Pairing: Skinner/Mulder
Rating: NC-17
Kategorie: BDSM-Slash
Warnung: Diese Serie enthält grafische Szenen der BDSM-Erotik
Inhalt: Mulders Drang nach immer extremeren Erregungen lassen ihn den ultimativen Spieler in DC aufsuchen – ein mysteriöser Top, der legendär in der BDSM-Szene ist. Doch Mulder muss einen hohen Preis für das bezahlen, was er will.
Disclaimer: Die Charaktere Mulder, Skinner, Scully etc. gehören Chris Carter und 1013. Die Geschichte und Ideen gehören der Autorin.
Kapitel 25: Das Branding
Inhalt: Dinge laufen nicht ganz nach Plan, als Meister und Sklave ihre lang erwartete Brandmarkungs-Zeremonie planen.
„Fox, wenn du nicht still sitzt, habe ich Wege, dich dazu zu bringen“, kommentierte Skinner Unheil verkündend.
„Ich bin nervös.“
Mulder biss auf seine bereits gereizt aussehende Unterlippe. Er schmeckte einen Hauch von Blut und leckte es hastig weg. Falls Skinner sah, dass er genug an seiner Lippe gekaut hatte, um Blut zu ziehen, würde es Schwierigkeiten geben.
„Ich weiß, dass du nervös bist, Süßer, aber da gibt es absolut nichts, wovor du Angst haben musst.“ Skinner warf seinem Sklaven einen mitleidigen Seitenblick zu.
„Sie haben leicht reden“, murmelte Mulder, rutschte in seinem Sitz herum.
Seine Ellbogen fühlten sich unerklärlicherweise verkrampft an. Er streckte ruckartig seine Arme aus, um etwas von der Verspannung zu lindern und verpasste seinem Meister einen streifenden Schlag auf seinem muskulösen Oberarm, was den Wagen von der Fahrbahn abkommen ließ. Glücklicherweise war die Straße verlassen und Skinner bekam das Fahrzeug schnell wieder unter Kontrolle, lenkte es auf sicheren Boden zurück.
„Okay, jetzt reicht’s.“
Skinner stampfte seinen Fuß auf die Bremse, ließ das Auto dann langsam am Straßenrand ausrollen.
„Tut mir leid“, seufzte Mulder, als sie zum Stillstand kamen. „Tut mir wirklich leid. Es ist nur … ich glaube nicht, dass ich je in meinem Leben nervöser war.“
„Ich weiß.“
Skinner zog die Handbremse an und knöpfte seine Manschetten auf. Mulder beobachtete seinen Meister ängstlich, während Skinner seine Ärmel zu seinen Ellbogen hochkrempelte.
„Sie machen das nur, weil Ihnen heiß ist, richtig?“ erkundigte er sich.
Skinner wendete sich ihm zu, ein grimmiges Lächeln in seinem Gesicht.
„Fox, es ist November. Ich bin nicht überhitzt – aber dein Arsch wird es in einem Moment sein. Ich denke, es ist Zeit, dir etwas zu geben, weswegen du wirklich nervös sein kannst. Vielleicht wird dich eine Tracht Prügel für den Rest der Reise von deinen Gedanken ablenken. Wir haben lange zu fahren und ich habe nicht vor, neben einem wirbelnden Derwisch zu steuern. Abgesehen von allem anderen ist es gefährlich. Steig aus dem Auto aus.“
Mulder starrte seinen Meister verständnislos an. Skinner würde ihn doch nicht wirklich verprügeln, weil er herumzappelte, oder? Hier? Neben der – zugegeben verlassenen – Straße?
„Meister …“, zischte er drängend.
„Sofort“, sagte Skinner streng, öffnete die Fahrertüre und stieg aus.
Rasch öffnete Mulder seinen Sicherheitsgurt und sprang aus dem Wagen. Sein warmer Atem bildete sofort eine Nebelwolke in der kalten Novemberluft.
„Komm her“, sagte Skinner kurz angebunden.
Oh, Scheiße – würde ihn sein Meister über die Motorhaube werfen und ihn für die ganze Welt sichtbar verprügeln? Nicht, dass jemand zusah, abgesehen von einem desinteressierten Pferd, das auf einem nahe gelegenen Feld graste. Mulder trat rasch und ohne zu fragen neben seinen Meister. Skinner atmete laut aus und die resultierende Atemluft blähte sich in der frostigen Luft, umhüllte Mulder für einen Sekundenbruchteil mit einer warmen Wolke.
„Was um alles in der Welt soll ich bloß mit dir anstellen?“ schüttelte Skinner seinen Kopf, platzierte seine Hände auf seines Sklaven Schultern und blickte in seine Augen.
Mulder fand die Sicherheit und Beruhigung darin, die ihm sein Meister immer gab. Er brachte ein vorsichtiges Lächeln zustande. Skinner ließ seine Finger über Mulders Stirn gleiten, über seine Nase hinunter und stoppte eine Sekunde auf seiner Lippe, hielt sich an der kleinen Verletzung auf, die er dort fand.
„Was haben wir gesagt über dein Beschädigen meines Eigentums?“ fragte er.
Mulder seufzte. „Sie ist Ihre Schwester“; protestierte er zusammenhangslos.
„Ich weiß – und sie ist sehr nett. Du wirst sie mögen“, meinte Skinner leise, seine großen Hände liebkosten sanft seines Sklaven Schultern.
„Deswegen mache ich mir keine Sorgen. Ich bin sicher, ich werde sie mögen. Falls sie auch nur annähernd wie ihr Bruder ist, bin ich sicher.“ Mulder zeigte seinem Meister erneut ein schiefes Grinsen. „Es ist der Teil, ob sie mich mag, der mir Angst macht“, erklärte er, seine Zähne gingen unwillkürlich zu seiner Lippe und bissen wieder zu.
Skinner schlang seine Hand fest in seines Sklaven Haar und legte einen Finger auf die Lippe, um die Aktion zu verhindern.
„Tabi hat uns sehr freundlich für Thanksgiving eingeladen. Denkst du, sie würde das tun, wenn sie nicht daran interessiert wäre, dich kennen zu lernen? Und, ernsthaft, warum sollte sie dich nicht mögen?“ fragte Skinner. „Eine Menge Leute mögen dich. Ich mag dich. Scully mag dich, Ian mag dich – deine seltsamen, versponnenen Gunmen-Freunde mögen dich“, setzte Skinner nachdrücklich hinzu.
Mulder zuckte seine Schultern. „Ich bin ein Desaster bei sozialen Zusammenkünften. Ich werde das vermasseln.“
„Du hast mich zu vielen Partys begleitet“, erinnerte ihn Skinner geduldig. „Bei allen hast du es gut gemacht.“
„Das waren Szene-Partys“, wies Mulder hin. „Das hier ist anders. Hier reden wir über Ihre Familie.“
„Nicht meine ganze Familie – nur meine Schwester.“
„Sie wird mich hassen“, sagte Mulder mürrisch voraus.
In Wahrheit bereitete ihm nicht so sehr Sorgen, dass seines Meisters Schwester ihn nicht mögen würde, sondern die Tatsache, dass er gemocht werden wollte – und das war etwas Neues, um damit umzugehen. Er war nicht jemand, der gern Dummköpfe ertrug und er hatte nicht die Geduld, sich mit Menschen abzugeben, die seine Ideen und seinen Kreuzzug blockierten oder nicht wenigstens damit sympathisierten. Er wusste, das kam manchmal als Arroganz rüber, doch er fühlte sich ehrlich nicht so – er war einfach zu vereinnahmt von dem, was – wie er wusste – richtig war, um sich die Zeit zu nehmen, die gesträubten Federn anderer Leute zu glätten. Das, dachte er, war das Talent seines Meisters.
Mulder hatte sich mittlerweile so daran gewöhnt, sich den Menschen zu entfremden, dass er sich vor langer Zeit gesagt hatte, es würde ihn nicht kümmern, was die Menschen von ihm dachten – seine Arbeit war wichtig, nicht, ob er gemocht wurde. Wie auch immer, nun, zum ersten Mal seit sehr langer Zeit, merkte er, dass es ihn kümmerte – und er mochte das Gefühl der Verwundbarkeit nicht, welches dadurch hervorgerufen wurde.
Sein Meister hatte einen ruhigen, zurückhaltenden Charme, der bei den Leuten zu funktionieren schien. Er hatte ein Talent, den Menschen zuzuhören, sich in sie einfühlen zu können – Mulder hatte dieses Geschick nicht. Die Beziehung mit seiner eigenen Familie war derart dysfunktionell gewesen, dass er fürchtete, mit Skinners Familie eine völlig neue Familienpolitik annehmen zu müssen. Familien waren, soweit es Mulder betraf, ein Schlachtfeld.
Ironischerweise war er es gewesen, der vorgeschlagen hatte, Skinners Schwester zu besuchen – nicht sein Meister. In der Intimität vor ein paar Wochen, die der Auspeitschung seines Meisters gefolgt war, hatten die beiden Männer offen und ehrlich über ihre Familien gesprochen. Da war es gewesen, dass Mulder erkannt hatte, Skinner hatte eine liebevolle, wenn auch leicht entfernte Beziehung zu seiner Schwester. Nach den letzten Ereignissen hatte er sich zuversichtlich gefühlt und wollte seinem gebeutelten Meister helfen. Daher hatte er gedacht, es wäre nett, wenn sie gemeinsam Thanksgiving feiern würden – ein Vorschlag, den er jetzt bereute.
Skinner blickte seinen Sklaven einen Moment an, dann öffnete er wortlos die Hecktüre des Wagens. Er packte Mulders Handgelenk, kletterte in den Wagen und hievte seinen Sklaven über sein Knie, alles in einer flüssigen Bewegung. Mulder stieß einen Schrei der puren Überraschung aus, als seine Hose und Unterhose runtergezogen wurden und ein kalter Lufthauch von der offenen Autotüre über seinen nackten, hochgestreckten Arsch wehte.
„Du kannst ein extrem charmanter Mann sein, wenn du es versuchst“, sagte Skinner, betonte jedes Wort mit einem scharfen Schlag auf seines Sklaven Kehrseite.
Mulder wand sich hilflos in seines Meisters Griff, seine langen Beine schlugen gegen die Polsterung im Auto. Aber wie üblich gab es kein Entkommen. Skinners Schenkel waren zu kräftig, seine Brust und Oberarme viel zu stark. Mit scheinbar müheloser Leichtigkeit nagelte er seinen Sklaven in dieser Position fest und begann, ihn ernsthaft zu verprügeln, sprach dabei die ganze Zeit.
„Du kannst gefällig sein, höflich, amüsant, aufmerksam und du kannst sehr gute Konversationen führen. Ich weiß das, weil ich beobachtet habe, dass du all das beherrscht – regelmäßig und ohne Mühe. Falls du Menschen verärgerst, ist das normalerweise auf beruflicher Ebene, weil dir deine Arbeit zu wichtig ist, um Kompromisse zu schließen. Das bist eben du. Ich bin vielleicht nicht immer mit deinen Methoden einverstanden, habe jedoch nicht versucht, dich zu ändern – nur dir zu helfen, den Respekt zu erhalten, den du zweifellos verdienst, den dein Stolz und deine Sturheit allerdings nicht zuließen, ihn anzunehmen.“
„Oh, Scheiße …“
Mulder klammerte sich an seines Meisters Schenkeln fest, als ob es um sein Leben ginge, während die Schläge noch lauter wurden und auf seiner entblößten Kehrseite noch stärker stachen. Nun war er dankbar, dass die Wagentür offen stand – die kalte Novemberluft kühlte seinen glühenden Arsch.
„Hörst du mir zu?“ wollte Skinner wissen, seine Hand anscheinend unermüdlich in der Lieferung endloser stechender Schläge auf Mulders Kehrseite.
„Ja, Meister!“ schrie Mulder, unheimlich dankbar, dass die Straße verlassen war und keine vorbeikommenden Leute seine Erniedrigung mit ansahen.
„Gut. Dann hör das: Meine Schwester ist eine sehr nette Frau. Sie wird dich nicht verurteilen. Du begleitest mich als mein Sklave, mein Geliebter, mein Lebenspartner und mein permanenter Gefährte. Dieser Status allein sollte dir all das Selbstbewusstsein schenken, das du brauchst. Was ist dein wichtigster Zweck im Leben, Sklave?“
„Sie zu erfreuen, Meister!“ keuchte Mulder. „Ich existiere, um Ihnen zu dienen!“
„Das ist richtig. Daher wirst du deine Unsicherheiten vergessen und dich ausschließlich auf diese Aufgabe konzentrieren. Und du kannst mich am besten erfreuen, indem du du selbst bist. Das ist alles, worum ich bitte – Tabi wird dich lieben. Ich habe dir schon erzählt, dass sie eine Vorliebe für Heimatlose und Streuner hat. Mit deinen Hündchenaugen und der zerkauten Lippe wird sie in dem Moment schmelzen, wenn sie ihre Augen auf dich wirft. Nun, verstehst du das, oder braucht diese Lektion mehr Nachdruck?“
Skinners Hand wurde langsamer und fing an, sanfte Kreise auf seines Sklaven Kehrseite zu streicheln, anstatt Schläge auszuteilen.
Mulder sah zurück auf seinen roten Hintern. Er war nicht sicher, noch viel mehr ertragen zu können – und sie hatten noch eine Zwei-Stunden-Fahrt vor sich, um das Apartment von Skinners Schwester rechtzeitig zum Thanksgiving-Dinner zu erreichen. Oh, Gott. Abendessen. Mit seines Meisters Schwester. Wieder biss Mulder auf seine Lippe, bedauerte aus vollem Herzen seinen Enthusiasmus für diesen Besuch. Warum machte er solche Sachen? Warum warf er sich in diese gefährlichen Situationen, ohne über die Konsequenzen nachzudenken?
„Was, wenn sie …?“ setzte er an.
Er beendete den Satz nie. Skinners Hand hatte wieder ihre stechende Arbeit aufgenommen, machte eine neuerliche Runde über seine Kehrseite, schenkte der schwellenden Unterseite seiner Hinterbacken, worauf er saß, besondere Aufmerksamkeit, entflammte die Region, sodass sein Sklave überhaupt keinen Zweifel hegen würde, was von ihm erwartet wurde – tatsächlich würde ihn sein wunder Hintern während des ganzen Tages an die Tracht Prügel erinnern.
„Du wirst mich heute erfreuen, wie du es jeden Tag deines Lebens tust. Heute ist es nicht anders. Du wirst der schöne, aufmerksame, charmante Sklave sein, der du immer bist und das ist alles, worum ich dich bitte. Nichts sonst. Nichts Komplizierteres als das. Mich zu erfreuen, ist heute dein einziger Zweck, wie er es jeden Tag ist. Verstehst du das?“ wollte Skinner neuerlich wissen.
„Oh, Gott, ja!“ keuchte Mulder, ergab sich endlich der Lektion, die sein Meister ihn lehrte.
„Gut.“
Skinner beendete die Tracht Prügel und liebkoste stattdessen seinen heißen Hintern. „Hmmm … so ein schöner Anblick. Der erotischste Anblick der Welt“, sagte er in kehligem Ton. „Wenn wir woanders wären, würde ich dich auf deine Hände und Knie werfen und mich bis zur Wurzel in diesem wunderschönen roten Arsch vergraben. So, wie es ist … werde ich die Erinnerung an diese glühenden Hinterbacken heute permanent im Gedächtnis behalten, sodass ich jedes Mal, wenn ich dich ansehe, ich deinen roten Hintern vor Augen habe, unter deinen Hosen auf mich wartend.“
Skinners Stimme war beinahe verträumt und Mulder erkannte, sie waren beide hart. Er stöhnte und wand sich auf seines Meisters Schoß, presste seine Erektion hoffnungsvoll in Skinners Schenkel.
„Die Straße ist leer, Meister“, flüsterte er, jede Spur seiner früheren Verlegenheit verschwand bei dem Gedanken, genommen zu werden, rau und ohne Gnade am Straßenrand. „Sie könnten mich benutzen. Niemand würde es sehen.“
„Es ist verlockend – aber zu riskant“, meinte Skinner bedauernd. „Das wird bis heute Nacht warten müssen.“
„Oh, Gott. Im Apartment Ihrer Schwester? In ihrem Gästezimmer? Nein. Wir können nicht … vielleicht hört sie …“, brabbelte Mulder.
Skinner verpasste ihm einen warnenden Schlag, um ihn zum Schweigen zu bringen.
„Du gehörst mir, Sklave. Ich kann dich benutzen, wo und wie ich es will – und definitiv werde ich dich nach dieser kleinen Szene heute Nacht benutzen wollen, wo immer wir auch schlafen, also gewöhn dich an den Gedanken.“
„Ja, Meister“, wisperte Mulder, vergrub sein Gesicht in seinen Armen und ergab sich wieder einmal seines Meisters Willen.
Erst vor ein paar kurzen Monaten, wusste er, wäre er nicht einmal imstande gewesen, Skinner ehrlich zu sagen, was ihm Sorgen bereitete. Er wäre defensiv geworden und zornig – hätte vielleicht sogar um sich geschlagen, wäre weggelaufen oder hätte sich anderweitig in Schwierigkeiten gebracht. Ehrlich zu sein betreffend seine Ängste war ihm nicht leicht gefallen. Es fühlte sich selbstmitleidig und schwach an, doch musste er zugeben, er fühlte sich besser damit.
Mulder seufzte glücklich, während Skinner seinen Hintern für mehrere Minuten streichelte, dann schubste ihn sein Meister, damit er sich auf seine Füße erhob und befahl ihm, seine Kleider zu ordnen und aus dem Wagen zu steigen.
Mulder krabbelte raus, sein Hintern protestierte gegen den ungeschickten und schmählichen Abgang. Er strich seine Kleidung glatt, steckte sein Hemd zurück in seine Hose, während sein Meister vom Rücksitz kletterte. Ohne zu pausieren, schlang Skinner seine langen Arme um seines Sklaven Schultern, zog ihn an sich und gab ihm einen tiefen, beanspruchenden Kuss, der Mulders Knie weich werden ließ. Er klammerte sich an seinem Meister fest, grinste den anderen Mann dümmlich an, nachdem er freigelassen worden war, all seine Nervosität verbannt im Angesicht von Skinners meisterlicher Zurschaustellung von Besitzanspruch, Trost und Liebe.
„Hat diese kleine Konversation geholfen?“ fragte Skinner leise, liebkoste die Seite von seines Sklaven Gesicht. „Können wir jetzt sicher weiterfahren?“
„Ich denke schon“, lächelte Mulder und zog seinen Meister heran für einen weiteren Kuss.
Skinners Hände wanderten um seines Sklaven Rücken herum und umfassten kräftig Mulders verprügelte Hinterbacken, quetschten hart, brachten Mulder zum Zappeln.
„Küsse stehlen – ich bin sicher, das ist ein strafbares Vergehen“, murmelte Skinner heiser, als Mulder ihn losließ.
„Ich gehöre Ihnen, Meister. Sie können mich bestrafen, wann immer Sie wollen“, antwortete Mulder. „Obwohl … ich würde es vorziehen, mein Thanksgiving-Dinner sitzend einzunehmen, wenn Sie einverstanden sind. Tabi wird wirklich denken, ich bin seltsam, falls ich darauf bestehe, stehend zu essen!“
„Du wirst sitzen“, prophezeite Skinner entschieden mit einem meisterlichen Grinsen.
Er öffnete die Tür und schob sich auf den Fahrersitz. Vorsichtig glitt Mulder auf den Beifahrersitz, sein wunder Hintern machte das Thema der bevorstehenden Zwei-Stunden-Fahrt sehr klar.
„Konversation.“ Mulder verzog sein Gesicht. „Nur Sie können das, was gerade auf der Rückbank passiert ist, eine Konversation nennen. Was ist das mit Tops und ihren Euphemismen? Das war keine Konversation.“
„War es doch. Meine Hand hat mit deinem Hintern Konversation betrieben. Und falls du es nicht bemerkt hast – meine Hand hat gewonnen.“
Breit grinsend griff Skinner nach seinem Sicherheitsgurt und schnallte sich an.
„Ja, als ob ich das nicht gemerkt hätte“, grummelte Mulder, lächelte immer noch gutmütig.
Er freute sich nicht darauf, die nächsten zwei Stunden auf seinem brennenden Hintern zu sitzen, musste jedoch zugeben, dass die Tracht Prügel funktioniert hatte. Er fühlte sich ruhiger. Die Schmetterlinge, die sich in seiner Magengrube breitgemacht hatten, schienen davon geflattert zu sein – wenigstens für jetzt.
Er lehnte seinen Kopf gegen das Wagenfenster und betrachtete glücklich seinen gut aussehenden Meister, während Skinner den Gang einlegte und wieder auf die Straße lenkte.
„Liebe Sie“, murmelte Mulder, nicht verlegen wegen des Geständnisses und voller Bewunderung für die Art, wie sein Meister immer unfehlbar zu wissen schien, wie er mit seinem widerspenstigen Sklaven umgehen musste.
„Ich liebe dich auch.“ Skinner warf ihm einen Blick zu, ein Lächeln verzog seine vollen, küssenswerten Lippen. „Und genauso“, fügte er fest hinzu, „wird das Tabi tun.“
„Erzählen Sie mir mehr von Ihrer Schwester“, bat Mulder, während sie fuhren.
Skinner schenkte ihm ein nachdenkliches, kleines Lächeln.
„Sie ist … anders. War sie immer, wird sie immer sein. Sie passt in kein Schema … sie ist eine eigenständige Person. Ich glaube, deshalb kommen wir so gut miteinander aus. Sie ist viel jünger als ich, was auch geholfen hat, denke ich. Es sind nur vier Jahre zwischen Brian und mir, aber ich war dreizehn, als Tabi ankam und … na ja, ich vermute, sie war nicht geplant, obwohl meine Leute nie ein Wort darüber verloren. Tabi half mir, als ich aus ´Nam zurückkam. Normalerweise saß ich im Bett im Wohnzimmer – ich konnte nicht gut genug gehen, um es hinauf in mein Schlafzimmer zu schaffen – und Tabi saß mit ihrem Zeichenblock auf meinem Bett. Sie erfand Geschichten über die Menschen, die sie zeichnete, um mich zu unterhalten.“
„Und später? Als sie älter war? Sie haben sie nie erwähnt bis vor kurzem, deshalb nehme ich an, Sie stehen sich nicht nahe.“
„Das ist es nicht – wir sind bloß beide beschäftigt, das ist alles. Tabi reist sehr viel“, zuckte Skinner seine Schultern. „Und ich habe das Büro – und dich“, grinste er. „Was beides eine Menge meiner Zeit beansprucht.“
„Werden Ihre Leute nicht verärgert sein, weil Sie Thanksgiving nicht mit ihnen verbringen?“ fragte Mulder vorsichtig.
Aus den wenigen Dingen, die Skinner gesagt hatte, spürte er, dass die Beziehung zwischen seinem Meister und dessen Eltern angespannt war.
„Ich habe keine Ahnung – sie haben mich seit Sharons Tod nicht mehr zu Thanksgiving eingeladen“, zuckte Skinner seine Schultern, doch Mulder bemerkte den Hauch der Niedergeschlagenheit in seiner Körpersprache.
„Walter?“ ermutigte er sanft.
Skinner atmete tief durch. Mulder wusste, dass sein Meister nicht gern über sich sprach – die meisten ihrer intimen Konversationen hatten nach einer ernsthaften Auspeitschung stattgefunden, die Skinner in einen Geisteszustand versetzten, wo er es leichter fand, über seine persönlichsten Erfahrungen und Gefühle zu sprechen – doch Skinner verlangte nicht weniger als absolute Ehrlichkeit von seinem Sklaven und war auf keinen Fall ein Heuchler. Er mochte es schwer finden, tat jedoch sein bestes, seine Gedanken und Gefühle zu teilen.
„Mit Andrew zusammen zu sein … na schön, er war nicht die Art Mann, der mit Niedergeschlagenheit leben konnte. Er wusste, es wäre nicht leicht für mich, aber mit einer Lüge zu leben, ist noch schwerer. Er hat nicht darauf bestanden, dass ich meiner Familie von unserer Beziehung erzählen musste, ich wusste aber, dass es etwas war, was ich trotzdem machen sollte.“ Bedrückt starrte Skinner aus dem Wagenfenster.
„Ich denke, es war ein Schock für sie. Ihr großer, Ex-Marine-Sohn. Ihr Vietnam-Veteran. Und Sie waren verheiratet, hatten diesen mächtigen Job in DC – ich nehme an, Ihre Sexualität zu erfahren, war das letzte, was sie erwarteten“, kommentierte Mulder.
Skinner lächelte ihn dankbar an.
„Ja“, grunzte er. „Das könntest du so sagen. Mein Vater … ich denke, er hatte unheimliches Vergnügen, die Neuigkeiten beleidigend zu finden. Es war, als wäre das die Delle in meiner Rüstung, nach der er ständig gesucht hätte. Endlich hatte er etwas, das er mir vorhalten konnte. Etwas Legitimes, etwas, das mich weniger wertvoll als ihn machte, trotz der wichtigen Karriere, der Vietnam-Medaillen – trotz alldem. Am Ende des Tages war ich bloß ein Schwanzlutscher, ungeachtet der Tatsache, das ich eine lange und glückliche Ehe mit Sharon hatte, was mich, wie ich glaube, bisexuell macht – obwohl diese Art der Differenzierung bei meinem Vater verloren ist und ich nicht sicher bin, ob es überhaupt wichtig ist. Er konnte nicht hinter das Schwuler-Etikett sehen und das ist sein Verlust.“
Skinner zuckte seine Schultern und Mulder griff rüber, seine Hand auf seines Meisters Nacken. Er rieb sanft, linderte die Anspannung dort.
„Sein Verlust“, kommentierte Mulder. „Ich bin froh, dass ich mich meinem Vater nie outen musste. Wohlgemerkt, er war ohnehin geneigt, mich abzulehnen, ich bin sicher, er hätte bloß gegrinst und es spielend als ein weiteres Beispiel abgetan, wie unglaublich enttäuschend ich für ihn wäre. Was ist mit …“ Er pausierte.
„Dem BDSM-Zeug? Christus, das habe ich nicht einmal angeschnitten!“ schüttelte Skinner seinen Kopf. „Ich war der Meinung, das ginge sowieso niemanden etwas an außer mich. Tabi war die einzige, die mir nicht das Gefühl gab, als ließe ich die ganze Familie im Stich – und sie war die einzige, die mich bat, Andrew kennen lernen zu dürfen. Sie verstanden sich gut – andererseits war es unmöglich, Andrew nicht zu mögen.“
Skinner warf Mulder einen Blick zu, bei dem wegen des Kommentars neuerlich ein Gefühl der Unzulänglichkeit an die Oberfläche drang. Er war kein Andrew Linker. Er besaß nicht die Art mühelosen Charme, der Andrew zu einem Mann gemacht hatte, über den niemand je ein schlechtes Wort gesprochen hatte.
„In der Hinsicht war er wie du“, meinte Skinner sanft.
Mulder schüttelte seinen Kopf, konnte jedoch ein Lächeln nicht verhindern – sein Meister sah Dinge in ihm, von denen er nicht so sicher war, dass sie existierten, doch er war froh, dass Skinner so eine hohe Meinung von ihm hatte.
„Sie ist ein guter Mensch“, setzte Skinner fort. „Ich denke nicht, dass sie auch nur einen vorverurteilenden Knochen im Körper hat. Sie will nur, dass ich glücklich bin und ich will das selbe für sie.“
Skinner drehte seinen Kopf und küsste Mulders Finger, wo sie auf seiner Schulter ruhten.
„Sie klingt großartig. Ich kann es nicht erwarten, sie kennen zu lernen.“ Mulder war überrascht festzustellen, dass das nichts als die Wahrheit war.
Die Diskussion, kombiniert mit den Nachwirkungen der improvisierten Tracht Prügel am Straßenrand beruhigten Mulder zu dem Punkt, wo er in der Lage war einzuschlafen. Eine Stunde später erwachte er überrascht, als sein Meister vor einem großen, alten Gebäude anhielt.
„Aufwachen, Schlafmütze“, sagte Skinner, strubbelte liebevoll seines Sklaven Haar.
„Sind wir da?“ Mulder sah sich benebelt um.
„Ja.“
Skinner machte keine Anstalten, aus dem Auto zu steigen. Er saß einfach da, beobachtete, während Mulder sich aufweckte.
„Bist du okay, Fox?“ bohrte er sanft. „Bereit hinein zu gehen?“
„Ja. Ich freue mich darauf“, nickte Mulder.
Skinners Schwester war das einzige Mitglied der Familie seines Meisters, das Skinner während der dunkelsten Tage seines Lebens beigestanden hatte. Ob sie ihn mochte oder nicht, er war sicher, dass er sie nach allem, was er gehört hatte bestimmt mögen würde.
Mulder holte ihre Reisetasche aus dem Kofferraum, danach stiegen sie die Stufen zu dem großen Gebäude hinauf. Skinner drückte den Knopf der Gegensprechanlage und ein paar Sekunden später schwang die Türe auf. Skinner trottete zwei Stockwerke die Treppe hinauf, Mulder im Schlepptau, und sie stoppten vor einer roten Türe am Ende eines langen Korridors. Skinner pausierte und sah seinen Sklaven fragend an. Mulder atmete tief ein und nickte dann. Lächelnd klopfte Skinner and die Türe.
„Augenblick!“ brüllte eine weibliche Stimme im Inneren. „Ich komme!“
Mulder wechselte einen Blick mit seinem Meister und sah den anderen Mann grinsen.
Tabi, formte Skinner mit seinen Lippen.
Mulder rollte seine Augen. „Das hätte ich nie vermutet“, murmelte er.
Das brachte ihm einen nicht zu ernst gemeinten Klaps von seinem Meister ein.
Da war das Geräusch einer kleinen Elefantenherde, die über einen Holzboden galoppierte, dann wurde die Türe aufgerissen und eine Sekunde später warf sich etwas auf seinen Meister.
„Ich wusste, du würdest auf die Minute pünktlich sein! Ich wusste es! Was ist los mit dir, Walter? Warum bist du so pünktlich? Das ist nicht natürlich“, protestierte der Wirbelwind, machte sich um Skinners Nacken fest, eine Masse aus dunklen Locken und leuchtend blauem Sweater.
Skinner lachte entzückt und wirbelte seine kleine Schwester herum. Mulder sah nachdenklich zu, fühlte sich plötzlich von der Familien-Wiedervereinigung losgelöst. Er fragte sich, wie es wäre, eine erwachsene Schwester wie diese zu haben – jemanden, der ihn zu Thanksgiving einlud und aufgeschlossen genug wäre, seinen männlichen Partner kennen zu lernen. Das war nicht etwas, das er je erlebt hatte und es machte ihn traurig. Wie wäre Samantha gewesen, fragte er sich. Hätte sie es akzeptiert, wie Tabi, oder wäre sie steif, formell und zurückhaltend gewesen?
Plötzlich wurde er sich eines Paares strahlender, dunkler Augen bewusst, die ihn forschend ansahen.
„Und du musst der Streuner sein. Walter sagte, er hätte einen Streuner adoptiert. Ich habe einen schlaksigen Studenten erwartet, aber du bist ein Mann!“ bemerkte Tabi mit erfrischender Ehrlichkeit. „Gott, du bist wahrscheinlich älter als ich – und du siehst aus, als könntest du für dich selbst sorgen. Überhaupt kein Streuner.“
Sie machte sich von Skinner frei und überraschte Mulder vollkommen, indem sie sich enthusiastisch auf ihn warf. Ihre Arme schlangen sich um ihn und quetschten, während sie seine Wange küsste. Er war so perplex, dass er sich nicht einmal bewegte. Niemand außer seinem Meister umarmte ihn derart enthusiastisch – nicht einmal Scully. Menschen umarmten ihn überhaupt selten – eine Tatsache, für die er immer äußerst dankbar gewesen war, bis jetzt. Tabis Umarmung war nett – ihn willkommen heißend und liebevoll.
„Oh, Gott!“ sagte Tabi, nachdem sie einen Schritt von ihm zurückgetreten war. „Du bist auch ein FBI-Agent, nicht wahr?“
„Woher weißt du das?“
Überrascht warf Mulder seinem Meister einen Blick zu. Skinner hob seine Schultern, also hatte er ihr das von Mulder nicht erzählt.
„Die Pistole.“ Mit einer Grimasse tätschelte Tabi seine Hüfte. „Walter trägt immer eine, obwohl … welche Art von gefährlichem Kriminellen er erwartet, in meinem Apartment zu entdecken, kann man nur raten.“
Sie schenkte ihrem Bruder ein bösartiges Lächeln und öffnete dann die Türe, damit sie den düsteren Korridor verlassen konnten. Erst als sie das hell erleuchtete Apartment betraten, konnte Mulder einen genaueren Blick auf Skinners kleine Schwester werfen. Sie war nicht, was er erwartet hatte – obwohl er keine Ahnung hatte, was genau er erwartet hatte, nur, dass es nicht das war. Er vermutete, dass er vor seinem geistigen Auge eine Vision einer weiblichen Ausgabe von Skinner hatte; schlank, groß, selbstbewusst, zurückhaltend … seine Vorstellungskraft hatte versagt, ihr Haare zuzuordnen, doch dieses Wesen hatte massenhaft davon, in undisziplinierten Locken von ihrem Kopf fallend. Sie war weder schlank, noch besonders groß. Sie war durchschnittlich groß und ziemlich rundlich mit einem alltäglich aussehenden Gesicht, nicht einem schönen. Allerdings leuchtete ihre innere Schönheit durch, in ihren lachenden, braunen Augen und den erstaunlichsten, tiefen Grübchen, die ihr ganzes Gesicht erleuchteten, wann immer sie lächelte, was oft vorkam. Mulder starrte sie wie gelähmt an.
„Fox, das ist Tabi. Tabi – das ist mein …“, Skinner stockte, dann lächelte er, „… Partner, Fox“, endete er, obwohl Mulder den deutlichen Eindruck hatte, dass er Mulder als seinen Sklaven hätte vorstellen können und Tabi hätte nicht einmal geblinzelt.
„So, du bist der berühmte Fox.“
Sie lächelte ihn an und diese Grübchen hatten einen neuerlichen Auftritt. Mulder legte seinen Kopf zur Seite und grinste zurück, fasziniert von ihr.
„Ich wusste, es musste jemand ganz Besonderer sein, dass er ihn zu Thanksgiving mitbringt – und es erklärt, warum er in letzter Zeit so still war. Es ist ein Vergnügen, dich kennen zu lernen, Fox. Was für ein ungewöhnlicher Name. Steckt da eine Geschichte dahinter? Ich liebe es, die Geschichten der Leute zu hören! Scheiße, ich rede zu viel, nicht wahr? Das tue ich immer, wenn ich nervös bin.“
„Du bist nervös wegen mir?“ Mulder lachte laut auf. „Oh, Gott sei Dank, weil ich solche Angst hatte, dich zu treffen, dass Walter mir auf dem Weg hierher etwas Vernunft einreden musste.“
Er schoss seinem Meister einen wissenden Blick zu und Skinner grinste ihn an.
„Na ja, Walter ist sehr gut darin, jemandem Vernunft einzureden. Er wurde sensibel geboren. Es ist sehr traurig.“ Sie fixierte ihren Bruder mit einem missbilligenden Starren.
„Das ist wahr“, stimmte Mulder zu. „Sehr traurig.“
Er seufzte theatralisch und schloss sich dann Tabi in einem Kicheranfall an. Er konnte nicht anders – ihr Lachen war ansteckend. Bekümmert schüttelte Skinner seinen Kopf, war jedoch klar entzückt, dass seine Schwester und sein Sklave sich so gut verstanden.
„Ich will dich unbedingt kennen lernen, Fox“, sagte Tabi, führte die beiden ins Wohnzimmer. „Es wird cool sein, jemanden zu haben, um Walter gemeinsam zu hänseln. Es ist ein schwerer Job, aber irgendjemand muss ihn schließlich erledigen“, grinste sie.
„Ah, ich muss nicht gehänselt werden“, wendete Skinner ein, schoss seinem Sklaven einen strengen Blick zu.
„Oh, doch, großer Bruder.“ Liebevoll tätschelte Tabi ihren Bruder auf die Wange. „Deine Familie und Freunde sind die einzigen Menschen, die dich außerhalb dieses tollen, mächtigen Jobs kennen, den du erfüllst. Alles, was du dort kriegst, ist Ja, Sir und Nein, Sir. Du brauchst uns, um dich wieder in die Realität runter zu bringen, nicht wahr, Fox?“
Mulder erstickte fast.
„Na ja, alles, was er zu Hause bekommt, ist Ja, Sir und Nein, Sir“, zwinkerte er. „Ich denke, er muss es so mögen“, verriet er Tabi in verschwörerischem Tonfall.
Sie stieß ein entzücktes Gurgeln aus und für einen Moment suhlten sie sich in ihrer kleinen bewundernden Gemeinschaft.
Mulder wagte einen Seitenblick zu seinem Meister. Vielleicht würde er später, wenn sie allein in ihrem Zimmer waren, dafür bezahlen, doch irgendwie dachte er, dass er in der Gesellschaft von Skinners Schwester viel Spaß damit haben würde, seinen Meister gnadenlos zu hänseln. Von dem gutmütigen Ausdruck in Skinners Gesicht ausgehend, war das ein Stand der Dinge, mit dem dieser nicht unglücklich war. Er sah begeistert aus, weil Mulder und Tabi eindeutig zu Freunden wurden. Alle entspannten sich.
Tabis Apartment war so etwas wie ein heimeliges Chaos. Sie zeigte Mulder und seinem Meister ihr Zimmer, das, wie Mulder bekümmert feststellte, neben ihrem eigenen Schlafzimmer lag. Danach ließ sie sie allein, um nach dem Essen zu sehen, das sie kochte.
„Wie dünn, denken Sie, sind die Wände?“ flüsterte Mulder seinem Meister zu, als sie allein waren, kroch auf das Bett und legte sein Ohr gegen die Wand.
„Dick genug für uns, um nicht flüstern zu müssen“, sagte ihm Skinner in normaler Lautstärke, ein amüsiertes Lächeln in seinem Gesicht.
„Es war nicht das Sprechen, was mir Sorgen bereitet.“ Mulder verzog sein Gesicht. „Ich weiß, was Sie im Auto sagten, aber ich möchte nicht, dass Ihre Schwester … ich möchte nicht, dass sie etwas hört“, murmelt er, wurde dunkelrot. „Vielleicht sollten wir nicht …“
„Fox.“ Skinner stellte ihre Tasche auf das Bett. „Ich werde dich heute Nacht heftigst reiten. Gewöhne dich an den Gedanken. Jetzt pack die Tasche aus, während ich mich mit meiner kleinen Schwester unterhalte.“
Missmutig starrte Mulder dem verschwindenden Rücken seines Meisters nach. Ihm war der Gedanke nie angenehm, dass ihre Intimität auf irgendeine Art beobachtet würde – Szenepartys waren in Ordnung, weil sie für Menschen waren, die es verstanden, doch er konnte sich noch an sein schreckliches Unbehagen erinnern, als er Donald und Elliot kennen gelernt hatte. Er mochte einfach nicht den Gedanken, dass Menschen außerhalb des Lebensstils von ihrer Meister/Sklave-Beziehung wussten. Immer noch fürchtete er, verurteilt zu werden, oder dass man wegen seiner sexuellen Vorlieben auf ihn hinabblickte. Seine Erfahrungen mit Krycek hatten in dieser Hinsicht nicht geholfen. Sein alter Feind hatte keine Gelegenheit ausgelassen, Mulder für seine Unterwürfigkeit zu verhöhnen und das hatte schrecklich an Mulder genagt.
Er fühlte sich niemandem außer Skinner gegenüber unterwürfig. Im Gegenteil – praktisch jedem anderen gegenüber war er eher feindlich gesinnt und ständig bereit zu kämpfen, teilweise wegen der andauernden Feindseligkeiten, denen er während seiner Arbeit an den X-Akten begegnet war und teilweise auch wegen seiner restlichen, abwehrenden Reizbarkeit, die in seiner Kindheit ausgelöst worden war. Nur Skinner wusste ihn zu zähmen – und Skinner war der einzige Mensch, von dem er sich zähmen ließ. Bei allen anderen war er genauso wild und unkontrollierbar, wie er es immer gewesen war. Wenn die wüssten, dass er bereit war, als der Sklave eines anderen Mannes zu agieren, ihn zu bedienen, ihm seinen Körper anzubieten …
Mulder begann, ihre Tasche auszupacken, grübelte über das Thema nach. Er war stolz auf sein Sklaventum, aber das bedeutete nicht, er wollte die Einzelheiten mir irgendjemandem außerhalb des Lebensstils teilen – und ganz gewiss nicht mit Skinners Schwester. Er war nicht sicher, warum gerade dieser Gedanke ihn beschäftigte, das war jedoch der Fall.
Mulder atmete tief ein. Sein Meister hatte die Türe offen stehen lassen und er konnte den Duft von etwas Köstlichem riechen, das unten kochte. Er hörte das tiefe Grummeln seines Meisters Stimme, ab und zu unterbrochen von Tabis warmem Lachen. Mulder zog seines Meisters schwarzes Lieblingshemd aus der Tasche und inhalierte den Duft tief. Der Geruch der Pheromone seines Meisters beruhigte ihn immer und der Hauch von Eau De Skinner, der an dem Hemd haftete genügt, um ihn abzulenken.
Er hängte das Hemd über einen Kleiderhaken, packte dann seines Meisters Hosen aus und hängte auch diese auf. Er vergewisserte sich, dass die Kleidung seines Meisters liebevoll ausgepackt war, bevor er sich hastig um seine eigenen Sachen kümmerte. Danach, mit einem weiteren tiefen Luftholen, folgte er seinem Meister in die Küche.
Mulder fand es so einfach, sich mit Tabi zu unterhalten, dass er sich ernsthaft fragte, ob er sie vielleicht in einem früheren Leben gekannt hatte. Es war, als ob sie sich seit Jahren kennen würden und Skinner bekam kaum ein Wort dazwischen, während seine Schwester und sein Sklave nonstop über praktisch alles plauderten.
Das wundervolle Abendessen bestand aus gebratenem Truthahn, begleitet von so vielen verschiedenen Gemüsegerichten, dass Mulder dachte, sein Magen würde explodieren. Es war jedoch zu köstlich, um nicht in die Vollen zu langen. Er plauderte lebhaft mit Skinners Schwester während ihres langen, ausgiebigen Abendessens – quetschte die Konversation zwischen Mundvoll Süßkartoffeln, Mais, Grüne Bohnen-Kasserolle und einer besonderen Art von Russischem Salat heraus, der offensichtlich ein altes Skinner-Rezept war. Tabi zeigte lebhaftes Interesse an UFOs und anderen verwandten paranormalen Phänomenen – Mulder war überrascht von ihrem Wissen dieses Thema betreffend und sie war eindeutig entzückt von seinem.
„So, woher kommt es, dass du all dieses Zeug weißt?“ fragte er bewundernd, als sie beide zum Luftholen stoppten.
„Ich habe für ein Kinderbuch recherchiert, an dem ich arbeitete“, grinste sie. „Und ich fand es faszinierend. Meiner Ansicht nach sind neunundneunzig Prozent Mist, aber da waren ein paar vereinzelte Fälle, für die ich keine Erklärung finden konnte – sie haben mich fasziniert.“
„Oh, da stimme ich zu“, nickte Mulder lebhaft. „So viele Fälle sind es nicht mal wert nachzuforschen. Ich kann einen Blick auf ein Foto werfen und in den meisten Fällen beurteilen, ob es manipuliert ist. So, du schreibst Kinderbücher?“
„Sachbücher für Kinder, ja“, grinste Tabi. „Walter sagt, das liegt daran, dass ich nie erwachsen wurde, aber ich denke nicht, dass große Brüder je ihre kleinen Schwestern als Erwachsene sehen, nicht wahr?“
Sie grinste Skinner an und er beugte sich vor, wischte liebevoll ein paar Haarsträhnen aus ihrem Gesicht, ein zärtliches Lächeln in seinem Gesicht.
„Keine Ahnung“, zuckte Mulder seine Schultern, fühlte seine Stimmung sinken.
Stille fiel über das Zimmer. Skinner warf seinem Sklaven einen besorgten Blick zu.
„Ich hatte eine kleine Schwester … sie wurde entführt, als sie acht Jahre alt war. Wir haben nie erfahren, was ihr zugestoßen ist“, erzählte Mulder leise. „Ich suche sie immer noch … Walter ist der einzige Grund, warum ich mein Leben während der Suche nicht weggeworfen habe. Also vielleicht ist es nicht so, dass er dich nicht erwachsen werden lassen kann … vielleicht liegt es nur daran, dass große Brüder niemals diese beschützerische Ader verlieren, die sie für ihre kleinen Schwestern haben.“
Er spielte einen Moment mit den Fransen des Tischtuches, seine langen Finger verwirrten sie. Ein paar Sekunden später wurde er überrascht, als eine gebräunte, mit Grübchen überzogene Hand sich auf seine legte.
„Fox, es tut mir leid. Ich hatte keine Ahnung. Was für eine schreckliche Sache“, sagte sie und er blickte in ihre warmen, mitfühlenden, braunen Augen. „Ich meckere vielleicht über meinen großen Bruder hier“, setzte Tabi fort, sah zu Skinner, „aber ich würde nicht um alles in der Welt ohne ihn sein wollen. Dein Verlust tut mir leid.“
„Danke.“ Er drückte ihre Finger. „Ich würde auch nicht um alles in der Welt ohne deinen Bruder sein wollen“, fügte er leise hinzu, mit einem Blick zu Skinner.
Sein Meister zeigte ein kleines, herzliches Lächeln, lehnte sich dann vor und küsste seinen Sklaven auf die Stirn.
„Es war nicht immer einfach, diesen Punkt zu erreichen, aber ich bin froh, dass du rechtzeitig kehrt machen konntest, bevor es zu weit ging, bevor du dich umgebracht hast“, murmelte Skinner und Mulder wusste von dem Ausdruck in seines Meisters Augen, dass sie beide an Krycek dachten und wie er erst kürzlich versucht hatte, Mulder fortzulocken, indem er Samantha als Köder benutzte – und wie Mulder endlich die Kraft gefunden hatte, Nein zu sagen.
„Sie haben es immer verstanden – sogar bevor wir eine Beziehung eingingen. Ich denke nicht, dass ich das je erkannt habe. Jetzt, wo ich Tabi kennen gelernt habe, ist es viel klarer für mich“, meinte Mulder, blickte seinen Meister mit neuem Verständnis an, begegnete diesen braunen Augen und fand darin ein dunkles Wissen und Einfühlungsvermögen.
„Wenn Tabi jemals etwas zustoßen würde, würde ich bis ans Ende der Welt gehen, um sie zu finden“, sagte Skinner einfach mit einem Schulterzucken, seine Augen verließen niemals die seines Sklaven. „Ich habe immer verstanden, was dich treibt, Fox. Immer.“
Seine Stimme war fest und sein Ausdruck unerschütterlich und Mulder erkannte, dass gerade, wenn er dachte, er wüsste alles über seinen Meister, was es zu wissen gibt, er weitere Schichten dieses komplexen, furchtbar zurückhaltenden Mannes enthüllte. Es war beinahe, als ob etwas in seinen Platz geklickt und eine weitere bedeutende Verbindung zwischen ihnen hergestellt worden wäre – diese überstieg Sex oder ihre Rollen und reichte geradewegs in den Kern dessen, was sie füreinander anziehend machte. Ja, natürlich verstand sein Meister seinen Kreuzzug – das war Mulder immer auf einer gewissen Ebene bewusst gewesen – doch bis heute hatte er nicht die Tiefe dieses Verständnisses ausgelotet. Für einen Moment waren sie nicht Meister und Sklave oder Vorgesetzter und Untergebener – sie waren einfach ältere Brüder mit Schwestern, die sie sehr liebten.
„Ich habe schon zwei große Brüder, aber du weißt, es gibt immer Platz für einen weiteren“, meinte Tabi sanft, sah Mulder nachdenklich an. „Die beiden, die ich habe, sind sehr ernst und erwachsen. Ich denke, du würdest einen sehr amüsanten Bruder abgeben, Fox.“
Mulder grinste sie an. „Du solltest aufpassen – ich bin ein spottender, kitzelnder, Zöpfe ziehender großer Bruder, Tabi.“
Tabi grinste zurück und warf Skinner einen Blick zu, der die beiden mit einem sehr glücklichen Ausdruck im Gesicht beobachtete.
„Oh, ich bin mehr als gewöhnt an diese Art von Bruder“, lachte sie. „Ich sollte dich warnen, dass ich so gut austeile wie ich einstecke, was Walter bestätigen kann!“
„Das kann ich wirklich!“ sagte Skinner aus tiefstem Herzen und alle lachten laut auf.
Als Mulder sich erhob, um Tabi zu helfen, den Kaffee reinzubringen, fing Skinner seine Hand ein und pflanzte einen liebevollen Kuss darauf. Im Gegenzug hauchte Mulder einen Kuss auf seines Meisters nackten Schädel. Etwas Gutes war hier gerade geschehen; etwas wirklich sehr Gutes.
Mulder alberte mit Tabi in der Küche herum, während sie den Kaffee machten, dann kehrten sie damit zum Tisch zurück, wo Skinner damit beschäftigt war, die Überreste ihres gewaltigen Thanksgiving-Mahles abzuräumen.
„So, wofür ist Tabi die Abkürzung?“ fragte Mulder im Plauderton, während er die Tassen auf den Tisch stellte.
„Tabitha.“ Tabi stellte die Kaffeekanne auf einen Untersetzer neben den Tassen.
„Hübscher Name“, kommentierte Mulder.
„Oh, Gott, das ist nicht mein wirklicher Name!“ lachte Tabi. „Es ist ein Spitznamen, den sich Walter und Brian für mich ausgedacht haben.“
Mulder bemerkte, dass sich Skinner plötzlich versteifte und warf ihm einen überraschten Blick zu, während Tabi fröhlich weiterplauderte, ahnungslos ob der Anspannung im Zimmer.
„Meine Mutter war ein großer Fan dieser Fernsehserie Verliebt in eine Hexe, die sie begeistert sah, während sie mit mir schwanger war, deshalb nannte sie mich Samantha nach der Hexe. Aber Walter sagte, ich wäre bloß ein Baby, deshalb hätte ich nach Samanthas kleinem Mädchen Tabitha genannt werden sollen – und so endete ich mit diesem lächerlichen Spitznamen!“
„Dein Name ist Samantha?“
Mulder stand einen Moment da und spürte, wie sich das Universum um ihn herum verschob, während er diese neue Information verarbeitete. Er warf seinem Meister einen Blick zu. Skinner sah besorgt aus.
„Entschuldige, ich hätte es dir sagen sollen – um ehrlich zu sein, habe ich es einfach vergessen. Wir nennen sie nie so“, erklärte ihm Skinner hastig.
„Was ist das Problem?“ Tabi sah von einem zum anderen, ihr Gesichtsausdruck verwirrt.
„Meine Schwester hieß Samantha“, sagte Mulder leise.
„Oh. Ich verstehe.“ Tabi verzog ihr Gesicht. „Ich glaube, es war ein ziemlich gebräuchlicher Name Mitte der Sechziger.“
„Entschuldigt mich. Ich muss … das Bad benutzen“, murmelte Mulder, machte auf dem Absatz kehrt und floh den Flur entlang.
Er bespritzte sein Gesicht mit kaltem Wasser und betrachtete sich im Badezimmerspiegel. Er war so viele Dinge – FBI-Agent, Sohn, Sklave und der trauernde Bruder, der nie imstande gewesen war, seine Schwester loszulassen. Nur … er war nicht sicher, ob er es verstand, doch auf eine Art und Weise war dieser Tag ein Übergangsritual. Er war wieder ein Bruder geworden. Und obwohl er nicht die Schwester gefunden hatte, nach der er so lange gesucht hatte, hatte er jemand anderen gefunden, eine andere Samantha. Nicht, um den Platz derjenigen einzunehmen, die er verloren hatte, sondern vielleicht um die kleine Ecke seines Herzens in Anspruch zu nehmen, die viel zu lange in der Zeit festgefroren gewesen war. Im Moment fühlte es sich zu tiefgründig für ihn an, um es zu verarbeiten und er stand da, starrte sich lange Zeit im Spiegel an, in diesem Moment nicht ein Sohn oder ein Sklave oder ein Agent, sondern wieder ein Bruder.
„Fox.“ Er hörte ein leises Klopfen an der Tür, dann öffnete sie Skinner und trat ein, schloss die Türe hinter sich. „Bist du in Ordnung, Süßer?“ erkundigte sich Skinner sanft.
Mulder drehte sich zu dem anderen Mann um. „Walter … ich …“
Mulder schüttelte seinen Kopf, unsicher, was er gerade fühlte, als er den Mann sah, der sein Meister war, doch der – im Moment viel wichtiger – auch sein Geliebter und engster Freund war.
„Es tut mir leid. Ich wollte nicht, dass das so ein Schock ist … ich hatte keine Ahnung, dass diese Reise solche Probleme aufwerfen würde. Ich hätte daran denken und dich warnen sollen. Vergib mir.“
Skinner sah zerknirscht aus. Er trat zu seinem Sklaven und legte seine Hände auf Mulders Schultern. Mulder sah ihn weiterhin an.
„Walter, es ist kein Problem. Ich brauchte nur ein paar Minuten, um … es zu verdauen. Es brachte ein paar Emotionen hoch, die ich nicht erwartet habe“, erklärte Mulder.
Er trat vor und schmiegte sich in die Arme seines Geliebten, die sich sanft um ihn schlossen, ihn festhielten. Für einen Moment, waren die Geliebten genau das. Walter und Fox, nicht Meister und Sklave. Und zum ersten Mal, seit sein Sklaventum begonnen hatte, sah Mulder eine ganze Welt dahinter, eine Welt, die er kaum angefangen hatte zu erforschen, nach der er sich jedoch sehnte.
Lange Zeit blieb Mulder stehen, sein Kopf auf seines Geliebten breiter Schulter ruhend, ein bisschen schwankend, während er sich mental mit diesen neuen Rollen abfand: Bruder und Geliebter.
„Was denkst du?“ fragte Skinner, seine großen Hände streichelten immer noch seines Geliebten Rücken.
Seufzend drückte sich Mulder enger an ihn. Diese Hände, die so hart verprügeln und seinen Körper so köstlichen Torturen unterwerfen konnten, konnten auch so sanft, tröstend und beruhigend sein.
„Es fühlt sich beinahe an, als ob … ich habe alles aufgegeben, um Ihr Sklave zu werden, ich habe eine normale Beziehung verworfen, was immer das sein mag und ich habe die Suche nach Samantha aufgegeben, die ich führte, als ob mein eigenes Leben völlig unwichtig wäre. Irgendwie, durch diesen Akt alles aufzugeben, wurde mir alles geschenkt, was ich jemals wollte. Ich verstehe es nicht. Wie diese Menschen, die erst die Liebe finden, wenn sie aufhören, danach zu suchen. Ich weiß, sie ist Ihre Sam, nicht meine, aber … vielleicht finde ich meine Schwester nie … und …“
Mulder gingen die Worte aus, plötzlich war er blind vor Tränen. Skinner drückte ihn an sich und küsste seinen Kopf, sie standen da, teilten einen sehr wichtigen Moment.
Schließlich ließ ihn Skinner los.
„Ich werde vom Schlafzimmer aus ein paar Telefonate ins Büro führen. Wieso verbringst du nicht etwas Zeit allein mit Tabi? Ich denke, sie wundert sich gerade, was los ist.“
Mulder lächelte den anderen Mann an und nickte. Wie immer schien Skinner instinktiv das Richtige zu tun. Obwohl er sicher unbedingt die letzten Neuigkeiten mit seiner Schwester austauschen wollte, war er mehr darum besorgt, dass sein Geliebter sie kennen lernte und eine eigene Beziehung mit ihr entwickelte.
„Das klingt gut. Ich danke Ihnen“, sagte er.
Skinner nickte und ging zur Tür.
„Walter“, rief Mulder ihn zurück.
Skinner drehte sich um, seine Augenbraue fragend gehoben.
„Für alles“, fügte Mulder hinzu. „Danke für alles. Dass Sie bei mir geblieben sind, selbst, wenn ich unerträglich war, vor allem in diesen ersten Tagen meines Sklaventums, als ich völlig ziellos war. Und für später, als ich in LA solchen Mist gebaut habe und dann noch einmal in Seattle. Und danke, dass Sie mich überhaupt als Ihren Sklaven angenommen haben. Wenn Sie mich nur als Ihren Sub genommen hätten, wäre ich sofort davongerannt, wenn Sie zu nahe gekommen wären. Auf diese Art hatte ich keine Wahl – so konnte ich es nicht für mich sabotieren. Danke für all diese Dinge. Ich bin nicht sicher, ob ich es jemals gesagt habe, vielleicht Stückchenweise, aber es muss noch einmal ausgesprochen werden. Ich danke Ihnen – dafür, dass Sie mein Meister und mein Geliebter sind. Ich denke, dass ich jetzt mehr denn je einen Weg sehe, im Gegenzug Ihr Sklave und Geliebter zu sein.“
Der Ausdruck in Skinners Gesicht überraschte Mulder vollkommen. Für einen Moment schloss der große Mann seine Augen und seufzte – ein Seufzen, das Mulder an dieses erste, lange Seufzen erinnerte, das er vor fast einem Jahr in diesem Raum gehört hatte. Das Seufzen, das anzeigte, dass Skinner bereit war, ihn als seinen Sklaven anzunehmen.
Als Skinner seine Augen wieder öffnete, lag ein Ausdruck tiefer Zufriedenheit darin.
„Du hast diese Reise schon vor einer Weile begonnen, Fox“, erklärte ihm Skinner sanft. „Was du vor ein paar Wochen für mich getan hast, nach dieser Scheiße mit Krycek, das war nicht etwas, das ich dir befohlen habe. Du bist vorgetreten, als ich dich am nötigsten brauchte und hast mir einiges von der Last abgenommen. Du hast über die Rollen hinaus gesehen, und davor mehrere Male einen Blick darauf geworfen.“
„Ja“, nickte Mulder. „Ich sah es nur nicht klar, bis heute. Sie haben lange darauf gewartet, bis ich diese bestimmte Wahrheit sah. Manchmal müssen Sie mich verfluchen – immer die Wahrheit jagen, die dort draußen ist und die ignorieren, die unter meiner Nase liegt.“
Skinner kicherte. „Die Reise hat lange gedauert“, gab er zu, „aber ich bedaure keine Sekunde davon.“
„Komm her“, befahl Mulder und Skinner kam ohne Widerworte oder Fragen in Mulders ausgestreckte Arme.
Mulder küsste seinen Geliebten lautstark auf die Lippen, ließ ihn dann los. Skinner blickte mit einem zärtlichen Ausdruck in seinen dunklen Augen zu ihm hinab.
„Wir sind noch nicht angekommen, Fox, aber wir sind jetzt sehr nahe.“
„Sie müssen mich brandmarken, Walter“, meinte Mulder entschlossen. „Ich weiß, wir haben besprochen, dass es um Weihnachten passieren würde, aber wir haben es nicht diskutiert, seit wir uns darüber einig wurden und ich kann nicht länger warten. Es ist Zeit.“
„Ich weiß. Wir erledigen die Vorbereitungen, sobald wir heimkommen“, versprach Skinner.
Mulder lächelte. Es war definitiv Zeit.
Als er ins Wohnzimmer zurückkehrte, saß Tabi auf der Couch, ihre Beine untergeschlagen, an ihrem Kaffee nippend, während sie aus dem Fenster starrte. Sie blickte auf, ihr Ausdruck unsicher, und er zog hinterhältig an ihren Locken, grinste sie breit an.
„Hey, Schwesterchen“, sagte er. „Was gibt’s?“
Ihr Gesicht erstrahlte in einem breiten Grinsen und sie tätschelte neben sich die Couch.
„Komm, setz dich zu mir, Fox“, sagte sie. „Wir haben so viele Jahre aufzuholen.“
Bereitwillig setzte sich Mulder neben sie und sie begannen zu reden. Wie alte Freunde oder wie Geschwister, die sich nach langer Trennung wiedersahen, mit perfekter Leichtigkeit, als ob sie einander seit Jahren kennen würden. Mulder entspannte sich in die Couch, vollkommen zufrieden, saugte den Anblick ihrer dunklen Augen und ihren lebendigen Gesichtsaudruck ein, während sie sprach. Er hatte nicht gefunden, wonach er gesucht hatte, aber nach all den Jahren hatte er endlich eine Schwester gefunden.
Es war spät, als sich Mulder und Tabi schließlich zum Schlafengehen entschlossen. Mulder pflanzte einen liebevollen Kuss auf seiner Schwester Wange und ging dann in das Schlafzimmer, das er mit seinem Meister teilte. Skinner saß auf dem Bett und las ein Buch. Er blickte auf, als sein Sklave eintrat und lächelte.
„Es ist spät – daher nehme ich an, ihr beiden hattet eine Menge zu besprechen“, kommentierte er.
„Ja – es ist gespenstisch. Ich fühle mich, als würde ich sie mein Leben lang kennen. Vielleicht, weil sie Ihnen auf gewisse Weise so ähnlich ist“, sagte Mulder.
„Ist sie das?“ Skinner faltete seine Brille zusammen und schloss das Buch, das er gelesen hatte.
„Ja – erst mal arbeitet sie wie verrückt und sie kennt jede Menge Zeug, das man nicht erwarten würde.“
„Vielleicht liegt das in ihrem Job. Sie muss die verschiedensten Themen recherchieren, denke ich“, erklärte Skinner. „Ich habe gerade eines ihrer Bücher gelesen.“ Er hielt das Buch hoch, das auf seinen Knien gelegen hatte. „Sie hat einen ganzen Stapel davon auf dem Regal dort drüben“, zeigte er.
Mulder wanderte hinüber und betrachtete die Reihe Bücher – es waren Sachbücher für Kinder mit einer großen Auswahl an interessanten Titeln. Er starrte den Namen auf dem Buchrücken an, nicht überrascht, dass sie für ihre Arbeit ihren echten Namen verwendete und nicht den familieneigenen Spitznamen.
„Samantha Skinner“, murmelte er, strich seinen Finger über den Namen. „Irgendwie prägnant.“
„Ich denke, das ist teilweise der Grund, warum ihn Mom wählte“, sagte Skinner mit einem Nicken. „Ich bin froh, dass du sie magst, Fox.“
„Tue ich. Mich freut aber noch mehr, dass sie mich zu mögen scheint“, grinste Mulder. „Entschuldigung – ich hoffe, Ihnen war nicht langweilig hier drin ganz allein.“
„Überhaupt nicht“, grinste Skinner. „Es gab mir Zeit zu überlegen, was ich heute Nacht plane, mit meinem Sklaven anzustellen.“
Mulder errötete – er hatte seines Meisters Versprechen vergessen, ihn zu benutzen, doch sein Schwanz machte ihm unmissverständlich klar, dass er den Gedanken mochte, selbst während sein Gehirn bereits vor Verlegenheit zusammenschrumpfte bei dem Gedanken, dass sein Meister mit seinem Sklaven Liebe machen würde, während Tabi im angrenzenden Zimmer schlief.
„Keine Angst – wir werden keinen Lärm machen, und selbst, wenn wir es täten, bin ich sicher, Tabi würde es nicht stören“, grinste Skinner. „Ich dachte, das wäre eine gute Gelegenheit, dich in freiwillige Bondage zu stecken, Junge.“
„Bondage, Meister?“ Mulder runzelte seine Stirn. „Wir haben keine Ausrüstung mitgebracht.“
„Weiß ich. Wir brauchen keine. Deshalb heißt sie freiwillig“, kicherte Skinner. „Wasch dich und putz dir die Zähne, Sklave, und danach schaffst du deinen Arsch wieder hierher. Heute Nacht will ich dich hart reiten.“
„Ja, Meister“, nickte Mulder, seine Erregung stieg.
Schnell benutzte er das Bad und ging dann zurück ins Schlafzimmer. Sein Meister hatte sich bereits ausgezogen und trug seinen Morgenmantel.
„Zieh deine Kleider aus, Fox, und leg dich auf das Bett, auf deinen Rücken“, instruierte ihn Skinner.
Mulder tat wie befohlen, zitterte leicht vor Erregung. Er kroch auf das Bett und legte sich hin, wartete dann, dass sein Meister zu ihm kommen würde.
„In Ordnung, Junge – dein Sklaventum geht über physische Bondage hinaus. Meine Befehle sind deine Fesseln“, zischte Skinner, zog einen Finger über seines Sklaven nackten Körper.
Mulder stöhnte und Skinner legte den Finger auf seine Lippen.
„Ich will, dass du dir vorstellst, dass ich dich geknebelt habe“, sagte er. „Du kannst nicht sprechen, du kannst nicht stöhnen – du kannst überhaupt kein Geräusch von dir geben. Das ist für dich physisch unmöglich. Du hast einen riesigen Knebel in deinen Mund gestopft und du kannst bloß darum herum quietschen. Verstanden?“
Mulder starrte seinen Meister mit weit aufgerissenen Augen an, fragte sich, ob er das fertig bringen würde. Er fand die Antwort in Skinners dunklen, kompromisslosen Augen. Er würde gehorchen, weil sein Meister das von ihm erwartete, wie schwer es auch sein würde. Sein Meister wollte ihn benutzen, ohne ihre Gastgeberin zu stören und sein Meister sollte in der Lage sein, seinen Sklaven zu benutzen, wann und wie er wollte.
Mulder nickte und schloss fest seinen Mund. Skinner lächelte zu ihm runter.
„Guter Junge. Nun möchte ich, das du dir vorstellst, du bist in die engste Bondage gefesselt. Ich werde deine Handgelenke an den Bettpfosten festmachen.“
Skinner hob erst einen Arm Mulders, dann den anderen, sodass sie über seinem Kopf positioniert waren und Mulder streckte sie straff aus, stellte sich vor, wie sie sich anfühlen würden, wenn sie tatsächlich gefesselt wären.
„Entspann dich – du musst diese Position vielleicht einige Zeit halten“, warnte Skinner. „Jetzt deine Beine.“
Er spreizte Mulders Beine weit, als ob sie genauso festgebunden wären und Mulders Schwanz sprang in Habt Acht, als er erkannte, wie offen er zur Benutzung durch seinen Meister war.
„Guter Junge. Ein Sklave zu sein, ist genauso sehr eine Geisteshaltung wie alles andere. Es geht nicht um die Ausrüstung – die Geräte, Seile und Ketten“, erklärte ihm Skinner, zog dabei diesen hänselnden Finger über seines Sklaven Körper. „Wichtig ist, was hier drin vor sich geht.“ Sanft tippte er gegen Mulders Kopf. „Dein Sklaventum beginnt und endet hier, Fox, und heute Nacht wirst du mir demonstrieren, wie gut du das verstehst. Du bist gefesselt und geknebelt, den Launen deines Meisters ausgeliefert. Du bist ein Angebot, ein Sklave, der seinem Meister gehört, der dich benutzen kann, wie es ihm gefällt – hart …“, langsam kniff Skinner eine von Mulders Brustwarzen zwischen Daumen und Zeigefinger, verstärkte den Druck, bis Mulder unter der harten Liebkosung buckelte, obwohl er seine Arme und Beine an Ort und Stelle hielt wie befohlen und kein Geräusch von sich gab.
„Oder sanft …“, setzte Skinner fort, löste seinen Griff an Mulders Brustwarze und beugte sich runter, um das gefolterte Fleisch zärtlich zu küssen.
Er umschloss die misshandelte Knospe mit seinem warmen, feuchten Mund und züngelte sie sanft, bis Mulder anfing, auf einem Nebel des Entzückens abzudriften.
„Guter Junge“, murmelte Skinner, seine Hände bewegten sich über Mulders Körper wie ein Maestro, der ein vertrautes Lieblingsinstrument spielte. Mulder konzentrierte sich hart, seine Arme dort zu behalten, wo sein Meister sie platziert hatte und seine Beine weit offen, sein Arsch verfügbar, wann immer sein Meister ihn nehmen wollte. Skinner senkte seinen Kopf auf Mulders Körper, saugte und spielte ernsthaft, pausierte, um seines Sklaven Körper regelmäßig einen liebevollen Biss zu verpassen. Mulder wand sich und sehnte sich danach aufzuschreien, blieb jedoch eingedenk des mentalen Knebels vollkommen stumm.
„Mein wunderschöner Sklave. Ich liebe deinen Körper, wenn er sich unter mir bewegt und windet“, wisperte Skinner, „aber ich liebe ihn auch so, völlig stumm. Ich liebe deinen Gehorsam. Er macht mich an, Sklave.“
Er öffnete seinen Morgenmantel, enthüllte seine große Erektion. Mulder schluckte hart. Er sehnte sich danach, seinen Meister in seinen Mund zu nehmen oder diesen prächtigen Schwanz mit seinen Händen zu berühren, doch das wurde ihm verwehrt, also labte er sich stattdessen an dem Anblick.
Skinner ließ den Morgenmantel von seinen Schultern rutschen und kehrte zu seiner Aufgabe zurück. Er zog einen Fingernagel Mulders Körper hinunter, drückte zu hart, um angenehm zu sein, jedoch nicht hart genug, um schmerzhaft zu werden. Mulder presste seine Zähne zusammen, ertrug die Folter, genoss die Folter, liebte seine eigene Unterwerfung.
Er hörte seinen Meister nach etwas auf dem Nachttisch greifen und wunderte sich, wonach er suchte. Einen Moment später fand er es heraus, als etwas Raues begann, seinen Weg über seine Brust zu kratzen. Erschrocken sah er runter, entdeckte, dass sein Meister eine Nagelfeile über seine Brust rieb – nur leicht, es war jedoch eine interessante Empfindung. Die Feile bewegte sich unerbittlich auf seine Brustwarzen zu und Mulder konnte das leichte Stöhnen der Erwartung nicht unterdrücken. Skinner klatschte ihn scharf und er nickte, schloss seine Augen, als ob das abblocken würde, was – wie er wusste – als nächstes kommen würde.
Und natürlich, ein paar Sekunden später fühlte er, wie das empfindliche Fleisch einer Brustwarzen mit der Feile gerieben wurde – nur sanft, nicht genug, um zu schmerzen, aber genug, um sich bemerkbar zu machen. Mulder schwitzte inzwischen und er zerrte an seinen imaginären Handschellen, brauchte irgendetwas, das ihn dazu zwingen würde, das zu ertragen, ohne sich zu bewegen oder Widerstand zu leisten, doch da war nur seines Meisters Befehl. Mulder hoffte, dieser würde genügen, weil er sicher war, dass Skinner ihn in dieser Nacht bis an die Grenze seiner Widerstandsfähigkeit testen würde.
Skinner ergriff seine linke Brustwarze und zog die Feile fester über die empfindliche Oberfläche. Dieses Mal schmerzte es – es war kein scharfer Schmerz, sondern ein rauer und seine Brustwarzen waren bereits durch Skinners Kneifen und Saugen sensibilisiert worden. Verzweifelt wollte Mulder seine Hände darauf legen, seinen Meister wegschubsen, die Folter zu einem Ende bringen.
„Die sind empfindlich, stimmt’s?“ murmelte Skinner. „Sogar bevor wir sie gepierct haben, waren sie sensibel, aber jetzt sind sie es noch mehr. Hmmm?“
Mulder wusste, dass er nicht antworten durfte, öffnete jedoch seine Augen und fand Skinner völlig vertieft in seine Aufgabe. Sein Kopf gesenkt, während er sich mit seines Sklaven Körper beschäftigte, seine Augen leuchtend vor Vergnügen wegen seines Spiels. Mulder legte seinen Kopf zurück, absolut angemacht von dem Ausdruck in seines Meisters Augen.
„Sollen wir härter weitermachen?“ fragte Skinner in einem heiseren, sexy Flüstern. „Halt durch, Sklave, lass uns die richtig foltern.“
Mit diesen Worten nahm er eine der Brustwarzen in seinen Mund und rieb zur selben Zeit die Nagelfeile über die Oberfläche der anderen. Mulder versteifte sich und buckelte in seines Meisters qualvolle Umarmung, liebte es, hasste es und brauchte es gleichzeitig. Skinner wechselte die Seite und saugte hart an der anderen Brustwarze, während er die Nagelfeile bei ihrem Zwilling anwendete. Mulder mühte sich verzweifelt, nicht aufzuschreien. Er wand sich, doch seine Arme bewegten sich nie von der Position weg, in die sie platziert worden waren und er hielt seine Beine weit offen, sein Körper jederzeit bereit für seines Meisters Benutzung.
„Wunderschön“, murmelte Skinner. „Weißt du, eines Tages, Sklave, wenn wir zu Hause sind und viel Zeit haben, werde ich mehrere Stunden lang diese Brustwarzen foltern. Ich habe eine Menge interessanter Werkzeuge, die ich anwenden will – ich werde ihnen eine ganze Sitzung widmen. Am Ende wirst du mich anflehen aufzuhören, aber ich werde trotz deines Bettelns weitermachen, bis du denkst, du kannst keine einzige weitere Empfindung ertragen. Ich werde Eis und Hitze verwenden, Klammern und Gewichte.“
Er quetschte Mulders rechte Brustwarze mit einer Hand, während er sprach und rieb die Nagelfeile zur selben Zeit über die andere. Mulder dachte, er würde von der doppelten Empfindung ohnmächtig werden.
„Ich denke, das würde mir gefallen, Sklave“, wisperte Skinner, entließ beide Brustwarzen und beruhigte sie mit sanftem Lecken seiner geschickten Zunge.
Mulder konnte nicht anders – er wimmerte und Skinner klatschte seinen Schenkel.
„Ruhig, Junge … denk daran, dass dein Körper eine Opfergabe für deinen Meister ist, dass du gefesselt und geknebelt bist und deines Meisters Aufmerksamkeiten nicht widerstehen darfst, wie grausam sie auch sein mögen.“
Grinsend kniff Skinner hart die ohnehin schon wunde Brustwarze. Mulders gesamte Stärke, Willenskraft und Hingabe für seines Meisters Befehle waren nötig, um nicht aufzuschreien.
„Guter Junge“, sagte Skinner, ließ ihn los. Er küsste sanft Mulders Stirn. „Das ist sehr gut. Du machst das wunderbar“, lobte er.
Mulder spürte seinen Schwanz tropfen. Diese Situation war so heiß! Sein Meister grinste zu ihm hinab.
„Ich denke, es ist Zeit, dich von deinem Elend zu erlösen“, meinte er. „Festhalten, Junge. Ich werde deine Beine befreien, aber deine Arme bleiben gefesselt.“
Er kniete sich zwischen Mulders gespreizte Beine und teilte eine Hinterbacken, führte dann vorsichtig, langsam seinen Schwanz ein, stupste ihn Zentimeter für Zentimeter hinein, bis Mulders Arsch vollkommen gedehnt war. Dann lehnte er sich vor, stützte sein Gewicht auf seine Unterarme und senkte seinen Kopf, um wieder einmal an Mulders misshandelten Brustwarzen zu saugen. Mulder wollte schreien – seine Brustwarzen waren nun derart sensibilisiert, dass die leichteste Berührung zu viel war. Die Empfindung seines Meisters massiven Schwanzes, vollkommen in seiner Öffnung verankert, ihn bis zum Rand füllend, verstärkte die Sinnesüberladung. Er sehnte sich danach, zu schreien und seine Arme um seinen Meister zu schlingen, konnte jedoch nichts davon tun. Stattdessen lag er da, seine Arme über seinem Kopf, seine Beine weit offen, während Skinner ihn mit seiner Zunge und seinem Schwanz beanspruchte.
Endlich entließ sein Meister seine Brustwarzen und begann, langsam in seines Sklaven Körper ein und aus zu stoßen. Er ging so langsam vor, dass Mulder dachte, er würde ohnmächtig werden bei dem Empfinden jedes einzelnen Zentimeters, während er in ihn eindrang und dann wieder herausglitt. Er blickte hoch, sah seinen Meister auf ihn runter starren, einen zufriedenen Ausdruck in seinem Gesicht.
„Wundervoller Sklave … nimm mich … das ist es“, flüsterte Skinner, bewegte seine Hüften für einen weiteren langsamen, trägen Stoß.
Mulder war sicher, falls Skinner nicht bald einen Gang höher schaltete, würde er seinen Mund öffnen und schreien müssen. Er konnte die Empfindungen nicht mehr ertragen – ständig war er sich auch der winzigsten Bewegung bewusst. Seine freiwillige Bondage schien ihn aufmerksamer für jedes einzelne Nervenende in seinem Körper zu machen und er war sicher, die Nachricht jedes einzelnen spüren zu können.
Skinner wurde erneut langsamer und ruhte wieder einmal auf seines Sklaven Brust. Dieses Mal, als sein Mund sich über seines Sklaven rechter Brustwarze schloss, verwendete er seine Zähne, biss zu, bis Mulder gegen ihn buckelte, obwohl Mulder immer noch in Position blieb, Arme über seinem Kopf, Mund geschlossen. Trotzdem droschen seine Beine wie verrückt herum. Skinner zeigte ein absolut teuflische Grinsen und transferierte seine Aufmerksamkeit zu Mulders anderer Brustwarze, biss noch fester zu, sein harter Schwanz immer noch tief in seines Sklaven Körper verankert. Mulder stieß einen leisen, unartikulierten Schrei aus, doch Skinner ließ ihn nicht los; es war, als wäre er an seines Sklaven Körper festgeklebt. Er würde die gefolterte Fleischknospe zwischen seinen Zähnen nicht loslassen, bis er absolut bereit war.
So erstarrt lagen sie scheinbar eine Ewigkeit da, keiner von ihnen bewegte sich oder sprach, ihre Körper so eng aneinander gepresst, dass sie eins waren, Skinners Schwanz bis zur Wurzel in Mulders Anus eingebettet und Mulders gefolterte Brustwarze in Skinners Mund.
Plötzlich war es vorbei. Skinner entließ ihn und obwohl er erleichtert war, das Gefühl seines Meisters Zähne auf seiner wunden Brustwarze los zu sein, vermisste Mulder auch den warmen, folternden Mund und sehnte sich perverserweise nach seiner Rückkehr. Skinner enttäuschte ihn nicht. Ein paar gleichgültige Stöße und er wendete seine Aufmerksamkeit erneut Mulders Brustwarzen zu, biss diesmal in seine rechte. Mulder ertrug es wie zuvor, ließ nie in seiner Entschlossenheit nach, in der Position zu bleiben, in der sein Meister ihn gefesselt hatte, bot seinen Körper für seines Meisters Vergnügen dar, wie rau dieses Vergnügen auch sein mochte.
Endlich entließ ihn Skinner und fing an, entschlossener zu stoßen. Mulder starrte ihn an, wie immer fasziniert, während sein kraftvoller Meister immer und immer wieder in ihn hämmerte, schneller und schneller. Seine Arm- und Schultermuskeln wölbten sich, während er sich seinem Höhepunkt näherte, seine dunklen Augen leuchtend vor Erregung und Liebe für seinen Sklaven, der seine Unterwerfung auf die für ihn einzig mögliche Weise demonstrierte – mit seinem Gehorsam.
Skinner kam mit einem Keuchen und legte seinen Kopf auf Mulders Brust.
„Du bist immer noch gefesselt, Kleiner“, sagte er heiser.
Mulder nickte, sehnte sich danach, seines Meisters Rücken zu streicheln. Skinner zog sich aus seines Sklaven Körper, senkte seinen Kopf und nahm Mulders Schwanz mit einer Bewegung in seinen Mund. Mulder schrie beinahe vor Überraschung und Vergnügen, schaffte es gerade noch, sich davon abzuhalten, ein Geräusch zu verursachen. Skinner belohnte ihn, indem er ihn ausgiebig saugte, bevor er ihm schließlich erlaubte, in seinem Mund zu kommen. Sein Meister schluckte und glitt dann seines Sklaven Körper entlang hinauf, griff nach seinen Armen.
„Ich mache dich los, Fox“, flüsterte er. „Du hast dich exzellent benommen, Kleiner. Ich bin sehr stolz auf dich.“
Er bewegte Mulders Arme runter und senkte seinen Mund auf Mulders Lippen, sein tiefer, forschender Kuss endete die Vorspiegelung des Knebels. Seufzend öffnete sich Mulder, seine Arme gingen endlich um seines Meisters großen Körper, drückten ihn an sich. Skinner ließ seinen Sklaven los und blickte mit einem Grinsen auf ihn hinab.
„Siehst du – wir haben kaum ein Geräusch gemacht“, sagte er. „Niemand hat uns gehört.“
„Nein, Meister“, antwortete Mulder verträumt. „Scheiße, das war hart“, murmelte er, als Skinner neben ihm zusammenklappte und die Laken über sie beide zog.
„Ich weiß – aber du hast das sehr gut gemacht.“
Skinner wickelte seine Arme um seinen Sklaven und drückte ihn an seine Brust. Für eine Weile lagen sie schläfrig da, dann berührte Skinner zärtlich seines Sklaven Brustwarzen.
„Wie fühlen sich die an?“ erkundigte er sich.
„Wund, Meister!“ gab Mulder von Herzen zurück.
Skinner kicherte.
„Es war so gut, mit ihnen zu spielen, während du dich nicht bewegen konntest“, murmelte er und Mulder grinste.
Er liebte es zu wissen, dass ihr Sexleben seinen Meister genauso sehr anmachte wie ihn.
Sie waren still, beide dösten dem Schlaf entgegen, dann sprach Mulder erneut.
„Meister … haben Sie ernst gemeint, was Sie sagten … über eine Sitzung im Spielzimmer, in der Sie nur mit meinen Brustwarzen spielen?“ fragte er.
Skinner küsste seinen Nacken.
„Das würde mir gefallen – für dich ist es allerdings nahe an Grenzspielen. Es ist nicht einfach, mit derart viel Aufmerksamkeit auf nur ein Gebiet deines Körpers für so lange Zeit umzugehen. Ich würde dafür sorgen, dass du ein paar Verschnaufpausen bekommst, aber dennoch … es ist eine echte Durchhalte-Prüfung. Vielleicht empfindest du das als Anmache – am Ende wirst du mich wahrscheinlich anschreien aufzuhören, aber du wirst härter kommen als üblich. Würdest du es gern probieren, Fox?“ fragte er.
Mulder schauderte, seine wunden Brustwarzen protestierten bei dem bloßen Gedanken daran – und dennoch, wie bei allen Demonstrationen seines Meisters Macht über ihn … wenn es extrem war und ihn an die Grenze seines Durchhaltevermögens trieb, fand er eine massive sexuelle Energie darin.
„Keine Ahnung“, murmelte er. „Nippelspiele sind ein Drahtseilakt zwischen Schmerz und Vergnügen.“
„Du hast sehr empfindliche Brustwarzen – das hilft“, kicherte Skinner. „Und ich beobachte gern deine Reaktion, wenn damit gespielt wird … ich weiß, du wirst gern an die Grenze gebracht und wieder zurückgeholt und das ist ein guter Weg, das zu tun. Denk darüber nach. Wir könnten es an einem Sklaventag machen.“
Mulder schmiegte ich enger an seinen Meister, beschloss, darüber an einem anderen Tag nachzudenken.
Daher war er überrascht, als er ein paar Minuten später seinen Mund öffnete und sagte: „Ja.“
„Mm?“ meinte Skinner benebelt.
„Ich hätte gern diese Sitzung im Spielzimmer, Meister“, sagte Mulder. „Trotzdem bin ich sicher, ich werde meine Meinung in der Minute ändern, wenn es wirklich passiert, also bitte bringen Sie mich dazu, es bis zum Ende durchzuziehen.“
„Sehr schön, Kleiner“, kicherte Skinner leise in seines Sklaven Ohr. „Wir werden solchen Spaß haben“, murmelte er, fand Mulders Brustwarzen unter den Laken und rubbelte sie sanft. „Nächstes Mal lasse ich dich schreien und dich winden – es ist sehr erotisch, wenn du gegen mich buckelst“, kommentierte er in heiserem Ton.
Mulder lächelte vor sich hin und entspannte sich wieder in seines Meister liebevolle Umarmung.
Mulder bedauerte es ehrlich, Tabi am nächsten Tag zu verlassen und nach DC zurückzukehren.
„Versprich mir, dass ihr bald für einen längeren Besuch wiederkommt“, sagte sie, schnappte ihn bei den Schultern und umarmte ihn eng. „Und versprich mir, dass du mich anrufen wirst – du kannst auch mit mir sprechen, wenn Walter nicht anwesend ist. Eigentlich wäre das am besten – du kannst mich über die Gerüchte im Leben meines Bruders auf dem Laufenden halten – all das Zeug, das er mir nicht erzählt.“
Sie entließ Mulder und schoss Skinner einen bedeutungsvollen Blick zu. Lachend zog er sie in eine feste Umarmung.
„Und du … mach dich nicht zu rar. Ich weiß, wir sind beide beschäftigt, aber es war schön, dich wiederzusehen“, sagte Tabi ihrem Bruder, ihre Augen dunkel vor Zuneigung. „Und sehr schön, dich so glücklich zu sehen“, fügte sie mit einem Unterton hinzu. „Fox ist gut für dich, Walter. Ich habe dich nie so entspannt gesehen. Das ist ernst, nicht wahr?“ fragte sie.
Lächelnd blickte Skinner zu seinem Sklaven.
„Oh, es ist mehr als das, Tabi. Das ist auf ewig.“
„Ich habe den Ehering bemerkt“, wisperte Tabi beinahe verschwörerisch mit einem Nicken in die Richtung von Mulders linker Hand. „Das ist dein Ring, nicht wahr, Walter?“
Wieder lächelte Skinner und nickte. „Dir entgeht nicht viel, Tabi. Ja, ich habe diesen Ring an Fox’s Finger gesteckt.“
Er und sein Sklave wechselten einen bedeutungsvollen Blick – keiner von ihnen hatte die genauen Umstände dieses bestimmten Aktes vergessen und was er zu bedeuten hatte.
„Du trägst aber nicht seinen Ring?“ fragte Tabi. „Warum das?“
Skinners Lächeln verblasste ein wenig. „Na ja, vielleicht, weil er mir noch keinen gegeben hat“, murmelte er.
Mulder runzelte seine Stirn. Ihm war nie der Gedanke gekommen, seinem Meister einen Ehering zu geben – Skinner war der Meister und er der Sklave. Das wäre ein wirklich sehr dreister Sklave, der seinen Meister dazu bringen würde, ein Symbol seiner Bindung an seiner Hand zu tragen … und dennoch, jetzt, wo Tabi es erwähnt hatte, dachte Mulder, er würde Skinner sehr gern seinen Ring tragen sehen. Er fragte sich, ob es etwas wäre, das je passieren würde. Skinners Ton war sehnsüchtig gewesen, als er geantwortet hatte, vielleicht bestand also eine Chance.
„Hier ist meine Handynummer.“ Tabi steckte ein Stück Papier in Mulders Hemdtasche. „Ruf mich an“, befahl sie fest.
Mulder lachte und dieses Mal schwang er sie in einer brüderlichen Umarmung herum, was etwas war, das er seit seinem zwölften Lebensjahr nicht gemacht hatte. Es fühlte sich gut an.
„Das werde ich, Schwesterchen“, versprach er, grinste in ihr dunkles, gelocktes Haar.
„Oh, und hier.“ Sie reichte ihm eine Kühltasche.
„Was ist das?“ runzelte Mulder seine Stirn.
„Reste vom gestrigen Abendessen – ich kann auf keinen Fall alles aufessen und ich weiß, Walter hat einen gesunden Appetit. Und du siehst aus, als ob du ein bisschen Auffettung gebrauchen könntest“, grinste Tabi ihn an.
Mulder schüttelte seinen Kopf und grinste zurück, bevor er sie noch einmal in eine Umarmung zog, nicht gewillt abzufahren.
Er stieg neben Skinner ins Auto und beide winkten Tabi Lebewohl. Sie stand am Straßenrand, winkte lange Zeit, bis der Wagen außer Sicht war. Mulder lehnte sich mit einem Seufzen in seinem Sitz zurück.
„Das war das beste Thanksgiving meines Lebens“, murmelte er. „Ich danke Ihnen, Walter.“
„Was hast du letztes Jahr um diese Zeit gemacht?“ wollte Skinner wissen.
„Ich saß in meinem Apartment, aß Pizza und sah sehr schlechte Science Fiction-Filme“, hob Mulder seine Schultern. „Sie?“
„Elaine hat mich eingeladen“, lächelte Skinner. „Nach dem Abendessen hielt sie eine Spiele-Party ab, aber ich war nicht in der Stimmung, daher machte ich einen langen Spaziergang und versuchte, mir klar zu werden, wohin mein Leben führen würde. Ich hatte keine Ahnung, dass nur ein paar Monate später du auf meiner Türschwelle auftauchen und Einlass verlangen würdest.“
„Apropos Spiele-Party …“ Mulder warf Skinner einen Blick zu. „Haben Sie eine Ahnung, wann genau Sie mich brandmarken werden, Meister?“
„Ich dachte mir – wie wäre es zehn Tage vor Weihnachten, am Samstag?“ schlug Skinner vor. „Es gibt uns Zeit zur Vorbereitung und die Gäste einzuladen. Und da es so knapp vor Weihnachten ist, könnten wir zwei Wochen Urlaub nehmen, beginnend direkt danach, um dir Zeit zu geben, dich …“, er pausierte, „… damit anzufreunden“, endete er, doch Mulder wusste, was er meinte.
Er hatte nicht den Wunsch, sofort nach einer – wie er wusste – gleichermaßen tiefen und qualvollen Erfahrung wieder zur Arbeit zu gehen. Er mochte den Gedanken, danach etwas Zeit zum Heilen zu haben und die Chance zu bekommen, etwas Qualitäts-Zeit mit seinem Meister zu verbringen.
„Klingt gut für mich“, sagte er mit einem Nicken. „Wen werden Sie einladen, Meister?“
„Ich denke, wir sollten gemeinsam die Gästeliste zusammenstellen – es ist schließlich ein wichtiger Moment für uns beide“, grübelte Skinner.
Lächelnd streichelte Mulder seines Meisters Hand. Das war ein Bonus, den sein Mister ihm nicht gewähren musste – Skinner konnte sagen wann, wo und wie, genau wie er es für ihre erste gemeinsame Party getan hatte, vor so vielen, langen Monaten.
„Ich danke Ihnen, Meister“, murmelte Mulder leise.
„Gern geschehen, Sklave“, antwortete Skinner.
Sie traten gerade durch die Tür, als sich ein kleines Bündel cremefarbenes Fell auf sie warf, jämmerlich klagend.
„Überdramatisier das nicht. Es war nur eine Nacht, Wanda“, sagte Skinner, nahm sie hoch und ließ sich von ihrem pelzigen Kopf schubsen.
„Madame ist so verwöhnt“, kommentierte Mulder, brachte ihre Taschen rein.
Er konnte es jedoch nicht erwarten, dass Skinner die kleine Katze wieder abstellte, damit er sie aufnehmen und selbst hätscheln konnte. Wanda ergab sich ekstatisch – niemals eine, die sich gegen die Hingabe der menschlichen Sklaven wehrte, war sie immer bereit, jedem ihre Freigiebigkeit zu schenken, der sie herzhaft hinter den Ohren kitzelte. Mulder wusste, er konnte nie mit seines Meisters Platz in ihrem Herzen wetteifern, dachte jedoch, das er dieser Tage als knapper Zweiter kam. Skinner saß stundenlang still, sodass sie in seinem Schoß schlafen konnte, doch es war Mulder, der auf seine Hände und Knie ging und mit ihr spielte. Daher glaubte er, dass sie irgendwie, irgendwo auf dem Weg beide trainiert hatte, sich um jedes ihrer Bedürfnisse zu kümmern.
Ein paar Tage später gingen die Einladungen für das Branding raus und fast augenblicklich erhielten sie Antworten.
„Wer kommt?“ fragte Mulder von seiner günstigen Position neben seinem Meister kniend, sein Kinn auf Skinners Schoß, während der große Mann eine Woche später in seinem Büro die Antworten durchging.
„Alle“, grinste Skinner, sah zu ihm runter.
„Alle?“ Mulder war schockiert. „Jede einzelne Person, die wir eingeladen haben, kommt?“ wiederholte er, richtete sich überrascht auf seinen Knien auf.
Sie hatten über vierzig Leute eingeladen – alle Freunde aus der Szene. Es würde ein riesiges Zusammentreffen werden.
„Jep!“ Skinner lachte laut auf bei dem Ausdruck im Gesicht seines Sklaven. „Denkst du ernsthaft, irgendjemand würde die Einladung zu einer der seltenen Partys ausschlagen, die der Hüter abhält? Vor allem, wenn sie wissen, er wird seinen Sklaven brandmarken?“
„Ich glaube, so habe ich nicht darüber nachgedacht“, grübelte Mulder. „Oh, Scheiße. Ich hoffe, ich mache mich nicht zu einem kompletten Idioten.“
„Und wie würdest du das anstellen?“ erkundigte sich Skinner mit einer erhobenen Augenbraue.
„Wenn … keine Ahnung … ich Mist baue. Zu laut schreie …“, schlug er betrübt vor.
Skinner lachte.
„Du kannst schreien, so laut du willst, Fox. Darum geht es beim Branding – absolut ehrlich zu sein, wer du bist, was du fühlst und wem du gehörst.“
„Darf ich noch einmal das Brandeisen sehen, Meister?“ bat Mulder.
„Selbstverständlich. Es gehört dir. Ich gab es dir als Geburtstagsgeschenk“, antwortete Skinner.
Er öffnete eine der Schreibtisch-Schubladen, holte das dünne, metallene Brandeisen heraus und reichte es Mulder, der es zitternd nahm. Mulder setzte sich auf seine Fersen und glitt mit seiner Hand über die Oberfläche des Brandeisens. Es war ein simples, elegantes S.
„S für Skinner, S für Sklave“, murmelte er.
„Das ist richtig, Junge“, lächelte Skinner und strubbelte liebevoll sein Haar.
„Ernsthaft – wie sehr tut es weh?“ fragte Mulder.
Skinner grübelte einen Moment darüber nach.
„Na schön, ich werde dich nicht anlügen, Fox – der Schmerz wird heftig sein. Manche Leute werden ohnmächtig. Es wäre keine Schande für dich, falls dir das passiert – Perry wird auf Abruf stehen, um falls nötig Erste Hilfe zu leisten. Wie auch immer …“
Skinner legte eine warme Hand auf Mulders Schulter, um das Zittern zu beruhigen.
„Ich werde dafür sorgen, dass du zuerst tief in der Leere in deinem Kopf steckst, Fox. Ich will nicht, dass dies eine Prüfung wird – ich will es zu einem Fest machen.“
„Ich denke, Sie sagten etwas Ähnliches, als Sie mich piercten“, murmelte Mulder.
„Habe ich wahrscheinlich – aber das ist anders. Dies ist eine permanente Markierung. Nippelringe können entfernt werden – ein Branding ist lebenslang“, meinte Skinner leise. „Vertraust du mir, Fox?“ fragte er, seine Hände strichen über Mulders Schultern, auf und ab, beruhigend, tröstend und liebevoll.
„Ja, Meister. Sie wissen, dass ich das tue“, antwortete Mulder und sein Zittern wurde durch ein warmes Gefühl in seiner Magengrube ersetzt. „Ich habe Angst, aber Sie wissen, wie sehr ich das will. Eine Sache beschäftigt mich, Meister …“
Er zögerte. Skinner legte einen Finger unter sein Kinn und hob seines Sklaven Gesicht, Mulder blickte in ein Paar dunkler Augen.
„Sie sagten, Sie würden mich auf einer meiner Hinterbacken markieren …?“
„Das habe ich ins Auge gefasst, ja.“ Skinner starrte ihn unerbittlich an.
„Na schön, ich habe mich gefragt, ob Sie mich an einer anderen Stelle markieren würden … ich würde gern das Branding sehen, wenn ich nackt bin“, brabbelte Mulder los. „Ich hätte es gern an einer Stelle, wo ich es berühren kann, selbst, wenn ich Kleider trage, damit ich sie dort spüren kann, in mich eingeprägt. Falls Sie meinen Hintern markieren, würde ich verdammt seltsam aussehen, wenn ich ständig meinen Arsch anfasse!“
„Das kann ich verstehen“, grübelte Skinner. „Tatsächlich könnte ich mir eine andere Stelle denken, wo ich dich markieren möchte – irgendwo, wo ich dich berühren kann, wenn wir gemeinsam draußen sind – obwohl nur du und ich die Bedeutung dieser Berührung kennen werden.“
„Wo, Meister?“
„Dein Schenkel. Hier.“ Skinner griff aus und berührte Mulders rechte Flanke. „Ein weiterer Vorteil dieser Stelle ist, dass ich in deine Augen sehen kann, wenn ich dich brandmarke. Ich denke, das würde den Moment … intensiver für uns beide machen.“
„Ja, Meister“, wisperte Mulder, ertrank in seines Meisters dunkeläugigem Starren.
„Andererseits …“, setzte Skinner fort und Mulders Herz sank. „Falls dein Hintern unmarkiert bleibt, ist es nur fair, dich zu warnen, dass ich dich weiterhin mit meiner Rute markieren muss, Sklave. Als du angekommen bist, sagte ich dir, dass dein Arsch jederzeit die Markierungen deines Meisters tragen sollte. Falls er keine permanente Marke trägt, wird er alle paar Tage meine eher zeitlich begrenzten Markierungen akzeptieren müssen.“
Mulder schluckte hart. So sehr er den tatsächlichen Markierungsprozess hasste, liebte er das Ritual der Markierung, das sie entwickelt hatten. Er überlegte das Problem ein paar Sekunden. Es war unverschämt gewesen, eine andere Stelle für das Branding vorzuschlagen, doch sein Meister war nachgiebig gewesen – allerdings hatte er seinen Sklaven wissen lassen, dass ihm diese Gunst nicht ohne einen Preis gewährt würde. Alles in allem war es ein Preis, von dem Mulder dachte, er wäre bereit, ihn zu bezahlen, wenn er dafür in seines Meisters Augen sehen konnte, während er gebrandmarkt wurde und wenn er sein Brandzeichen straffrei sehen und berühren konnte, wann immer er wollte.
„Ich verstehe, Meister“, sagte er, senkte seinen Kopf. „Ich hätte mein Branding gern auf meinem Schenkel, Meister. Ich lasse mich gern für den Rest meines Lebens mit Ihrer Rute markieren, um für diese Ehre zu bezahlen.“
Skinner lächelte und streichelte zärtlich seines Sklaven Haar. Dann hob er Mulders Kopf und küsste sanft seine Lippen, bevor er ihn entließ.
„Du bist der Sklave geworden, der ich immer sein wollte – und der Sklave, der du immer sein wolltest“, sagte er leise. „Gut gemacht, Fox.“
Er hauchte noch einen zärtlichen Kuss auf Mulders willige Lippen und Mulder klammerte sich einen Moment an ihm fest, sein Herz summte in seiner Brust bei seines Meisters Lob.
„Wir haben so einen langen Weg zurückgelegt, nicht wahr?“ bemerkte Skinner, nachdem der Kuss zu einem Ende kam.
„Ja, Meister. Ein langer Weg.“
Mulder erinnerte sich an die vielen Auf und Ab ihrer Beziehung bis jetzt – und errötete leicht, als er daran dachte, wie lange er gebraucht hatte, an diesen Ort in seinem Sklaventum zu gelangen und wie sehr er gegen die Sache angekämpft hatte, die er am meisten in der Welt wollte.
Das Telefon brach in ihre Träumerei und Skinner hob ab. Mulder nahm seine Position wieder ein, kniete neben seinem Meister und war überrascht, als Skinner ihm nach ein paar kurzen Sekunden Geplauder das Telefon weiterreichte.
„Es ist Murray“, sagte er.
„Und er will mit mir sprechen?“ fragte Mulder verblüfft.
Hammers großer, dramatischer, hakennasiger Top war Skinners Freund – Mulder fühlte immer, dass sie gemeinsam auf einer Art toppigen Ebene existierten und dass sie als Tops kaum an einem Sub oder Sklaven, abgesehen von ihrem eigenen, interessiert waren.
„Warum nicht?“
Skinner händigte Mulder den Hörer aus und er nahm ihn nervös.
„Fox!“ brüllte Murrays Stimme aus dem Hörer. „Wir haben deine Einladung bekommen, Kumpel! Ich kann dir gar nicht sagen, wie entzückt wir sind, dass du es endlich geschafft hast, deinen Meister zu überreden, dich zu brandmarken.“
„Ich bin selbst ziemlich entzückt!“ antwortete Mulder lachend.
„Das sind die besten Neuigkeiten, die wir seit langem hatten. Eine von Walters prunkvollen Partys und die Chance, euch zu sehen, wenn ihr diese letzte Verbindlichkeit eingeht. Hammer – erinnere mich, mein Taschentuch mitzunehmen. Bei diesen Zeremonien weine ich immer“, verkündete Murray und Mulder hegte keinen Zweifel, dass das der Fall war. Murray war ein Mann, der seine Emotionen laut, stolz und ohne Scham auf der Zunge trug.
„Ich bin begeistert für dich, Kumpel, wirklich begeistert. Hammer musste mich überreden, ihn zu brandmarken, aber es war das Beste, was wir je gemacht haben. Ich liebe dieses kleine Symbol, in sein Fleisch gesengt … liebe es einfach! Er hat diese Qual für mich durchgestanden und dafür bin ich stolz auf ihn. Ich wette, Walter ist genauso stolz auf dich.“
„Ich denke, das ist er vielleicht.“
Mulder warf seinem Meister einen Blick zu, der ihn ermutigend anlächelte.
„Darauf kannst du wetten“, meinte Murray zuversichtlich.
„Wollen Sie noch einmal mit meinem Meister sprechen?“ fragte Mulder vorsichtig.
„Gott, nein. Ich habe angerufen, um mit dir zu sprechen!“ lachte Murray.
„Oh, ich dachte nur … dass, na ja, Walter ist der Top und ich habe angenommen …“, begann Mulder, fühlte sich erröten.
„Dass sich Tops nur mit anderen Tops unterhalten wollen? Nonsens!“ tadelte Murray in seinem dröhnenden Tonfall. „Die Welt wäre ein sehr langweiliger Ort, wenn das so wäre.“
Mulder lächelte. Er war gleichzeitig überrascht und dankbar, dass Murray mit ihm sprechen wollte. Er fühlte sich, als wäre er angekommen, als ob er endlich unter diesen Menschen anerkannt wäre, als einer von ihnen – und dann erkannte er, dass es lediglich seine fehlgeleitete Vorstellung über seinen Platz in dieser Subkultur war, die ihn immer davon abgehalten hatte, früher so zu empfinden. Immerhin ging Ian mit jedem in der Szene völlig ungezwungen um und er war ein Sub. Doch Mulder hatte sich immer gefühlt, als ob er beurteilt, von oben herab betrachtet und sogar verhöhnt würde wegen seiner Vorlieben. Durch sein Gespräch mit Murray erkannte er, er hätte nicht falscher liegen können.
„Wo wären wir ohne unsere Subs, Fox? Ihr seid unsere andere Hälfte – was sind wir ohne euch? Hmm?“ verlangte Murray am anderen Ende der Leitung zu wissen. „Ihr definiert uns, macht uns zu dem, was wir sind. Ihr ermöglicht es uns, diese Machtausübung zu genießen, die wir so erotisch finden. Ohne euch wären wir kein Ganzes.“
Mulder entspannte sich und lehnte seinen Kopf gegen seines Meisters Knie, während er die Konversation weiterführte. Murrays tiefe, dröhnende Stimme war seltsam beruhigend und sie unterhielten sich mehrere Minuten, bevor der Anruf endete.
Die Vorbereitungen für die Party schritten problemlos voran. Sie bestellten Essen und Getränke und machten sich fertig. Am Wochenende vor der Party nahm Skinner Mulder mit hinauf ins Spielzimmer und sie diskutierten, wie sie es für den besten Effekt arrangieren wollten, sodass jedermann die Vorgänge beobachten konnte. Mulder spürte ein seltsames Prickeln in seinem Magen, während sie sachlich über eine Zeremonie sprachen, deren Höhepunkt ein weißglühendes Eisen war, das in sein Fleisch eintauchte. Obwohl er wusste, dass Skinner noch nie jemanden gebrandmarkt hatte, wusste er auch, dass sein Meister das Thema gründlich studiert hatte und genau wusste, was er tat.
„Fox, ich werde dich festbinden, während ich dich brandmarke“, erklärte ihm Skinner. „Nicht, dass ich dir nicht vertraue, aber du musst völlig stillhalten, während ich dich brandmarke und ich denke nicht, dass das etwas ist, was du ohne Hilfe schaffen kannst. Deshalb werde ich dich auf dem Massagetisch niederbinden. Ich werde die Höhe verstellen, damit du in einer sitzenden Position bist – ich möchte, dass du alles sehen kannst, was vor sich geht. Hier, ich werde dich so positionieren.“
Er setzte Mulder auf den Tisch und zeigte ihm genau, wie er festgebunden würde, seine Beine und Torso komplett unbeweglich.
„Ich werde das Eisen hier drüben erhitzen.“ Skinner wedelte mit einer Hand.
Mulder schluckte hart, versuchte, sich die Szene vorzustellen und versagte, sein Magen überschlug sich in nervöser Erwartung. Skinner schien seine Stimmung zu spüren und wechselte das Gesprächsthema dementsprechend.
„Was willst du, dass ich trage?“
Skinner öffnete den Schrank, der seine Szene-Kleider enthielt und gestikulierte hinein.
„Sie meinen, ich darf wählen?“ Mulder war entzückt.
„Sicher“, grinste Skinner. „Du wirst für das tatsächliche Ereignis natürlich nackt sein, aber nicht für die vorangehende Party. Ich ziehe dich aus, knapp bevor wir beginnen. Du wirst diese Lederhose mit dem ausgeschnittenen Hosenboden tragen – ich liebe dich darin und werde dich davor markieren, damit die Leute etwas zum Ansehen haben – abgesehen von deinem süßen Arsch, selbstverständlich“, grinste er wölfisch.
Seufzend verdrehte Mulder seine Augen.
„Ich werde dich einen Brustharnisch tragen lassen – Gold, denke ich. Entweder das oder der Haremsjunge, den ich anbete, also wähle.“
Skinner verschränkte seine Arme und sah seinen Sklaven mit einer amüsiert gehobenen Augenbraue an.
„Ich nehme die Lederhose, Meister“, antwortete Mulder hastig.
Der Harems-Look mochte zu einer der meistgehegten Fantasien seines Meisters passen, doch er fühlte sich darin wirklich dämlich.
„Irgendwie habe ich vermutet, dass du das sagst“, grinste Skinner. „Na schön, vielleicht muss ich dich bald nur für mich in das Haremsoutfit stecken … ich liebe dich in diesem Kostüm. Kehren wir zu meiner Kleidung für die Party zurück. Vorschläge?“
Mulder verbrachte eine glückliche Stunde mit dem Durchforsten des Kleiderschranks seines Meisters, bevor er sich für die enge, schwarze Baumwollhose, den schwarzen Gürtel mit der Silberschnalle, das schwarze Seidenhemd und die langen Lederstiefel entschied, die Skinner an dem Tag getragen hatte, als er seinen Sklaven das erste Mal mit Halsband und Ring geschmückt hatte.
„Interessante Wahl, Kleiner“, kommentierte Skinner sanft, während er die Stücke betrachtete. „Irgendein Grund?“
„Es schien … passend“, murmelte Mulder. „Als Sie dies das letzte Mal trugen, nahmen Sie mich als Ihren Sklaven an. Diesmal … werden Sie mich als solchen für alle sichtbar für alle Zeit markieren.“
„Ich mag deinen Sinn für Gelegenheiten.“
Skinner pflanzte einen liebevollen Kuss auf seines Sklaven Lippen. Nachdem er seinen Sklaven losgelassen hatte, legte er einen Arm um Mulders Schultern und sie überblickten gemeinsam das Spielzimmer.
„Nächste Woche um diese Zeit wird es voller Menschen sein, die darauf warten, dein Branding zu beobachten“, murmelte Skinner.
Mulder schauderte und lehnte sich in seines Meisters warme Umarmung.
„Ich kann es nicht erwarten“, antwortete er.
Ein paar Stunden später, in den frühen Morgenstunden, wurde Mulder von dem Klingeln des Telefons geweckt. Er blinzelte benebelt und lauschte mit einem halben Ohr, als Skinner sich meldete. Er kam zu sich, als er hörte, wie sich seines Meisters Tonfall änderte.
„Wann? Wie schlimm ist es? Wo?“ fragte Skinner, setzte sich im Bett auf und schwang seine Beine über die Kante. „Wir sind gleich da. Wir kommen sofort. Nein, hör zu, Hammer, wir kommen hin. Natürlich kommen wir“, sagte Skinner drängend. „Halt durch, Hammer. Wir sind gleich da.“
Er legte den Hörer auf und saß einen Moment da, sein Ausdruck schockiert und verzweifelt.
„Walter? Was ist passiert?“ Mulder rappelte sich auf und kniete sich hinter seinem Meister auf das Bett, legte seine Hände auf des anderen Mannes Schultern. „Ist alles okay?“
„Nein. Das war Hammer. Es ist Murray …“ Skinner atmete tief ein und sein Kiefer bewegte sich so schnell seitwärts, dass Mulder ein deutliches Knacken hörte.
„Was ist ihm zugestoßen, Walter?“ fragte Mulder sanft.
Er wusste, Skinner und Murray waren seit Jahren Freunde und Skinner war eindeutig fassungslos.
„Er hatte einen Herzanfall. Er ist in der Intensivstation. Hammer ist bei ihm, aber er sagt …“ Skinner pausierte und atmete tief ein. „Er sagt, es ist so schlimm, dass Murray es vielleicht nicht schaffen wird. Ich würde vorschlagen, wir fahren sofort rüber. Ich bin so ziemlich der engste Freund, den Murray abgesehen von Hammer hat. Er war immer sehr gut zu mir. Nach Andrews Tod waren Murray, Hammer und Elaine sehr freundlich zu mir. Murray lud mich oft zu den Wochenenden ein – er sorgte sich, wenn ich allein war. Wir machten sogar gemeinsam Urlaub im Strandhaus, wir alle vier … Elaine war damals noch nicht mit David zusammen. Murray hat das größte Herz, das ich kenne …“
Skinner brach ab und Mulder erkannte schockiert, dass sein großer, starker, normalerweise stoischer Meister fast in Tränen ausbrach.
„Komm her“, wisperte er und zog Skinner an sich, umarmte ihn für einen Moment, küsste seinen Kopf immer und immer wieder, tröstete den großen Mann. Nach ein paar Minuten riss sich Skinner sichtlich zusammen und stand auf.
„Ich komme mit Ihnen“, sagte Mulder, schnappte eine Jeans und ein T-Shirt.
„Nein, du musst nicht …“, setzte Skinner an, doch Mulder stoppte ihn.
„Er ist auch mein Freund – ich will dort sein. Und, mehr als das, ich will bei Ihnen sein, Walter – wo ich hingehöre.“
Skinner starrte ihn einen Moment an, nickte dann, seine Augen glasig mit Tränen.
Sie fanden Hammer im Krankenhaus-Korridor auf und ab tigernd.
„Walter, Fox … danke, dass ihr gekommen seid“, sagte Hammer mit erstickter Stimme, als er sie sah.
Skinner legte einen Arm um Hammers Schulter und drückte ihn fest.
„Wir mussten hier sein“, sagte Skinner entschlossen.
„Irgendwelche Neuigkeiten?“ erkundigte sich Mulder.
Hammer schüttelte seinen Kopf.
„Es kam so plötzlich. Eine Minute ging es ihm gut … dann klappte er einfach wortwörtlich zusammen. Er griff an seine Brust … ich machte Wiederbelebung, gab ihm Aspirin und hielt ihn am Laufen, bis die Sanitäter eintrafen. Die Ärzte arbeiten an ihm, seit sie ihn in die Notaufnahme brachten, aber sie sagen, er ist in einem kritischen Zustand.“ Hammer schlang seine Arme um seinen Bauch, als ob ihm übel würde. „Ich weiß, er sieht aus wie ein großer, starker, wilder Kerl … er ist so überlebensgroß … aber darunter ist er der süßeste Mann. In Wirklichkeit ist er ein Miezekätzchen. Die Leute verstehen nicht … sie kennen ihn nicht.“
„Wir schon. Wir wissen, was für ein Mann er ist“, widersprach Skinner sanft. „Hammer – gib die Hoffnung nicht auf. Er ist noch bei uns und er ist ein Kämpfer. Er wird nicht einfach aufgeben.“
„Ja“, nickte Hammer, umklammerte immer noch seinen Bauch.
„Dürfen wir ihn sehen?“ bat Skinner leise.
„Ja … ich … sie hängten ihn an eine neue Infusion, deshalb kam ich raus, um zu versuchen, mich zusammenzureißen. Sie sagten, wir können bei ihm bleiben, so lange wir nicht im Weg stehen.“
Sie betraten die Intensivstation und Mulder holte tief Luft, als er Murray erblickte. Hammers Geliebter war ein großer Mann – doch nun sah er klein und zerbrechlich aus. Er war als Persönlichkeit genauso groß wie sein Taillenumfang und nun, wo er sediert war, schien er so viel kleiner. Der lebendigste Teil von ihm – seine Persönlichkeit – fehlte.
Skinner setzte sich an das Bett und streichelte sanft des anderen Mannes Hand, während Hammer ihm gegenüber Position bezog. Mulder stand neben Skinner, eine Hand auf seines Meisters Schulter, spendete Trost, so gut er konnte.
„Hey, Murray. Du musst das überstehen“, sagte Skinner leise. „Wir brauchen dich, Kumpel.“
Mulder schluckte den Kloß, der in seiner Kehle aufstieg. Er hatte erst vor kurzem mit Murray gesprochen, als der andere Mann ihn angerufen und zu seinem bevorstehenden Branding gratuliert hatte und er war so begeistert von dem Telefonanruf gewesen. Es schien kaum möglich, dass Murray hier liegen konnte, so blass und klein aussehend unter den Laken, durch Schläuche und Drähte an all diese Maschinen angeschlossen.
Sie blieben die ganze Nacht und den gesamten nächsten Tag. Gegen Abend verbesserte sich Murrays Zustand ein wenig und die Schwester sagte ihnen, nach Hause zu fahren und sich auszuruhen – sie würden angerufen werden, falls es Neuigkeiten gäbe.
„Ich habe ihn immer wieder gebeten, ein Patienten-Testament zu machen“, murmelte Hammer müde, während sie aus dem Krankenhaus und zu Skinners Auto wanderten. „Ich arbeite mit todkranken Menschen und habe ihm immer wieder gesagt …“ Hammer schüttelte seinen Kopf. „Aber ihr kennt Murray – er wollte nicht glauben, dass er je sterben könnte. Ich denke, er glaubte, er würde einfach eines Tages in einer Rauchwolke verschwinden. Er dachte nicht, an einer lebenserhaltenden Maschine zu hängen … wisst ihr, dass seine nächste Verwandte seine Nichte ist – eine Frau, die er bloß ein paar Mal in seinem ganzen Leben getroffen hat? Sie hat jetzt die Macht über Leben und Tod für ihn. Sie soll entscheiden. Nicht ich, nicht sein Geliebter der letzten zwanzig Jahre, der Mann, der zwei Jahrzehnte lang sein Leben geteilt hat, sein Lachen, seine Tränen … nicht ich, sondern sie. Ich hätte mich mit ihm hinsetzen und ihn zwingen sollen, es zu schreiben. Ich wusste … ich habe es passieren sehen. Ich wusste es und hätte darauf bestehen sollen …“
„Hey – du bist müde – mach dir nicht das Leben so schwer“, sagte ihm Skinner. „Wir alle kennen Murray. Es ist des Teufels Aufgabe, ihn zu etwas zu bringen, was er nicht machen will. Verdammt, er hört nicht einmal, was er nicht hören will.“
„Stimmt.“ Hammer lachte leise. „So ist Murray. Er ist so ein dickköpfiger, großherziger, total …“ Er brach ab, ein kleines Würgen in seiner Stimme.
„Hammer – willst du mit mir und Fox mitfahren?“ erkundigte sich Skinner. „Du könntest bei uns bleiben.“
„Danke … aber nein“, schüttelte Hammer seinen Kopf. „Das ist sehr freundlich von dir, Walter, aber … ich bin lieber in unserem Heim … mit seinem Zeug um mich … nur für den Fall …“ Wieder verlor sich seine Stimme.
Während der nächsten Tage verbrachte Skinner jede freie Minute außerhalb seiner Arbeit an seines Freundes Bett und Mulder war beinahe genauso oft dort … nur war er jetzt nicht so sehr um Murray als um seinen Meister besorgt. Skinner hatte sich eine Erkältung eingefangen und der Stress wegen der Krankheit seines Freundes verlangte seinen Tribut von ihm. Sein Gesicht war blass und hager und er sah extrem müde aus.
Mit einem plötzlichen Schuldgefühl erkannte Mulder, dass Skinners Energiereserven schon vor dieser letzten Krise auf einem Tiefpunkt angelangt waren. Wenn er an die Ereignisse des vergangenen Jahres zurückdachte, konnte er sehen, wie viel Verantwortung sein Meister übernommen hatte – und weiterhin übernahm – für jeden, nicht zuletzt seinen Sklaven. Es schien keine Grenze für die Verantwortungen zu geben, die auf seines Meisters breiten Schultern ruhten.
Im Büro hatte Skinner den Befehl über die Abteilung für Gewaltverbrechen des FBI, ein Job, der eine enorme Menge Antriebskraft und Hingabe verlangte. In der Szene trug Skinner all die Verantwortung, die der Job Hüter des Hauses so mit sich brachte. Der bisherige Höhepunkt war die Beendigung eines Alptraums, ausgelöst durch die massiven Misshandlungen Franklins an seinem Sklaven Lee, der auch an ihnen nicht spurlos vorüber gegangen war. Zu Hause hatte Skinner die Aufgabe übernommen, seinen selbstzerstörerischen Sklaven vom Abgrund zurückzureißen … eine Aufgabe, die ihrer beider Leben die letzten zehn Monate beherrscht hatte.
Mulder dachte zurück an die vielen Krisen seiner Beziehung mit Skinner, angefangen bei dieser ersten Trainingswoche, als er versucht hatte, Skinner zu manipulieren, bis zu diesem katastrophalen ersten Tag wieder in der Arbeit, als er in den Orbit davongewirbelt war. Da waren die vielen anderen Hochs und Tiefs auf dieser Achterbahnfahrt gewesen – seine Reise nach Kalifornien, wo er in seines Meisters Privatleben eingedrungen war, sein qualvolles Geheimnis enthüllt hatte, sein darauf folgendes Mitansehen der Bestrafung, die Skinner auf sich nahm. Seine eigene Krise in Seattle und die Nachwirkungen, die ihn dazu gebracht hatten, mit einer Rasierklinge in seine Brust zu schneiden … mit alldem hatte sich Skinner beschäftigt und es hatte viel Erfreuliches gemeinsam mit den Dramen gegeben. Aber wann, dachte Mulder bei sich, hatte Skinner je die Chance gehabt, sich einfach zurückzulehnen und zu entspannen? Kein Wunder, dass die Anspannung sich schließlich zeigte.
Während dieser Woche tat Mulder, was er konnte, um dafür zu sorgen, dass sein Meister zu essen, saubere Kleider und den Trost der Arme seines Sklaven hatte, wann immer er eines dieser Dinge benötigte. Doch es fühlte sich so jämmerlich an, verglichen mit allem, was sein Meister für ihn getan hatte. Er war dankbar, dass Skinner bereit war, sich auf ihn zu stützen, wenn es auch nur für die kleinen Dinge war, wie sich daran zu erinnern, Wanda zu füttern und ihre Toilette zu säubern, doch er wünschte, er könnte eine größere Hilfe für seinen Meister sein und wirklich die Last lindern, die auf diesen breiten Schultern ruhte.
Am Dienstag wurde offiziell verkündet, dass Murray außer Gefahr wäre, obwohl er immer noch sehr schwach war und eine Angioplastie benötigen würde. Mulder arbeitete bis spät und fuhr Skinner vom Krankenhaus abholen, wollte Murray diesen Abend selbst einen Besuch abstatten. Murray schlief – Mulder hatte ihn noch nicht wach gesehen – aber Hammer und Skinner unterhielten sich leise über sein Bett hinweg.
„Hey, Fox“, lächelte Hammer ihn an, als er reinkam und Mulder lächelte zurück, während er eine Hand auf seines Meisters Schulter legte, zärtlich des anderen Mannes Kopf küsste.
„Wie geht es ihm?“
„Fein – gut“, nickte Hammer. „Okay, ich denke nicht, dass er gesund genug sein wird, um am Samstag deinem Branding beizuwohnen, aber …“
„Das Branding?“ unterbrach Mulder. „Scheiße … um ehrlich zu sein, ich habe es vergessen bei all dem Trubel.“
„Ich denke, wir sollten es verschieben …“, mischte sich Skinner ein.
„Wagt das nicht!“ sagte eine trockene, kratzige Stimme und alle starrten Murray an, dessen Augenlider aufflatterten und der sie so herrisch anstarrte, wie es möglich war, wenn man derart krank ist.
„Hey, du.“ Hammer nahm die Hand seines Geliebten in seine eigene, hob sie an seine Lippen und küsste sie zärtlich. „Ich hätte wissen sollen, dass du zu diesem Thema etwas zu sagen hast!“ grinste er.
„Wenn wir eher darüber gesprochen hätten, wärst du vielleicht früher aufgewacht!“
„Hmmm … so lange nur dieses junge Hündchen sein Branding bekommt. Wir alle haben lange genug auf diese Gelegenheit gewartet“, murmelte Murray. „Und ich habe noch nie einen Jungen gesehen, der die Markierung seines Meisters dringender auf seinem Körper braucht als dieser.“
Mulder lachte laut auf und drückte seines Meisters Schultern.
„Ich denke, du hast recht, Murray“, stimmte Skinner zu, legte eine Hand über Mulders Finger und streichelte sie sanft.
„Was zur Hölle sollen all diese verdammten Schläuche, die aus mir rausragen?“ rief Murray aus. Er versuchte sich aufzusetzen und legte sich wieder zurück, als ob er umgekippt worden wäre. „Wurde ich von einem Bus überfahren, Hammer?“ erkundigte er sich kläglich, klang beinahe wie ein kleiner Junge.
„Du wirst dich erholen“, erklärte ihm Hammer fest. „Aber du musst für eine Weile kürzer treten. Du hattest einen Herzanfall, Murray.“
„Hmpf. Sag nicht, Ich hab’s dir doch gesagt“, murmelte Murray, starrte seinen Geliebten benebelt an. „Ständig nervt er mich, richtig zu essen und dieses oder jenes zu machen. Habe nie in meinem Lebe einen herrischeren Sub kennen gelernt.“
„Das ist genau die Art, die du magst und das weißt du“, schoss Hammer mit einem Grinsen zurück.
Plötzlich hatte Mulder einen lebendigen Einblick in ihre Beziehung. Sie war völlig anders als das, was er mit seinem Meister hatte. Hammer war derjenige, der Aufhebens machte, der Ernährer, derjenige, der die Dinge erledigte. Er erledigte alles effektiv und kümmerte sich um Murray, der – wie Mulder vermutete – sich nicht einmal um seine Socken kümmern konnte, geschweige denn um sein Leben. Im Gegenzug war Murray ein überlebensgroßer Charakter, der seinen Sub kontinuierlich unterhielt und dessen Großzügigkeit und großes Herz in der Szene legendär waren.
Mulder war überrascht, als Tränen in seinen Augenhöhlen brannten. Jeder hatte seinen eigenen Weg, das am Laufen zu halten, und alle waren unterschiedlich. Er dachte an den höflichen, zurückhaltenden Perry – niemals ganz der strenge Meister, den sein Freund Ian wollte, jedoch bereit, die Rolle gelegentlich einzunehmen, um seinen Geliebten glücklich zu machen. Murray liebte es, ein Top zu sein, mehr wegen des Gefühls für Drama und der Chance, sich in protzige Kostüme zu kleiden, als aus wirklichem Interesse an der Erotik der Rolle. Hammer hingegen, mit seinem zerfurchten Gesicht und starken, drahtigen Körper, sah aus wie der letzte Mensch, dem du in einer dunklen Nacht begegnen willst. Und er arbeitete in einem Hospiz, pflegte Todkranke und war ein überaus effizienter Sub, der nichts mehr mochte, als sich um seinen exzentrischen, chaotischen Top zu kümmern.
Dann waren da noch er und Skinner. Mulder blickte auf seinen Meister hinab, fragte sich, wie sie der Außenwelt erschienen. Skinner war so ruhig und freundlich, aber bereit, so streng wie nötig zu sein, um Mulder davon abzuhalten, in einem selbstzerstörerischen Wahnsinn in den Weltraum davonzuwirbeln. Wer verstand dort draußen die Nuancen ihrer Beziehung? Wer sah und verstand, dass die Tünche aus Sklave und Meister so wenig von der Wahrheit verriet, was und wer sie waren und wie sie einander so perfekt ergänzten?
Mulder warf seinem Meister einen Blick zu, während er später an diesem Abend den anderen Mann heimfuhr.
„Werden Sie das Branding machen, Meister?“ fragte er.
„Na ja … Murray war ziemlich hartnäckig, dass wir es nicht seinetwegen aufschieben sollten und wir haben lange darauf gewartet …“ Skinner zögerte und sah seinen Sklaven müde an. „Wie fühlst du dich dabei?“ erkundigte er sich.
Mulder zuckte seine Schultern. „Es wäre schön, wenn wir unsere Pläne durchziehen könnten“, kommentierte er, unsicher, wie er sich bei dem Thema genau fühlte. „Die Zimmer sind vorbereitet und Essen und Getränke werden am Samstag geliefert.“
„Ich weiß … allerdings kommt es mir ein bisschen übereilt vor“, meinte Skinner.
„Stimmt“, nickte Mulder mit einem Seufzen.
„Aber … verdammt, das ist etwas, das wir beide seit so langer Zeit wollen … und es wäre ein Alptraum, alles in letzter Minute abzusagen“, grübelte Skinner. „Wahrscheinlich wäre es einfacher, es durchzuziehen, als alles zu verschieben.“
„Werden Sie gesund genug sein, Meister?“ fragte Mulder.
„Ich? Mir geht’s gut“, antwortete Skinner angespannt.
„Sie waren nicht gesund und Sie sind erschöpft“, wies Mulder sanft hin.
„Es ist nur eine Erkältung – sie vergeht bereits und was das müde sein angeht, das ist nichts, was ein paar Nächte ausgiebiger Schlaf nicht kurieren könnten“, gab Skinner zurück.
„Okay – dann ziehen wir es durch!“
Mulder war genauso wenig enthusiastisch bei dem Gedanken, jeden anzurufen und abzusagen und sich mit den Essen- und Getränkelieferanten abzugeben, die sie erwarteten, wie sein Meister. Skinner hatte recht – es war ganz simpel einfacher weiterzumachen … wieso hatte dann Mulder ein ungutes Gefühl in seiner Magengrube, nachdem sie ihre Entscheidung getroffen hatten?
Die nächsten paar Tage bekam Mulder seinen Meister kaum zu Gesicht. Sie waren beide damit beschäftigt, in der Arbeit vor ihrem Urlaub alles abzuschließen. Skinners Arbeitspensum zum Jahresende war heftig und beanspruchte lange Stunden seiner Schicht. Außerdem besuchte Skinner gerne Murray, wann immer er konnte, sodass er keinerlei Freizeit hatte, die er mit seinem Sklaven verbringen konnte. Mulder spürte, dass er zunehmend reizbarer wurde, während der Tag des Brandings näher rückte. Er schnauzte die Forensiker an, die Informationen für einen Bericht lieferten und verlor Scully gegenüber die Beherrschung – was er etwas später bitter bereute und ihr sagte.
„Sind Sie okay, Partner?“ erkundigte sie sich stirnrunzelnd. „Ich habe Sie nicht so nervös gesehen, seit … na ja, bevor Sie und Skinner …“ Sie ließ den Satz offen.
„Mir geht’s gut. Nur beschäftigt mit dem Beenden all des Zeugs vor meinem Urlaub“, erklärte ihr Mulder kurz angebunden, wendete sich wieder seiner Arbeit zu.
„Unternehmen Sie und Skinner etwas Schönes?“ fragte Scully vorsichtig, suchte offensichtlich nach einem sicheren Gesprächsthema und stieß unabsichtlich auf eines, das weit davon entfernt war, sicher zu sein.
Mulder biss so heftig auf seine Unterlippe, dass er wusste, er hatte Blut gezogen. Christus – was zum Teufel war los mit ihm? Er wollte genauso sehnsüchtig gebrandmarkt werden, wie Skinner ihn brandmarken wollte, warum fühlte er sich also derart unsicher und im Streit mit der Welt generell und sich selbst im Speziellen?
„Nicht viel“, antwortete er Scully, sein Tonfall machte klar, dass er dieses Thema nicht vertiefen wollte.
Er hatte nicht vor, seiner Partnerin von dem Branding zu erzählen. So nahe sie sich auch standen, es gab ein paar Aspekte in seiner Lebensweise, die sie – wie er wusste – einfach nicht verstehen würde … Verdammt, im Moment hatte er Probleme, sie selbst zu verstehen.
Diesen Abend kam er spät heim und fand das Apartment leer vor. Er stieß ein ärgerliches Knurren aus – er hatte gehofft, sein Meister wäre schon zu Hause. Er wollte, dass sie etwas Zeit miteinander verbringen würden – wie die Dinge jetzt liefen, würden sie am Morgen des Brandings erwachen und hätten die ganze Woche nicht mehr als ein paar Worte gewechselt. Und es hatte keinen Sex gegeben – selbst Mulders tägliche Züchtigung war vernachlässigt worden. Er wollte seinen Meister nicht mit dem Thema plagen – Skinner hatte im Moment genug Probleme, ohne dass sein Sklave wegen seiner Bedürfnisse jammerte. Außerdem wusste er, dass seines Meisters normalerweise zügellose Libido im Winterschlaf lag.
Zum ersten Mal, seit er Skinners Sklave geworden war, hatte seines Meisters Schwanz sich geweigert, auf seine frühmorgendlichen Behandlungen zu reagieren. Und gestern hatte Skinner ihn abgewehrt und ihm eröffnet, dass sein Weckruf bis auf weiteres ausgesetzt war. Alles lief falsch – und auf einer gewissen Ebene tat es weh. Es zerrte an Mulders Nerven und er fühlte, dass er immer gereizter wurde.
Mit einem Seufzen nahm Mulder seine Krawatte ab, ignorierte die wartende Wanda, die ihren Begrüßungskuss erwartete und marschierte mürrisch in die Küche, um etwas Essbares zu suchen … nur um zu entdecken, dass die Schränke leer waren. Lebensmitteleinkäufe waren technisch gesprochen die Verantwortung des Sklaven, doch normalerweise wies ihn Skinner darauf hin, wenn sie Nachschub brauchten, schrieb eine Liste, was sie benötigten und Mulder übernahm den Einkauf – oder, was dieser Tage öfter vorkam, sie gingen gemeinsam einkaufen. Nun, mit allem, was vorgefallen war, hatte Mulder einige der grundlegendsten Regeln seines Sklaventums vergessen und er war zornig auf sich selbst.
Die zuknallende Türe machte ihn auf die Tatsache aufmerksam, dass sein Meister heimgekehrt war. Mulder ging in den Flur und schenkte seinem Meister ein schwaches Lächeln. Skinner sah immer noch schrecklich aus, egal, was er behauptete und das half dem lästigen Gefühl der Nervosität in Mulders Magen überhaupt nicht.
„Hi.“ Mulder drückte einen Kuss auf seines Meisters Wange.
„Hallo, Fox. Was gibt’s zu essen?“ fragte Skinner. „Ich hatte heute keine Zeit zum Mittagessen und verhungere.“
„Nichts gibt es zu essen, weil ich vergessen habe, das verdammte Essen einzukaufen!“ fauchte Mulder, raste dann die Treppe hinauf und warf sich ins Badezimmer, knallte die Tür hinter sich zu.
Er wusch sein Gesicht mit kaltem Wasser und riss sich zusammen, fragte sich, was sein Meister aus dieser Zurschaustellung seiner schlechten Laune machte. Er hatte nicht vorgehabt, sich derart mies zu benehmen – es war einfach raus gekommen und jetzt bedauerte er es, genauso, wie er es bedauert hatte, am Morgen Scully angeschnauzt zu haben. Sein Hintern begann zu pochen, in Erwartung des Riemens, den sein Meister sicher für sein Benehmen herausholen würde – Skinner hasste es, angebrüllt oder verflucht zu werden, und hatte recht damit. Es war eine Lektion, die er vor langer Zeit seinem Sklaven eingehämmert hatte, eine der ersten und grundlegendsten Lektionen in Mulders Sklaventum und Mulder hatte gerade demonstriert, dass sie nicht so gut gelernt war, wie sie sein sollte. Mit einem Seufzen beschloss Mulder, runter zu gehen und sich der Musik zu stellen.
Er fand seinen Meister im Wohnzimmer auf der Couch sitzend, immer noch seinen Mantel tragend. Wanda saß auf seinem Knie, versuchte verzweifelt, seine Aufmerksamkeit zu erlangen, indem sie ihr Gesicht gegen seine Brust rieb, doch er starrte nur aus dem Fenster, Erschöpfung in jede Linie seines Gesichtes gegraben, seine Schultern unglücklich hängend.
Mulder kniete neben ihm nieder, voller Gewissensbisse.
„Es tut mir so leid, Meister“, flüsterte er, legte sein Kinn auf Skinners Knie. „Ich hätte nicht so mit Ihnen sprechen dürfen. Es war … ein schwerer Tag.“
„Das ist in Ordnung, Sklave. Es war eine schwere Woche“, meinte Skinner mit einem völlig erschöpften Seufzen.
Abwesend legte er seine Hand auf seines Sklaven Haar und strubbelte es zärtlich.
„Ich weiß, du wolltest mich nicht so anschreien. Wir können etwas bestellen. Es ist keine große Sache.“
Mulder blickte zu seinem Meister hoch.
„Werden Sie mich bestrafen, Meister?“ fragte er, hielt seinen Atem an.
„Was?“ Zum ersten Mal sah Skinner zu seinem Sklaven hinab. „Nein, Fox“, sagte er freundlich. „Ich weiß, du bist nervös vor dem großen Tag. Ich habe erwartet, dass du ein bisschen durchdrehst. Es ist in Ordnung. Wir kommen hin.“
Mulder fühlte sich, als hätte ihn jemand wortwörtlich in den Magen geboxt und erst dann erkannte er, er wollte bestraft werden. Er musste bestraft und runtergebracht werden, um erneut die Gelassenheit des Subraumes zu finden. Danach sehnte er sich – er sehnte sich danach, von seinem Meister übers Knie gelegt und in ihren Rollen bestätigt zu werden, damit er sich wegen des bevorstehenden Brandings wohler fühlen konnte, damit es der natürliche Kulminationspunkt der Beziehung zwischen Meister und Sklave werden konnte … weil er sich im Augenblick nicht so fühlte. Er befand sich einfach nicht in der richtigen Leere im Kopf.
„Meister, ich verdiene, bestraft zu werden“, sagte er, stieß Skinners Hand mit seinem Kopf an, genau wie Wanda es machte, wenn sie seines Meisters Aufmerksamkeit wollte.
Skinner sah noch einmal zu ihm hinunter und Mulder spürte eine Welle der Schuld ihn durchströmen. Skinner war einfach zu müde, um seinen Sklaven zu züchtigen. Skinner sah so blass, eingefallen und hager aus, Mulder war überrascht, dass sein Meister immer noch aufrecht stand; er sah aus, als ob er völlig am Ende wäre.
„Fox … ich werde dich nicht bestrafen. Wir wissen beide, warum du gerade derart reagiert hast“, meinte Skinner sanft. „Komm her.“
Er tätschelte neben sich die Couch, Mulder erhob sich und setzte sich neben seinen Meister. Skinner legte einen müden Arm um seines Sklaven Schultern, zog ihn an sich und küsste liebevoll seinen Kopf.
„Du wirst es gut machen, Fox“, murmelte er.
Mulder verschluckte seinen Frust. Auf keinen Fall würde er die Bürde für seinen Meister verstärken, wenn Skinner auf einem derartigen Tiefpunkt war. Im Gegenteil – er würde sein Bestes tun, wie er es die ganze Woche gemacht hatte, um die Last für seinen Meister zu erleichtern und dafür zu sorgen, dass bei all den Verantwortungen in seinem Leben Skinner sich nicht um seinen Sklaven kümmern musste.
„Ich danke Ihnen, Meister“, flüsterte er, stand auf und bestellte ihr Abendessen.
Als er ein paar Minuten später ins Wohnzimmer zurückkam, fand er seinen Meister tief schlafend auf der Couch vor. Mulder kniete nieder und entfernte Skinners Schuhe, öffnete seine Hose, zog eine Decke über den schlafenden Mann und blickte einen Moment auf ihn hinab, streichelte dann zärtlich seines Meisters Kopf mit leichten, liebevollen Fingern.
„Ich kümmere mich gut um Sie, Meister“, sagte er leise, „versprochen.“
Der Tag des Brandings brach an und Mulder erwachte mit – wie es sich anfühlte – einem Schwarm Schmetterlingen in seinem Bauch. Er lag mit seinem Kopf eine halbe Stunde auf Skinners nackter Brust, beide wach, an die Decke starrend, ein paar gemeinsame Momente genießend, bevor ihr geschäftiger Tag begann.
„Wie fühlst du dich?“ fragte Skinner.
„Fein“, log Mulder. „Na ja, ziemlich nervös“, gab er zu, obwohl ihm bewusst war, dass das der Wahrheit nicht einmal nahe kam.
„Ich auch“, gestand Skinner.
„Tatsächlich?“
Mulder wendete seinen Kopf, sah zu seinem Meister. Er war froh, dass auch Skinner die nervöse Erwartung empfand … doch zur selben Zeit nagte es auch an ihm. Er wollte nicht, dass sein Meister so … menschlich war. Nicht ausgerechnet an diesem Tag. Er wollte Skinner prachtvoll und unbeirrbar herrisch sehen. Mulder musste sich mit jeder Faser als Sklave fühlen und das tat er nicht. Er fühlte sich verloren und verwirrt und der Felsen, der ihn in diesen Zeiten normalerweise verankerte, war sein Meister – nur wollte er jetzt nicht eine weitere Bürde für den großen Mann sein. Verzweifelt wünschte Mulder, der Tag wäre vorüber und er könnte das Branding hinter sich bringen. Er zog nicht mal mehr in Betracht, dass er es genießen könnte. Der Tag erstreckte sich vor ihm wie eine Prüfung.
Sie standen auf, frühstückten und kontrollierten das Spielzimmer und das obere Apartment, um sich zu vergewissern, dass sie bereit waren, ihre Gäste zu empfangen. Danach rief Skinner seinen Sklaven zu sich und schnippte seine Finger. Gehorsam sank Mulder auf seine Knie und sah zu seinem Meister auf.
„In Ordnung – für den Rest des Tages will ich dich nackt. Knapp, bevor unsere Gäste eintreffen, darfst du dich anziehen“, erläuterte ihm Skinner. „Ich möchte, dass du darüber nachdenkst, was du bist und was heute Abend in diesem Raum stattfinden wird.“
„Ja, Meister.“
Mulder wünschte, er könnte dieses unwillkürliche, erwartungsvolle Schaudern fühlen, das er normalerweise bei diesen Gelegenheiten empfand, doch er war innerlich taub. Etwas stimmte nicht und er wusste nicht, wie er es richtigstellen sollte.
„Ich will, dass du dir Zeit für dich selbst nimmst“, sagte ihm Skinner fest. „Finde das Herz deiner Unterwerfung, Fox, weil ich möchte, dass du dich mir diesen Abend darbringst. Du befindest dich in tiefer Unterwerfung – ich möchte, dass du die nächsten paar Stunden nicht sprichst. Verstanden?“
Mulder nickte, fühlte sich jedoch, als ob er ertrinken würde. Er konnte das nicht machen!
„Ich gehe ein paar Stunden weg“, eröffnete ihm Skinner und Mulders Kopf fuhr hoch.
„Wohin? Jetzt? Meister …“, begann er verzweifelt.
„Du bist in tiefer Unterwerfung, Sklave“, erinnerte ihn Skinner. „Ich bin nur ein paar Stunden weg. Du brauchst etwas Zeit allein, um dich zu verankern. Ich bin bald zurück. Du kannst in jedes Zimmer gehen, das du willst – sogar das Spielzimmer.“
Mulder nickte, doch innerlich drehte sich ihm der Magen hoffnungslos um. Er brauchte Skinner jetzt hier! Ja, normalerweise genügte es, wenn sein Meister ihn in die tiefe Unterwerfung befahl, aber nicht heute, nicht, wenn er sich mit der Welt und seinem Sklaventum derart uneins fühlte. Nichts davon fühlte sich an, wie es sollte, verdammt!
Hilflos beobachtete er, wie sein Meister das Apartment verließ, wunderte sich, wo Skinner hinging. Er vermutete, sein Meister würde Murray besuchen und konnte das dem anderen Mann nicht verübeln. Vielleicht brauchten sie beide etwas Zeit. Vielleicht nahm Skinner Abstand, damit sie, wenn sie sich wiedersahen, beide die Zeit hatten, wirklich in ihren Rollen zu versinken. Dann konnten sie einander von neuem begegnen, als Meister und Sklave und nicht als Skinner und Mulder, die beide so eine schwierige Woche hinter sich hatten. Mulder konnte diese Begründung verstehen, doch hier lief alles falsch und er war zu besorgt um seines Meisters Wohlbefinden, um seine Ängste mit dem anderen Mann zu diskutieren. Was konnte Skinner jetzt noch tun? Es war zu spät, um die Party abzusagen – innerhalb von ein paar Stunden würden vierzig Leute eintreffen. Was hatten Mulders Zweifel also für einen Sinn?
Langsam entkleidete sich Mulder und stand dann unsicher da. Skinner hatte ihm nicht erlaubt, das Kohlebecken zu sehen, das in einer Ecke des Raumes durch einen Wandschirm verdeckt stand und er fragte sich, ob es helfen würde, einen gründlichen Blick darauf zu werfen oder nicht. Er entschied sich dagegen – sein Meister hatte es mit gutem Grund außer Sichtweite gebracht. Und obwohl er Mulder nicht verboten hatte, es anzusehen, widersprach es irgendwie dem Geist der Gelegenheit, vor den abendlichen Aktivitäten einen Blick darauf zu erhaschen.
Mulder setzte sich auf den Massagetisch und versuchte sich vorzustellen, wie es sich anfühlen würde, hier festgebunden zu sein, unter den aufmerksamen Blicken von vierzig Gästen, doch irgendwie schaffte er es nicht. Stattdessen durchlief sein Geist die Ereignisse der Woche; immer wieder sah er Murray in diesem Krankenhaus-Bett liegen, an all die Schläuche angeschlossen, und seinen Meister, gegen die Krankheit kämpfend, die Sorgen und all seine üblichen Verantwortungen, bis er zum ersten Mal anfing auszusehen, als ob alles zu viel für ihn sein könnte.
Etwas anderes beschäftigte ihn ebenfalls … etwas, das er in die letzte Ecke seines Geistes geschoben hatte und sich weigerte, darüber nachzudenken. Doch nun, wo er die Zeit hatte, kam es heraus gekrochen. Er dachte an Hammer, der so nahe dran gewesen war, seinen Geliebten und Top zu verlieren und jetzt wusste er, warum seine Sorgen um seines Meisters Gesundheit derart an ihm nagten. Skinner war ein wichtiger Teil seines Lebens – wie würde Mulder damit fertig werden, falls etwas Derartiges ihm zustoßen würde?
Mulder schauderte, sein nacktes Fleisch mit Gänsehaut überzogen. Dies wäre der wahr gewordene schlimmste Alptraum. Er hatte gegen seine Gefühle gekämpft, hatte versucht, Skinner nicht zu lieben, weil er früher oder später jeden verlor, den er liebte. Er erinnerte sich an die Alpträume, die er am Beginn seines Sklaventums gehabt hatte, dass ihm Skinner genommen würde, genau wie Samantha und Scully entführt worden waren. Er verlor die Menschen, die er liebte. Es geschah immer und aus diesem Grund hatte er ständig versucht, die Leute auf Abstand zu halten, niemanden an sich ran zu lassen … Doch Skinner war unter seine Verteidigung geschlüpft und nun war Mulder in den großen Mann verliebt. Skinner war nicht bloß sein Liebhaber und sein Meister – er war das Zentrum von Mulders Existenz. Skinner hatte ihn zu seinem Eigentum gemacht, hatte ihm einen Platz gegeben, in dem er Zuflucht suchen konnte. Und er hatte Mulder mit der Kraft seiner Liebe verankert.
Irgendwie verstärkte Skinners Abwesenheit Mulders Ängste. Ohne seine starke Anwesenheit, die Mulder beruhigte und bewies, dass sein Meister am Leben und gesund war und es immer sein würde, fingen Mulders Sorgen an, zu viel für ihn zu werden.
Er war weit davon entfernt, der Mann zu sein, der er vor seinem Sklaventum gewesen war, der so nahe an der Selbstzerstörung gestanden hatte, dass der emotionale Aufruhr ihn außer Kontrolle wirbeln ließ. Die vergangenen zehn Monate als Skinners Sklave hatten ihn so viel gelehrt und er konnte heutzutage mit seinen Krisen viel effizienter umgehen … aber es war eine Sache, sich zu beherrschen und eine andere, sich in die Nähe des leeren Raumes in seinem Kopf zu bringen, in dem er für die Aktivitäten des Abends sein sollte.
Mulder fand sich mit der Tatsache ab, dass das ganz einfach unerfreulich werden würde – und damit konnte er umgehen. Er war früher mit Schlimmerem fertig geworden – im Zuge seiner Arbeit war ihm ein Finger gebrochen worden, er war zusammengeschlagen und angeschossen worden. Er hatte kein Problem, mit Schmerzen fertig zu werden, doch seine Reaktion auf erotische Schmerzen war immer anders gewesen. Erotische Qual erlaubte ihm, sich auf eine Art auszudrücken, wie er es nie machte, wenn er simpler Agonie ausgesetzt wurde.
Von Anfang an, seit er Skinners Sklave geworden war, hatte er geweint, wenn er hart verprügelt wurde, war herumgerutscht und hatte gebrüllt und sich gewunden … während der Sexspiele ließ er alles raus, was er sich im Alltagsleben nicht erlaubte. Während seiner Arbeit war seine Reaktion auf Schmerzen eher Wut als Tränen. Er konnte sie ignorieren und sogar kontrollieren, mit einem Durchhaltevermögen, dem wahrscheinlich nur sein Meister gleichkam. Mulder kannte seine Stärke – hatte sie jedoch teuer erkauft, und dieser Preis war der Weg, wie er sich gestattete, Schmerzen auszudrücken, Entzücken, Angst, Freude und all die anderen Empfindungen, die er während der Sexspiele erlebte. Dies war seine Erlösung, die notwendige Kehrseite der Art, wie er die vielen Schmerzen bekämpfte, den