General & Dr. Sheppard

by Xanthe
übersetzt von Manuela
m.translator@chello.at



Rating: NC-17
pairing: Sheppard/McKay
Warnung: Domination/Unterwerfung, BDSM, Prügel, Kinks, teilweise dunkle Themen
Inhalt: Ein Unfall mit einem Antiker-Gerät saugt einen John und einen Rodney aus einem alternativen Universum nach Atlantis - und sie haben völlig andere Ansichten über Sex, Heirat und Beziehungen


Kapitel 1: Geschichte schreiben

„So, haben Sie irgendeine Ahnung, warum wir hier sind?“ flüsterte Elizabeth John zu, während sie beide dastanden und die Wissenschaftler beobachteten, die mit kaum verborgener Erregung in Rodneys Labor herumhuschten.
„Ich denke, es ist eine Wissenschaftler-Sache“, wisperte John zurück. „Rodney sagte, wir wären eingeladen, um zuzusehen, wie Geschichte geschrieben wird. Er klang ziemlich selbstzufrieden.“
„Wissen wir, welche Art von Geschichte? Ich meine ... wird es einen lauten Knall geben und sollten wir zurücktreten?“ fragte Elizabeth.
„Ich denke, das ist immer eine weise Vorsichtsmaßnahme“, antwortete John und beide machten ein paar verstohlene Schritte weg von der allgemeinen Hektik.

„Richtig ... ich denke, wir sind bereit. Radek, sind wir bereit?“, wollte Rodney in einem Tonfall der hochprozentigen Erregung wissen.
Radek betrachtete das Antiker-Gerät, an dem er arbeitete – das so ziemlich wie ein ZPM aussah, nur größer und weniger farbenfroh – drückte ein paar Knöpfe und zeigte dann ein vorsichtiges Lächeln.
„Wir sind bereit!“, verkündete er.
„Gut. Fein. Großartig. Ja“, nickte Rodney, seine Finger schnippten aufgeregt und seine Füße berührten kaum den Boden, während er im Labor herumhüpfte. „Sie beide – was machen Sie hier?“ Er runzelte seine Stirn, als er in John und Elizabeth torkelte. „Hier können Sie nicht stehen! Das ist der Ort, wo alles passieren wird!“
„Tatsächlich? Dann wollen wir definitiv nicht hier stehen“, meinte John.

Rodney schob sie nicht zu sanft aus dem Weg und beugte sich dann runter, um mit Klebeband ein großes Quadrat auf dem Boden zu kennzeichnen.
„Okay. Dann denke ich, wir sollten anfangen“, sagte Rodney, hievte sich auf seine Füße, nachdem er fertig war.
„Ich denke immer noch, wir sollten vielleicht noch einmal die Dateien überprüfen, um zu sehen, ob es mehr Hinweise gibt, wie es funktioniert“, warf Radek in besorgtem Ton ein.
„Oh, um Gottes Willen – es ist ziemlich offensichtlich, wie es funktioniert!“ schnappte Rodney.
„Na schön, es scheint offensichtlich, ja, aber angenommen, es macht nicht, was wir denken, dass es tut?“ fragte Radek.

John drehte sich mit einem gequälten Ausdruck im Gesicht zu Elizabeth um.
„Das klingt nicht gut“, murmelte er. „Sollen wir uns näher zur Tür schieben?“
„Guter Gedanke.“
Sie bewegte sich ein paar Meter nach links und er ging mit.

„Aber natürlich macht es, was wir denken, dass es tut, Radek!“ brüllte Rodney. „Was zur Hölle denken Sie, dass es tun wird? Uns Abendessen kochen? Das ist ziemlich eindeutig ein Transportgerät.“
„Ja, ja ... aber was transportieren – und wohin?“ gab Radek zu bedenken.
„Wir haben das tausende Male besprochen“, sagte Rodney. „Das wird die Art unserer Fortbewegung absolut revolutionieren, hier und wenn wir außerweltlich unterwegs sind. Es wird Leben retten!“
„Es wird Ihnen auch das Gehen ersparen“, murmelte Radek.
„Auch das!“ strahlte Rodney fröhlich. „Keine langen Wanderungen mehr, um an ein Ziel zu gelangen. Wir werden in der Lage sein, uns direkt hinzubeamen.“

„Das ist also eine Art Transportmaschine?“ erkundigte sich Elizabeth.
Rodney rollte seine Augen. „Ja, ja – das habe ich doch schon gesagt!“ rief er aus, hatte anscheinend vergessen, dass er es nicht wirklich zu ihr gesagt hatte. Aufgeregt wedelte er mit seiner Hand zu dem ZPM-artigen Antikergerät. „Das, Ladies und Gentlemen – und Colonel Sheppard – ist ein mobiles Transportgerät. Wir können es überall installieren, zum Beispiel in einem Puddle Jumper. Dann brauchen wir nur noch ein kleines Anschlussgerät in der Größe einer Armbanduhr – und, hey, presto – sind wir in der Lage, uns überall in Reichweite des Gerätes zu transportieren – und soweit wir feststellen können, hat es eine ziemlich große Reichweite.“
Stolz plusterte er seine Brust auf und überblickte das versammelte Publikum.

„Sind Sie sicher, Rodney?“ fragte Elizabeth.
„Ja, natürlich bin ich sicher!“ gab Rodney in aufbrausendem Tonfall zurück.
„Na schön, ich muss zugeben, das klingt gut“, sagte John, nickte langsam. „So ein Gerät könnten wir gebrauchen, wenn wir außerweltlich unterwegs sind.“
„Es würde bedeuten, dass, falls zum Beispiel jemand verletzt wird, wir ihn geradewegs zum Puddle Jumper transportieren und dann nach Hause gaten können. Kein Bedarf, eine dreißigminütige Wanderung mit einem böse verdrehten Knöchel zu ertragen. Zum Beispiel“, betonte Rodney.
John verdrehte seine Augen. „Es war ein zehnminütiger Spaziergang und Ihr Knöchel war nicht böse verdreht. Sie hatten einen Stein in Ihrem Schuh“, warf er ein.
„Was auch immer. Damit“, Rodney schlug gegen das Gerät und strahlte ihn glücklich an, „müssen wir nirgendwohin wandern, außer wir wollen es wirklich. Und mit Ihrer Vorliebe, den Puddle Jumper meilenweit von dem Ort zu parken, an den wir gelangen wollen, kann das nur eine gute Sache sein.“

„Okay – so – was wird geschehen?“ wollte John wissen, betrachtete den leitenden Wissenschaftler erwartungsvoll.
Er war nicht sicher, ob es so aufregend war, wie Rodney dachte – sie hatten bereits Transportmöglichkeiten auf der Dädalus und in Atlantis – er nahm jedoch an, diese mobilere Einheit hatte wenigstens einen praktischen Vorteil und würde bestimmt von Nutzen für sie sein, besonders in Notfallsituationen.

„Na schön, ich habe es so ausgerichtet, dass, wenn ich diesen Knopf drücke ...“, zeigte Rodney, „... ein Objekt aus meinem Quartier in dieses Labor transportiert wird – um präzise zu sein in dieses geklebte Quadrat – und wir werden es hier beobachten können.“ Er wies auf seinen Laptop, der ein Bild vom Inneren von Rodneys Quartier zeigte.
„Sehen Sie das – diesen Apfel?“ Rodney zeigte auf den Apfel, der in einem geklebten Quadrat in seinem Quartier lag. „Den werde ich hierher transportieren.“
„Na ja, wenigstens haben Sie nicht beschlossen, den ersten Test an einem lebenden Objekt durchzuführen“, kommentierte John.
„Ich bin absolut überzeugt, dass es sicher ist, aber ja, es war eine weise Vorsichtsmaßnahme“, strahlte Rodney. „Okay, alle miteinander ... sind wir bereit?“
„Übertreiben Sie’s nicht, Rodney“, sagte John. „Drücken Sie einfach den Knopf.
„Fein. Los geht’s.“

Rodney tippte eine Art Algorithmus ein, trat zurück und presste den Knopf. Für einen Moment geschah nichts, doch dann ertönte ein hohes Summen und ein schwirrendes Geräusch. Die beiden Töne vermischten sich exakt zur selben Zeit, als eine massive Lichtkugel vor ihnen erschien, wirbelnd und sich drehend, eng begrenzt genau an der Stelle, wo Rodney sein Quadrat geklebt hatte.
„Rodney?!“ brüllte John, weil er ziemlich sicher war, dass das weder richtig aussah, noch klang.
„Es ist in Ordnung ... es ist nur ein bisschen ... geräuschvoller, als ich dachte“, schrie Rodney über das laut schwirrende Geräusch.
„Das scheint mir eine Menge Energie, nur um einen Apfel zu transportieren!“ brüllte John, sah auf den Laptop, der eine Live-Übertragung aus Rodneys Quartier zeigte – der Apfel lag immer noch unbeweglich da.
„Es ist okay!“ schrie Rodney, doch da war ein panischer Ausdruck in seinem Gesicht, als das Gerät zu vibrieren begann und das Schwirren zu einem Kreischen wurde. „Ich kann das reparieren!“

Seine Hände bewegten sich mit Lichtgeschwindigkeit über die Tastatur, doch nichts schien irgendeinen Effekt zu haben. Das Antikergerät zitterte stärker, dann sah John einen kleinen Lichtblitz aus der Seite spritzen.
„Runter!“ schrie er Elizabeth zu, warf sie hinter einen Tisch und hockte sich über sie.

Das Geräusch wurde schlimmer, bis es alles war, was John hören konnte. Dann war da ein ratternder Ton und eine Rauchwolke, bevor es plötzlich mitten im Kreischen erstarb und alles wieder ruhig war.
„Gott sei Dank“, murmelte John, stemmte sich auf seine Füße. „Rodney, was zum Teufel war ...?“
Dann sah er den Ausdruck in Rodneys Gesicht und drehte sich um, sah auf die Stelle, die Rodney schockiert mit offenem Mund anstarrte.
„Oh, Scheiße“, murmelte John.

Zwei Männer standen in dem abgeklebten Bereich, sahen verwirrt aus. Als sich der Rauch verzogen hatte, griff einer der beiden nach seiner Waffe, streckte gleichzeitig eine Hand aus, um den anderen hinter sich zu schubsen, schirmte ihn mit seinem Körper ab. John starrte den Mann mit der Waffe entsetzt an, der Mann starrte genauso schockiert zurück, weil die beiden in einen Spiegel hätten sehen können. Der Mann, den sie in das geklebte Quadrat transportiert hatten, sah genau wie er aus – die Ähnlichkeit war unverkennbar.

Sein Haar war etwas kürzer und er trug einen silbernen Ohrring, der von einem Ohr baumelte. Seine Kleider ... na ja, seine Kleider waren völlig anders. Er trug eine schwarze Lederhose, die auf eine Art an seinen langen Beinen haftete, von der John fand, sie wäre vielleicht ein bisschen zu enthüllend. Johns Blick wurde zu dem dicken, schwarzen Ledergürtel um seine Taille gezogen, von dem eine Auswahl Waffen hing – etwas silbernes, das bimmelte, ein erschreckend aussehendes Messer und eine Art Lederriemen-ähnliche Waffe, mit der John nicht vertraut war. Er trug ein einfarbiges, schwarzes, langärmeliges Hemd und darüber eine schwarze Lederweste. Um seinen Hals hing eine schwarze Lederschnur mit einem komplizierten Silberanhänger, graviert mit zwei verschlungenen Initialen – John stand nicht nahe genug, um zu erkennen, was sie bedeuteten. Um seine Handgelenke lagen zwei schwarze lederne Handschellen mit silbernen Schnüren und er trug bequem aussehende, schwarze Lederstiefel. Er sah aus ... wie ein Pirat.

„Was zur Hölle ist gerade passiert?“ fragte John, richtete seine eigene Pistole auf den Fremden und warf Rodney einen Seitenblick zu.
„Ich habe keine Ahnung!“ sagte Rodney, seine Finger huschten wild über die Tastatur.
„Warum habt ihr uns hierher gebracht?“ wollte der Mann im geklebten Quadrat wissen und jeder im Raum sah John an, dann wieder den Mann, nur um zu überprüfen, wer das gesagt hatte, da beide genau die selbe Stimme hatten.
„Es tut mir leid – es war ein Unfall“, erklärte John, senkte vorsichtig seine Waffe. „Schau ... ich weiß nicht, was hier geschehen ist, aber das wollten wir nicht. Rodney!“ brüllte er, fühlte sich völlig überfordert.

Rodney gab keine Antwort – sein Starren war entsetzt auf den zweiten Mann in dem Quadrat fixiert, der hinter dem ersten hervorgetreten war.
„Oh, Scheiße – du hast doch nicht etwa das QDG aktiviert?“ sagte der zweite Mann, betrachtete Rodney mit einem irritierten Ausdruck in seinem Gesicht.

John musste zweimal hinsehen. Falls es verstörend war, mit dem anderen John Aug in Auge zu stehen, war das absolut zum Ausflippen. Der Mann, der gerade gesprochen hatte, war Rodneys Doppelgänger ... nur ... er war es nicht. Er sah genau wie Rodney aus, aber wie der andere John war er völlig anders gekleidet. Sein Haar war länger und John bemerkte überrascht, dass die Extralänge die Enden sich aufdrehen ließ, seinem Gesicht ein sanfteres Erscheinungsbild verlieh als Atlantis’ Rodney. Wie der andere John trug er eine schwarze Lederschnur um seinen Hals, mit einem daran baumelnden Anhänger. Außerdem trug er ein schwarzes Lederhalsband mit einer kleinen Silberschnalle an der Vorderseite. Er war in eine khakifarbene Cargohose und ein enges, ärmelloses, schwarzes T-Shirt gekleidet ... und, John konnte nicht anders, als es zu bemerken, er sah viel durchtrainierter aus, als ihr Rodney. Das ärmellose T-Shirt enthüllte zwei gebräunte Arme und es hatte einen Schlitz an der Vorderseite, der eine Menge Brusthaare enthüllte. Seinen Unterarm entlang schlängelte sich ein langes, silbernes Armband, das direkt auf eine Tätowierung auf seinem Oberarm wies. Sie war anders, als jede Tätowierung, die John je gesehen hatte – groß und elegant, zeigte sie ein verschlungenes J und R, in schwarz umrandet und ausgefüllt mit Silber.

„QDG? Was zum Teufel ist das?“ meinte Rodney, machte einen Schritt auf seinen Doppelgänger zu.
Augenblicklich richtete der neue John seine Pistole auf ihn, stoppte ihn.
„Fass ihn nicht an“, warnte er.
„Was ... einen Moment mal“, mischte sich John ein, tat vor die Waffe und schirmte Atlantis’ Rodney ab. „Niemand wird irgendjemanden anfassen – okay? Nun, bevor wir uns in all dieses wissenschaftliche Geschwafel stürzen, könntest du bitte aufhören, mit dieser Waffe herumzuwedeln? Vielleicht hat Rodney hier Mist gebaut, aber wir wollen wirklich nicht, das ihn jemand erschießt. Wenigstens nicht, bevor ich die Gelegenheit bekomme“, murmelte er mit einer kleinen Grimasse über seine Schulter in Rodneys Richtung.
Der neue Rodney grinste schief, doch Johns Augen blieben auf dem neuen John fixiert, der wie die Art Kerl aussah, den du wirklich nicht verärgern willst.

„Vielleicht könnten wir uns alle ein bisschen beruhigen“, sagte Elizabeth und trat vor.
John seufzte erleichtert bei ihren diplomatischen Fähigkeiten – er nahm an, seine eigenen waren mittlerweile ziemlich verbraucht und er wollte wirklich nicht, dass irgendjemand jemanden erschoss – vor allem, wenn sie so sehr wie er aussahen.

Der neue John beugte seinen Kopf in ihre Richtung.
„Mylady“, sagte er in respektvollem Ton.
Elizabeth blieb stehen und John konnte an ihrem Gesichtsausdruck sehen, dass sie den Titel recht gern hatte.
„Meine Entschuldigung. Es ist nicht mein Vorhaben, jemandem zu schaden. Ich bin nur ... sehr verwirrt im Moment.“
Der neue Rodney beugte sich zu ihm und sprach drängend. „Es ist in Ordnung, John. Ich denke, folgendes ist passiert: dieser – Idiot – hier“, er warf einen ärgerlichen Blick in Atlantis’ Rodneys Richtung, „hat gerade das Quantum Dimensions Gerät aktiviert, ohne eine Ahnung zu haben, wie es funktioniert.“

Die Hand des neuen John wankte, dann senkte er endlich seine Pistole, sehr zu Johns Erleichterung.
„Ein Quantum Dimensions Gerät?“ Atlantis’ Rodney verzog sein Gesicht, dann durchflutete ihn die Erkenntnis. „Oh, Scheiße. Willst du behaupten ... dass dieses Ding ...?“
„Ich will behaupten, dass wir in unserem eigenen Universum waren, uns um unsere Angelegenheiten kümmerten, als du einen Hebel an diesem Ding umgelegt und uns rübergesaugt hast“, meinte der neue Rodney in irritiertem Ton. „Wir haben vor einem Jahr entdeckt, wie es arbeitet – ohne ein paar unglückliche Zuschauer quer durch ein Universum zu schleppen.“
„Das kann nicht möglich sein!“ sagte Rodney, sein Mund öffnete und schloss sich auf eine Art, die ihn einem gestrandeten Fisch ähneln ließ, der nach Luft schnappte.

„Du hast doch sicher das Prinzip verstanden?“ fragte der neue Rodney in herablassendem Ton.
„Dass es jederzeit eine unendliche Anzahl von Universen gibt, die koexistieren. Manche von ihnen im Grunde genommen identisch mit unserem eigenen und manche vollkommen anders. Ja, ja, natürlich“, antwortete Rodney ungeduldig.
„Na schön, wahrscheinlich kommen wir aus einem der nahesten Universen zu diesem“, erläuterte der neue Rodney. „Und, wie ich sagte, du hast uns hier rübergesaugt. Worauf hast du gezielt?“
„Was? Oh ... mein Quartier.“ Rodney gestikulierte auf das Livebild auf dem Laptop, das immer noch das Innere von Rodneys Quartier zeigte, komplett mit einem unberührten Apfel.
„Tja, das erklärt es. Wir waren in unserem Quartier, als der Strahl losging – was ärgerlich ist. Wenn wir nicht dort gewesen wären, hätte er uns nicht erwischt“, sagte der neue Rodney. „Anstatt auf dein Quartier hier zu zielen, hast du uns am selben Ort in unserem Universum aufgeschnappt.“
„Was du also sagst, ist, dass dieses Gerät ... nein, warte ... Augenblick ... wart mal eine Sekunde“, sagte Rodney. „Du sagtest unser Quartier?“
Er sah von dem neuen Rodney zu dem neuen John und wieder zurück.
„Ja“, nickte der neue John und legte eine Hand auf des neuen Rodneys Schulter. „Unser Quartier. Warum? Hat das eine Bedeutung, wie wir zurückkommen?“

Rodneys Augen zuckten runter zu der großen Tätowierung auf des neuen Rodneys Arm mit den verschlungenen J und R darauf, dann schoss sein Blick entsetzt hoch in Johns Richtung. John wusste, wie er sich fühlte – er fühlte sich selbst ein bisschen geschockt.

„Okay“, mischte sich Elizabeth ein, versuchte ganz klar, die Spannung im Raum zu mildern, die gerade deutlich hochgeschossen war. „Schicken wir alles nicht-essentielle Personal hier raus, damit wir das klären können.“
Sie wedelte ihre Hand und mehrere Leute schoben sich aus der Tür, alle warfen einander verblüffte Blicke zu, während sie hinausgingen. John vermutete, dass es ganze drei Minuten dauern würde, bis diese Neuigkeiten in der Basis die Runde gemacht hatten.

„Nun, eines nach dem anderen. Rodney – können wir diese Leute zurückschicken, wo sie hingehören?“
„Nein“, sagten beide Rodneys gleichzeitig und blickten einander irritiert an.
„Nicht sofort, jedenfalls“, meinte Atlantis’ Rodney. „Sie haben gesehen, wie diese Maschine reagierte, als wir sie aktivierten – sie zersprang in diesem Moment in Stücke. Und selbst, wenn das nicht der Fall wäre ... ich weiß nicht genug über ihre Funktionsweise, um zu garantieren, dass wir sie sicher in ihr eigenes Universum zurückschicken könnten.“
„Vielleicht hättest du daran denken sollen, bevor du das verdammte Ding eingeschaltet hast“, murmelte der neue Rodney.
„Tja, vielleicht hätte ich gezögert, wenn ein Aufkleber dran gewesen wäre, der sagt Quantum-Saug-Ding – nicht berühren“, schnappte Rodney zurück. „Aber wir wussten nicht, was sie verursacht.“
„Das ist wahr“, warf Radek dazwischen. „Es war klar, dass es eine Art Transporter ist, aber nichts deutete darauf hin, dass es etwas wie dieses macht.“

„Radek?“ Des neuen Rodneys Gesicht erhellte sich. „Radek – du lebst!“
„Was? Ja, natürlich, ich bin sehr lebendig“, meinte Radek nervös, schob seine Brille weiter seine Nase hinauf. Dann traf ihn die Erkenntnis. „So ... in Ihrem Universum bin ich das nicht?“ erkundigte er sich leise.
„Nein. Entschuldigung – wir verloren dich vor etwa einem Jahr, während der Belagerung von Atlantis“, erklärte ihm der neue John. „Ich muss sagen, es ist verdammt gut, dich wiederzusehen, Radek.“

„In Ordnung – wir können die Notizen über unsere verschiedenen Universen später vergleichen. Im Moment müssen wir einige Dinge klären. Denken Sie, Sie können das Gerät wieder zum Arbeiten bringen?“ fragte Elizabeth, wendete sich an beide Rodneys. „Und ich meine Sie beide – in Zusammenarbeit? Ich nehme an, zwei McKays müssen doppelte Geisteskraft bedeuten.“
„Wahrscheinlich“, sagten die Rodneys gemeinsam und starrten danach einander böse an.
„Es wird allerdings Zeit beanspruchen“, warnte Rodney.
„Wie viel Zeit?“ wollte Elizabeth wissen.

Die Rodneys hoben ihre Schultern und blickten einander an, dann wieder die Maschine. Der neue Rodney warf einen fragenden Blick zum neuen John. Als der nickte, trat der neue Rodney aus dem abgeklebten Bereich und ging zu dem ausgebrannten Gerät.
„Na schön, im Moment sieht es ziemlich zerstört aus“, bemerkte der neue Rodney mit einem Stirnrunzeln in Rodneys Richtung. „Sollte es also zu reparieren sein, wird das nicht schnell gehen. Wir könnten von Wochen sprechen.“
„Wochen?“ Rodney sah alarmiert aus. „Scheiße, ich habe mich gerade an etwas erinnert – wir haben keine Wochen! Entropisches Kaskaden-Versagen wird in weniger als achtundvierzig Stunden einsetzen, außer wir können euch vorher hier rausbringen. Sonst werden die Auswirkungen tödlich sein.“
„Entropisches Kaskaden-Versagen?“ Der neue Rodney runzelte seine Stirn. „Nicht mit dem QDG – das ist ein hoch entwickeltes Stück antikischer Maschinenbaukunst. Sie haben es als Fluchtweg in ein anderes Universum entwickelt, für den Fall, dass die Wraith die Stadt einnehmen – es hat einen eingebauten Filter, um die Effekte des Entropie-Versagens aufzuheben, daher haben wir wenigstens nicht diesen Zeitdruck.“
„Oh.“ Rodney sah tatsächlich aus, als ob er deswegen enttäuscht wäre.
Der neue Rodney warf Rodney wieder einen bösen Blick zu, ging dann zurück und stelle sich neben seinen John.

„Also gut, wenn wir ein paar Wochen haben, arbeiten wir darauf zu“, sagte Elizabeth. „Da Sie eine Weile unsere Gäste sein werden, müssen wir eine Unterbringungsmöglichkeit für Sie schaffen. Nun ...“ Sie zögerte und errötete leicht. „Ich nehme an, Sie würden ein gemeinsames Quartier vorziehen?“
Der neue John sah sie dumpf an, seine Hand kroch erneut zur Schulter des neuen Rodney hoch und blieb dort in einer beschützerischen Geste liegen.
„Selbstverständlich“, antwortete er, sah verwirrt aus. „Warten Sie ... ihr Leute ...“, er betrachtete John und Rodney. „Ihr seid in diesem Universum nicht zusammen?“
„Nein!“ antworteten John und Rodney gleichzeitig.
„Okaaaay“, sagte der neue John, tauschte ein Stirnrunzeln mit seinem Rodney. „So, das ist irgendwie seltsam“, murmelte er.
„Ah – hallo! Genauso seltsam wie für uns!“ warf Atlantis’ Rodney ein, hob eine Hand. „So ... ihr zwei seid ... was genau?“ Er stand da, seine Arme vor seiner Brust verschränkt, sah vollkommen unbeeindruckt aus.
„Oh, Gott“, seufzte John. „Mussten Sie das fragen?”
Der neue John grinste. „Vielleicht sollten wir uns vorstellen. Ich bin General John Sheppard ...“
„General?“ John runzelte seine Stirn. „Verdammt.“

Er war nicht sicher, warum ihn das ärgerte.
Du kannst nicht mir dir selbst wetteifern, sagte er sich, doch der Gedanke, dass dieser John ranghöher war, nagte an ihm.
„Hah – es scheint, dass der John in deren Universum ein bisschen weiter die Karriereleiter hinaufgeklettert ist, als Sie, Lieutenant Colonel“, sagte Rodney, betonte Johns Rang in einem Ton boshafter Fröhlichkeit, hielt seine Hände hinter seinem Rücken verschränkt und schaukelte auf seinen Absätzen vor und zurück, genoss Johns Unbehagen ein bisschen.

„Und das ist mein Ehemann, Dr. Rodney Sheppard“, setzte der neue John nach, gestikulierte zu seinem Rodney.
Der Ausdruck in Atlantis’ Rodneys Gesicht war so komisch, dass John beinahe vor Lachen umgefallen wäre.
„Was?!“ fauchte Rodney, starrte den neuen Rodney wütend an. „Gott, was zum Teufel ist los mit dir?“ knurrte er. „Ich meine, wenn du schon mit ... mit ... ihm verheiratet sein musst, was ist dann falsch daran, die Sheppard-McKays zu sein, hmm? Oder warte, noch besser, die McKay-Sheppards. Nein, warte, warte ... wieso konnte er nicht John McKay sein? Warum musstest du seinen Namen annehmen?“
Dr. Rodney Sheppard sah ihn verständnislos an.
„Warum sollte ich?“ fragte er. „Er ist mein Top – natürlich nahm ich seinen Namen an, als wir heirateten. Habt ihr nicht die selben Bräuche?“
„Eigentlich ...“, setzte John an, doch Rodney unterbrach ihn.
„Nein!“ brüllte er praktisch. „Er ist was? Sagtest du, er wäre dein Top? Was zur Hölle bedeutet das?“

Elizabeth entkam ein leises Geräusch tief in ihrer Kehle und John unterdrückte eine Grimasse.
„Ah, Rodney ...“, begann er, sah in Rodneys absolut herausfordernde, blaue Augen. „Ah ...“

Er versuchte einen Weg zu finden, das feinfühlig zu erklären, ohne Rodney noch mehr aus der Fassung zu bringen, dann flutete jedoch die Erkenntnis in Rodneys Augen, als er selbst darauf kam.
„Oh, mein Gott!“ hauchte er. „Du bist wie, was ... sein Sexsklave?“
„Nein!“ widersprachen General und Dr. Sheppard gleichzeitig.
Dr. Sheppard sah zu seinem Ehemann und grinste.
„Er ist mein Gatte. Ich bin sein Top“, erklärte General Sheppard langsam, als ob er zu Idioten sprechen würde. „Ihr scheint nicht sehr vertraut mit diesen ziemlich grundlegenden Dingen zu sein, daher nehme ich an, das wird hier anders gehandhabt?“
„In Etwa“, meinte John. „Schau, ich bin sicher, wir haben massenhaft Zeit, um uns kennen zu lernen. In der Zwischenzeit ... wieso zeigen wir euch nicht euer Quartier und machen es euch gemütlich – danach gehört es zum Protokoll, dass Dr. Beckett euch untersucht. Wenn das erledigt ist, falls ihr euch uns in der Kantine anschließen wollt, um etwas zu essen? Es tut uns wirklich leid, auf diese Art Unannehmlichkeiten bereitet zu haben und wir werden alles in unserer Macht stehende tun, euch so schnell wie möglich heim zu bringen.“

Mit diesen Worten starrte er Rodney an und Rodney starrte zurück.
„Okay ... nun ... Sie werden einige Dinge benötigen“, fügte Elizabeth hinzu. „John, Rodney – nachdem diese Männer die selbe Größe wie Sie haben, könnten Sie ihnen vielleicht ein paar Kleider zum Wechseln leihen?“
Rodney sah seinen Widerpart mit einem Ausdruck des Ekels an.
„Na schön, okay ... aber ich habe nichts wie das, was er trägt“, meinte er.
„Und ich möchte nicht tot in dem gesehen werden, was du trägst“, schoss Dr. Sheppard zurück.
„Rodney“, sagte der General scharf, platzierte eine warnende Hand auf dem Arm seines Ehemannes. „Ich denke, du musst dich ein bisschen beruhigen.“
Er drückte des anderen Mannes Arm, der neue Rodney atmete tief durch und nickte.
„Wir nehmen, was ihr uns gebt – danke. Ich glaube, das ist etwas, das erst ein wenig der Gewöhnung bedarf“, setzte der General hinzu. „Für uns alle.“
„Ich denke, Sie haben recht“, sagte Elizabeth sanft. „Wenn Sie hier entlang kommen wollen ...“

Sie streckte eine Hand aus, um ihnen den Weg zu zeigen und der General klippte eine dünne Kette von seinem Gürtel los, befestigte sie zu Johns absoluter Verblüffung und Rodneys kaum unterdrücktem Ausdruck des Ekels an dem schmalen Lederhalsband, das um Dr. Sheppards Hals geschmiegt lag. Dr. Sheppard machte ein leises Geräusch und lehnte sich gegen seinen Gatten. Dann verließen die beiden gemeinsam den Raum, folgten Elizabeth – mit Dr. Sheppard, der einen weiteren zornigen Blick in Rodneys Richtung schoss.

John sah ihnen nach, bemühte sich immer noch, das alles zu verarbeiten.
„So ... die scheinen nette Jungs zu sein“, meinte er schließlich, sah zu Rodney. „Na ja, wenn Sie die ganze Leine und Halsband-Sache ignorieren.“
Rodney warf ihm im Gegenzug einen vernichtenden Blick zu, drehte ihm dann seinen Rücken zu und begann, das QDG intensiv zu studieren, ignorierte den Colonel geflissentlich.
„Okay, dann“, sagte John, wandte sich um und verließ den Raum.

***
Rodney trödelte so lange wie möglich, aber schließlich, nachdem Elizabeth ihn angerufen und ihm erklärt hatte, dass Dr. Sheppard einige seiner Kleider zu überlassen, ein Befehl wäre und keine Bitte, verließ er das Labor und ging in sein Quartier. Der Apfel lag immer noch in seinem abgeklebten Quadrat und er trat ihn mit seinem Fuß grausam weg. Noch immer war er nicht vollkommen sicher, wie das passiert war und er hasste es, vor all diesen Menschen wie ein Idiot auszusehen – und mehr als alles andere hasste er Dr. Sheppard.
„Dämliche, gelockte Haare“, murmelte er, holte ein paar Kleidungsstücke aus seinem Schrank und schleuderte sie zornig auf das Bett. „Siehst du – deshalb lasse ich sie nicht mehr wachsen. Sieht dämlich aus.“

Er fand eine Ersatzjacke und warf sie auf den Stapel.
„Ich möchte nicht tot in dem gesehen werden, was du trägst“, äffte er nach. „Ich würde dich recht gern tot sehen“, murmelte er. „Dich und dein dämliches gelocktes Haar und diese lächerliche Tätowierung und ... entschuldige mal ... schwul. Schwul und tätowiert und ...“
Sein Geist wollte nicht mal dem anderen Teil nachgehen, dem Teil mit dem Halsband und der Leine, dem Teil, der einfach zu fremdartig für Rodney war, um überhaupt darüber nachzudenken, also beließ er es dabei.

Er sammelte den kleinen Kleiderstapel ein und wanderte steif den Korridor entlang zu dem Zimmer, das Elizabeth den Neuankömmlingen zugewiesen hatte.

Der General ließ ihn ein und schenkte ihm ein dankbares Lächeln, als er die Kleidungsstücke in Rodneys Armen sah. Rodney deponierte sein Geschenk auf dem Bett, bemerkte dabei, dass der Colonel schon vorbeigeschaut haben musste, weil ein weitrer Kleiderhaufen dort lag.

Rodney richtete sich auf und nickte dem General steif zu, bevor er sich zum Gehen wandte. Als er das tat, tauchte Dr. Sheppard aus dem Badezimmer auf.
„Sieht ziemlich genauso aus wie zu Hause“, sagte er dem General, bevor er Rodney bemerkte. „Oh. Du bist hier“, murmelte er.
„Bringe bloß die Kleider vorbei, in denen du nicht tot gesehen werden willst“, erklärte ihm Rodney.
„Ich denke nur, dass sie mir ein bisschen zu groß sein werden, das ist alles“, meinte Dr. Sheppard betont. „Ich bin ein paar Kilo leichter als du. Du hast dich irgendwie gehen lassen.“
„Das genügt, Rodney“, sagte der General streng. „Anderes Universum – gleiche Regeln, denk daran.“
Dr. Sheppard warf ihm unter seinen Wimpern hervor einen Blick zu, seufzte dann.
„Okay. Ich bin einfach ... wirklich, wirklich wütend deswegen.

Stell dir vor, wie du dich fühlen würdest“, erklärte er Rodney. „Du bist in deinem Quartier, hoffst auf ein bisschen Ruhe und Erholung mit deinem Gatten, der vier Tage lang ohne dich außerweltlich unterwegs war – also hast du einiges nachzuholen – und das nächste, was du weißt, gerade, als du auf deine Knie gehen und ihm zeigen willst, wie sehr du ihn vermisst hast ... wirst du hochgehoben und in ein komplett anderes Universum geschleudert. Und alles nur, weil jemand ein bisschen unvorsichtig war und nicht wusste, in welche Antikergeräte er seine Finger steckt.“
„Manche von diesen Dingen muss ich wirklich nicht wissen“, sagte ihm Rodney steif, versuchte das Bild seines Doppelgängers, der vor dem General niederkniete und nach dem Reißverschluss seiner engen Lederhose ausgriff, aus seinem Geist zu verbannen. „Aber es tut mir leid“, murmelte er schuldbewusst. „Ich wusste wirklich nicht, was passieren würde. Ich kann verstehen, dass es ... eine Unannehmlichkeit ist.“

„Und was wirklich ärgerlich ist ... wenn du es nur zehn Minuten früher gemacht hättest, wären wir nicht einmal in unserem Quartier gewesen“, setzte der andere Rodney nach. „Nur zehn Minuten!“
„Allerdings hatten wir wirklich Glück, Rodney“, warf der General leise ein, legte einen Arm um seines Ehemannes Oberkörper und zog ihn an sich.
Sein Rodney lehnte sich an ihn, hob eine Hand, um den Arm seines Gatten liebevoll zu berühren.
„Hmm, wie das?“ fragte er, sah zu seinem Ehemann auf.
„Na ja, falls Dr. McKay das Gerät fünf Minuten früher aktiviert hätte, bist du, soweit ich mich erinnere, allein im Zimmer gestanden, genau dort, wo wir entführt wurden. Du wärst einfach verschwunden und ich hätte keine Möglichkeit gehabt festzustellen, wo du abgeblieben bist – und du wärst hier auf dich allein gestellt.“

Die Muskeln in seinem Arm verspannten sich sichtbar, als er das sagte und der Ausdruck in des anderen Rodneys Gesicht ließ Rodney ihn tatsächlich bedauern – seine blauen Augen waren kurz gesagt verzweifelt, als er diesen Gedanken erwog.
„Na schön ... okay, dann ... trotz allem noch Glück gehabt“, quietschte er.
„Wie ich sagte – es tut mir leid“, sagte Rodney den beiden, meinte es ehrlich. Er konnte sich vorstellen, wie aufgebracht und seltsam er sich fühlen würde, falls das selbe ihm zugestoßen wäre. „Falls ihr noch etwas braucht ...“

„Da gibt es tatsächlich etwas“, antwortete der General. „Da sind einige Toiletteartikel im Badezimmer, aber Rodney hat recht – ich war vier Tage außerweltlich unterwegs und es gibt da ein paar Dinge, die ich mit ihm anstellen möchte ... wäre es dir möglich, uns mit Schmiere zu versorgen?“
Rodney starrte ihn geschockt an.
„Was?“ stammelte er endlich.
„Gleitmittel?“ präzisierte der General in überraschtem Tonfall.
„Ich habe keine Ahnung, wieso du denkst, dass ich welches habe!“ rief Rodney aus, fühlte seine Wangen schon bei dem Gedanken heiß werden.
Der General runzelte seine Stirn. „Entschuldige, dass ich das sage, aber ihr Leute scheint ziemlich altmodisch mit allem zu sein, was mit Beziehungen oder Sex zusammenhängt“, kommentierte er. „Erst seid ihr ausgeflippt, als ich sagte, Rodney wäre mein Ehemann, dann wurdet ihr richtig nervös, als ich sagte, ich wäre sein Top und jetzt siehst du aus, als ob du gleich einen Schlaganfall kriegst, weil ich sagte, ich brauche etwas Gleitmittel, damit wir Liebe machen können.“
„Ich kriege keinen Schlaganfall. Meine Leute sind wirklich, wirklich cool mit der ganzen schwuler Sexsklave-Angelegenheit“, widersprach Rodney mit hoher Stimme. „Wir kennen all das Zeug und haben kein Problem damit“, fügte er hinzu.

„Okay – erstens, kein Sexsklave“, begann der andere Rodney in ärgerlichem Ton. „Zweitens, ich bin nicht überrascht, dass du kein Gleitmittel hast, weil es vollkommen klar ist, dass dir niemand nahe kommen, schon gar nicht mit dir Liebe machen will.“
Rodney spürte sein Temperament bei diesen Worten unkontrollierbar hochschießen.
„Tja, drittens“, schnappte er zurück, seine Stimme zitternd, als sie eine Oktave hochging, „habe ich kein verdammtes Gleitmittel, weil ich kein verdammtes Gleitmittel brauche, weil ich nicht, du weißt schon, nicht – schwul bin“, knurrte er. „Ich schlage vor, ihr bittet Carson darum, wenn er eure Untersuchung macht.“
Mit diesen Worten wirbelte er auf dem Absatz herum und stürmte aus dem Zimmer.

***
Carson Beckett holte scharf Luft, als die beiden Neuankömmlinge die Krankenstation betraten. Er war vorgewarnt worden, was er zu erwarten hatte, dennoch konnte er nicht abstreiten, dass es verdammt seltsam war. Diese Männer ... sie sahen den beiden Männern mit denen er die letzten paar Jahre zusammengearbeitet hatte, so ähnlich. Und dennoch ... der andere John hielt eine silberne Leine, die an einem Lederhalsband um des anderen Rodneys Hals befestigt war und der andere Rodney lehnte sich liebevoll an ihn mit einer Zuneigung in seinen Augen, die Carson niemals dachte, in den Augen ihres eigenen Rodneys gesehen zu haben. Auch ihre Kleidung war eigenartig – sie betonte ihre Körper stärker, ohne auf irgendeine Art obszön oder geschmacklos zu sein. Das gesamte Tableau entwickelte sich zu etwas vollkommen Fremdartigem, während es gleichzeitig gespenstisch vertraut war, und das war genau, was es so verwirrend machte, dachte Carson.

„Hey, Carson“, grüßte der neue John locker, lächelte ihn an.
„Ah ... General Sheppard“, nickte Carson nervös.
Dieser John zeigte ein anderes Verhalten als ihr John. Er schien sehr kontrolliert, zurückhaltend und weniger vorlaut, während er immer noch etwas von dem lässigen Charme ihres Johns an sich hatte.
„Das ist ziemlich formell. Nenn mich John“, meinte der General mit einem breiten Grinsen. „In unserem Universum bist du einer unserer engsten Freunde. Ich finde es eigenartig zu hören, wenn du mich General nennst.“
„Richtig. Okay. John“, nickte Carson unsicher. „Und, ah ... Rodney.“ Er nickte dem anderen Mann zu.
„Carson.“ Der neue Rodney runzelte seine Stirn. „Ich hoffe, das dauert nicht lange. Ich meine, ich verstehe all das langweilige Protokoll-Zeug, aber, weißt du, es ist ziemlich klar, wer wir sind und woher wir kommen. Und es ist ja nicht so, als ob wir uns selbst eingeladen hätten – wir wurden mehr oder weniger aus unserer Dimension entführt und je früher ich anfangen kann, das QDG zu reparieren, umso eher können wir wieder heim. Nicht, dass wir nicht eine tolle Zeit hätten, euch Jungs kennen zu lernen, aber ... wir würden wirklich gern so schnell wie möglich verschwinden.“

Carson merkte, dass er sich entspannte. Dieser Rodney, wie ihr eigener, hatte eindeutig ein vorlautes Mundwerk und plante nicht, jemand anderen zu Wort kommen zu lassen.
„Aye, Rodney, das verstehe ich – andererseits muss ich euch beide gründlich untersuchen, nur um mich zu vergewissern, dass ihr keine übertragbaren Krankheiten mitgebracht habt. Außerdem würde ich gern einen DNS-Test machen, um festzustellen, wie weit ihr unserem Sheppard und McKay ähnelt, falls das okay für euch ist? Das ist schließlich ein bemerkenswertes Ereignis und wir wollen so viele Daten wie möglich sammeln.“
„Oh, Gott. Wie lange wird das alles dauern?“ wollte Rodney in ärgerlichem Tonfall wissen.
John legte eine Hand auf seinen Arm. „Das geht in Ordnung, Carson“, sagte er ruhig. „Lass uns anfangen.“

Carson nickte. Er beschloss, mit Rodney zu beginnen – der andere Mann war sichtlich nervös und es wäre eine gute Idee gewesen, sich um ihn zu kümmern, bevor er die Wände hochging. Carson hatte genügend Erfahrung mit ihrem eigenen Rodney, wenn er eine dieser Launen hatte, um zu wissen, wie er ihn behandeln musste.

„Rodney, setzt du dich bitte hierher.“
Er legte eine Hand auf Rodneys Arm und gestikulierte zum Bett. Rodney versteifte sich und sah zu John. Carson hatte das Gefühl, dass er gerade etwas sehr Falsches getan hatte.
„Ah, falls das okay ist?“ sagte er unsicher, starrte von einem zum anderen.
Johns Kiefer verkrampfte sich. „Es ist in Ordnung“, knurrte er. „Nur ... frag mich erst, bevor du ihn berührst, okay?“

Carson zögerte; eindeutig hatte er eine Regel übertreten, von der er nichts wusste. Elizabeth hatte ihm ein paar Instruktionen das Thema betreffend gegeben und er hatte den Befehl erhalten herauszufinden, ob der neue Rodney ein williger Teilnehmer in dieser seltsamen Beziehung war und er nicht misshandelt wurde. Doch es würde schwer werden, irgendetwas herauszufinden, falls der General so verärgert reagierte, weil er bloß eine Hand auf Rodneys Arm gelegt hatte.

„Tut mir leid“, meinte Carson leise. „Aber, wenn ich ihn untersuchen soll, werde ich ihn berühren müssen.“
„Das ist okay. Es ist nur so, in unserem Universum ist es höflich, erst zu fragen und dein Vorhaben klar zu machen“, erklärte ihm der General ernst. „Ich verstehe, dass dies nicht unser Universum ist und ihr andere Bräuche habt. Trotzdem ist es ein Schock für uns, wenn sich Menschen anders verhalten. Wir sind das nicht gewöhnt.“
„Okay.“ Carson atmete tief durch, versuchte, damit klar zu kommen. „Du hast recht, wir kennen eure Bräuche nicht. Es tut mir wirklich leid, falls wir etwas tun, was euch beleidigt. Falls das passiert, könntest du uns vielleicht einfach darauf hinweisen. Es wäre vollkommen unschuldig von unserer Seite.“
Der General entspannte sich ein wenig und nickte. „In Ordnung. Mach nur, Doktor“, sagte er, ließ seine Hand auf Rodneys Nacken ruhen und kraulte ihn.
Rodney lehnte sich zurück in die Liebkosung und Carson hatte einen seltsamen Moment, als er sah, wie ungezwungen sie miteinander umgingen.

„Doktor?“ fragte der General.
Carson schüttelte seinen Kopf. „Entschuldigung. Nur nachgedacht ... falls unser John das mit unserem Rodney machen würde, müsste ich Rodney festbinden und ihm ein starkes Sedativ verabreichen“, meinte er mit einem schiefen Grinsen.
„Jaah, dieser Mann ist derart verklemmt“, murmelte Rodney. „Ich weiß nicht, wie ihr es ertragen könnt, ihn um euch zu haben.“
„Och, er hat einen ganz eigenen, bestimmten Charme“, bemerkte Carson, fühlte sich seltsam verteidigungsbereit für ihren Rodney.

Es war eine Sache für die Menschen in Atlantis, sich über ihn zu beschweren und ihn zu hänseln, aber eine völlig andere, irgendetwas gegen ihn von einem Außenstehenden gesagt zu bekommen. Immerhin war er ihr Rodney und Carson vermutete, sie mochten alle den Wissenschaftler ziemlich gern, selbst, wenn er eine totale Nervensäge sein konnte.

„Er ist unhöflich und unangenehm“, brummte der neue Rodney.
Des Generals Finger schlossen sich zu einem leichten Quetschen um seines Ehemannes Nacken.
„Er ist ungefähr wie du, als ich dich das erste Mal traf“, sagte er.
„Oh, bitte! Das ist so was von nicht wahr!“ gab Rodney mit einer Stimme zurück, die ihrem Rodney so ähnlich war, dass Carson ein Grinsen nicht unterdrücken konnte.
„Ich denke, daran liegt es wahrscheinlich, dass du ihn nicht magst“, setzte der General mit einem eigenen Grinsen nach.
Rodney sah ihn böse an, schoss dann Carson einen ähnlich wütenden Blick zu, als er sein Grinsen sah.

Carson nahm eine Blutprobe von Rodney und sah dann besorgt zum General.
„Falls du nichts dagegen hast, John, würde ich Rodney gern allein untersuchen“, meinte er.
„Warum? Ich ziehe es vor, anwesend zu sein, wenn du ihn anfassen willst“, antwortete John.
„Das ist einer unserer Bräuche“, erläuterte ihm Carson. „Wir haben etwas, das Arzt/Patienten-Vertrauensverhältnis genannt wird. Vielleicht gibt es etwas, das Rodney mir mitteilen möchte, sich aber unbehaglich fühlt, darüber vor dir zu sprechen.“
John starrte Carson verständnislos an. „Was zum Beispiel?“ fragte er in verwirrtem Ton.
„Keine Ahnung. Alles mögliche“, zuckte Carson seine Schultern, warf Rodney einen Seitenblick zu.
Rodney schenkte ihm einen ebenso leeren Blick. „Ich kann mir nichts vorstellen“, sagte er. „Was könnte es geben, von dem ich nicht wollte, dass John es erfährt?“
„Keine Ahnung“, wiederholte Carson, merkte, dass sie diesbezüglich absolut nicht die selbe Wellenlänge hatten und dass er es nicht fertig brachte, das besser zu erklären, als er es schon gemacht hatte.

Andererseits drückten auch Elizabeths Befehle auf sein Gewissen. Sie hatte ihn gebeten, sich zu vergewissern, dass dieser neue Rodney okay war – dass er nicht eine Art Sklave war, der befreit werden wollte. Und Carson wusste nicht, wie er das feststellen konnte, falls der General sich während seiner Untersuchung hier herumtrieb. Falls Rodney in diese Beziehung gedrängt worden war, würde er in der Anwesenheit des Generals nicht frei darüber sprechen können, falls er vor dem Mann Angst hatte – obwohl Carson zugeben musste, dass er nicht wirklich ängstlich aussah.

„Ich muss dich ersuchen, mir zu vertrauen“, sagte Carson schließlich. „Schau, warum gehst du nicht ins Nebenzimmer, John? Du kannst die Türe offen lassen und falls Rodney denkt, ich mache etwas, das ihm unangenehm ist, kann er dich rufen.“
Wenigstens wäre er auf diese Art in der Lage, eine private Unterhaltung mit Rodney zu führen, ohne dass John mithörte.

Der General warf Rodney einen Blick zu, der seine Schultern zuckte.
„Ich habe nichts dagegen“, sagte er. „Wenn es einer ihrer Bräuche ist.“
„Okay“, nickte John endlich. „Ruf mich einfach, falls du mich brauchst.“

Er lehnte sich vor und pflanzte einen festen Kuss auf Rodneys Mund, drehte sich dann um und ging hinaus. Carson stand einen Moment da, versuchte, mit der Tatsache fertig zu werden, dass diese beiden Männer, die seinem eigenen Colonel Sheppard und Dr. McKay so ähnlich sahen, gerade wild miteinander geknutscht hatten. Es war ... ganz einfach seltsam.
„Ist es okay, wenn ich das entferne?“ bat Carson, wendete sich wieder Rodney zu und berührte leicht das Lederband um seinen Hals.
Das Halsband sah nicht unbequem aus, er wollte sich jedoch vergewissern, dass die Haut darunter unverletzt war – und außerdem überprüfen, ob Rodney es abnehmen durfte.
„Okay“, zuckte Rodney seine Schultern.

Carson öffnete die Schnalle und untersuchte das Band einen Moment. Es war aus sehr weichem Leder gefertigt und die Innenseite mit einem gepolsterten Stoff ausgelegt. Es hatte nicht einmal eine Marke auf Rodneys Hals hinterlassen, war also eindeutig nicht zu eng festgemacht oder daran gezerrt worden, um Beschwerden zu verursachen.
„Könntest du dein Shirt ausziehen?“ bat Carson, holte sein Stethoskop heraus.
Er wollte nicht nur Rodneys Herz abhören, sondern auch kontrollieren, dass der andere Mann keine Narben von Misshandlungen auf seinem Körper trug.

Rodney tat, was ihm gesagt wurde, zog sich mit ungeduldigen Bewegungen aus. Sein Körper war in besserer Verfassung als der ihres eigenen Rodneys – und es gab keine Anzeichen auf Verletzungen, was das anging, obwohl Carson nicht wusste, was er erwartet hatte oder wonach er genau suchte. Es war einfach diese Halsband und Leine-Sache, die sie alle verwirrte und zu Elizabeths Sorgen geführt hatte.

Er lauschte Rodneys Herzschlag und prüfte danach seinen Blutdruck.
„Beeindruckend“, murmelte er.
Ihr Rodney war an der Grenze zur Hypertonie, doch dieses Rodneys Herz befand sich eindeutig in besserem Zustand.
„Rodney ... ich wollte dich fragen ...“ Er zögerte, unsicher, wie er sich diesem schwierigen Thema am besten annähern sollte.
„Besteht meine Beziehung mit General Sheppard im gegenseitigen Einverständnis?“ half ihm Rodney aus, verdrehte seine Augen. „Denk nicht, ich habe nicht bemerkt, wie sehr ihr Leute wegen uns ausflippt. Darum geht es in dieser ganzen Arzt/Patienten-Vertrauens-Scheiße, nicht wahr? Und warum ich mein Halsband abnehmen sollte? Willst du meinen Arsch untersuchen, Carson, um sicherzustellen, dass er mich nicht jede Nacht vergewaltigt? Um Gottes Willen! Was ist los mit euch Leuten? Er ist mein Ehemann! Wieso würde ich mit jemandem zusammen sein, der mich misshandelt? Ich bin nicht sein Sklave – ich bin sein Partner. Wir sind Gleichgestellte.“
„Es ist bloß diese Halsband und Leine-Sache“, murmelte Carson, fühlte sich beschämt.
„Was ist damit? Er ist mein Top – es ist wie ... es ist wie ... auf dem Weg hierher sah ich im Korridor zwei eurer Leute und sie hielten Händchen. So ist es für uns. Nicht mehr. Ich begreife nicht, warum euch das verstört – wo ich herkomme, ist das normal. Niemand würde darüber nachdenken.“

„Okay“, nickte Carson. „Entschuldige, falls wir euch beleidigt haben sollten. Wir sind bloß um dein Wohlergehen besorgt, das ist alles.“
„Ich denke, ihr solltet mehr besorgt um euer eigenes Wohlergehen sein“, schnappte Rodney. „Ihr seid alle so verdammt verschlossen. Sieh dich an, Carson! Mein Carson hat nicht die ganze Zeit besorgte Stirnfalten. Er würde darüber lachen, wenn er das sehen könnte. Ihr seid die ganze Zeit gestresst, ohne es überhaupt zu bemerken.“
„Du könntest recht haben“, sagte Carson in versöhnlichem Ton.
„Das habe ich normalerweise“, gab Rodney betont zurück. „Nun, darf ich mein Shirt wieder anziehen, oder war da noch etwas, das du sehen wolltest?“
„Nein. Es ist okay. Mach nur“, seufzte Carson.

Das war wirklich nicht sehr gut gelaufen, obwohl er Elizabeth wenigstens berichten konnte, dass dieser Rodney nicht mehr ein Opfer war als ihr eigener.

Carson rief John wieder rein, untersuchte ihn und entnahm ihm eine Blutprobe, beendete es dann, fühlte sich ziemlich erleichtert. Allerdings war er verblüfft von Rodneys Worten – es war seltsam, an ein anderes Selbst in einem anderen Universum zu denken, der ein anderes Leben führte. Er fragte sich, wie dieser andere Carson war. Wanderte er mit einem Halsband herum am Ende einer Leine, die jemand anderer hielt? Konnte er möglicherweise damit glücklich sein? Carson dachte es nicht. Nun hatte er wenigstens ein besseres Verständnis, wie ihr eigener John und Rodney sich fühlen mussten, konfrontiert mit einem derart herausfordernden alternativen Anblick ihrer selbst. Carson machte eine mentale Notiz, nach ihnen zu sehen und festzustellen, wie die beiden damit fertig wurden, ihre Alter Egos in der Basis zu haben.

„Nur noch eine Sache“, bat der General, rollte seinen Ärmel runter, nachdem Carson ihm Blut abgenommen hatte. „Wir brauchen Gleitmittel. Ich bat Dr. McKay vorhin darum, aber er wurde fast ohnmächtig und sagte, ich sollte dich fragen.“
„Aye, das klingt nach Rodney“, sagte Carson mit einem schiefen Lächeln. „Natürlich kann ich euch etwas geben. Braucht ihr auch Kondome?“
„Warum zum Teufel sollten wir Kondome brauchen?“ schnappte Rodney. „Außer ... oh, Gott, in diesem Universum können Männer doch keine Babys bekommen, oder?“
„Nein, Rodney“, sagte Carson, bemühte sich, nicht zu lachen. „Nein ... ich habe die Kondome für sicheren Sex angeboten. Um sexuell übertragbare Krankheiten zu vermeiden?“ half er nach, als er bemerkte, dass beide Männer immer noch verständnislos aussahen.
„Wir befinden uns in einer monogamen Beziehung, Doc“, erklärte ihm John. „Das ist also wirklich kein Thema für uns. Trotzdem danke.“ Er nahm die Gleitmittel-Tube, die ihm Carson hinhielt.

„Oh, und noch eine Sache ... Dr. McKay nennt uns dauernd ... wie war das Wort, Rodney?“ Er sah zu seinem Ehemann.
„Schwul“, antwortete Rodney säuerlich. „Was bedeutet das? Ist das eine Art Beleidigung? Ich wette, das ist es.“
Carson sah sie eine Sekunde an, unterdrückte wieder einmal verzweifelt den Drang zu lachen.
„Ah, nein ... es ist nicht wirklich eine Beleidigung. Es ist ein Ausdruck, mit dem wir Menschen gleichen Geschlechts bezeichnen, die eine sexuelle Beziehung führen. Es ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Homosexualität. Ich nehme an, es ist keine Bezeichnung, die ihr in eurem Universum verwendet?“
„Nein“, schüttelte John seinen Kopf. „Nie davon gehört. Warum ist es von Bedeutung, ob Menschen des selben Geschlechts eine Beziehung führen? Ist das hier wichtig?“
„Ja“, seufzte Carson. „Es wird mehr und mehr akzeptiert, aber es bestehen immer noch eine Menge Tabus gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen. Das ist wahrscheinlich teilweise der Grund, warum Rodney so durchdrehte, als du ihn um Gleitmittel gebeten hast. Menschen fühlen sich unbehaglich bei dem Thema.“

„Oh, Gott, ihr Leute – ihr habt alles auf den Kopf gestellt“, knurrte Rodney. „Ihr habt noch nicht herausgefunden, ob ihr Tops, Bottoms oder Wechsler seid, was – Hallo! – viel wichtiger ist als das Geschlecht der Menschen, mit denen ihr schlaft. Und ihr rennt schreiend davon, falls jemand Sex erwähnt. Ich habe keine Ahnung, wie ihr den Tag übersteht.“
„Wir kommen zurecht“, sagte Carson abwehrend. „Ich denke, wir haben einfach sehr unterschiedliche Ansichten über zwischenmenschliche Beziehungen.“
„Tja, offensichtlich“, murmelte Rodney.

„Eine Sache beschäftigt mich ...“ Carson biss auf seine Lippe, unsicher, ob er darauf eine Antwort wollte oder nicht. „Wo wir beim Thema Beziehungen sind ... ah ... euer Carson ... hat er in eurem Universum eine Beziehung?“
Der General grinste ihn an. „Ja. Er hat kürzlich geheiratet“, sagte er, schlug freundschaftlich gegen Carsons Arm.
„Oh, aye? Wen?“ Carson hoffte, seine Stimme würde nicht als Quietschen rauskommen.
„Colonel Caldwell“, antwortete John.
„Was?” Carson starrte ihn an, unsicher, ob er entsetzt oder geschmeichelt war.
„Hier bist du nicht mit ihm zusammen, ha?“ erkundigte sich John.
„Nein, ich bin Single“, antwortete Carson.

„Na schön, in unserem Universum bist du schwer vergeben. Du konntest deine Augen nicht von dem Colonel nehmen, von dem Moment, als die Dädalus eintraf. Erst dachten wir, du wärst richtig besorgt um die Gesundheit der Dädalus-Besatzung, mit all den Tests, die du durchgeführt hast. Dann erkannten wir, es war ihr kommandierender Offizier, an dem du eigentlich interessiert warst. Für eine Weile habt ihr es geheim gehalten, weil ihr beide sicher sein wolltet.“
„Oh, Gott.“ Carson setzte sich mit einem Plumps. „Colonel Caldwell? Tatsächlich?“ fragte er, fühlte seine Brust sich verengen. „Oh, Gott“, sagte er noch einmal, stellte sich vor, hinter dem großen, imposanten Colonel herzuwandern, am Ende der Leine des anderen Mannes.
Nun konnte er wirklich nachempfinden, wie sich der arme Rodney fühlte, seit diese beiden Männer in Atlantis waren. Es war einfach ... lästig.

„Bedeutet das ... trage ich ein Halsband wie Rodney?“ wollte Carson wissen, strich abwesend mit einer Hand über seinen Hals.
John lachte brüllend. „Nein! Idiot! Du bist der Top des Colonels!“ rief er, klatschte herzhaft Carsons Arm, als ob er gerade einen guten Witz erzählt hätte.
„Was?“ Carson saß da wie erstarrt. „Was?“ wiederholte er leer.

Er fand es schwer sich vorzustellen, am Ende von Caldwells Leine zu sein, fand es jedoch absolut unmöglich sich vorzustellen, dass er eine Leine am Halsband des groß gewachsenen Colonels befestigte und ihn daran herumzog.
„Bist du sicher?“ Er runzelte seine Stirn.
„Natürlich!“ versicherte ihm John. „Ich war Trauzeuge bei eurer Hochzeit. Ich selbst habe dir deinen Gürtel umgeschnallt.“
„Meinen Gürtel?“ Carson spreizte seine Arme, war verwirrt.

John zeigte auf seinen eigenen, dicken, schwarzen Ledergürtel, von dem verschiedenste Ausrüstungsgegenstände baumelten.
„Deinen Gürtel“, wiederholte er. „Das ist unser Brauch – der Trauzeuge oder die Trauzeugin macht am Hochzeitstag dem Top das Geschenk des Gürtels. Deshalb sagen wir manchmal den Gürtel umschnallen, wenn wir uns auf zwei Menschen beziehen, die heiraten. Ich vermute, ihr habt nicht den selben Ausdruck?“
„Ah ... nein ... wir sagen die Bande knüpfen“, meinte Carson schwach.
„Welche Bänder knüpft ihr?“ fragte Rodney, stupste neugierig mit seinen Fingern gegen einige der Reagenzgläser, die auf dem Tisch standen.
„Oh ... es sind keine echten Bänder. Es sind eher metaphorische Bande, denke ich“, runzelte Carson seine Stirn.

John betrachtete ihn eingehend, als ob er dachte, dies wäre eine weitere Sache, die ernsthaft seltsam in Carsons Universum war.
„Na ja, unserer ist ein echter Gürtel“, zuckte er seine Schultern. „Der, den du mir gegeben hast, als du Trauzeuge bei unserer Hochzeit warst, war ausgesprochen gut ausgestattet, aber andererseits kanntest du Rodney sehr gut und dachtest offensichtlich, ich brauchte jede Hilfe, die ich kriegen konnte!“ lachte er.
„Ausgestattet?“ fragte Carson, warf einen Blick auf den Gürtel.
„Ja.“ John hakte seine Finger in die Schlaufen des Gürtels. „Klammern, Klips, Leine, Riemen“, zählte er auf, wies auf die verschiedenen baumelnden Gegenstände und endete bei dem schwarzen Lederriemen, der daran runterhing.
Er sah zu Rodney, der zurückgrinste.
„Manchmal hat er seine Hände mit mir voll“, meinte Rodney mit einem Schulterzucken.
„Er schlägt dich?“ fragte Carson in ersticktem Ton.
„Natürlich nicht“, seufzte Rodney. „Er verpasst mir eine Tracht Prügel. Großer Unterschied.“
„Er liebt es!“ lachte John.
„Na ja, meistens liebe ich es. Manchmal nicht – wenn ich bestraft werde“, fügte Rodney hinzu, schlang einen Arm um seines Gatten Taille und sah ihn liebevoll an.

„Oh, Gott, Carson, nicht wieder dieser Blick! Wie bestraft ihr jemanden, wenn er Mist baut?“
„Wir ... ah ... meinst du, wenn wir beruflich etwas falsch machen?“ fragte Carson verwirrt zurück.
„Wenn du etwas auf irgendeine Art vermasselst“, hob Rodney seine Schultern. „Angenommen, jemand bestiehlt einen anderen?“
„Na ja ... wir haben eine Brigg“, sagte Carson unsicher. „Und auf der Erde haben wir große Gefängnisse, in denen wir die Menschen einsperren, welche die Gesetze unserer Gesellschaft übertreten haben und ... Was?“ sagte er, als er das Entsetzen in ihren Gesichtern bemerkte.
„Ihr haltet Menschen eingeschlossen? In Käfigen?“ wollte John wissen, klang fassungslos.
„Na ja, keine Käfige ... Zellen“, widersprach Carson abwehrend.
„Wie Tiere?“ sagte Rodney in ersticktem Tonfall. „Ihr haltet sie von ihren Familien und Geliebten fern? Von ihren Ehemännern und -frauen?“ Er klang absolut entsetzt.
„Aye.“ Carson spreizte seine Arme. „So machen wir das eben.“
„Und du denkst, wir sind seltsam“, murmelte Rodney.

„Wie macht ihr das denn?“ wollte Carson wissen, versuchte, so wenig vorverurteilend wie möglich zu klingen, da es hier offensichtlich eine Kluft zwischen den Kulturen gab, für die es einige Zeit und Mühe brauchen würde, sie zu überbrücken.
„Tja, falls Rodney Mist baut, bestrafe ich ihn“, zuckte John seine Schultern. „Ich bin sein Top, daher ist er meine Verantwortung.“
„Du sprichst von körperlicher Züchtigung?“
„Selbstverständlich. Der Riemen dient nicht nur zur Show“, sagte John leichthin.
„Und angenommen, du würdest ihn nicht bestrafen?“ fragte Carson, ehrlich neugierig. „Angenommen, er hat etwas getan – wie Stehlen – und du weigerst dich, ihn zu bestrafen? Würde jemand anderer ihn bestrafen?“
„Nein!“ schüttelte John seinen Kopf. „Niemand außer mir darf ihn berühren. Falls ich mich weigere, ihn zu bestrafen, würde ich stattdessen gezüchtigt werden“, hob John seine Schultern. „So funktioniert es.“
„Wer würde dich züchtigen?“ runzelte Carson seine Stirn. „Rodney?“
„Nein!“ fauchten Rodney und John.
„Nein – der Top mit dem höchsten Status, dem ich unterstellt bin, würde mich züchtigen. Das ist vor gar nicht so langer Zeit geschehen. Mylady Elizabeth hat mich bestraft.“

John sah zu Rodney, der seltsam still geworden war, seinen Kopf hängen ließ.
„Aber diese Geschichte heben wir für später auf“, meinte John sanft. „Komm, Rodney, ich denke, es ist Zeit, dass wir in unser Quartier gehen und diese Wiedervereinigung feiern, stimmt’s?“
Rodney atmete tief ein und sah dann mit einem Grinsen auf.
„Klingt gut für mich“, sagte er.
„Danke, Doc. wir sehen uns später – in der Kantine?“ fragte John.
„Aye, natürlich“, nickte Carson.

Carson sah sie weggehen, überlegte, was für ein großartiges Paar sie abgaben. Sie sahen so zufrieden miteinander aus, so richtig. Der General hatte einen Arm um seines Gatten Schultern geschlungen, Rodneys Arm war um des Generals Taille gelegt und sie unterhielten sich mit leisen, verschwörerischen Stimmen. Niemand konnte die ehrliche und offensichtliche Zuneigung anzweifeln, die sie füreinander empfanden. Wenigstens konnte Carson diesbezüglich sein Gewissen beruhigen. Er hatte keine Probleme, Elizabeth zu berichten, dass – obwohl diese Beziehung für sie seltsam erschien – sie vollkommen im beiderseitigen Einverständnis bestand und dass, wo sie herkamen, ihr Verhalten vollkommen normal war.
„Colonel Caldwell andererseits ...“ Carson setzte sich in seinem Stuhl zurück, fühlte sich verwirrt. „Colonel Caldwell?!“

Nächstes Kapitel: Aufeinanderprallen der Kulturen

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