wenn es dir dort nicht rausgerutscht wäre, hättest du es mir überhaupt verraten?“
Rodney schnaubte. „Ja. Klar. Ich habe den IQ eines Genies. Sehe ich dämlich aus?“
John kicherte. „Ja, das dachte ich mir. Und deshalb wirst du heute Nacht mit einem extrem heißen Arsch schlafen, Rodney Sheppard. Du weißt, was ich von Lügen halte. Ich kann dir viel eher verzeihen, wenn du meinen Befehlen nicht gehorchst, als wenn du lügst.“
„Es war keine Lüge. Ich habe es dir nur nicht sofort erzählt. Ich hatte keine Zeit!“ protestierte Rodney. „Du bist gerade erst zurückgekommen und dann wurden wir hierher transportiert und es verschwand einfach aus meinem Gedächtnis.“
„Hmm, na schön, ich stimme zu, die Umstände waren ein bisschen ungewöhnlich, aber wir hatten genügend Zeit allein zusammen, dass du es mir vor der Mission gestehen konntest. Du hast bloß gehofft, ich würde es nicht herausfinden, obwohl ... warum zur Hölle du dachtest, dass Ronon dich decken würde, habe ich keine Ahnung.“
„Ich habe ihn bestochen“, antwortete Rodney. „Mit Essen und einer Waffe, die ich speziell für ihn modifiziert habe.“
„Ehrlich, du bist unverbesserlich“, sagte John. „Und wenn du schon Waffen modifizierst, solltest du sie nicht für mich modifizieren? Ich bin dein verdammter Ehemann, erinnerst du dich?“
„Dich verwöhne ich schon genug“, gab Rodney mit einem frechen Grinsen zurück. „Mit all den Blow Jobs und sexuellen Gefälligkeiten.“
„Du gehörst mir!“ knurrte John, griff auf eine besitzergreifende Art nach ihm aus, die Rodney zittern und seinen Schwanz Habt Acht stehen ließ; er liebte es, seinem Gatten diese Reaktion zu entlocken. „Daher stehen mir die sexuellen Gefälligkeiten und Blow Jobs zu“, zischte John in sein Ohr.
Rodney klammerte sich an ihm fest, genoss die Art, wie ihre Schwänze aneinander rieben, sich erhoben, um einander zu begegnen. Um ehrlich zu sein, als John ihm einen Antrag gemacht hatte, war er nicht sicher gewesen. Er wusste nicht, ob er seine Unabhängigkeit aufgeben wollte, den Namen eines anderen Mannes annehmen und ihm effektiv gehören. John war genauso altmodisch – es gab verschiedene Wege der Heirat, die ein Paar in ihrem Universum abmachen konnte, aber John wollte die traditionelle Art, wo Rodney sein Eigentum wurde, Leib und Seele. Natürlich konnte sich Rodney von ihm scheiden lassen, falls es nicht funktionierte – es war nicht unumstößlich – dennoch war es eine gewaltige Verpflichtung.
„Ich sehe einfach keine andere Möglichkeit, wie es gehen soll“, hatte John mit einem Schulterzucken an dem Tag seines Antrages gesagt. „Ich kenne mich, Rodney, und ich weiß, was für eine Art Mann ich bin, was für eine Art Top und was für ein Ehemann ich sein will. Du wirst nie ungeliebt sein und du wirst immer verhätschelt werden, aber ich muss wissen, dass du mein bist. Du musst mir gehören – ansonsten fühlt es sich für mich nur an, als ob wir spielen würden.“
„Ich will dich ja heiraten, aber ... ich bin nicht sicher, ob ich mich dir in dem Ausmaß unterwerfen kann, wie du es verlangst“, hatte Rodney geantwortet, wollte sich gehen lassen und den Antrag akzeptieren, hatte jedoch Angst, sich in einem solchen Arrangement irgendwie zu verlieren.
„Und ich denke nicht, dass du mit weniger glücklich sein könntest“, hatte John zurückgegeben. „Du weißt, wie du bist, Rodney. Du kennst auch mich – du weißt, ich würde dich nicht rücksichtslos behandeln, aber ich will dich besitzen. Das brauche ich von dir. Alles andere würde bloß bedeuten, dass du deine Unterwerfung zurückhältst, mir nie richtig gehörst. Und wir wissen beide, dass du durchdrehst und in Schwierigkeiten gerätst, weil es sich für dich nicht real genug anfühlt.“
Rodney hatte lange und gründlich darüber nachgedacht. Die Hochzeit, die John anstrebte, war nicht leicht. Tatsächlich wusste er, Lady Elizabeth hatte zwei Paaren diese Ebene der Verpflichtung ausgeredet und sie überzeugt, stattdessen ein einfacheres Arrangement ins Auge zu fassen; trotzdem waren die Ansprüche einer solchen Ehe verlockend.
Rodneys Vergangenheit war ein Chaos schief gegangener Beziehungen. Für eine Weile hatte er nicht einmal gewusst, was er war – er hatte versucht zu toppen, hätte während seiner College-Jahre eine kurze, unbefriedigende Beziehung mit einer süßen Frau gehabt. Doch er war nicht konsequent genug, um ein Top zu sein und seine Launen waren im besten Fall unbeständig, verwirrten und verletzten sie allzu oft. Außerdem wollte er ehrlich gesagt nicht diese Verantwortung für ein anderes menschliches Wesen auf seinen Schultern tragen; es irritierte und bedrückte ihn, ließ ihn noch launischer werden, bis sie es beendete.
Danach probierte er zu suben – erst mal für eine Frau. Er wurde von der Sicherheit und Bestimmtheit ihrer intoleranten Annäherung an Beziehungen angezogen. Sie war jedoch unnachgiebig bis zu dem Punkt der Grausamkeit und er fühlte sich bedrückt und beleidigt in ihrer Nähe, unfähig zu atmen oder sein Genie strahlen zu lassen.
Der Mann, mit dem er als nächstes ins Bett gefallen war, war viel großzügiger gewesen, war jedoch nicht mal annähernd intellektuell Rodney gleichgestellt und Rodney hatte ihn in jeder Hinsicht übertroffen, bis der arme Kerl ihm erklärt hatte, er wäre einfach zu viel für ihn und es beendet hatte.
Danach hatte es einen langen Zeitraum voller Einsamkeit und Unglück gegeben, unterbrochen von gelegentlichen One-Night-Stands, die zum größten Teil ziemlich schlecht gelaufen waren. Er hatte es fertig gebracht, einen Ruf einzuheimsen, ein schwieriger und ungehorsamer Sub zu sein, was er als unverdient empfand und er begann durchzudrehen. Das veranlasste Elizabeth, ihn zu mehreren öffentlichen Züchtigungen zu befehlen, die ihn beinahe jenseits des Erträglichen erniedrigten – nicht zuletzt, weil sie immer vom Rest des Basis-Personals gut besucht waren, die es ausgiebig genossen, sein Unbehagen zu beobachten.
Dann, plötzlich, war John mühelos in sein Leben getreten und hatte die Kontrolle übernommen, hatte ihn wie durch Magie bei Fuß gerufen. Mit Liebe, Zuneigung und einer unterschwelligen Charakterstärke und Strenge, auf die Rodney reagierte. Nichts in Rodneys bisherigem Leben hatte ihn darauf vorbereitet, sich zu verlieben. Nie hatte er solches Glück und solches Entsetzen gekannt, beides unlösbar ineinander verwoben, ihn gleichzeitig hätschelnd und fesselnd. Mit John lernte er, seine Natur zu erforschen, wirklich zu sein, wer er war, in dem sicheren Wissen, dass jemand ihn auffangen und festhalten würde, falls er fiel. John war alles für ihn, doch als er Rodney bat, den letzten Schritt zu machen, der eine Hingabe und eine Ebene der Unterwerfung verlangte, war er nicht sicher, ob er dazu in der Lage wäre.
Ehe in dieser traditionellsten Form bedeutete, dass er wirklich Johns Eigentum werden würde. Es gab kein Konzept der Vergewaltigung oder Misshandlung in einer Ehe wie dieser – er würde Johns Besitz werden, sein Körper ein Spielzeug für seinen Gatten, um ihn zu benutzen, wann und wie er wollte. Und während der Gedanke ihn anzog, machte die Realität ihm Angst. Nicht, dass er ernsthaft dachte, John würde ihm jemals schaden, doch mit ihrer Hochzeit würde Rodney effektiv das Recht verlieren, zu irgend etwas Nein zu sagen, was sein Gatte ihm antun würde.
Schließlich hatte er sich einverstanden erklärt, in Johns Zimmer stehend, weißes Gesicht, völlig verängstigt. Zitternd bohrten sich seine Finger in Johns Arm – und Johns breites, strahlendes Lächeln, als er die Worte hörte, hatten all seine Ängste völlig vertrieben. Natürlich war dies das Richtige; besessen zu werden, ausgerechnet von diesem Mann geliebt zu werden. Dem einzigen Mann in Atlantis, den jeder respektierte und mochte. Und die Tatsache, dass dieser erstaunliche, gutaussehende, kluge Mann Rodney zu seinem Gatten machen wollte ... na ja, Rodney konnte es einfach nicht begreifen. Natürlich war es richtig.
Als sie es Elizabeth berichteten, hatte Rodney gefürchtet, dass sie ihre Zustimmung verweigern und versuchen würde, es ihnen auszureden, wie sie es bei diesen anderen Paaren getan hatte. Stattdessen hatte sie ihnen wärmstens gratuliert und ein herzhaftes Seufzen ausgestoßen.
„Gott sei Dank nehmen Sie ihn mir aus den Händen“, murmelte sie John zu. „Nicht, dass es nicht eine Erfahrung gewesen wäre, Rodney, aber ich bin froh, dass Sie von nun an jemand anderes Verantwortung sind!“
Also hatten sie geheiratet und selbst jetzt, ein oder zwei Jahre später, wusste Rodney, es war die beste Entscheidung gewesen, die er je getroffen hatte.
Er blinzelte, kehrte in die Gegenwart zurück, fand seinen Ehemann an seinem Hals beißend.
„Meiner“, murmelte John heiser, wie er es immer tat, wenn er in diese Stimmung kam.
Rodney grinste, wunderte sich, warum zum Teufel diese Vorstellung ihn damals so verängstigt hatte, während er Johns Antrag überdachte. Johns Mund knabberte an seinem Hals und es fing an, weh zu tun, daher wurde Rodney vollkommen still.
Er hatte aus Erfahrung gelernt, wenn sein Ehemann in dieser Stimmung war, mochte er es, wenn sich Rodney ergab, total und komplett, um markiert zu werden oder welche Qual oder Vergnügen er austeilen wollte. Rodney klammerte sich einige Minuten fest, während John seine Markierung vollendete. Dann zog sich sein Gatte zurück und strich seinen Finger über die rote Marke an Rodneys Hals, welche die Messerwunde vollkommen überdeckte.
„Das ist besser“, knurrte John. „Nun ist es die Marke, die ich machte – nicht seine.“
Rodney fühlte es mit seinen eigenen Fingerspitzen, genoss das Kribbeln, das er empfand, weil er auf diese Weise besessen wurde. Dann bemerkte er einige der Prellungen und Schnitte am Körper seines Gatten.
„Hey ... sieht aus, als wärst du in einem Kampf gewesen“, scherzte er, drückte seine Finger auf eine Prellung an Johns Arm.
„Ja, mehr als eine“, antwortete John, lächelte aber nicht.
Stattdessen lag da ein gefährlicher Ausdruck der Entschlossenheit in seinen Augen und er starrte Rodney auf die selbe Art an, wie ein Wolf ein Reh fixierte. Kaeira summte zwischen ihnen, doch John schob Rodneys Hand weg, unterbrach die Verbindung.
„Teile sie nicht“, sagte er heiser. „Ich will keine Marken auf deinem Körper sehen außer denen, die ich dort anbringe. Und ich plane, heute Abend mehrere bei dir anzubringen.“
„Okay, lass mich nur ...“, begann Rodney, aber John unterbrach ihn.
„Ich will dich“, sagte John in einem tiefen, kehligen Tonfall, stieß Rodney auf das Bett zurück, seine Bewegungen hart und kaum kontrolliert. „Sofort“, zischte John, hielt ihn nieder.
Rodney zitterte beim Ton von Johns Stimme. Er hatte offensichtlich die Grenze seiner Selbstbeherrschung erreicht und die Hölle würde bald losbrechen; Rodney kannte die Anzeichen sehr gut.
So war John immer, nachdem Rodney verletzt worden war, vor allem, falls jemand seinen Körper markiert hatte. Er wurde unglaublich besitzergreifend. Nachdem Kolya ihm die Verletzung zugefügt hatte, hatte John den Genii-Anführer aufgespürt und getötet. Danach war sein Gatte in derart wilder Stimmung in ihr Quartier zurückgekehrt, dass Rodney zum allerersten Mal ehrlich Angst vor ihm hatte. Sie hatten sich mehrere Stunden in ihrem Quartier vergraben, während derer John seine Emotionen an Rodneys willigem Körper ausgelebt hatte. Rodney hatte sich nie ernsthaft gefährdet gefühlt, es war jedoch klar gewesen, dass Johns Emotionen hochgeschossen waren und nicht weniger als Rodneys absolute Unterwerfung ihn zufrieden stellen würde.
Im Moment fühlte sich John offensichtlich genauso und Rodney ergab sich ihm augenblicklich, verstand, wie Johns Geist arbeitete. Sein Ehemann hatte diese Emotionen während der aktuellen Krise immer unter Kontrolle, wie er es geschafft hatte, während Rodney als Geisel festgehalten wurde. Aber danach, wenn sie allein waren, schien er den Drang zu spüren, Rodney neuerlich zu beanspruchen, ihn wieder zu seinem Eigentum zu machen, auf die grundlegendste Weise.
Johns Hände und Mund streunten über Rodneys Körper, stoppten, um da und dort zu saugen oder zu beißen. Rodney lag still. Er wusste, John wollte nicht im Gegenzug gestreichelt werden – er verlangte lediglich, dass sich Rodney ihm darbot und zuließ, dass er ihm antat, was immer er wollte. Rodney dachte nicht, dass er im Moment einen sehr sexy Anblick bot. Er war schmutzig und verschwitzt nach der Mission, doch John schien das nicht zu bemerken. Sein Mund war warm und wild auf Rodneys Körper und er bedeckte eine von Rodneys Brustwarzen mit seinem Mund, biss zu. Rodney stieß ein gequältes Quietschen aus und rutschte leicht unter seinem Ehemann herum. John knurrte wie ein Löwe, der Angst hatte, seine Mahlzeit würde ihm weggenommen werden und hielt Rodney mit seinen Händen nieder.
„Nicht bewegen“, warnte er, kehrte zu seiner Aufgabe zurück, seine Zähne knabberten an Rodneys empfindlicher Brustwarze.
„Ahh ...“, quietschte Rodney, als der Biss tiefer ging, er wusste jedoch, John hatte vor, ihn zu markieren und der Biss ging weiter, bis Rodney nicht sicher war, es noch länger ertragen zu können.
Gleichzeitig wusste er, John würde ihn zwingen, es zu ertragen. John würde ihn nicht aufstehen lassen, bis er ihn markiert hatte, wie er es wollte, und das würde eine der vielen Markierungen sein, die sein Gatte auf seinem Körper diesen Abend anbringen würde.
Endlich ließ der Druck von Johns Mund nach und er zog sich zurück, leckte an der roten Gebissmarke, die er auf Rodneys Brust hinterlassen hatte. Ziemlich stolz blickte Rodney darauf. Er mochte es, wie er sich immer fühlte, wenn er Johns Marken auf seiner Haut trug. Manchmal, wenn er im Labor war, befingerte er die Markierungen durch seine Uniform, dachte daran, wie sie gemacht worden waren. Sie sprachen einen Drang tief in seinem Inneren an. Und obwohl es nicht immer angenehm war, sie zu erhalten, überwog das Vergnügen, das er daraus Tage danach zog den momentanen Schmerz.
„Umdrehen“, sagte John grob, doch es war kein Befehl.
Rodney wusste, er musste still liegen bleiben und John warf ihn herum, als ob er eine Puppe wäre, rollte ihn auf seinen Bauch. Rodney schlang seine Arme um das Kissen und lag da, verspannt, fragte sich, wo John ihn als nächstes markieren würde. John saugte einen Pfad seinen Rücken hinunter, folgte der Linie seiner Wirbelsäule zu seiner Taille. Dann pausierte er und Rodney wusste, was als nächstes kommen würde. Er nahm einen Mundvoll Kissen und wartete. Und klar, das nächste, was er wusste ... John saugte an einer seiner Hinterbacken. Das Saugen ging lange Zeit weiter, vertiefte sich dann allmählich zu einem Biss. Rodney biss hart in das Kissen, versuchte, still zu halten und sich nicht zu sehr unter der grausamen Liebkosung zu winden.
Endlich entließ ihn John und Rodney konnte seine warme Zunge an der Markierung lecken spüren. Rodney seufzte und rutschte ein wenig herum und John stieß ein Knurren aus, nagelte ihn auf dem Bett fest und versenkte seine Zähne in Rodneys anderer Hinterbacke. Rodney stieß einen erschrockenen Schrei aus, der von dem Kissen gedämpft wurde, das schien jedoch seinen Ehemann noch mehr anzustacheln und sein Griff wurde enger, seine Arme hielten Rodney fest, damit er sich nicht bewegen konnte.
Dieser Biss schien stundenlang weiterzugehen – John hatte ihn in einem derart engen Griff, dass er völlig unfähig war, sich zu bewegen. Alles, was er fühlen konnte, war seine eigene Unterwerfung, die ihn durchfuhr, während Johns Zähne seinen Arsch markierten. Es schmerzte, aber es war ein guter Schmerz, der seinen Schwanz kribbeln ließ und ihn mit der Erregung seiner fehlenden Macht begeisterte. Er konnte die Energie spüren, die zwischen ihnen wogte, während er sich willig seinem Gatten unterwarf. John nahm seine Unterwerfung als sein Recht, als seinen Anspruch und das war eine größere Anmache als alles andere.
Endlich löste sich Johns Griff und er bewegte seinen Mund von Rodneys Hinterbacken weg. Rodney warf einen Blick zurück über seine Schulter, sah zwei Gebissmarken, eine auf jeder Backe, rot und erhoben. Er wusste, diese Markierungen würden mehrere Tage vorhalten und dieser Gedanke ließ seinen Schwanz noch härter werden.
Johns Gesicht schwebte drohend über ihm, seine braunen Augen dunkel, unkenntlich und voller sexueller Energie. Rodney schauderte.
„Auf deinen Rücken. Öffne deine Beine“, orderte John.
Wieder wartete er nicht auf Rodneys Gehorsam, sondern warf ihn herum und schob seine Beine mit harten, brutalen Bewegungen auseinander.
„Du gehörst mir. Ich werde dich nehmen“, erklärte John in diesem selben tiefen, dunklen Ton.
Rodney nickte und griff blind nach dem Gleitmittel auf dem Nachttisch. Manchmal, wenn er so war, vergaß John das Gleitmittel und obwohl Rodney einen trockenen Fick ertragen konnte, wenn es sein musste oder wenn John es verlangte, zog er es vor, das nicht zu tun, falls er es vermeiden konnte. Er schnappte den Deckel mit seinem Daumen auf, quetschte eine großzügige Menge in seine Hand und schob einen Finger in seinen Arsch.
Wieder knurrte John, packte seine Hand und zog den Finger heraus.
„Meins“, zischte er. „Nicht berühren. Alles meins.“
Rodney nickte und drückte das Gleitmittel auf Johns Finger, legte sich dann zurück, Beine weit geöffnet und einladend. Er hoffte nur, John würde das Gleitmittel tatsächlich verwenden und nicht geradewegs da reingehen. Ein paar Sekunden später spürte er erleichtert Johns harte, eingeschmierte Finger in ihn eindringen.
Neuerlich beugte sich John über ihn, legte einen Arm auf Rodneys Brust, um ihn still zu halten, presste ihn in das Bett und rammte seinen Finger hart in Rodneys Arsch. Rodney schnappte nach Luft – es tat nicht weh, war jedoch schnell und heftig, überraschte ihn. John starrte auf ihn hinab, ein seltsamer Ausdruck in seinen Augen, einer der vollkommenen Dominanz, balancierte an der Grenze zum Kontrollverlust. Er war zum Raubtier geworden, ein wildes Tier, das vorhatte, seinen Besitzanspruch auf Rodneys Fleisch zu stempeln. Die Dunkelheit in seinen Augen ließ Rodney zittern, sein Schwanz verkrampfte sich vor Verlangen. John machte ihm Angst, wenn er so war, er erregte ihn aber auch und er wusste, er konnte das eine nicht ohne das andere haben.
John steckte einen weiteren Finger in ihn, fickte ihn so schnell und hart mit seinen Fingern, dass Rodney mit jedem Stoß laut keuchte. Rodney bemühte sich, sich nicht zu bewegen, zwang sich, sich den Forderungen seines Gatten zu unterwerfen, sehnte sich jedoch danach, zu schreien und sich unter der groben Liebkosung zu winden.
John legte seinen Kopf zur Seite und starrte ihn an, ihre Augen aufeinander fixiert, während er Rodneys Körper mit seinen Fingern plünderte. Seine Augen strichen über Rodneys Brust, verharrten auf den Gebissmarken über seiner Brustwarze und auf seinem Hals. Seine Pupillen erweiterten sich vor Erregung, während seine Finger ihren wilden Takt fortsetzten. Rodney wollte kommen, konnte fühlen, dass er an der Grenze stand. Er bog sich hoch, unfähig, seine Bewegung zu unterdrücken. John stieß ein neuerliches tiefes, kehliges Knurren wegen der Bewegung aus und warf sich auf Rodneys Körper, spreizte seines Gatten Hinterbacken mit seinen Händen und stieß seinen dicken Schwanz mit einer raschen Bewegung tief in sein Inneres.
Rodney brauchte einen Moment, um den Wechsel zu bemerken, weil es so schnell passiert war, dann spürte er ein vertrautes, warmes Brennen und ein Gefühl der Fülle. Sein Arsch wurde um Johns dicken Schwanz gedehnt und es schmerzte und fühlte sich gleichzeitig so gut an. John lag auf ihm, sah runter, dieser seltsame Ausdruck immer noch in seinen Augen. Er veränderte seine Position, sodass er völlig in Rodney eingebettet war, bis zur Wurzel. Er brachte Rodney zum Wimmern, dann legte er seinen Körper auf Rodneys und beanspruchte einen tiefen, grausamen Kuss von seines Ehemannes Mund.
Augenblicklich öffnete Rodney, es war jedoch ein Einbahn-Prozess, da John seine Lippen mit seinen eigenen angriff. Endlich zog er sich zurück, ließ Rodney nach Luft schnappen, sein Körper gewöhnte sich erst an das plötzliche Eindringen von Johns hartem Schwanz in seinen Arsch.
John bewegte seinen Mund runter und nahm Rodneys gebissene Brustwarze in seinen Mund, saugte hart. Die Fleischknospe war bereits empfindlich und Rodney versuchte quietschend, sich zu winden, doch John hielt ihn vollkommen bewegungslos, während er saugte.
Er machte diese Brustwarze fertig und wendete seine Aufmerksamkeit der anderen zu, saugte wieder hart daran. Dann sah er hoch, ein absolut brutaler Ausdruck in diesen dunklen, sexhungrigen, braunen Augen, packte Rodneys Hüften und glitt aus seinem Arsch heraus, dann mit einem harten Stoß wieder hinein. Rodney grunzte, blieb jedoch liegen, seine Beine weit geöffnet, um seinen Ehemann zu empfangen und John fickte ihn erbarmungslos, so schnell und so hart, dass Rodney sich fragte, wie er es schaffte, bei Bewusstsein zu bleiben.
„Niemand fasst dich an“, sagte John und Rodney erinnerte sich an einen Arm quer über seiner Brust und den Gestank dieses Wilden, während der ein Messer an seine Kehle drückte. Er wusste, auch John erinnerte sich daran und hier ging es darum, diese Erinnerung zu verbannen und für seinen Gatten zurückzuverlangen, was ihm gehörte.
„Niemand außer mir“, zischte John. „Du gehörst mir. Mir. Mir. Mir.“
Er sprach die Worte im Takt zu jedem kraftvollen Stoß hinein, immer und immer wieder, wie ein Mantra und Rodney konnte spüren, dass er an der Grenze zum Höhepunkt stand. Er gehörte John – Leib und Seele. Er gehörte seinem Gatten und bot ihm glücklich seinen Körper dar, ein williges Opfer auf dem Altar von Johns Verlangen, ihn zu besitzen.
Rodney kam, spritzte über seinen eigenen Bauch und John blickte wild und triumphierend auf ihn hinab. Dann, ohne Warnung, zog er sich heraus und kam über Rodneys Hals und Brust.
Rodney lag da, vollkommen aufgedreht, spürte Johns warme Samenflüssigkeit auf seinem Körper abkühlen, gemeinsam mit seiner eigenen. Dann legte sich John auf ihn, nahm ihn in seine Arme, drückte ihn an sich und bewegte sich gegen ihn, während er tief in seiner Kehle ein jammerndes Geräusch erzeugte.
„Es ist okay“, sagte Rodney zärtlich, wickelte seine Arme um seinen Ehemann und tröstete ihn mit sanftem Streicheln über seinen Rücken. „Es ist okay. Ich bin in Sicherheit. Er hat mir nicht weh getan. Du hast mich zurückgeholt. Es ist okay.“
Er hatte die dunkle Seite von Johns Seele gesehen – hatte gewusst, dass sie existierte, als er ihn heiratete – und war geehrt, dass sich John sicher genug fühlte, das mit ihm zu teilen. Im Großen und Ganzen brachte es John fertig, seinen besitzergreifenden Einschlag zu kontrollieren und Rodney glaubte, dass sehr wenige Menschen in ihrem Universum wussten, wie tief das ging. Aber wenn sie allein waren, konnte er sich gehen lassen, stieg in die Dunkelheit hinab und ergab sich ihr. Und Rodney war immer zur Stelle, um ihn zu halten, wenn es vorbei war.
John zitterte immer noch, seine Atmung kam in raschem, hartem Keuchen gegen Rodneys Hals.
„Shh“, flüsterte Rodney, hielt ihn umklammert. „Du bist okay. Ich habe dich.“
Schließlich verlangsamte sich die Atmung seines Ehemannes und er sah zu Rodney auf. Rodney war erleichtert, wieder Licht in diesen lebhaften, braunen Augen zu sehen. Wenigstens hatte sich John dieses Mal schneller erholt als damals, nachdem er Kolya getötet hatte. Damals war Rodney nicht sicher gewesen, dass er John von der Grenze zurückholen konnte und es hatte mehrere Stunden gedauert.
Winselnd strich John mit einer Hand über Rodneys gebissenen Hals.
„Entschuldige“, murmelte er.
„Ich mag es“, antwortete Rodney mit einem Grinsen.
„Ich auch“, sagte John in gezwungenem Ton. „Ich entschuldige mich nicht, dass ich dich markiert habe. Mir tut bloß leid, wie es geschehen ist – dass ich die Kontrolle verloren habe.“ Er schüttelte seinen Kopf.
„Dagegen habe ich auch nichts“, erklärte ihm Rodney, liebkoste ihn zärtlich mit seinen Fingerspitzen. „Ich kann mit dir fertig werden.“
„Hmmm. Das ist gut“, murmelte John.
„Nebenbei ... es ist nett. Normalerweise bin ich derjenige, der die Beherrschung verliert, nicht du. Gibt mir endlich das Gefühl, dass du doch menschlich bist“, meinte Rodney.
„Natürlich bin ich menschlich. Was sollte ich sonst sein?“
„Na ja, vor einer Minute halb Löwe, halb Wolf, denke ich“, sagte Rodney, wies auf die Samenflüssigkeit, die auf seinem Körper trocknete. „Ich nehme an, ich sollte dankbar sein, dass du nicht auch noch auf mich gepisst hast.“
„Das ist ein Gedanke“, meinte John hinterlistig und das gierige Glitzern in seinen Augen ließ Rodney denken, er würde das nicht nur scherzhaft meinen.
„Oh, Gott.“ Rodney rollte seine Augen. „Na schön, falls du das tust, bist du derjenige, der diesen Leuten erklärt, warum wir eine neue Matratze brauchen. Ich könnte nicht ertragen, eine weitere ihrer entsetzten Reaktionen mit anzusehen.“
„Du okay?“ erkundigte sich John besorgt, zog sich zurück und strich einen Finger über Rodneys Haut.
„Mir geht’s gut. Es war heftig, aber seltsam sexy. Ich komme immer wirklich hart, wenn du so bist. Selbst, wenn ich auch ein High habe, du weißt schon, reines Entsetzen“, sagte ihm Rodney.
John biss auf seine Lippe.
„Entschuldige“, wiederholte er. „Ich konnte bloß ... Der Gedanke an ihn, mit seinem Arm um dich, sein Messer gegen deine Kehle gedrückt. Es macht mich ...“ Seine Hände ballten sich nutzlos zu Fäusten.
„Psst“, beruhigte ihn Rodney, zog ihn wieder an sich. „Ich bin okay. Wir sind beide okay. Entspann dich. Du kannst jetzt runterkommen. Eigentlich ... denke ich, es ist Zeit für dieses Bad. Das sollte uns beide entspannen. Komm schon.“
Vorsichtig rappelte er sich auf, fühlte sich, als ob er gerade zehn Runden mit einem Wraith durchgestanden hätte, streckte seine Hand aus. John ergriff sie und Rodney zerrte ihn vom Bett hoch, schleppte ihn ins Badezimmer. Er füllte die Wanne mit heißem Wasser auf und stieg hinein, zog John zwischen seine Beine. Rodney legte sich zurück, seine Arme locker um seinen Gatten geschlungen, und er küsste liebevoll Johns dunkles Haar, während sie einweichten.
John hatte bei den Kämpfen mehr Blessuren davongetragen, als Rodney bemerkt hatte und er strich mit der Seife über seines Ehemannes Haut, entfernte Dreck, Schorf und Schweiß, brachte John wieder runter. Seufzend legte sich John gegen Rodneys Brust zurück und Rodney lächelte, befummelte ihn abwesend. Er liebte es, auf diese Art seinen Gatten in seinen Armen zu halten. Es kam nicht oft vor, dass John sich einfach halten ließ und Rodney machte gern das Beste daraus.
Lange Zeit schwelgten sie in der Wanne, bis das Wasser kalt wurde. Dann stiegen sie raus und trockneten sich ab. Sie gingen ins Schlafzimmer zurück und Rodney wanderte schnurstracks zum Bett, wollte nichts mehr, als sich hineinwerfen und etwas Schlaf nachholen, doch John pausierte beim Nachttisch und seufzte schwer.
„Nicht so schnell, Rodney. Wir müssen noch etwas erledigen“, sagte er.
Rodney drehte sich um, fragte sich, was zum Teufel er meinte. Dann trafen seine Augen auf den Riemen.
„Oh, Gott, nein. Nicht jetzt“, stöhnte er. „Ehrlich, John, können wir es nicht sein lassen? Ich war ein ungezogener Junge und ich werde es nicht wieder tun. Können wir es nicht dabei belassen?“
„Nein, können wir nicht, und das weißt du“, erklärte ihm John, ein bedauernder Ton in seiner Stimme.
Auf einer gewissen Ebene wusste es John. Im Augenblick wollte das keiner von ihnen tun, am allerwenigsten Rodney. Genauso wusste er, falls sie es nicht machten, würde sich ein winziger Riss in ihrer Beziehung öffnen. Dies war eine der Grundlagen, auf denen ihr Leben aufgebaut war – es konnte nicht übergangen werden, nur, weil keiner von ihnen in der Stimmung war.
„Wie willst du mich?“ seufzte Rodney schließlich, ergab sich dem Unausweichlichen.
„Gegen die Wand, Hände abgestützt, Beine offen“, orderte John, doch Rodney hatte das oft genug gemacht, um zu wissen, wie es ging.
Er trat zur Wand, legte seine Handflächen dagegen, platzierte seine Füße weit gespreizt und streckte seinen Arsch raus. Danach beobachtete er über seine Schulter – sein Magen machte mehrere ängstliche Saltos – wie John den Riemen von dem abgelegten Gürtel losmachte und zu ihm zurückkam.
„Fünf, weil du das Training verpasst hast, fünf, weil du nicht gelaufen bist und zehn, weil du es mir nicht gesagt hast“, eröffnete ihm John.
Rodney stöhnte. „Zwanzig? Das scheint eine Menge“, beklagte er sich.
„Alle verdient, wie du sehr gut weißt“, schnaubte John.
Er bezog Position hinter seinem Ehemann und Rodney drehte sich wieder zur Wand um, stützte sich ab. Ein paar Sekunden später fiel der erste Streich auf seinen Hintern. Kurz fühlte er sich, als ob er sich beschweren wollte; er war dort an diesem Abend schon gebissen worden – zweimal – und jetzt das!
Johns Züchtigungen waren immer hart und punktgenau. Rodney hatte noch nie eine ernsthafte Bestrafungs-Tracht Prügel mit einer erotischen verwechselt und das war nicht anders. Da gab es kein Aufwärmen, bloß das Schnappen des Riemens und das qualvolle Stechen auf seinem Arsch. John war immer fair aber gleichzeitig streng und Rodney wusste, dass Beschweren und Betteln nichts brachte, obwohl ihn das normalerweise nicht davon abhielt, es trotzdem zu versuchen.
Er war müde, gereizt und ernsthaft beleidigt, sich in dieser Position zu befinden und es war ein langer, ermüdender Tag gewesen. Der Riemen zuckte über seine Hinterbacken, hart, gnadenlos und extrem schmerzhaft. Rodney legte sein Gesicht auf seine Hände und begann zu schluchzen, kleine, wimmernde Schluchzer. Er war überrascht – er weinte nicht oft so leicht – doch irgendwie, an einem Punkt während der Prügel, erkannte er, er brauchte diese Erlösung, wie John vorhin seine eigene Erlösung benötigt hatte.
Johns Arm wurde nicht müde, die Streiche kamen langsam und gleichmäßig und bald weinte Rodney ernsthaft. Nicht so sehr, weil es weh tat, obwohl das der Fall war, sondern weil sie beide heute hätten sterben können. Stattdessen waren sie hier, lebendig und zusammen. All die Ängste und Anspannungen des Tages verließen seinen Körper, während Johns Riemen seine unerbittlichen Marken auf seiner Haut auftrug, ihn wieder einmal beanspruchte, immer und immer wieder, mit seinem sengenden Feuer – und er musste nicht mehr stark für John sein; er konnte einfach loslassen und die Züchtigung akzeptieren, die er sich scheinbar in einem anderen Leben verdient hatte.
Dann war es vorbei. Er hörte John den Riemen auf den Nachttisch legen, doch Rodney bewegte sich nicht. Er stand einfach da, schluchzte leise in seine Handrücken. Dann spürte er Johns Finger auf seinen Schultern, er wurde herumgedreht und in eine warme Umarmung gezogen. John küsste sein Haar und strich mit seinen Händen seinen Rücken runter, tröstete ihn.
„Du bist wunderschön, wenn du dich so unterwirfst. Ich liebe dich so sehr“, flüsterte John.
Das machte den Kloß in seiner Kehle noch größer, nun plärrte er wie ein Kleinkind in Johns Schulter.
„Wein dich aus“, wisperte John, streichelte ihn, als ob er eine Katze wäre.
Rodney tat es und als er endlich fertig war, hatte sich sein Schluchzen in Wimmern verwandelt, sein Atem stockte in seiner Kehle. John führte ihn zum Bett rüber und half ihm hinein. Rodney spürte seinen Gatten hinter ihm hineingleiten, Johns Schoß presste sich gegen seine warmen, wunden Hinterbacken. Dann wickelte John seine Arme um ihn und beide lagen einen Moment da, zu erschöpft zum Schlafen.
„Verlass mich nie“, wisperte Rodney, legte eine Hand auf seines Gatten Arm, der über seiner Brust lag.
„Könnte ich nie“, antwortete John, küsste seinen Nacken.
Dann, miteinander neuerlich verbunden, floss die Energie mit Leichtigkeit zwischen ihnen wie warmer Honig, süß und befriedigend. Erst danach schliefen sie endlich ein.
***
Rodney McKay saß in seinem Bett in der Krankenstation, fühlte sich total gelangweilt. Die Wahrheit war, eigentlich befand er sich gern in der Krankenstation und unter Carsons prüfendem Blick, wenn er nicht tatsächlich krank oder verletzt war. Das machte viel mehr Spaß, weil man Aufhebens um ihn machte und ihm jeden Gefallen tat. Und wenn er genug hatte, konnte er einfach wieder verschwinden. Tatsächlich verletzt zu sein, war ein völlig anderes Thema und er hasste es.
Zuallererst, mit seinem Gehirn war alles in Ordnung, daher verstand er nicht, warum Carson ihn nicht wenigstens an seinem Laptop arbeiten ließ, während er physisch außer Gefecht gesetzt war. Sein Arm schmerzte und er hatte fast ständig dumpfe Kopfschmerzen, er war jedoch ziemlich sicher, dass er sogar mit diesen Handicaps an der theoretischen Seite der Reparatur des QDG arbeiten konnte, selbst, wenn er nicht in sein Labor gehen durfte. Stattdessen steckte er hier fest und langweilte sich zu Tode.
„Carson!“ brüllte Rodney zum siebenten Mal an diesem Morgen. „Carson!“
Der Arzt tauchte aus einem angrenzenden Raum auf, ein müder Ausdruck in seinem Gesicht, und trat ans Fußende des Bettes.
„Rodney“, sagte er in ruhigem, aber leicht erschöpftem Ton.
„Es besteht kein Grund für mich, kostbaren Platz in der Krankenstation zu besetzen. Ich könnte genauso leicht in meinem Bett in meinem Quartier sitzen“, erklärte ihm Rodney, weil er dann wenigstens seinen Laptop verwenden konnte, ohne dass sich ein neugieriger Arzt einmischte.
„Das haben wir schon durch, Rodney“, sagte Carson, seine Stimme angespannt. „Mehrmals. Sie haben eine Gehirnerschütterung und das bedeutet, ich muss Sie vierundzwanzig Stunden im Auge behalten. Falls Sie die Krankenstation verlassen, wäre ich dazu nicht in der Lage – und wenn ich Sie nicht im Auge behalten könnte, würde ich nicht bemerken, falls Sie ohnmächtig werden oder umfallen oder anfangen, böse Kopfschmerzen zu haben.“
„Na schön, offensichtlich würde ich es Ihnen sagen, falls eines dieser Dinge geschieht!“ protestierte Rodney.
„Nicht, wenn Sie bewusstlos auf Ihrem Badezimmerboden liegen“, gab Carson zurück. „Und was das Thema angeht, ein Bett freizumachen – wir werden nicht gerade überrannt.“ Er gestikulierte in den leeren Raum.
Rodney dachte darüber nach, stieß dann ein schweres Seufzen aus.
„Ich weiß, Ihnen ist langweilig, Rodney, aber bitte, versuchen Sie, geduldig zu sein“, meinte Carson mit einem mitfühlenden Lächeln.
Wieder seufzte Rodney. „Darf ich wenigstens Besuch bekommen?“ bat er.
„Könnten Sie, aber da scheint nicht gerade eine Menschenschlange vor der Tür zu stehen“, antwortete Carson.
Bedrückt starrte Rodney auf das Laken hinab.
Carson kam um das Bett herum an seine Seite und drückte sanft seinen Arm.
„Sie haben heute Morgen schon Elizabeth, Teyla und Colonel Sheppard gesehen“, sagte er. „Und die Leute haben zu arbeiten. Ich bin sicher, später werden mehr Besucher vorbeischauen. Ich weiß, Ronon sagte, er würde kommen.“
„Großartig“, seufzte Rodney. „Nichts für ungut, aber Ronon ist kaum der Welt größter Unterhaltungskünstler.“
„Dann müssen Sie einfach hoffen, er bringt etwas Hübsches zu essen“, sagte Carson und Rodneys Gesicht erhellte sich bei dem Gedanken.
Er hatte die blauen, ahtosianischen Weintrauben satt, die Teyla vor ein paar Stunden mitgebracht hatte. Zehn Minuten lang hatte er sie fröhlich gemampft, doch diese Neuheit war längst verflogen.
„Ich würde mich viel glücklicher fühlen, wenn ich bloß Kaffee haben könnte“, meinte Rodney süß, blickte hoffnungsvoll zu Carson auf.
„Netter Versuch, Rodney, aber die Antwort ist die selbe wie bei den vorherigen acht Malen, die Sie gefragt haben. Nein“, gab Carson zurück. „Koffein ist im Moment eine ganz schlechte Idee für Sie mit dieser Kopfverletzung.“
„Verdammt, Carson! Ich bin sicher, deshalb habe ich diese verfluchten Kopfschmerzen!“ protestierte Rodney. „Mein Körper braucht eine gewisse Menge Koffein, um den Tag durchzustehen. Er ist daran gewöhnt!“
„Schön, sehen Sie das als eine gute Gelegenheit, diese Angewohnheit los zu werden“, schlug Carson mit Null-Mitleid vor.
Rodney starrte ihn böse an.
„Oh, gehen Sie weg“, seufzte er. „Sie sind viel komischer, wenn ich nicht wirklich krank bin.“
„Das selbe könnte ich über Sie sagen“, murmelte Carson kaum hörbar, während er wegging – nur, um ein paar Sekunden später mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurückzukehren. „Sie wollten einen Besucher, Rodney! Tja, einer ist gerade eingetroffen!“ verkündete er fröhlich, bevor er wieder davoneilte.
Aufgeregt setzte sich Rodney auf, sank dann wieder zurück, als er sah, wer es war.
„Oh, du bist’s“, murmelte er, als Rodney Sheppard zu seinem Bett geschlendert kann.
„Auch schön, dich zu sehen“, sagte der andere Rodney mit seinem typischen, dümmlichen Grinsen.
Rodney sah ihn säuerlich an, dachte, wie unbeschreiblich unfair das alles war. Hier lag er, schwer verletzt und praktisch an der Schwelle des Todes, während sein Gegenspieler frisch wie ein Gänseblümchen war, diese lächerlich gelockten Haare sauber und frisch gewaschen. Und er trug ... er trug ...
„Ist das eines von Colonel Sheppards Hemden?“ fragte Rodney, starrte das dunkel purpurnfarbene Kleidungsstück misstrauisch an.
„Ja. Du hast mir nur Uniform-Zeug gegeben. Der Colonel gab John auch ein par Freizeit-Klamotten und ich mochte das, deshalb dachte ich, ich trage es“, antwortete der andere Rodney.
Es saß ein wenig knapp, weil er um Schultern und Brust breiter war als der Colonel, er sah jedoch viel behaglicher darin aus, als Rodney wusste, dass er sich in so einem Kleidungsstück fühlen würde. Rodney starrte den anderen Rodney überrascht an, wunderte sich, warum er immer so zufrieden in seiner Haut aussah, anscheinend vollkommen ahnungslos, wie blöd er aussah. Gerade jetzt sah er außerdem völlig entspannt aus und da spielte ein dümmliches, kleines Lächeln an seinen Mundwinkeln ... und ... und ...
Rodney runzelte seine Stirn. „Oh, mein Gott, ist das ein Knutschfleck?“ schnappte er, betrachtete die rote Marke an der Seite des Halses seines Gegenspielers. „Bist du nicht ein bisschen alt, um einen Knutschfleck zu haben?“
„Du bist nie zu alt und das ist kein Knutschfleck – es ist eine Gebissmarke“, verbesserte ihn der andere Rodney mit einem glücklichen Lächeln.
„Du lässt dich beißen?“ Rodney verschränkte seine Arme über seiner Brust, fühlte sich aus irgendeinem Grund bedroht.
„Sicher. Also, um ehrlich zu sein, wäre es schwer gewesen, ihn zu stoppen, bei der Stimmung, in der er sich letzte Nacht befand, aber, ja. Ich mag es, wenn er mich beißt. Du solltest es mal versuchen.“ Rodney Sheppard zeigte ein weiteres strahlendes Lächeln.
„Nein, danke!“ schnappte Rodney.
„Tut das nicht weh?“ fragte er neugierig, immer noch abgeschreckt, obwohl er nicht sicher war, wieso.
„Klar, aber es ist so ein guter Schmerz“, sagte sein Gegenüber mit etwas, das man nur als laszives Zwinkern beschreiben konnte.
Rodney starrte ihn an, entsetzt, wie dieser Ausdruck in seinem eigenen Gesicht aussah.
„Da, siehst du – kapiere einfach nicht das Konzept, dass gut und Schmerz miteinander in Verbindung bringt“, kommentierte er.
„Na ja, vielleicht deshalb, weil du es nie versucht hast“, meinte der andere Rodney. „Sind das Weintrauben?“ er spähte in die Schüssel auf Rodneys Nachttisch.
„Ja, sind es. Nein, eigentlich nicht, aber sie sind nah genug dran. Teyla brachte sie mit – für mich“, betonte Rodney.
„Na schön, ich bin du“, sagte Rodney Sheppard fröhlich, verhalf sich zu einer Handvoll.
„Bist du überhaupt nicht“, schnaubte Rodney.
„Bin ich doch. Wir sehen gleich aus – abgesehen davon, dass ich besser aussehe – wir sprechen gleich, wir gehen gleich, wir sind beide die leitenden Wissenschaftler in Atlantis, wir haben beide den selben heißesten Typen in der Basis, der deine Knochen bespringen will, wir beide ...“
„Halt mal!“ Rodney hob eine Hand. „Spul das zurück. Wer will meine Knochen bespringen?“
„Colonel Sheppard.“ Der andere Rodney verdrehte seine Augen. „Das musst du doch bemerkt haben.“
„Colonel Sheppard ist hetero. Genau wie ich”, gab Rodney eisig zurück.
„Ich habe keine Ahnung, was das bedeutet. Ist das das selbe wie schwul sein?“
„Nein, es ist das Gegenteil“, schnappte Rodney.
„Ich hätte gedacht, das Gegenteil von schwul wäre antischwul, aber was auch immer“, zuckte der andere Rodney seine Schultern.
„Das heißt, er ist überhaupt nicht auf diese Art an mir interessiert“, setzte Rodney fort.
„Oh. Okay. Dass er überhaupt nicht an dir interessiert ist, würde bestimmt erklären, warum er während der Mission aus Sorge um dich völlig neben sich stand und warum mein John das Kommando übernehmen musste, weil dein John völlig verrückt agierte. Wahrscheinlich erklärt es auch, warum der Colonel im Puddle Jumper mit dir unter diese Decken kroch und dich die ganze Nacht im Arm hielt. Definitiv nicht an dir interessiert. Gar nicht.“
„Er hat versucht, mich wach zu halten! Und warm!“ protestierte Rodney.
Er musste zugeben, dass er von des Colonels Sorge um ihn gerührt war – er hatte nicht erwartet, so von ihm festgehalten zu werden und er hatte sich seltsam beruhigt gefühlt von der Art und Weise, wie der andere Mann seine Arme um ihn geschlungen und in sein Ohr geflüstert hatte. Normalerweise sorgten sich die Menschen nicht so sehr um ihn und es überraschte ihn immer noch, dass ausgerechnet der Colonel Angst um ihn gehabt hatte.
„Oh. Klar. Okay“, nickte der andere Rodney. „Bloß, von wo ich gesessen habe, sah es eher aus, als ob er dich küssen wollte.“
„Er will mich nicht küssen!“
Rodney erinnerte sich an die Wärme des Atems des Colonels an seinem Ohr und in seinem Haar und wie sicher er sich gefühlt hatte, dort mit ihm zu liegen.
„Ah – aber du willst ihn küssen, richtig?“ grinste der andere Rodney.
„Nein!“ brüllte Rodney. „Und wenn du so weitermachst, hole ich Carson, um dich rauszuschmeißen.“
„Okay. Ich nehme es zur Kenntnis.“ Rodney Sheppard hob seine Hände in gespieltem Ergeben. „Was ist denn dein Problem damit, Rodney? Warum entsetzt dich der Gedanke derart?“
„Er entsetzt mich nicht. Das ist einfach nicht, wer ich bin“, fauchte Rodney.
Und er war ziemlich sicher. Nicht, dass er Sex mit besonders vielen Leuten gehabt hätte, aber alle waren Frauen gewesen. Alle beide. Zugegeben, nicht, dass es besonders gut gegangen wäre, er nahm jedoch an, das wäre eine Sache der Praxis und wenn sie bloß mit ihm zusammen geblieben wären, war er sicher, er wäre besser darin geworden.
„So, wie geht es dir?“ sagte Rodney Sheppard, ignorierte diesen letzten Kommentar und stopfte die Trauben in seinen Mund.
„Mir geht’s gut. Na schön, nein, ich bin sehr krank, offensichtlich, nach Carsons Worten, und die Menschen sollten nett zu mir sein, besonders, weil ich an Koffein-Entzug leide und mein Benehmen daher unvorhersehbar ist.“
Rodney pausierte einen Moment und sein Gegenspieler grinste ihn erneut an.
„Ahm ... ich sollte wahrscheinlich ... du weißt schon ... dir danken oder so, für die Rettung in letzter Minute, obwohl ... wirklich, musstest du es so spannend machen?“
„Wir haben dich dort rausgeholt, oder?“ sagte sein Gegenüber, stützte sich auf das Bett.
„Dort ist ein Stuhl.“ Rodney gestikulierte mit seinem Kopf.
„Jaah ... fühle mich im Augenblick nicht nach Hinsetzen.“ Der andere Rodney zeigte ein schiefes Grinsen.
„Oh, Gott. Er hat dich verprügelt, stimmt’s?“ Rodney konnte sein Gesicht bei dem Gedanken in einer grellen Zinnober-Schattierung erröten spüren.
„Jep“, zuckte der andere Rodney seine Schultern.
„Wieso? Was hast du angestellt?“ wollte Rodney wissen, entsetzt und fasziniert zugleich.
„Weil ich das Training nicht gemacht habe, das er für mich angesetzt hat, während er weg war. Ich war ein Idiot und es ist mir während der Mission rausgerutscht.“ Rodney klatschte seine Hand gegen seine Stirn.
„Mein Gott, er verprügelt dich, weil du nicht trainierst?“
Rodney schauderte, erinnerte sich, dass Colonel Sheppard ihn ebenfalls für ein paar Trainingseinheiten vorgesehen hatte. Eigentlich war er damit beschäftigt gewesen, hier zu sitzen und zu versuchen, Wege zu finden, da raus zu kommen, doch nun war er nicht so sicher, ob das eine gute Idee wäre. Der Colonel hatte sich seltsam benommen, seit diese Leute angekommen waren und Rodney war nicht vollkommen sicher, wie er reagieren würde, falls Rodney dem Training auswich. Nicht, dass er dachte, der Colonel würde ihn verprügeln, aber ... Rodney versuchte, dieses mentale Bild wegzuschließen, doch es saß einfach in seinem Kopf fest, folterte ihn.
„Das ist einfach ... fürchterlich“, seufzte er schließlich, immer noch mit dem Gedanken beschäftigt, dass Colonel Sheppard ihn über sein Knie warf.
„Ich weiß. Es ist Mist. Training ist gut für Hunde“, sagte sein Ebenbild.
„Das sage ich immer!“ rief Rodney aus.
„Aber John will mich die ganze Zeit missions-fit, deshalb machen wir das Training und ich habe auch ein Laufprogramm.“
„Das klingt schrecklich“, bemitleidete ihn Rodney.
„Ist es“, stimmte sein Gegenüber in melancholischem Ton zu.
Sie teilten einen Moment der Bindung.
„Du könntest einfach Nein sagen“, schlug Rodney schließlich vor, „wenn er dich verprügeln will.“
„Nicht wirklich“, zuckte sein Gegenspieler seine Schultern. „Siehst du, als ich ihn heiratete, habe ich zugestimmt, mich ihm in jeder Hinsicht zu unterwerfen. Er besitzt mich und kann so ziemlich alles mit mir anstellen, was er will.“
„Was?!“ rief Rodney entsetzt aus. „Das ist fürchterlich!“
„Nein – es ist fantastisch“, widersprach der andere Rodney.
„Aber ... aber ...“ Rodney versuchte sich vorzustellen, wie es sein würde und versagte. „Willst du behaupten, er könnte dich tatsächlich verletzen und du könntest ihn nicht einmal wegen Misshandlung anzeigen?“
„Ich denke schon, aber das würde er nicht tun. So funktioniert es nicht. Und außerdem würde er Probleme mit den anderen Tops bekommen, falls er mich misshandeln würde. Aber ich weiß, das würde er nie tun. Hier geht es vor allem um Vertrauen“, sagte der andere Rodney leise. „Ich vertraue ihm, so einfach ist das.“
„Ich verstehe dich nicht“, schüttelte Rodney seinen Kopf.
„Nein. Aber andererseits verstehst du dich selbst auch nicht, deshalb ist das nicht überraschend.“
„Gab es einen Grund, warum du vorbeigekommen bist? Um mich zu ärgern?“ schnappte Rodney, der seltene Moment der Bindung klar und eindeutig vorüber.
„Nein, denke ich nicht ... Oh, ja!“ Sein Gegenspieler stieß sein dummes, kleines Kichern aus und schnippte aufgeregt seine Finger. „Ich kam vorbei, um dir zu sagen, mach dir keine Sorgen um das Labor. Es ist in sicheren Händen.“
„Was?“ Rodney setzte sich kerzengerade auf.
„Das Labor. Ich habe den ganzen Morgen dort gearbeitet; dachte nur, ich sehe vorbei und beruhige dich. Ich lasse sie alle an dem QDG arbeiten. Mann, es ist großartig, wieder mit Radek zusammenzuarbeiten – er ist fantastisch. Nicht so brillant wie ich, natürlich, aber wer ist das schon? Aber er ist ein guter, solider Ingenieur. Nett, diesen tschechischen Akzent wieder zu hören.“
„Was meinst du damit, du hast den ganzen Morgen dort gearbeitet? Wer sagte, du könntest in meinem Labor arbeiten, mit meinen Leuten?“ verlangte Rodney zu wissen, warf die Laken beiseite und rutschte aus dem Bett.
„Na ja, es hat keinen Zweck, wenn ich herumsitze und warte, bis es dir besser geht, bevor wir mit der Arbeit beginnen, diese Kristalle zu modifizieren. Es dauert ohnehin Wochen, daher dachte ich, es macht Sinn, einen Vorsprung zu haben.“
„Wo sind meine Kleider?“ wollte Rodney wissen, sah sich hilflos in der Krankenstation um. „Carson! Was haben Sie mit meinen Kleidern angestellt?“
Carson kam aus dem Nebenzimmer gerannt.
„Was jetzt?“ rief er. Dann sah er Rodney und seine Augen weiteten sich. „Rodney, was machen Sie neben dem Bett?“
„Wonach sieht es aus? Auf keinen Fall lasse ich diesen irritierenden Idioten auf mein Labor los“, schnappte Rodney. „Jetzt geben Sie mir meine Kleider.“
„Nein“, antwortete Carson, baute sich vor ihm auf, seine blauen Augen blitzend.
„Was? Carson, dafür haben wir keine Zeit. Mir geht es gut. Ich stehe nicht davor zusammen zu klappen oder so etwas. Und während ich hier faulenze, Gott weiß, was er in meinem Labor anstellt. Alles könnte passieren!“
„Was zum Beispiel?“ fragte der andere Rodney.
„Du könntest etwas in die Luft sprengen“, knurrte Rodney.
„Oder Menschen aus anderen Universen hereinsaugen?“ Sein Gegenüber hob eine Augenbraue.
„Das war ein Unfall! Schau, dieses Labor gehört mir. Du hast nicht das Kommando und gibst meinen Leuten keine Befehle!“ fauchte ihn Rodney an.
„Habe ich bereits. Die mögen mich. Offensichtlich bin ich netter und zurückhaltender als du. Ich habe ihnen erklärt, das kommt daher, dass ich die ganze Zeit flachgelegt werde und du nicht“, grinste ihn sein Gegenspieler an.
„Du ... du ...!“
Rodney warf sich über das Bett auf ihn, nur, um sich von Carsons überraschend starken Armen festhalten zu finden.
„Na, na, Rodney, beruhigen Sie sich“, sagte Carson, seine Stimme klang verdächtig amüsiert.
„Es ist mein Labor“, meinte Rodney verzweifelt, versuchte, sich zu winden, doch Carson hatte ihn fest im Griff.
„Ich weiß, Kumpel, ich weiß“, stimmte Carson leise zu. „Aber im Moment sind Sie nicht gesund genug. Sie haben gestern eine Menge Blut verloren und das war eine hässliche Kopfwunde, die ich nähen musste. Sie sind noch nicht gesund genug, um wieder an die Arbeit zu gehen.“
„Mir geht’s gut.“
Rodney spürte den Raum verschwimmen, dann standen da zwei Carsons vor ihm und er konnte sich zu Boden gehen fühlen. Starke Arme fingen ihn auf und dirigierten ihn auf das Bett.
„Da. Sehen Sie“, meinte Carson grimmig. „Ich habe es Ihnen gesagt.“
Er half Rodney, unter die Laken zu rutschen, stand dann da, seine Arme über seiner Brust verschränkt.
„Nun, Sie gehen nirgendwohin. Ich werde hier sitzen und Sie selbst bewachen, falls es sein muss.“
Rodney Sheppard stieß ein amüsiertes Schnauben aus. Carson drehte sich um, starrte ihn an.
„Und du verschwindest“, sagte er.
„Okay. Bin schon weg“, grinste der andere Rodney.
„Ich verstehe immer noch nicht, warum ...“, setzte Rodney an.
Carson fixierte ihn mit einem extrem strengen Starren.
„Seien Sie still, Rodney, oder ich rufe Colonel Sheppard herein und erkläre ihm genau, warum er zwei seiner Soldaten abstellen muss, um Sie zu bewachen“, sagte er.
Rodney dachte einen Moment darüber nach. Das war kein guter Gedanke.
„Verdammt, Carson, wann wurden Sie herrschsüchtig?“ beklagte er sich.
„Erzähl mir was Neues“, sagte der andere Rodney, klatschte Rodneys Arm. „Er und John scheuchen mich ständig herum. Schön zu wissen, dass du das selbe Problem hast.“
„Solltest du nicht verschwinden?“ knurrte Rodney.
„Erhol dich bald, Rodney.“
Der andere Rodney schnappte noch eine Handvoll seiner Trauben und ging mit einem fröhlichen Winken in Rodneys Richtung hinaus.
„Ernsthaft, Carson, was ist los? Warum sind Sie so gemein?“ fragte Rodney, fühlte sich extrem gekränkt; früher war er immer in der Lage gewesen, den Arzt herumzuschubsen und er hatte keine Ahnung, was mit dem normalerweise sanftmütigen Schotten geschehen war.
Carson hatte einen seltsamen Ausdruck in seinen blauen Augen und er zeigte ein verträumtes, kleines Lächeln.
„Ich fand etwas heraus, das mich überrascht hat, das ist alles“, murmelte er. „Es brachte mich zum Nachdenken.“
„Oh, Gott – die schon wieder, stimmt’s?“ seufzte Rodney, lehnte sich in seine Kissen zurück, fühlte sich nach seiner kürzlichen Anstrengung total erschöpft. „Erst der Colonel, jetzt Sie – die haben diesen seltsamen Effekt auf alle.“
„Ich fühle mich viel selbstbewusster“, erklärte ihm Carson ruhig.
„Habe ich bemerkt“, seufzte Rodney.
„Zu wissen, es gibt einen Carson dort draußen, der ... na schön, ich will nicht in Details gehen, aber seitdem fühle ich mich ein bisschen selbstsicherer. Sie könnten auch ein oder zwei Dinge von ihnen lernen, Rodney.“
„Was zum Beispiel – wie man ein Halsband trägt?“ Rodney verzog sein Gesicht.
„Nein, aber Sie müssen zugeben, dass Rodney Sheppard sehr glücklich mit seinem Leben scheint. Ich bin sicher, Sie könnten davon ein paar Lektionen lernen. Jetzt halten Sie still. Sie sehen sehr blass aus, Kumpel, und ich will mich vergewissern, dass Sie sich nicht geschadet haben als Auswirkung dieser kleinen Dummheit gerade eben.“
Er legte seine Finger an Rodneys Handgelenk und fühlte seinen Puls, untersuchte danach seine Kopfverletzung.
„Nichts passiert, aber ich werde Sie einen Tag länger hier behalten, nur, um sicher zu sein“, erläuterte ihm Carson.
„Mein ganzes Leben ist versaut“, seufzte Rodney, schlug seinen Kopf auf das Kissen.
„Aye“, stimmte Carson lächelnd zu. „Es ist nicht einfach, Sie zu sein, Rodney.“
Rodney schloss seine Augen, fühlte sich ausgewrungen. Er wünschte, Colonel Sheppard würde kommen und ihn wieder besuchen. Eigentlich wünschte er, er wäre jetzt hier. Im Puddle Jumper hatte sich das so nett angefühlt, jemandem nahe zu sein, berührt zu werden, gehalten zu werden. Er war lange Zeit niemandem so nahe gewesen. Im Großen und Ganzen war nie jemand so begierig darauf gewesen, ihm nahe zu sein und als Resultat hatte er aufgehört, sich nach körperlichem Kontakt zu sehnen. Kein Sinn, etwas zu wollen, das du nicht haben kannst. Außer ... außer du könntest es?
Er hatte einen weiteren Blitz dieser Erinnerung, des Colonels warmer Atem geisterte über sein Ohr, des Colonels harter Körper unter dem seinen, starke Arme um ihn gewickelt, hielten ihn still, hielten ihn warm, hielten ihn am Leben.
Rodney genoss die Erinnerung, spielte sie immer und immer wieder in seinem Geist ab, benutzte sie als eine tröstende Decke, bis er in einen tiefen, erschöpften Schlaf fiel.
Nächstes Kapitel: Unterwerfung
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