General & Dr. Sheppard

by Xanthe
übersetzt von Manuela
m.translator@chello.at



Rating: NC-17
pairing: Sheppard/McKay
Warnung: Domination/Unterwerfung, BDSM, Prügel, Kinks, teilweise dunkle Themen
Inhalt: Ein Unfall mit einem Antiker-Gerät saugt einen John und einen Rodney aus einem alternativen Universum nach Atlantis - und sie haben völlig andere Ansichten über Sex, Heirat und Beziehungen


Kapitel 4: Opfer

Nach all seinen Warnungen für Rodney dachte John, es war reine Ironie, dass er es war, der in dieser Nacht nicht viel Schlaf fand. Zwischen Sorgen wegen der Mission und ob er den General beeindrucken würde oder nicht und dem Brüten über seinen verstörenden Fantasien Rodney betreffend, warf sich John während der Nacht hin und her. Seine Gefühle für Rodney waren nicht neu, sie waren jedoch nie zuvor so konzentriert gewesen. Bis jetzt hatte er im Großen und Ganzen den Wissenschaftler als amüsante Nervensäge angesehen, jemanden, mit dem er gern zusammen war, jemanden, den er gelegentlich in Gedanken auszog, jedoch niemanden, den er ernsthaft anbaggern würde und ganz bestimmt nicht jemanden, mit dem er sich vorstellen konnte eine Beziehung zu haben.

Seine sexuellen Erfahrungen mit Männern waren größtenteils One-Night-Stands gewesen, die John genügend Spaß gemacht hatten, aber nicht bis zu dem Grad, wo er dachte, er wäre tatsächlich schwul oder wollte mit einem anderen Kerl zusammenleben. Um ehrlich zu sein, er hatte nie wirklich mit irgendjemandem zusammenleben wollen. Seit Jahren war er ein Einzelgänger und das war eine Lebensweise, die er seiner Ansicht nach immer vorgezogen hatte. Doch des Generals enge Beziehung mit seinem Rodney zu sehen, hatte einige Emotionen aufgewirbelt, die John lange begraben gehalten hatte. Vielleicht wäre es nett, wenn jemand auf ihn wartete, wenn er heimkam. Nein, genauer ausgedrückt, vielleicht wäre es nett, Rodney zu Hause auf ihn wartend zu wissen, nackt, willig und nachgiebig.

John seufzte und sein Schwanz reagierte augenblicklich auf diesen Gedanken, indem er sich wieder einmal verhärtete; er konnte kaum glauben, dass er wirklich seine einzelgängerische Lebensart ausgerechnet für Rodney McKay aufgeben wollte, warum also konnte er nicht aufhören, über den Wissenschaftler nachzudenken?

Sein rationeller Geist sagte ihm, das wäre nur eine natürliche Reaktion auf die verwirrende Art, wie ihre Doppelgänger miteinander umgingen. Nicht nur waren sie offensichtlich verliebt, sondern machten auch keine Anstalten, das zu verheimlichen. Ihre Bräuche waren sehr unterschiedlich zu denen in diesem Universum und ihre Gelassenheit, wenn sie über Sex und ihre Beziehung sprachen, ließen jeden in Atlantis im Vergleich dazu verklemmt wirken.
Kein Wunder, dass du diese nervenden Gedanken über Rodney McKay hast, sagte ihm sein rationeller Geist, aber sie werden vergehen. Es ist bloß eine natürliche Reaktion auf die Situation, steh es einfach durch.

Andererseits war sein Schwanz nicht im entferntesten an irgendetwas interessiert, das sein rationaler Geist zu sagen hatte. Sein Schwanz wollte diese Emotionen nicht vorübergehen lassen; er wollte Rodney und schien von selbst im Umkreis des Wissenschaftlers zum Leben zu erwachen.

Während der Nacht holte er sich dreimal einen runter, nur mit dem Gedanken, Rodney niederzuhalten und in diesen festen, weißen Arsch zu gleiten; Rodney vor ihm kniend und zu ihm mit dem selben anbetenden Ausdruck aufblickend, den Rodney Sheppard immer dem General schenkte; Rodney, der ihn in seinen Mund nahm, seine großen Hände um Johns Körper gleitend, um seinen nackten Hintern zu liebkosen ... Um vier Uhr früh gab John seine Versuche auf auszuruhen und nahm eine lange, kalten Dusche, vermutete, dass sein Schwanz für den Rest der Nacht bestimmt keine Aufmerksamkeit mehr verlangte.

Im Gegensatz dazu sah Rodney sehr erfrischt aus, als sie sich ein paar Stunden später im Gateraum trafen. John sah ihn misstrauisch an, fragte sich, ob er tatsächlich seinen Rat angenommen hatte und früh zu Bett gegangen war, trotz des Protestes des Wissenschaftlers. Auf jeden Fall wusste er es besser als zu fragen. Mit ziemlicher Sicherheit würde ihm Rodney nicht die Befriedigung geben zu wissen, dass er Johns Rat befolgt hatte, also hatte es keinen Sinn.

Der General und sein Gatte waren wieder zu ihren eigenen Kleidern zurückgekehrt – John nahm an, sie fühlten sich darin wohler und er war froh darüber, weil es die Identifikation jedes Einzelnen leichter machte, während sie im Feld waren.

Die sechs nahmen den Puddle Jumper durch das Gate und der General dirigierte John zum Landeplatz. Die beiden Rodneys behielten in den Sitzen direkt hinter ihnen einen andauernden Strom nervösen Plapperns bei, zankten und stritten miteinander wie Kinder auf dem Rücksitz eines Wagens während einer langen Fahrt. John grinste und ließ sich von den Geräuschen überspülen. Tatsächlich mochte er das Gezanke – beide Rodneys hatten einen beißenden Humor und einige ihrer Kommentare ließen ihn laut auflachen. Er wusste, dass einige Menschen – zum Beispiel Major Lorne – ihren eigenen Rodney für eine gewaltige Nervensäge hielten und seinen Drang nicht ausstehen konnten, einen ständigen Kommentar über alles um sie herum abzugeben, wenn sie auf außerweltlichen Missionen unterwegs waren. John mochte das aber. Ein Rodney war unterhaltsam genug und zwei ließen ihn gelegentlich vor Lachen zusammenklappen. Als er dem General, der neben ihm saß, einen Seitenblick zuwarf, gewann er den Eindruck, der andere Mann kam zu dem selben Ergebnis und sie wechselten einen amüsierten Blick.

Sie landeten in einem Feld und verließen den Puddle Jumper, John aktivierte den Schutzschild, blickte sich dann um.
„So weit ziemlich das selbe wie an den meisten Orten, bei denen wir landeten“, murmelte er.
„Es ist genau das selbe wie der PBX-250 in unserem Universum“, strahlte Rodney Sheppard glücklich. „Das bedeutet, die Kammer, nach der wir suchen, ist ...“, er wirbelte herum, Finger schnippten aufgeregt, „... dort entlang“, sagte er, entschied sich für eine Richtung und führte sie an.

Ronon erhöhte leicht sein Tempo, um ihn einzuholen und trabte dann locker neben ihm her, ignorierte den konstanten Plauder-Strom. John zeigte ein ruhiges Lächeln, während er die Rückendeckung übernahm – er wusste, er konnte Ronon vertrauen, seine Befehle zu befolgen.

Sie fanden die in den Berg getriebene Kammer und die Rodneys verbrachten ein paar Stunden damit, an verschiedenen, kompliziert aussehenden Türmechanismen herumzufummeln, bis sie schließlich Zutritt erlangten.

Nervös sah sich John um, als sie eintraten.
„So weit, so einfach“, murmelte er Teyla zu.
Sie schüttelte ihren Kopf. „Ich stimme zu. Es war sehr einfach“, murmelte sie zurück.
„Das funktioniert großartig“, strahlte Rodney erregt. „Als wir das letzte Mal hier waren, brauchte ich fast einen ganzen Tag, um in die Kammer zu gelangen. Aber diesmal ging es schneller, weil ich wusste, wie. Außerdem lenkte mich letztes Mal jemand ab, indem er mich fragte, wie lange es noch dauern würde – immer und immer wieder.“ Er warf einen säuerlichen Blick in seines Ehemannes Richtung. „Und jemand anderer musste etwas Essbares schießen, weil ihm die Energieriegel ausgegangen waren. Dadurch wurden die verrückten Eingeborenen auf unsere Anwesenheit aufmerksam gemacht und tauchten auf“, setzte Rodney Sheppard mit einem genauso missmutigen Blick in Ronons Richtung fort.
Der große Mann blieb ruhig.
„Gibt es nicht noch eine Tür, die ihr öffnen solltet?“ brummte er die Rodneys mit ausdruckslosem Gesicht an.

John bemühte sich, sein jaulendes Lachen zu verschlucken und bemerkte, dass der General das selbe tat.
„Mehrere“, antwortete Rodney Sheppard mit einem betonten Nasenrümpfen in Ronons Richtung. „Hier entlang“, verkündete er, rauschte zu einer Tür am entfernten Ende der Kammer.

Bald ergab sich die Tür den vereinigten Streitkräften der beiden Rodneys und John ließ Teyla zurück, um den äußeren Eingang zu bewachen, folgte dem Rest des Teams hinein. Sie wanderten einen langen Weg entlang, kamen schließlich zu einer weiteren Tür.

„Durch wie viele verdammte Türen müssen wir uns noch durcharbeiten?“ wollte John wissen.
„Das ist exakt, was er das letzte Mal gesagt hat“, murmelte Rodney Sheppard, gestikulierte mit seinem Kopf in des Generals Richtung.
„Ich hätte nichts dagegen, wenn wir einfach durchmarschieren könnten. Aber jedes Mal, wenn wir bei einer ankommen, müsst ihr eine Stunde damit zubringen, an dem verdammten Ding zu arbeiten“, murrte John.
„Diese Türen wurden vor weit über zehntausend Jahren von den Antikern gebaut, Colonel“, erinnerte ihn sein eigener Rodney mit einem tadelnden Blick. „Seitdem wurden sie nicht wieder geöffnet. Sie können kaum erwarten dass sie einfach zur Seite gleiten.“
„Die Türen in Atlantis haben das gemacht, als wir ankamen“, erinnerte ihn John.
„Diese hier sind älter und wurden zu einem anderen Zweck gebaut. Sie haben einen anderen Mechanismus“, fauchte ihn Rodney irritiert an. „Halten Sie jetzt die Klappe und lassen die schlauen Leute arbeiten?“
John seufzte schwer und tigerte nervös in dem kleinen, dunklen Korridor auf und ab. Er mochte nicht, wie eingeschlossen sie hier unten waren. Falls sie jemand in diesem Moment attackierte, wären sie Zielscheiben.

Schließlich bekamen die Rodneys die Türe auf und gemeinsam betraten sie einen dunklen Raum.
„Einer von euch, berührt etwas – ihr habt die stärksten Gene“, kommandierte Rodney, nickte den beiden Johns zu.
John legte seine Hände auf etwas, das sich als Konsole herausstellte und sie erwachte summend zum Leben. Der Raum erhellte sich, eine wortwörtliche Müllhalde antikischer Technologie, überall verstreut.
„Mein Gott!“ hauchte Rodney McKay, seine Augen leuchteten auf, wie sie es immer taten, wenn er mit diesen Dingen konfrontiert wurde.
„Das ist gut, nicht wahr?“ grinste ihn der andere Rodney an. „Nun – hier drüben. Ich glaube, hier war es, wo ich diese Kristalle gesehen habe.“

Die beiden arbeiteten eine Weile, durchforsteten mehrere Kisten und untersuchten verschiedene Konsolen, jedoch erfolglos. John begann, sich kribbelig zu fühlen. Das dauerte zu lange.
„Wie lange noch?“ zischte er, stapfte zur Tür zurück und sah hinaus.
„Gefunden!“ Rodney McKay wedelte aufgeregt mit seinen Armen. „Ah. Rückschlag“, murmelte er.
Der andere Rodney schob ihn aus dem Weg, Rodney schubste ihn im Gegenzug beiseite und die beiden starrten einander wütend an.
„Jungs, Jungs“, sagte der General. „Spielt nett miteinander.“
„Was ist der Rückschlag?“ fragte John, kam herüber.
„Das sind die Kristalle, die wir wollen, aber sie sind in einem Energiegenerator eingebaut. Wir müssen sie von ihrem Gehäuse abkoppeln und das könnte eine Weile dauern“, sagte ihm Rodney McKay.
„Wie lange ist eine Weile?“ verlangte John zu wissen.
„Könnte alles sein von zehn Minuten bis zu vier Stunden“, antwortete Rodney fröhlich, griff nach seinen Werkzeugen.
„Na schön, beeilen Sie sich“, schnappte John. „Ich habe bloß ... ein schlechtes Gefühl.“
„Hmm. Ich auch“, meinte der General, drehte sich zu ihm um.

„Wir haben seit fast einer halben Stunde nichts von Teyla gehört“, murmelte John.
„Sie soll sich halbstündlich melden“, zuckte der General seine Schultern. „Kein Grund, warum wir vorher von ihr hören sollten.“
„Nein, aber ...“ John aktivierte sein Funkgerät. „Teyla“, rief er.
Keine Antwort.
„Okay, jetzt bin ich wirklich besorgt“, meinte John.
„Könnte auch das Funkgerät sein“, sagte Ronon. „Wir sind weit unten.“
„Ja, aber ... wir sollten wirklich nachsehen gehen. McKay, Sheppard – holt diese Kristalle so schnell wie möglich raus. Ronon, du bleibst hier und gibst ihnen Deckung. General, du mit mir“, befahl John dem anderen Mann.
Der General nickte und beide verließen im Laufschritt den Raum.

***
Sie rasten hinauf zum Eingang, glichen einander Schritt für Schritt. Es dauerte mehrere Minuten und Johns Sorge verstärkte sich, je näher sie kamen – und Geräusche eines Kampfes hörten. Er warf dem General einen Blick zu, der ihm grimmig zunickte und beide Männer erhöhten ihr Tempo.

Sie stürmten durch die Tür und entdeckten Teyla, die sich gegen ein Rudel Raubtiere verteidigte – oder wenigstens sah es für John so aus. Sie waren alle schmutzig, stinkend und in Tierhäute gekleidet. Einer von ihnen trug eine Kette um den Hals, ausschließlich gefertigt aus menschlichen Zähnen.

Drei von ihnen lagen auf dem Boden, daher schloss John, dass dieser Kampf schon eine kleine Weile andauerte und dass Teyla ihr übliches geschicktes Selbst gewesen war. John zog seine Pistole, doch die kleine Bande Wilder ignorierte sie, erkannte offensichtlich nicht, was sie war oder was sie fertig bringen konnte. John feuerte einen Warnschuss in die Luft, aber sogar das machte keinen Eindruck – und dann warfen sich einige der Angreifer auf ihn, schlugen ihm die Pistole aus der Hand. Danach war es bloß ein chaotischer Nahkampf.

„Wieso hast du nicht um Verstärkung gerufen?“ fragte John Teyla ein paar Minuten später, nachdem sie die Wilden in einen Haufen stöhnender Körper auf dem Boden verwandelt hatten.
„Ich habe es versucht, Colonel“, antwortete sie. „Aber mein Funkgerät wurde beschädigt, als sie mich überraschten.“
„Wie zum Teufel konnten sie dich überraschen?“ John betrachtete die Felder unter ihnen. Auf keinen Fall konnten sich diese Gestalten von hinten an sie herangeschlichen haben. Sie musste sie gesehen haben.
„Sie kamen nicht von draußen“, erläuterte ihm Teyla finster. „Sie kamen von drin. Es muss noch einen Eingang in den Komplex geben.“
„Verdammt“, fluchte der General. „Das bedeutet ...“

„Oh, Scheiße“, knurrte John, berührte sein Funkgerät. „Ronon – beide Rodneys – hier ist Colonel Sheppard – verschwindet von dort. Ihr müsst rennen.“
„Wir sind fast fertig“, antwortete einer der Rodneys in sein Ohr. „Wir haben die Kristalle gleich.“
„Ist mir egal. Lasst die verdammten Kristalle zurück. Verschwindet von dort!“ kommandierte John.
„Nur noch ein paar Minuten, Colonel“, sagte die Stimme und John wusste, dass sein eigener Rodney sprach.
„Rodney Sheppard – schaff sofort deinen Arsch dort raus!“ knurrte der General neben ihm.

Dann drehten sich die beiden Johns zueinander um, als sie ein Rumpeln aus dem Inneren des Komplexes hörten. Ein paar Sekunden später stürmte eine weitere Gruppe Eingeborener heraus und warf sich auf sie, kreischend und ein Kriegsgeheul anstimmend.

Während er kämpfte, sah sich John um – die Atlanter waren viel bessere Kämpfer, doch die Angreifer machten das mit ihrer Überzahl wieder wett. John wünschte, er könnte seine Pistole finden, weil ihnen diese den nötigen Vorteil verschaffen würde, sie war jedoch irgendwo auf dem Boden unter den rasenden Menschen verloren. Er vermutete, dass Teyla und der General das selbe Problem hatten – und er hätte sich in den Hintern treten können, weil er beim ersten Zusammenstoß Zeit mit einem Warnschuss verschwendet hatte.

Er machte sich Sorgen um die Rodneys und sah immer wieder nervös zur Tür, die in den unterirdischen Komplex führte. Mehrere Minuten harten Kampfes später hörte er das hallende Knallen einer Waffe und Ronon stolzierte entschlossen in die Schlägerei. Er schien keinerlei Gewissensbisse zu haben, während er auf unbewaffnete Wilde feuerte und ihre Ränge mit einigen raschen Schüssen aus seinen Waffen dezimierte, bevor die Angreifer ihn überrannten und seine Waffen den selben Weg wie Johns nahmen.

John sah sich verzweifelt um, versuchte, die Rodneys zu lokalisieren. Endlich erblickte er Rodney Sheppard; Ronon schirmte ihn von den Kämpfen ab, hielt die Angreifer von ihm fern und John seufzte erleichtert, dass Ronon seinen Befehlen gehorchte. Er fragte sich, wo ihr eigener Rodney war und nahm an, er versteckte sich außer Sichtweite. Er konnte kämpfen, wenn es absolut nötig war, sie wussten jedoch alle, dass er nicht gerade ein Nahkampf-Experte war.

John wurde ein paar Minuten von einem Mann mit langem, weißem Haar abgelenkt, der – wie es aussah – mehrere kleine Kinderschädel von seinem Gürtel hängen hatte und der schwer niederzuringen war. Endlich wurde John ihn los und fuhr herum, um zu sehen, wie der Rest seines Teams sich machte. Er war überrascht zu entdecken, dass Rodney Sheppard die Sicherheit von Ronons Nähe verlassen hatte und nun ziemlich erfolgreich gegen zwei Wilde seinen Mann stand. Er war eindeutig kein so starker Kämpfer wie der Rest von ihnen, aber – erkannte John zu seiner großen Überraschung – er war verdammt gut! Außerdem bemerkte John, dass er sich seinen Weg auf den General zu arbeitete und der General sich seinen Weg in Richtung seines Gatten bahnte, langsam, zielbewusst. Jeder von ihnen warf kurze Seitenblicke in die Richtung des anderen, während sie kämpften.

Sie standen knapp davor zu siegen, als John ein Aufjaulen hinter sich hörte.
„Genug!“ dröhnte eine tiefe Stimme und die Wilden fielen zurück.
John fuhr herum, um festzustellen, was zur Hölle vor sich ging. Rasch entdeckte er den Mann, der das Ende des Kampfes ausgerufen hatte. Er war riesig – sogar größer als Ronon – und doppelt so schwer. Eine Seite seines Gesichtes war rot gefärbt mit etwas, das wie Blut aussah, er trug eine Knochenkette um seinen Hals ... und hatte einen großen Arm um Rodney Sheppards Brust geschlungen, während er mit seiner anderen Hand ein langes, scharfes, gezacktes Messer gegen die Kehle des Wissenschaftlers presste.
„Legt eure Waffen nieder, oder ich werde ihn töten!“ brüllte der Mann mit tiefer, durchdringender Stimme.

John sah zum General, fragte sich, was zum Teufel der andere Mann unternehmen würde. Er erinnerte sich, was der General ihm über Kolya erzählt hatte und hatte plötzlich eine Vision des Generals, der durchdrehte und sie alle als Resultat irgendwo auf einem Opferaltar enden würden. Allerdings schien der General überraschend ruhig und gelassen zu sein.
„Lass ihn sofort los und ich verspreche dir, dass dein Tod schnell und schmerzlos sein wird“, sagte der General mit leiser, harter Stimme.
Der große Mann grinste und John musste zugeben, er nahm es ihm nicht übel; der General war schließlich kaum in einer Position zum Verhandeln.
„Ich könnte ihn mit einem Zucken meines Messers töten, bevor du auf Spuckdistanz herankommst“, lachte der große Mann, bohrte sein Messer in Rodney Sheppards Hals, um den Punkt zu illustrieren.

John sah einen großen Tropfen Blut aus dem Schnitt dringen und Rodneys Kehle hinunterlaufen. Wieder warf er dem General einen Blick zu, unsicher, was er tun sollte.
„Wir sollten ihnen unsere Waff...“, begann er.
„Nein“, unterbrach ihn der General scharf. „Falls wir das tun, töten sie uns bloß alle. Rodney!“ rief er, „schließ deine Augen.“

John war überrascht, als Rodney Sheppard genau das machte, augenblicklich, ohne zu zögern.
„Was zum Teufel hast ...?“ setzte er an, sah dann jedoch die in des Generals Hand verborgene Blendgranate.
Was als nächstes geschah, ging derart schnell, dass alles verschwommen war.

Der General schleuderte die Blendgranate zu Boden, schrie gleichzeitig: „Jetzt, Rodney!“
John drehte sich weg, um die Auswirkungen der Granate zu vermeiden, sah aber noch Rodney Sheppard sich vorwärts werfen. Er bedeckte seine Augen, als die Granate losging, momentan jeden blendete und betäubte, der nicht darauf vorbereitet war. In exakt dem selben Moment schleuderte der General das Messer, das er in seiner anderen Hand gehalten hatte, direkt in die Brust des großen Mannes, kaum ein paar Zentimeter von Rodneys Schulter entfernt. Es drang mit einem befriedigenden Tump ein und der große Mann ging mit einem scheppernden Geräusch zu Boden.

Rodney entriss sich dem Griff des großen Mannes und rannte auf John und Ronon zu, gleichzeitig fing der General an, in die entgegen gesetzte Richtung zu laufen. Rasch überbrückte der General die Distanz mit seinen langen Beinen, erreichte den großen Mann und zog sein Messer aus seiner Brust, nur um es tief in seinen Bauch zu rammen – und es danach langsam und bewusst umzudrehen. John winselte, als der große Mann wie ein Tier heulte.

„Du hättest dich für den schnellen Tod entscheiden sollen“, zischte der General, riss das Messer aus des Mannes Bauch. „Niemand verletzt mein Eigentum und überlebt. Du warst in der Minute tot, als du dein Messer an seine Kehle gelegt hast.“
Die anderen Eingeborenen, die noch von den blendenden, betäubenden Auswirkungen der Blendgranate herumtaumelten, fanden ihren Anführer mühelos gefällt und rannten in Richtung Bäume davon.

Ronon wanderte zu dem großen, auf dem Boden liegenden Mann und John bemerkte, er warf dem General einen Blick des tiefen Respekts zu, als er ihn erreichte.
„Es wird einige Stunden dauern, bis er stirbt“, kommentierte Ronon, sah emotionslos auf den Mann hinab, der stöhnend auf dem Boden lag, stieß ihn mit der Spitze seines Stiefels an.
„Ich weiß“, antwortete der General, wischte sein Messer an der zerrissenen Fellhose des sterbenden Mannes ab, um es zu säubern. „Aber ich habe ihn gewarnt. Wenn er auf mich gehört hätte, hätte ich seinen Tod rasch und schmerzlos gemacht, wie ich versprochen habe.“

Er richtete sich auf und wanderte entschlossen zu seinem Ehemann zurück, der neben John stand. Er legte seine Hand unter Rodneys Kinn und hob es an, um die Wunde an seinem Hals zu untersuchen.
„Alles klar, Geliebter?“ flüsterte er zärtlich, seine Augen glitten über Rodney, kontrollierten, ob er noch eine Verletzung hatte.
„Fein. Nur ... zittrig. Ich sah ihn nicht einmal kommen, was irritierend ist, weil er die Größe eines Hauses hat“, murmelte Rodney.
„Hmmm“, sagte der General, wieder einmal ruhten seine Augen auf dem Blut, das seines Gatten Hals hinuntertropfte. „Halt still, während ich mich darum kümmere.“

Verblüfft beobachtete John, wie sich der General vorbeugte. Anstatt das Blut abzuwischen oder zu versuchen, die Blutung mit einem Tuch zu stillen, legte er eine Hand auf Rodneys Hinterkopf und die andere auf seine Schulter, zog seinen Ehemann vor und saugte mit seinem Mund an der Wunde. Rodney schauderte leicht in seinem Griff und seine Hände wanderten um des Generals Taille, um sich abzustützen. John war erstaunt von dem Ausdruck absoluten Vertrauens in Rodneys Augen. Er hing da, sehr ruhig und stumm, während der General seine Zunge hart gegen seinen Hals presste, die Blutung stoppte.
„Denkst du, Doktor Beckett ist mit dieser Methode, eine Wunde zu heilen, vertraut?“ murmelte Teyla in sein Ohr.
„Ich denke, das ist keiner von uns“, flüsterte John zurück.

Beunruhigt sahen sie zu, während die beiden Männer dort standen – und John hätte schwören können, er hörte ein schwaches summendes Geräusch. Dann entließ der General seinen Gatten und bewegte sanft Rodneys Kopf zur Seite, damit er den Schnitt neuerlich untersuchen konnte. Verblüfft starrte John ihn an – die Blutung hatte völlig aufgehört und der Schnitt sah kleiner aus – und war klar auf dem Weg zur Heilung.
„Wie zur Hölle hast du das gemacht?“ wollte er wissen.

Der General bewegte sich nicht, noch nahm er seine Augen von seinem Ehemann.
„Wir sind verbunden. Es ist Kaeira“, murmelte er ungeduldig.
„Was ist Kaeira?“ fragte Teyla und John war erleichtert, dass sie es auch nicht wusste.
Der General runzelte seine Stirn, nahm jedoch immer noch nicht seinen Blick von seinem Gatten.
„Energiefluss, Lebenskraft“, murmelte er barsch, als ob das alles erklären würde.

Dann, endlich, schien er überzeugt, dass Rodney okay war. Erst jetzt zog er den anderen Mann in seine Umarmung. Er schlang seine Arme um ihn und drückte ihn an sich, jeder Muskel in seinem Körper angespannt.

John konnte die Emotionen in der Umarmung spüren und wollte wegsehen, war jedoch zu fasziniert von dem Anblick vor ihm. Sie sahen so friedlich miteinander aus, so richtig. Rodneys Körper schien zu des Generals zu passen, glitt an ihm entlang und machte sich mit der Leichtigkeit langer Angewohnheit an ihm fest. John war überrascht, eine Welle des Neides in seiner Brust aufsteigen zu fühlen und er kämpfte dagegen an, versuchte, sie zurück zu schieben.

Verdammt, es wurde immer schwieriger, diese Emotionen zu unterdrücken und er war auf sich selbst wütend, dass es notwendig sein sollte. Je länger die Doppelgänger hier waren, umso mehr entdeckte John, dass er mit Gedanken und Gefühlen kämpfte, die er bisher immer unter Kontrolle gehabt hatte.

„Entschuldige, dass er mich geschnappt hat. Ich dachte, ich wäre darin besser. Ich glaube, ich bin aus der Übung“, murmelte Rodney in seines Gatten Schulter.
Der General schob ihn von sich und lieferte einen herzhaften Kuss auf des anderen Mannes Stirn.
„Aus der Übung?“ wiederholte er mit einer gehobenen Augenbraue.
„Während du letzte Woche unterwegs warst ... habe ich meine Übungsstunden nicht genau eingehalten“, murmelte Rodney verlegen. „Ich habe an dieser Reaktorabschirmung gearbeitet und wurde, glaube ich, abgelenkt“, seufzte er.
„Bist du wenigstens gelaufen?“ fragte der General.
Rodney errötete und wand sich, schüttelte seinen Kopf. „Nee. Entschuldige. Diese ganze Ablenkungs-Sache trifft auch hier zu, nehme ich an.“
„Hmmm. Darum kümmern wir uns später. Jetzt ... komm her.“

Erneut zog der General Rodney in seine Arme und küsste ihn fest auf den Mund. John spürte einen weiteren Hieb scharfen Neides. Er konnte nicht anders als zu bemerken, wie Rodney gegen seinen Ehemann schmolz, seine Hände um des Generals Körper glitten.

John wurde von der plötzlichen Erkenntnis aus seinen Gedanken gerissen, dass ihr eigener Rodney nicht bei ihnen war. Angstvoll sah er sich um und tippte rasch sein Funkgerät an.
„Rodney?“
Es erfolgte keine Antwort, nur das schwache Summen der Statik.
„Rodney?!“ brüllte er, drehte sich zu Ronon um. „Wo ist er? Ist er mit euch rauf gekommen?“
„Nein“, schüttelte Ronon seinen Kopf. „Er wollte die Kristalle nicht zurücklassen, aber dieser“, Ronon nickte in Dr. Sheppards Richtung, „er lief aus der Kammer, als es ihm befohlen wurde, also ging ich mit ihm.“

„Du hast Dr. McKay dort unten allein gelassen?“ fragte der General in ungläubigem Tonfall, wanderte auf ihn zu.
„Ich hatte meine Befehle“, gab Ronon zurück, seine Stimme noch tiefer als üblich. Er sah in Johns Richtung.
„Befehle? Welche Befehle? Einen Mann zurückzulassen? Wessen verdammte Befehle waren das?“ schnappte der General.
„Meine“, sagte John leise. „Ich habe ihm befohlen, bei deinem Rodney zu bleiben, egal, was passiert.“
„Wieso?“ Der General sah ihn verständnislos an.
„Weil ich besorgt war, was du tun würdest, falls deinem Rodney etwas zustoßen sollte. Berechtigt, wie sich herausstellte.“
John wandte sich betont zu dem großen Mann um, der auf dem Boden lag, seine Atmung kam in rasselndem Keuchen. John sah eine Pistole unter einem der gefällten Eingeborenen liegen, er hob sie auf und schoss auf des großen Mannes Kopf, erlöste ihn von seinem Elend.

Der Gesichtsausdruck des Generals verfinsterte sich.
„Misch dich nicht bei mir oder den Meinen ein, Colonel“, fauchte er, stand Nase an Nase mit John. „Rodney Sheppard untersteht meiner Verantwortung. Er braucht keine Spezialbewachung. Ich kenne seine Fähigkeiten. Du hättest der Sicherheit deines eigenen Rodneys mehr Aufmerksamkeit schenken sollen; er war dir unterstellt.“
„Lasst uns nicht über diese Angelegenheit streiten“, vermittelte Teyla. „Stattdessen sollten wir herausfinden, was Dr. McKay zugestoßen ist.“

John blickte zu dem General, fühlte sich immer noch zornig, seine Angst und Gewissensbisse wegen Rodneys Schicksal vereinigten sich in seinem Inneren, erzeugten ein unangenehmes Gefühl.
„Du hast recht. Bewegt euch“, zischte er, sammelte auf dem Schlachtfeld einige der weggeworfenen Waffen ein und rannte in vollem Tempo in die unterirdische Kammer.

***
Die Tür in den Raum mit all der Antiker-Technologie darin stand offen, als sie dort eintrafen. John stürmte in die Kammer, kam rutschend zum Stehen und sah sich verzweifelt um; der Raum war vollkommen leer.
„McKay!“ brüllte er. „Wo zum Teufel sind Sie? McKay?!“
„Colonel. Hier drüben“, sagte Teyla, kniete nieder.

John rannte zu ihr und berührte den roten Fleck neben ihr auf dem Boden. Seine Finger kamen mit Blut bedeckt zurück.
„Hier ist noch ein Ausgang“, sagte Ronon von der anderen Seite des Raumes, schob mit dem Fuß ein paar Kisten aus dem Weg und enthüllte eine Türe.
„Sie werden ihn zur Opferung ins Dorf zurückgebracht haben“, meinte der General grimmig, schritt zum zweiten Ausgang. „Ronon, kannst du sie verfolgen?“ wollte er wissen.
Ronon nickte und drückte die Tür auf.

John spürte sein Herz bei der Erwähnung des Wortes Opferung in seiner Brust hämmern. Diese ganze Sache verwandelte sich in einen Alptraum und die Sorge in seinen Därmen machten es ihm schwer, richtig zu denken. Er folgte den anderen, seine Finger schlossen sich um seine Pistole. Er verlor nicht gern jemanden auf einer Mission, doch das war nicht irgendjemand – das war Rodney, ihr Rodney – nein, sein Rodney. Sie mussten ihn zurückholen, weil John nicht völlig sicher war, sich vor Augen halten zu können, wie seine Existenz ohne den Wissenschaftler in seinem Leben sein würde.

***
„Es ist spät“, sagte der General, als sie erneut aus einem langen, gewundenen Korridor ins Tageslicht traten.
Lange Schatten überzogen den Boden und über ihren Köpfen sank die Sonne unerbittlich auf den Horizont zu.
„Sie führen ihre Opferungen immer bei Sonnenuntergang durch, daher haben wir nicht mehr lange. Wir folgen den Spuren zum Dorf und überlegen dann, was wir als nächstes tun. Sie haben ein sehr langes Opferungs-Ritual, auf das sie sich im Moment gerade vorbereiten, das könnte uns einen Zeitgewinn verschaffen. Ronon, übernimm die Spitze, Rodney, du als nächster, wo ich dich sehen kann. Colonel – ich will dich neben mir. Teyla, du übernimmst die Rückendeckung.“

Irgendwann – und er war nicht sicher, wie es passierte oder sogar wann es geschah – hatte der General das Kommando übernommen und im Moment fühlte sich John nicht ruhig genug, um es ihm wieder zu entreißen. Außerdem war jetzt nicht der Zeitpunkt, um darüber zu streiten; gerade jetzt war alles, worum sich John sorgte, seinen Rodney zurückzubekommen.

Bald lokalisierte Ronon ein paar Spuren und blieb stehen, betrachtete sie einige Sekunden lang finster.
„Er ist noch am Leben“, murmelte Ronon. „Wenigstens das wissen wir.“
„Wie das?“ erkundigte sich John.
„Na ja; erstens: warum sich die Mühe machen, ihn zu transportieren, falls er tot ist? Aber außerdem ... ist da eine frische Blutspur.“
Ronon zeigte auf die Blutstropfen auf dem Boden und Johns Finger schlossen sich neuerlich nutzlos um seine Pistole.

„Sie haben ihn aufgespießt“, sagte Rodney Sheppard leise, warf seinem Ehemann einen Blick zu.
„Was?“ Zornig fuhr John herum, starrte den General an.
Sein Doppelgänger seufzte. „Tut mir leid, John, aber Rodney hat recht. Sie haben ihn mit seinen Händen und Füßen an einer Stange festgebunden“, erklärte ihm der General sanft. „So tragen sie ihn zurück.“
„Woher willst du das wissen?“ verlangte John.
„Weil das mit mir geschehen ist, als wir den Planeten in unserem Universum besuchten“, antwortete Rodney Sheppard.

John fühlte eine Flutwelle des Zorns in seinem Bauch aufsteigen.
„Warte mal, das hast du noch nie erwähnt“, knurrte er, näherte sich dem General, seine Hände ballten sich zu Fäusten.
„Wir haben dir erklärt, die Eingeborenen dieses Planeten bieten ihren Göttern Menschenopfer an“, gab der General in festem Ton zurück, behauptete seine Stellung.
„Ja, aber du hast nicht gesagt, dass sie Rodney – deinen Rodney – fingen. Du weißt, was in einem Universum passiert, hat die unheimliche Gewohnheit, im anderen zu geschehen und du wusstest, wir waren noch nicht hier. Wie groß waren die Chancen, dass Rodney – unser Rodney – genauso enden würde wie deiner?“ zischte John, drang in den persönlichen Raum des Generals ein, blieb nur Zentimeter vor ihm stehen.

Es fühlte sich seltsam – desorientierend – an, derart wütend auf jemanden zu sein, der genau wie er aussah.

Der General wich nicht aus – er starrte John nieder.
„Es tut mir leid. Wir wollten euch nicht in die Irre führen“, antwortete er. „Aber wir hatten keine Ahnung, dass das passieren würde. Wir nahmen an, weil wir schon mal hier waren, wüssten wir, welche Fallen zu vermeiden wären.“
„Na schön, es wäre vielleicht nützlich gewesen, dem Missionsführer diese Information zukommen zu lassen“, sagte John, seine Stimme hob sich vor Wut.
Der General seufzte. „Du hast recht“, sagte er. „Aber ich denke ehrlich nicht, es hätte einen Unterschied gemacht.“

„Wenigstens hat mich in unserem Universum John gerettet“, mischte sich Rodney Sheppard ein, sah mit besorgtem Gesicht von einem John zum anderen. „Es besteht also eine gute Chance, dass es genauso hier passiert.“
„Die Dinge geschehen nicht immer auf genau die gleiche Art“, erinnerte ihn John in knurrendem Ton. „Radek starb in eurem Universum, weißt du noch?“

„John, uns die Schuld zu geben, bringt Dr. McKay nicht zurück“, sagte ihm der General.
„Wir sind hier, auf diesem Planeten, wegen euch. Wir setzen unser Leben aufs Spiel für euch. Rodney setzte sein Leben für euch aufs Spiel. So weit es mich betrifft, ist es mir im Moment vollkommen gleichgültig, ob ihr in euer seltsames Leder-Universum zurückkehren könnt oder ob ihr den Rest eures Lebens in unserem Universum verbringen müsst, aber Rodney – mein Rodney – wollte euch heimschicken, weil er sich schuldig fühlt, euch überhaupt hierher gebracht zu haben“, sagte John, atmete schwer. „Und er bezahlt fürchterlich dafür. Wolltet ihr so dringend zurückkehren, dass ihr es okay gefunden habt, uns anzulügen?“

Das Gesicht des Generals verfinsterte sich.
„Wir haben nicht gelogen“, knurrte er. „Wenn überhaupt, war es eine Unterlassungssünde, John. Es war keine Absicht. Wir hatten keine Ahnung, dass das geschehen würde. Nun, du kannst hier stehen und mit mir darüber streiten, oder wir können losgehen und deinen Rodney retten, bevor sie seine Venen aufschlitzen und ihn auf ihrem Opferaltar ausbluten lassen – und ich für meinen Teil weigere mich, das geschehen zu lassen.“

Lange Sekunden starrte John ihn an, atmete tief durch, versuchte, etwas Kontrolle zurück zu gewinnen.

„Wir holen ihn zurück“, murmelte der General sanft. „Ich habe es einmal geschafft und ich bin verdammt sicher, ich kann es wieder tun. Nun, bist du dabei, Colonel?“
John hatte keine Wahl – der General war ihre größte Hoffnung, Rodney zurück zu bekommen und sie wussten es beide. Er stieß ein angewidertes Seufzen aus und nickte dann Ronon zu, die Spuren weiter zu verfolgen, wohin sie Rodney gebracht hatten.

Während sie gingen, bemühte sich John, nicht an Rodney zu denken, verletzt und allein, wie ein Tier an eine Stange gefesselt und in ein stinkendes Dorf geschleppt, um geopfert zu werden. Allerdings war es irgendwie das einzige, woran er denken konnte und sein Zorn kochte in seiner Magengrube, heiß und explosiv.

Die Spur führte sie zu einer Ansammlung von Lehmhütten, die das Dorf der Eingeborenen bildeten. Die Sonne stand tief am Horizont, als sie ankamen. Sie versteckten sich in den Büschen, beobachteten, dass sich die Bewohner um ein großes Feuer versammelten. Eine Art ritueller Tanz war am Laufen und eine große Menge von etwas, das Singen sein sollte, jedoch sehr wie Geheul klang. John schob sich näher heran, um einen besseren Ausblick zu erhalten – und versteifte sich.

Die Lehmhütten waren in einem lockeren Kreis um einen massiven Steintisch arrangiert und auf diesem Tisch, eng gefesselt mit Seilen, lag Rodney. John hoffte, der Wissenschaftler wäre bewusstlos, weil er sich vorstellen konnte, wie entsetzt er wäre ... doch dann bewegte Rodney seinen Kopf und John biss in seine Lippe, als er Rodney blinzeln sah, ein benebelter, schockierter Ausdruck in seinem Gesicht, das sich zu einem gequälten Stöhnen verzog. Er versuchte, an seinen Fesseln zu ziehen, war jedoch zu eng gebunden, einer seiner Arme sah verkrümmt und deformiert aus.

John hatte sich schon halb auf seine Füße gestemmt, als der General ihn wieder runter zog.
„Noch nicht“, sagte ihm sein Doppelgänger. „Knapp vor der Opferung versammeln sie sich um das Feuer, um ihre Opfermesser zu reinigen. Da lassen sie ihn ein paar Minuten allein – nicht mal eine Wache, weil das ganze Dorf an dem Reinigungsritual teilnehmen muss. Das ist der Zeitpunkt, zu dem wir zuschlagen.“
„Messer? Mehrzahl?“
John spürte sein Herz einen Schlag aussetzen, als er sah, dass alle Dorfbewohner kleine Messer trugen, während sie tanzten und sangen. Irgendwie hatte er sich vorgestellt, es gäbe einen Hohenpriester und ein riesiges Opferungsmesser.
„Ja. Sie wechseln sich ab und bohren ihre Messer in ihr Opfer“, erläuterte der General grimmig. „Jeder einzelne Bewohner macht mit – sogar die Kinder. Sie stecken ihre Messer zuerst ins Feuer, danach bilden sie eine Reihe und jeder versenkt im Vorbeigehen sein Messer in das Opfer. Sie singen die ganze Zeit und um die Sache zu verlängern, beginnen sie mit den Extremitäten – Füße, Hände, Arme, Beine. Sie wollen, dass er während der Nacht langsam ausblutet, nicht innerhalb der ersten paar Minuten mit aufgeschlitzter Kehle stirbt.“

John dachte ehrlich, ihm würde schlecht und er klappte für eine Sekunde zusammen, versuchte, zu Atem zu kommen. Er spürte eine Hand auf seinem Rücken.
„Das lassen wir nicht geschehen“, sagte ihm der General in leisem, hartem Tonfall, rieb beruhigende Kreise über seinen Rücken. „Okay, hier ist der Plan. Wenn sie zum Feuer gehen, will ich, dass du, Rodney, Dr. McKay befreist. Du musst ihn so weit wie möglich von hier wegschaffen. Ich bezweifle, dass du ihn bis zum Puddle Jumper bringen kannst – er ist in keiner guten Verfassung und ich möchte auf keinen Fall, dass ihr vom Rest von uns getrennt werdet. Bring ihn zu diesem großen Baum, den wir auf dem Weg hierher passiert haben und wartet dort auf uns. Teyla, Ronon, Colonel – wartet, bis sie sich zu ihrem Opfer zurückdrehen. Wenn sie erkennen, dass er verschwunden ist, macht so viel Lärm wie möglich und verursacht größtmöglichen Schaden, um sie abzulenken, damit Rodney Dr. McKay so weit wie möglich wegbringen kann. Verstanden?“
„Nein“, widersprach John ruhig. „Ich will derjenige sein, der ihn los schneidet.“
Er dachte ehrlich nicht, er könnte daneben stehen und einen anderen das machen lassen – nein, das war es nicht – er vertraute niemandem sonst, es zu tun.

„Komm mit“, sagte der General, griff seinen Arm und zog ihn vom Rest des Teams weg. „Du bist der bessere Kämpfer, John. Wir brauchen dich als Teil der Ablenkung“, erklärte er, sobald sie außer Hörweite waren.
„Rodney Sheppard wird das vermasseln. Ich sollte es machen“, meinte John eisern.
Der General legte seinen Kopf zur Seite und betrachtete ihn einen Moment.
„Rodney wird das nicht vermasseln. Er mag murren und jammern, aber wir wissen beide, wenn es hart auf hart kommt, gibt es niemanden, den wir lieber an unserer Seite haben wollen. Hier geht es nicht darum, ob Rodney die Aufgabe bewältigen kann, es geht um dich.“
„Nein, tut es nicht – und ich bin derjenige, der auf dieser Mission das Sagen haben sollte, erinnerst du dich?“ knurrte John.
„Umstände ändern sich, Colonel“, schnappte der General zurück.

„Hör zu, John“, sagte er in beschwichtigendem Ton, „ich verstehe, wie du dich fühlst, glaub mir, aber ich habe das Kommando übernommen, weil ... kurz gesagt, im Moment denkst du nicht klar.“
„Blödsinn. Du hast das Kommando übernommen, weil du gern das Sagen hast“, fauchte John.
Der General grinste. „Na schön, ja, das tue ich“, nickte er. „Aber das ist es nicht, worum es geht. Du kämpfst einen Zwei-Fronten-Krieg, seit Rodney verschleppt wurde und kein militärischer Anführer ist in bester Verfassung, wenn er das tut.“
„Was zum Teufel meinst du, einen Zwei-Fronten-Krieg?“ runzelte John seine Stirn.
„Einen Krieg gegen sie, die Leute, die Rodney entführt haben und den anderen gegen dich selbst“, erklärte ihm der General. „Gegen deine Gefühle für ihn.“
„Oh, pfeif drauf!“ tobte John. „Ich habe dir schon gesagt, ich bin nicht du, General. Ich empfinde nichts anderes für ihn, als dass er ein Mitglied meines Teams ist. Und im Moment steckt er in Schwierigkeiten.“
„Blödsinn“, meinte der General, warf Johns eigenen Ausspruch in gespenstisch vertrautem Ton auf ihn zurück. „Nun, du kannst dich selbst belügen, Colonel, aber, verdammt, lüg mich nicht an. Du stehst gerade jetzt völlig neben dir und das, seit sie McKay entführt haben. Ich verstehe es, weil ich weiß, wie sich das angefühlt hat, bevor ich Rodney zu meinem Eigentum gemacht und ihm ein paar grundlegende Regeln eingehämmert habe.“

Das rüttelte John wach und er dachte eine Sekunde darüber nach.
„Die Kristalle ...“ John schüttelte seinen Kopf. „Du hast deinen Rodney aus der Kammer befohlen und er gehorchte, während mein Rodney blieb ...“
„Das ist richtig. Mein Rodney verließ die Kammer sofort, weil ich es ihm sagte. Er weiß, falls ich aus etwas einen direkten Befehl mache, dann befolgt er ihn – augenblicklich und ohne zu fragen. Und wenn dein Rodney das selbe gemacht hätte, wäre er nicht in diesen Schwierigkeiten“, schnappte der General. „Nun, wenn wir McKay dort rausgeholt haben – und ich meine wenn, nicht falls – dann kannst du mit ihm daran arbeiten, aber jetzt haben wir einen Job zu erledigen und du musst meinen Befehlen folgen. Ich weiß, das fällt dir nicht leicht, weil, verdammt, es würde mir auch nicht leicht fallen.“ Der General zeigte ein schiefes Grinsen. „Aber wir sind beide Militärs, Colonel, und wir wissen beide, es kann in einer Situation wie dieser nur einen Anführer geben. So, was soll es sein?“
John starrte ihn einen Moment an, als des Generals Worte den Nagel auf den Kopf trafen. Der andere Mann hatte seine Hiebe nicht verhalten und John hasste es, so leicht durchschaubar zu sein, doch gleichzeitig musste er eingestehen, dass der General sehr vernünftig sprach.

„Okay“, sagte er endlich. „Aber wenn wir hier raus sind, bleibst du besser außer Schussweite, weil ich mich im Augenblick ziemlich blutdurstig fühle.“
„Ich weiß“, zuckte der General seine Schultern. „Sie haben ihn entführt und ihm weh getan und er gehört dir, daher tut es dir weh. Ich weiß genau, wie du dich jetzt fühlst, John. Du wirst lernen, es zu kontrollieren – mit der Zeit – genauso, wie ich es kontrollierte, als mein Rodney vorhin bedroht wurde. Und wenn wir hier raus sind, gebe ich dir gern ein paar Ratschläge, wie das zu schaffen ist. Aber für den Moment drehe ich dich gern einfach in ihre Richtung und lasse dich dein Ding durchziehen.“
„Gut“, sagte John finster, wandte sich um und ging zu den anderen zurück.

***
Sie beobachteten noch einige Minuten, bis die Sonne über dem Horizont schwebte. Dann fingen die Dorfbewohner an, sich um das Feuer zu versammeln. Der Lärm, den sie verursachten, veränderte sich von einem unmelodischen Singsang in ein unheilverkündendes Summen. Johns Fäuste ballten und entkrampften sich nutzlos, während er dastand, nie nahm er seinen Blick von Rodney, der nun eindeutig hellwach war und verzweifelt an seinen Fesseln zerrte, während das Summen lauter und bedrohlicher wurde.
„Halt durch, Rodney ... wir kommen, wir kommen“, murmelte John vor sich hin.

Dann berührte der General seines Rodneys Arm und John sah nervös zu, während Rodney Sheppard lautlos aus dem Gebüsch schlüpfte und quer durch den Dorfkreis auf den Steinaltar zu rannte. Der General hatte recht, seines Ehemannes Fähigkeiten betreffend – er war schnell und effizient in seiner Arbeit und sobald er Rodney McKay erreichte, legte er eine Hand über seinen Mund, um ihn ruhig zu halten. Er drehte Rodneys Kopf, damit der sehen konnte, dass er gerettet wurde, zog dann sein Messer heraus und fing an, durch die Seile zu schneiden, die McKay am Tisch festhielten. John beobachtete, wollte dort raus und helfen, jeder einzelne Muskel in seinem Körper vor Anspannung verkrampft. Der General hatte ein Auge auf den Geschehnissen und das andere auf John, legte eine Hand auf Johns Schulter, um ihn zu beruhigen.

Das waren eine Menge Seile und Rodney Sheppard brauchte lange, um alle durchzuschneiden, obwohl John sehen konnte, dass er so schnell arbeitete, wie er konnte.
„Einer von uns sollte dort rausgehen und ihm helfen“, murmelte er dem General zu.
„Nein, wir bleiben bei dem Plan“, widersprach ihm der General fest und plötzlich war John dankbar, dass jemand klar dachte, ihm Rückhalt gab, weil er wusste, er hing an einem Faden.

„Nun, wir müssen sie so lange wie möglich aufhalten, um den Rodneys eine Chance zur Flucht zu geben“, erinnerte der General das Team. „Aber wir können nicht hoffen, ein ganzes Dorf zu besiegen. Wenn ich also das Kommando gebe, will ich, dass ihr eure Blendgranaten in das Getümmel schmeißt und dann wie der Teufel hier verschwindet. Wir treffen uns beim Baum. Das sollte uns genügend Zeit verschaffen. Verstanden?“

Alle nickten und John musste zugeben, dass es ein guter Plan war, die Art Plan, mit dem er selbst aufgefahren wäre, wenn er sich nicht in diesem seltsamen Ort in seinem Schädel befunden hätte, wo alles, was er tun wollte, war, Rodney zu schnappen und an sich zu drücken, während er gleichzeitig die Menschen vernichten wollte, die ihn verletzt hatten. Er war zwischen den beiden Impulsen hin und her gerissen und hatte sich nie zuvor so außer Kontrolle gefühlt. Das war einfach nicht er. Er war immer der ruhige, gesammelte Typ – was auch geschah, er behielt einen kühlen Kopf. Und er hatte keine Ahnung, wie er mit diesen neuen Emotionen umgehen sollte, die ihn im Moment durchrasten.

Endlich schaffte es Rodney Sheppard, das letzte Seil zu durchtrennen, zog dann Rodney McKay hoch. McKay stieß einen leisen Schmerzensschrei aus, den John von seinem Beobachtungsposten aus hörte, sogar über dem summenden Geräusch. Einer der Dorfbewohner drehte sich um ... dann brach die Hölle los.

„Jetzt!“ befahl der General und John sprang in Aktion, warf sich ohne zu denken aus diesen Büschen und auf das Feuer zu.
Verschwommen war er sich bewusst, dass Rodney Sheppard McKays Arm packte, ihn über seine Schulter schlang und dem anderen Wissenschaftler von dem Dorf weghalf. Dann war John von Dorfbewohnern umzingelt und er stürmte los, aus allen Rohren feuernd, schoss auf jeden, der aussah, als ob er den beiden Rodneys folgen wollte. Er konnte Ronon zu seiner Linken hören und war dankbar für des großen Mannes vertraute Masse und solide Fähigkeit, in einem Kampf seinen Mann zu stehen. Teyla war neben Ronon, Haare offen und Gesicht konzentriert, während sie mit ihrem üblichen Geschick und Grazie focht. Der General stand Seite an Seite mit John, kämpfte mit aller Kraft, ein Ausdruck grimmiger Entschlossenheit in seinem Gesicht. Und er war gut, bemerkte John abwesend, während er focht. Er kannte ein paar Tricks, die John selbst noch nicht gemeistert hatte, doch John machte das mit schierem Enthusiasmus wieder wett und er wusste, er brüllte aus vollem Hals, während er kämpfte, schrie all die verwirrten Emotionen hinaus, die ihn innerlich zerrissen.

Immer wieder warf Ronon ihm überraschte Seitenblicke zu – das war nicht Johns üblicher Kampfstil. Normalerweise war er stumm, ruhig und scharfsinnig, doch nun war er wie ein Derwisch – schnell, unbändig und laut. Nicht einmal John selbst wusste, was in ihm vor sich ging; er wusste nur, dass diese Leute versucht hatten, Rodney zu töten und auf einer gewissen Ebene machte ihn das wirklich, wirklich böse.

Nur mit Mühe konnte er sich aufraffen, um des Generals Befehl zu befolgen und die Blendgranaten zu werfen. John wollte einfach hier bleiben und kämpfen, doch der General positionierte sich an Johns Seite. Knapp, bevor er den Befehl gab, verpasste er John einen Klaps gegen den Hinterkopf, um seine Aufmerksamkeit zu erregen und dafür zu sorgen, dass er zuhörte. Widerwillig warf John die Blendgranate auf die kreischenden Wilden, die sie attackierten und zog sich zurück, bedeckte im Laufen seine Ohren mit seinen Händen. Die Dorfbewohner waren offensichtlich ernsthaft abgeschreckt von den Blendgranaten, da sie ihnen nicht folgten.

John rannte schneller als alle anderen und erreichte den Baum als erster, fand Rodney Sheppard vor Rodney McKay hockend, drängend auf ihn einredend. Johns Rodney lag mit seinem Rücken an den Baum gelehnt; seine Haut war blass und John konnte eine dunkle Blutspur auf seiner Schläfe sehen.
„Er ist verletzt“, berichtete ihnen Rodney Sheppard. „Ich habe Angst, dass er das Bewusstsein verliert. Ich habe mit ihm gesprochen, versucht, ihn wach zu halten. Aber er kann nicht gehen und wir müssen ihn hier wegschaffen.“
„Das werden wir“, sagte der General entschlossen, kam hinter ihnen heran. „Colonel, du nimmst einen Arm und ich den anderen. Ronon, du übernimmst die Spitze, selbe Formation wie vorhin – im Laufschritt zurück zum Puddle Jumper.“

Die beiden Johns zerrten den verletzten Rodney hoch und er gab ein leises, gequältes Stöhnen von sich, als sie zu laufen begannen, ihn zwischen sich schleppten, seine Beine nachschleifend und stolpernd, während sie rannten.

Es war eine harte Plackerei, doch sie überbrückten das Terrain in überraschend kurzer Zeit. John atmete erleichtert auf, als sie über das Feld rannten, auf dem er den Jumper geparkt hatte. Er drückte die Fernsteuerung, um die Tarnung aufzuheben und sie taumelten hinein. Teyla schloss die Tür, während die beiden Johns Rodney hinten auf einer der Bänke ablegten. Dann eilte John an die Kontrollen und startete den Jumper, wirbelte ihn senkrecht in die Luft.

„Wähl das Gate an!“ brüllte er dem General zu, doch der andere Mann schüttelte seinen Kopf, ein Ausdruck entsetzter Resignation in seinem Gesicht.
„Kann ich nicht“, sagte er. „Du musst wieder landen, John. Wir gehen heute nirgendwohin – die Wraith haben gerade eingewählt.“
„Was?!“ Johns Hände zögerten über den Kontrollen und er starrte den General ungläubig an. „Nein! Ernsthaft, nach allem, was wir gerade durchgemacht haben, kann das nicht passieren!“ schrie er niemand bestimmten an.
„Sieht aus, als hätten sie vor etwa zehn Minuten eingewählt, daher nehme ich an, sie sind zu einer Ausdünnung hier. Sie werden das Gate den größten Teil der Nacht besetzt halten, während sie ernten. Wir können nichts anderes tun als landen, uns tarnen und abwarten“, sagte er General.
„Rodney braucht einen Arzt!“ protestierte John.
„Ich kann nicht ändern, was geschehen ist“, fauchte der General. „Lande den verdammten Jumper. In ein paar Minuten werden hier überall Wraith-Darts herumschwirren.“
John tat, was ihm gesagt wurde, knallte seine Hand auf die Konsole.
„Verdammt!“ knurrte er.
„Ja. Das nennt man Pech gehabt“, meinte Rodney Sheppard hinter ihm.
„Wir müssen uns eben für die Nacht einrichten. Es uns gemütlich machen“, sagte der General.

Nächstes Kapitel: Die lange Nacht

---------------------------------------------------

Zurück/Back