General & Dr. Sheppard

by Xanthe
übersetzt von Manuela
m.translator@chello.at



Rating: NC-17
pairing: Sheppard/McKay
Warnung: Domination/Unterwerfung, BDSM, Prügel, Kinks, teilweise dunkle Themen
Inhalt: Ein Unfall mit einem Antiker-Gerät saugt einen John und einen Rodney aus einem alternativen Universum nach Atlantis - und sie haben völlig andere Ansichten über Sex, Heirat und Beziehungen


Kapitel 3: Erwachen

Am nächsten Tag kam Lieutenand Colonel Sheppard ein paar Stunden zu früh bei seinem Schreibtisch an, wollte noch Zeit haben, um sich auf die Besprechung mit dem General vorzubereiten. Er war nicht sicher, warum er sich so angespannt fühlte, wusste jedoch, dass etwas in dem Gedanken, ein paar Stunden in der Gesellschaft seines Alter Egos zu verbringen, lag, das ihn gleichzeitig nervös machte und erregte.

Die Wahrheit war – und John war kaum in der Lage, das vor sich selbst zuzugeben – dass General Sheppard genau die Art Mann war, der er einst sein wollte. Er wusste nicht, wann er die Verbindung zu dieser Ambition verloren hatte oder warum, doch den General in Atlantis herumstolzieren zu sehen, derart sicher, ihn und seinen Platz im Universum betreffend – in welchem Universum er sich auch befand – hatte für John ein paar ungemütliche Emotionen an die Oberfläche gebracht. Es war schwer, das genau zu bezeichnen – er wusste einfach, dass er nicht wollte, dass der General ihn enttäuschend fand. Er fragte sich, ob sich jeder in der Umgebung dieses Mannes so fühlte, oder ob bloß er es war, weil sie das selbe Gesicht und den selben Namen trugen. Sahen ihn die Menschen, wie sie den General sahen?, fragte sich John. Bemühten sie sich, ihn zu beeindrucken und taten sie ihr Bestes, ein lobendes Wort von ihm zu erhalten, wie sie sich nach einem Lob von dem General sehnten?

Irgendwie bezweifelte er es. Er wusste, seine Leute mochten und respektierten ihn, er wusste aber auch, dass er nicht in der selben Liga wie General Sheppard spielte und er wunderte sich, warum. Was war im Leben des Generals geschehen, wodurch er derart im Frieden mit sich war? Er sah aus wie ein Mann, der nie eine falsche Entscheidung getroffen hatte. Und obwohl John bezweifelte, dass das die ganze Wahrheit war, beneidete er ihn dennoch um seine Erscheinung.

John mochte Papierkram nicht. Er erledigte ihn, war jedoch selten auf dem Laufenden damit, weshalb die meisten seiner Akten ein Chaos waren – ausgenommen diejenigen, welche die Wraith betrafen. Seine Leute zu beschützen, motivierte John viel mehr, als Ausstattungs-Inventare aufzulisten, Dienstpläne zu entwerfen und Personalbewertungen durchzuführen. Er war erleichtert, dass er wenigstens in der Lage war, dem General einen ordentlichen Satz militärischer Berichte zu zeigen, sauber archiviert und auf dem Laufenden; er betete nur darum, der General möge nicht darum bitten, etwas anderes zu sehen und sogar das überraschte ihn ein wenig. Seit wann kümmerte es Lieutenant Colonel John Sheppard, was ein anderer von ihm hielt?

John verbrachte ein paar Stunden damit, sein Büro und seine Akten so respektabel wie möglich zu machen und hatte alles soweit fertig, als der General an seine Türe klopfte. John rief ihn herein und verstummte, fand sich ernsthaft aus der Fassung gebracht, weil der General seine Uniform trug. Seine identische Uniform. Lederhose, enges T-Shirt und Weste waren verschwunden. Er hatte diese kleinen Eigenheiten beibehalten, die anscheinend in seinem Universum üblich waren – der Anhänger um seinem Hals, der von seinem Ohr baumelnde Ohrring und der beeindruckende schwarze Ledergürtel um seine Taille, von dem ein Sortiment unterschiedlichster Objekte hing – doch davon abgesehen gab es keinen Unterschied.

„Darf ich reinkommen?“
Der General pausierte auf der Schwelle, sah John mit einem fragenden Ausdruck im Gesicht an.
„Ah ... ja ... ich ... Entschuldigung. Verdammt, aber du siehst genau wie ich aus“, meinte John mit einem kurzen Lachen.
Der General grinste. „Das sind die Kleider. Danke übrigens dafür. Sie passen genau und es ist gut, etwas Sauberes zum Anziehen zu haben. Ich habe es sogar geschafft, Rodney heute morgen zu überreden, Dr. McKays Hose zu tragen.“
„Ah. Ich denke, das war nicht einfach“, grinste John.
„Eine Untertreibung“, grinste der General zurück. „Letztendlich griff ich darauf zurück, seine eigenen Kleider zur Wäscherei runter zu bringen, während er unter der Dusche stand, also hatte er keine Wahl.“
„Ich bin überrascht, dass ich sein Protestgebrüll nicht bis hierher gehört habe, als er das herausfand“, kicherte John.
Der General lachte. „Ja. Er war nicht glücklich“, sagte er kopfschüttelnd.
„Ah ... nun, vielleicht verstehe ich die Regeln eurer Gesellschaft nicht, aber hättest du ihm nicht einfach befehlen können, sie zu tragen?“ meinte John vorsichtig.

Er war neugierig, wie die Dinge in diesem alternativen Universum funktionierten. Alles daran erschien ihm fremdartig und nach den Worten des Generals fand er alles genauso seltsam, was Johns Universum anging.

„Ah, na ja, das könnte ich“, nickte der General, „aber ich ziehe es vor, das für Gelegenheiten aufzuheben, wenn es wirklich wichtig ist. Es gibt Wege, etwas zu erreichen, ohne deine Stellung auszunutzen. Letztendlich weiß er, was ich sage, gilt, aber es macht keinen Sinn, jedes unwichtige Thema zum Machtkampf des Willens zu machen. Es wäre ermüdend, von allem anderen abgesehen und außerdem ... ich liebe ihn. Ich will ihn nicht unterdrücken.“
John nickte, verstand kein Wort. Vielleicht war das bloß ein weiteres Beispiel, wie der General so mühelos mit seiner Autorität umging. Er musste sich nicht unnötig behaupten, weil er so selbstsicher war.

„Möchtest du Kaffee?“ bot John an.
„Ja, schwarz, ein ...“
„Ein Stück Zucker, kapiert“, grinste John. „Ich nehme an, wir mögen unseren Kaffee auf die selbe Art.“
Er reichte dem General einen Kaffee und der andere Mann nahm ihn, grinste ihn an.
„Das nimmst du richtig an.“
„Auf jeden Fall habe ich durch ein paar der Missionsberichte geblättert und die rausgeholt, die am relevantesten erschienen“, eröffnete John, gestikulierte dem General, sich in den Stuhl neben ihm zu setzen. „Ich bin neugierig, wie viele Dinge in unseren verschiedenen Universen gleich abgelaufen sind. Vielleicht könnten wir unsere Notizen vergleichen. Ihr habt eventuell einiges anders gemacht als wir und es hat besser funktioniert, oder vice versa.“
„Sicher“, nickte der General langsam, nahm ein paar Akten und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.

Auch John lehnte sich in seinem Stuhl zurück, dann schwangen beide simultan ihre langen Beine auf den Schreibtisch. Überrascht von dem Spiegelbild sahen sie einander an und lachten.

„Verdammt, das ist gespenstisch“, meinte John. „Ich sagte Rodney, es wäre, wie einen Zwillingsbruder zu haben, aber es ist trotzdem seltsam, einen zu bekommen, wenn man erwachsen ist.“
„Verflucht seltsam. Wir haben sogar die selben Angewohnheiten“, stimmte der General zu.

„Ich bin froh zu hören, dass du mit Dr. McKay über diese Situation gesprochen hast, in der wir uns befinden“, fügte er nachdenklich hinzu.
John hob eine fragende Augenbraue.
„Ich habe begriffen, dass du und er in diesem Universum nicht zusammen seid und Dr. Beckett war so freundlich zu erklären, dass eure Leute einige Tabus betreffend gleichgeschlechtliche Beziehungen haben. Deshalb akzeptiere ich vollkommen, dass die Dinge für euch anders sind, aber ...“, er brach mit einem Schulterzucken ab. „Es ist nur traurig, ihn so zu sehen, das ist alles.“
„Wie denn?“ fragte John stirnrunzelnd.
„Allein. Einsam.“
„Oh, Rodney geht’s gut.“ John wedelte abwehrend seine Hand. „Ja, er kann schnippisch sein, aber so ist er mit jedem. So ist er eben.“
„Nein. Ist er nicht“, widersprach der General. „So ist er, weil er einsam ist. Ich weiß es, weil mein Mann so war, als ich ihn kennen lernte.“
„Dein Rodney ist immer noch ziemlich schnippisch“, wies John hin, fühlte sich ein bisschen verletzt.
„Nur mit deinem Rodney“, gab der General scharf zurück. „Und ich denke, das liegt daran, dass er es wirklich hasst, erinnert zu werden, wie er war. Und natürlich ist er ziemlich gestresst wegen unserer derzeitigen Situation. Aber ich denke, ich habe mich darum gekümmert und er ist jetzt ruhiger. Dein Rodney hat allerdings niemanden, der sich um ihn sorgt – da ist niemand, der ihn beruhigt.“
„Oh, Rodney hat kein Problem!“ antwortete John heftiger, als er vorgehabt hatte. „Er ist nicht einsam. Er ist bloß ein Workaholic, der nie flachgelegt wird und in einem Stadium des mehr oder weniger permanenten Stresses existiert. Er mag es so. Na schön, abgesehen von dem nicht flachgelegt werden wahrscheinlich. Aber es geht ihm gut. Du lässt es klingen, als ob er bald einen Nervenzusammenbruch oder so etwas hätte.“
„Nein ... nichts dergleichen. Ich wünschte nur, er wäre glücklich“, meinte der General leise.

„Sag mir, Colonel – John – es scheint mir seltsam, dass du und ich uns so ähnlich sehen und die selben Angewohnheiten haben, bis zu der Art, wie wir unsere Füße auf den Schreibtisch legen, wenn wir lesen – und dennoch scheinen wir sehr unterschiedliche Gefühle zu haben. Kannst du ehrlich behaupten, dass du nie an Rodney als potentiellen ...“
„Nein!“ unterbrach John entschieden, fühlte sich erröten.
„Du musst doch bemerkt haben, wie unglaublich süß er ist. Die strahlend blauen Augen, das Benehmen, die Intelligenz und natürlich dieser großartige Arsch“, grinste der General.

John schluckte krampfhaft. In aller Ehrlichkeit hatte er all diese Dinge bei Rodney bemerkt, jedoch nie auf eine konzentrierte Art. Er verbrachte nicht seine Zeit damit, herumzusitzen und darüber nachzudenken, doch es gab Zeiten, wenn er hingesehen hatte – und wieder weggesehen, die Gedanken als nutzlose sexuelle Spekulation abgetan hatte, nicht etwas, das ernst genommen werden sollte. Das war schließlich Rodney, über den sie sprachen. Und obwohl John zahlreiche sexuelle Erfahrungen mit anderen Männern gehabt hatte, hatte er niemals eine Beziehung mit einem gehabt. Es war zu mühsam und war nie wert gewesen, seine Karriere zu riskieren, abgesehen von allem anderen. Er mochte auch Frauen und das war ein viel einfacherer Weg.
War das bloß Konditionierung durch die Gesellschaft? fragte sich John, weil die Leute des Generals mit ihrer Bisexualität zufrieden waren.

„Also hast du es bemerkt“, murmelte der General, seine braunen Augen übersahen nichts.
„Ja. Okay. Ich habe es bemerkt“, antwortete John in ersticktem Tonfall, wünschte inbrünstig, dass sie diese Konversation nicht führen würden. „Aber das ist Rodney, von dem wir hier sprechen. Das würde ich nie tun. Wahrscheinlich würde er mich mit meiner eigenen Waffe erschießen, falls ich es auch nur versuchen würde. Vertrau mir, wir sind nicht so gleich, wie du denkst, General. Rodney fühlt sich äußerst unbehaglich mit der Beziehung, die du und Dr. Sheppard führt. Das ist nicht etwas, das er in seinem Leben will.“
„Vielleicht fühlt er sich unbehaglich, weil er es will“, meinte der General sanft.
„Nein“, schüttelte John seinen Kopf. „Wirklich nicht. Auf gar keinen Fall geht das jetzt in Rodneys Gehirn um. Was vor allem in Rodneys Geist vorgeht, ist, dass er stinksauer ist, weil er Mist gebaut und euch hierher gebracht hat. Und er will euch wirklich schnellstmöglich zurückschicken, wo ihr hergekommen seid. Da geht nicht viel mehr rum.“
„Du kennst ihn also ziemlich gut, ha?“ lächelte der General.
„Rodney ist ein offenes Buch“, sagte John mit einem Schulterzucken, nippte an seinem Kaffee. „Du kannst so ziemlich alles sehen, was er denkt, indem du in seine Augen siehst ... obwohl das weniger hilfreich ist, als es scheint, weil er die meiste Zeit an Essen denkt!“ Er grinste.
„Oh, ja! Wie wahr!“ grinste der General zurück. „Oder Sex, natürlich“, fügte er hinzu und grinste erneut, als John beinahe an seinem Kaffee erstickte.

„So, zurück an die Arbeit“, sagte John fröhlich, nachdem er sich erholt hatte. „Missionsberichte.“

Sie arbeiteten ein paar Stunden, stellten Vergleiche an, während der General die Berichte las.
„So, in deinem Universum habt ihr ein ZPM auf Dagan gefunden. Wir haben dort gesucht, fanden aber nichts“, schüttelte der General seinen Kopf.
„Ah, ja, das war die Indiana Jones-Mission“, grinste John. „Nicht, dass der Fund uns geholfen hätte, weil wir es nicht behalten durften.“
„Natürlich hatte dein Rodney den Ansporn, dass Acastus Kolya euch als Geiseln gehalten hat. Das hat ihn motiviert“, murmelte der General finster.
„Kolya tauchte in deinem Universum nicht auf?“ fragte John.

Er hatte oft gedacht, wie viel einfacher diese Mission ohne Kolya gewesen wäre, doch der General erklärte ihm, dass sie das ZPM nicht einmal gefunden hätten, falls Kolya nicht aufgetaucht wäre und Rodney einen Anreiz gegeben hätte, noch brillanter als üblich zu sein.

„Nein, Kolya tauchte in meinem Universum nicht auf, weil Kolya tot war“, sagte der General grimmig. „Ich habe ihn selbst getötet.“
„Du hast ihn getötet?“ John fuhr erschrocken herum.
Der General war sehr still geworden und sein Körper war angespannt.
„Wann? Wieso?“ wollte John wissen.
„Wieso?“ wiederholte der General in überraschtem Tonfall, als ob das offensichtlich wäre. „Er hat Rodney angefasst“, knurrte er. „Während des großen Sturms – er bohrte ein Messer in Rodneys Arm und hat ihn lebenslang mit seiner Markierung verunstaltet. Er hat seine Marke bei meinem Gatten angebracht. Er hat ihn geschlagen, hat ihn gefangen- und von mir ferngehalten und er hat ihn verletzt.“
Der General sah absolut beleidigt aus und John war auf des anderen Mannes Heftigkeit nicht vorbereitet.

„Du denkst, ich würde ihn nach all dem am Leben lassen?“ knurrte der General in einem harten, kalten Ton, der einen Schauder Johns Wirbelsäule hinaufsandte. „Ich folgte ihm durch das Stargate und tötete ihn mit meinen eigenen Händen in einem fairen Kampf vor den Augen seiner Leute. Ich denke, das verbreitete die Nachricht unter den Genii, dass niemand einen der Meinen verletzt und weiterlebt, um damit zu prahlen. Seitdem haben sie uns nicht mehr belästigt.“
„Richtig. Okay“, nickte John langsam.

Gerade, wenn er sich mit dem Kerl vertraut fühlte, zeigte der General eine dunklere Seite, als John bis jetzt gesehen hatte. Plötzlich hatte er das Gefühl, dass man sich mit diesem Mann wirklich nicht anlegen sollte – oder, wahrscheinlich genauer gesagt, man sollte sich nicht mit Dr. Rodney Sheppard anlegen – denn falls ihm irgendetwas zustoßen sollte, hatte John das Gefühl, dass der General durchdrehen würde. Seine Rache wäre höchstwahrscheinlich kurz, punktgenau ... und ziemlich brutal.

Sie blätterten weitere Missionsberichte durch und der General pausierte, tief in Gedanken versunken.
„Ich frage mich – nachdem dein Rodney dieses ZPM gefunden hat – hatte er auch Glück mit der Arcturus-Waffe, oder seid ihr der nicht begegnet?“
„Nein, wir sind ihr schon begegnet“, seufzte John, warf seinem Ebenbild eine Akte zu. „Bedien dich.“
„Mann, was für ein Reinfall diese Mission war“, sagte der General, öffnete die Akte.
„Für uns auch“, sagte ihm John.
„Ah.“

Der General las stumm die Akte, ein Finger spielte dabei mit dem Anhänger um seinem Hals. Nachdem er fertig war, sah er auf, schüttelte seinen Kopf.
„Tja, das ist ziemlich das selbe, was auch in unserem Universum geschehen ist“, seufzte er. „Ein halbes Sonnensystem weggeblasen und wir hatten Glück, dass wir rechtzeitig dort rauskamen.“
„Du warst also damit einverstanden, dass dein Rodney an der Waffe arbeitet?“

John hatte es immer bedauert, dass er sich von Rodney dazu hatte überreden lassen und er war froh zu hören, dass sein Gegenstück – trotz seines Anscheins, in jeder gegebenen Situation das Kommando zu haben – sich bei dieser Gelegenheit ebenfalls vertan hatte.

„Ja“, seufzte der General und warf dann John einen durchdringenden Blick zu. „Aber hier steht, du warst auch einverstanden. Was hat er gesagt, um dich zu überzeugen?“
„Zeugs über Vertrauen und Glauben an seine Fähigkeiten, bla bla bla. Und dann warf er etwas ein, das er den Nobelpreis gewinnen könnte ... und er sah so ... na ja, du weißt, wie Rodney ist. Er war wie ein wirklich entschlossenes und übereifriges Hündchen mit extrem scharfen Zähnen. Er akzeptierte ein Nein einfach nicht als Antwort. Ich glaube, auf einer gewissen Ebene wollte ich auch überzeugt werden, weil diese Waffe wirklich cool klang, obwohl ich mich deswegen immer noch in den Hintern trete. Wie ist das mit dir? Lief deine Unterhaltung mit ihm auf die gleiche Art ab?“
„Ja, ziemlich das selbe, so wie es klingt. Allerdings setzte Rodney zusätzlich einen wirklich spektakulären Blow Job zum Drüberstreuen ein“, bemerkte der General und grinste, als John sein zu viel Information-Gesicht zeigte. „Dein Rodney muss verdammt überzeugend sein, wenn er es geschafft hat, dich ohne das Hilfsmittel eines Blow Jobs zu überzeugen“, kommentierte der General.
„Tja, du kennst Rodney“, zuckte John seine Schultern, fragte sich, wie ein wirklich spektakulärer Blow Job von Rodney sich anfühlen würde. Dann ertappte er sich bei dem Gedanken und schüttelte ihn rasch ab.

„Jeder würde denken, du hättest eine Schwäche für ihn“, murmelte der General.
„Netter Versuch, General, aber das vertiefen wir nicht“, antwortete John. „Und ich wünschte, er hätte mich nicht überredet. Diese Entscheidung hält mich in den Nächten immer noch wach. Wie ist das mit dir?“
„Mir verschafft es keine schlaflosen Nächte – obwohl ich für Rodney nicht das selbe sagen kann“, antwortete der General leise. „Mylady Elizabeth war wirklich nicht glücklich deswegen.“ Er zog eine Grimasse.
„Ja, unsere war auch nicht begeistert. Sie verpasste Rodney eine Standpauke, die in der halben Basis zu hören war.“
Der General runzelte seine Stirn. „Vielleicht ist das der Grund, warum es dich gelegentlich noch wach hält“, murmelte er.
John sah ihn fragend an, versuchte zu begreifen, worauf er hinaus wollte.
„Na ja, du hast Rodney unterstützt – daher hat sicher einiger Niederschlag auch dich getroffen, als alles schief gelaufen war?“
Der General hob eine unnachgiebige Augenbraue und John wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. So hatte er das nicht gesehen.

Eine Antwort wurde ihm durch ein Klopfen an der Tür erspart, gefolgt von einem Durcheinander in der Tür, als die beiden Rodneys aufgeregt in den Raum taumelten. Nun, wo sie identisch gekleidet waren, brauchte John einen Moment, um sie zu unterscheiden – die Ähnlichkeit war wirklich unheimlich. Sein Problem wurde durch die Tatsache noch verstärkt, dass keiner der beiden still stehen blieb und sie ständig einander die Sätze beendeten.

„Wir denken, wir wissen, wie das QDG repariert werden kann!“ verkündete einer der beiden.
„Natürlich ist es nicht einfach. Folgendes ist passiert: Während des Transports war der Energieaustausch so hoch, dass die internen Kristalle zerstört wurden“, sagte der andere.
„Komplett ausgebrannt“, setzte der erste fort.
„Was schlimm klingt ...“
„Und tatsächlich schlimm ist ...“
„Und erst waren wir nicht sicher, ob wir sie reparieren können oder nicht ...“
„Wir haben sie stundenlang untersucht und dann entschieden, wir könnten sie nicht reparieren ...“
„Selbst zwei Gehirne, die auf unserer Ebene des Genies arbeiten, können keine Kristalle reparieren, die derart beschädigt sind ...“
„Obwohl, falls sie jemand hätte reparieren können, dann wären wir das gewesen ...“

John warf dem General einen Blick zu und erkannte, dass der andere Mann zurückstarrte, genauso vollkommen verwirrt und betäubt, wie er sich fühlte. Falls ein Rodney amüsant und etwas unheimlich war, dann waren zwei, die im Zimmer auf und ab tigerten, ihre Hände wie verrückt wirbeln ließen, während sie in Höchstgeschwindigkeit sprachen, absolut schwindelerregend.

„Daher müssen wir ein paar neue Kristalle suchen ...“
„Klingt einfach. Ist es nicht ...“
„Wir haben die Inventarlisten aller Gegenstände überprüft, die wir in Atlantis seit unserer Ankunft gefunden haben. Und es gibt keine Kristalle der exakt selben Form und Energieart, die wir brauchen ...“
„Ein paar könnten wir modifizieren, aber das wäre zeitaufwendig ...“
„Aber ... dann erinnerte ich mich, da war dieser Planet, zu dem wir vor etwa fünf Monaten gingen, PBX-250 ...“

„Augenblick!“ sagte der General, schaffte es endlich, ein Wort dazwischen zu quetschen. „PBX-250 – war das nicht der Planet mit den wirklich unfreundlichen Außerirdischen? Diejenigen, die uns fesseln und uns ihren Göttern opfern wollten?“
„Ja, ja, ja!“ nickte sein Rodney ungeduldig – John hatte ihn an seinem etwas längerem Haar und dem Blitzen des Lederhalsbandes unter seinem Shirt identifiziert.
„Soweit ich mich erinnere, kamen wir letztes Mal knapp mit dem Leben davon. Was macht dich glauben, es würde in diesem Universum anders sein?“
„Vielleicht verehren sie in diesem Universum nicht die selben Götter?“ schlug des Generals Rodney vor.
„Wohl kaum“, schnaubte der General. „Der Colonel und ich sind gerade ihre Missionsberichte durchgegangen. Die Dinge scheinen ziemlich gleich abzulaufen, mit bloß ein paar unwichtigen Einzelheiten, die sich veränderten.“
„Na schön, es ist einen Versuch wert!“ sagte beide Rodneys zur selben Zeit.

„Okay, Schluss jetzt. Es ist hart genug, sich auf einen von euch zu konzentrieren, ganz zu schweigen auf beide“, warf der General ein. „Du – Rodney – setz dich und halt eine Sekunde die Klappe. Du – Dr. McKay, könntest du das bitte zu Ende erklären?“

Des Generals Rodney setzte sich mit einem dramatischen Seufzen und einem kleinen Schmollen in die Richtung seines Gatten. Der General streckte einen trägen Arm aus und klapste als Antwort liebevoll seinen Hinterkopf. Das überließ ihrem Rodney die Bühne – etwas, worüber er glücklich aussah, wie üblich.

„Nach den Worten von Dr. Sheppard hier war PBX-250 eine Art Antiker-Außenposten“, erläuterte Atlantis’ Rodney, plusterte seinen Brustkorb auf, während er weitermachte. „Die Menschen, die jetzt dort leben, sind primitiv – bewiesen durch die ganze Menschenopfer-Sache – aber wenn wir sie umgehen können, dann liegt Antiker-Technologie dort praktisch überall herum. Dr. Sheppard sagte, dort wäre eine große Kammer, tief im Felsen eines Berges, wo er definitiv Kristalle von der Art sah, die wir benötigen – und alle anderen Arten von Zeug. Vielleicht gibt es dort sogar ein ZPM!“ meinte er aufgeregt. „Nicht, dass uns das mit dem QDG helfen würde, natürlich, aber ...“

John schloss seine Augen und versuchte, sich zu konzentrieren – da waren viel zu viele Akronyme, mit denen in dieser Unterhaltung leichtfertig herumgeworfen wurde.

„Aber ein ZPM wäre sehr nützlich für zahllose andere Dinge in Atlantis!“ endete der andere Rodney aufgeregt, eindeutig unfähig, sich aus der Konversation raus zu halten.
Wieder schlug ihn der General leicht auf den Hinterkopf.
„Shhh. Es ist schwierig genug, einem von euch zu folgen, ganz zu schweigen beiden“, knurrte er.
Des Generals Rodney grinste seinen Ehemann an. „John – das ist machbar!“ rief er aus. „Wir könnten dort hingaten, die Kristalle schnappen, zurückgaten, die Kristalle im QDG installieren und in ein paar Tagen zu Hause sein.“
„Ist das wahr?“ sagte John, wandte sich um Bestätigung an seinen eigenen Rodney. „Ist das so einfach?“
„Na ja, theoretisch schon“, antwortete Atlantis’ Rodney. „Allerdings sind die verrückten religiöser Kult-Leute vielleicht nicht so versessen darauf, dass wir ihr Zeug stehlen.“
„Sie benutzen es nicht!“ protestierte der andere Rodney. „Sie wissen nicht einmal, wozu es dient! Es liegt einfach im Weg herum!“
„Rodney, als wir das letzte Mal hingingen, haben sie uns beinahe gegrillt“, wies der General hin.

„Aber wir haben den Vorteil der Tatsache, dass ihr schon dort wart, daher wisst ihr, was uns erwartet“, meinte John langsam. „Und außerdem haben wir das Überraschungsmoment – ihr wart dort, wir aber nicht – deshalb wissen sie nichts von uns und werden uns nicht erwarten. Wenn wir das richtig planen ...“
„Ich könnte ein paar Karten zeichnen und wir könnten darüber reden, wie wir unser Team ausschwärmen lassen“, sagte der General vorsichtig.
„Wenn wir vorbereitet reingehen, mit einem klaren Missionsziel und der richtigen Ausrüstung ...“, setzte John fort.
„Hah! Und die dachten, wir wären verwirrend, wenn wir das machen“, sagte des Generals Rodney, seine Augen blitzend. „So?“ Erwartungsvoll blickte er den General an. „Ist das ein Ja, John?“

Der General warf John einen Blick zu, der ergeben seufzend seine Arme hob.
„Es ist die übereifrige Hündchen-Sache, wie ich sagte“, murmelte er.
„Jep. Sie sind sehr überzeugend. Sogar ohne den wirklich spektakulären Blo...“
„Ah, ja!“ verkündete John den Rodneys, unterbrach den General, bevor der den Satz beenden konnte. „Natürlich müssen wir das noch mit Elizabeth besprechen, aber ich denke nicht, dass sie etwas dagegen haben wird, also ist das ein Ja.
„Wann geht es los? Ich könnte in einer Stunde fertig sein“, sagte sein Rodney.
„Morgen wird genügen, Rodney“, erklärte ihm John mit einem Augenrollen. „Ich weiß, wir wollen diese Leute so schnell wie möglich wieder heim schicken, aber wir haben noch einiges zu planen, bevor wir losgehen.“
„Fein. Okay. Fein. Wir müssen auf jeden Fall einige Vorbereitungen treffen, weil das Gehäuse während des Transfers ausgebrannt ist. Ich brauche ...“
Die Rodneys setzten ihre Diskussion fort, während sie aus der Tür gingen.

„Na schön, wenigstens scheinen sie einigermaßen zusammenzuarbeiten“, bemerkte John, nachdem die beiden Rodneys verschwunden waren.
„Jaah – zumindest für den Moment. Ich glaube, es gibt nichts besseres als ein gutes, intellektuelles Puzzle, um die beiden vor Unheil zu bewahren und zu verhindern, dass sie sich an die Kehle gehen. Nun, fangen wir mit diesem Plan an“, sagte der General, räumte auf dem Tisch Platz frei.

***
Mehrere Stunden später verließ John sein Büro, rollte seinen Kopf von einer Seite zur anderen und erhielt ein zufrieden stellendes Krachen als Antwort. Er konnte die übliche Vor-Missions-Erregung sich in seiner Magengrube aufbauen spüren und freute sich auf den folgenden Tag. Erst musste er allerdings einige Botengänge erledigen.

Zuerst sah er im Trainingsraum vorbei und fand dort Ronon beim Sparring mit ein paar Freiwilligen – wie er es oft tat. John winkte ihn rüber. Er und der General waren mit dem großen Mann bereits den Missionsplan durchgegangen, es gab jedoch ein paar private Befehle, die er ihm erteilen wollte.

„Hör zu, morgen möchte ich, dass du wie Klebstoff an Rodney Sheppard haftest“, sagte ihm John.
Ronon starrte ihn teilnahmslos an, überdachte den Kommentar.
„Verstanden?“ fragte John. „Ich will, dass du sein persönlicher Bodyguard bist – sorg dafür, dass ihm nichts zustößt. Ich will kein Haar auf seinem Kopf gekrümmt.“
„In Ordnung“, nickte Ronon, seine Augenbrauen hoben sich minimal in einer unausgesprochenen Frage. „Nur Rodney Shappard – den anderen Rodney? Nicht unseren eigenen? Nicht den General?“
„Nee. Der General kann für sich selbst sorgen und Rodney scheint ganz gut zurecht zu kommen.“
„Du denkst, dass der andere Rodney das schwache Glied ist?“ Ronon runzelte seine Stirn.
„Nein. Auf keinen Fall. Ich weiß nur, falls ihm irgendetwas zustößt, wird der General durchdrehen und das ist eine Komplikation, die wir nicht gebrauchen können. Verstanden?“
„Verstanden“, nickte Ronon nachdenklich seinen Kopf.

***
Sein nächster Anlaufpunkt war das Labor. Es war spät, doch Atlantis’ Rodney arbeitete noch, wie John sehr wohl gewusst hatte. Er lag auf dem Boden, starrte rauf zur Unterseite des QDG. Es gab kein Anzeichen auf den anderen Rodney – oder eigentlich irgendjemand anderen – aber John war deswegen nicht überrascht. Sie hatten seit dem Morgengrauen hier drin gearbeitet und er bezweifelte, dass Rodney Pausen eingelegt hatte, außer ein paar Minuten, um einen Schokoriegel zu schnappen, den er unzweifelhaft in seinen Mund gestopft hatte, während er weitergearbeitet hatte. Alle anderen waren entweder zu vernünftig, um so lange zu arbeiten oder nicht so persönlich mit dem Problem involviert.

„McKay, Zeit, Schluss zu machen“, sagte er.
Rodney spähte unter einem Stapel durchgebrannter Kristalle und verschiedener Gehäuseteile hervor, sah wegen der Unterbrechung verwirrt aus. John bemerkte die dunklen Ringe unter seinen Augen und die erschöpften Linien um seinen Mund.
„Noch nicht. Es ist noch früh“, meinte Rodney.
„Es ist fast Elf“, wies John hin. „Und wir gehen morgen um Sechs los.“
„Elf? Ich gehe normalerweise nicht vor Eins schlafen“, sagte Rodney barsch, kehrte wieder zu seiner Arbeit zurück.
„Tja, Sie werden es heute tun“, erklärte ihm John fest.
„Oh, tut mir leid – für einen Moment nahm ich an, Sie wären der General, der mich mit seinem Sklavenjungen verwechselt, mit all dem Herumbefehlen“, schnappte Rodney.

John fühlte, dass sich seine Augen verengten und er starrte Rodney einen Moment an. Er wusste mit Sicherheit, dass der Wissenschaftler die ganze vergangene Nacht durchgearbeitet hatte und er hatte gelernt, Rodney sehr gut zu lesen, seit sie alle in Atlantis angekommen waren. Der Wissenschaftler konnte mit sehr wenig Schlaf auskommen, doch wenn er das tat, war er schnippisch und seine Reaktionszeiten verlängerten sich. John wollte das nicht bei ihrer Mission am nächsten Tag riskieren – vor allem, wenn die Eingeborenen so unfreundlich waren, wie man behauptet hatte.

John beschloss, kein Nein als Antwort gelten zu lassen. Er griff aus und wedelte seine Hand vor dem Lichtschalter, versenkte den Raum in Dunkelheit.
„Was zur Hölle tun Sie da?“ verlangte Rodney zu wissen.
„Das Licht abschalten, damit Sie ins Bett gehen können“, antwortete Sheppard zuckersüß. „Und ...“, er konzentrierte sich einen Moment, hörte ein zufrieden stellendes mentales Klicken und grinste. „Ich habe der Stadt gesagt, es für ein paar Stunden nicht wieder einzuschalten“, fügte er hinzu. „Ich bezweifle, dass Sie es schaffen, dieses Kommando außer Kraft zu setzen, Rodney.“
„Oh, um Himmels Willen!“

Rodney rutschte unter dem Gerät hervor, stieß sich seinen Kopf an der Unterseite des Gehäuses, als er sich aufsetzte. John winselte mitleidig.
„Au! Verdammt, das ist Ihre Schuld und das ist lächerlich!“ rief ihm Rodney zu, stürmte durch den Raum und probierte dennoch den Lichtschalter.
Das Labor blieb standhaft dunkel.
„Tut mir leid.“

John verschränkte seine Arme vor seiner Brust und stand teilnahmslos da, wartete auf den Sturzbach an Klagen. Er wurde nicht enttäuscht.
„Ich habe zu arbeiten, Colonel und ich sollte darauf hinweisen, dass ich hier der leitende Wissenschaftler bin, nicht Sie und ich kann so viele verdammte Stunden arbeiten, wie ich will. Ich sage Ihnen nicht, wie sie die militärischen Operationen hier durchführen sollen und ich erwarte, dass Sie sich nicht in meine Arbeit einmischen. Jetzt schalten Sie das verfluchte Licht wieder ein!“ tobte Rodney.
„Nö.“
John blieb, wo er war. Rodney stand in dem dunklen Raum so nahe, dass er das zornige Blitzen in seinen Augen sehen konnte, während er sprach, aber John würde hier nicht nachgeben.
„Tut mir leid, Rodney, aber ich will Sie ausgeruht, bevor wir morgen in die Arme dieser opfernden Kultanhänger gaten. Es wird keine einfache Mission und ich brauche Sie wachsam.“
„Wann war ich je nicht wachsam während einer außerweltlichen Mission?“ schnappte Rodney.

„Sehen Sie, Rodney“, sagte John mit sanfterer Stimme, beugte sich nahe heran, „Sie standen die letzten Tage unter starker Anspannung und sie müssen sich ausruhen. Warum sträuben Sie sich dagegen? Sie sind eindeutig erschöpft – Sie sehen Scheiße aus – warum spielen Sie nicht einfach mit?“
Rodney stand einen Moment da und er war so nahe, dass John die rastlosen, nervösen Bewegungen seiner Hände hören konnte, Hände, die nach Johns Wissen nie still blieben.

„Süß“, murmelte Rodney schließlich.
John runzelte seine Stirn. „Entschuldigung?“
„Ihre Sorge um mein Wohlbefinden. Süß. Ich bin sehr gerührt. Nun, Sie haben Ihre Pflicht getan. Bitte schalten Sie das Licht wieder ein, Colonel.“
„Nein.“ Diesmal war Johns Stimme härter.

Rodney stand einen Moment da und sie waren Auge in Auge, Nase an Nase und John spürte einen plötzlichen, überraschenden Impuls, Rodney zu packen und ihn zu küssen, hart, auf den Mund und ihn zu zwingen nachzugeben. Er verbiss sich den beunruhigenden Impuls. Verdammt, den alternativen Rodney und John um sich zu haben, brachte ihn auf die seltsamsten Gedanken.

Der Moment verging und Rodneys Mund verwandelte sich in diese harte, krumme Linie, mit der John sehr vertraut war.
„Fein“, sagte er in ruhigerem Ton, als John erwartet hatte. „Sie gewinnen, Colonel.“
Er schnappte seine Jacke von der Rückenlehne seines Stuhls, stolzierte zur Tür und öffnete sie.

„Oh, eine letzte Sache“, murmelte er. „Wer hat morgen das Kommando?“
„Was?“ John runzelte seine Stirn, fragte sich, was zur Hölle er meinte.
„Sie oder der General?“ fragte Rodney, die Süße seines Tonfalls maskierte die Grausamkeit seiner Frage. „Sie sind schließlich nur ein Lieutenant Colonel und er ist ein General, daher hat er den höheren Rang.“ Es war verletzend gemeint und es tat weh.
„Ich“, fauchte ihn John an. „Ich werde das Kommando haben – wie üblich. Ihr seid meine Leute. Ich kenne euch und weiß, wozu ihr fähig seid. Und er hat diesen Rang nicht in diesem Universum verdient. Soweit es mich also angeht, bekleidet er nicht den höheren Rang. Er ist lediglich ein sehr nützlicher Gast, der mit uns mitkommt um auszuhelfen.“
„Weiß er das?“ erkundigte sich Rodney freundlich. „Nur ... er erscheint mir nicht als die Art Mann, der einem anderen das Kommando überlässt.“
Er warf John einen wilden, triumphierenden Blick zu, machte auf seinem Absatz kehrt und wanderte hinaus.

John blieb zurück, fühlte sich, als hätte er einen Hieb in den Magen bekommen. Verdammt sei McKay, der immer seine Schwächen kannte und wusste, wo er zuschlagen musste – obwohl John wusste, dass er den Fehdehandschuh selbst geworfen hatte, indem er den Wissenschaftler praktisch aus seinem eigenen Labor vertrieben hatte. Er hätte wissen sollen, dass er damit nicht durchkommen würde, ohne dass sich Rodney auf irgendeine Weise rächte. Rodney McKay war kein Schwächling – und John musste dem Wissenschaftler dafür mürrisch Respekt einräumen.

Mit einem Seufzen entschied John, dass seine Erledigungen für den Abend noch nicht beendet waren. Er schlurfte zu dem Quartier, das General und Doktor Sheppard teilten und zögerte einen Moment davor, fragte sich, was er vielleicht unterbrach. Er dachte an den anderen Rodney mit seinem sympathischen Kichern, während er sich in des Generals Arme drückte und stellte sich den anderen John vor, der ihn küsste, hart, wild, leidenschaftlich auf den Mund. Auf die Art, wie John seinen eigenen Rodney küssen wollte.

John schüttelte seinen Kopf, versuchte, das mentale Bild zu verbannen. Diese Gedanken führten nirgendwohin, daher musste er einen besseren Weg finden, damit umzugehen. Er klopfte an die Tür und ein paar Sekunden später öffnete sie der General und schielte ihn benebelt an. Er trug lediglich eine Boxershort, die er offensichtlich hastig übergestreift hatte, da seine Finger immer noch an dem Gummibund zogen, als er John erblickte.
„Tut mir leid, euch zu stören. Ich wollte mich nur vergewissern, dass wir morgen wegen einer Sache einer Meinung sind“, erklärte John leise, warf einen Blick über des Generals Schulter zu der Erhebung im Bett, die sich beim Klang seiner Stimme bewegte und streckte, um Rodney Sheppard zu enthüllen. Der Wissenschaftler setzte sich auf, seine Augen verschlafen und sein Haar sah verstrubbelt aus und ... irgendwie entzückend. John schluckte krampfhaft.

„Gibt es ein Problem? Ist etwas passiert?“ fragte Rodney Sheppard, glitt aus dem Bett.
Er war vollkommen nackt und John spürte seine trockene Kehle noch trockener werden. Der Wissenschaftler hatte einen kompakten Körper mit festem, blassem Fleisch und da war etwas vollkommen Unwiderstehliches an seinem nackten Körper. Er war sich seiner sexuellen Ausstrahlung überhaupt nicht bewusst, hatte die lockeren, nicht verlegenen Bewegungen eines Mannes, der mit seiner Nacktheit vertraut war und sich behaglich fühlte. Langsam rutschten Johns Augen über die breite Festigkeit seiner Schultern runter. Die Tätowierung auf seinem Oberarm, die kleine Beißmarke über einer Brustwarze und die sanfte Krümmung seines Schwanzes, der in einem Nest weicher, brauner Locken schwang.

„Augen nach vorn, Colonel“, knurrte der General in leisem, warnendem Tonfall.
John riss seine Augen los.
„Rodney – entweder gehst du zurück ins Bett oder du ziehst etwas an“, schnappte der General über seine Schulter. „Du hast Glück, dass du es bist“, erklärte der General John. „Jeder andere würde jetzt schon auf seinem Rücken liegen mit meinem Faustabdruck auf seinem Kinn, weil er meinen Mann ansieht, wie du es gerade getan hast. Falls dein Interesse hier liegt, dann hast du deinen eigenen Rodney, denk daran“, fügte der General hinzu.
„Entschuldige ... ich wollte nichts andeuten. Ich war bloß überrascht“, meinte John rasch. „Es gibt kein Problem, Dr. Sheppard. Ich wollte nur ein Wort mit dem General wechseln“, dirigierte John seinen Kommentar über des Generals Schulter.
Seufzend glitt Dr. Sheppard wieder ins Bett, er blieb jedoch sitzen, seine Arme um seine Knie geschlungen, zur Tür blickend.
„Ich wollte betreffend einer Sache morgen klar sein, General“, erklärte John seinem Gegenüber. „Ich habe gerade bemerkt, das war nichts, was wir vorhin diskutiert haben und ich denke, es ist wichtig, das auszusprechen. Ich weiß deine Hilfe wirklich zu schätzen, aber das sind meine Leute und nur einer kann das Kommando haben.“

Der General starrte ihn einen Moment an, ein abschätzender Ausdruck in seinen Augen.
„Mir ist klar, dass du technisch gesehen einen höheren Rang hast“, begann John, versuchte, des anderen Mannes Argumente auszusprechen, bevor er es tat.
„Aber nicht in diesem Universum“, widersprach der General, was vorhin exakt Johns Punkt gewesen war.
John war nicht überrascht – während des Tages hatte er herausgefunden, dass sie einige Themen betreffend gleich dachten.

„Das geht in Ordnung, Colonel. Ich hatte nicht vor, morgen meinen Rang auszuspielen. Das sind deine Leute, wie sehr sie auch den meinen ähnlich sehen. Außerdem ... ich freue mich darauf, dich in Aktion zu sehen“, sagte er.
John nickte erleichtert, dann dachte er über den letzten Kommentar nach und spürte seinen Magen sich nervös verkrampfen. Er war nicht sicher, ob er von diesem Mann bewertet werden wollte – oder wenigstens wollte er nicht ausgerechnet von dem General als unfähig entlarvt werden.

„Auch eine Art, den Druck zu verstärken“, murrte John.
Der General lachte. „Ich habe volles Vertrauen in dich“, antwortete er, tätschelte Johns Arm. „Du bist ich, schon vergessen?“
„Na ja. Irgendwie“, hob John seine Schultern, sah neuerlich über des Generals Schulter zu Dr. Sheppard.

Wenn er der General wäre, hätte er jemanden derart Verführerischen, der auf ihn wartete, wenn er in sein Quartier zurückkehrte und nicht ein kaltes, leeres Bett. Er fragte sich, wie es sich anfühlen würde, einen nackten Rodney um seinen Körper gewickelt zu haben, diese rastlosen Hände über seine Haut laufend, ihn hänselnd und erregend.

Warnend räusperte sich der General.
„Auf jeden Fall, wie ich sagte, tut mir leid, euch gestört zu haben“, sagte John, riss neuerlich seinen Blick von Dr. Sheppard. „Schlaft gut.“

Er drehte sich um und ging, doch seine Schritte trugen ihn nicht zurück in sein eigenes Zimmer. Stattdessen fand er sich zu Rodneys Raum gehend. Er pausierte vor der Tür, wunderte sich, was zum Teufel er machte – oder vorhatte – und dann, endlich, klopfte er.

Ein paar Sekunden später öffnete Rodney die Tür ... sah enttäuschend bekleidet aus. Aufgebracht starrte er John an.
„Wollen Sie sich vergewissern, dass ich wirklich im Bett liege, Colonel?“ fragte er. „Nein, warten Sie, wahrscheinlich sind Sie hier, um mich selbst ins Bett zu stecken. Oder vielleicht wollen Sie mich mit Handschellen ans Bett fesseln, nur um sicher zu gehen, dass ich nicht verschwinde. Den General hier zu haben, scheint einen schlechten Einfluss auf Sie zu haben.“
„Eigentlich bin ich gekommen, um mich zu entschuldigen, weil ich Sie vorhin herumkommandiert habe, aber wissen Sie was? Vergessen Sie’s“, sagte ihm John, von Rodneys Sarkasmus aus seiner Stimmung gerissen. Er wollte das verlockende mentale Bild von Rodney, mit Handschellen an ein Bett gefesselt, nicht einmal überdenken. „Falls Sie die ganze Nacht arbeiten wollen, dann tun Sie’s. sie sind ein großer Junge. Aber falls Sie auf der Mission morgen Mist bauen, weil Sie erschöpft sind, dann verspreche ich Ihnen, dass Sie das von mir zu hören kriegen, lang und laut.“
„Haben Sie das Licht im Labor wieder eingeschaltet?“ erkundigte sich Rodney misstrauisch.
John konzentrierte sich einen Moment, nickte dann.
„Erledigt. Aber ich meinte, was ich sagte, Rodney.“
„Fein.“ Rodney starrte ihn finster an.
„Gut.“

John stand da, wollte mehr als alles andere seine Arme um Rodney schlingen und ihn hart küssen. Der Gedanke an des anderen Rodneys erotisch unwiderstehlichen, nackten Körper lief immer noch in einer endlos sich wiederholenden Schleife durch seinen Geist, brachte Fantasien und Emotionen an die Oberfläche, die sich John nie zuvor erlaubt hatte, ernsthaft darüber nachzudenken.

„Großartig“, sagte Rodney.

Sie standen sich gegenüber, beide so angespannt und straff wie Klavierdrähte, obwohl vermutlich aus unterschiedlichen Gründen, dachte John. Er fragte sich, wie sich Rodneys Mund unter seinem anfühlen würde und ob sein Körper der selbe wie der des anderen Rodneys wäre. Wahrscheinlich war er das, minus die Tätowierung und vielleicht ein bisschen weicher um die Mitte.

Er leckte seine Lippen, erinnerte sich an des anderen Rodneys Schwanz, glatt, leicht gebogen und wunderschön, in sein Bett aus weichen Locken geschmiegt. Was das Tattoo anging ... John mochte den Gedanken, dass Rodney irgendwie als der Seine markiert wäre, seine Initialen auf seinem Fleisch trug, dort eingeprägt für alle sichtbar.

Er konnte spüren, dass er hart wurde, wenn er nur darüber nachdachte ... was lächerlich war, weil das nicht geschehen würde. Was auch immer der andere Rodney und John füreinander empfanden, dieser Rodney, der hier vor ihm stand, hatte nie irgendeinen Hinweis gegeben, dass er etwas andere als hetero wäre. Ständig blökte er auf eine Art über seine Vorliebe für blonde Frauen, die John oft als irritierend empfand. Außerdem konnte er nicht einfach ... was, den Wissenschaftler an der Wand festnageln und küssen? Rodney würde laut genug schreien, um die ganze Stadt zu wecken und danach konnte sich John die Fragen vorstellen, denen er ausgesetzt wäre, ganz zu schweigen von einer wahrscheinlichen Anklage wegen sexueller Belästigung. Rodney wäre wahrscheinlich rachsüchtig genug, um etwas Derartiges durchzuziehen.

John atmete tief ein und der angespannte Moment ging vorüber.
„Na schön, dann. Sie können wieder an die Arbeit gehen. Falls Sie das wollen.“
Er nickte in Rodneys Richtung, drehte sich um und ging so schnell er konnte zurück in sein eigenes Zimmer.

Kaum stand er in seinem Raum, öffnete er seinen Hosenstall, packte seinen schmerzenden Schwanz und rieb ihn mit ein paar schnellen Pumpbewegungen. Das war alles, was nötig war, bevor er kam. Die ganze Zeit stellte er sich Rodney McKay – seinen Rodney – vor ihm auf seinen Knien vor, dieser verzogene Mund öffnete sich weit, um ihn zu saugen.

Nächstes Kapitel: Opfer

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