Pairing: Skinner/Mulder
Rating: NC-17
Kategorie: BDSM-Slash
Warnung: Diese Serie enthält grafische Szenen der BDSM-Erotik
Inhalt: Mulders Drang nach immer extremeren Erregungen lassen ihn den ultimativen Spieler in DC aufsuchen – ein mysteriöser Top, der legendär in der BDSM-Szene ist. Doch Mulder muss einen hohen Preis für das bezahlen, was er will.
Disclaimer: Die Charaktere Mulder, Skinner, Scully etc. gehören Chris Carter und 1013. Die Geschichte und Ideen gehören der Autorin.
Zwischenspiel: Es war die Freitagnacht vor Weihnachten,
und überall im Weißen Haus …
Inhalt: Walter und Fox sind zu einer Weihnachtsparty ins Weiße Haus eingeladen, wo sie Leo und Jed treffen ...
Mulder ließ sich lange Zeit, die kleinen Perlmutt-Knöpfe an seines Meisters gestärktem, weißen Smokinghemd zu schließen, dann glättete er die Baumwolle über seines Meisters breiter Brust, genoss das exquisite Gefühl der nun unter dem kühlen Stoff verborgenen Muskeln. Er griff nach den beiden geschmackvollen Manschettenknöpfen, die auf dem Nachttisch lagen und grinste vor sich hin, während er sie durch seines Meisters Ärmel fädelte. Skinner hatte die Manschettenknöpfe ausgesucht, die er heute Nacht tragen würde und Mulder war entzückt zu sehen, dass es die kleinen goldenen Füchse waren, die er seinem Meister zu dessen Geburtstag geschenkt hatte.
Zufrieden, dass die Passform des Hemdes den hohen Erwartungen seines Meisters entsprach, nahm Mulder die sorgfältig gepresste Hose von ihrem Hänger und hielt sie bereit, damit Skinner hineinsteigen konnte. Mulder befestigte sie um Skinners Taille und nahm sich danach viel Zeit, winzige Fältchen aus der Hose zu bürsten, bevor er nach dem burgunderroten Kummerbund griff, der auf dem Bett lag. Er schlang ihn um seines Meisters prächtigen Waschbrettbauch und zog danach die Schleife aus der kleinen Schachtel, in der sie aufbewahrt wurde.
Er verbrachte beträchtliche Zeit damit, sie um seines Meisters breiten Hals zu binden, vergewisserte sich, dass sie vollkommen gerade war, was einige Minuten nachdenklicher Konzentration in Anspruch nahm. Er war derart in seine Aufgabe vertieft, dass er völlig seines Meisters amüsierten Blick übersah. Er liebte es, seinen Meister anzukleiden und verlor sich in jedem Detail, Skinner in frisch gewaschene Kleidung zu helfen, die seines Meisters fein gearbeitete Gestalt perfekt betonte.
Nachdem er die Schleife gebunden hatte, kniete er zu seines Meisters sockenbewehrten Füßen nieder und dirigierte ihn in das Paar blitzende, hochglanzpolierte Schuhe, die auf ihn warteten. Schließlich hielt Mulder die Smokingjacke seines Meisters für ihn bereit und Skinner steckte seine Arme hinein, ließ Mulder herumfummeln, den Stoff glatt streichen. Endlich fertig trat Mulder einen Schritt zurück und stieß ein Seufzen der totalen Anbetung aus.
„Meister sieht wie immer prachtvoll aus“, murmelte er, verloren in seiner Betrachtung von Skinner in formeller Kleidung.
„Ah! Es spricht“, lachte Skinner laut auf. „Ich habe mich schon gefragt, wann du aus deiner Anbetung aufwachen würdest, Fox.“
Mulder sah seinen Meister überrascht an.
„Du warst komplett in dem Moment verloren!“ grinste Skinner. „Als ob du in Trance gewesen wärst! Ich habe kein Wort gesagt aus Angst, dich zu wecken.“
„War ich nicht!“ protestierte Mulder. „Ich habe nur ...“
„Die volle Kraft dieser erstaunlichen Konzentrationsfähigkeit, die du besitzt, deiner Aufgabe gewidmet. Ich weiß“, grinste Skinner, griff nach seinem Sklaven aus und pflanzte einen festen Kuss auf Mulders Lippen.
Mulder streckte seine Hände aus, um zu verhindern, dass sein nackter Körper Kontakt mit seines Meisters sorgfältig gepflegter Gestalt fand.
„Was soll das?“ fragte Skinner gefährlich. „Verweigert mein Sklave seinem Meister seine Grundrechte?“
„Nein!“ sagte Mulder hastig. „Ich will nur nicht Ihren Smoking verknittern.“
„Hmmm, na schön, ich würde gern dich verknittern ...“, grinste Skinner, zog eine Hand über seines Sklaven nackte Haut, verursachte eine Gänsehaut. „Aber wir haben wirklich keine Zeit. Du bist noch nicht angezogen, Junge.“
„Das dauert nur ein paar Minuten“, meinte Mulder abwertend, warf einen Blick auf seinen eigenen Smoking, den sein Meister für ihn auf dem Bett bereitgelegt hatte – dann lachte er laut auf.
„Was?“ grinste Skinner, hielt seinen Sklaven weiterhin mit seinen großen Armen umschlungen.
„Ich dachte nur gerade – wenn ich Sie anziehe, ist es normalerweise, weil wir zu einer Szene-Party gehen und Sie haben ein abstoßendes ... ah, ich meine äußerst enthüllendes aber wahrscheinlich sehr hübsches Kostüm für mich rausgelegt“, grinste Mulder. „Wie die Lederhose mit dem weggeschnittenen Hosenboden, damit mein nackter Hintern zur Schau gestellt wird. Oder dieses lächerliche Gummi-Top, das meinen Bauch nicht bedeckt, oder schlimmer ...“, er schauderte, „die Haremshose.“
„Was hast du gegen die Haremshose?“ wollte Skinner wissen. „ich liebe dich in der Haremshose.“
„Ich sehe aus wie ein Statist aus einem wirklich schlechten Film“, murrte Mulder.
„Tja, heute Nacht wirst du wie ein Filmstar aussehen“, kommentierte Skinner, sah zu dem auf dem Bett liegenden Smoking.
„Es ist einfach seltsam!“ sagte Mulder kopfschüttelnd. „Sich rauszuputzen und nicht hinaus in die Szene zu gehen.“
Widerstrebend löste er sich aus seines Meisters Armen, trat zum Bett und begann sich anzuziehen.
„Bevor du dich anziehst ...“, meinte Skinner.
Mulder drehte sich mit einem fragenden Blick um.
„Bring mir das Paddel – wir haben noch etwas zu erledigen“, eröffnete ihm Skinner.
Mulders Herz machte einen kleinen Satz.
„Meister?“ fragte er leise. „Habe ich etwas falsch gemacht?“
„Noch nicht“, lächelte Skinner. „Und dabei wollen wir es belassen. Daher dachte ich, ich gehe ein paar der Regeln für die heutige Party durch, bevor wir losfahren – um sicher zu gehen, dass du später nicht behaupten kannst, es hätte ein Missverständnis gegeben.“
Mulder hob eine Augenbraue. „Missverständnis?“ wiederholte er.
„Missverständnis“, bestätigte Skinner fest. „In etwa, dass du dich mit weit aufgerissenen Augen zu mir umwendest, während du in Begleitung von sechs bulligen Geheimagenten bist und sagst Oh, Meister, ich wollte Ihnen nur einen Drink holen und muss falsch abgebogen sein und endete irrtümlich im Oval Office. Dann, vollkommen zufällig, öffnete ich die Schreibtisch-Schubladen des Präsidenten, suchte nach Beweisen für eine globale Verschwörung, um die Existenz Außerirdischer vor der amerikanischen Bevölkerung zu vertuschen. Irgendwie, und ich habe keine Ahnung wie, fand diese hochsensible Akte über das Verteidigungsministerium ihren Weg unter meine Smokingjacke.“
Skinner hob eine Augenbraue. Mulder kaute einen Moment auf seiner Lippe, brach dann in Lachen aus.
„Okay, okay“, seufzte er. „Ich behaupte nicht, ich hätte nicht daran gedacht, Meister, aber Sie können mich nicht für meine Gedanken bestrafen.“
„Tatsächlich kann ich dich bestrafen, wofür ich will“, lächelte Skinner freundlich zurück. „Das Paddel, bitte, Fox, und rasch.“
Nachdem er erkannt hatte, dass sein Meister es ernst meinte, rannte Mulder zum Nachttisch und holte das glatte, schwarze Lederpaddel heraus, das sein Meister dort aufbewahrte. Er händigte es Skinner mit einem betrübten Ausdruck in seinen Augen aus.
„Es ist so eine einzigartige Gelegenheit, Meister“, murmelte er. „Ich meine, es ist das Weiße Haus!“
„Ich weiß“, nickte Skinner. „Und du wurdest tatsächlich dorthin eingeladen, Fox, anstatt einbrechen zu müssen, was deine übliche Methode ist, einen Weg in gesicherte Regierungsgebäude zu finden. Du wirst diese Einladung honorieren und nicht versuchen, einen Weg in die Büros des Westflügels zu suchen, um jedwede Papiere zu durchstöbern, die du in die Hände bekommst. Tatsächlich wirst du nichts tun, außer die perfekte Begleitung für deinen Meister zu sein.“
„Na ja, technisch gesprochen haben sie eigentlich nicht mich eingeladen“, grummelte Mulder. „Die haben Sie als Assistant Director des FBI eingeladen und ich bin bloß der Begleiter, den Sie mitbringen dürfen. Nicht in einer Million Jahre würden die mich zu so einer Sache einladen.“
„Ah, du denkst also, der Präsident hat von deiner Reputation gehört und dich persönlich auf die schwarze Liste für alle Partys des Weißen Hauses gesetzt?“ forschte Skinner freundlich, klatschte das Paddel langsam und quälend gegen seine große Handfläche.
„Ah ...“ Mulder starrte das Paddel an. „Nein. Das behaupte ich nicht – obwohl es möglich ist“, grinste er.
„Die Wand“, instruierte Skinner, wirbelte seinen Finger, um anzudeuten, dass sich Mulder zur Wand umdrehen sollte. „Bitte, in die Gnadenstellung, Fox, Arsch raus und nett für mich präsentiert.“
Mulder tat wie befohlen, so rasch er konnte; er hatte aus harter Erfahrung gelernt, dass es keine gute Idee war, seinen Meister warten zu lassen. Er legte seine Hände gegen die Wand und schob seinen Arsch für seines Meisters Aufmerksamkeit raus. Er spürte das Paddel auf seinen Hinterbacken ruhen, kühl und hart.
„In Ordnung, Fox. Bitte, sag mir, was du heute Abend nicht tun wirst“, instruierte Skinner.
„Ah ... zu viel trinken?“ schlug Mulder frech vor.
Das Paddel fand scharf und laut Kontakt mit seinem Arsch und er jaulte laut auf.
„Versuch es noch einmal“, lud ihn Skinner zuvorkommend ein.
Mulder seufzte. „Ich werde mich nicht wegschleichen und in irgendwelche Büros einbrechen, Meister“, sagte er rasch.
Wieder knallte das Paddel runter.
„Weiter, bitte“, kommandierte Skinner.
„Ich werde den ganzen Abend nicht von Ihrer Seite weichen, Meister!“ rief Mulder hastig. „Ich werde der perfekte Sklave sein! Aua!“ jaulte er neuerlich, als das Paddel ein drittes Mal runterkam.
„Du bist immer mein Sklave, Fox, aber heute Nacht musst du außerdem die perfekte Begleitung sein, da wir uns mit Leuten, die nicht in der Szene sind, in der Öffentlichkeit treffen – an keinem geringeren Ort als dem Weißen Haus.“
„Ja, Meister!“ antwortete Mulder schnell, während das Paddel ein viertes Mal Kontakt mit seinem Arsch fand. „Ich werde der perfekte Begleiter sein, Meister!“
Skinner packte eine Handvoll von Mulders Haar und zog den Kopf seines Sklaven sanft von der Wand zurück.
„Versprichst du es?“ verlangte Skinner.
Mulder starrte seinen Meister kopfüber an, dachte, es wäre gleichgültig, wie man ihn betrachtete, Skinner sah immer wie jemand aus, den man nicht verärgern wollte.
„Ich verspreche es, Meister“, murmelte er, ein bisschen schmollend.
„Gut.“
Skinner senkte seinen Kopf und pflanzte einen Kuss auf Mulders kopfüber liegendes Gesicht, seine Lippen pressten sich gegen die seines Sklaven. Stöhnend öffnete Mulder seinen Mund, nur, damit Skinner sich zurückzog und einen weiteren scharfen Schlag auf seinen Arsch lieferte.
„Au! Wofür war das denn?“ beklagte sich Mulder.
„Nur, um dich zu erinnern, dass du wirklich nicht am empfangenden Ende dieses Paddels sein willst, wenn ich zornig bin“, erklärte ihm Skinner grinsend. „Das ist nur zum Spaß – falls du dich heute Nacht nicht benimmst, bekommt dieses Paddel ein richtiges Workout, sobald wir heimkommen. Verstanden?“
Seufzend rieb Mulder das Stechen aus seinem Hintern – dieser letzte Hieb war ernst gemeint gewesen.
„Ja, Meister“, meinte er.
„Gut. Dann geh dich anziehen.“
Skinner gab seinem Sklaven einen weiteren liebevollen Kuss und schickte Mulder los.
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„Sie sind nicht fertig, Sir.“
Leo stand auf der Schwelle des Schlafzimmers des Präsidenten und betrachtete seinen Geliebten stirnrunzelnd. Der Präsident saß in Boxershort, Socken und Smokinghemd auf dem Bett, blätterte durch einige Papiere.
„Nein, ich bin nicht fertig, Leo!“ schnappte Jed in ärgerlichem Tonfall. „Ich habe viel zu viel Arbeit, um mich auf irgendeiner lächerlichen Party herumzutreiben, wenn es Länder gibt, die einander den Krieg erklären und ich mich um alle Arten industrieller Krisen kümmern muss.“
Leo rollte seine Augen und lehnte sich gegen den Türrahmen.
„Niemand hat irgendjemandem den Krieg erklärt, soviel ich weiß, Mr. President, und die einzige industrielle Krise, von der ich weiß ist, dass Ihr Chefkoch gedroht hat, in den Streik zu treten, falls Sie weiterhin darauf bestehen, die Essensvorbereitungen in der Küche zu überwachen.“
„Das war ein einmaliger Vorfall!“ knurrte Jed. „Ich habe bloß vorgeschlagen, dass er vielleicht mehr Oregano verwenden könnte, das ist alles.“
„Hmm.“
Leo schloss die Tür hinter sich und betrat das Schlafzimmer. Er wanderte zum Kleiderschrank des Präsidenten und suchte den Smoking seines Freundes, der dort drin hing, sauber gebügelt. Er holte ihn heraus und legte ihn auf das Bett. Jed betrachtete ihn misstrauisch.
„Ich bin zu beschäftigt, um auf diese Party zu gehen, Leo“, sagte er entschlossen.
„Es ist Weihnachten“, erklärte ihm Leo genauso eisern.
„Erst in fünf Tagen!“ wies Jed hin.
„Es ist Weihnachtsparty-Saison. In dieser Jahreszeit müssen Sie eine Menge Partys besuchen, Sir, und diese ist die jährliche Party, die wir für alle Regierungsabteilungen schmeißen. Sie müssen teilnehmen.“
„Sie ist voller Bürokraten“, knurrte Jed.
„Sie sind ein Bürokrat, Sir“, machte ihn Leo aufmerksam.
„Ich bin der Präsident!“ protestierte Jed.
Leo hob eine Augenbraue.
„Wenn es keine Bürokraten sind, dann sind es Generäle oder FBI-Agenten“, beschwerte sich Jed.
„Was ist falsch an FBI-Agenten?“ erkundigte sich Leo, griff nach dem Smoking, nahm die Hose vom Hänger und öffnete sie.
„Ich bin immer besorgt, dass sie vielleicht eine Geheimakte über mich haben“, antwortete Jed.
„Wahrscheinlich haben sie mehr als eine“, erklärte ihm Leo gelassen, reichte dem Präsidenten seine Hose.
Jed starrte ihn aus verengten Augen an. „Und Sie wollen mit diesen Leuten feiern?“
„Ja, Sir.“
Leo lächelte freundlich und wedelte mit der Hose vor dem Präsidenten. Jed ignorierte sie. Zornig starrte er Leo an, der ihn gelassen betrachtete, auf das wartete, von dem er wusste, es würde als nächstes kommen.
„Leo, es ist Freitag!“ jammerte Jed schließlich.
Leo nickte – genau aufs Stichwort, wie erwartet.
„Ja, das ist es, Sir“, stimmte er zu. „Und?“
„Und ... es gibt andere Dinge, die ich heute Nacht vorziehen würde zu tun, als auf diese verdammte Party zu gehen. Ich bin ausgelaugt, Leo! Diese Woche war ich bereits auf sieben Partys! Können wir ihnen nicht sagen, dass ich krank bin?“
„Sind Sie krank?“ Leo betrachtete ihn genau.
„Nein, aber wir könnten sagen, ich wäre krank“, antwortete Jed.
„Okay.“
Leo legte die Hose auf das Bett, drehte sich um und ging zur Tür.
„Wo gehen Sie hin?“ wollte Jed wissen, ein Hauch Panik in seiner Stimme.
Leo lächelte vor sich hin. Wenn Jed in einer seiner mürrischen Phasen steckte, war es so leicht, wie einem Baby den Lutscher wegzunehmen.
„Ich gehe auf die Party“, antwortete Leo, drehte sich zu seinem widerspenstigen Liebhaber, Sub und Boss um. „Um ihnen zu sagen, dass Sie krank sind.“
„Das ist gut.“
Jed erhob sich, nickte eifrig. „Erzählen Sie ihnen das und hängen Sie eine halbe Stunde rum, danach können Sie sich entschuldigen und ins Blaue Schlafzimmer kommen, wo ich auf Sie warten werde. Dann können wir ...“ Er ließ den Satz offen und schenkte Leo ein Grinsen des puren erwartungsvollen Vergnügens.
„Das denke ich nicht, Sir“, erläuterte ihm Leo ernst. „Ich meine, wenn Sie krank sind, dann muss ich dort bleiben und dafür sorgen, dass alles okay ist. Wir können schließlich nicht beide von einer der größten Partys des Jahres fernbleiben.“
Jed starrte ihn mit einem Ausdruck totaler, erbärmlicher Bestürzung an.
„Sie sind gemein zu mir, Leo“, sagte er. „Was habe ich Ihnen gesagt, betreffend gemein zu mir sein?“
„Sie mögen es nicht, Sir“, antwortete Leo mit einem Kopfschütteln.
„Nein, ich mag es nicht, Leo.“
Jed starrte seinen Stabschef lange Zeit an, dann zerbrach die Maske des widerspenstigen Sub und Jed Bartlet schien wieder durch.
„Entschuldigen Sie, Leo“, seufzte er. „Es ist nur, am Dienstag fliege ich nach Manchester zu Abbey, deshalb werde ich die nächste Freitag-Sitzung auch wieder verpassen und ... na schön, das bedeutet, ich muss zwei Wochen warten, bevor ich wieder Zeit mit Ihnen allein verbringen kann.“ Er sah Leo mit einem betrübten Ausdruck in seinen blauen Augen an.
„Ich weiß, Sir“, meinte Leo sanft. „Aber manchmal passiert das eben. Wir wissen es beide. Das ist eine geschäftige Zeit im Jahr.“
„Aber mussten Sie diese verdammte Party heute Nacht ansetzen?“ grummelte Jed.
Leo zuckte seine Schultern. „Ich habe sie nicht angesetzt, Sir. Diese Dinge werden Monate im voraus arrangiert – manchmal Jahre. Es ist einfach so geschehen.“
„Wahrscheinlich“, seufzte Jed.
„Sehen Sie – wenn die Party vorbei ist, können wir ins Blaue Schlafzimmer gehen. Wir haben weder Zeit noch Energie für eine volle Sitzung, aber wir können etwas tun.“
Leo warf seinem Sub einen taxierenden Blick zu. Er freute sich auf ihre Freitag-Nacht-Sitzungen genauso sehr wie der Präsident und sehnte sich danach, seine Hände an den im Moment halb bekleideten Jed Bartlet zu bekommen und alle Arten unaussprechlicher Dinge mit seinem Körper anzustellen, ihre Jobs kamen jedoch zuerst. Jed wusste das auch – Leo dachte nicht einen Moment, dass Jed seinen Versuch, sich hier rauszuschwindeln, ernst meinte. Er wollte lediglich Leos Aufmerksamkeit und etwas Anerkennung, was er verpasste.
Jed stieß ein schweres Seufzen aus und brachte ein kleines Lächeln fertig.
„In Ordnung. Das ist besser als nichts“, kommentierte er.
„Okay – aber erst müssen Sie sich anziehen und danach müssen Sie runtergehen und für die Dauer der Party Ihr übliches charmantes Selbst zeigen.
„Leo McGarry, sagen Sie mir, ich soll artig sein?“ Jed hob eine amüsierte Augenbraue. „Ich war schon früher auf Partys, Leo, ob Sie es glauben oder nicht. Ich wurde nicht Präsident, ohne zu wissen, wie man sich auf Partys bewegt.“
„Das weiß ich, Sir, aber normalerweise sind Sie nicht in so einer Stimmung“, meinte Leo sanft.
Er wusste, der Präsident war nach einer erschöpfend geschäftigen Woche im Moment angespannt wie eine Sprungfeder. Eine volle Freitag-Nacht-Sitzung wäre für seinen überschwänglichen Geliebten gut gewesen – was ihn noch mehr bedauern ließ, dass sie diesen Abend keine Zeit dafür haben würden. Jed musste runtergebracht werden – soviel konnte Leo aus der Art feststellen, wie er sich im Augenblick verhielt. Noch nie hatte er seinen Liebhaber so nervös und nach dem verlangend gesehen, was Leo ihm geben konnte. Jed konnte seine Bedürfnisse nicht ausdrücken und Leo wusste, sein Geliebter dachte betrübt, dass es zwei Wochen dauern würde, bevor sie Qualitätszeit zusammen verbringen könnten. Und im Moment erschien das Jed wie ein Leben. Er versuchte – wenigstens unbewusst – Leo in irgendeine Art von Reaktion zu provozieren, um ihre verpasste Sitzung zu kompensieren.
„Ich werde das schon machen“, knurrte der Präsident, griff mit mürrischem Gesicht nach seiner Hose.
Leo seufzte und kam zurück ins Zimmer – Jed ging es offensichtlich nicht gut und Leo musste ihn in die richtige Geisteshaltung für die Party bringen. Das letzte, was er wollte war, einen knurrenden Präsidenten auf den ahnungslosen Stab der wichtigsten Regierungsabteilungen von der Leine zu lassen. Im besten Fall fanden sie sich vielleicht einer ausführlichen Biographie von J. Edgar Hoover ausgesetzt, einschließlich all seiner zahlreichen bizarren Fetische und Indiskretionen. Und im schlimmsten Fall ... Leo wagte nicht, daran zu denken, was das worst case scenario sein könnte.
Er fand die Manschettenknöpfe des Präsidenten auf dem Nachttisch und griff danach, wartete geduldig, während Jed seine Hose schloss. Die fahrigen, abgehackten Bewegungen seiner Hände zeigten seine Stimmung nur allzu deutlich. Er machte mit seinen Schuhen weiter, schnürte die Schuhbänder mit einem wilden Zerren und richtete sich dann auf.
„Hier.“ Leo griff nach Jeds Handgelenk, nur, damit es abrupt weggezogen wurde.
„Ich kann meine Manschettenknöpfe selbst festmachen, Leo“, schnappte er.
„Seit wann?“ Leo hob eine Augenbraue. „Wenn Abbey hier ist, macht sie es für Sie und wenn sie unterwegs ist, rufen Sie Charlie, um Ihnen zu helfen. Sie finden sie unpraktisch und außerdem haben Sie nicht die Geduld.“
„Ich habe Geduld!“ protestierte Jed. „Ich bin ein extrem geduldiger Mann!“
Leo starrte ihn an.
„Oh, okay“, gab Jed mürrisch zurück, bot Leo sein Handgelenk dar und ließ seinen Stabschef den Manschettenknopf durch seinen Hemdsärmel fädeln.
„So ... Sie müssen runtergebracht werden“, bemerkte Leo leise, während er arbeitete.
Jed versteifte sich.
„Muss ich nicht. Ich brauche nur ...“ Er runzelte seine Stirn und sah Leo geistesabwesend an.
„Ich weiß, was Sie brauchen“, sagte Leo ruhig. „Ein Wort zur Warnung – reizen Sie mich heute Abend nicht, Sir. Wenn alles gut geht, können wir später gemeinsam etwas Zeit verbringen, aber falls nicht ... na schön, ich will nicht die ganze Nacht im Büro sitzen und Memos an alle Regierungsabteilungen verfassen, in denen ich mich entschuldige, dass Sie sie Ihrer fürchterlichen J. Edgar Hoover-Lektion ausgesetzt haben. Es gibt ein paar Dinge, an die das FBI wirklich nicht gern erinnert wird, Sir.“
Jed grinste. „Ein bisschen Geschichte kann niemandem schaden, Leo“, kommentierte er fröhlich, wedelte mit einer Hand durch die Luft, gerade, als Leo den zweiten Manschettenknopf durch seinen Ärmel fädeln wollte.
Leo legte seine Hände fest auf die Schultern des Präsidenten, versuchte, ihn zu beruhigen, fühlte die nervöse Stimmung des anderen Mannes sich durch seine rastlosen Bewegungen ausdrücken.
„Doch, das kann sie, Sir“, widersprach er bedeutungsvoll.
Jeds Augen weiteten sich.
„Leo! Ich muss heute Abend ein bisschen Spaß mit ihnen haben, wenn ich schon an dieser verdammten Party teilnehme!“ protestierte er.
„Ich habe nichts dagegen, dass Sie Spaß haben, Sir. Gehen Sie nur nicht zu weit“, warnte Leo.
Jed starrte ihn an, ein hinterhältiges Glitzern in seinen Augen.
„Sonst?“ fragte er schelmisch.
„Sonst wird Ihr Arsch dafür büßen“, erklärte ihm Leo.
„Leo – wir sind hier nicht im Blauen Schlafzimmer“, erinnerte ihn Jed. „Die Regeln gelten hier nicht.“
„Nein, das tun sie nicht“, lächelte Leo freundlich, befestigte den zweiten Manschettenknopf und machte sich an das Binden der Schleife. „Aber sie werden später gelten – und ich warne Sie nur, dass ich diesen Freitag Abend von Josiah Bartlet“, er betonte den Vornamen des Präsidenten bedeutungsvoll, „erwarte, sich in der Gegenwart seines Tops angemessen zu benehmen, gleichgültig, wer sonst noch anwesend ist.“
Er glättete die Schleife, griff nach der Smokingjacke des Präsidenten und hielt sie für ihn bereit. Jed schlüpfte mit einem nonchalanten Wedeln seiner Hand hinein.
„Leo, Sie machen zu viel Aufhebens. Ich werde mich heute Nacht perfekt benehmen“, sagte er, wollte zur Tür gehen.
Leo schnappte den Präsidenten, schwang ihn herum und küsste ihn fest auf die Lippen. Einen Moment hing Jed da, dann schlang er seine Arme um Leo und reagierte hungrig. Leo dämpfe den Enthusiasmus des Präsidenten mit seiner ruhigen Kontrolle des Kusses, brachte ihn zu einem Ende, lange, bevor Jed – wie er wusste – dazu bereit war.
„Sie sind schon wieder gemein zu mir, Leo“, seufzte Jed, lehnte sich gegen Leos Schulter.
Liebevoll streichelte Leo das Haar des Präsidenten.
„Das war die Karotte, Sir. Den Stock habe ich schon erwähnt.“
„Dann sagen Sie also, wenn ich artig bin, kann ich mehr Karotten haben?“ grinste Jed.
„Ja, Sir. Viel mehr Karotten“, antwortete Leo mit einem Grinsen von seiner Seite.
„Okay!“ strahlte Jed.
Er zog sich zurück und drehte sich um, Leo klatschte ihm fest auf den Arsch. Stirnrunzelnd blickte Jed über seine Schulter zurück.
„Nur zur Erinnerung, Sir“, erläuterte ihm Leo. „Ich würde es wirklich vorziehen, den Stock nicht verwenden zu müssen, werde es aber tun, falls es nötig ist.“
Jed rollte seine Augen und sie erreichten gemeinsam die Schlafzimmertüre. Leo öffnete sie zuvorkommend für seinen Sub und sie verließen das Zimmer, als Präsident und Stabschef, Leo einen Schritt hinter ihm.
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Mulder sah sich im Saal um, vollkommen gelangweilt. Okay, das mochte das Weiße Haus sein, aber es war trotzdem ein Party und das bedeutete, er musste mit Leuten Small Talk machen, die er noch nie zuvor gesehen hatte – zu seinen besten Zeiten keine von Mulders Stärken. Er musste allerdings zugeben, es war ein gutes Gefühl, mit seinem Meister draußen zu sein. Schulter an Schulter mit Skinner zu stehen, beide exquisit gekleidet ... Mulder genoss die anerkennenden Blicke, die sie erhielten. Natürlich war er daran gewöhnt, da Walter Skinner in seiner toppigen, breitschultrigen Herrlichkeit ständig bewundernde Blicke auf sich zog, wo immer er auch ging, doch Mulder war überrascht herauszufinden, dass einige dieser Blicke auch auf ihn gerichtet waren.
Mulder starrte vor sich hin, während Skinner eine sehr witzige Bemerkung zu einer übertrieben gekleideten Dame machte, die augenblicklich in lautes Kichern ausbrach. Mulder seufzte und versuchte, sich zu konzentrieren. Sein Hemd fühlte sich zu eng um seinen Hals an und er war sicher, dass seine Schleife ihn erwürgte.
„Entschuldigen Sie mich“, meinte Skinner freundlich zu der immer noch kichernden Dame.
Er umfasste Mulders Ellbogen mit einem schraubstockartigen Griff und zog ihn an die Seite.
„Hast du ein Problem mit deinem Hals, Fox?“ erkundigte er sich zuvorkommend.
Mulder überlegte seine Antwort sorgfältig, ziemlich sicher, dass der freundliche Tonfall ein Trick war, um ihn in falscher Sicherheit zu wiegen.
„Ah ... es ist der Kragen“, antwortete er schließlich. „Er ist zu eng, fühlt sich wie ein Würgehalsband an und ich trage nicht gern diese lächerliche Schleife. Wer hat diese Dinger erfunden?“ grummelte er.
„Ich bin sicher, ich könnte ein angenehmeres Halsband für dich finden“, sagte Skinner in leisem und absolut gefährlichem Ton. Seine dunkelbraunen Augen blitzten hinter seiner Brille und Mulder schluckte hörbar. „Eines aus hartem, kalten Stahl und mit einem Vorhängeschloss ausgestattet“, fügte Skinner hinzu. „Und die Schleife könnte nützlich sein, um deine Hände hinter deinem Rücken zu halten, damit du nicht an deinem Hals herumfummeln kannst.“
Mulder schluckte hart.
„Verstanden, Sir“, sagte er.
Skinner lächelte ihn an, sein Ausdruck wurde weich.
„Wieso probierst du nicht, Bekanntschaften zu schließen, Fox? So macht es mehr Spaß“, schlug er vor. „Ich habe dich nicht hergebracht, um dich einer Prüfung auszusetzen. Ich dachte, dir würde das gefallen. Es geschieht nicht jeden Tag, dass du auf eine Party ins Weiße Haus gehst.“
„Nein, Walter“, stimmte Mulder mit einem Lächeln von seiner Seite zu. „Entschuldigung. Ich werde mich stärker bemühen. Ich habe mich bloß gefragt, wie viele von den anderen Männern hier ihre Arbeitskollegen anstatt ihrer Frauen zur Party mitbrachten“, kommentierte er.
„Ist es das, was dich beschäftigt?“ Skinner runzelte seine Stirn. „Fox – niemanden interessiert es und niemand hat es bemerkt. Es ist völlig legitim für mich, dich in deiner Eigenschaft als mein bester Agent oder mein Lebenspartner mitzubringen.“
Er drückte eine kurze Sekunde Mulders Hand und ließ sie dann los. Mulder zeigte ein Grinsen, sein Herz stieg hoch.
„Ihr bester Agent?“ fragte er, nur um sicher zu gehen, dass er richtig gehört hatte. „Okay, also definieren wir bester Agent als derjenige, der davonläuft, in Schwierigkeiten gerät, sich lokale Polizeioffiziere zum Feind macht und riesige und unwahrscheinliche Spesenabrechungen einreicht, nicht wahr?“
„Nein“, lächelte Skinner. „Wir definieren ihn als den Agenten mit der brillantesten Intuition, unschlagbarem Ermittlungsgeschick und einer Lösungsrate weit über dem Büro-Durchschnitt. Leben Sie damit, Agent.“
Verstohlen quetschte er Mulders Arsch und ging danach weiter, um mit einem anderen Partygast zu sprechen. Mulder beobachtete sein Weggehen, ein entzücktes Grinsen auf seinem Gesicht.
In diesem Moment ertönte eine laute Fanfare, die die Ankunft des Präsidenten ankündigte. Mulder sah zu, wie Bartlet eintrat und ein paar Worte sagte, die ein Lachen verursachten, das sich im Saal ausbreitete – dann explodierte die Party in eine Welle des Applauses, bevor sich die Gäste wieder beruhigten. Mulder schob sich an seinen Meister heran.
„Hey, ich habe gerade noch jemanden gefunden, der seinen Arbeitskollegen zur Party mitbrachte anstatt seiner Frau“, bemerkte er in verschwörerischem Ton.
„Wer?“ Skinner warf seinem Sklaven einen Seitenblick zu.
„Der Präsident“, grinste Mulder. „Er scheint in Begleitung seines Stabschefs gekommen zu sein.“
„Leo McGarry?“ Skinner sah über den Saal hinweg zu den beiden fraglichen Männern, die Seite an Seite standen, mit der selben Dame plauderten, die vorhin so laut gekichert hatte. „Er ist ein kluger Mann – ich bin nicht überrascht, dass der Präsident ihn in seiner Nähe behält.“
„Sie kennen ihn?“ fragte Mulder überrascht.
„Ich bin ihm ein paar Mal begegnet; ich bezweifle, dass er sich an mich erinnert – aber in politischen Kreisen hat er eine Reputation, so etwas wie ein gerissener Hund zu sein“, erklärte Skinner.
„Hmm.“ Mulder runzelte seine Stirn.
„Ich bezweifle allerdings, dass das bedeutet, er weiß etwas über eine Verschwörung, die Existenz von UFOs vor der amerikanischen Bevölkerung geheim zu halten“, zischte Skinner.
Mulder zuckte seine Schultern, verbrachte jedoch die nächste Stunde damit, sich im Saal herumzutreiben, McGarry zu beobachten – und darüber hinaus den Präsidenten, von dessen Seite McGarry nie weit entfernt war. Etwas an ihnen verwirrte Mulder und er war nicht sicher, was es war, nur, dass etwas an seinem Unterbewusstsein nagte. Etwas, von dem er fühlte, es wäre offensichtlich, etwas, das er sehen sollte, was jedoch nicht ganz auf seinen Platz fiel. Etwas an der Art, wie der Präsident zu McGarry blickte ... und etwas in der Weise, wie sein Stabschef zurücksah ... etwas ... und dennoch war er nicht sicher, was.
Mulder fand diese Studien spannend – und sein rastloser Profiler-Geist war beschäftigt, was wenigstens verhinderte, dass er vor Langeweile starb. Er schlenderte hinter Skinner her, ein Auge auf dem Präsidenten und seinem Stabschef, ein Ohr an dem Small Talk, den sein Meister mit den anderen Gästen betrieb, damit er wusste, wann er zustimmend zu nicken oder an den richtigen Stellen zu lachen hatte.
Er war so vertieft in sein Bemühen, das nagende Gefühl in seinem Unterbewusstsein zu analysieren, dass sein Herz beinahe einen Schlag aussetzte, als Leo McGarry plötzlich in seinem Blickfeld auftauchte, winkte und rief: „Walter Skinner! Es ist schön, Sie zu sehen!“
„Sie sagten, er würde sich nicht an Sie erinnern“, zischte Mulder, als sich Skinner umdrehte und sich seinen Weg zu McGarry bahnte.
„Ich sagte dir, er ist ein gerissener Politiker“, gab Skinner mit einem Grinsen zurück. „Wahrscheinlich macht er es sich zur Aufgabe, niemanden zu vergessen, der nützlich sein könnte.“
„Sie könnten nützlich sein?“ erkundigte sich Mulder in leicht ungläubigem Tonfall.
Zur Strafe bohrte Skinner eine Fingerspitze in seinen Schenkel, dann stand McGarry vor ihnen, Hand ausgestreckt.
„Schön, Sie wiederzusehen, alter Freund!“ sagte er, pumpte Skinners Hand heftig.
„Alter Freund?“ murmelte Mulder kaum hörbar.
Skinner trat auf seine Zehe, drehte sich dann zu ihm um und stellte ihn vor.
„Leo – das ist Agent Fox Mulder“, sagte er freundlich. „Fox – das ist Leo McGarry.“
„Ah, das ist also der Fox Mulder, von dem wir immer so viel hören“, meinte McGarry grinsend und streckte seine Hand aus.
„Das meiste davon ist nicht wahr“, sagte Mulder defensiv, beinahe reflexartig.
„Verdammt – ich habe immer gehofft, dass es wahr wäre. Sie haben keine Ahnung, wie viele wirklich langweilige Dinge ich lesen muss – deshalb freue ich mich immer auf diese FBI-Berichte, die uns geschickt werden. Ich denke, der kleine Abschnitt am Ende über die X-Akten ist der am meisten durchgeblätterte Teil des ganzen Dokuments. Er wird sogar kopiert und im gesamten Westflügel weitergereicht!“ kicherte McGarry.
Mulder beäugte den Mann misstrauisch, unsicher, ob er verspottet wurde oder nicht, doch ein weiterer Schubs von seinem Meister erinnerte ihn, seine Hand auszustrecken und McGarrys Hand zu schütteln ... und in diesem Moment fiel die Sache, die ihn die ganze Zeit beschäftigt hatte, an ihren Platz. Verblüfft riss er seine Augen auf und starrte Leo McGarry mit neuem Respekt an. Der Stabschef hatte eine kleine Spätzündung, als ob etwas an dem Händedruck auch ihn überrascht hätte, dann drehte er sich um und winkte Bartlet heran.
„Haben Sie je den Präsidenten kennen gelernt, Walter?“ erkundigte er sich.
„Nein, Leo – ich hatte noch nicht die Ehre“, antwortete Skinner.
Mulders Augen verengten sich, als sich Bartlet aus der Gruppe Menschen löste, mit denen er sich unterhalten hatte und zu seinem Stabschef trat. Dieser Mann, der vor ihm stand, hatte Zugang zu all den Informationen, die Mulder so sehr in seine Finger kriegen wollte. Alles, was nötig wäre, war eine Frage ... und sein Meister hatte ihn lediglich instruiert, nicht in den Büros herumzuschnüffeln – er hatte nichts über Fragen stellen gesagt.
Mulder beobachtete, wie Skinner mit Bartlet einen Händedruck wechselte, hörte kaum die Vorstellung, die McGarry machte ... dann war er an der Reihe. Er schüttelte die Hand des Präsidenten und sah den anderen Mann spekulativ an, fragte sich, wie hart Skinner ihn verprügeln würde, falls er die Frage stellte, die im Moment auf seinen Lippen brannte.
„So, Sie sind beim FBI?“ fragte Bartlet Skinner, warf McGarry einen verstohlenen Blick unter seinen Augenwimpern hervor zu.
Mulder runzelte seine Stirn ... das wurde immer faszinierender. Er sah, dass McGarry einen extrem strengen Blick in die Richtung des Präsidenten zurück schoss. Was zur Hölle ging hier vor?
„Ja, Sir“, nickte Skinner.
„Das F-B-I“, wiederholte Bartlet in lang gedehntem Tonfall.
Er schoss seinem Stabschef einen weiteren Blick zu, einen Blick, den Mulder nur als boshaft beschreiben konnte.
„Ich muss Ihnen meine liebste J. Edgar Hoover-Geschichte erzählen“, meinte Bartlet.
McGarry räusperte sich laut. Mulder starrte vom Präsidenten zu seinem Stabschef und wieder zurück.
„Ich bin sicher, Walter hat alle schon gehört, Sir“, murmelte McGarry.
„Das können Sie wetten!“ strahlte Skinner. „War das die mit dem Höschen, Sir?“
Mulder verschluckte sich beinahe an seinem Drink und McGarry warf einen amüsierten und anerkennenden Blick in Skinners Richtung. Bartlet sah verärgert aus, als ob ihm jemand den Wind aus den Segeln genommen hätte.
„Das ist wahrscheinlich kein passendes Konversationsthema für diese Art von Party“, sagte er ernst.
Skinner nickte gnädig. „Nein, Sir“, stimmte er zu.
Mulder entschied, der Small Talk hatte lange genug gedauert und es war Zeit, zu wichtigeren Themen zu kommen.
„So, Sir, Sie wissen nicht zufällig etwas über eine globale Verschwörung, um die Existenz eines Planes zu vertuschen, dass eine außerirdische Spezies in naher Zukunft die Erde kolonisiert, oder?“ erkundigte er sich.
Skinner räusperte sich laut und stieß Mulder verstohlen mit seinem Schuh an. Bartlet sah ihn völlig überrascht an.
„Nein, Agent Mulder, keine Ahnung“, antwortete er fest und dann ... „Oh, warten Sie, Sie sind Agent Mulder? Der Agent Mulder?“ fragte er. „Derjenige, der in diesen FBI-Berichten erwähnt wird, die uns geschickt werden? Ich muss Ihnen sagen, Agent, diese Berichte haben viele langweilige Nachmittage im Oval Office belebt. Normalerweise zeichnet Leo die wirklich guten Stellen an, bevor er sie mir weitergibt.“
Er grinste breit und schlug Mulder anerkennend auf den Arm. Mulder seufzte – offensichtlich würde er heute Nacht nichts über globale Verschwörungen herausfinden, also hatte er sich wahrscheinlich gerade eine gründliche Tracht Prügel für nichts eingehandelt. Er wagte nicht einmal, seinem Meister einen Blick zuzuwerfen.
Bartlet sah zu Skinner, dann zu McGarry.
„Das ist sehr unterhaltsam. Ich wusste nicht, dass Agent Mulder heute hier sein würde, Leo“, sagte er, schwenkte weit ausgreifend seine Arme und verschüttete dabei fast den Inhalt seines Glases. Mulder sah zu, wie McGarry dem Präsidenten geschickt sein Getränk abnahm, wobei sich seine Finger fest um des anderen Mannes Handgelenk pressten. Es war eine subtile Geste, aber nicht eine, die Mulder übersah.
„Ich glaube, er ist Walters Gast, Sir“, erklärte McGarry ruhig.
„Ja, ich denke nicht, dass ich es aus eigenem Verdienst auf die Gästeliste geschafft hätte, Sir“, bemerkte Mulder.
„Aber das sollten Sie! Nach den vergnüglichen Stunden, die diese Berichte uns verschafft haben!“ verkündete Bartlet. „Leo – Sie sollten Agent Mulder ins Oval Office einladen, damit wir uns ausführlicher über seine Arbeit unterhalten können. Das klingt immer so ... faszinierend.“
„Ja, Sir“, stimmte McGarry bereitwillig zu, in einem Tonfall, der ziemlich klar sagte, es würde ein kalter Tag in der Hölle sein, bevor Mulder diese Einladung bekäme.
Bartlet runzelte seine Stirn und sah seinen Stabschef mit einem Blick an, den Mulder nur als ungezogen beschreiben konnte. Er erkannte ihn sofort, weil er ihn selbst früher bei seinem Meister angewendet hatte – mit wenig oder keiner Wirkung, wie angemerkt werden musste. Plötzlich spürte er den überwältigenden Drang, den Präsidenten zu warnen, dass der unartige Blick nicht schlau wäre und ihm öfter einen geröteten Arsch als seinen Willen einbringen würde.
„So, Walter – erzählen Sie mal“, sagte Bartlet und Mulder war sich augenblicklich bewusst, dass der Präsident den unklugen ungezogenen Blick mit einem gleichermaßen unklugen Kommentar steigern würde. „Hat das FBI eine Akte über mich? Und wenn ja, was steht drin?“
„Ist das der richtige Zeitpunkt, Sir?“ mischte sich McGarry ruhig ein. „Denken Sie an das Telefonat, das Sie zu erledigen haben.“
Mulder lachte beinahe laut auf wegen des überraschten Blicks seines Meisters wegen der gestellten Frage und McGarrys unglaublich geschickter Weise, mit der Situation umzugehen. Bevor der Präsident protestieren konnte, packte ihn McGarry unterm Arm und manövrierte ihn nach einem Nicken zu Mulder und Skinner quer durch den Saal.
Skinner drehte sich mit einem verblüfften Ausdruck in seinen Augen zu Mulder um und jetzt lachte Mulder wirklich laut auf.
„Oh, Gott! Das ist unbezahlbar!“ rief er aus. „Walter – ich dachte, das wäre keine Szeneparty und dann tauchen die beiden auf. Leo McGarry ist so was von der Top des Präsidenten.“
„Was?“ Skinner runzelte seine Stirn. „Fox, du redest Unsinn.“
„Tue ich nicht!“ protestierte Mulder. „Ich habe sie den ganzen Abend beobachtet, Walter. Der Präsident spielt mit dem Feuer – er streift ziellos umher und McGarry versucht ständig, ihn an die Kandare zu nehmen. Meine Vermutung ist, er wurde gerade zu einer strengen Unterhaltung weggeschleppt – oder Schlimmerem.“ Er wackelte suggestiv seine Augenbrauen.
„Fox – du sprichst über den Präsidenten der Vereinigten Staaten!“ sagte Skinner in ärgerlichem Tonfall.
„Präsident ... Assistant Director des FBI ...“ Grinsend hob Mulder seine Schultern. „Wenn wir es tun, warum zum Teufel sollten sie es nicht machen?“
„Weil ... weil es absurd ist“, knurrte Skinner. „Und denk nicht, dass diese Ablenkungstaktik von deiner Seite mich die Frage vergessen lässt, die du dem Präsidenten gestellt hast.“
„Sie haben nicht gesagt, ich dürfte keine Fragen stellen“, erwiderte Mulder, klimperte unschuldig seine Augenlider.
„Sei sehr vorsichtig, Fox“, murmelte Skinner in gefährlichem Ton. „Im Augenblick wandelst du auf extrem dünnem Eis.“
„Ich sage Ihnen, Walter, ich wusste es in dem Moment, als ich McGarrys Hand schüttelte!“ beharrte Mulder, flüchtete sich erneut in Ablenkungsmanöver. „Ich schwöre, ich bekam das selbe Prickeln, das ich von Ihnen oder Murray kriege. Der Kerl ist ein totaler Top.“
„Du bekommst ein Prickeln von Murray?“ Skinner runzelte seine Stirn.
„Murray ist ein sehr erfahrener Top – ich kriege, Sie wissen schon, ein bisschen Gänsehaut in seiner Nähe“, grinste Mulder, insgeheim erregt von seines Meisters Eifersucht. „Offensichtlich nicht das voll ausgewachsene Schaudern, das ich habe, wenn ich in Ihrer Nähe bin, natürlich“, meinte er beruhigend.
Skinner rollte seine Augen wegen dieser offenen Schmeichelei.
„Ich bekam die selbe Gänsehaut, als ich Leo McGarrys Hand schüttelte“, setzte Mulder fort. „Haben Sie Sub-Vibrationen vom Präsidenten empfangen? Er war ganz bestimmt ungezogen.“
„Nein, ich bekam präsidentschaftliche Vibrationen vom Präsidenten und ich dachte, er wäre bloß herausfordernd“, endete Skinner. „Jetzt werde ich eine Runde drehen und will nichts mehr von diesem Thema hören – verstanden?“
„Okay“, zuckte Mulder seine Schultern, doch seine Neugier war nun geweckt und Mulders Neugier, einmal geweckt, war nichts, was man leicht besänftigen konnte.
Er sagte Skinner, er würde auf die Toilette gehen und schob sich durch den Saal, folgte dem extrem langsamen Fortschritt des Präsidenten und Leo McGarrys. Es war klar, dass der Stabschef des Weißen Hauses versuchte, den Präsidenten in die Richtung des Westflügels zu dirigieren. Genauso deutlich erkennbar war, dass der Präsident so viele Verzögerungstaktiken wie möglich anwendete, um ein Fortkommen zu verhindern. Mulder schüttelte seinen Kopf. Der Präsident bettelte um Schwierigkeiten – er würde wahrscheinlich trotzdem die Tracht Prügel erhalten, die McGarry vor hatte auszuteilen, sie würde nur dreimal schlimmer sein, weil der Stabschef extrem schlechter Laune sein würde, bis er seinen widerspenstigen Sub an einen Ort geschafft hatte, wo er ungestört liefern konnte, was er verdiente.
Mulder grinste in sich hinein – ausgerechnet der Präsident der Vereinigten Staaten. Der Präsident! Das war fast genauso gut, wie den Beweis zu finden, dass Außerirdische existierten.
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Leo manövrierte den Präsidenten aus dem Saal, den Korridor entlang und in den Westflügel.
„Verlassen wir die Party schon, Leo?“ erkundigte sich Jed, warf seinem Stabschef einen Seitenblick fingierter Überraschung zu.
„Wir legen nur eine kleine Pause ein, Sir“, sagte Leo, steuerte seinen reuelosen Sub in sein Büro und schloss fest die Türe hinter ihnen, um die Geheimagenten fern zu halten.
„Okay, was haben wir besprochen, wie wir uns heute Abend benehmen werden?“ fragte Leo.
„Was?“ hob Jed seine Schultern, breitete weit seine Arme aus. „Ich habe nichts gemacht, Leo.“
„Erst war da diese J. Edgar Hoover-Anekdote“, erläuterte Leo, sah seinen Sub streng an.
„Ich habe sie nicht wirklich erzählt!“ protestierte Jed. „Ich habe sie nur erwähnt!“
„Sie haben sie nur deshalb nicht erzählt, weil Walter Skinner Sie vorsichtig von dem Thema abgelenkt hat!“ knurrte Leo.
„Ja, das habe ich bemerkt. Denken Sie, er hat darin Übung, weil er das mit diesem Mulder-Typen macht? Ich sage Ihnen, Leo, der war genauso verrückt, wie ich es nach dem Lesen dieser Berichte erwartet habe. Haben Sie gehört, was er mich gefragt hat?“
„Versuchen Sie nicht, mich abzulenken, Sir. Zweitens haben Sie sich nach Ihrer FBI-Akte erkundigt?“ Ungläubig hob Leo beide Augenbrauen.
„Ich habe bloß gefragt, Leo. Fragen schadet nicht. Ich bin neugierig.“
„Außerdem stecken Sie in Schwierigkeiten“, erklärte ihm Leo fest.
Jed stopfte seine Hände in seine Hosentaschen und zog mit seinem Fuß ein Muster über den Teppich – ein sicheres Zeichen, dass er in seinem Kopf jetzt Josiah Bartlet, Leo McGarrys Sub, war und als solcher behandelt werden wollte. Leo seufzte – er wusste, dass die kleine Vorstellung vorhin genau das bewirken sollte. Und obwohl er sich von Josiah nichts vorschreiben ließ, wusste er, er musste etwas unternehmen, um Jed wieder in die Spur zu bringen. Abgesehen von allem anderen brauchte Jed das offensichtlich im Moment – es konnte nicht warten. Er hatte den ganzen Abend mit dem Desaster geflirtet, subtil Leo in eine Reaktion gelockt und Leo beschloss, es wäre Zeit, ihm genau das zu geben.
„Okay. Kommen Sie her und beugen Sie sich über den Schreibtisch“, sagte er, warf seinem Sub den kühlsten, strengsten Blick zu, den er fertigbrachte.
Jed sah ihn ungläubig an. „Sie werden mich hier drin nicht verprügeln, Leo“, protestierte er.
„Ich denke, Sie werden herausfinden, das ist genau das, was ich tun werde“, antwortete Leo.
„Das ist nicht das Blaue Schlafzimmer, Leo!“ argumentierte Jed.
„Nein, aber es ist Freitag Nacht. Und nachdem Sie sich den ganzen Abend wie mein Sub Josiah genommen haben, werde ich Sie genauso behandeln“, erläuterte ihm Leo eisern, gab nicht nach.
Jed starrte ihn gehässig an, bewegte sich immer noch nicht. Jetzt, wo es dazu gekommen war, jetzt, wo er Leo in diese Ecke gedrängt und ihn soweit getrieben hatte, bekam Jed kalte Füße, wie es immer passierte. Leo beschloss, den Einsatz zu erhöhen.
„Wissen Sie, ich habe mich bei Margret beklagt, dass ich diese biegsamen Plastik-Lineale nicht mag, die heutzutage produziert werden“, sagte er im Plauderton, öffnete seine Schreibtisch-Schublade. „Sie ist eine gute Sekretärin, hört auf all meine kleinen Klagen und Beschwerden. Und das nächste, was ich weiß, ich finde das auf meinem Schreibtisch.“
Leo zog ein schweres Holzlineal aus der Schublade und klatschte es gegen seine Handfläche. Jed starrte ihn in jämmerlichem Entsetzen an.
„Sie werden das nicht bei meinem Arsch anwenden, Leo“ sagte er, nur ein Hauch Unsicherheit in seiner Stimme.
„Doch, das werde ich, Sir“, gab Leo zurück. „Nun, ich kann Sie entweder damit hier drin verprügeln, oder Sie können die ganze Nacht in der Ecke stehend verbringen, wenn wir im Blauen Schlafzimmer sind. Und ich meine die ganze Nacht. Es wird keine Karotten geben“, sagte er mit dem leichtesten Hauch eines Lächelns.
Jeds Gesicht verdüsterte sich so sehr, dass es fast komisch war.
„Leo!“ protestierte er.
„Wissen Sie, wir befinden uns nicht im Blauen Schlafzimmer, aber ich denke, dass Sie mich jetzt mir Mr. McGarry oder Sir ansprechen sollten, nicht wahr?“ Leo schlug das Lineal gegen seine Handfläche. „Es ist Ihre Wahl, Josiah. Was soll es sein? Die Tracht Prügel – oder eine Nacht mit dem Gesicht zur Wand?“
Er setzte sich auf die Schreibtischkante und starrte seinen Sub an. Eine Reihe Emotionen huschten über Jeds Gesicht, doch dann, endlich, tat er, was Leo wusste, dass er tief in seinem Herzen ohnehin tun wollte – man musste ihm bloß jede Möglichkeit der Auswahl nehmen, damit er dorthin gelangen konnte.
„Okay, Sir“, sagte er mit leiser Stimme. „Ich nehme die Tracht Prügel.“
„Gut“, nickte Leo. „Kommen Sie her“, sagte er.
Jed schlurfte zu ihm, Kopf gesenkt, nicht in der Lage, Leos Blick zu begegnen. Er kam vor Leo zum Stehen. Leo griff aus, packte Jeds Kinn und zog sein Gesicht hoch, sodass er ihn ansah.
„Sie haben um Schwierigkeiten gebettelt und Sie kriegen sie“, meinte er leise.
„Ich weiß“, seufzte Jed. „Tut mir leid, Leo“, flüsterte er. „Ah ... Sir“, setzte er entschuldigend nach.
Leo lächelte, völlig unfähig, mit seinem unartigen Sub lange böse zu sein. Er zog Jed näher und küsste ihn auf die Lippen. Jed seufzte glücklich und ein wenig von der Spannung verließ seine Schultern. Leo lächelte innerlich – sie kamen hin.
Er ließ den Präsidenten los und verriegelte alle Türen des Büros, kehrte dann zu seinem Sub zurück.
„Hosen runter und beugen Sie sich über meinen Schreibtisch, Josiah“, orderte er.
Jed sah ihn einen Moment mit einem Ausdruck stummen Flehens in seinen Augen an. Aber obwohl der Blick extrem liebenswert war, wusste Leo, falls er jetzt nachgab, würde Jed letztendlich sehr unglücklich sein. Er musste damit weitermachen, wenn sie heute Nacht ihren Frieden finden wollten.
„Leo ...“, setzte Jed an.
„Sofort, Josiah, oder Sie machen mich wütend“, sagte Leo streng.
Jed schoss ihm einen Blick purer Abscheu zu, öffnete dann mit einem rebellischen Knurren seine Hose und schob sie gemeinsam mit seiner Unterhose zu seinen Knöcheln, beugte sich über den Tisch. Leo positionierte sich hinter dem Präsidenten und legte seine Hand auf Jeds unteren Rücken. Jeds Hinterbacken verkrampften und entspannten sich unter seinem forschenden Blick. Leo ließ das Lineal lange Zeit auf Jeds Hintern ruhen, lieferte danach einen festen, aber nicht besonders heftigen Schlag. Jed grunzte leise, Leo hatte jedoch nicht hart genug zugeschlagen, um wirklich weh zu tun.
Er machte mit einigen leichten Schlägen weiter, bis er entschied, dass Jed gründlich aufgewärmt war, dann verschärfte er das Tempo, teilte mehrere herzhafte Hiebe in rascher Abfolge aus, alle auf die Sitzfläche des Präsidenten gezielt. Er dachte, dass Jed höchstwahrscheinlich auf seinem Flug nach Manchester ein Sitzkissen benötigen würde, das hatte er sich aber nur selbst zuzuschreiben.
Mehrere Minuten lang verprügelte er den Präsidenten hart, bis Jed ein leises, gequältes Knurren ausstieß und dann anfing, kaum hörbar zu jammern. Normalerweise brüllte Jed gern während einer Tracht Prügel seinen Frust hinaus, sie waren sich jedoch beide bewusst, dass sie sich im Westflügel befanden und nicht im Blauen Schlafzimmer und Leo wusste, Jed verhielt sich so leise er konnte.
Er setzte die harte Tracht Prügel fort, bis der Körper des Präsidenten schlaff wurde und Jed ein tiefes, gutturales Stöhnen ausstieß, das klang, als käme es geradewegs aus seinem Herzen. Das war Leos Signal zu stoppen und er legte das Lineal weg, zog Jed mit einer flüssigen Bewegung auf seine Füße. Er nahm seinen Sub in seine Arme und küsste ihn zärtlich, immer und immer wieder. Jed klammerte sich an ihn, völlig verloren in dem Moment.
Leo hielt ihn mehrere Minuten lang fest, bis sich Jed an seiner Brust beruhigte.
„Jetzt besser?“ erkundigte sich Leo leise, schaukelte seinen Geliebten gleichmäßig.
„Jaah.“ Jed verzog sein Gesicht. „Wie schlimm war ich da draußen?“ wollte er wissen.
Leo kicherte. „Ziemlich schlimm – aber nicht so schlimm, wie es geworden wäre, wenn ich Sie nicht gestoppt hätte.“
„Verdammt“, fluchte Jed kaum hörbar. „Tut mir leid, Leo. Ich wusste, ich benehme mich wie ein ungezogener Bengel, aber etwas überrollte mich einfach und ich konnte mich nicht aufhalten.“
„Kein Problem. Das ist jetzt erledigt – und später ...“
Er lächelte Jed an und kippte das Kinn seines Liebhabers, um einen neuerlichen langen und befriedigenden Kuss zu beanspruchen.
„Später gibt es Karotten?“ fragte Jed hoffnungsvoll, als Leo ihn losließ.
Leo nickte.
„Später wird es ganz definitiv Karotten geben“, sagte er. „Aber für jetzt – müssen Sie wieder dort hinausgehen und alle mit Ihrem Charme einwickeln, Mr. President.“
„Okay, Mr. McGarry, Sir“, antwortete Jed mit einem langen, langsamen Lächeln.
Leo half dem Präsidenten, seine Kleidung zu ordnen, entriegelte dann die Türe und schob seinen Geliebten in den Korridor.
„Mr. McGarry ...“
Er wurde im Korridor von einem der Sicherheitsleute des Präsidenten aufgehalten, der seine Hand sehr fest um den Arm eines gewissen Fox Mulder verkrampft hatte. Leo seufzte – wo er auch heute Nacht hinsah, begegnete er ungezogenen Bengeln. Das entwickelte sich zu einem dieser Abende.
„Gehen Sie vor“, sagte Leo dem Präsidenten. „Ich komme gleich nach.“
Jed schenkte ihm ein fröhliches Lächeln und wanderte davon, rieb geistesabwesend seinen Arsch. Leo grinste bei dem Anblick und wendete sich wieder an den Geheimdienstmann.
„Mr. McGarry – wir fanden diesen Mann, als er versuchte, in den Westflügel zu schleichen“, erklärte ihm der Mann.
„Suchen Sie nach Beweisen für UFOs, Agent Mulder?“ erkundigte sich Leo freundlich.
„Nein, Sir ... ich suche etwas viel Bekannteres“, antwortete Mulder mit einem bedauernden, aber vollkommen charmanten Lächeln.
Wieder seufzte Leo – irgendwie hatte er das Gefühl, dass dieser junge Mann genauso schwer zu bändigen war wie der Mann, den er gerade zur Party zurückgeschickt hatte. Beide waren enthusiastisch, charmant und absolut nervend, allerdings gleichzeitig seltsam verwundbar und liebenswert.
Während er Fox Mulder anstarrte, erkannte er ohne Überraschung, dass Mulder ziemlich genau wusste, was vor ein paar Minuten in seinem Büro vorgefallen war.
„Agent Mulder, wenn Sie bitte mit mir kommen“, sagte er, öffnete seine Bürotüre und scheuchte Mulder hinein.
Leo blieb vor der Tür stehen und winkte den Geheimagenten heran.
„Suchen sie Walter Skinner“, orderte er kurz angebunden. „Und schicken sie ihn her.“
Leo folgte Agent Mulder in sein Büro und schloss die Türe fest hinter ihnen. Er pausierte einen Moment, betrachtete den jungen Mann nachdenklich. Verdammt, das stellte sich als eine lange und ermüdende Nacht heraus.
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Mulder stand mit seinen Händen hinter seinem Rücken da, sah sich neugierig im Zimmer um.
„So ... nebenan ist das Oval Office?“ sagte er, als sich Leo ihm im Zimmer anschloss.
„Das ist richtig. Ich würde Ihnen anbieten, es Ihnen zu zeigen, aber ich halte nichts von Belohnung für schlechtes Benehmen.“
Leo setzte sich hinter seinen Schreibtisch und Mulder fand sich von dem strengen, blauäugigen Blick des Stabschefs des Weißen Hauses an Ort und Stelle festnagelt. Er schluckte krampfhaft – in dieser Situation hatte er sich schon öfter befunden, doch normalerweise war es ein komplett anderes Büro und die Augen, die ihn fixierten, waren warm und braun, obwohl die Strenge ziemlich die selbe war. Mulder riss mit einiger Mühe seinen Blick weg – nur, um ihn stattdessen auf einem schweren Holzlineal landen zu lassen, das auf dem Schreibtisch lag.
Mit einem Blitz der Intuition, für die er berühmt war, erkannte er, dass dieses Lineal erst kürzlich die Kehrseite des Präsidenten erwärmt hatte. Er erinnerte sich an die Art, wie der Präsident abwesend seinen Arsch gerieben hatte, während er zurück zur Party gegangen war – er kannte das Gefühl sehr gut, nach einer gehörigen Tracht Prügel das Stechen aus deinem Hintern reiben zu wollen.
Mulder schluckte hart – dieses Lineal sah sehr groß und sehr schwer aus und Leo wirkte im Moment völlig kompromisslos.
„Sie würden doch nicht ...“, begann er leise, kaum bewusst, dass er seine Angst aussprach.
„Nein, würde ich nicht“, gab Leo sanft zurück. „Aber ich denke, ich kenne jemanden, der es tun würde und wird.“
In diesem Moment ertönte ein Klopfen an der Türe und Mulder stieß ein langes Seufzen aus, als sein Meister das Zimmer betrat.
„Walter.“ Leo stand auf. „Kommen Sie rein.“
„Leo.“ Skinner starrte Mulder eine Sekunde an, seine dunklen Augen blitzten gefährlich. „Oh, Mann“, kommentierte er.
„Exakt“, meinte Leo trocken. „Oh, Mann. Wir fanden Agent Mulder, als er herumwanderte, wo er ganz definitiv nichts zu suchen hatte. Ich denke, er gehört Ihnen, stimmt’s?“
Das war nur ein hingeworfener Kommentar, hatte jedoch auf so vielen verschiedenen Ebenen Bedeutung. Mulder winselte – er konnte sich nur zu gut vorstellen, was sein Meister jetzt gerade dachte und wie er es auch betrachtete, er wusste, er würde heute Abend mit einem heißen Arsch ins Bett gehen.
Walter und Leo starrten einander mehrere lange Sekunden an und Mulder konnte die vielen unausgesprochenen Eingeständnisse sehen, die zwischen ihnen hin und her gingen. Sie kommunizierten auf einer eigenen toppigen Ebene, jeder machte klar, dass sie genau wussten, welche Art von Beziehung der andere mit Fox Mulder respektive Josiah Bartlet hatte. Skinner warf Mulder einen Seitenblick zu und seufzte.
„Ja, er gehört mir“, antwortete er.
„Das dachte ich mir. Ich werde keine große Sache daraus machen, Walter“, erklärte ihm Leo leise. „Ich denke, Sie können sich viel besser – und effektiver – als ich darum kümmern. So ... ich werde Ihnen für die nächste halbe Stunde oder so mein Büro überlassen, damit Sie die Dinge klären können. Die Türe ist verriegelbar und ich vertraue Ihnen, nirgendwo zu schnüffeln, wo Sie nicht sollten.“
Der Seitenblick, den er in Mulders Richtung schoss, machte klar, dass sich dieses Vertrauen nicht auf ihn ausdehnte.
Skinner nickte. „Ich danke Ihnen, Leo. Ich bin extrem dankbar“, sagte er ruhig.
„Übrigens ...“ Leo nahm das Lineal vom Schreibtisch und Mulder holte scharf Luft. „Sollten Sie etwas benötigen ... bedienen Sie sich“, kommentierte er, legte das Lineal mit einem bedeutungsvollen Blick in Skinners Richtung wieder zurück.
„Ich danke Ihnen“, nickte Skinner.
Leo nickte zurück.
„Na schön, dann lasse ich Sie allein“, sagte er, streckte seine Hand aus.
Skinner schüttelte sie und die beiden Männer wechselten einen neuerlichen bedeutungsvollen Blick. Mulder seufzte – wie um alles in der Welt er es fertiggebracht hatte, in einem Büro zu landen, mit den beiden toppsten Männern in Washington – und einem extrem grausamen Lineal – war jenseits seines Verständnisses.
Betrübt sah er Leo weggehen und beobachtete danach genauso besorgt, dass Skinner die Tür hinter ihm abschloss.
„Bevor Sie etwas sagen, ich habe mich nicht hier eingeschlichen, um Akten durchzustöbern!“ erklärte er.
Skinner starrte ihn leidenschaftslos an.
„Weißt du, ich denke nicht, dass der Grund wichtig ist, warum du herumspionierst. Ich denke, die Tatsache, dass du es überhaupt gemacht hast, ist bedeutend“, widersprach er. „Vor allem nach der Warnung, die ich dir vorhin gegeben habe.“
Mulder seufzte – sein Meister hatte recht.
„Tut mir leid“, murmelte er. „Ich wollte ihnen ehrlich nur folgen, um herauszufinden, ob ich recht hatte mit meiner Vermutung. Tatsächlich hatte ich recht, Meister. Kriege ich dafür keine Pluspunkte?“
„Lass mich nachdenken ...“, grübelte Skinner. „Oh. Klar. NEIN!“ antwortete er streng. „Fox, ich habe dich gewarnt. Ich sagte dir, das nicht zu machen und du warst ungehorsam, deshalb weißt du, was du erwarten kannst. Hosen runter und beug dich bitte über den Schreibtisch.“
Er griff nach dem Lineal und klatschte es gegen seine Handfläche. Mulder fragte sich, ob diese Geste dir in der Top-Schule beigebracht wird oder einfach angeboren war. Vielleicht gab es ein ungeschriebenes Gesetz, das verlangte, dass das Züchtigungsinstrument, das bald – schmerzhaft – an deinem Arsch angewendet werden würde, drohend gegen die Hand der Person geschlagen werden musste, die es demnächst schwingen würde.
Mulder wusste es besser, als seinen Meister warten zu lassen – rasch zog er seine Hose und Boxer aus und beugte sich über den Schreibtisch. Ein paar Sekunden später fühlte er Skinners warme Hand auf seinem Rücken landen.
„Sie wissen schon, dass McGarry das gerade beim Präsidenten angewendet hat, oder?“ erkundigte sich Mulder im Plauderton, während das Lineal auf seinem Arsch ruhte.
„Na schön, dann wird es nett angewärmt sein“, kommentierte Skinner und brachte das Lineal scharf auf Mulders Kehrseite runter.
Mulder stieß ein ersticktes Jaulen aus – dieses Lineal war tödlich. Plötzlich bekam er ernormen Respekt vor dem Präsidenten, wenn dieser gerade einige Runden mit diesem Ding in den Händen des Stabschefs durchgestanden hatte. Das bewies, dass Menschen bestimmte Bedürfnisse hatten, ungeachtet des Ranges, dachte er. Der Präsident war der mächtigste Mann der Welt, wendete sich jedoch an seinen Stabschef, um ihn auf dem richtigen Weg zu halten und ihm die gelegentliche harte Lektion zu erteilen, genauso, wie Mulder Skinner brauchte.
Wieder knallte das Lineal runter, und noch einmal. Binnen ein paar kurzen Minuten konnte Mulder an nichts anderes denken, als an die Schmerzen in seinem Hintern und die Hitze, die sich über seinen gesamten Körper ausbreitete. Die Kante des Schreibtisches biss in seine Schenkel und seine Handflächen schwitzten vom Festklammern.
Es gab ihm einen geheimen Thrill zu wissen, dass sich der Präsident erst vor ein paar Minuten in dieser Position befunden hatte und Mulders Abneigung gegen alle Dinge das Weiße Haus betreffend verschwanden in einem Anfall des Sub-Mitleids. Der Präsident musste ein guter Mann sein, genau wie Leo McGarry, wenn sie einander derart vertrauten, auf die selbe Weise, wie er und Walter einander vertrauten. Falls die Beziehung zwischen dem Präsidenten und seinem Stabschef halb so lohnend war wie die zwischen ihm und seinem Meister, war Mulder sicher, dass das Land sich in guten Händen befand.
Er stieß einen erstickten Schmerzensschrei aus, als sein Meister neuerlich einen stechenden Hieb gegen seinen Arsch lieferte.
„Es tut mir leid!“ keuchte Mulder. „Es tut mir wirklich leid, Meister“, schluchzte er.
Zum Drüberstreuen verpasste ihm Skinner zwei weitere harte Schläge, dann warf er das Lineal auf den Schreibtisch. Mulder lag da, versuchte, wieder zu Atem zu kommen und ein paar Sekunden später jammerte er leise, als er Skinners Hände auf seine heißen Hinterbacken runterkommen fühlte.
„Hmmm, ich denke, jemand wird benutzt werden müssen, wenn wir heute Nacht heimkommen“, murmelte Skinner liebevoll, seine Stimme tief mit sexuellem Versprechen.
Mulders Schwanz erwachte zum Leben und er spürte ein warmes Glühen tief in seinem Bauch.
„Ja, Meister. Ich danke Ihnen, Meister“, wisperte er, vollkommen im Frieden mit sich und der Welt.
Die Endorphine durchfluteten seinen Körper, sandten ihn hoch wie einen Drachen. Er richtete sich unsicher auf und Skinner ergriff sein Handgelenk, drehte ihn herum und hüllte ihn in eine warme Umarmung.
„Du bist unbelehrbar“, flüsterte er.
„Es tut mir leid, Meister“, seufzte Mulder. „Ich wollte nur sehen, ob McGarry den Präsidenten verprügeln würde. Ich denke, Sie müssen zustimmen, wenn Sie davon ausgehen, was er zu Ihnen gesagt hat und wie er es gesagt hat, dass genau das heute Nacht hier vorgefallen ist.“
Skinner lächelte auf ihn hinab.
„Vielleicht“, räumte er ein. „Aber falls es stimmt, dann bleibt es zwischen dir und mir. Niemand hört davon, Fox. Der Präsident und sein Stabschef verdienen die selbe Privatsphäre, wie sie Leo McGarry gerade uns gegeben hat.“
„Ja, Meister“, stimmte Mulder zu. „Und was war das für eine alter Freund-Routine, die Sie und Leo McGarry abgezogen haben?“ erkundigte er sich mit einem kleinen Schmollen.
Grinsend strich Skinner Mulder die verschwitzten Haare aus der Stirn.
„Das erste Mal traf ich in Vietnam auf Leo“, sagte er. „Und entdecke ich einen Hauch des Grünäugigen Monsters, Fox?“
„Nee“, grinste Mulder. „Ich beide wärt hoffnungslos zusammen – er ist ein Top und Sie sind ein Top. Ihr braucht Kerle wie mich und den Präsidenten, um euer Leben in Schwung zu bringen oder ihr wärt total gelangweilt.“
Skinner schüttelte seinen Kopf und pflanzte einen kleinen Kuss auf Mulders Lippen. Mulder lehnte sich gegen seines Meisters breite Brust und lächelte glücklich vor sich hin.
„Weißt du, dieser Abend hat sich nicht annähernd als so schlimm herausgestellt, wie ich erwartet habe“, murmelte Skinner.
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Leo beobachtete erleichtert, wie der Präsident einen Gast nach dem anderen mit seinem Charme bezauberte. Jed schien völlig ruhig und entspannt – komplett zu Hause in seiner Haut, jede Spur seiner vorherigen, abgehackten Bewegungen und seines rastlosen Zappelns war verschwunden. Leo behielt die Türe im Auge und als er Walter Skinners große Gestalt in den Saal zurückkommen sah, Agent Mulder im Schlepptau, ging er hinüber.
„Alles erledigt?“ erkundigte er sich freundlich, warf Mulder einen Seitenblick zu.
Der junge Mann sah ein wenig zerzaust aus und an seinen Augenwimpern glitzerte etwas, das verdächtig nach den Überresten von Tränen aussah, ließ ihn sehr jung und unschuldig aussehen. Leo lächelte innerlich – er konnte sich genau vorstellen, was Walter Skinner in Fox Mulder sah. Außerdem hatte Mulder diesen selben Ausdruck in seinen Augen, den Jed nach einer ausgiebigen Tracht Prügel hatte – es war ein ruhiger, verträumter Ausdruck – kombiniert mit totaler Anbetung für den Mann, der neben ihm stand. Fox Mulder sah aus wie ein liebeskranker Teenager und der große, starke, unerbittliche Walter Skinner – dachte Leo – sah wie ein sehr würdiger Empfänger dieser Zuneigung aus.
„Alles erledigt“, bestätigte Walter fest. „Ich denke, wir haben Ihre Gastfreundschaft lange genug in Anspruch genommen, Leo.“
Er streckte seine Hand aus und Leo schüttelte sie. Sie mussten nicht extra besprechen, was hier heute Nacht geschehen war und er wusste, dass er Walters Diskretion vertrauen konnte – immerhin hatten beide das selbe Geheimnis zu wahren.
„Es war mir ein Vergnügen, Sie wiederzusehen, Walter“, sagte er leise.
In diesem Moment rauschte Jed heran – wie Agent Mulder konnte Jed nie ertragen, während der unmittelbaren Nachwirkungen einer Tracht Prügel weit von der Seite seines Tops entfernt zu sein.
„Gehen Sie schon?“ sagte Jed mit ehrlichem Bedauern in seiner Stimme.
Er sah zu Agent Mulder und sie teilten einen Moment der profunden Identifizierung. Leo war nicht sicher, wie viel Jed von Mulders Situation und ihrer Ähnlichkeit zu seiner eigenen wusste, aber etwas Bedeutendes war bestimmt zwischen ihnen vorgegangen. Jed streckte seine Hand aus und Mulder nahm sie mit einem – wie Leo es nur beschreiben konnte – schüchternen Lächeln.
„Ich meine es ernst – ich hätte es liebend gern, wenn Sie uns im Oval Office besuchen würden“, sagte Jed leise.
Mulder lächelte.
„Das würde mir auch gefallen – und ich verspreche, nicht zu viele irritierende Fragen über Aliens und globale Verschwörungen zu stellen“, sagte er.
Jed lachte laut auf.
Seufzend schüttelte Leo Walters Hand.
„Ich sorge dafür, dass die Einladung nach den Feiertagen an Sie rausgeht“, meinte er. „Ich denke, Sie sollten Agent Mulder begleiten. Ich wage nicht, an die Schwierigkeiten zu denken, in die er gerät, wenn er sich selbst überlassen bleibt.“
„Oh, über dieses Thema könnte ich ein Buch schreiben“, kommentierte Skinner mit ausdruckslosem Gesicht.
Er warf seinem Agenten einen nachsichtigen, wenn auch gereizten Blick zu und Leo lachte laut auf, konnte das nur allzu gut nachempfinden.
Sie verabschiedeten sich, Leo und Jed sahen zu, wie Skinner und Mulder davongingen, so nahe nebeneinander wandernd, dass sich ihre Schenkel berührten, Skinners Hand ruhte besitzergreifend auf Mulders Schulter. Das war, dachte Leo, ein ereignisreicher und erleuchtender Abend gewesen und er freute sich sehr auf all die Karotten, die ihn im Blauen Schlafzimmer erwarteten.
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Die Einladung traf am Ende der ersten Januarwoche ein. Skinner öffnete den einfachen, braunen Umschlag und ein schweres Holzlineal klapperte heraus. Mulder starrte es entsetzt an, während sein Meister laut auflachte. Eine Notiz hing daran:
Lieber Walter!
Ich dachte, Sie finden vielleicht Verwendung dafür. Der
Präsident und ich freuen uns, Sie und Agent Mulder am 23. zu sehen.
Mit freundlichen Grüßen,
Leo McGarry
Ende
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