24/7

by Xanthe
übersetzt von Manuela
m.translator@chello.at



Pairing: Skinner/Mulder

Rating: NC-17

Kategorie: BDSM-Slash

Warnung: Diese Serie enthält grafische Szenen der BDSM-Erotik

Inhalt: Mulders Drang nach immer extremeren Erregungen lassen ihn den ultimativen Spieler in DC aufsuchen – ein mysteriöser Top, der legendär in der BDSM-Szene ist. Doch Mulder muss einen hohen Preis für das bezahlen, was er will.

Disclaimer: Die Charaktere Mulder, Skinner, Scully etc. gehören Chris Carter und 1013. Die Geschichte und Ideen gehören der Autorin.


Kapitel 19: Wiederherstellung

Inhalt: Mulder und sein Meister kämpfen mit den Nachwirkungen von Mulders Aktionen und Mulder sieht eine neue Seite an seinem Meister.


Mulder erlangte sein Bewusstsein wieder, bemerkte, dass er auf einem Bett lag. Er war sich verschwommen bewusst, dass sich jemand über ihn beugte, seine Brust untersuchte. Jemand anderer tigerte beim Fußende des Bettes auf und ab.
"Sir?" flüsterte er heiser.

Das rasende Wandern wurde langsamer und eine Sekunde später kam sein Meister neben ihm ins Blickfeld. Skinner setzte sich unbeholfen auf das Bett und lächelte seinen Sklaven an, doch seine Augen waren dunkel, erfüllt mit einer komplexen Mischung aus Emotionen, die zu entziffern Mulder nicht in der Lage war.
"Fox, es ist okay", meinte Skinner sanft, strich seines Sklaven verschwitztes Haar aus seiner Stirn. "Perry ist hier."
"Jep, ich bin hier", legte Perry los. "Wenn du vorhin gewollt hättest, dass ich bleibe, hättest du nur zu fragen brauchen, weißt du, Fox. Es bestand kein Bedarf, auf derart drastische Maßnahmen zurückzugreifen."
Er grinste sein übliches leutseliges Grinsen, doch Mulder konnte es nicht zurückgeben.
"In Ordnung, halt still. Ich werde die Wunde nähen", sagte Perry.

Mulder drehte sein Gesicht weg. Er war nicht sicher, was zum Teufel vor sich ging. Er wusste, er hatte etwas Dämliches angestellt, war jedoch zu ausgewrungen, um sich zu erinnern, was es war und er hatte ein Gefühl, dass er es nicht wissen wollte.

Er griff mit einer Hand aus und schaffte es gerade so, seines Meisters Arm mit seinen Fingerspitzen zu streifen. Skinner reagierte, indem er Mulders Hand packte und fest drückte. Mulder schloss seine Augen, auf wortlose Art erleichtert und unglaublich getröstet von dem Gefühl seines Meisters warmem Fleisch auf seinem eigenen.

"Sollten wir ihn nicht in die Notaufnahme bringen?" fragte Skinner.
"Wenn du willst", zuckte Perry seine Schultern, seine Finger bewegten sich mit Lichtgeschwindigkeit über Mulders Brust. "Ich kann die Wunde aber auch hier versorgen. Es ist nicht lebensbedrohlich – bloß hässlich. Alles, was die machen, ist es zusammennähen und ihn heimschicken. Das kann ich genauso gut hier erledigen. Andererseits ..."

Er zögerte und Mulder drehte seinen Kopf zurück, starrte den Arzt neugierig an, fand es schwierig, sich auf die Unterhaltung zu konzentrieren.
"Ja?" hakte Skinner nach. Seine breite Stirn überzog sich mit Falten.
"Falls du ihn ins Krankenhaus bringst und denen berichtest, dass das Selbstverstümmelung war, werden sie ihn einweisen wollen, für eine psychiatrische Begutachtung", meinte Perry geradeheraus.

Diese letzten zwei Worte drangen irgendwie in Mulders Bewusstsein.
"Nein", sagte er entschlossen, wollte sich aufsetzen.
"Hinlegen!" schnappte Skinner, schubste ihn zurück. "Ich treffe die Entscheidungen, was mit dir geschieht, erinnerst du dich? Und gerade jetzt ist psychiatrische Hilfe vielleicht genau das, was du brauchst. Das ging jenseits von allem, womit ich fertig werden kann."
"Nein", meinte Mulder noch einmal kurz angebunden.
"Perry?" Skinner sah seinen Freund hilflos an.
"Na ja, ich stimme zu, dass wir hier überfordert sind – aber andererseits ..."

Perry dachte einen Moment darüber nach, seine Finger erledigten weiterhin ihre Arbeit an Mulders Brust.
"Nach meiner Erfahrung würden viele Psychiater die Art Beziehung, die du mit Mulder hast, schon an sich als Fehler einschätzen. Sie würden sie vielleicht sogar als Teil des Problems ansehen, obwohl es für mich und jeden, der euch kennt, völlig klar scheint, dass sie vielmehr Teil der Lösung ist – ein großer Teil. Fox braucht ganz sicher Hilfe – das steht außer Frage. Aber ist es die Art Hilfe, die sie ihm geben können?"
"Keine Ahnung. Ich meine nur ... was, wenn ich ihn nicht hinbringe und er tut sich noch einmal etwas an?" fragte Skinner. "Ich kann dafür nicht die Verantwortung übernehmen."
"Verzeih mir, Walter, aber ist das nicht genau das, wofür du die Verantwortung trägst?" entgegnete Perry leise. "Er gehört dir, Walter, und soweit ich gesehen habe, hast du gute Arbeit mit ihm geleistet. Er braucht dich jetzt, und falls du ihn wegschickst, wenn er dich am dringendsten braucht, bin ich nicht sicher, ob er dir je wieder vergeben kann."
"Bitte, schicken Sie mich nicht weg", flehte Mulder verzweifelt, packte neuerlich Skinners Hand, versuchte zu kommunizieren. "Ich weiß, ich hab’s vermasselt. Ich weiß, ich habe etwas Dämliches angestellt, aber schicken Sie mich nicht wieder dorthin zurück."
"Was meinst du – wieder?" verlangte Skinner zu wissen. "Ich habe dich nie weggeschickt."
"Als Sam weg war ..."

Mulder mühte sich verzweifelt, bei Bewusstsein zu bleiben, während seine Vergangenheit mit schrecklicher Klarheit zurückflutete. Er konnte die rostfreie Stahlspüle sehen und sein eigenes Erbrochenes und konnte jemanden ihn anbrüllen hören.

"Menschen stellten so verdammt viele Fragen. Die Polizei, meine Eltern ... und dann ... da waren diese fremden Männer, fragten, fragten ständig. Ich flippte aus", gab er zu. "Mom und Dad waren besorgt um mich. Sie schickten mich an einen Ort ... wir sprachen alles durch. Immer und immer und immer wieder ..."
"Sie haben versucht zu helfen."

Skinner beugte sich vor und drückte ein Glas Wasser gegen Mulders Lippen.
"Nein ... das dachte ich damals. Das sagten sie mir, während ich dort war." Mulder stieß Skinners Hand beiseite. "Es war aber nicht wahr. Sie wollten herausfinden, was ich in meinem Kopf hatte – wollten eine Erinnerung kriegen, die ich weggeschlossen hatte. Oder vielleicht hat sie jemand anderer weggeschlossen – vielleicht sollte ich mich nicht erinnern. Sie waren nicht grausam, doch sie waren ... gnadenlos. Erst, als ich erwachsen war und selbst ein paar Nachforschungen anstellte, erkannte ich, dass ich überhaupt nicht in ein psychiatrisches Krankenhaus geschickt worden war."
"Wohin dann?" Skinners Hand verengte sich um seines Sklaven Finger.
"Ein Konsortium-Labor. Jemand wollte verzweifelt wissen, was Samantha zugestoßen war und ich war der einzige Zeuge", antwortete Mulder. "Entweder das oder sie wollten verdammt sicher sein, dass ich mich nicht erinnern würde."
"Bist du sicher?" fragte Skinner, besorgte Falten überzogen seine Stirn.
"Oh, ja." Mulder brachte ein Lächeln fertig. "Ich war nicht lange dort. Ein paar Wochen. Was sie mir allerdings antaten, war ganz bestimmt keine Therapie, von der ich je gehört hätte. Selbst in diesen Tagen. Das Hauptaugenmerk lag weniger darin, mir zu helfen, mich von dem Trauma zu erholen, sondern mehr darin, mich aufzubrechen und zu sehen, was drin steckte."

"Scheiße", sagte Skinner, setzte sich zurück, ein Ausdruck, den Mulder nie zuvor gesehen hatte, umwölkte sein Gesicht. "Also haben sie Akten über dich, die bis in deine Kindheit zurückreichen?" schloss er.
"Ja. Wie Krycek sagte – ich bin ihr Hauptpreis-Junge. Fragen Sie mich nicht, warum. Ich fühle mich nicht wie ein Scheiß-Hauptpreis", gab Mulder bitter zurück.
Seine Augen schlossen sich, dann öffnete er sie wieder, mühte sich ab, sich zu konzentrieren.

"Krycek."

Skinner sprang auf und selbst in seinem derzeitigen Zustand konnte Mulder sehen, dass sein Meister rasend vor Wut war.
"Sir?" flüsterte er ängstlich, warf Perry einen Blick zu.
Der Arzt beendete die Nähte auf seiner Brust, legte dann einen sauberen Verband auf die Wunde, doch seine Augen strahlten Sorge aus über das, was er gehört hatte. Er sah zu seinem Freund und winselte hörbar, als er Skinners angespannte Körpersprache erkannte.
"Krycek hatte Zugriff auf all diese Akten über dich", sagte Skinner, seine Muskeln derart verkrampft, dass Mulder dachte, sein Meister würde explodieren.
"Ich nehme es an", murmelte Mulder, der Raum drehte sich um ihn, während er versuchte, sich auf die Konversation zu konzentrieren.
"So, er weiß alles über dich – alles, was du unmittelbar nach der Entführung deiner Schwester gesagt hast. Kein Wunder, dass er weiß, wie er all deine Knöpfe drücken kann. Dich nach Seattle zu locken muss gewesen sein, wie einem Baby den Lutscher wegzunehmen."
"Ja", gab Mulder zu, senkte wieder seine Augen.

"Fox, was hat das ausgelöst?" fragte Skinner in verzweifeltem Tonfall. "Als ich dich verließ und runter ging, schienst du in Ordnung – rebellisch aber im Grunde okay. Was ist passiert, um dich zu veranlassen, eine Rasierklinge derart in deine Narbe zu stoßen?"
Mulder schloss seine Augen, wollte diese Frage nicht beantworten, doch Skinner tätschelte sanft sein Kinn und er öffnete seine Augen wieder.
"Ich meine es ernst, Fox. Ich muss es wissen, falls ich eine Entscheidung treffe, ob ich dich ins Krankenhaus schaffe oder nicht. Sag mir, was dir durch den Kopf ging", beharrte Skinner.
"Mom", murmelte Mulder.
"Du hast an deine Mutter gedacht?"
"Nicht an sie gedacht, nein. Sie war hier", gab Mulder zurück.
"Hier? In diesem Apartment?" wiederholte Skinner verständnislos, sah sich um, als ob er erwartete, sie zu sehen.
"Ja. Hier. Ich ließ sie rein ... oh, Scheiße. Ich habe ein paar verdammt schreckliche Dinge zu ihr gesagt." Mulder biss auf seine Lippe, die Erinnerung kam allzu lebendig zurück.
"Wie zur Hölle kam sie rein?" wollte Skinner wissen, stand auf.
"Keine Ahnung. Sie klopfte einfach an die Tür", antwortete Mulder schläfrig, seine Augen halb geschlossen, während er seines Meisters zornige Reaktion auf seine Neuigkeiten beobachtete.
"Ja, aber wie kam sie ins Gebäude, verdammt! Das sollte ein gesichertes Apartmenthaus sein!" schnappte Skinner. "Ich werde runter gehen und den Pförtner fragen, was zur Hölle er für ein Spiel treibt! Kommt er in Ordnung?" fragte er Perry, nickte in Mulders Richtung.
"Die Wunde ist okay – sie ist ein bisschen interessanter, als sie es das letzte Mal war, aber so lange sie sauber gehalten wird, verheilt sie gut. Unordentlich, aber okay", zuckte Perry seine Schultern. "Er wird wieder seine Schmerzmittel benötigen. Ich habe ihn im Moment damit vollgepumpt, also wird er eine Weile besoffen sein. Er hat Blut verloren, aber ..."

Mulder sah fasziniert zu, während die beiden Männer sprachen. Er konnte nicht hören, was sie sagten, beobachtete jedoch wie aus weiter Ferne, dass sich ihre Lippen bewegten. Er war müde. Zu müde zum Konzentrieren. Wenigstens sprach Skinner nicht mehr davon, ihn ins Krankenhaus zu bringen, vielleicht würde ihm diese Prüfung also erspart bleiben.

Er hörte erhobene Stimmen, sah Perry gegen seinen Meister Einwände erheben. Er legte eine Hand auf Skinners Arm, die Skinner mit einer zornigen Bewegung abschüttelte. Mulder fragte sich, was zum Teufel vor sich ging, doch er war zu müde, um sich zu bewegen oder sich überhaupt zu kümmern. Benebelt war er sich seines Meisters Brüllen bewusst, das klang, als ob es unter Wasser dröhnte. Perrys Stimme war höher, leiser, voller unvertrauter Betonungen und Rhythmen. Sie stritten über etwas, er konnte jedoch nicht herausfinden, was es war.

Mulder schloss seine Augen und als er sie wieder öffnete, hatte sich die Szene verändert. Mehrere Stunden mussten vergangen sein, weil Perry im Lehnstuhl neben dem Bett saß, seine Augen geschlossen, dösend. Mulder fühlte einen Stich der Angst und setzte sich auf, sah sich nach seinem Meister um, murmelte etwas Unzusammenhängendes. Eine große Hand zog ihn wieder runter und er erkannte, dass Skinner neben ihm im Bett lag. Er hörte auf zu brüllen und ergab sich ohne zu zögern seines Meisters Befehl, sich hinzulegen und still zu sein.

Als er das nächste Mal erwachte, herrschte draußen Tageslicht. Mulder blinzelte, sein Kopf schmerzte und sein ganzer Körper pochte, als er eine Art Aufruhr mitbekam. Ein beharrliches summendes Geräusch hallte durch den Raum. Es dauerte eine Weile herauszufinden, was es war, aber er erkannte endlich, dass es sich um die Gegensprechanlage handelte. Er spürte Skinner sich neben ihm bewegen, dann rollte der große Mann von dem Bett. Mulder griff aus und schnappte seines Meisters Arm. Er wusste, er sagte etwas, hatte jedoch keine Ahnung, was. Skinner sah ihn an, verblüfft und besorgt, schüttelte seinen Kopf.
"Fox – hör mir zu. Niemand kommt und holt dich weg. Ich verspreche es dir!" tadelte Skinner, setzte sich neben seinen Sklaven und schubste ihn wieder zurück auf die Kissen. "Perry – öffnest du die Tür?" bat er.
Der Arzt nickte und verließ schnell das Zimmer.

"Entschuldigung ... ich dachte ... ich bin desorientiert", murmelte Mulder.
"Das sind die Tabletten", erklärte Skinner, doch Mulder konnte am Ausdruck in seines Meisters Augen erkennen, dass der andere Mann sich ernsthaft Sorgen machte, ob sein Sklave völlig ausgeflippt war.
"Entschuldigung ... nicht verrückt ... ich will nur nicht weg", murmelte Mulder, packte erneut Skinners Hand und ließ nicht los.
"Ich gehe nirgendwo hin", sagte Skinner, streichelte seines Sklaven Haar. "Es ist in Ordnung, Fox. Du wirst dich erholen."

Ein paar Minuten später stürmte jemand ins Zimmer. "Mulder? Fox?"
Er öffnete seine Augen, sah Elaine über ihn gebeugt.
"Junge, du wusstest immer, wie man die größten Schwierigkeiten in der kürzesten Zeit verursacht", schimpfte sie, lächelte ihn zärtlich an. "Walter", sie blickte zu seinem Meister hoch, ihr Ausdruck streng. "Was zur Hölle machst du hier? Du brauchst eine Pause", sagte sie entschieden.
"Ich bleibe bei ihm." Skinner wischte mit einer müden Hand über seine Augen.
"Tust du nicht!" gab Elaine zurück. "Wann hast du zuletzt geschlafen?"
Skinner zuckte seine Schultern. "Ich muss ein Auge auf ihn haben, Elaine – falls er mich braucht", antwortete er. "Ich kann ohnehin nicht schlafen."
"Du kannst und du wirst." Elaines Ton duldete keinen Widerspruch.

Mulder öffnete überrascht seine Augen. Nie zuvor hatte er jemanden so mit seinem Meister reden hören. Skinner trat verlegen von einem Bein auf das andere und schlang seine Arme um seinen Körper, strahlte sein Unbehagen aus.
"Ich lasse ihn nicht allein", murmelte er. "Mir geht’s gut."
"Das ist nicht wahr. Du bist halbtot auf deinen Füßen – und so nützt du ihm nichts", gab Elaine zurück.
"Ich bin nicht sicher, ob ich ihm überhaupt sehr von Nutzen bin", antwortete Skinner, ließ sich auf das Bett fallen, als ob seine Beine unter ihm weggeschlagen worden wären. "Oder wie sonst konnte er so enden?" Sein Ton war bitter und verzweifelt. "Als ich ihn aufnahm, war er in Ordnung. Ich hätte ihn in Ruhe lassen sollen. Sieh ihn dir jetzt an." Skinner vergrub sein Gesicht in seinen Händen. "Ich habe es verdorben", murmelte er. "Ich dachte, ich würde ihm helfen, aber ich habe eindeutig keine Ahnung."
"Nonsens." Elaines Antwort kam barsch und punktgenau. "Du hast ihm das nicht angetan – er hat es sich selbst zugefügt. Er ist ein erwachsener Mann, Walter, fähig, seine eigenen Entscheidungen zu treffen."
"Er gehört mir. Ich nahm ihm seine Entscheidungen weg", zuckte Skinner seine Schultern. "Wie kann das irgendjemandes Schuld sein, außer meiner?"

Elaine sah wie ein Ball greller, strahlender Energie aus, als sie durch das Zimmer eilte und sich über seinen Meister beugte. Sie nahm Skinners Gesicht zwischen ihre Hände und starrte geradewegs in seine Augen.
"Walter – das war ein Unfall, der darauf wartete zu passieren. Es ist nicht deine Schuld. Tatsächlich glaube ich sicher, dass – falls Mulder nicht mit dir zusammen gewesen wäre – ihn das fertig gemacht hätte. Nur du hast ihn in den letzten paar Tagen weitermachen lassen – jeder konnte das sehen. Gib ihn jetzt auf und du wirst es wirklich vermasseln. Mach weiter, und ich bin überzeugt, du wirst Mulder zum Licht am Ende dieser Dunkelheit durchhelfen. Mit deiner Hilfe wird er überleben. Ohne dich – denke ich nicht, dass er es schaffen wird."
"Ich kann nicht mehr, Elaine", sagte Skinner, schüttelte seinen Kopf.

Mulders Herz erstarrte zu Eis. Endlich hatte Skinner genug von ihm. Er hatte ihn verbraucht, wie er all die anderen Tops verschlungen hatte und Skinner zog eine Grenze, weigerte sich, weiter zu machen. Verdammt, er wünschte, Skinner hätte ihn nicht dazu gebracht, sich zu sorgen. Wenigstens war er früher, während er von einem Top zum anderen jagte, in der Lage gewesen, raus zu kommen, wenn es soweit war. Das tat weh. Es schmerzte stärker als jede Qual in seinem Körper – es schmerzte auf die Art, der zu entkommen er sein ganzes Leben versucht hatte.

"Du hast keine Wahl", schnappte Elaine energisch. "Du hast ihn zu deinem Besitz gemacht und du wirst dich um das kümmern, was du begonnen hast. Du wärst nicht der Walter Skinner, den ich kenne, falls du das nicht zum Ende führst. Erinnerst du dich, worüber wir in dieser Nacht sprachen? Die Nacht, bevor du ihm deinen Vertrag angeboten hast? Erinnerst du dich, welche Ratschläge ich dir gab und was deine Hoffnungen und Träume für diese Beziehung waren? Du hattest deine Zweifel, ja, aber wir wissen beide, falls du nicht eingeschritten wärst, um Mulder vor sich selbst zu retten, hätte es jemand anderer getan – jemand, der ihn nicht liebt oder versteht oder sich um ihn sorgt. Jemand, der damit geendet hätte, ihn zu töten. Jemand wie Franklin. Nun, du bist erschöpft und du brauchst eine Pause. Falls du nicht schlafen kannst, gibt dir Perry ein paar Pillen. Aber du bleibst nicht in diesem Zimmer und sorgst dich zu Tode. Du wirst ins Gästezimmer gehen und dich ausruhen. Perry und ich kümmern uns um Mulder. Vertrau mir, dieser Junge geht nirgendwohin."
"Ich gehe auch nirgendwohin. Ich habe ihn fertig gemacht. Das mindeste, was er verdient, ist, dass ich hier bin, wenn er aufwacht, damit ich mich entschuldigen kann", meinte Skinner.

"Walter Skinner, es reicht!" fauchte Elaine in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete. "Ich möchte dich an etwas erinnern, Mister. Als Andrew starb, hat er dich mir vermacht. Würdest du ihm so widersprechen?"
Skinner zögerte, blinzelte überrascht. "Andrew würde nicht ...", begann er gebrochen.
"Andrew würde tun, was das beste für dich wäre. Das tue ich auch!" erklärte ihm Elaine. "Nun, wenn Andrew einen Befehl gab, bist du gesprungen. Du wirst das selbe für mich tun. Das Gästezimmer. Jetzt. Beweg dich!"

Skinners Gesicht zeigte eine Art Schock, der Mulder amüsiert hätte, wenn er gesund gewesen wäre. Der große Mann stand auf und schwankte einen Moment, drehte sich dann zur Tür um, einen Ausdruck sturer Entschlossenheit in seinem Gesicht. Mulder überraschte sich selbst, als er ein knurrendes Wimmern tief aus seiner Kehle losließ, und Skinner wandte sich zu dem Bett zurück.
"Geh einfach weiter, Walter", warnte Elaine grimmig und sein Meister zögerte, nickte dann und ließ sich von Perry aus dem Zimmer führen.

Elaine drehte sich zu Mulder um und kam rüber, setzte sich neben ihm auf das Bett.
"Ich weiß, du hast Schmerzen, Junge, er aber auch", sagte sie ihm in dem selben festen Ton. "Er wird zurückkommen – wenn er seine Batterien wieder aufgeladen hat und besser in der Lage ist, sich um deine Bedürfnisse zu kümmern."
Sie bewegte seinen Kopf, sodass er in ihrem Schoß ruhte, und streichelte sanft sein Haar. Er schloss seine Augen, entspannte sich.

"Ich kann mich immer noch an den Tag erinnern, als ich dich kennen lernte. Bloß lange, schlaksige Gliedmaßen und ein verrückter Charme, kombiniert mit diesem wilden, starrköpfigen Einschlag ... ich dachte, du würdest der Sub sein, nach dem ich mein Leben lang gesucht habe, aber ich erkannte bald, dass deine forschende Energie dich niemals zur Ruhe kommen lassen würde. Walter versteht dich viel besser als es je einer von uns geschafft hat. Er hat die Geduld und die Geschicklichkeit, mit dir fertig zu werden – und auch die Kraft. Ich denke nicht, dass du je verstanden hast, dass, was du tust, ist, deine eigene Stärke zu testen, ständig, gegen jeden. Um zu sehen, ob sie dagegen ankommen. Niemand von uns konnte es. Walter war der einzige, der alles ertrug, was du ihm hingeworfen hast, und er steht immer noch. Du hast deinen Ebenbürtigen gefunden, Mulder. Du wirst keinen besseren finden. Er wird dich auch hier durch bringen, wenn du ihn lässt."

Mulders Augen flatterten auf und er starrte sie neugierig an. Ihre blauen Augen waren lebendig vor ihrem goldenen Haar.
"Du und Walter hättet füreinander geschaffen sein können", sagte sie ihm. "Allerdings hast du ihm eine schwere Zeit bereitet. Er hat das erwartet, als er dich annahm, doch ich denke nicht, dass er sich so etwas vorgestellt hat. Für uns alle war klar, dass du außer Kontrolle gewirbelt bist. Er sagte mir, er könnte dir einen sicheren Spielplatz bieten zum Wirbeln und dich dann reinholen. Er wollte dich beschützen, aber ich denke, er wusste, dass du erst all die Qual aus dir rauswirbeln musstest, bevor du etwas anderes annehmen konntest.

Mulder, hör mir zu." Sie schubste ihn sanft. "Ergib dich ihm. Diesmal meine ich es ernst. Ich weiß, du denkst, du hast es zuvor schon gemacht, weil das jeder Sub immer denkt, doch normalerweise halten sie etwas zurück. Oft ist es nur eine kleine Sache, an die sie sich klammern und geheim halten, um ihnen das Gefühl zu geben, sie haben etwas Eigenes. Und indem sie das tun, leben sie eine Lüge. Sie halten zurück, was sie bereitwillig anbieten sollten, und verweigern sich dadurch so viel."

Mulder wusste, sie hatte recht. So sehr er sich auch einredete, dass er sich unterwarf, tief drin behielt er eine harte Schale um sein innerstes Selbst, um sich vor Schaden zu bewahren. Und es war diese Schale, die seinen Meister fern hielt, es für Skinner unmöglich machte, ihn wirklich zu kennen oder zu besitzen.

"Gib alles für ihn auf und er wird es dir auf mehr Arten vergüten, als du dir vorstellen kannst", wisperte Elaine, umarmte ihn fest. "Ich weiß, es ist nicht einfach, dein Leben vollkommen einem anderen zu überlassen, ihm zu vertrauen zu tun, was das Beste ist, aber das brauchst du gerade jetzt. Walter weiß, wie schwer es ist – er hat all das mit Andrew durchgemacht, und ich kannte keinen Mann mit mehr Wällen um sein Herz als Walter", kicherte sie. "Andrew ging so brillant mit ihm um – er war zielbewusst, strikt und liebevoll und er brachte Walter dazu, sich zu ergeben. Langsam, sicher, über Monate und Monate harter Arbeit. Walter versuchte, das selbe mit dir zu machen – mit einigem Erfolg, glaube ich, doch das ist deine Krise, Mulder. Dein Knackpunkt. Walter bringt dich dazu, dich Problemen zu stellen, denen du dein ganzes Leben lang ausgewichen bist. Wenn du jetzt nicht alles für Walter aufgibst, bin ich nicht sicher, ob du jemals wieder die selbe Gelegenheit bekommst. Vertrau mir, mein Lieber. Bitte."

Wieder schloss Mulder seine Augen, ihre Worte wiederholten sich endlos in seinem Geist. Er wollte es. Er wollte das mehr als alles in der Welt, bezweifelte jedoch seine Fähigkeit, es zu tun. Er war sicher, falls sein Meister sah, was er wirklich war und wusste, was er tatsächlich in seinem Inneren war, würde er aufhören, seinen Sklaven zu lieben. Das war es, wovor er immer Angst gehabt hatte – seine eigene Schwäche.

Die nächsten Tage vergingen wie im Nebel. Mulder war sich bewusst, was er sich angetan hatte, konnte jedoch nicht ertragen, darüber nachzudenken. Er konnte sich kaum erinnern, warum er es getan hatte, oder was in ihm vorgegangen war, als er in sich schnitt.

Während seines anfänglichen Erholungsprozesses bekam Mulder seinen Meister nicht zu Gesicht. Elaine, Perry oder Ian fütterten ihn. Perry kümmerte sich um seine Medikamente, Elaine und Ian pflegten ihn im Großen und Ganzen. Er erhielt einen Besuch von Scully, konnte jedoch mit ihren freundlichen, besorgten, blauen Augen nicht umgehen. Er wusste, sie gab Skinner die Schuld für seine derzeitige Krise und hatte nicht die Energie oder die Worte zu erklären, dass es nicht um seinen Meister ging oder seine Sexualität, sondern dass die Wurzeln viel tiefer gingen. Letztendlich hatte er sie gebeten, ihn nicht wieder zu besuchen – er hatte Angst, etwas zu sagen, was er bedauern würde, auf die Art, wie er es mit seiner Mutter getan hatte. Von Zeit zu Zeit fragte er nach seinem Meister, aber jedes Mal wurde ihm entschieden erklärt, dass Skinner nicht verfügbar wäre.

Am dritten Tag erwachte Mulder und erkannte, dass seine Armee aus Pflegern verschwunden war. Er setzte sich verwirrt auf, dachte, er wäre allein – und entdeckte Skinner am Fenster stehend, hinaus blickend.
"Ich bin froh, dass Sie zurückgekommen sind. Ich dachte ..." Mulder zuckte seine Schultern.
"Dass ich gegangen wäre? Dass ich mit dir fertig wäre?"

Skinner drehte sich um und Mulder fand keine Ermutigung in des anderen Mannes Gesicht.
"Ich war sehr nahe dran, Fox. Elaine drehte mich um, aber für eine Weile war es riskant. Ich benötigte etwas Raum um herauszufinden, was ich als nächstes tun sollte."
"Und haben Sie eine Entscheidung getroffen?"
"Ja. Habe ich." Skinners Gesicht war so ernst, dass Mulder einen Schauder seine Wirbelsäule hinauf kriechen spürte.
"Sie nehmen meinen Vertrag weg", flüsterte er.
Skinner wedelte seine Hand in einer Geste der Oberflächlichkeit. "Verträge sind nicht wichtig. Waren sie nie, außer um der Essenz dessen, was uns aneinander bindet, eine solide Form zu geben."
"Was ist dann wichtig?" wollte Mulder wissen.
"Fox Mulder. Walter Skinner. Zwei Menschen, die einige schwere Entscheidungen über ihre Zukunft treffen müssen."

Skinner kam zum Bett rüber und setzte sich.
"Was ist mit meiner Mom?" Mulder errötete, als er sich erinnerte, was er zu seiner Mutter gesagt hatte, doch er wusste während er sprach, dass er absichtlich das Thema wechselte, um die Probleme zu vermeiden, die Skinner diskutieren wollte.
"Ich habe mit ihr gesprochen – sie ist fassungslos, natürlich, aber sie versteht, dass du nicht du selbst warst." Skinner verstummte, hob dann seine Schultern. "Das war alles, was ich sagen konnte. Vielleicht war es nicht einmal die Wahrheit. Ich bin nicht sicher."

"Haben Sie je herausgefunden, warum sie sie hier rauf ließen?"
"Offensichtlich ...", Skinner streckte sich und Mulder hörte eine von Skinners Schultern ein deutliches Krachen von sich geben, "... erwarteten sie einen Besucher für dieses Apartment – Perry, erinnerst du dich? Wie auch immer, in der Zwischenzeit hatten sie einen Schichtwechsel und der Pförtner winkte deine Mom durch, ohne ihren Namen zu überprüfen. Kleine, grauhaarige, alte Damen werden scheinbar nicht als Sicherheitsrisiko betrachtet. Ich denke nicht, dass das ein Fehler ist, der noch einmal passieren wird", fügte Skinner hinzu und Mulder lachte beinahe wegen seines Meisters Untertreibung.
Er war ziemlich sicher, dass Skinner der Sicherheitsabteilung des Apartmenthauses eine Abreibung verpasst hatte, die sogar Agent Mulders zahlreiche Strafpredigten aussehen ließen, wie einen Spaziergang im Park.

Für einen Moment herrschte Stille, dann legte Skinner vorsichtig seine Fingerspitze auf den Verband auf Mulders Brust.
"Warum hast du das getan, Fox?" fragte er. "Hatte es etwas mit deiner Mutter zu tun? Sagte sie etwas? Löste sie eine Reaktion aus? Lass mich verstehen, warum du dich geschnitten hast, Fox."
"Keine Ahnung", zuckte Mulder seine Schultern.
"Doch, du weißt es – und bis du das mit mir teilst, können wir nicht weitermachen."

Mulder blickte scharf auf. "Sie beenden es also?" fragte er.
"Nein. Das machst du. Es hängt von dir ab. Ich habe zu arbeiten, Fox. Falls du mit mir sprechen willst, bin ich unten in meinem Büro. Falls nicht", er hob seine Schultern. "Tja, dann ist es vorbei. Wenn du mich willst, wirst du zu mir kommen müssen – und wenn du das tust, sei bereit zu reden. Du kannst gut laufen – du kannst ins Badezimmer gehen und dir auch etwas zu essen machen. Ich trete einen Schritt zurück. Ich bin hier, falls du mich brauchst, aber es liegt an dir, zu kommen und um Hilfe zu bitten. Ich werde nie aufhören, dich zu lieben, aber ich kann nicht weiterhin vermuten, was in deinem Kopf vorgeht."
Er beugte sich runter und küsste seines Sklaven Stirn, verließ danach das Zimmer ohne einen Blick zurück.

Mulder drehte sich auf seine Seite, zog seine Knie an seine Brust hoch und lag blicklos ins Leere starrend da. Kurze Zeit später schloss sich ihm eine kleine, pelzige Gestalt an, die sich unter sein Kinn schmiegte und ihn mit unkritischen gelb-grünen Augen betrachtete.
"Verzieh dich, Wanda", murmelte Mulder und sie stieß ein unsicheres Schnurren aus, rieb ihr Gesicht unter sein Kinn, kuschelte sich dann in seine Arme. Er starrte sie lange Zeit böse an, sie schien jedoch davon unbeeindruckt.

Endlich schlang Mulder seine Arme um sie und vergrub sein Gesicht in ihrem weichen, goldenen Fell. Wanda ergab sich ohne Klage, ihre Augen strahlten voller Mitgefühl wegen seiner Verzweiflung, während sie sich noch näher ankuschelte. Sie war das Weichste, was er je berührt hatte und ihr Fell war plüschig und dick unter seinem Kinn.

Mulder klammerte sich, wie es schien, stundenlang an ihr fest. Während dieses langen, dunklen Tages war sie seine einzige Gesellschaft und Trost. Schließlich schlief er ein, sein langer Körper um ihren kleinen, zarten zusammengerollt, ihr Kinn auf seiner Schulter ruhend und ihre Schnurrhaare sein Ohr kitzelnd.

Mulder sah seinen Meister während des Tages nicht wieder. Er aß auch nichts, doch seinem Meister schien es gleichgültig zu sein, ob sein Sklave aß oder nicht und er zwang ihn nicht dazu. Mulder war beinahe dankbar für die Zeit allein, lediglich Wanda als Gesellschaft.

Um elf Uhr kam Skinner zum Schlafzimmer zurück und steckte seinen Kopf durch die Türöffnung.
"Gute Nacht, Fox", sagte er, der schwächste Hinweis eines Lächelns zupfte an seinen Lippen, als er Wanda zusammengerollt in seines Sklaven Armen sah.
Er wandte sich zum Gehen und Mulder setzte sich auf.
"Sir? Schlafen Sie nicht hier?" fragte er.
"Nein, Fox, tue ich nicht", antwortete Skinner, drehte sich zurück. "Schlaf gut. Ich sehe dich morgen. Ich bin am anderen Ende des Flurs im Gästezimmer – falls du mich willst, komm einfach rüber. Du kannst mich wecken, wann immer du willst, aber wenn du es tust, sei bereit zu reden." Er warf seinem Sklaven einen bedeutungsvollen Blick zu. "Deine Schmerz-Tabletten stehen neben dem Bett, falls du sie brauchst – es liegt allerdings bei dir."
Er zuckte seine Schultern und verließ das Zimmer.

Mulder fühlte sich einsamer als je zuvor, nachdem sein Meister verschwunden war und er nahm Wanda in seine Arme, hielt sie an sich gedrückt. Enthusiastisch rieb sie ihr Gesicht gegen seines, schnurrte ekstatisch.
"Markierst du mich mit deinem Duft?" beschuldigte er sie. "Markierst mich als deinen Besitz?"
Sie blinzelte ihn an und er hätte schwören können, dass sie lächelte.
"Lächle nur, kleine Missy", schimpfte er. "Weißt du, ich sah einmal eine Dokumentation darüber, Wanda. Du hast all diese Duftdrüsen an deinen Wangen ...", er streichelte zärtlich ihre pelzige Wange, "... und wenn du sie an Dingen reibst, markierst du sie mit deinem Duft. Wir einfachen Menschen können das natürlich nicht riechen, aber andere Katzen können es. So, falls jetzt eine andere Katze hier wäre, würde sie wissen, dass ich dir gehöre – und das ist genau das, was du willst, stimmt’s?"
Ihre einzige Antwort bestand darin, noch lauter zu schnurren. Offensichtlich genoss sie die Aufmerksamkeit, so ernsthaft angesprochen zu werden. Dann rieb sie erneut ihr Gesicht gegen sein Kinn.

Mulder lächelte und legte sich auf das Bett zurück, nahm sie mit. Er war so müde. Er wusste nicht mehr, was tun oder denken. Er war jenseits von Tränen, jenseits von allem außer auf dem Bett zu liegen, diesen soliden Klumpen felinen Trostes neben ihm zu streicheln.
"Weißt du, ich kann verstehen, warum Elaine dich ihm nach Andrews Tod gegeben hat", murmelte er, kratzte teilnahmslos hinter ihren Ohren.
Ihr Schnurren erhöhte sich um ein Dezibel und sie kuschelte sich noch enger an ihn.

"Ich habe dich nie wirklich gehasst, Wanda", seufzte er. "Na schön, vielleicht nur ein bisschen – ganz am Anfang. Ich beneidete dich eher um deinen Platz in seiner Zuneigung, und es ist leicht verständlich, warum er dich anbetet. Weißt du, ich denke, ich tue es auch. Ich denke ...", grübelte er, wendete seine Aufmerksamkeit der Unterseite ihres Kinns zu, "... dass ich gerade zu deinem zweiten Sklaven geworden bin."
Ihr zufriedenes Trillern bewies ihm, sie war erfreut, dass er endlich vernünftig geworden war – nicht, dass sie das für einen Moment bezweifelt hatte.
"Verrat ihm nicht, dass ich das gesagt habe, Wanda", flüsterte er. "Es besteht kein Grund, warum er wissen sollte, dass wir Frieden geschlossen haben. Kein Grund, warum er etwas wissen sollte, irgend etwas ... außer, dass ich es ihm wirklich erzählen will." Er sah in ihre hellen Augen hinunter, strahlend in der Dunkelheit des Zimmers, und lächelte erneut, ein kleines, trauriges Lächeln. "Ich will es", versicherte er. "Ich will es ganz ehrlich. Ich bin nur nicht sicher, ob ich es kann."

Mulder war wach, als Skinner am nächsten Tag nach ihm sah. Wanda lag immer noch in seine Arme gewickelt, obwohl Mulder annahm, sie musste sich in der Nacht bewegt haben, um zu fressen und ihre Katzentoilette zu benutzen.
"Guten Morgen, Fox", sagte Skinner in einem formellen, höflichen Ton, der Mulders Herz brach. "Wie geht es dir heute?"
"Fein. Falls es Sie interessiert."

Mulder zog ein Kissen über seinen Kopf. Er wusste, er benahm sich schlecht, konnte es jedoch nicht über sich bringen, die Stille zu durchbrechen, die zwischen ihnen gewachsen war.
"Es interessiert mich. Sehr sogar", antwortete Skinner, öffnete die Vorhänge und ließ Tageslicht ein.
"Was auch immer", murmelte Mulder in sein Kissen.
"Ich werde dich allein lassen. Falls du mich willst, ich bin in meinem Büro", sagte Skinner knapp.
"Bleiben Sie."

Die Worte entkamen Mulders Lippen trotz seiner festen Absicht, sie nicht auszusprechen. Skinner stoppte und drehte sich zurück.
"Ich kann nicht. Du kennst meine Bedingungen, Kleiner."
Skinner pflanzte einen Kuss auf Mulders Stirn, bewegte sich dann weg.
"Sie wissen nicht ... wie verdammt schwer das ist. Sie haben keine Ahnung ...", würgte Mulder zusammenhanglos. "Ich war bloß ein Kind."
"Ich weiß." Skinner blieb bei der Tür stehen.
"Ich habe all das schon mit diesen Konsortium-Bastarden durchgemacht!" explodierte Mulder. "Die endlosen Fragen, meine Gedärme auskotzen, ihnen alles erzählen und wofür? Ich habe all das durchgestanden für nichts und ich will das nicht noch einmal tun. Es ist vorbei. Ich bin darüber hinweg."
"Nein, bist du nicht", zuckte Skinner seine Schultern, "und du wirst es nicht sein, bis du es loslässt. Wenn du dich nicht damit beschäftigst, warum du dich selbst verstümmelt hast, kann ich dir nicht helfen."
"Sie verstehen nicht!" schnappte Mulder, kämpfte gegen eine Erinnerung seines sterilen Raumes in diesem Konsortium-Sanatorium.

Er hatte eine Vision seines zwölf Jahre alten Gesichts, blass, hager und verängstigt, reflektiert in der glänzenden Oberfläche des rostfreien Stahlbeckens, in das er jede Nacht seine Gedärme gespuckt hatte, nach einem weiteren Tag der Beantwortung ihrer endlosen Fragen. Er hatte seine Mutter vermisst und seinen Vater. Und vor allem hatte er seine Schwester vermisst. Er vermisste sie immer noch.

Skinner starrte ihn einen Moment an und verließ dann das Zimmer. Mulder warf sich auf das Bett zurück, wusste, dass er es endgültig vernichtet hatte, ein für allemal. Er war überrascht, als der große Mann ein paar Minuten später zurückkehrte, eine gerahmte Fotografie hielt. Skinner warf sie neben Mulder auf das Bett und setzte sich. Mulder blickte auf das Bild und sah eine Reihe strahlender, frisch rasierter, junger Marines.
"Das war Jamie Sullivan – er konnte die Melodie von Yankee Doodle Dandy furzen." Skinner zeigte auf einen blonden Jungen mit einem Sommersprossen-Gesicht. "Und das war Luke Larraby – wir machten immer Witze, dass er den Namen eines Filmstars trug und das passende Aussehen hatte." Er wies auf einen dunklen, erstaunlich gut aussehenden Jüngling. "Das war mein CO, Marco. Er stammte aus einer italienischen Familie, gut mit Kindern – und den Ladies. Er war ein netter Kerl. Wir hätten alles für ihn getan. Ich habe ihn wie einen Helden verehrt. Das", seine Stimme wurde weich, "war Jack."

Mulder starrte auf den jungen Mann, auf den Skinner zeigte. Er sah nicht außergewöhnlich aus, hatte jedoch langes Haar, wie ein Spanier, und strahlende, glückliche Augen.

"Sie alle starben am 12. Februar 1971. Jeder einzelne. Also erzähl mir nicht, dass ich nicht verstehe, oder dass ich es nicht kann, weil ich auch die Menschen, die ich liebte, verlor, als ich nur ein Kind war."
Skinner erhob sich und verließ nach einem letzten Blick auf seinen Sklaven den Raum.

Mulder saß einen Moment da, betrachtete die Fotografie. Unweigerlich fand er die dunklen, ernsten Augen seines Meisters, die über die Jahre zu ihm zurückstarrten. Er strich seine Finger über Skinners Gesicht, fand in dem Jungen die Essenz des Mannes, den er lieben gelernt hatte. Skinner war achtzehn Jahre alt gewesen, als er seine Kameraden verlor. Mulder war neun gewesen, lebte ein sorgloses Leben in Chilmark, rannte mit seiner kleinen Schwester herum, während ein Mann, den er noch nicht kannte, in einem fremden Land um sein Leben kämpfte.

Mulder legte sich auf das Bett zurück und starrte an die Decke, eine Hand hielt geistesabwesend das Foto. Er fühlte sich zu müde und betäubt, um sich zu bewegen. Er wollte alles seinem Meister überlassen, endlich auch die letzte schlechte Erinnerung aufgeben, jeden einzelnen Moment der Schwäche und Unzulänglichkeit, um sie seinem Meister wie ein ganz schlechtes Geschenk zu übergeben. Doch er war nicht mal sicher, dass er irgendwelche Antworten hatte. Skinner schien etwas zu erwarten, das erklären würde, was geschehen war, und Mulder wusste nicht, ob das klar war.

Er lag – wie es sich anfühlte – eine Ewigkeit auf dem Bett, starrte ins Leere. Sein bewegtes Leben blitzte vor ihm in Episoden und Sprüngen. Er erinnerte sich, dass sein Vater ihm im Garten ein Nest mit Babyvögeln gezeigt hatte, als er sechs war. Er konnte seine kleine Schwester vor seinem geistigen Auge sehen, sie wurde auf einer Schaukel im Garten angestoßen. Und der lange, leere Winter nach ihrem Verschwinden, als seine gesamte Welt aus dem lautlosen Schluchzen seiner Mutter bestand und seines Vaters kaum unterdrücktem Zorn. Er war es so müde, das Gewicht dieser Last zu tragen. Es war so lange her und er hatte nicht erkannt, wie müde er war. Er dachte an Skinner, seinen großen, Macho-Meister, der nach dem Tod seiner Frau außer Kontrolle wirbelte, verzweifelt und allein auf Andrew Linkers Türschwelle endete. Sein Meister war stark genug gewesen, um schwach zu sein.

Mulder fand sich in Bewegung, als ob er träumen würde. Sein Körper schien ihm nicht zu gehören und bewegte sich aus eigenem Antrieb, langsam, zittrig, aus der Tür und zur Treppe. Er hielt sich am Handlauf fest, während er langsam hinunter stieg, schwindlig nach den Ereignissen der letzten Tage und wegen seiner Weigerung zu essen. Er wanderte den Flur entlang wie ein Zombie, pausierte vor seines Meisters Büro, seine Hand zum Klopfen erhoben, und erstarrte.

Er erkannte, er konnte den letzten Schritt nicht machen, und setzte sich zitternd vor der Tür hin, seine Arme um seine Knie geklammert.

Er hatte eine Erinnerung an sich selbst, sechs oder sieben Jahre alt, unfähig, wegen der Alpträume zu schlafen. Er saß vor dem Wohnzimmer, in dem seine Eltern fernsahen. Er war zu ängstlich gewesen, ihnen zu sagen, dass er Angst vor der Dunkelheit hatte, und hatte sich vor der Tür in den Flur gesetzt, dem Ton des Fernsehers gelauscht, bis er sich schließlich beruhigt genug gefühlt hatte, wieder ins Bett zu gehen. Sie hatten nicht mal gewusst, dass er da gewesen war.

Er konnte seinen Meister in dem Büro hören, Papiere herumbewegen und gelegentlich aufstehen. Es fühlte sich gut an, zu wissen, dass er Skinner so nahe war, ohne sich dem anderen Mann tatsächlich stellen zu müssen. Mulder vergrub sein Gesicht in seinen Knien und verschwand erneut in den Erinnerungen.

Er war dreizehn und es war Samanthas Geburtstag. Der erste Geburtstag nach ihrem Verschwinden. Seine Mutter saß trotz des eiskalten Wetters in einem Schaukelstuhl auf der vorderen Veranda. Sie saß bloß da, wartend. Sie hatte sich überzeugt, dass ihr kleines Mädchen an ihrem Geburtstag zurückkehren würde, und sie saß dort draußen, schaukelte vor und zurück, hielt eine lange, stumme, liebevolle Wache. Mulder wartete im Haus, sein Atem beschlug das Fensterglas, während er seine Mutter beobachtete. Als die Dunkelheit hereinbrach, gab sie schließlich auf und kehrte ins Haus zurück, bewegte sich wie eine alte Frau. Als er in ihre Augen blickte, wusste er, dass etwas in ihr an diesem Tag gestorben war ...

Die Türe öffnete sich und Mulder sah auf, aus seiner Erinnerung geschreckt. Skinner stolperte fast über seinen Sklaven und murmelte unterdrückt. Er betrachtete Mulder einen Moment genau, wandte sich dann betont in die Richtung der Küche, ignorierte den Mann, der vor seiner Tür saß. Mulder starrte seinem Meister nach, zu festgefroren, um sich zu bewegen. Er fühlte sich, als ob er bei etwas Verbotenem erwischt worden wäre.

Ein paar Minuten später kam Skinner zurück, hielt zwei Kaffeebecher. Er sagte kein Wort zu Mulder, schloss aber auch nicht die Tür, als er in sein Büro ging. Stattdessen ließ er sie angelehnt.

Mulder schauderte unwillkürlich. Er fühlte sich dämlich, hier zu sitzen. Skinner wusste, dass er hier war. Hinter dieser verlockenden, offenen Tür war der einzige Mensch, der ihm im Moment helfen konnte. Sein Meister war so nahe – und war dennoch nie unerreichbarer erschienen. Mulder schluckte hart, schubste die Tür auf und hockte eine Sekunde auf der Schwelle, weder im Raum, noch außerhalb, immer noch unentschlossen. Sein Meister blickte auf – und lächelte.
"Warum kommst du nicht rein?" sagte Skinner sanft.

Mulder zögerte. Er wollte es. Sich an der Tür festhaltend, machte er einen Schritt vorwärts – und stand im Zimmer. Sein Meister lächelte ihn an und Mulder stoppte, eine Hand immer noch an der Tür, als ob er unsicher wäre, ob er bleiben oder fliehen sollte. Skinner nahm einen der Kaffeebecher und stellte ihn auf die Ecke des Schreibtisches, die seinem Sklaven am nächsten war, wendete sich dann wieder seiner Arbeit zu, ignorierte seinen Sklaven.

Der Duft des Kaffees war verlockend. Mulder schob sich zum Schreibtisch, griff nach dem Becher und schluckte seinen Inhalt. Skinner sah nicht einmal auf. Das Getränk wärmte ihn und Mulder begann, sich zu entspannen. Lange Zeit stand er da, dann kroch er langsam, wie ein wildes Tier, das verstohlen nach Futter suchte, hinüber, wo sein Meister hinter dem Schreibtisch saß. Skinner bewegte sich nicht, sagte kein Wort, während sein Sklave die Position fand, die er so sehr liebte – zu seines Meisters Füßen kniend, sein Kinn auf des anderen Mannes Knie ruhend.

Mulder spürte die Anspannung anfangen, seinen Körper zu verlassen. Der schwierige Teil war vorüber. Er hatte es geschafft, hierher zu kommen. Er döste einen Moment, beruhigt, weil er nur in der Nähe seines Meisters war.

Ein paar Minuten später strich seines Meisters Hand über sein Haar ... ruhte dann auf seinem Kopf, streichelte sanft. Mulder stieß ein zufriedenes Seufzen aus und schloss erneut seine Augen, genoss das Gefühl der Hand seines Meisters, die sein Haar glattstrich.

"Wir standen uns sehr nah", sagte Mulder plötzlich, seine Stimme klang zu laut in dem stillen Zimmer.
Sein Meister gab keine Antwort.
"Nachdem Samantha entführt wurde – nicht so sehr davor. Aber danach ... ich war alles, was sie hatte. Dad war so oft weg und er war immer so wütend, obwohl ich nie wusste, warum. So war er nie, bevor sie entführt wurde. Jahrelang waren es bloß Mom und ich, allein in diesem großen Haus, und sie brauchte mich. Sie war so traurig. Wenn Sie sie hätten sehen können – sie veränderte sich praktisch über Nacht. Vielleicht wir alle. Manchmal sehe ich Familien im Fernsehen, wenn ein kleines Mädchen vermisst wird. Die Mom sieht immer aus, wie meine Mom aussah. Sie sind so stark und immer überzeugt, dass ihr kleines Mädchen noch am Leben ist. Aber dann vergehen die Tage und sie finden sie nicht und man weiß einfach, dass bald eine kleine Leiche auftauchen wird ..."

Mulder verlor sich, atmete tief durch und machte weiter.
"Aber sie sind immer noch da, klammern sich an einen dünnen Faden der Hoffnung und wer zur Hölle kann sie dafür verantwortlich machen? In Samanthas Fall tauchte keine Leiche auf – wir waren bloß einer endlosen Vorhölle ausgeliefert. Wann immer wir gemeinsam unterwegs waren, taten wir das selbe – unsere Köpfe drehen und jedem kleinen Mädchen folgen, das wie Samantha aussah, in der Hoffnung, sie einfach in der Menschenmenge zu sehen. Einmal folgte Mom einer Familie nach Hause, überzeugt, dass ihr kleines, dunkelhaariges Mädchen Samantha wäre.

Sie wurde ein bisschen verrückt. Jeder wäre das geworden nach diesen Monaten. Es treibt dich in den Wahnsinn. Dad war nie da und ich kümmerte mich um sie. Der Doktor gab ihr ein paar Pillen und ich sorgte dafür, dass sie sie nahm. Ich steckte sie in der Nacht ins Bett und versuchte, sie dazu zu bringen, etwas zu essen. Ich weiß nicht, wie lange es dauerte, aber es schien Jahre anzuhalten."

Er starrte einen Moment ins Leere und war überrascht, seines Meisters Stimme zu hören – er hatte beinahe vergessen, dass er Publikum hatte.
"Du warst nur ein Kind. Du hättest nicht der Erwachsene sein sollen, derjenige, der sich um alles kümmert", meinte Skinner leise.
"Nein, aber da war sonst niemand und Sie wissen schon, das ist eben, was man tut", zuckte Mulder seine Schultern. "Ich liebte sie so sehr und für eine Weile hatte ich Angst, dass sie auch entführt würde. Ich war paranoid, wenn sie spät heimkam. Wenn ich nach Hause kam, nachdem sie ins Bett gegangen war, sah ich immer in ihr Zimmer und überprüfte, dass sie da war. Ich dachte, sie wäre entführt worden, wie Sam. Mom erholte sich."

Er hob seinen Kopf und sah seinen Meister zum ersten Mal an. Skinner hatte aufgehört zu arbeiten und lauschte sorgfältig. Er nickte Mulder zu fortzufahren.
"Sie war nur eine kurze Zeit verrückt, aber traurig war sie viel länger. Ich denke allerdings nicht, dass das jemals ganz verschwindet. Unterschwellig ist sie immer noch traurig. Sie hat das nie überwunden. Vielleicht schafft man das einfach nicht. Ich bin nicht überrascht, dass sie sich scheiden ließen. Dad war einfach nicht für sie da, als sie ihn am dringendsten brauchte."
"Du aber schon." Skinner strich seine Finger zärtlich die Seite des Gesichts seines Sklaven entlang.
"Ja. Ich schon. Ich liebte sie. Ich verbrachte meine Wochenenden, indem ich auf meinem Fahrrad die Gegend durchstreifte und nach Samantha suchte. Ich hatte diese Fantasie, dass ich Sam finden und sie heimbringen würde und dass meine Mutter so glücklich sein würde. Ich glaube, die meisten Menschen entwachsen ihren Kindheitsfantasien." Mulder pausierte und hob seine Schultern. "Aber ich bin das nie", setzte er fast lautlos nach. "Ja, ich wollte Samantha für mich finden, doch mehr als das – ich wollte sie für meine Mutter finden und konnte es nicht."

"Hat sie dich je darum gebeten?" fragte Skinner sanft, seine Hand umfasste immer noch Mulders Gesicht.
Mulder runzelte seine Stirn. "Nein ... das musste sie nicht. Ich wollte das für sie machen."
"Und du hast es versucht. Niemand hätte sich mehr bemühen können als du." Skinners Ton war beharrlich.
"Aber ich habe versagt ...", warf Mulder ein.
"Doch du hast es versucht", wiederholte Skinner. "Und vielleicht musst du jetzt loslassen, Fox. Vielleicht musst du jetzt für dich leben und nicht für deine Mutter, oder Samantha."
"Keine Ahnung." Mulder senkte seinen Kopf.
"Ich weiß es", sagte Skinner fest. "Was nützt es deiner Mutter oder Samantha, wenn du auf der Suche nach deiner Schwester stirbst? Ich sage dir nicht, du sollst sie aufgeben – lass sie nur los."
"Ich bin nicht sicher, ob ich den Unterschied kenne." Mulder brachte ein verwirrtes Lächeln zustande.
"Ich werde ihn dir zeigen. Wir sind noch nicht über den Berg, Fox, aber ich bin verdammt stolz auf dich, weil du so weit gekommen bist."

Skinner wickelte seine Arme um seinen Sklaven und Mulder legte seinen Kopf auf seines Meisters Schulter, erleichtert und glücklich, Erinnerungen geteilt zu haben, über die er nie zuvor in seinem Leben mit jemandem gesprochen hatte. Diese lange, dunkle Zeit nach dem Verschwinden seiner Schwester, die Abhängigkeit seiner Mutter von ihm für alles, während sie langsam und still auseinander fiel, war eine, die er in den Hintergrund seines Geistes verbannt hatte – zu qualvoll, um sie noch einmal zu erleben.
"Ich lebte so lange damit, dass ich dachte, ich wäre damit fertig geworden, aber es tut immer noch weh."

Sein Körper wurde von einem stummen Schmerzanfall durchgeschüttelt. Seine Augen waren trocken, doch sein Körper klappte gegen seines Meisters breite Brust zusammen und er hielt sich fest, bis der Anfall verging.
"Ich weiß."

Sein Meister hielt ihn an sich gedrückt, seine großen Arme solide und warm, beschützte seinen Sklaven und Mulder wusste ohne den Schatten eines Zweifels, dass er nach vielen Jahren Wandern in der Wildnis endlich nach Hause gekommen war.

"So, als deine Mutter hier auftauchte ..."
Skinner schob seinen Sklaven zurück und betrachtete ihn durchdringend.
Mulder schluckte und seine Hand wanderte unbewusst zu dem Pflaster auf seiner Brust.
"Es ist nur, ich will sie glücklich machen und weiß, dass ich das nicht tue. Ich könnte nicht ertragen, wenn sie mich so sehen würde ... nur noch etwas, worum sie sich Sorgen macht. Ich benahm mich wie ein Idiot, als ich in Seattle wegrannte, und die Leute, die ich liebe – Sie, Scully, meine Mutter, machen sich solche Sorgen. Ich nehme an ... dass meine Narbe ein Fokus für meine ganze Wut, Ablehnung und Selbsthass war. Ich weiß, ich hätte es nicht tun sollen, aber ich habe nicht vernünftig nachgedacht."

Den Rest sprach er nicht aus – dass er bezweifelte, sein Meister würde je wieder Liebe mit seinem entstellten Sklaven machen. Auch das hatte in seinem Unterbewusstsein genagt, als er diese Rasierklinge in seine Brust stieß.

"Okay. Die Antwort ist gut genug für mich." Skinner presste seine Lippen gegen seines Sklaven Stirn. "Wenn du dich das nächste Mal danach fühlst, warte, bis du mit mir sprechen kannst – okay?"
"Ist das ein Befehl, Sir?" Mulder schaffte ein schwaches Lächeln.
"Ja, das ist es ganz bestimmt." Auch Skinner brachte ein halbherziges Lächeln zustande.
"Ich bin froh, dass Sie die wieder erteilen. Ich habe nicht bemerkt, wie sehr ich sie vermisste, bis Sie damit aufhörten", gestand Mulder.
"Du gewöhnst dich besser wieder daran, Junge", warnte Skinner. "Ich werde dich zwingen, viel weiter als das zu gehen und ich werde den ganzen Weg an deiner Seite sein."
Mulder blickte fragend auf, doch Skinner schüttelte seinen Kopf.
"Eines nach dem anderen. Gerade jetzt denke ich, du musst gefüttert werden."
"Ich bin nicht ...", begann Mulder automatisch.
Skinner stoppte ihn mit einem Blick. "Ich habe wieder das Sagen, Junge, und wenn ich sage, du isst, dann isst du. Wann hast du überhaupt das letzte Mal gegessen?"
"Ich bin nicht sicher, ob ich mich erinnern kann", zuckte Mulder verlegen seine Schultern.
"Na schön, du kennst meine erste Regel – keiner meiner Sklaven bleibt hungrig. Ich werde dir das größte Frühstück kochen, das du je hattest."
"Es ist fast acht Uhr abends", wies Mulder hin.
"Widersprichst du mir, Junge?" fragte Skinner mit einer gefährlich gehobenen Augenbraue. "Dein Hintern wird von meiner Hand nicht verschont, weißt du."
"Nein, Sir", grinste Mulder. "Frühstück ist völlig in Ordnung."
"Komm her."

Skinner erhob sich und zog seinen Sklaven auf seine Füße, presste dann unerwartet seine Lippen auf Mulders Mund und deponierte einen sanften, warmen, liebevollen Kuss. "Ich liebe dich, Kleiner. Vergiss das nie", meinte Skinner in verdächtig heiserem Ton.
"Nein, Sir", würgte er.
"Gut. Zeit zum essen."
Skinner schritt entschlossen zur Tür, drehte dabei sein Gesicht zur Seite, doch Mulder sah, dass er den Ärmel seines Henley über seine Augen wischte, als er das Zimmer verließ.

Zu seiner Überraschung fand Mulder heraus, dass er am Verhungern war, als er sich vor der riesigen Mahlzeit niederließ, die Skinner zubereitet hatte. Er aß sich seinen Weg durch einen Teller nach dem anderen, gefüllt mit Blaubeer-Pfannkuchen, Muffins und Waffeln, bis sein gefüllter Bauch protestierte. Sein Meister saß da und beobachtete mit amüsiertem Gesichtsaudruck, wie sein Sklave sein Frühstück vernichtete, doch Mulder merkte es kaum, so vertieft war er, seinen vernachlässigten Körper zu füttern.

Er kam zu einem plötzlichen Halt, sich bewusst, dass er bis zur Halskrause vollgestopft war, und setzte sich mit einem Seufzen in seinem Stuhl zurück.
"Sind wir fertig?" Skinner hob eine Augenbraue zu den Überresten auf dem Tisch.
"Ich denke, das sind wir, ja!" grinste Mulder, streckte sich und strich mit seiner Hand über seinen geschwollenen Bauch.
"Gut. Zeit für’s Bett." Skinner stand auf.
"Ahm ... werden Sie ... das heißt, wollen Sie Ihr Zimmer zurück?" fragte Mulder unsicher. "Ich meine, ich kann wieder in mein Zimmer im oberen Apartment gehen, wenn Sie das wollen."

Skinner sah ihn nachdenklich an und Mulder errötete.
"Es tut mir leid, Sir. Es ist nur, ich bin nicht sicher, wo wir jetzt stehen. Sind wir wieder da, wo wir davor waren ..." Er gestikulierte zu dem Verband auf seiner Brust. "Ich meine, ich möchte immer noch mein Halsband zurück, Sir, und ich möchte auch das Recht verdienen, Sie wieder Meister zu nennen. Diese beiden Dinge sind alles, was ich will, Sir. Das hat sich nicht verändert. Ich werde alles tun, was nötig ist", sagte er ernst.
"Ich bin erfreut, das zu hören", antwortete Skinner. "Fox, die nächsten paar Tage werden vielleicht hart. Es gibt Dinge, denen du dich stellen musst, die nichts mit unserem Leben hier oder deinem Sklaventum zu tun haben. Als dein Meister kann ich nicht zulassen, dass du vermeidest, damit umzugehen. Ich würde meine Pflichten vernachlässigen, wenn ich das täte. Ich will, dass du weißt, alles, was ich tue, wird in deinem besten Interesse liegen. Verstehst du das?"
"Ja, Sir", nickte Mulder, schrubbte seinen Fuß über den Teppich.

"Vertraust du mir?" erkundigte sich Skinner.
Mulder sah auf und ihre Augen begegneten sich.
"Unbedingt, Sir", gab Mulder zurück. "Fraglos."
"Ich spreche hier nicht von deinem Körper, Fox. Ich weiß, du vertraust mir damit. Ich spreche von dem, was drin ist. Vertraust du mir hier drin?" Skinner legte seine Hand über Mulders Herz, seine Fingerspitzen ruhten auf dem Pflaster über seines Sklaven Wunde.
Mulder schluckte krampfhaft.
"Ich weiß, dass dir Vertrauen schwer fällt, Fox. Verdammt, ich habe beobachtet, wie du arbeitest – Vertrauen fällt dir nicht leicht. Du hast schon früher anderen Tops mit deinem Körper vertraut, aber du hast ihnen nie mit dir vertraut. Wirst du mir dieses Vertrauen schenken?"

Mulder zögerte. Er war so weit gekommen und hatte Skinner bereits so viel gegeben. Sein Meister bat um eine letzte Sache – und dennoch, in dieser einen Sache ruhte Mulders letzter Rest des Selbstschutzes. Falls er Skinner alles überließ, wie sein Meister es erbat, dann machte ihn das verwundbar. Offen, um verletzt, betrogen und zurückgewiesen zu werden.

"Ja", sagte er schließlich, wusste, er hatte keine andere Möglichkeit. "Ja, Sir. Ich vertraue Ihnen."
Skinners Lächeln war wie die aufgehende Sonne. In diesem Moment wusste Mulder, dass er etwas absolut richtig gemacht hatte, vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben. Mehr als das, er würde durch das Feuer der Hölle gehen, um so ein Lächeln wieder zu gewinnen.
"In Ordnung, Kleiner", meinte Skinner zärtlich. "Bett. Mein Bett."

Skinner hatte sich nicht geirrt, als er sagte, die nächsten paar Tage würden hart werden. Jedes Quäntchen dieses blinden Vertrauens, das Mulder seinem Meister gegeben hatte, war nötig, um ihn dort zu halten. Skinner verlangte von seinem Sklaven nichts außer seiner Ehrlichkeit, und sie verbrachten drei Tage mit Reden. Bloß reden. Oft saß Mulder da, mit seinem Kopf auf seines Meisters Schoß. Oder er lag auf dem Bett ausgebreitet, sein Meister neben ihm. Mulder teilte alles: das Gute, das Schlechte und nach Mulders Ansicht auch das Allerübelste.

Skinners Antwort war immer, ohne Ausnahme, die selbe. Er hörte zu. Gelegentlich stoppte er Mulder, befragte ihn genau, ermutigte oder tröstete ihn, wenn ein Weitermachen besonders hart war. Mulder hatte nicht bemerkt, dass er so viel zu sagen hatte – und wurde vom Klang seiner Stimme bald gründlich gelangweilt. Seine Emotionen waren unbeständig und es war, als ob ein Damm gebrochen wäre und die Worte in einem Sturzbach herausgeflutet kamen. Er sprang von einem Ereignis zum anderen, eine Erinnerung führte zur nächsten, manchmal getrennt durch ein Dutzend Jahre oder mehr, ohne Zusammenhang, bloß ein fortwährender Strom seines Bewusstseins.

"Ich wette, jetzt bedauern Sie wirklich, dass Sie gefragt haben", grinste Mulder eines Abends, seine Stimme kratzig vom vielen Reden.
"Ganz im Gegenteil", lächelte Skinner seinen Sklaven an. "Allerdings bedaure ich wahrscheinlich den Verlust meiner Katze", kommentierte er.
Mulder lachte laut auf, betrachtete das dösende Fellbündel, das über seinen Schoß drapiert lag.

Wenn es wirklich schwer wurde, war der einzige Weg, den Mulder finden konnte, um weiter zu reden, die nachgiebige Wanda zu halten und sie betäubt zu streicheln, während er sprach. Es war während der Zeiten, wenn er es am schwersten fand, seines Meisters Starren zu begegnen, dass er Trost in Wandas grünen Augen und deren zuverlässig ruhigem Ausdruck fand. Außerdem schien sie nichts dagegen zu haben, wenn er in ihr Fell weinte.

"Madam ist im Katzenhimmel, Tag und Nacht zwei vernarrte Sklaven um sich zu haben", grinste Skinner, kitzelte die kleine Katze unter ihrem Kinn.
"Vernarrt? Ich bin nicht vernarrt", erhob Mulder Einspruch, rieb Wanda hinter den Ohren, während sie in einem Schnurren explodierte.
"Ah. Klar. Okay. Ich glaube dir", lächelte Skinner herausfordernd.

Mulder warf ein Kissen auf seinen Meister, wurde ein paar Sekunden später belohnt, indem er sich Gesicht nach unten über Skinners Knie fand.
"Ich denke ...", murmelte Skinner, schob seines Sklaven Trainingshose runter und streichelte liebevoll seinen Hintern, "... dass jemand zu lange ohne eine Tracht Prügel ausgekommen ist, stimmt’s? Jemand ...", er lieferte einen leichten Schlag auf seines Sklaven wartende Hinterbacken, "... hat seine Stellung vergessen, oder?"
"Hänseln Sie nicht!" kicherte Mulder, rutschte auf seines Meisters Schenkeln herum, um es sich bequem zu machen, hielt erwartungsvoll seinen Atem an.

Während Skinner seinen Sklaven oft zärtlich berührte, hatte es keinen sexuellen Kontakt zwischen ihnen gegeben, seit er sich selbst verstümmelt hatte.

"Ich bin es nicht gewöhnt, dass mein Sklave so einen weißen, unmarkierten Hintern hat", kommentierte Skinner, klatschte sanft eine Hinterbacke.
Mulder wand sich, sein Schwanz reagierte mit einem Zucken.
"Andererseits", setzte Skinner in bedauerndem Tonfall fort, zog seines Sklaven Trainingshose wieder hinauf, "denke ich, solche Vergnügen müssen warten."
"WIESO?!" verlangte Mulder zu wissen, drehte seinen Kopf und sah über seine Schulter zu seinem Meister.
"Weil ich es sage", grinste Skinner hinterlistig und richtete seinen Sklaven auf. "Was wir hier die letzten paar Tage durchgestanden haben, hat nichts mit Sex zu tun", fügte er ernst hinzu. "Hier geht es um dich auf der untersten Ebene. Indem du mir deine Vergangenheit gegeben hast, hast du auf verschiedenen Wegen dein Sklaventum auf die grundlegendste Art ausgedrückt, die du konntest – auf eine Art geht das weiter als Sex. Ich will das nicht vermindern. Verstehst du?"

Mulder setzte sich auf seine Fersen zurück und starrte seinen Meister nachdenklich an.
"Ja, Sir, tue ich", meinte er schließlich, doch das war nicht wahr.

Auf einer vernünftigen Ebene erkannte er, dass ohne Sex als Ablenkung sein Meister ihn zum Kern seiner Seele entblößt hatte. Andererseits bezweifelte eine nervende Stimme in seinem Inneren, dass Skinner je wieder mit ihm Liebe machen wollte. Mulder fühlte sich wie beschädigte Ware und die Tatsache, dass sein Meister seit Seattle nicht mit ihm Liebe gemacht hatte, bestätigte das. Tief in seinem Herzen vermutete Mulder, dass Skinner bloß bei ihm blieb, um ihm durch diese Krise zu helfen. Während er akzeptierte, dass Skinner ihn liebte, bedeutete das Wissen um seine Hässlichkeit, dass er ernsthaft bezweifelte, der andere Mann könnte je wieder Verlangen für seinen Sklaven empfinden. Die einfachen Tage hitziger sexueller Begegnungen und langer, ausgiebiger, liebevoller Sitzungen im Spielzimmer waren vergangen. Mulder wusste, dass er unbewusst immer alles Gute in seinem Leben verdarb, und das war keine Ausnahme.

"Perry kommt morgen, um die Fäden zu ziehen", sagte Skinner, als ob er seines Sklaven Gedanken lesen würde. "Du hast in den letzten paar Tagen große Fortschritte gemacht, Fox, aber das einzige, was du noch nicht getan hast, war, dich dem zu stellen, was du dir angetan hast."
Mulder zuckte seine Schultern. "Ich habe es so gut ich kann erklärt", sagte er, sah zur Seite.
"Ich weiß – aber bis du dir ansiehst, was du dir angetan hast, wirst du nicht heilen. Es ist leicht, den Beweis zu ignorieren, wenn er von einem Pflasterverband bedeckt ist, aber morgen wird der Verband verschwunden sein."
"Ich will nicht sehen, was für ein Scheiß-Chaos ich aus meinem Körper gemacht habe", schnappte Mulder, wusste, dass er genauso wenig wollte, dass Skinner es sah.
"Ich habe das Problem einmal nicht angesprochen und bedaure das jetzt. Ich denke, du musst sehen, was du gemacht hast, um damit fertig zu werden", erklärte ihm Skinner ernst.
"Ich kann und ich werde es", sagte Mulder, zitterte leicht. "Nur jetzt noch nicht. Nicht morgen."

Skinner richtete sich auf und sah seinen Sklaven nachdenklich an.
"In Ordnung – nicht morgen. Wie auch immer, ich lasse das nicht laufen. Letztes Mal war das mein Fehler. Es gibt bestimmte Schritte, die ich von dir erwarte zu tun und das ist einer davon. Ich sagte dir bereits, sie würden nicht einfach sein, aber ich bringe dich dazu, sie zu machen, Fox."
"In Ordnung, verdammt. Ich versuch’s doch!" fauchte Mulder. "Sehen Sie, früher, vor Ihnen, wurde ich mit meinem Leben ganz gut fertig. Ich könnte hier raus wandern. Ich könnte gehen. Jetzt gleich."

Er stand auf und stolzierte Richtung Tür. Er war nicht sicher, ob er bluffte oder nicht. Im Moment waren seine Launen derart sprunghaft, dass er innerhalb von Sekundenbruchteilen von Tränen zu Lachen wechseln konnte. Er hasste das. Er hasste es, sich so unstabil und außer Kontrolle zu fühlen.
"Deine Wahl", hob Skinner seine Schultern, unbeeindruckt von seines Sklaven Temperamentsausbruch. "Ich werde keinen unwilligen Sklaven behalten. Das habe ich dir schon früher erklärt. Wenn du es willst, entlasse ich dich aus deinem Vertrag. Es ist einer der wenigen Gründe, weswegen ich dich gehen lasse werde. Aber wenn du dich weigerst, dich dem zu stellen, können wir nicht weitergehen und wir haben keine Zukunft."
"Das klingt wie ein Ultimatum", knurrte Mulder, stand bei der Tür, bereit zum Gehen. "Christus, als ich diesen Vertrag unterschrieb, schien es einfach eine heiße Idee zu sein. Ich wusste nicht, dass ich all diese Scheiße durchmachen müsste!" explodierte er.

Anscheinend verlangte Skinner eine Sache nach der anderen von ihm und es war so verdammt schwer. Er erinnerte sich an den Frieden und die Ruhe seines leeren Apartments und die betäubende Anästhesie einer TV-Nacht, um ihn durch seine Schlaflosigkeit zu trösten. Damals hatte er auf all das den Deckel legen können.

"Belüg dich nicht selbst", sagte Skinner gelassen, erhob sich und stellte sich zur Tür. "Ja, die Idee des 24/7-Sklaventums hat dich angemacht, aber ich wette, das war nicht der Hauptgrund, warum du mir dein Leben überschrieben hast, nicht wahr?"
Mulder starrte den anderen Mann wütend an, seine Fäuste ballten und entkrampften sich. Er konnte sich immer noch daran erinnern, vor all diesen Monaten in diesem Raum gestanden zu sein, dieser Stimme lauschend, die ihm eine Fantasie anbot, aus seinen wildesten Träumen geschaffen. Damals hatte er wie jetzt gewusst, dass die eine Sache, die ihn verkauft hatte, noch wichtiger als das Pochen seines Schwanzes, der Gedanke an Sicherheit gewesen war und Schutz und Zuflucht von seinen eigenen turbulenten Emotionen.

"Tief drin dachtest du, du würdest aus deinem Leben ein Chaos machen und du wolltest jemand anderen, der es ordnet", setzte Skinner nach, hielt sich nicht zurück. "Das werde ich nicht tun, niemand kann das – aber ich werde ganz bestimmt bei jedem Schritt des Weges neben dir stehen, während du es tust."
Mulder schluckte mühsam. "Sie sind so ein verdammt harter Bastard", knurrte er, knallte seine Faust knapp über seines Meisters Schulter in die Wand. "Ich habe seit Tagen hier mein Innerstes nach außen gekehrt. Können Sie mir nicht eine gottverdammte Pause gönnen?" brüllte er.
"Nein."

Skinner stellte sich seinem Sklaven Aug in Auge und sie starrten einander lange Zeit an, Mulders Zukunft hing zwischen ihnen in der Schwebe.
"Ich denke nicht, dass du das willst, nicht wirklich", meinte Skinner leise. "Ich denke, du brauchst mich gerade jetzt als harten Bastard. Und vertrau mir, genau das kann ich sein."
"Verdammt." Mulder legte seine Arme über seinen Bauch, fühlte sich außer Atem. "Ich hasse Sie und ich hasse dieses gottverdammte Apartment", knurrte er. "Ich fühle mich, als ob sich die Wände um mich verengen."
"Gib nicht auf, Fox."
Skinner packte seines Sklaven Schultern und hielt ihn aufrecht.
"Ich lasse dich nicht aufgeben", stellte er entschieden fest, betonte den Punkt, indem er seines Sklaven Schultern gegen die Wand knallte.

Mulder blickte in seines Meisters Augen und die Anspannung verschwand aus seinem Körper, ließ ihn schlaff und widerstandslos in des anderen Mannes Griff zurück.
"Ich bin so müde." Mulder legte seinen Kopf gegen Skinners Schulter.
"Ich weiß." Skinner packte seines Sklaven Nacken, zog ihn an sich und presste einen Kuss auf Mulders Kopf. "Ich wünschte, ich könnte es leichter für dich machen, aber das kann ich nicht. Wenn ich jetzt hart mit dir umgehe, dann, um es auf lange Sicht gesehen für dich einfacher zu machen. Verstehst du das?"
"Jaah. Ich hasse Sie trotzdem", murmelte Mulder.
"Verstanden", kicherte Skinner. "Schau, ich schließe einen Handel mit dir ab – ich werde das Thema deiner Narbe die nächsten paar Tage nicht forcieren – als Gegenleistung machst du einen anderen Schritt."
"Welchen?" Mulder hatte ein Gefühl, dass er das nicht mögen würde, doch er würde alles tun, um zu vermeiden, seine vernarbte Haut zu sehen.

"Ich habe mit deiner Mutter gesprochen", sagte Skinner.
Mulder versteifte sich in seines Meisters Griff.
"Ich sagte ihr, du würdest sie besuchen."
"Was?" Mulder erstarrte und sah seinen Meister sprachlos an.
"Es ist Zeit, Fox. Du musst das mit ihr bereinigen. Du weißt, du hast dich ihr gegenüber schlecht benommen, und das wird in dir eitern, bis du mit ihr sprichst. Nicht nur darüber. Über alles."
"Nein." Mulder versuchte, Skinner wegzustoßen, doch der andere Mann weigerte sich, sich schubsen zu lassen. "Sie verstehen nicht. Unsere Familie redet nicht. Das machen wir einfach nicht."
"Meine Familie war genauso", zuckte Skinner seine Schultern. "Es ist für dich nicht schwieriger, als es für mich war, Fox. Ich denke, das ist vielleicht die härteste Lektion, die Andrew mir beibrachte, und es fällt mir immer noch nicht leicht. Meine Frau starb, ohne zu wissen, wie sehr ich sie mochte und wie leid mir das Chaos tat, das ich aus unserer Ehe gemacht habe. Deine Mutter bedeutet dir eine Menge – begeh nicht den selben Fehler wie ich, weil du eines Tages aufwachen wirst und es zu spät sein wird. Tu es jetzt – so lange du es noch kannst."
"Sie geht nirgendwohin", murmelte Mulder eingeschnappt.
"Sharon war eine junge Frau am Höhepunkt ihres Lebens. Ich hatte keine Ahnung, dass sie sterben würde. Du weißt nie, was die Zukunft vielleicht bringt", sagte Skinner. "Ich lebe mit dem Schweigen, das ich mit Sharon aufgebaut habe. Ich lebe jeden Tag meines Lebens damit auf meinem Gewissen, weil ich nicht versucht habe, es zu brechen, bis es zu spät war. Ich will nicht, dass du mit der selben Schuld leben musst. Ich denke, von dieser bestimmten Emotion schleppst du schon genug mit dir rum. Nicht wahr?" Skinners Augen waren dunkel und ernst.
"Verdammt, Sir, Sie können nicht ... Sie verstehen nicht", schnappte Mulder. "Meine Mutter und ich haben eine Geschichte, bestehend aus Missverständnissen. Ich würde die Dinge bloß schlimmer machen. Was zum Teufel werde ich ihr überhaupt sagen?"
"Genau das, was du mir gesagt hast. Selbst, wenn sie nicht versteht, hast du es wenigstens gesagt", wies Skinner hin.
"Sie haben keine Ahnung, wie es ist, wenn wir uns sehen." Mulder ballte seine Fäuste. "Christus, letztes Mal, als wir eine persönliche Konversation hatten, beschuldigte ich sie mehr oder weniger, eine Affäre mit dem Krebskandidaten zu haben."
"Autsch", winselte Skinner. "Was hat sie getan?"
"Sie hat mich geohrfeigt." Mulder zuckte müde seine Schultern. "Ich scheine diese Reaktion in den Menschen herauf zu beschwören."

Skinner schnaubte, ließ Mulder dennoch nicht los. Er verengte seinen Griff an seines Sklaven Schultern, seine Finger vergruben sich in Mulders Fleisch.
"Vertrau mir", sagte er.
Mulder atmete tief ein, fühlte seine Entschlossenheit schwinden. Seines Meisters dunkle Augen waren unwiderstehlich.
"Ich vertraue Ihnen doch", meinte Mulder endlich. "Also gut, verdammt, ich werde hinfliegen."
"Nicht allein. Ich werde mitkommen."
"Wie zum Teufel soll ich ihr das erklären?" murmelte Mulder.
"Ich bin dein Freund und ein Kollege. Mehr Erklärungen als diese sind nicht nötig", wies Skinner hin, küsste seinen Sklaven fest auf die Stirn.

Skinner hielt Wort. Als Perry am nächsten Tag kam, um die Nähte aus seiner Wunde zu entfernen, ging sein Meister aus dem Zimmer und erteilte seinem Sklaven keine Befehle. Ein Teil Mulders war erleichtert, während er dalag, an die Decke starrte, sich weigerte, das anzusehen, was er sich angetan hatte. Andererseits flüsterte diese nervende Stimme in ihm, dass Skinner den Anblick des hässlich zerrissenen Chaos auf seines Sklaven Haut nicht ertragen konnte.

Die Reise am folgenden Tag zum Haus seiner Mutter verbrachte Mulder in mürrischem Stillschweigen. Er starrte aus dem Flugzeug-Fenster, fragte sich, was zur Hölle sein Meister dachte, dass das bereinigen würde. Es hatte zu viele Missverständnisse zwischen ihm und seiner Mutter gegeben und er fürchtete, ihre Beziehung noch schlimmer zu machen, als sie ohnehin war.

Skinner fuhr sie zum Haus seiner Mutter und Mulders Magen begann, sich vor ängstlicher Erwartung umzudrehen. Sie fuhren vor dem Haus vor und er saß da, starrte missmutig die Eingangstüre an.
"Komm, Fox. Es ist Zeit", drängte Skinner sanft. "Wenn das vorbei ist ..."
"Ja. Klar", zuckte Mulder verdrossen seine Schultern. "Wenn das vorbei ist, muss ich mich dem nächsten gottverdammten Meilenstein stellen. Das ist ein echter Ansporn."

Er schüttelte sich, stieg aus dem Wagen und wanderte langsam, zögernd auf die Tür zu. Skinner fiel neben ihm in Schritt und Mulder fühlte sich durch seines Meisters Anwesenheit gestärkt. Er richtete sich kerzengerade auf, holte tief Luft und klopfte an die Tür. Seine Mutter öffnete, ihr Gesicht hager und ängstlich.
"Fox." Sie sah ihn einen Moment an, zog ihn dann vorsichtig in eine Umarmung.

Er zögerte kurz, ergab sich dann der Umarmung, seine Augen wurden feucht.
"Mom. Es tut mir leid", flüsterte er.
"Das weiß ich doch. Es ist okay." Sie drückte ihn und ließ ihn dann los, zog sich zurück, lud die beiden ins Haus ein.
"Mr. Skinner." Sie beäugte Mulders Meister vorsichtig, taxierte ihn. "Ich wollte Ihnen danken, dass Sie sich nach seinem Unfall um Fox gekümmert haben."
"Es war mir ein Vergnügen, Ma’am", antwortete Skinner höflich, senkte seinen Kopf ehrerbietig, sein altmodischer Charme sprang ein.

Teena Mulders Augen verengten sich, während sie den großen Mann abschätzte, doch er blieb von ihrer Untersuchung unbeeindruckt.
"Ich mache uns Kaffee", sagte sie.
"Nicht für mich, danke, Ma’am. Ich bleibe nicht", erklärte ihr Skinner. "Fox ... ich lasse dich und deine Mom zum Reden allein." Skinner tätschelte seines Sklaven Arm. "Ich bin im Auto, falls du mich brauchst."

Er nahm seine Hand nicht von seines Sklaven Arm, bis Mulder aufblickte und eine zögernde Bestätigung lächelte. Dann, und erst dann, ging er. Mulder nahm seine Augen nicht von seinem Meister, bis des anderen Mannes breiter Rücken aus seinem Blickfeld verschwunden war.

Mulder saß im Wohnzimmer, während seine Mutter Kaffee machte und einen Teller mit Kuchen raus brachte. Dann saßen sie stumm da. Das Ticken der Uhr war so laut, dass Mulder sie schnappen und ins Feuer schleudern wollte. Er räusperte sich, erinnerte sich an zu viele Unterhaltungen mit seiner Mutter, die mit Tränen oder zornigen Beschuldigungen endeten – oder mit einer Ohrfeige in sein Gesicht.

"Fühlst du dich besser?" erkundigte sich Teena.
"Ja, viel besser. Ich habe noch ein paar Wochen frei und danach ..." Er zuckte seine Schultern.
"Geh nicht zurück", sagte sie unerwartet.
"Was?" Er runzelte seine Stirn. Nie zuvor hatte sie sich in seine Arbeit eingemischt.
"Ich mache mir Sorgen um dich. Es gab so viele Telefonanrufe. So viele Krankenhausbesuche. Ich werde alt. Ich werde nicht damit fertig, dass ich eines Tages den Anruf erhalten könnte. Den, der mir sagt, dass du ..."

"Ich muss zurück", unterbrach er. "Das FBI ist nicht bloß ein Job für mich. Es ist mehr als das."
"Wegen deiner Schwester?" fragte sie, ihre Stimme angestrengt und zornig.
"Samantha", brauste Mulder auf, unfähig, seinen Ärger aus seiner Stimme zu halten. "Sag ihren Namen, Mom – es heißt immer deine Schwester. Sie hatte einen Namen."
"Ich weiß. Ich weiß auch, sie ist der Grund, dass du dein Leben so oft riskierst. Warum sonst bist du zum FBI gegangen? Du weißt genauso gut wie ich, dass du dachtest, du könntest deren Quellen nutzen, um herauszufinden, was deiner ... Samantha zustieß."
"Ja. Ich weiß", zuckte Mulder seine Schultern. "Ich weiß, du bist enttäuscht, weil ich versagt habe, aber das heißt nicht, dass ich ..."

"Fox, ich habe dich nicht gebeten, dein Leben aufzugeben, um Samantha zu finden", unterbrach sie.
"Du hast mich nicht gebeten, nein, aber das war es, was du wolltest." Er starrte sie hoffnungslos an. "Ich war da, erinnerst du dich, Mom? Ich habe dich beobachtet, nachdem sie entführt wurde. Du hast mich schwören lassen, sie eines Tages für dich zu finden."
"Fox – ich sagte eine Menge Dinge, nachdem sie entführt wurde. Ich war nicht ich selbst. Das weißt du. Ich hatte keine Ahnung, dass du irgend einen Schwur eingehalten hast ... ich erinnere mich nicht einmal, dich darum gebeten zu haben", gestand sie, ihre Augen voller Schmerz.
"Hast du. Du kamst mitten in der Nacht in mein Zimmer und hast geredet und geredet, ohne viel Sinn zu machen. Du hast mich im Bett aufgesetzt und sagtest mir, ich müsste versprechen, nie aufzuhören, nach ihr zu suchen. Ich habe nicht aufgehört, Mom. Ich habe mein Versprechen gehalten", wisperte Mulder. "Immerhin habe ich sie verloren. Es ist nur richtig, dass ich sie wieder finde."
"Du hast sie nicht verloren." Teenas Gesicht verzerrte sich vor seinen Augen. "Oh, Fox, ich wusste nicht, dass du das dachtest."
"Natürlich dachte ich das. Vor ein paar Jahren, als wir dachten, dass wir sie gefunden hätten – und ich sie wieder verlor, sagte Dad so etwas zu mir. Er fragte mich, ob ich wüsste, was dir das antun würde, sie ein zweites Mal zu verlieren. Das hast du mir nie verziehen."
"Du irrst dich!" Teenas Stimme zitterte vor Emotionen. "Ich gebe dir für nichts davon die Schuld. Hast du das gedacht? All diese Jahre?"
"Was sonst? Ich wusste, du wolltest, dass ich sie finde. Ich wusste ..."

Er brach ab. Seine Mutter schüttelte vehement ihren Kopf.
"Nein, Fox. Du verstehst nicht. Ich will nur, dass du glücklich bist. Lebe dein Leben und lass es nicht von dem Chaos verderben, das dein Vater und ich aus all dem gemacht haben. Oh, Gott, Fox, verstehst du nicht, was du mir bedeutest? Du bist alles, was ich noch habe."

Sie kam zu ihm rüber, setzte sich auf die Couch, nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände und sah ihn an.
"Fox, ich habe Samantha verloren. Damit habe ich mich abgefunden. Ich hoffe nur, dass sie ihren Frieden hat, wo immer sie ist, und dass das, was ihr zugestoßen ist, schnell und schmerzlos war."
"Du denkst nicht, dass sie je wieder zurückkommt?" fragte Mulder in gebrochenem Ton.
"Nein. Ich denke nicht, dass sie je wieder zurückkommt. Und selbst, wenn sie es täte – sie ist nicht mehr mein kleines Mädchen, Fox. Mein kleines Mädchen ist gegangen. Alles wurde mir genommen. Meine Tochter, meine Ehe, mein Ehemann, aber ich habe immer noch dich."

Sie sagte diese Worte energisch und er zog sich zurück, schüttelte seinen Kopf.
"Ich habe dir nicht die Dinge gegeben, die du wolltest. Ich weiß, du willst, dass ich Erfolg in meinem Leben habe, heirate, Kinder habe ... Es tut mir leid, Mom. Ich denke nicht, dass ich dir diese Dinge geben kann", wisperte er, am ganzen Körper zitternd.
"Du irrst dich. Alles, was ich will, ist, dass du glücklich bist. Wir haben beide zu viel Zeit damit verbracht, unglücklich zu sein. Ich habe keine Fragen gestellt, aber ich bin nicht blind und ich bin nicht dumm, Fox."

Er blickte sie fragend an und erkannte, sie wusste es. Vielleicht hatte sie es seit langem gewusst.
"Du hattest niemals Freundinnen. Du hast nie ein Mädchen heimgebracht", sagte sie in angespanntem Ton.
"Es gab Mädchen. Vielleicht waren sie nicht die Art, die man nach Hause bringt", antwortete er, dachte an Phoebe.
"Keine war von Dauer. Nicht eine Beziehung?"
Er schloss seine Augen, dachte an die lange Reihe Tops, erst Frauen, danach Männer.
"Nein", murmelte er. "Ich bin nicht sehr gut mit Verpflichtungen und da war kein Platz für eine Beziehung in meinem Leben. Ich weiß, du hast gehofft, dass ich und Scully ..."
"Ja, habe ich", stimmte sie zu, "doch du hast Scully niemals auf die Art angesehen, wie Mr. Skinner."

Lange Zeit herrschte Stille. Mulder biss auf seine Lippe, hob dann schließlich seine Augen, um ihren zu begegnen.
"Wie lange wusstest du es?" fragte er.
"Ich habe es vermutet. Ich dachte, es wäre vielleicht meine Schuld gewesen. Wir standen uns so nahe, nachdem Samantha entführt wurde. Es ist ein Cliché – Männer, die sich zu sehr mit ihren Müttern identifizieren ..."
"Nein", sagte er leise.

Er hatte nicht vor, es ihr zu erklären, zu versuchen, seine Sexualität vor ihr zu entwirren. Das war zu privat, und irgendwie dachte er nicht, sie würde verstehen, dass immer seine unterwürfigen Fantasien bei ihm gewesen waren, nicht seine Bisexualität. Die Tatsache, dass seine Unterwürfigkeit ihr bestes Ventil mit einem Mann und nicht mit einer Frau gefunden hatte, war beinahe bezeichnend für ihn.

"Das hatte nichts mit dir zu tun. Ich wusste von dieser Seite von mir, seit ich ein Kind war. Und bevor zu fragst, ja, ich wusste es, bevor Samantha verschwand. Es hatte nichts mit ihr zu tun. Macht es dir was aus? Ver... verärgert es dich?"
"Ich würde lügen, wenn ich sagte, ich wollte nicht, dass du heiratest und Kinder hast. Aber das liegt nur daran, weil ich möchte, dass du ein einfacheres Leben hast, als das, das du gewählt hast", erklärte sie ihm, bemühte sich sichtlich, ehrlich zu sein. "Letztendlich, Fox, nach allem, was unsere Familie durchgemacht hat, begnüge ich mich damit, dass einer von uns glücklich ist. Dein Vater und ich waren es nie und Samantha ..."

Sie pausierte und hob ihre Schultern, er wusste, sie bemühte sich sehr, nicht zu weinen.
"Ich will es für dich, Fox. Du warst so ein guter Sohn – es ist das Mindeste, was du verdienst. Und falls dieser Mr. Skinner dich glücklich macht, werde ich lernen, damit fertig zu werden. Ich verspreche es. Macht er dich glücklich?"

Sie legte ihre Hand auf seinen Arm und blickte ihn an, er lächelte und bedeckte ihre Hand mit der seinen.
"Ja. Das tut er." Er starrte auf seine Füße, fühlte sich unbehaglich, mit seiner Mutter über seinen Meister zu sprechen.
"Dann ist er hier immer willkommen, genau wie du." Sie küsste ihn fest. "Ich dachte immer, unser Problem wäre, dass wir einander zu sehr lieben. Manchmal schmerzt es, dich zu sehen ... mit dem Wissen, dass du all diese Qual in deinem Inneren leidest. Alles, was ich sah, wenn ich in deine Augen blickte, war Samantha. Und ich weiß, das ist alles, was du gesehen hast, wenn du mich angesehen hast. Ich war abwesend, weil ich deinen Schmerz in meinem widergespiegelt sah und das alles so weh tat", stotterte sie, versuchte verzweifelt zu erklären.
"Ich weiß. Ich verstehe", sagte er, und er tat es.

"Kannst du sie loslassen?" fragte sie ihn.
"Kannst du es?" Er zog sich zurück und blickte in ihre Augen.
"Ja. Ich habe es. Vor langer Zeit."
"Der erste Geburtstag, nachdem sie verschwand", murmelte er, erinnerte sich an ihre lange, stumme, einsame Wache, und an seine eigene – während er sie beobachtete.
"Ja. Oh, ein winziger Hoffnungsschimmer bleibt immer noch. Ich denke nicht, dass der je verschwinden wird, aber ich ließ sie gehen, Fox. Du musst das selbe tun."
"Mein M... Walter sagte kürzlich etwas Ähnliches", lächelte Mulder.
"Er hat recht." Sie griff aus und berührte die Seite seines Gesichts. "Er klingt wie ein guter Mann", meinte sie, versuchte zu lächeln.
"Ist er – und ich werde es versuchen. Ich verspreche, ich werde es versuchen", versicherte er ihr.

Sie redeten stundenlang, machten zu viele verlorene Jahre voller Zorn, angespannten Schweigens und Missverständnisse gut. Dann warf sie einen Blick auf die Uhr und legte ihre Hand über ihren Mund, zeigte zum Fenster, und er erinnerte sich, dass Skinner immer noch draußen im Wagen saß, auf ihn wartete. Er rannte raus auf die Straße und fand seinen Meister tief schlafend im Auto.

"Sir!" Er stieg neben seinem Meister ins Auto und Skinner erwachte erschrocken.
"Fox?" Er rieb eine Hand über seine Augen.
"Es ist in Ordnung. Alles ist in Ordnung", grinste Mulder, unfähig, sein Entzücken davon abzuhalten, in seinem Gesicht aufzutauchen.
"Gut." Skinners Augen glühten vor Freude als Reaktion auf seines Sklaven offensichtliche Erregung.
"Kommen Sie rein. Sie will Sie kennen lernen. Ich habe zugestimmt, die nächsten paar Tage hier zu bleiben. Wir haben so viel zu besprechen."

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich und er erkannte, er hatte nicht um Erlaubnis gebeten.
"Ist das in Ordnung? Sie könnten auch bleiben ..."
"Nein." Skinner legte seinen Finger auf seines Sklaven Mund, um den Wortschwall aufzuhalten. "Ich denke, du und sie braucht ein bisschen Zeit zusammen. Ich komme für einen Drink rein und fliege dann zurück nach DC. Ich habe ... mich um ein paar Angelegenheiten zu kümmern."
Mulder nickte, zu aufgeregt, um sich zu wundern, auf welche Angelegenheiten sich sein Meister beziehen würde.
"Ich habe mein Handy die ganze Zeit bei mir. Jegliche Krise – du rufst an. Ich meine es ernst", sagte Skinner, warf einen festen Blick in seines Sklaven Richtung. "Die Strafe, wenn du nicht anrufst, ist unerbittlich", fügte er in ernstem Ton hinzu.
Mulder lächelte schief und nickte.

"Sie hatten recht", sagte er plötzlich. "Es war das Richtige zu tun."
"Erinnere dich nur daran, wenn du dich das nächste Mal rebellisch fühlst, Junge", grinste Skinner, behandelte seines Sklaven Hintern mit einem Seitwärts-Schlag, während sie die Einfahrt hochwanderten.
"Ja, Sir!" grinste Mulder, doch eine kleine Stimme in ihm erinnerte ihn, dass der Kampf erst halb gewonnen war und dass Skinner ihn zwingen würde, einen schwereren auszufechten, bevor er mit seinem Sklaven fertig war.

Drei Tage später kam Skinner zurück, um seinen Sklaven abzuholen. Mulders Herz stolperte, als er den großen Mann die Einfahrt hinauf schreiten sah. Er hatte gemischte Gefühle ihre Wiedervereinigung betreffend. So sehr er sich danach gesehnt hatte, seinen Meister wieder zu sehen, freute er sich nicht darauf, mehr seiner Probleme in Angriff zu nehmen.

Er hatte die letzten paar Tage unter seinem Hemd ein T-Shirt getragen, trotz des warmen Sommerwetters, sodass er nicht einmal einen Blick auf das werfen musste, was er sich angetan hatte. Es war in Zeiten wie diesen, wenn er sich danach sehnte, wieder in der Arbeit zu sein, um sich in seinen geliebten X-Akten zu vergraben und sich in vertrauten Scherzen mit Scully zu verlieren. Mutanten und Monstern nachzujagen war viel einfacher, als sich den inneren Dämonen zu stellen.

Sein Besuch bei seiner Mutter war gut verlaufen, doch er war es so müde, sich mit einem Problem nach dem anderen zu beschäftigen. Er wollte verzweifelt eine Verschnaufpause, und er wusste, dass sein Meister ihm diese nicht gewähren würde.

Skinner war gekleidet in eine enge, schwarze Jeans, ein weißes T-Shirt und trug seltsamerweise schwarze Lederhandschuhe. Mulder fand sie faszinierend, fragte sich träge, welches Geräusch sie erzeugen würden, auf einen blanken, verwundbaren Hintern klatschend. Außerdem entging seiner Aufmerksamkeit nicht, dass Skinner eine Verletzung an seinem Kinn hatte.
"Was ist los? Vergessen, wie man sich rasiert, in meiner Abwesenheit?" Er grinste seinen Meister an, griff mit einem Finger nach dem Schnitt.
Skinner drehte sein Gesicht weg, errötete leicht, und Mulder wunderte sich, was zum Teufel vor sich ging.
"Wir sollten uns auf den Weg machen", sagte Skinner steif anstatt einer Antwort, schnappte Mulders Tasche und schmiss sie ins Auto.

Mulder sagte seiner Mutter Lebewohl und stieg neben seinem Meister in den Wagen. Er spürte, dass etwas passiert war, etwas, worüber Skinner nicht sprechen wollte. Und das beschäftigte ihn. Dieser ganze Prozess der Enthüllungen ließen ihn sich so verwundbar fühlen. In den letzten Wochen hatte er in einem Stadium hochgeschraubter Emotionen verbracht und das hatte seinen Tribut gefordert, ihn sensibel für die kleinste Nuance in seiner Beziehung mit seinem Meister gemacht.

Er erkannte verärgert, dass Skinner ihn gezähmt, aus der Kälte reingeholt hatte. Er fühlte sich wie ein wildes Tier, unruhig am Herd seines Meisters sitzend, warm und gut gefüttert, jedoch nicht von seines Meisters Liebe abhängig. Der Gedanke, das zu verlieren, schmerzte, doch Mulder war sicher, dass sie beide sich irgendwann der Tatsache stellen mussten, dass Skinner von seinem Sklaven nicht mehr körperlich angezogen wurde. Kein Wunder, dass sein Meister so still und vor sich hin brütend war. Wahrscheinlich fragte er sich, wie er das Thema anschneiden sollte.

"Das ist nicht der Weg zum Flughafen", brach Mulder die Stille, warf seinem Meister einen überraschten Seitenblick zu.
"Ich weiß. Dort fahren wir nicht hin. Wir fahren woanders hin", erklärte ihm Skinner.
"Wohin?"
"Du wirst sehen. Ich möchte ankommen, bevor es dunkel ist." Skinner blickte zum Himmel. "Wieso schläfst du nicht ein wenig? Du siehst müde aus."
Mulder biss auf seine Lippe, fragte sich, was zur Hölle sein Meister als nächstes für ihn auf Lager hatte. Er schloss halb seine Augen und beobachtete diese in glattes Schwarz gehüllten Hände, die auf dem Lenkrad ruhten.
"Was ist mit den Handschuhen?" fragte er. "Sie sind ... ah ... irgendwie heiß."

Sobald die Worte aus seinem Mund waren, wünschte er, er hätte das nicht gesagt. Jetzt war kein guter Zeitpunkt, das Thema Sex anzusprechen. Er war für diese Konversation noch nicht bereit. Er war nicht bereit für die Zurückweisung. Seine Narbe juckte unter seinem Unterhemd – es war zu heiß, um das zu tragen und es irritierte das heilende Fleisch, eine andauernde Erinnerung an das, was er gemacht hatte und was ihm angetan worden war.

"Magst du sie?"
Skinner zeigte ein halbherziges Lächeln, sah jedoch so absolut unbehaglich aus, dass Mulder wusste, er hatte recht. Er hätte sich selbst für seine gedankenlosen Worte ohrfeigen können. Er schloss seine Augen und drehte sein Geicht zum Fenster. Er war nie weniger als brutal ehrlich mit sich gewesen. Er kannte seine Fehler und Versagen allzu gut und konnte sich nicht vorstellen, warum irgendein Meister so einen emotional unbeständigen, körperlich entstellten Sklaven haben wollte. Er verschränkte seine Arme über seinem Körper und versank in der willkommenen Ahnungslosigkeit des Schlafes.

Mulder wurde von dem Gefühl geweckt, dass der Wagen über felsiges Gelände rollte. Er kam erschrocken zu sich und sah sich benebelt um.
"Wo sind wir?" murmelte er.
"Auf einer Küstenstraße. Weit weg von irgendwo", sagte ihm Skinner. "Wir sind fast da."
"Wo ist da?" fragte Mulder, setzte sich auf.

Skinner gab keine Antwort. Er lenkte das Auto bloß auf einen Kiesweg und fuhr eine weitere Meile, bevor er vor einem weißen Tor zum Stehen kam. Er stieg aus dem Wagen und öffnete das Tor, fuhr dann eine lange, mit Gras bewachsene Einfahrt hinauf und parkte das Auto vor einem großen, pinkfarbenen Haus. Mulder stieg aus dem Wagen, immer noch verwirrt, und schmeckte Salzwasser auf seinen Lippen. Der Wind war frisch und warm und die Sonne fing gerade an unterzugehen ... über dem Meer.

"Das ist Murrays Strandhaus. Er gab mir den Schlüssel bei der Dinnerparty letzte Woche", erläuterte Skinner.
"Ist er hier?" fragte Mulder verblüfft.
"Nein. Hier sind nur du und ich – es gibt niemanden sonst im Umkreis von Meilen. Murray hat seinen eigenen Privatbereich des Strandes. Komm, ich zeige es dir."

Skinner legte seine behandschuhte Hand auf Mulders Schulter und zog ihn über den Strand zu den Lichtern eines kleinen Piers, die in dem schwächer werdenden Abendlicht blitzten.
"Ich wollte rechtzeitig zum Sonnenuntergang hier sein. Das ist ein wundervoller Platz, um ihn zu beobachten", sagte Skinner, zog seinen Sklaven über den Sand. "Dieses Stück Land ragt ein gutes Stück ins Meer – so ist es eine von wenigen Stellen an der Ostküste, wo du die Sonne über dem Wasser untergehen sehen kannst – wenigstens teilweise."
"Was ist mit meiner Tasche? Sollte ich sie nicht ..." Mulder blieb zurück, zeigte zum Auto.
"Lass sie da. Ich war heute früh schon hier und brachte alles mit, was du benötigen wirst – was nicht viel ist." Skinner zeigte ein beinahe wildes Grinsen. "Komm her. Ich will den Sonnenuntergang nicht verpassen."

Mulder fand sich auf eine Decke runtergeschubst. Daneben kühlte eine Champagnerflasche in einem Eiskübel und ein Dutzend Kerzen – jede einen halben Meter groß oder höher – steckten in einem Halbkreis um die Decke im Sand. Skinner zog ein Feuerzeug aus seiner Tasche und entzündete jede einzelne, öffnete dann den Champagner, goss seinem Sklaven ein Glas ein und reichte es ihm, bevor er sich auf die Decke setzte, aus seinem eigenen Glas nippte.

Skinner spreizte seine langen Beine und zerrte Mulder herüber, um ihn dazwischen zu setzen, zog ihn dann in den warmen Kreis seiner Arme, legte sein Kinn auf seines Sklaven Kopf.
"Gott, das ist wunderschön", hauchte Mulder, beobachtete die orangefarbenen Strahlen der Sonne den Strand in ihrer verschwindenden Wärme baden, das Meer mit Funken aus purem Gold erleuchten, und blickte vom Land aus über die Bucht. Ein paar Sterne waren gerade am Himmel zu sehen, der eine samtige Schattierung von Dunkelblau aufwies.

Skinner sprach kein Wort, er hielt bloß seinen Sklaven umklammert, seine Wange gegen seines Sklaven Gesicht gepresst, während sie die Sonne untergehen sahen. Mulder war vollkommen von seines Meisters Armen und Beinen umschlungen, gefangen von ihrem tröstlichen Gewicht.

Erst, nachdem die letzten Strahlen der Sonne vom Himmel verschwunden waren, bewegte sich Skinner.
"Leg dich auf deinen Rücken", flüsterte er in einem kehligen Knurren.
Mulder sah erschrocken hoch.
"Tu es, Junge. Dein Meister will seinen Sklaven benutzen", befahl Skinner.
Mulder war überrascht, schluckte jedoch hart und tat, was ihm gesagt wurde, legte sich auf die Decke zurück. Er starrte zu seinem Meister hoch, während sich Skinner rittlings auf seines Sklaven Körper setzte.

"Wem gehörst du, Junge?" fragte Skinner, legte seine Finger auf Mulders Brust.
"Ihnen, Sir", antwortete Mulder automatisch, sein Schwanz versteifte sich in seiner Jeans.
"Alles von dir?" erkundigte sich Skinner.
"Ja, Sir, alles von mir", antwortete Mulder. "Ich gehöre Ihnen. Das wissen Sie, M... Sir."
"Leg deine Hände über deinen Kopf", orderte Skinner.
Mulder gehorchte, seine Augen verließen nie seines Meisters Gesicht. Skinner war halb in der Dunkelheit verborgen, beleuchtet lediglich von dem flackernden Kerzenlicht, das seinem Geicht einen Hauch Mystik verlieh, Schatten über seine Wangenknochen warf und seine Augen in dem schwachen Licht scheinbar wild brennen ließ.
"Nicht bewegen. Es gibt eine Strafe für’s Bewegen", sagte Skinner in diesem selben tiefen, kehligen, sexy Knurren.
"Ja, Sir."

Mulder schloss seine Augen und versuchte, sich darauf zu konzentrieren, still zu halten, öffnete sie jedoch wieder, als sein Meister ihn voll auf die Lippen küsste.
"Beobachte mich", befahl Skinner.
"Ja, Sir", wisperte Mulder und er sah zu, wie Skinner sein T-Shirt über seinen Kopf zog, seine harte, muskulöse Brust enthüllte, die zu dieser flachen, schmalen Taille auslief.
Dann nahm sein Meister langsam, sehr langsam, die Spitze eines Handschuhs und zog ihn von seiner Hand. Mulder spürte seinen Schwanz sich unerträglich in seiner Hose verhärten. Es war die sexieste Sache, die er je gesehen hatte.

Skinner entledigte sich des anderen Handschuhs auf die selbe Art, seine Augen verließen niemals die seines Sklaven. Danach griff er runter und knöpfte Mulders Hemd auf, öffnete es, um sein T-Shirt darunter zu enthüllen.
"Ich sagte, nicht bewegen und ich meine es", zischte Skinner, fasste in seine Jeans und holte ein Taschenmesser heraus.
Mulder bemühte sich, seinem Meister zu gehorchen, jeder Muskel in seinem Körper zitterte von der Anstrengung, still zu halten.
"Wem gehörst du?" fragte Skinner erneut.
"Ihnen, Sir", flüsterte Mulder.
"Was habe ich dir befohlen zu tun?" verlangte Skinner zu wissen.
"Mich nicht bewegen, Sir."
"Gehorche mir", orderte Skinner.

Mulder bebte bei seines Meisters Tonfall und schloss seine Augen, als der große Mann die Spitze der Klinge bei seinem Shirt ansetzte.
"Öffne sie. Sieh mir zu", kommandierte Skinner.
Mulder leckte seine Lippen, focht einen inneren Kampf, öffnete dann schließlich seine Augen und beobachtete, wie Skinner die Klinge seines Messers in seines Sklaven Unterhemd steckte und den Stoff wegschnitt, Mulders nackte Brust entblößte. Skinner faltete sein Messer und warf es in den Sand.

"Das", sagte er, befühlte Mulders Schlüsselbein mit einer derben Fingerspitze, "gehört mir."
"Ja, Sir", stimmte Mulder bereitwillig zu.
Skinner beugte sich runter, küsste das Schlüsselbein.
"Und das ebenfalls", Skinner strich seine Finger über Mulders linke Brustwarze.
"Ja, Sir", keuchte Mulder.
Er bog sich hoch, als sein Meister einen Kuss auf die Brustwarze pflanzte.
"Und das." Skinner legte seine Finger auf seines Sklaven vernarbtes Fleisch.

Mulder lag still, der Klang seines pochenden Herzens das einzige Geräusch, das er hören konnte.
"Na, Junge? Wem gehört das?" verlangte Skinner, seine Hand ruhte fest auf der Narbe.
"Ich ..." Mulder schloss seine Augen.
"Öffne sie. Wem gehört das?" fragte Skinner neuerlich.
Mulder öffnete seine Augen und begegnete denen seines Meisters, dunkel und beherrschend.
"Ihnen, Sir", flüsterte er endlich.
"Das ist richtig. Mir."

Skinner senkte seinen Kopf und küsste sanft die Narbe. Er verbrachte damit mehrere lange Sekunden, küsste jeden Zentimeter der langen, gezackten Linien.
"Sie ist hässlich." Mulder versuchte, sich seitwärts weg zu winden, nur um herauszufinden, dass er zwischen seines Meisters Beinen gefangen war.
"Sie gehört mir", antwortete Skinner energisch. "Nennst du meinen Besitz hässlich, Junge?"
"Es ist seine Markierung", wisperte Mulder.
"Nein. Es ist meine. Sie gehört mir. Sieh sie an", befahl Skinner.
Wieder schloss Mulder seine Augen. Skinner tippte sanft sein Kinn an.
"Ich sagte, sieh hin, Junge", orderte Skinner.
Mulder öffnete seine Augen und sah zum ersten Mal hinunter auf die erhobenen Kanten der Narbe.

Die Linien waren rosafarben und sahen immer noch roh aus, die alte Verletzung kombinierte sich mit der neuen, formte eine gestreifte Masse auf seiner Brust. Das AK war noch immer sichtbar, trotz seiner besten Versuche, hinein zu hacken.

Mulder biss hart auf seine Lippe, bemüht, sich an den Anblick zu gewöhnen.
"Sie gehört mir. Alles von dir ist mein", sagte Skinner beharrlich. "Mein zu berühren, wo und wie ich will."

Wieder senkte er seinen Kopf und küsste die Narbe, leckte dann die Brustwarze daneben, saugte leicht daran. Mulder stöhnte und buckelte in die Umarmung hoch, vergaß die Narbe, vergaß alles außer der Tatsache, dass sein Meister ihn liebkosen wollte. Skinner beugte sich über seinen Sklaven und hielt seine Arme in den Sand hinuntergedrückt, während er Mulders vernarbte und verletzte Brust weiter leckte und küsste.
"Mein zu lieben. Mein zu berühren. Mein", wiederholte Skinner leise dabei.

Mulder konnte die Wellen gegen den Strand plätschern hören und die entfernten Schreie der Seemöwen. Mehr Sterne tauchten am dunkler werdenden Nachthimmel auf und die Kerzen schienen nun heller zu sein, beleuchteten ihre verschlungenen Körper, während der Meister mit seinem Sklaven Liebe machte.

Geschickt beraubten Skinners Finger seinen Sklaven seiner Jeans und Mulders Schwanz sprang frei, tropfend und hungrig. Skinner nahm ihn kurz in seinen Mund, saugte entschlossen die harte Länge, ließ Mulder laut aufschreien und sich von der Decke hochbiegen. Mulder sah zu, wie Skinner seine eigenen Kleider entfernte, dann wieder über seinem Sklaven hinkniete, sein großer Schwanz im Kerzenlicht pulsierend. Skinner bedeckte seines Sklaven Körper mit dem seinen, nahm Mulder in seine Arme und küsste ihn fest auf seinen Mund, seine Zunge verlangte Einlass. Sein Knie spreizte Mulders Beine und ihre harten Schwänze rieben aneinander, gefangen zwischen ihren Bäuchen.

Skinners Finger waren gnadenlos, befingerten abwechselnd seines Sklaven Brustwarzen, dann seine Narbe, wieder zurück zu seinen Brustwarzen, bis Mulder wegen seines Verlangens zu kommen aufschrie.
"Nicht, bis ich es sage", flüsterte Skinner.

Er griff aus und zog eine Tube Gleitmittel aus seiner weggeworfenen Jeans, spreizte danach seines Sklaven Beine und schob seine Finger langsam, hänselnd, in Mulders Arsch. Mulder stöhnte und buckelte hinauf auf diese kühlen, forschenden Finger.
"Du bist so heiß, so bereit", grinste Skinner. "Meine schöne Sklaven-Schlampe", murmelte er, senkte seinen Kopf, um erneut seines Sklaven Narbe zu küssen.

Mulder dachte nicht, dass sein Meister jemals prächtiger ausgesehen hatte, als er seines Sklaven Beine spreizte und sich über ihn kniete, sich vorbereitete, in ihn einzudringen. Seines Meistes Körper war glänzend, seine kraftvollen Umrisse von dem glühenden Kerzenlicht erleuchtet, das folternde kurze Ausblicke auf honigsüßes, goldenes Fleisch beleuchtete. Sein großer Schwanz war hart vor Verlangen und Hunger nach seinem Sklaven, als er sich zwischen Mulders Beinen positionierte und heimglitt, den ganzen Weg in Mulders Arsch, tief in seines Sklaven willigen, gierigen Körper.

Lange Zeit lagen sie da im Kerzenlicht, keiner bewegte sich, Skinners harter Schwanz pulsierte in seines Sklaven Arsch, wo er hingehörte. Dann begann sein Meister zu stoßen – langsam, sehr langsam. Mit jeder Vorwärts-Bewegung tauchte er ab, um seines Sklaven vernarbte Brust zu lecken. Eine von Skinners Händen war fest um seines Sklaven Schwanz gewickelt, während sie gemeinsam schaukelten, ein Fleisch, ein Geschöpf, unter den Sternen.
"Gleichzeitig mit mir, Sklave", wisperte Skinner, schaukelte in einem gleichmäßigen Rhythmus vor und zurück, traf Mulders Prostata mit jedem Vorwärtsgleiten.
"Halt es ... wir werden gemeinsam kommen. Halt es, bis ich es sage."

Mulder schrie auf, sein Körper dem großen, gleitenden Schwanz in ihm überlassen, dem Empfinden seines Meisters Hand, der seinen harten Schaft pumpte und seines Meisters warmem Mund, der immer und immer wieder auf seinen Körper runterkam. Ihre gleichmäßigen Stöße erreichten einen Höhepunkt, dann wurde Skinner schneller, härter, sein Kopf zurückgeworfen, sein kahler Schädel erleuchtet gegen den Hintergrund des samtigen Nachthimmels. Mulder bestand nur aus Gefühlen, sein einziger klarer Gedanke war es, durchzuhalten, so lange es sein Meister befahl.

"Jetzt!" schrie Skinner, seine Hand pumpte Mulders Schwanz hart ein letztes Mal, während er seinen warmen Samen tief in seines Sklaven Körper schoss.
Mulder ergab sich, warf seinen Kopf zurück und schrie sein Entzücken hinaus, als seine eigene Samenflüssigkeit über seinen Bauch und seines Meisters Hand schoss.

Sie lagen lange Zeit da, keuchend und befriedigt. Skinner, immer noch tief in seinem Sklaven eingebettet, sah auf ihn hinab, seine Finger ruhten sanft auf Mulders vernarbter Brust. Dann zog sich Skinner heraus, legte sich neben seinen Sklaven und zog Mulder in eine warme Umarmung, seine Brust gegen seines Sklaven Rücken. Mulder packte seines Meisters Hand und küsste sie, pausierte dann – die Knöchel von Skinners rechter Hand waren schwer geprellt, beleuchtet von dem Glühen des Kerzenlichts.

"Deshalb haben Sie die Handschuhe getragen? Um diese Verletzungen zu verbergen? Sir?" Er drehte sich um und strich seine Finger den Schnitt an Skinners Kinn entlang. "Was ist passiert?" fragte er.
"Habe ich dir gesagt. Ich hatte Angelegenheiten, um die ich mich kümmern musste." Skinners Augen waren dunkel und gequält.
"Krycek", stellte Mulder emotionslos fest. "Wie haben Sie ihn gefunden?"
"Ich setzte gleich nach Seattle ein paar Agenten auf seine Spur", gab Skinner zu. "Nachdem ich dich bei deiner Mutter abgesetzt hatte, jagte ich jeder Spur nach, bis ich ihn letzte Nacht erwischte. Ich denke, er war überrascht, mich zu sehen", murmelte er.
Mulder fuhr erschrocken zurück.
"Sieh mich nicht so an, Junge. Der einzige Grund, warum ich das nicht früher gemacht habe, war, weil du mich gebraucht hast. Ich wollte sofort nach Seattle hinter dem Bastard her, und dann noch einmal, als du dich verletzt hast. Bei dieser Gelegenheit musste Perry alles geben, um mir das auszureden, und du warst so unnachgiebig, dass ich bleiben sollte. Allerdings wusste ich damals schon, was ich tun würde, sobald ich die Chance dazu hätte. Zu wissen, dass er diese Akten über dich gelesen hat, geschrieben, als du erst ein Kind warst ..."

Er brach ab, sein Körper überflutet mit einer Wut, die Mulder selten bei seinem Meister sah.
"Was haben Sie mit ihm gemacht?" fragte Mulder, setzte sich auf und betrachtete, was er in dem schwachen Kerzenlicht von seinem Meister sehen konnte.

Skinner schien nicht zu schlimm verletzt, also musste er annehmen, dass sein Meister seinen Gegner besiegt hatte – nicht, dass er erwartet hätte, dass Krycek eine Chance gegen Skinner hätte, wenn der auf dem Kriegspfad war.
"Was ich getan habe?" Skinner zeigte ein abwesendes, gezwungenes Lächeln, lehnte sich dann vor, nahm Mulders Hand und befummelte seines Sklaven verklebte Finger. "Na schön ... ich brach zwei seiner Finger", sagte er. Dann hob er seine Hand zu Mulders Gesicht und zog seine Fingerspitzen über die gelben Flecken, dass er beinahe ohnmächtig wurde. "Und ich landete ein paar Hiebe in seinem Gesicht und riss seine Lippe auf. Außerdem schloss ich ein Auge für ihn." Sein Zeigefinger schwebte über Mulders linkem Auge, das nach Seattle tagelang stark geschwollen gewesen war. Dann bewegte sich seine Hand Mulders Torso hinunter und ruhte auf seinen Rippen. "Ich trat ein paar Mal in seine Rippen und ...", er warf einen Blick auf Mulders Fuß, "... er wird auch für eine Weile nicht bequem gehen. Alles, was er dir angetan hat, habe ich ihm angetan. Nicht mehr, nicht weniger. Ausgenommen ..."

Seine Finger pausierten unentschlossen über der Narbe auf Mulders Brust.
"Haben Sie ihm auch Ihre Initialen reingeschnitten?" erkundigte sich Mulder, sein Atem erstarrte in seiner Kehle.
"Nein. Siehst du, wenn ich meine Markierung an jemandes Körper anbringe, will ich, dass es ein Akt der Liebe und des Besitzanspruchs ist, nicht des Hasses und der Schändung", erklärte Skinner mit heiserer Stimme.

Mulder schloss seine Augen. Mit diesem einen Satz hatte sein Meister seinem Sklaven das Versprechen erneuert, das er ihm einmal gegeben hatte. Dass er ihn eines Tages als sein Eigentum markieren würde. Permanent und unwiderruflich.

Mulder schüttelte seinen Kopf, unsicher, wie er sich deswegen fühlte, was sein Meister gemacht hatte.
"Ich kann meine eigenen Gefechte führen", sagte er.
"Das weiß ich", stimmte Skinner zu, "doch das war nicht dein Gefecht. Es war meines. Niemand, niemand legt einen Finger an meinen Sklaven und kommt damit davon."
Mulder setzte sich atemlos zurück und sah den anderen Mann an, die volle Erkenntnis, was Skinner getan hatte, sank ein.
"Sie hätten getötet werden können", wies er hin.
"Vertrau mir, dafür bestand keine Gefahr. Ich hatte das Überraschungsmoment und hatte das sehr sorgfältig geplant."
"Da bin ich sicher. Ich weiß, wie gut Sie beim Planen sind", grinste Mulder, sich seines Meisters beinahe militärischer Präzision sehr wohl bewusst. "Ich wette, er wusste nicht, was ihn traf."
"Oh, er wusste es. Ich sorgte dafür, dass er genau wusste, was ihn traf, und warum", antwortete Skinner in einem Tonfall, den Mulder nie zuvor gehört hatte.

Das sandte einen Schauder seine Wirbelsäule hinauf und plötzlich war er sich bewusst, das er zum ersten Mal Aug in Aug mit seines Meisters dunkler Seite stand. Normalerweise war Skinner so beherrscht, so kühl und vernünftig – das Sinnbild gesunden Menschenverstandes. Mulder fühlte das winzigste Aufflackern von Mitleid für Krycek, der mitten in der Nacht dieser dunklen, zornigen Erscheinung gegenüber gestanden hatte, räuberisch und tödlich wie ein Panther. Er hoffte, dass die Rache dieses bestimmten Skinner nie auf ihn gerichtet sein würde.

"Ich wollte, dass er genau wusste, warum er litt und was er erwarten könnte, falls er dich noch einmal kontaktiert. Jemals wieder. Wegen irgend etwas. Ich denke, die Nachricht ist angekommen", murmelte Skinner geistesabwesend, befühlte seine verletzten Knöchel. "Deine Feinde sind meine Feinde. Diese Konsortium-Bastarde müssen in Zukunft an mir vorbei, um an dich ranzukommen. Sie können meine Karriere zerstören, aber sie werden ganz bestimmt nicht dich zerstören. Ich lasse es nicht zu. Sie haben mit dir gespielt, als ob du ihr gottverdammtes persönliches Spielzeug wärst, seit du ein Kind warst, und das hört hier auf und es hört bei mir auf. Du gehörst jetzt mir."
"Ich danke Ihnen." Mulder befingerte zerstreut seine Brust, versuchte, sich an das Gefühl der Narbe zu gewöhnen. "Für alles", sagte er ehrlich, errötete in der Dunkelheit, als er sich erinnerte, wie er die Liebe seines Meisters zu ihm bezweifelt hatte.

"Dafür habe ich auch Pläne." Skinners Finger schlossen sich denen seines Sklaven an und zogen eine Linie über das zerklüftete Fleisch. "Doch erst muss es besser verheilen. Ich habe eine Menge Pläne für dich, Junge, beginnend genau hier. Murray hat ein Verlies", murmelte er in Mulders Ohr, hielt seinen Sklaven an sich gedrückt. "Ein voll ausgerüstetes Verlies", setzte Skinner nach.
Mulders Schwanz verhärtete sich unwillkürlich erneut, obwohl er erst vor Sekunden hätte schwören können, dass er vollkommen befriedigt war.
"Ich denke, du brauchst wieder ein intensives Training, Junge. Wir haben hier ein paar Wochen und ich werde dich auf die Probe stellen. Du wirst eine gute Chance erhalten, dein Halsband zurück zu gewinnen. Niemand wird uns stören. Hier sind nur du und ich ... und Wanda", grinste er.
"Wanda ist hier?" fragte Mulder überrascht.
"Ich habe sie mitgebracht. Sie ist im Haus", nickte Skinner. "Ich wollte sie nicht zurücklassen und außerdem denke ich, sie könnte auch einen Urlaub vertragen."
"Ja, sie wäre nicht glücklich ohne ihre willigen Sklaven um sich", grinste Mulder, erfreut, dass seine kleine Mistress auch hier war.

Er fand eine kleine Prellung auf Skinners Rippen und befühlte sie sanft. "Ich werde der beste Sklave sein, den Sie sich wünschen können. Ich verspreche es, Sir."
"Meister", korrigierte Skinner, legte einen Finger auf seines Sklaven Lippen. "Du hast alles getan, worum ich gebeten habe und mehr. Ich denke, du hast das Recht zurück gewonnen, mich Meister zu nennen, Fox."
Er lehnte sich vor und ersetzte seinen Finger durch seinen Mund, beanspruchte seinen Sklaven mit seinem Kuss und seinen Worten.

Mulder machte es sich in seines Meisters Armen gemütlich und starrte über das Meer hinaus, fühlte sich mehr im Frieden, als er sich je erinnern konnte.
"Ja, Meister", sagte er leise.

Ende des neunzehnten Kapitels

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