Pairing: Skinner/Mulder
Rating: NC-17
Kategorie: BDSM-Slash
Warnung: Diese Serie enthält grafische Szenen der BDSM-Erotik
Inhalt: Mulders Drang nach immer extremeren Erregungen lassen ihn den ultimativen Spieler in DC aufsuchen – ein mysteriöser Top, der legendär in der BDSM-Szene ist. Doch Mulder muss einen hohen Preis für das bezahlen, was er will.
Disclaimer: Die Charaktere Mulder, Skinner, Scully etc. gehören Chris Carter und 1013. Die Geschichte und Ideen gehören der Autorin.
Kapitel 14: Erlösung
Inhalt: Mulders Meister lässt ihm eine harte Wahl: seine Freiheit oder ein qualvolles und unerwartetes Erlebnis durchzumachen.
Mulder erwachte früh. Er dachte nicht, dass er während der langen, dunklen Nacht mehr als dreißig Minuten Schlaf am Stück ergattert hatte. Anfangs hatte er um sich selbst geweint, doch während die Nacht andauerte, ebbten seine Emotionen ab und er blieb zurück mit einer verzweifelten, herzzerreißenden Trauer für den Mann, den er unten zurückgelassen hatte. Er versuchte sich vorzustellen, wie er sich fühlen würde, wenn jemand in sein Leben eingedrungen wäre, alte und immer noch schmerzende Wunden geöffnet hätte, und er konnte seinem Meister nur allzu gut nachfühlen. Falls Skinner noch sein Meister war. Er sah nicht, wie der andere Mann ihn noch wollen könnte. Was bloß als seine übliche ungestüme Verfolgung der Wahrheit erschienen war, war außer Kontrolle geraten und verursachte Auswirkungen, mit denen er nicht gerechnet hatte. Mulders Herz schmerzte, nicht nur für ihn selbst, sondern auch und vor allem für Skinner.
Er fühlte sich, als ob er den Verlust seiner Unschuld erlebte. Er war so zufrieden gewesen, sich in der erotischen Hitze von Skinners sachkundigen Liebkosungen zu sonnen, er hatte vergessen, dass der andere Mann nicht bloß existierte, um den Bedürfnissen seines Sklaven nachzukommen. Skinner bestand aus Fleisch und Blut, und wie hart sie auch dieses Spiel spielten, am Ende des Tages hatte er mehr Facetten, als diese eine Rolle zuließ – genau wie Mulder. Es bedeutete ihnen beiden so viel mehr, und was es noch schlimmer machte, war die Tatsache, dass Mulder sicher war, Skinner hatte versucht, ihm das zu zeigen. Mulder war jedoch zu sehr in der Erregung und der erotischen Erfüllung so vieler seiner Träume verloren gewesen, um es zu bemerken. Vielleicht hätte er es mit der Zeit geschafft, doch nun war er sicher, dass ihm diese Zeit verweigert würde.
Mulder erhob sich und erledigte folgsam sein morgendliches Schwimmprogramm, aus keinem anderen Grund, als sich in genau dem Moment an seines Meisters Willen zu verankern, wenn er sicher war, dass er ihm entzogen worden war – gemeinsam mit des anderen Mannes Liebe und Vertrauen.
Danach – weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte – machte Mulder seinem Meister Kaffee, holte seine Zeitung herein und ging in Skinners Schlafzimmer. Er würde seinen Weckruf durchführen, falls sein Meister ihn ließ, oder neben dem Bett knien, falls sein Meister es ablehnte. Er musste bloß wissen, ob er in Ordnung war und ob er eine Chance bekam, den Riesenschaden wiedergutzumachen, den er angerichtet hatte.
Mulder stieß die Schlafzimmertür auf – und erstarrte. Skinner war nicht da. Irgendwie war Mulder nicht überrascht. Er betrat das Zimmer und stellte den Kaffee auf den Nachttisch. Das Bett war gemacht, und als er es nachprüfte, war es kalt. Skinner war entweder sehr früh aufgestanden oder war nie zu Bett gegangen. Auf jeden Fall war er nicht im Apartment.
Mulder plumpste auf das Bett und verbiss die zornigen Tränen. Er hatte keine Ahnung, was er tun sollte. Nichts, woran er denken konnte, würde wiedergutmachen, was geschehen war.
Es war vorbei.
Er saß da, starrte lange Zeit geistesabwesend durchs Zimmer, griff dann aus und streichelte seines Meisters Kissen. Er hob es hoch und roch daran – es trug Skinners Duft, schwach, aber immer noch Skinners Essenz, die Mulder so sehr liebte. Er presste es gegen sein Gesicht und ergab sich neuerlich den stillen Tränen. Nicht, dass es einen Unterschied machte, doch er konnte sie nicht aufhalten.
Etwas schubste seinen Ellbogen und er sah hinunter in Wandas neugierige Augen, brachte ein schiefes Lächeln zustande.
"Hallo, Mädchen. Kommst nachsehen, was für ein Chaos der Eindringling aus dieser Situation gemacht hat, ha? Aber du wusstest immer, dass ich das tun würde, nicht wahr, Lady? Du wusstest von Anfang an, ich war nicht gut genug für ihn."
Sie betrachtete ihn ruhig für ein paar Sekunden, kletterte dann auf sein Knie und machte es sich dort mit einem zufriedenen Trillern gemütlich. Er zog sie an sich und vergrub sein Gesicht in ihrem Fell.
"Du bist so wunderschön – aber das weißt du, nicht wahr? Er hat Glück, dich zu haben. Ich frage mich, wie zur Hölle er mit einer Katze geendet hat. Irgendwie sehe ich ihn nicht rausgehen und eine kaufen. Ich könnte ihn fragen, aber ich denke, meine Neugier hat mich in genug Schwierigkeiten gebracht, stimmt’s?"
Sie blinzelte ihn langsam an und er seufzte, vergrub wieder sein Gesicht in ihrem Fell, streichelte ihren weichen Körper. Sie schmiegte sich an ihn und er war überrascht, was für ein Trost sie war. Er umarmte sie lange Zeit, löste sich schließlich und wanderte zurück hinauf, um sich anzuziehen.
Während er duschte, sah Mulder hinab auf die Zeichen seines Sklaventums. Erst vor ein paar Tagen hatte er seinen Cockring in einer dummen Geste der Rebellion abgenommen. Nun fragte er sich, wie es sein würde, ohne sie rauszugehen. Wenn Skinner sie alle entfernte, wie der andere Mann gesagt hatte, dass er es tun würde, falls er seinen Sklaven freigab. Mulder schauderte. Er hatte sich an die Ringe gewöhnt. Er empfand sie nicht nur als geile Erinnerung an den Vertrag, den er unterzeichnet hatte, sondern als etwas, worauf er stolz war, etwas, das signalisierte, er gehörte einem Mann, den er liebte.
Liebe.
Du hast eine seltsame Art, ihm das zu zeigen, Mulder, tadelte er sich selbst.
Er fuhr zur Arbeit, sein Magen drehte sich um, seine Schritte bleiern. Er wollte nichts mehr, als Skinner zu sehen und sich vergewissern, dass der andere Mann in Ordnung war. Doch er wusste, sobald er seinen Meister sah, hätte er nichts zu sagen. Auch war er nicht sicher, ob er den enttäuschten Ausdruck ertragen konnte, den er in den Augen seines Meisters sehen würde.
Er ging in den Keller, seine Schultern hängend und niedergeschlagen. Scully sah ihn alarmiert an.
"Mulder? Sind Sie in Ordnung?" Ihre blauen Augen verstrahlten ihre Sorge.
"Mir ... geht’s gut. Nur ... müde. Gestern war ein langer Tag."
"Ja! Sie ... Sie denken nicht an das, was wir in Kalifornien herausgefunden haben, oder?" erkundigte sie sich ängstlich.
"Nein, Scully, tue ich nicht. Keine Sorge. Ich komme schon klar."
"Gut, weil ich für uns in ein paar Minuten eine Besprechung mit Skinner vereinbart habe, um den Bericht durchzugehen."
"Richtig. Ich verstehe."
Mulders Herz setzte aus. So sehr er Skinner sehen wollte, er war nicht sicher, ob er seinem Meister als Agent Mulder gegenübertreten konnte, nach allem, was passiert war. Ob er die Vorspiegelung falscher Tatsachen durchhalten konnte, wenn es so vieles gab, was er sagen wollte – was gesagt werden musste.
Skinner sah mitgenommen aus – vermutlich hatte er eine genauso schlechte Nacht gehabt, wie sie Mulder durchlitten hatte, wo immer er sie verbracht hatte. Mulders Herz flog dem anderen Mann entgegen. Er hatte dunkle Ringe unter seinen Augen und sein Gesicht war blass. Wenn er über die Heimkehr nachdachte, die Skinner ihm verpasst hatte, und wie perfekt das gewesen war, schauderte Mulder, hasste sich noch mehr.
"Sir ..."
Er reichte Skinner seinen vorläufigen Bericht und ihre Finger berührten sich, als Skinner ihn nahm. Mulder hielt den Moment fest, wollte in die Augen seines Meisters sehen. Doch Skinners Starren blieb resolut auf die Akte fixiert. Er sah seinen sündigen Sklaven nicht einmal an. Mulder entließ die Akte hoffnungslos und nahm seinen Platz ein.
Skinner las den Bericht durch, blickte dann auf.
"Ich sehe, Ray Glover stimmt Ihren Schlussfolgerungen zu", murmelte er.
"Ja, Sir", nickte Scully.
"Und Sie haben das gestern gelöst?" erkundigte sich Skinner, blätterte durch die Akte.
"Das ist richtig."
Scully kreuzte ihre Beine und warf Mulder einen Blick unter ihren Augenlidern hervor zu. Mulder bemerkte Skinners sichtbares Zusammenzucken bei dieser Information. Nicht nur, dass ihn sein Sklave anlog, sondern Scully und Glover belogen ihn genauso. Das hatte er nicht verdient.
"Das sagt auch Glover", murmelte Skinner, der überraschte Schmerz klang in seiner Stimme durch.
Mulder konnte sich nicht zurückhalten. "Eigentlich, Sir, haben wir den Fall am Mittwoch gelöst – es war nicht sehr schwer. Die Frau wurde vom Blitz getötet, es brauchte kein Genie, um das herauszufinden", widersprach er rasch.
Scully starrte ihn erschrocken an.
"Wir hätten sofort zurückkommen können, aber mir war nach einem freien Tag in Kalifornien, deshalb bat ich Glover, uns zu decken. Es war nicht Scullys Idee", setzte er eilig nach.
Skinner legte die Akte auf den Schreibtisch und sah seinen Sklaven zum ersten Mal an. Nun war Mulder an der Reihe mit Zusammenzucken. Skinners Augen waren dunkel und kalt.
"Danke für Ihre Ehrlichkeit, Agent Mulder", meinte sein Meister ruhig. "Ich weiß es zu schätzen. Ich bin sicher, wir alle haben Ähnliches während unserer Zeit gemacht. Ich nehme an, Sie hatten einen angenehmen Tag?"
Er richtete die Frage an beide. Scully lächelte erleichtert und nickte. Mulder biss auf seine Lippe und zuckte seine Schultern.
"Nicht wirklich. Ich wollte meine Neugier über etwas befriedigen, doch das war ein Fehler. Ich hätte es fallen lassen sollen. Ich wünschte, ich hätte es getan", sagte er, sein Ton drängend und angespannt.
Scully blickte zu ihm, ihre Augenbraue in einer unausgesprochenen Frage erhoben.
"Na schön, dieser Bericht scheint klar genug. Ich kümmere mich darum, dass die Personalabteilung den gestrigen Tag als Urlaubstag vermerkt", sagte Skinner ernst. "Korrigieren Sie den Bericht und ich werde ihn unterzeichnen, danach können wir diesen Fall begraben."
"Ja, Sir", nickte Mulder, seine Kehle trocken.
Skinner war wie ein Mann, der auf Autopilot funktionierte. Mulder wollte nichts mehr, als an seines Meisters Seite niederknien, mit seinem Kinn auf Skinners Knie, und dem anderen Mann den selben Trost anbieten, den Wanda ihm diesen Morgen gegeben hatte. Er fragte sich, ob er jemals das Privileg erhalten würde, diese Position wieder einzunehmen.
"Sie sind entlassen, Agents", sagte Skinner und Scully erhob sich.
"Mulder?" fragte sie, als sie die Tür erreichte und herausfand, dass er nicht folgte.
"Ich komme nach, Scully."
Er schenkte ihr ein mattes Lächeln und sie nickte stirnrunzelnd.
Nachdem sie gegangen war, drehte er sich zu Skinner um.
"Es tut mir leid", sagte er leise. "Es tut mir so furchtbar leid. Ich hatte keine Ahnung, wo ich hineinstolpern würde. Ich hatte nie vor, Ihnen solche Qual zu bereiten."
"Nein hast du nie", stellte Skinner kryptisch in leisem Tonfall fest. Als er weitersprach, hatte sich seine Stimme in seinen üblichen brüsken, geschäftsmäßigen Ton verwandelt. "Agent Mulder, ich habe im Moment keine Zeit für diese Konversation. Ich sehe Sie heute Abend zu Hause, dann werden wir entscheiden, wie es weitergeht."
"Werden Sie meine Ringe abnehmen?" fragte Mulder, wagte kaum, die Frage auszusprechen, musste es aber wissen. Er glaubte nicht wirklich Skinners Versicherung letzte Nacht, dass er nicht weggeschickt werden würde.
Es herrschte Stille. Skinner runzelte seine Stirn, als ob er sich nicht zutraute zu sprechen.
"Bitte, Sir, werden Sie mich freigeben?" drängte Mulder in verzweifeltem Tonfall.
"Sei einfach heute Abend dort. Wir werden reden", meinte Skinner, sah seinen Sklaven nicht an.
"Bitte!"
Mulder trat vor seinen Meister, versuchte Skinner dazu zu bringen, ihn anzusehen.
"Begreifen Sie wenigstens, dass es mir leid tut, wenn Sie mich freigeben. Begreifen Sie das. Ich wollte Ihnen nicht weh tun, versprochen. Ich hätte niemals absichtlich ..."
"Das genügt, Agent Mulder", schnappte Skinner, sein Kiefer verkrampfte sich. "Absichtlich oder nicht, Sie haben es getan, und im Moment sind Sie keine Hilfe."
"Es tut mir leid, es ist nur so, dass ich ...", begann Mulder.
"Ja, das ist es – ich. Das ist so ziemlich die Zusammenfassung. Ich sagte das schon früher, Fox, aber immer geht es nicht um dich. Hier ging es um mich, tut es noch immer. Jetzt geh bitte, bevor ich etwas sage, das ich bedaure und das du nicht hören willst."
Mulder zögerte, doch der Ausdruck in den Augen seines Meisters zeigte, dass es der andere Mann todernst meinte. Er drehte sich um und ging hinaus, der Schmerz bohrte sich in seine Brust wie ein Dolch, machte Atmen schwierig.
Mulder schlafwandelte durch den Tag. Er verfasste seinen Bericht auf Autopilot, reichte ihn ein und fuhr heim. Nach der Konversation am Morgen wagte er nicht länger zu hoffen, dass Skinner ihn behalten würde. Er würde es nicht tun, und es machte keinen Sinn, falsche Hoffnung zu hegen. Er beschloss, sich die Qual zu ersparen, wollte gehen, bevor er weggeschickt wurde. Er ging geradewegs hinauf in sein Zimmer, fing an, seine Habseligkeiten zu packen. Er hatte keine Ahnung, wohin er gehen würde, es war jedoch offensichtlich, dass er nicht hierbleiben konnte.
Er beendete das Packen seiner paar Habseligkeiten, entschied, dass er für das Aquarium zurückkommen musste. Als Skinner heimkam, war er beinahe fertig. Seine Koffer warteten im Flur.
"Fast fertig." Er schaffte ein trauriges Lächeln in Skinners Richtung, als der andere Mann seine Aktentasche auf den Tisch warf. "Es tut mir leid – ich hätte aus Ihrem Blickfeld sein sollen. Ich brauche nicht lange."
"Du läufst davon?"
Skinner wanderte zur Bar und goss sich einen großen Schwenker mit Whisky ein, hob ihn an seine Lippen, erstarrte dann und knallte ihn auf die Abstellfläche. Mulder zuckte zusammen.
"Ist es das, was du tust? Weglaufen?"
"Ist es nicht das, was Sie wollen?" fragte Mulder verwirrt.
"Nein, das ist es, was du willst. Ist es nicht so, Fox? Du läufst davon, sobald echte Intimität droht."
"Nein." Mulder richtete sich kerzengerade auf, überlegte den Punkt. "Nein, aber ich weiß, wann ich es vermasselt habe und ich weiß, wann ich die Dinge schlimmer mache, wenn ich bleibe, als wenn ich gehe. Glauben Sie mir, ich kenne dieses Gefühl nur allzu gut", murmelte er mit einem bitteren, ironischen Lachen.
Skinner starrte ihn leidenschaftlslos an.
"Ich verbrachte die sechs Jahre nach Sams Entführung in dem Wissen, ich war am falschen Ort zur falschen Zeit. Ich wusste, ich war im Weg und ich verschwand, sobald ich konnte."
"Und nun tust du es wieder."
Skinner schritt in die Küche, goss sich ein großes Glas Wasser ein und nahm einen tiefen Schluck. Dann drehte er sich wieder um.
"Na schön, das kannst du nicht", sagte er zu Mulder. "Du kannst nicht weg, weil ich dich nicht freilassen werde. Du hast einen Vertrag unterzeichnet, denk daran."
"Ja", zuckte Mulder seine Schultern. "Aber wir beide wissen, dass es vollkommen von uns abhängt, das Spiel aufrecht zu erhalten."
"Das ist kein Spiel!" Skinner knallte erneut sein Glas runter und Mulder schrak vor der echten Wut zurück, die er in des anderen Mannes Augen sah. "Es ist eine Rolle, ja, aber kein Spiel, verdammt."
Er ging auf Mulder zu, sein Körper bebend vor Wut, und Mulder wich zurück, auf die Tür zu.
"Alles klar", sagte er, versuchte, die Situation zu beruhigen. "Was immer Sie sagen."
"Nein, nicht, was immer ich sage. Du verstehst nicht, weil du dich weigerst", widersprach Skinner verzweifelt. "Vergiss es. Geh, wenn du willst. Entkommen war immer das, was du am meisten gefürchtet und gewollt hast. Auf diese Art hast du es geschafft auszuschlagen, Ablehnung zuvorzukommen, bevor sie dich einholt – was du immer tust. Nicht, weil du ein Feigling bist, sondern weil du denkst, deine Anwesenheit verletzt auf irgendeine Art die Menschen. Und du kannst das nicht ertragen. Ich habe gehofft, dir etwas anderes zu zeigen, aber ich kann dich nicht zwingen zu bleiben. Da hast du recht. Vertrag oder nicht, unsere derzeitige Lebensweise ist von unserem beiderseitigen Einverständnis abhängig."
"Ja", sagte Mulder einfach.
Das hatte er immer gewusst, selbst während er die Fiktion in seinem Geist aufrecht erhalten hatte, dass er keine Wahl hatte. Er hatte eine Wahl. Er hatte immer eine Wahl gehabt.
"Sie hätten mich als einen Sub zu Ihnen kommen lassen sollen. Das wäre einfacher gewesen", meinte er leise.
"Einfacher, ja, aber du hättest nichts gelernt, und ich hätte nicht mit mir leben können, wenn ich nicht versucht hätte ..."
Skinner brach abrupt ab. Er leerte sein Wasser mit einem langen Schluck, zog seinen Mantel aus und warf ihn auf die Couch. Seine Anzugjacke folgte, dann begann er, seine Krawatte mit schnellen, zornigen Bewegungen zu lösen. Auch diese endete auf der Couch und er öffnete seinen Kragen, als ob er um Luft ringen würde. Mulder beobachtete den anderen Mann, bemerkte die Tiefe der kontrollierten Wut in diesen knappen Gesten.
Dann trat Skinner auf ihn zu, kam näher, zu nahe. Skinner platzierte seine Hände beiderseits Mulders Kopf, hielt den jüngeren Mann gefangen, sein großer Körper so überwältigend und physisch einschüchternd wie immer. Mulder schluckte, roch Skinners Zorn durch des anderen Mannes Hemd. Skinners Augen waren dunkel und todernst, als er zu sprechen anfing.
"Ich gebe dir eine letzte Chance. Was du getan hast ...", Skinners Kiefer verkrampfte sich, "... war falsch", sagte er schließlich.
"Warum? Sie haben in meiner Vergangenheit herumgegraben", sagte Mulder, fand irgendwo den Mut zur Gegenwehr, überraschte sich selbst damit.
Skinner atmete ruckartig ein, als ob er in den Bauch geboxt worden wäre.
"Ich habe mich lediglich nach deinen Vorlieben erkundigt, nicht nach deinem Leben", murmelte Skinner, sichtlich angespannt von dem Vorwurf. "Ich habe mich erkundigt, weil ich dich beschützen musste und weil ich dir die Wahlmöglichkeit entziehen musste, um dich zu schützen. Ich wollte dir nicht weh tun – ich musste wissen, was du magst, wie weit ich gehen konnte. Ich bewerte einiges davon danach, wie du reagierst, aber nicht alles ... Ich brauchte eine Basis, mit der ich arbeiten konnte." Seine Stimme sank. "Es tut mir leid. Vielleicht habe ich das nicht richtig gespielt, aber es war der einzige Weg, den ich sah. Ich kenne dich zu gut. Ich weiß, dass Andrew ..." Er verstummte.
Mulder biss auf seine Lippe. "Andrew hat etwas Ähnliches mit Ihnen gemacht?" erkundigte er sich.
"Nein", schüttelte Skinner seinen Kopf. "Du und ich haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse, Mulder. Du verstehst das nicht, weil du dich selbst nicht verstehst."
"Und ich verstehe Sie nicht. Ich wollte es aber. Deshalb ..."
"Ich weiß, weshalb!" antwortete Skinner zornig. "Ich kenne dich und deine wahnsinnige Neugier sehr gut. Ich habe dich gebeten, mir zu vertrauen – ich hätte es dir mit der Zeit erzählt, aber du konntest das nicht für mich tun, stimmt’s? Nun hast du das Tempo forciert und dabei für mich ein paar verdammt schwere persönliche Erinnerungen aufgewühlt."
"Und ich habe gesagt, es tut mir leid", zuckte Mulder seine Schultern. "Sehen Sie, ich gehe einfach."
Er wollte sich bewegen, doch Skinner knallte ihn wieder gegen die Wand. Zum ersten Mal, seit er den Vertrag unterschrieben hatte, hatte Mulder ehrlich Angst vor seinem Meister.
"Geh, wenn du willst", sagte Skinner, "aber ich biete dir eine Wahl. Lauf vor all dem davon, wenn du nicht ertragen kannst, was du getan hast. Aber falls du gehst, denke ich, du wirst dich innerhalb eines Jahres umbringen. Oh, nicht absichtlich, sondern weil du nicht mit diesem ruhelosen Kern in dir leben kannst, mit den Dämonen, die dich jagen. Und du wirst alles tun, um ihnen zu entkommen, alle Arten dummer, lächerlicher Risiken eingehen."
Er bewegte seine Hände, nahm Mulders Gesicht zwischen sie, streichelte seinen Daumen Mulders Wangen auf und ab. "Ich will dich nicht tot, Kleiner. Das will ich nicht."
"Nein." Mulder sah runter, kämpfte gegen die Tränen an. "Sie wollten derjenige sein, der mich rettet."
"Nein", schüttelte Skinner seinen Kopf. "Nur du kannst das tun. Allerdings wollte ich derjenige sein, der dir zeigt, wie."
Mulder starrte seinen Meister sprachlos an. Er musste hier raus, er musste atmen. Er konnte diese Art emotionaler Szene nicht ertragen. Damit konnte er nicht umgehen. Er war nie in der Lage gewesen, mit seinen eigenen Emotionen umzugehen, damit umzugehen, dass er Menschen, die er liebte, verletzte. Er erinnerte sich, seiner Mutter erzählt zu haben, dass Sam weg war, erinnerte sich, es seinem Vater berichtet zu haben, als er seine Schwester das zweite Mal verloren hatte. Bei jeder Gelegenheit hatte er sich weggedreht, unfähig, sich ihrer Trauer zu stellen wegen dem, was er ihnen angetan hatte. Auch jetzt konnte er nicht damit umgehen.
"Lassen Sie mich gehen", sagte er noch einmal.
"Das werde ich." Skinners Finger streichelten Mulders Gesicht weiterhin sanft, verzweifelt. "Du kannst gehen, falls du das willst. Aber ich bitte dich, zu bleiben und dich dem zu stellen. Es wird nicht einfach sein. Falls du bleibst, werde ich dich dazu bringen, etwas Schlimmeres durchzustehen, als du je zuvor in deinem Leben erlitten hast, Fox."
Mulder starrte seinen Meister wortlos an. Selten wünschte er sich Bestrafung als Buße für seine Sünden. Er sehnte sich einfach danach, weil es ihn anmachte. Für ihn ging es um Sex. Er konnte Bestrafung als Teil eines Sexspieles ertragen, weil es ihm einen Höhenflug verschaffte. Aber irgendwie dacht er nicht, dass Skinner das hier im Sinn hatte.
"Keine Ahnung", stammelte er schließlich.
"Dann entscheide dich."
Skinner trat zurück, seine dunklen Augen kalt und traurig, als ob Mulder ihn gründlich enttäuscht hätte. Er warf einen Blick auf seine Uhr. "Du hast eine halbe Stunde. Ich werde mich umziehen. Falls du noch hier bist, wenn ich zurückkomme, werden wir weitermachen, aber es wird hart werden. Ich lüge dich nicht an – das wird sehr schwer für dich werden."
"Was werden Sie tun?"
Mulder schloss seine Augen, legte seinen Kopf gegen die Wand zurück, sein Adamsapfel hüpfte verkrampft in seiner entblößten Kehle. Skinner schüttelte seinen Kopf.
"Komm mit mir ins Unbekannte, wandere an meiner Seite und wir stellen uns dem gemeinsam, doch den ersten Schritt musst du alleine tun – und mit Vertrauen. Vertrauen in mich. Falls du dieses Vertrauen nicht finden kannst, ist die Reise vorbei, bevor sie richtig begann."
Skinner strich einen Finger langsam Mulders Kehle hinunter, drehte sich dann abrupt um.
"Eine halbe Stunde. Es ist deine Wahl. Falls du dich entscheidest zu gehen, werden wir das nie wieder erwähnen. Ich werde dafür sorgen, dass dir dein Geld und dein Vertrag zurückerstattet werden und wir werden die vergangenen paar Wochen aus unserem Leben streichen, als ob sie nie passiert wären."
Er nahm seinen Mantel, Jacke und Krawatte und verließ ohne einen Blick zurück den Raum.
Mulder stand mit hängenden Schultern an die Wand gelehnt, versuchte, einen Sinn darin zu finden. Jeder Instinkt in seinem Körper rief ihm zu, wegzulaufen, aus dieser Situation zu verschwinden, von dem Bruch des Vertrauens, der Qual, dem reinen emotionalen Trauma. Er konnte nicht dagegen ankämpfen. Er griff nach seinen Koffern, schlang eine Tasche über seine Schulter und ging aus der Tür.
Mulder schaffte den ganzen Weg hinunter in die Parkgarage, bevor er erkannte, dass er aufgehört hatte zu atmen. Er erstarrte, schnappte nach Luft und lehnte sich gegen die Wand, sein Herz hämmerte schnell in seiner Brust.
Endlich riss er sich genug zusammen, um zu seinem Wagen hinüber zu taumeln. Er warf seine Habseligkeiten hinein, stieg ein und fuhr los. Er hatte keine Ahnung, wo er hin wollte, nur, dass er weg musste. Immer und immer wieder hallte Skinners Stimme in seinem Geist. Er erinnerte sich an das Wort durchstehen und fragte sich, was Skinner ihm antun würde, falls er zurück ginge. Seine Gedanken wanderten nervös zu der Bullenpeitsche, die das von ihm am meisten gefürchtete Instrument war. Bloß ein paar ernsthafte Streiche damit über seinen Rücken würden ihn ohnmächtig werden lassen, wenn es jedoch irgendwie eine Wiedergutmachung war für das, was er getan hatte, war er gewillt, sich dem zu stellen, es willig zu ertragen. Es war nicht die Angst vor Bestrafung, die ihn wegtrieb – damit hatte Skinner recht. Es war Angst vor sich selbst, vor seinen Emotionen, Angst vor dem Vertrauen, das sich zwischen ihm und seinem Meister aufgebaut hatte. Er war so daran gewöhnt, mit seiner Paranoia zu leben – selbst Scully hatte es kaum fertiggebracht, die zu durchbrechen. Es gab immer noch Momente, sogar nach all dieser Zeit, wo er sie anzweifelte, wo er sie sich vorstellte, wie sie ihre Berichte über ihn schrieb, sie einer unbekannten, im Schatten liegenden Organisation übermittelte, die jede seiner Bewegungen überwachte.
Mulder hielt an und kurbelte das Fenster runter, atmete tief durch, bekämpfte seine Panik. Er wollte Skinner vertrauen, verdammt! Er wollte sich wieder dieser liebevollen Obsorge überlassen, wollte seine Dienste als Gegenleistung für des anderen Mannes schützende Liebe anbieten.
Mulder atmete ein paar Mal tief durch und fand zu einer Entscheidung. Allein war er besser dran. Er war immer allein gewesen und endete auf diese Art nicht damit, die Menschen zu verletzen, die er liebte. Mit allem konnte er umgehen außer mit diesem Schmerz. Er hatte den selben Ausdruck in Skinners Augen gesehen, der in den Augen seiner Eltern gewesen war, als er ihnen von Sam erzählt hatte. Ja, es war besser abzuhauen, bevor er die Dinge schlimmer machte.
Mulder richtete sich auf und startete wieder den Wagen, nickte vor sich hin. Er stellte den CD-Player an, um sich abzulenken. Es dauerte ein paar Minuten, bis das gespielte Lied zu seinem Geist durchdrang – sie hatten es erst vor einigen Tagen gekauft und es seitdem nonstop gespielt. Es war eine gespenstische, lyrische Melodie. Der Text hatte auf persönlicher Ebene keine große Bedeutung für ihn, außer, dass sein Meister – Ex-Meister – es ihm gegeben hatte, doch es lag etwas Wunderschönes darin.
Each of us thinking how good it can be ... someone is speaking … but she doesn’t know he’s there.
Mulder rammte seinen Fuß auf die Bremse und griff aus, um es zum Schweigen zu bringen, gerade, als das Lied zum Refrain kam, mit all den Erinnerungen und der Bedeutung, die es beinhaltete; Here, there ... and everywhere. Mulder zuckte erleichtert zur Kontrolltafel, schaltete stattdessen zum Radio um und fuhr weiter.
Nothing compares ... nothing compares to you, schmetterte Sinead O’Connors Stimme raus, angespannt vor Schmerz.
Hastig wechselte Mulder den Sender. Draußen war es dunkel und es begann zu regnen. Die Musik filterte in den Fokus und er erkannte, dass er eine Art Golden Oldie-Radiosender erwischt hatte.
I can’t forget this evening, oh your face, as you were leaving, but I guess that’s just the way the story goes …, ertönte das klagende Trällern.
Mulder verkrampfte seine Fäuste um das Steuerrad. Handelte jedes verdammte Lied auf der ganzen verdammten Welt von gescheiterten Liebesaffären? Es trieb ihn in den Wahnsinn.
I can’t live ... if living is without you, dröhnte die Musik.
Mulder starrte das Radio böse an, vermutete eine Verschwörung. Das konnte nicht wahr sein.
"Wo ist sinnloser Pop-Mist, wenn du ihn wirklich brauchst?" knurrte er, tauchte wieder nach der Kontrollkonsole ab.
Er fand einen modernen Sender, der eine Art sich wiederholendes Mantra spielte, das zu seiner Stimmung passte, und gab wieder Gas. Wie kam es, dass Musik in Zeiten starker emotionaler Anspannung immer so bedeutend erschien? Er erinnerte sich, dass er, nachdem Scully entführt worden war, mehrere Nächte hintereinander wach dagesessen hatte, einfach der bedrückendsten Musik gelauscht hatte, die er finden konnte, in jeder herzzerreißenden Melodie Verbindungen erkennend, sich absichtlich mit ihrem Verlust folternd.
Mulder fuhr, verloren in einem sinnlosen Nebel. Er warf einen Blick auf seine Uhr. Eine halbe Stunde, hatte Skinner gesagt. Er hatte noch zehn Minuten. Wenn er jetzt umdrehte ... Mulder rammte seinen Fuß auf die Bremse und legte seinen Kopf auf das Lenkrad.
"Du hast deine Entscheidung getroffen", flüsterte er, seine Haut prickelte bei dem Gedanken zu ertragen, was Skinner ihm versprochen hatte. Etwas Schlimmeres als alles, was er je durchgemacht hatte ... Mulder vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Die Worte des nächsten Liedes filterten in sein Bewusstsein.
I try to say goodbye and I choke, I try to walk away but I stumble, though I try to hide it, it’s clear, my world crumbles when you are not near.
"Scheiße!” brüllte er, wendete den Wagen und raste mit quietschenden Reifen zurück zur Crystal City.
Er kam mit zwei Minuten Spielraum an, ließ seine Koffer im Wagen und rannte zum Fahrstuhl, sprang hinein, donnerte seine Faust gegen die Wand, wollte ihn durch Willenskraft schneller fahren lassen. Er erreichte den siebzehnten Stock und rannte den Korridor entlang, fand die Tür immer noch angelehnt, wie er sie zurückgelassen hatte, stürmte hinein ... gerade, als Skinner die Treppe herunter getrottet kam. Sein Meister blieb stehen und sah ihn an.
"Ich nehme an, du hast deine Entscheidung getroffen?" sagte Skinner leise.
"Ich hatte keine Chance. Jeder Radiosender im Universum war gegen mich", antwortete Mulder, verzog sein Gesicht.
Skinner hatte in eine graue Trainingshose, passenden Sweater und Sneakers gewechselt. Er trug nicht seine Brille und sah nicht einmal annähernd wie ein Meister aus. Er wirkte verloren, seltsam abwesend und zurückhaltend – und sehr abgelenkt.
"Sir? M...eister?" fragte Mulder
Skinner sah sich im Apartment um, sein Gesichtsausdruck verwirrt. "Meine Schlüssel ... wo habe ich meine Schlüssel hingelegt?" murmelte er, klopfte seine Taschen ab.
"Auf dem Tisch."
Mulder holte die Schlüssel und händigte sie seinem Meister aus. "Fahren wir wohin?" erkundigte er sich.
"Wohin?" Skinner runzelte seine Stirn. "Oh. Ja. Sieh mich an", er drehte Mulder zu sich herum. "Ich sagte, es würde schwer werden und das wird es. Bist du sicher, dass du bleiben willst?"
Mulder nickte, nahm seine Augen niemals von Skinners Gesicht. "Ja, ich war nie sicherer wegen irgendetwas in meinem Leben", meinte er leise. "Ich kann ertragen, was immer Sie verabreichen wollen."
Skinner lächelte, ein müdes, trauriges Lächeln. "Das ist anders. Das wird schwieriger werden", wisperte er. "Ich kenne dich zu gut. Das wird weh tun. Bist du sicher? Wirklich sicher, Fox?"
"Ja", antwortete Mulder entschlossen. "Was es auch ist, ich verdiene es."
"Nein", schüttelte Skinner seinen Kopf. "Hier geht es nicht um dich – das ist keine Bestrafung, es ist bloß etwas, das ertragen werden muss. Deine Bestrafung wird später kommen. Versteh das, oder wir können nicht weitermachen."
"Tue ich aber nicht."
"Verstehe, dass ich dich nicht bestrafe. Verstehe, dass das für mich ist. Kannst du so viel verstehen?"
"Ja", nickte Mulder langsam.
"Gut."
Skinner trat zur Tür und ging ohne einen Blick zurück hinaus. Mulder schluckte nervös. Was immer als nächstes passieren würde, es würde schlimm werden. Er konnte es fühlen.
Sie fuhren stumm. Skinner beantwortete keine von Mulders Fragen, sodass er schließlich aufhörte, sie zu stellen. Sie kamen an ein Haus, das Mulder kannte.
"Elaine?" fragte er. "Wir besuchen Elaine? Wieso?"
"Weil sie eine alte Freundin ist", erklärte ihm Skinner ernst, verloren in seiner Welt.
Es war beinahe, als ob sein Meister sich irgendwo anders aufhielt, dachte Mulder. Sicherlich schien er nicht im Hier und Jetzt zu sein. Er war fahrig, nervös, und Mulder hatte Skinner nie zuvor so gesehen. Er stieg aus dem Wagen und folgte seinem Meister zur Tür. Sie wurde geöffnet, bevor sie überhaupt ankamen und Elaines Arme schlangen sich um Skinners Schultern, zogen ihn in eine herzliche Umarmung.
"Mein armer Walter. Mein armer, lieber Walter", flüsterte sie, küsste seine Wange, drückte ihn an sich.
Mulder starrte sie an, Schuld kämpfte mit Neugier. Sie sah ihn und lächelte, streckte ihre Hand nach ihm aus.
"Und auch armer Mulder", sagte sie leise. "Meine armen Jungs. Kommt rein."
Mulder folgte betäubt. Er hatte nur ein paar Mal mit Elaine gespielt. Sie war zu freundlich gewesen. Es wäre leicht gewesen, sich in sie zu verlieben, und – wie Skinner so richtig hingewiesen hatte – davor hatte er Angst, also hatte er die Liaison beendet. Sie war aber ein guter Mensch – er hatte ihr vertraut, wie er jedem vertraute.
Sie war in eine fließende Robe gekleidet, die ihre volle Figur betonte, mit ihren großen Brüsten und breiten, runden Hüften.
"Kommt mit. Alles ist bereit", erklärte sie ihnen, führte sie in das, was sie ihr Boudoir nannte.
Es war ein großer, schöner Raum, in Rot und Gold ausgemalt, beleuchtet von gedämpften Wandlampen, die ihm ein warmes Glühen verliehen. Da standen Stühle, bedeckt mit luxuriösen, purpurnen Samtüberwürfen, und Kissen lagen auf dem Boden. Doch diese heimeligen Kleinigkeiten konnten nicht verbergen, was der Zweck dieses Raumes war. Ein Pfosten zum Auspeitschen stand am anderen Ende des Raumes und Haken waren in die Decke getrieben. Ein Regal mit Peitschen, Ruten, Paddel und Ketten war deutlich zur Schau gestellt.
"Setz dich, Walter", sagte Elaine, übernahm das Kommando und zog Mulders erstarrten Meister zu einem Stuhl.
Skinner gehorchte betäubt. Sie nickte auch Mulder zu einem Stuhl und er ging stumm hinüber.
"David, bring uns Tee", orderte sie.
Mulder erschrak, erkannte, dass sich auch Elaines Sub im Zimmer aufhielt. Er war ein großer, schlanker Mann mit dickem, dunklem Haar – genau, wie Elaine sie mochte, dachte er traurig, die Ironie entging ihm nicht. Auch er hatte Elaines physischem Ideal entsprochen, Skinner jedoch nicht. Was war sein Meister für sie, fragte er sich, oder sie für ihn?
"Es ist lange her, Walter."
Sie kniete vor dem großen Mann auf dem Boden nieder und zog seinen Kopf herum, sodass sie ihm in die Augen blicken konnte.
"Ja. Ich weiß." Skinner räusperte sich. "Es war nicht ... ich brauchte keine ..."
"Es ist in Ordnung. Ich war nur überrascht, deinen Anruf zu erhalten. Du weißt, ich bin immer hier. Das haben wir mit Andrew abgemacht, und du weißt, ich würde dieses Versprechen niemals brechen."
"Nein. Ich weiß", wisperte Skinner in gebrochenem Ton.
Elaine sah zu Mulder auf, ihre Finger streichelten die Seiten von Skinners Gesicht. "Du hast Andrew nie kennen gelernt, stimmt’s?" erkundigte sie sich.
"Nein, hätte ich aber gern. Jeder spricht sehr gut von ihm", antwortete Mulder. "Kommt er in Ordnung?" fragte er Elaine in leisem Tonfall.
Skinner schien so neben sich, als ob er nicht da wäre.
"Ja, er wird wieder, aber er braucht Hilfe. Ich kenne nicht alle Einzelheiten, weiß jedoch genug."
Sie erhob sich und fixierte Mulder mit einem abschätzenden Starren. "Du kannst das nicht wissen, weil du nicht dabei warst, aber Andrews Tod war qualvoll und dauerte lange. Es schmerzte uns alle, die es mit ansahen, doch natürlich traf es Walter am härtesten."
"Ja. Sie waren Liebhaber", nickte Mulder. "Das weiß ich."
"Mehr als das – Andrew rettete Walter zu einem Zeitpunkt, als er sehr tief unten war. Walter war Andrew etwas schuldig und er konnte es nicht ertragen, ihn im Stich zu lassen. Er tat alles für Andrew, während er krank war – vielleicht zu viel – er rannte sich in Grund und Boden. Erinnerungen an diese Zeit schmerzen. Walter hat bestimmte Bedürfnisse. Sie haben nichts mit dir zu tun, also bekomm keine Schuldgefühle deswegen. Ich weiß, wie du bist, Junge", kicherte sie, küsste sanft Mulders Haar. "Das ist lediglich, was Walter verlangt. Er braucht dich, für ihn jetzt da zu sein. Kannst du das tun, Junge?" bat sie ihn.
Mulder schluckte nervös.
"Was wird geschehen?" fragte er.
"Erlösung", antwortete Elaine.
Sie sah auf, als David mit dem Kräutertee eintrat. Skinner kippte seinen mit einem Schluck hinunter, seine Hand zitterte. Dann sah er hoch und schien Mulder zum ersten Mal wahrzunehmen.
"Du kannst gehen, wenn du willst", erklärte er seinem verwirrten Sklaven.
"Nein. Ich bleibe", sagte Mulder fest. "Ich sagte Ihnen, ich habe meine Entscheidung getroffen."
"Wieso bereitest du dich nicht vor, Walter", sagte Elaine zu seinem Meister. "Geh und wähle das Werkzeug. Stell dich hin, wo du sein musst."
"Ja. Natürlich", murmelte Skinner.
Er stand auf, und als er losging, packte Elaine Mulders Arm, zerrte ihn in die Ecke, ihre Finger bohrten sich in sein Fleisch.
"Bist du sicher deswegen, denn wenn du es nicht ertragen kannst, will ich, dass du rausgehst – sofort. Er wird dich nicht zurücknehmen, falls du mittendrin weg willst. Und was mich angeht, werde ich dir nie verzeihen, wenn du ihm das nicht geben kannst", fauchte sie.
"Ich kann alles akzeptieren", gab Mulder zurück. "Alles, was er oder du austeilt. Ich kann alles ertragen. Ich würde alles tun, damit die Dinge wieder so werden, wie sie waren."
Ihre blauen Augen erforschten sein Gesicht lange Zeit, dann nickte sie. "Ich glaube dir. Ich hoffe um seinetwillen, dass du es ernst meinst", sagte sie. "Wenn du ihn jetzt im Stich lässt, dann vergebe mir Gott, ich werde ...", sie ließ den Satz in der Luft hängen.
Skinner kam zum Tisch zurück. Er hielt eine lange, schwere Gummipeitsche in der Hand. Mulder hatte so ein Instrument noch nie gesehen. Er wusste aus seiner Erfahrung mit der Klatsche, wie schmerzhaft Gummi war. Er verursachte keine Narben, weil er nicht die Haut aufriss, wenn er von sachkundiger Hand verwendet wurde, doch seine Schwere verursachte intensive Prellungen und fürchterliche Schmerzen.
Er biss auf seine Lippe, wusste, das war es, was er verdiente, und bereitete sich darauf vor, sich dem zu stellen. Wenn Skinner ihn wundpeitschen musste, um über die Qual hinwegzukommen, die er seinem Meister bereitet hatte, so sollte es eben sein. Mulder konnte das akzeptieren, hieß es vielleicht sogar willkommen.
"Handschellen", sagte Skinner zu Elaine. "Er wird sie brauchen", fügte er hinzu, deutete mit seinem Kopf in Mulders Richtung.
"Wieso? Bleibt er nicht still?" erkundigte sich Elaine.
"Nein. Er wird kreischen und kämpfen", antwortete Skinner. "Wenn er bittet, freigelassen zu werden, dann tu es, aber er wird die Handschellen brauchen, um das zu ertragen", meinte er eisern.
Elaine nickte und winkte Mulder rüber. Er kam näher, seine Kehle trocken. Elaine befestigte die Handschellen an Mulders Gelenken und führte ihn zu einem Haken in der Wand. Sie klinkte eine Kette an jede der Schellen und überprüfte sie.
"Jetzt kannst du schreien und brüllen, so viel du willst – der Raum ist schalldicht, wie du weißt, aber wenn es zu viel für dich wird, bitte einfach darum, befreit zu werden und du kannst gehen", erklärte ihm Elaine, ihr Gesichtsausdruck zeigte ihm, was sie von ihm halten würde, falls er das täte.
"Ich verstehe nicht. Warum kettest du mich hier an?" fragte Mulder, warf einen Blick zum Auspeitschpfosten.
"Walter denkt, du mischt dich vielleicht ein. Er glaubt nicht, dass du einfach zusehen kannst, ohne zu versuchen, es zu stoppen", antwortete sie.
"Zusehen?" wiederholte Mulder langsam.
Die Wahrheit sank ein, während er Skinner aus seinen Augenwinkeln im Raum auf und ab wandern sah, hin und her.
"Zusehen", bestätigte Elaine fest. "Kannst du das für ihn tun?"
"Nein! Du kannst doch nicht ..." Mulder zog an den Handschellen, doch sie hielten.
"Ruhe!" zischte sie. "Das ist Walters Zeit. Sieh zu und lerne."
Sie wendete ihm den Rücken zu und trat zu seinem Meister.
"Walter – bist du sicher, das ist es, was du verwenden willst?" fragte sie, nahm ihm die Gummipeitsche ab.
"Ja", sagte Skinner in dumpfem Tonfall. Er warf Mulder einen Blick zu. "Ist er ...?"
"Ihm geht es gut", sagte Elaine entschieden, hatte die Situation völlig unter Kontrolle. "Walter", sie nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände. "Das ist zur Erlösung, mein Schatz, nicht Bestrafung, nicht Korrektur, bloß Erlösung. Du verstehst das, nicht wahr?"
"Ja, Elaine", nickte er, seine Augen glasig.
"Es hört auf, wann immer du darum bittest. Du weißt, ich fessle dich nicht. Das ist für dich – es ist deine Katharsis."
"Ja."
Skinner senkte seinen Kopf. Er sah so verloren und allein aus, dass Mulder begann, verzweifelt an den Handschellen zu zerren, die ihn banden. Er wollte zu seinem Meister hinüber eilen und ihn trösten, wollte das aufhalten.
"Dann zieh deine Kleider aus, mein Schatz", sagte Elaine sanft.
Skinner nickte und schälte sich aus seinem Sweater, schlüpfte aus seinen Halbschuhen und warf seine Trainingshose auf den Kleiderhaufen auf dem Stuhl. Mulder bemerkte, dass Skinner keine Unterwäsche trug und auch des anderen Mannes Kleiderwahl bekam eine Bedeutung. Erschrocken erkannte Mulder, dass Skinner das geplant hatte, dass es ein vertrautes Ritual war. Außerdem sah er, dass die Aussicht auf eine drohende Auspeitschung seinen Meister anscheinend nicht erregte. Skinners Schwanz war schlaff und vollkommen un-erregt.
"Komm mit mir." Elaine führte Skinner zum Pfosten und gab ihm in jede Hand einen Lederriemen zum Festhalten. "Es stoppt, wann immer du das Wort sagst, Liebling. Du hast hier das Sagen", erinnerte sie Skinner. "Das ist ein Dienst für einen guten Freund. Du hast die Kontrolle", wiederholte Elaine, als ob sie einem sehr kleinen Kind den Gedanken einhämmern wollte. "Walter!" zischte sie scharf.
Er tauchte für einen Moment aus seiner Träumerei auf und nickte.
"Ich meine es ernst!" sagte sie grimmig. "Nur genug, um dir Erlösung zu geben – nicht mehr. Keine Bestrafung. Du hat nichts falsch gemacht."
"Nein."
Er schauderte und sie schlang ihre Arme um seinen Brustkorb, pflanzte einen Kuss auf die Seite seines Gesichts. "Gut, Walter. Gut."
Sie streichelte sein Gesicht mehrere Male mit solcher Zärtlichkeit, dass Mulder einen Kloß in seiner Kehle aufsteigen fühlte. Er beobachtete, wie sie von Skinner wegtrat und zum Tisch ging. Sie nahm die Peitsche auf und reichte sie ihrem Sub, David.
"NEIN!" brüllte Mulder, doch niemand nahm ihn zur Kenntnis.
Mulder fühlte sich, als ob man ihm in die Eingeweide geboxt hätte. Es war eine Sache für Elaine zu verabreichen, was immer es war, das Skinner im Augenblick benötigte, doch er konnte den Gedanken nicht ertragen, dass ihr Sub seinem Meister diese Auspeitschung gab. Elaine war eine Domina, er konnte verstehen, falls Skinner sich ihr zuwendete und ihr die Erlaubnis gab, ihm weh zu tun, was einem Kräfteaustausch zwischen Gleichgestellten gleichkam. Sich allerdings einem Sub zu überlassen – das war ein Schlag ins Gesicht von allem, was Mulder verstand. Und mehr als das. Es ließ ihn eine Welle der tiefen und bitteren Eifersucht empfinden. Skinner war sein Meister. Wenn irgendjemand diesen Dienst für den anderen Mann ausführte, sollte er es sein.
David nahm die Peitsche und schlang das Ende um seine Hand, ließ einen langen Streifen übrig. Er knallte ihn ein paar Mal durch die Luft, blickte dann zu Elaine. Sie nickte. David trat zum Pfosten und sprach leise in Skinners Ohr.
"Wie hart, Sir?" fragte er.
"So hart du kannst", antwortete Skinner, seine Augen unkonzentriert, sein Griff verengte sich um die Riemen, an denen er sich festhielt.
"Wollen Sie, dass ich leichter begi...?" setzte David an, doch Skinner unterbrach ihn.
"Nein. Fang hart an. Lass nicht nach, bis ich es sage. Kein Aufwärmen. Ich brauche es nicht."
"Jawohl, Sir."
David zog sich respektvoll zurück und stellte sich ein paar Meter von Skinner entfernt auf. Er schwang sein Handgelenk zurück, schleuderte seinen Arm mit voller Wucht vor. Ein wilder, primitiver Schrei durchzuckte die Luft, aber er kam nicht von Skinner. Der grunzte lediglich, als die Kraft dieses harten, schweren Hiebes seinen Rücken traf, einen langen, roten, erhobenen Striemen hinterließ. Der Schrei kam von Mulder. Er riss seinen Mund auf, warf seinen Kopf zurück und heulte. Und er hörte nicht auf, konnte nicht aufhören, während die Peitsche den Takt erhöhte, in seines Meisters schönen, goldenen Körper tobte, tiefe Streifen aus grausamem Rot in das empfindliche Fleisch biss.
Skinner schnappte nach Luft, der Schweiß tropfte sein Gesicht runter, sein ganzer Körper zitterte unter dem Angriff, er sprach jedoch nicht und er schrie nicht. Mulder zerrte wild an seinen Handschellen, brüllte aus vollem Hals.
Die Auspeitschung ging weiter und immer weiter und weiter ... niemand konnte das ertragen. Es war menschlich nicht möglich. Mulder hatte keine Ahnung, wie Skinner noch immer dort stehen konnte, das ertragen, ohne Handschellen, die ihn an Ort und Stelle festhielten. Sein wildes Gebrüll erreichte ein Kreszendo.
"Das ist zu viel, hör auf oder du bringst ihn um!" kreischte er.
Elaine hielt eine Hand hoch und die verschwommene Bewegung der Peitsche stoppte. Elaine durchquerte den Raum zu Mulder.
"Willst du gehen?" erkundigte sie sich.
"Ja", sagte er, unfähig, mehr davon zu ertragen.
Ihr Gesichtsausdruck verhärtete sich. Mulder leckte seine Lippen und sah zu Skinner.
"Nein", wisperte er, "ich kann ihn nicht im Stich lassen."
"Dann akzeptiere es – er hat dir gesagt, es würde hart werden", erinnerte sie ihn.
"Ich weiß, aber ich habe nie erwartet ... ich wusste nicht ..." Mulder schüttelte seinen Kopf, bebte wegen der Macht seiner Emotionen. "Ich tausche mit ihm den Platz", bot er an. "Ich würde es tun. Ich würde Skinners Platz übernehmen."
"Ich weiß." Sie lächelte und küsste sein Gesicht. "Ruhig, Mulder. Erlaube ihm das. Danach – na schön, danach wird er dich brauchen."
Sie richtete sich auf und wanderte zu seinem Meister.
"Walter", sagte sie leise.
Skinner blinzelte und bewegte seinen Kopf. "Noch nicht", erklärte er.
"Walter, ich weiß, das ist ein schlimmer Fall, aber es muss bald sein. Du kennst meine Regeln, ich lasse dich nicht ins Krankenhaus prügeln."
"Nein. Ich weiß. Noch nicht. Mehr." Er gestikulierte mit seinem Kopf. "Ich habe ihn noch nicht gefunden, Elaine. Den Ort, zu dem mich Andrew brachte. Ich bin noch nicht dort", wisperte er.
"In Ordnung, mein Schatz." Sie legte ihre Arme um seinen zitternden Körper und hielt ihn für einen Moment, dann drehte sie sich um. "Härter, David. Das muss zählen. Bring ihn zu seiner Erlösung", kommandierte sie.
David nickte und schwang seinen Arm wieder zurück, Mulder öffnete seinen Mund und begann erneut zu schreien, zerrte an seinen Handschellen, plötzlich dankbar, dass Skinner befohlen hatte, ihn zu fesseln.
Skinners Körper war bedeckt mit einer Unzahl harter, roter Linien und erhobenen, purpurnen Striemen. Mulder konnte nicht ertragen zuzusehen, während diese Peitsche jeden Zentimeter von Rücken und Hinterbacken seines Meisters bedeckte. Skinners Schwanz blieb schlaff und Mulder wurde sich bewusst, dass – welche Erlösung sich sein Meister davon erhoffte – sie nicht sexuell war. Er wusste, seine eigene Reaktion auf diese Situation wäre gewesen, hart zu werden, wenigstens am Beginn, obwohl er ehrlich bezweifelte, eine Erektion durch diese Art von Bestrafung halten zu können. Es war zu viel, zu heftig.
David verdoppelte seine Anstrengungen und nun stöhnte Skinner, ein tiefes, kehliges Geräusch, seine Hände verkrampften sich um die Riemen, die ihn aufrecht hielten, während er dagegen schwang. Mulder bewunderte seines Meisters Durchhaltevermögen, während diese Peitsche ihre grausame Arbeit fortsetzte, Skinners Fleisch von seinen breiten Schultern bis zu seinen Kniekehlen bedeckte.
Dann fing Skinner an, sich zu bewegen, sein Körper wand sich hin und her, verkrampfte sich, als ob er gerade erst die Schmerzen spürte. David blickte fragend zu Elaine und sie nickte. Davids Arm bewegte sich noch schneller, sein Gesicht mit einem Schweißfilm überzogen, und ein paar Sekunden später erfolgte der Durchbruch. Plötzlich stieß Skinner ein gigantisches Gebrüll aus, warf seinen Kopf zurück und keuchte ein einziges Wort:
"Andrew!"
Mulder erkannte das als Sicherheitswort. Der Name war Skinners sicherer Hafen: Andrew. Andrew Linker. Davids Arm stoppte augenblicklich mitten in der Bewegung und binnen Sekunden stand Elaine an Skinners Seite. Sie nahm seinen Arm, half ihm zurückzutreten, und Skinner sank sofort zu Boden. Elaine schnappte ein Glas Wasser und hielt es an seines Meisters Lippen, der andere Mann trank gierig. Dann reichte sie David einen Schlüssel und er trat heran, öffnete Mulders Handschellen. Mulder rannte los, stoppte, unsicher, was er sagen oder tun sollte, als er seines Meisters zerstörten Körper betrachtete. Skinner lag auf allen Vieren, keuchte hart, sein Gesicht leichenblass.
Elaine erhob sich und ging zu Mulder, packte seinen Arm und zerrte ihn aus Skinners Hörweite.
"Er muss versorgt werden. Kannst du das für ihn tun oder sollen wir ihn hier behalten?" fragte sie. "Ich lasse ihn nicht gehen, wenn du dich nicht um ihn kümmern kannst."
"Ich kann es", krächzte Mulder aus trockener Kehle.
Sie betrachtete ihn forschend. "Wenn ich ihn gehen lasse und du bleibst nicht bei ihm ... na ja, er ist zu starrköpfig, um zu mir zurückzukommen und Hilfe zu suchen. Falls ich erfahre, dass du ihn im Stich gelassen hast, dann helfe mir Gott. Die Auspeitschung, die du gerade mitangesehen hast, würde dir wie ein Spaziergang im Park erscheinen, verglichen mit dem, was ich dir antun würde", erklärte sie ihm, ihre Augen versprühten Funken reinen Feuers.
"Ich kümmere mich um ihn", antwortete Mulder heiser, wollte an seines Meisters Seite und überprüfen, ob er in Ordnung war. "Natürlich kümmere ich mich um ihn! Ich verspreche es."
"Mulder – liebst du ihn?" fragte sie plötzlich.
"Was?" Mulder runzelte seine Stirn, unfähig, seine Augen von seinem schwer geprüften Meister zu nehmen.
"Liebe. Liebst du ihn?"
"Ja", antwortete er. "Du weißt, dass ich das tue."
"Hast du ihm das jemals gesagt?" erkundigte sie sich, betrachtete ihn erneut prüfend mit diesen lebhaften, blauen Augen.
"Was? Ich ... nein", flüsterte Mulder. "Wenigstens nicht in seiner Hörweite."
Er schämte sich deswegen. Seine eigene Zurückhaltung stand in starkem Kontrast zu Skinners konstanten Zurschaustellungen der Zuneigung. Dennoch war es immer so schwer für ihn gewesen, es zuzugeben, als ob er Angst hätte, die Wahrheit laut ausgesprochen zu hören, was ihn unwiderruflich zu mehr als seinem Sklaventum verpflichtete.
"Denkst du dann nicht, dass jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, ihn das wissen zu lassen?" meinte sie sanft. "Oh, nicht hier, nicht jetzt, aber wenn ihr heimkommt. Er braucht das jetzt, und er hat sich oft genug um deine Bedürfnisse gekümmert."
"Das werde ich. Ich verspreche es", flüsterte Mulder. "Bitte, Elaine, lass mich zu ihm."
Er wollte nichts mehr, als an Skinners Seite zu sein, wo er hingehörte, seinem Meister nach besten Möglichkeiten dienend.
"In Ordnung." Sie lächelte, als ob ein Gewicht von ihren Schultern gehoben worden wäre. "Geh also zu ihm, Sklave", befahl sie und er nickte, rannte los, um bei seinem Meister zu sein.
Skinner schüttelte seinen Kopf, als ob er gerade zehn Runden mit Mike Tyson durchgestanden hätte und nicht klar sehen konnte.
"Hey." Mulder nahm des anderen Mannes Gesicht und blickte in seine Augen. "Halten Sie still, Meister", sagte er, schnappte Skinners Kleider. Nun verstand er, warum sein Meister eine Trainingshose getragen hatte. "Ich werde Sie anziehen und nach Hause bringen, Meister", erklärte er.
Irgendwie, er war nicht sicher, warum, fühlte er, es war wichtig, Skinners Titel oft auszusprechen. Der andere Mann nickte. Sein Gesicht und Körper waren schweißüberströmt. Er blieb stumm, während Mulder ihm beim Aufstehen half. Der Sklave zog seinen Meister an, als ob er ein Kind versorgte, steckte Skinners Arme in das Sweatshirt, zog seine Hose sanft und vorsichtig über sein geschwollenes, empfindliches Fleisch. Skinner schauderte, als der Stoff auf seiner heißen Haut ruhte, und Mulder gab beruhigende Laute von sich. Er suchte Skinners Autoschlüssel und führte seinen Meister aus dem Boudoir.
David wartete an der Tür. Skinner lächelte den anderen Mann matt an und Mulder erkannte erleichtert, dass sein Meister zurück war. Der seltsame, benebelte, verlorene Ausdruck war verschwunden. Skinners dunkle Augen waren klar, obwohl sie mit Schmerz erfüllt waren.
"David. Meinen Dank."
Skinner streckte seine Hand aus, David nahm sie und schüttelte sie herzlich.
"War mir eine Ehre, Sir. Danke für Ihr Vertrauen", antwortete David, senkte seinen Kopf.
"Deine Mistress hat dich gut trainiert", bemerkte Skinner, warf Elaine einen Blick zu.
"Ich hatte mehr Erfolg mit ihm, als mit einem anderen jungen Hündchen", lachte Elaine, sah zu Mulder. "Es brauchte einen stärkeren Top als mich, um ihn zu zähmen."
"Stärker? In diesem samtenen Mieder schlägt das stärkste Herz, das ich je kennen gelernt habe", widersprach Skinner mit einem schiefen Lächeln. "Ich danke dir, Elaine, wie immer dafür, dass du für mich da bist. Tut mir leid, dass es so kurzfristig war."
"Du bist der einzige Mensch, dem ich vertraue, das selbe für mich zu tun, Walter, und es zu verstehen", gab sie zurück, zog ihn runter, um ihn fest auf die Lippen küssen zu können.
Er stand für einen Moment da, sein Kopf gesenkt, zog sichtlich Kraft von ihr. Dann straffte er langsam seine Schultern, zischte vor Schmerzen.
"Ich wünschte, es wäre nicht so hart gewesen", meinte Elaine. "Es war noch nie zuvor so schlimm, Walter."
"Ich weiß. Hoffentlich wird es nie wieder so sein. Ich ließ zu, dass ich wieder runtergezogen wurde. Andrew wäre wütend auf mich, weil ich es zuließ", gab Skinner reumütig zu.
Mulder errötete schuldbewusst. Elaine lächelte ihn an und schüttelte ihren Kopf.
"Hier geht es nicht um dich, Schatz, komm also nicht auf Ideen", erläuterte sie ihm, küsste ihn fest auf die Wange. "Jetzt diene deinem Meister."
"Ja, Ma’am", antwortete er. "Meister, darf ich Ihnen zum Auto helfen?" bat er Skinner.
Skinner nickte und legte einen schweren Arm über Mulders Schulter, ließ sich von seinem Sklaven zum Auto führen. Mulder öffnete die Tür und rückte den Beifahrersitz vor.
"Meister sollte sich hinten hinlegen", schlug er ruhig vor.
"Das klingt gut."
Mulder half seinem Meister in den Wagen, machte sich dann an die Rückfahrt in die Crystal City.
"Ich weiß, du hast Fragen", sagte Skinner mit müder Stimme vom Rücksitz. "Und ich verspreche, dass ich sie beantworten werde, nur nicht heute Nacht."
"Das ist in Ordnung, Meister", sagte Mulder leise.
Mulder half Skinner aus dem Auto, nachdem sie angekommen waren, und führte ihn zum Fahrstuhl. Seines Bosses, seines Meisters ... seines Geliebten Arm war schwer um seine Schulter geschlungen, Skinner ließ sein ganzes Gewicht auf seinem Sklaven ruhen. Mulder fühlte sich wie ein Krieger in früheren Zeiten, der einem verwundeten Kameraden vom Kampfgeschehen weghalf. Skinner war zerschlagen und verletzt, aber seltsamerweise ungebeugt. Trotz seiner physischen Schwäche schien es Mulder, als ob er seinen Meister wieder zurück hätte. Der Mann, den er den ganzen Tag gesehen hatte, so distanziert, verloren und abwesend, war verschwunden und Skinner war wieder er selbst.
Halb trug Mulder seinen Meister in das Apartment, führte ihn die Treppe hinauf ins Schlafzimmer. Er deponierte den anderen Mann Gesicht nach unten in der Dunkelheit auf dem Bett, ging dann ins Badezimmer und wollte die Wanne einlassen. Skinner rief ihn zurück.
"Kein Bad", sagte er seinem Sklaven. "Mach ein paar Handtücher nass und vergewissere dich, dass sie kalt sind. Ich denke, ich könnte im Moment den Raum heizen mit der Wärme, die mein Rücken ausstrahlt."
"Ja, Meister."
Mulder gehorchte rasch. Seine eigenen Emotionen zählten im Augenblick nicht, während er sich um den anderen Mann kümmerte. Er tauchte zwei große Badetücher in die Badewanne, kam dann zurück ins Schlafzimmer. Skinners Augen waren geschlossen und Mulder war nicht sicher, ob der andere Mann eingeschlafen war.
"Meister?" sagte er leise.
Langsam öffnete Skinner seine Augen und sah Mulder lange Zeit an, als ob er ihn nicht erkennen würde.
"Meister?" wiederholte Mulder, setzte sich auf das Bett.
"Andrew?" wisperte Skinner.
"Nein. Ich bin es." Mulder legte sanft seine Finger an Skinners Gesicht. "Ich bin es, Fox. Wir müssen Sie ausziehen."
Er setzte Skinner auf und lockerte die Trainingshose des anderen Mannes, entfernte danach vorsichtig sein Sweatshirt. Skinner winselte vor Schmerzen, als er seine Arme hob, damit der Sweater darüber gezogen werden konnte, und Mulder biss auf seine Lippe, Tränen sprangen ungebeten in seine Augen.
"Tut mir leid. Das ist schwer für dich", murmelte Skinner.
"Das ist okay."
Mulder wollte sagen, dass er derjenige war, der sich dafür entschuldigen sollte, dass er seinen Meister in dieses Stadium versetzt hatte, wusste jedoch, es wäre der ultimative Akt der Selbstsucht, wenn er Skinner jetzt seine eigenen Emotionen aufbürden würde.
Er hätte wissen sollen, dass sein Meister in seinen Augen sehen würde, was unausgesprochen war.
"Komm mir nicht mit Schuldgefühlen, Fox", sagte Skinner in erschöpftem Ton. "Manchmal brauche ich das. Ich hätte es vorgezogen, wenn es weiter den Weg entlang passiert wäre, aber verdammt, du wolltest etwas über mich wissen, na schön, das bin ich – wenigstens ein Teil von mir. Widert dich das an?" Skinners Augen erforschten Mulders Gesicht in der Dunkelheit.
"Nein. Allerdings macht es mir Angst", antwortete Mulder. "Dabei ging es nicht um Sex."
"Nein, ging es nicht", stimmte Skinner zu. "Ich sagte dir, jeder ist anders. Lässt dich das, was du in Kalifornien über mich herausgefunden hast, denken, dass ich schwach bin?"
"Nein!" protestierte Mulder, zog sanft Skinners Trainingshose von den langen Beinen seines Meisters.
"Und was du heute mitangesehen hast?" Skinner packte Mulders Hand.
"Das durchzumachen? Das hätte ich nicht aushalten können", antwortete Mulder, immer noch verblüfft von der Fähigkeit seines Meisters, derart fürchterliche Qualen ohne ein Murmeln zu ertragen.
"Ich habe kein Problem damit. Andrew lehrte mich, mich sehr gut zu verstehen. Wir sind nur schwach, wenn wir Hilfe brauchen und nicht darum bitten", erklärte Skinner.
Mulder senkte seinen Kopf, erinnerte sich an Krycek, dachte daran, dass er unfähig gewesen war, Skinner um Hilfe zu bitten. War es möglich, dass er alles falsch verstanden hatte?
"Ich hasse es, das zu brauchen. Sie nicht?" fragte er, schlang seine Hände um Skinners Hinterkopf und legte seine Stirn gegen die des anderen Mannes.
"Nein. Nein, Kleiner. Manchmal musst du wissen, wann du bitten und wann du akzeptieren musst."
Skinner beugte seinen Kopf vor und küsste seinen Sklaven auf die Lippen. Mulder öffnete sich, bot sich diesem Fremden an, diesem Mann, der ihm eine Seite bloßgelegt hatte, die er nie gedacht hatte zu sehen.
"Sie sind aber nicht wie ich – heute Nacht ... das war eine Dienstleistung. Sogar Elaines Sub nannte Sie Sir", sagte Mulder, nachdem sich ihre Lippen getrennt hatten. "Sie haben nichts von Ihrer Kontrolle abgegeben – anders als ich. Das ist Teil von dem, was ich brauche."
"Ich habe dir erklärt, wir haben alle andere Bedürfnisse", gab Skinner zurück, bewegte seine Hand, um die Seite des Gesichts seines Sklaven zu liebkosen. Er winselte, weil ihm die kleine Geste Schmerzen bereitete, und Mulder erhob sich schuldbewusst.
"Verdammt, Sie brauchen Hilfe. Was soll ich Ihnen bringen?" fragte er hilflos. "Sie haben das schon gemacht – was brauchen Sie?"
"Leg mir die kalten Handtücher auf. Lass ein paar weitere einweichen – du musst sie anfangs ziemlich oft wechseln", sagte Skinner mit einer Grimasse. "Wenn ich abgekühlt bin, ist ein antiseptisches Gel im Medizinschrank. Es beschleunigt die Heilung. Davon abgesehen – muss ich einfach die nächsten paar Tage überstehen. Das ist der schlimmste Teil", meinte er seufzend, rollte auf seinen Bauch, zischte vor Schmerzen.
Mulder brachte die Handtücher, legte sie auf Skinners Rücken und Beine. Sein Meister hatte recht – seine Haut erwärmte die Tücher binnen Minuten und Mulder musste sie die nächsten paar Stunden konstant wechseln. Er bewahrte sogar einen Vorrat an Handtüchern im Kühlschrank auf. Skinner schnappte nach Luft, als sein Sklave das erste eiskalte Tuch auf sein empfindliches Fleisch legte, es brauchte jedoch länger, bis es erwärmt war.
Nach mehreren Stunden dieser Behandlung, während derer Skinner zwischen den Handtuchwechseln döste, beschloss Mulder schließlich, dass die fiebrige Haut genug abgekühlt war. Er wollte, dass sein Meister ein wenig ordentlichen Schlaf bekam, entschied, das war der beste Weg, ihn zu heilen. Er schaltete die Nachttischlampe ein und setzte sich vorsichtig rittlings auf seines Meisters Körper, wimmerte, als er die Verletzungen näher untersuchte. Skinners Fleisch war übersäht mit dunkel verfärbten Prellungen und Striemen – es war viel schlimmer als alles, was Mulder je durchgemacht hatte.
Er drückte etwas Gel auf seine Fingerspitzen und legte sie zärtlich, so zärtlich, auf seines Meisters Haut. Skinners gesamter Körper zitterte, doch er sprach kein Wort, wimmerte nicht einmal, obwohl Mulder vermutete, dass es höllisch schmerzen musste. Anstatt seinen Meister als schwach anzusehen, bewunderte er ihn noch mehr als je zuvor, weil er in der Lage war, einen derartigen Grad der Bestrafung zu ertragen und die Nachwirkungen mit solchem Anstand zu durchleiden, niemals zu klagen.
Er arbeitete sehr langsam, mit unendlicher Sorgfalt. Skinner war so heftig markiert, dass er mehr als eine Stunde brauchte, bis er das Gel fertig aufgetragen hatte. Dann stand er auf, wusch seine Hände und kam zum Bett zurück. Skinner lag auf dem Bauch, seine Augen geschlossen. Mulder holte ein sauberes Laken und legte es leicht über seines Meisters Rücken. Die üblichen Bettdecken waren zu schwer für Skinners wundes Fleisch.
"Darf ich beim Fußende Ihres Bettes schlafen, Meister?" bat Mulder. "Ich gehe in mein Zimmer, falls Sie das wollen, aber ich ziehe es vor, in der Nähe zu bleiben, um Ihnen zu dienen, falls sie Probleme bekommen."
"Bleib. Das Fußende des Bettes ist in Ordnung", sagte Skinner, seine Stimme schwer vor Erschöpfung.
Mulder nickte und ging hinauf, um Bettwäsche zu holen. Als er zurückkehrte, schlief sein Meister. Mulder blickte lange Zeit auf ihn hinunter, fühlte sich schwindlig.
Jetzt brauchte ihn Skinner und Mulder konnte zu Diensten sein. Mulder war erstaunt zu erkennen, dass zu Diensten zu sein das einzige war, was ihn beruhigte. Er genoss es, sich in seiner Aufmerksamkeit für seinen Meister zu verlieren. Und da Skinner außer Gefecht gesetzt war, konnte Mulder sich in seine Hingabe werfen. Er beugte sich runter und pflanzte einen Kuss auf seines Meisters Wange, zog sich dann zum Fußende des Bettes zurück und deckte sich mit seiner Decke zu.
Alle paar Stunden sah Mulder nach seinem Meister, aber Skinner schlief durch bis Mittag. Mulder weckte ihn nicht. Er fütterte Wanda, machte danach Frühstück für seinen Meister und trug es zu ihm hinauf, öffnete die Vorhänge, flutete den Raum mit Licht. Skinner bewegte sich müde, stieß ein gequältes Murren aus, als sein Rücken protestierte. Mulder zog das Laken weg und begutachtete den Schaden – im kalten Licht des Morgens sah es sogar noch schlimmer aus als letzte Nacht, doch wenigstens hatte die Haut ihr verschwollenes Aussehen verloren und war nicht mehr so rot, vor allem Dank Mulders unaufhörlicher Behandlung in der letzten Nacht.
"Wie fühlen Sie sich, Meister?" fragte Mulder, stellte das Tablett ab.
"Fein – wenn man bedenkt, dass ich meinen üblichen Weckruf versäumt habe", knurrte Skinner knapp.
Mulder erschrak. "Ich wollte nicht ...", begann er.
"Gab ich dir die Erlaubnis, das auszulassen?" wollte Skinner wissen.
"Nein, Meister", sagte Mulder zögernd.
Skinner lächelte. "Na schön, ich muss dafür sorgen, dass du es später nachholst", meinte er.
Mulder nickte grinsend zurück.
"Und deine derzeitige Aufmachung findet nicht meine Zustimmung", runzelte Skinner seine Stirn.
Mulder sah hinunter, nickte dann und zog sich rasch aus.
Er half seinem Meister, sich auf die Seite zu rollen, setzte sich neben ihm auf das Bett und reichte ihm einen Teller mit Waffeln.
"Du hast gelernt zu kochen?" Skinner hob eine misstrauische Augenbraue, seufzte dann. "Ich sehe, ich hätte dir schon früher mehr zutrauen sollen. Ich denke, ich war übertrieben beschützerisch und habe deine Lernfähigkeit unterschätzt."
"Na ja, die Waffeln waren die gefrorene Variante", gestand Mulder grinsend, "aber das war teilweise meine Schuld, Meister. Ich war zu beschäftigt, der rebellische Sklave zu sein, um mich Ihren Bedürfnissen zu widmen, wie ich es hätte tun sollen."
"Also eine Lektion für uns beide", seufzte Skinner.
"Ich wünschte, es wäre nicht so eine harte gewesen", antwortete Mulder ernst.
Skinner zuckte seine Schultern und erstarrte, Qual überzog sein Gesicht.
"Tja, die harten sind normalerweise diejenigen, die wir am schnellsten lernen", gab er ein paar Sekunden später zurück.
Nachdem Skinner sein Frühstück beendet hatte, trug Mulder das Tablett weg, rieb danach mehr Gel in seines Meisters Rücken.
"Diese Gummipeitsche war grausam, Meister", flüsterte er. "Ich hoffe, Sie haben nie eine Veranlassung, sie bei mir anzuwenden."
"Das hoffe ich auch", grunzte Skinner und Mulder schauderte, erkannte von der Bemerkung, es war auf keinen Fall beschlossene Sache, dass Skinner diese Peitsche nicht an seinem Sklaven verwenden würde. "Du hast geschickte Finger", flüsterte Skinner, legte seinen Kopf auf seine Arme, während Mulder seine Arbeit machte, langsam und vorsichtig.
"Ich diene Ihnen gern", antwortete Mulder.
"Tatsächlich? Du hast nichts anderes getan, als dich gegen deinen Dienst zu sträuben, auf die eine oder andere Art, seit du hergekommen bist", knurrte Skinner.
"Nur, weil es mich verwirrte, wie sehr ich es genieße", antwortete Mulder. "Sie kennen mich, Meister."
"Ja, das tue ich." Skinner schenkte seinem Sklaven ein Lächeln über seine Schulter. "Und ich will dich nicht anders, Fox."
Mulder beendete seine Aufgabe und wusch seine Hände, sah dann wieder ins Schlafzimmer. Skinner schien zu schlafen, deshalb ging Mulder runter, wusch das Geschirr und machte sein eigenes Frühstück, fragte sich danach, was er als nächstes tun sollte. Es erstaunte ihn, dass sein Leben in bloß ein paar Wochen sich so mit Skinners verflochten hatte, dass er ohne ihn wirklich verloren war.
Endlich, unfähig zu ertragen, von seinem Meister getrennt zu sein, pflückte er Wanda von der Couch und trug sie ins Schlafzimmer. Sie schenkte ihm ihr übliches trillerndes Schnurren, als er sie neben ihrem geliebten Meister auf das Bett setzte. Augenblicklich wanderte sie hinüber und schmiegte sich gegen Skinners Brust, streckte eine träge Zunge raus, um ihres Sklaven Haut ein paar Mal zu lecken. Mulder lächelte und machte es sich neben ihnen auf dem Bett gemütlich, streichelte ihr weiches Fell, ließ sie mit einem summenden, vibrierenden Schnurren des puren Entzückens explodieren.
Er sah zu seinem Meister, zog Linien über dieses vertraute, geliebte Gesicht, plötzlich erschreckt von der Ungeheuerlichkeit, was er am Vortag fast aufgegeben hätte. Skinner hatte recht – es war eine schlimmere Prüfung gewesen, als alles, was Mulder je zuvor durchgemacht hatte. Er brach in kalten Schweiß aus, als er sich erinnerte, aus vollem Hals geschrieen zu haben. Und zum ersten Mal bemerkte er, dass seine Handgelenke mit Prellungen bedeckt waren, wo er sich gegen die unnachgiebigen Handschellen gewehrt hatte.
Der Tag verging und wurde zum Abend, das Licht verblasste, versetzte das Zimmer in ein dumpfes Glühen. Mulder starrte das Rätsel, das sein Meister war, weiterhin an. Er hatte mit seiner verrückten Neugier die Oberfläche angekratzt und darunter Tiefen gefunden, die ihn verblüfften. Er griff aus und streichelte die Wange seines Meisters mit seinem Handrücken. Skinners Augen flatterten überrascht auf.
"Ich liebe Sie", sagte Mulder.
Sein Herz schlug schneller, verängstigt von der Tatsache, dass es kein Zurück gab, dass es zwischen ihnen offen lag. Kein Scherz, nicht in der Hitze des Sex ausgesprochen, sondern hier, in diesem stillen Moment des Friedens, bloß mit Wandas schwachem Schnurren im Hintergrund.
Skinner blickte ihn einen langen Moment an, dann verzog sich sein Mund zu einem Lächeln. "Ich danke dir", sagte er ehrlich.
"Sie wussten es", stellte Mulder trocken fest. "Sie wussten es schon."
"Ja, aber ich hatte nicht gedacht, es je von dir ausgesprochen zu hören."
Skinner bewegte seine Hand und streichelte seines Sklaven Schenkel, Mulder spürte seinen Schwanz trotz allem zucken.
"Ich bin froh zu sehen, dass dein Training Wirkung zeigt", bemerkte Skinner mit einem schiefen Grinsen. "Ich werde dich trainiert haben, auf meine leiseste Berührung zu reagieren, bevor ich mit dir fertig bin, Sklave."
Mulder ließ ein unfreiwilliges Stöhnen los, als das Versprechen in dieser Stimme seinen Schwanz sich noch mehr verhärten ließ.
"Sagen Sie’s mir nicht – es ist mir verboten zu kommen", seufzte er.
"Natürlich", antwortete Skinner milde.
Für eine Weile blieben sie stumm, dann rutschte Skinner herum, ein Ausdruck der Unbequemlichkeit zog über sein Gesicht, während er sich auf den Kissen neu arrangierte.
"Komm her."
Er zog Mulder an sich, verscheuchte eine schläfrige Wanda, die dem Sklaven einen angeekelten Blick zuschoss und ihre neue Position auf Skinners Kissen einnahm. Skinner hielt Mulder an sich gedrückt, seine Hand ruhte auf seines Sklaven Schenkel.
Er holte tief Luft, sah in Mulders Augen und sagte: "Ich denke, es ist Zeit für ein paar Erklärungen, nicht wahr?"
"Sie müssen nicht ...", setzte Mulder an.
"Nein, aber ich will es", meinte Skinner entschlossen. "Du wolltest es wissen und ich will, dass du es auf die richtige Art herausfindest – sodass du verstehst, was du letzte Nacht mitangesehen hast. Ich habe immer noch meine Vorbehalte, ob du bereit bist, doch ich denke, ich ziehe es vor, dass du das von mir hörst und nicht von jemand anderem. Dies ist ein Geschenk, Fox, akzeptiere es in diesem Sinne."
"Ja, Meister", nickte Mulder.
"In Ordnung. Wo fangen wir an?" Skinner dachte einen Moment nach. "Ich war verheiratet – das weißt du – glücklich verheiratet für eine lange Zeit. Wir wollten Kinder, aber sie kamen nie und das war unser großes Bedauern. Sharon ..." Er pausierte. "Sie war, ah, ziemlich offen im Bett", sagte er grinsend. "Sie öffnete meine Augen für die Möglichkeiten von Rollenspielen. Und sie war, wie du, Kleiner, so etwas wie ein Anhänger der Tracht Prügel."
Mulder grinste. "Ich wusste immer, wir hatten etwas gemeinsam. Wir kamen gut miteinander aus von dem Moment, als wir uns kennen lernten", sagte er.
"Na schön, sie überraschte mich in den frühen Tagen unserer Beziehung, als sie darauf bestand, als Teil des Vorspiels verprügelt zu werden. Sie war eine hartnäckige kleine Lady, und ich hatte keinen Zweifel, wenn ich ihr nicht nachgab, würde sie mich für jemanden fallen lassen, der es täte. Was mich überraschte, war, wie sehr es mir gefiel. All dieses sich windende, heiße Fleisch unter meinen Händen und die Gelegenheit, einen feinen Hintern richtig zu erforschen", erklärte er.
Wieder grinste Mulder und hauchte einen Kuss auf Skinners Schulter.
"Sharon stellte mich Elaine vor – sie waren im College Zimmergenossinnen gewesen. Und es war Elaine, die uns beide in die Szene einführte. Erst war mir sehr unbehaglich dabei, wie du dir vorstellen kannst.
Mulder lachte laut auf. "Ja – großer, starker, Macho AD Skinner, herausgeputzt mit Fantasieklamotten ... Hölle, Sie wissen, wie sehr es mich überrascht hat, Ihr Alter Ego herauszufinden."
"Na ja, damals war ich kein AD, und ich musste überredet werden", kommentierte Skinner mit einem schiefen Grinsen. "Definitiv überredet, doch Sharon war eine überzeugende Frau und sie laugte mich aus. Bei meinem ersten Outing in einem Club weigerte ich mich, etwas Ausgefalleneres als eine Lederhose zu tragen, als ich aber sah, was alle anderen trugen!" Er schüttelte seinen Kopf. "Na schön, ich erkannte, ich sah unangebracht aus, wenn ich mich nicht anschloss. Das nächste Mal war ich weniger zurückhaltend. Auf jeden Fall machte es Spaß. Ich denke, Sharon war irgendwie davon besessen, mich dazu zu bringen, Spaß zu haben, Sie wusste, wie schwer es mir fiel, mich zu entspannen und einfach zu sein. Und sie wusste, ich hatte eine schwere Zeit gehabt in ´Nam. Sie wollte mich zum Lächeln bringen und sie wollte ihre eigene Traurigkeit vergessen, keine Kinder zu haben. Ich nehme an, für uns beide war die Szene ein Ort, wo wir Sharon und Walter vergessen konnten und andere Menschen, unterschiedliche Menschen, sein konnten."
Mulder schloss seine Augen, verstand das nur zu gut.
"Auf jeden Fall lernte ich Andrew in der Szene kennen. Da lief nichts zwischen uns – wir hingen bloß rum, nahmen gemeinsam einen Drink, zwei Doms, die Spaß hatten, beide in einer festen Beziehung. Ich wusste, Andrew war schwul, und das war in Ordnung. Jahrelang waren wir nur Freunde – und dann ...
Skinner zögerte und Mulder legte seine Hände auf das Gesicht seines Meisters, ermutigte ihn zärtlich, weiter zu machen.
"... dann verlor ich die Verbindung zu mir", wisperte Skinner. "Es geschah so allmählich, ich merkte es nicht, bis es zu spät war. Ich arbeitete zu hart, daher hatten wir nicht so viel Zeit für die Szene. Gelegentlich sah ich Andrew immer noch, aber ... die Wahrheit ist, ich fühlte mich nicht wohl in seiner Nähe, nachdem sein Partner Ryan gestorben war, und das verpasste mir Schuldgefühle. Sharon liebte Andrew und Ryan. Sie hatte sie zum Abendessen eingeladen, hatte sie umsorgt. Ich hatte keine Ahnung, dass eine Frau derart interessiert an zwei schwulen Kerlen sein könnte! Das überraschte mich höllisch.
So, ich lernte die beiden ziemlich gut kennen und mehr als das – ich lernte ihre Beziehung kennen und ich beneidete sie darum. Es brachte ein paar Erinnerungen in mir hervor, aus meiner Zeit in ´Nam. Ich hatte ..." Wieder zögerte Skinner und atmete tief ein. "Ich hatte eine Affäre mit einem anderen Marine. Sie war kurz und übereilt und sie endete in diesem Hinterhalt, gemeinsam mit allem anderen ... nein, das ist eine Lüge, sie endete vorher. Ich beendete sie, weil ich Angst hatte, in einen anderen Mann verliebt zu sein. Und dann, ein paar Tage später, starb er und ich vergab mir nie. Ich erzählte nie jemandem davon, nicht einmal Sharon, doch Andrew mit Ryan zu sehen, brachte alles zurück. Ich wollte, was sie hatten.
Um von der Tragweite dieses Drangs zu entkommen, stürzte ich mich in die Arbeit, wurde befördert, sah von Sharon immer weniger, sah Andrew überhaupt nicht. Mein Leben geriet aus dem Gleichgewicht. Nur Arbeit und kein Vergnügen – und Junge, war ich spießig! Es wirkte Wunder für meine Karriere, aber ich litt dafür. Ich konnte Sharon niemals untreu sein. Das war nicht ich. Ich liebte sie, hörte jedoch einfach auf, mit ihr zu sprechen. Deshalb verließ sie mich."
Skinner schluckte und Mulder sah den Schmerz in seinen Augen.
"Ich gebe ihr keine Schuld. Es war, was ich verdiente. Ich fiel langsam auseinander, und der einzige Weg, wie ich vorgeben konnte, dass es nicht passierte, war, indem ich an der Oberfläche noch beherrschter wurde. Ich war der hartarschige AD. Ich lebte es, brauchte es, um mich davon abzuhalten, außer Kontrolle zu wirbeln. Doch, wie sehr ich meine wachen Stunden auch im Würgegriff hatte ..."
"Sie konnten Ihre Träume nicht stoppen", sagte Mulder leise.
"Das ist richtig. Ich wurde geplagt von dem, was in ´Nam geschehen war und meinen Schuldgefühlen, weil ich nicht für Andrew da war, als Ryan starb. Ich wusste, wie es ist, jemanden zu verlieren, doch ich ging nicht zu ihm. Ich konnte nicht. Ich hatte zu große Angst vor meinen Gefühlen, behielt sie deshalb alle in meinem Inneren. Ich versuchte sogar, mich zu beruhigen, ich wäre normal, indem ich mit diesem Callgirl schlief. Mein Gott, zu was für einen Alptraum sich das entwickelte."
"Jaah, normal ist kein Wort, das ich dafür benutzen würde", seufzte Mulder. "Scheiße, es tut mir leid. Was für eine gottverdammt schreckliche Sache, die Ihnen zu allem anderen zugestoßen ist, das Sie durchgemacht haben. Ich weiß, Sharon starb in diesem Autounfall und ich wollte danach etwas zu Ihnen sagen, aber Sie waren so kurz angebunden und abwesend, und ich vermute, ich fühlte mich schuldig, weil die Sie benutzten, um an mich ran zu kommen. Was passierte danach?"
Es herrschte Stille und draußen wurde es dunkel. Skinner ließ seinen Kopf hängen und streichelte sanft Wandas Fell mit tauben Fingern. Es dauerte lange, bevor er sprach, und als er es tat, waren seine Worte so trostlos, dass sie Mulder bis in die Knochen schaudern ließen.
"Ich fiel auseinander."
*****
Skinner kam aus einem weiteren miesen Tag in der Arbeit heim, ließ seinen Aktenkoffer fallen und rannte beinahe zur Whiskyflasche. Seine Hand zitterte, während er sich ein Glas eingoss. Er setzte sich auf die Couch, hob das Glas an seine Lippen, bemerkte dann seine Reflexion im gegenüber hängen Spiegel. Gott, er sah Scheiße aus! Seine Haut war bleich, seine Augen von dunklen Ringen beschattet und schlimmer als das – er erkannte wirklich nicht den Ausdruck in ihnen. Er nippte an dem Whisky, doch seine Hand zitterte so stark, er konnte das Glas nicht still halten, und es fiel geräuschlos zu Boden, wo sich der Whisky in den Teppich saugte. Worauf konnte er sich schon freuen, als eine weitere Nacht mit lediglich Alkohol zur Gesellschaft. In ein paar kurzen Stunden konnte er zu Bett gehen, aber was würde die Nacht bringen? Mehr Träume? Mehr Schuld?
Er schloss seine Augen, lehnte sich auf der Couch zurück. Das war kein Zuhause, es war ein Ort, zu dem er am Nachmittag zurückkehrte. Er hatte noch nicht einmal das Auspacken beendet. Was zum Teufel – er hatte noch nicht einmal mit Auspacken begonnen. Er war kein Mann, der gern in diesem Stadium des Chaos lebte. Er mochte schöne Dinge; Skulpturen, Bilder, Dekorationsstücke. Er hasste es, von Kisten umgeben zu sein, und dennoch wusste er tief in seinem Herzen, dass er sich nicht zum Auspacken überwinden konnte, weil das ein Akzeptieren bedeuten würde, dass das letzte Jahr tatsächlich geschehen und nicht ein weiterer seiner Alpträume war. Sharon war tot. Erst hatte sie ihn rausgeworfen – richtigerweise – und nun war sie tot.
Er suchte auf dem Boden herum nach dem Whiskyglas, sein gesamter Inhalt hatte sich jedoch in dem Teppich verteilt, einen Fleck hinterlassen, der ihn hätte ärgern sollen. Es aber nicht tat – weil es ihm gleichgültig war. Nichts kümmerte ihn mehr.
Skinner schloss seine Augen und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Gott, was war er? Was war er geworden? Ein jämmerlicher Versager, der sich seinen Problemen nicht stellen konnte, der den Nachmittag nicht ohne einen Drink überstehen konnte? Die Wahrheit schmerzte und er zuckte zusammen. Er musste reden. Endlich, wenn er wusste, dass er Hilfe brauchte, war niemand da, zu dem er gehen konnte, weil der einzige Mensch, den er angerufen hätte, Sharon war. Und sie war tot.
Skinner sprang auf und hämmerte seine Faust in die Wand, immer und immer wieder, bis seine Hand taub vor Schmerzen war. Es fühlte sich gut an – verdammt gut, die körperliche Qual die seelische übernehmen zu lassen.
Er setzte sich wieder und untersuchte seine Hand – sie war böse geprellt und blutete. Er steckte sie in seinen Mund, saugte den Schmerz weg und bemerkte, dass er zitterte.
Dieses sichtbare Zeichen seines seelischen Zustandes schreckte ihn auf, er schnappte seine Schlüssel und rannte hinaus zu seinem Auto. Er hatte keine Freunde übrig – ein Vermächtnis zu vieler Jahre, in denen er zugelassen hatte, dass seine Freundschaften entglitten, in denen er sich in seiner Arbeit vergraben und alles andere ausgeschlossen hatte.
Er fand sich blind fahrend und endete vor Elaines Haus. Er hatte sie kurz bei der Beerdigung gesehen, hatte jedoch davor jahrelang nicht mit ihr gesprochen. Halb wahnsinnig hämmerte er an ihre Tür. Sie öffnete, ein erschrockener Ausdruck in ihrem Gesicht.
"Walter?" Sie zog ihn ins Haus. "Walter? Gott, es ist lange her." Sie zog ihn an sich, umschlang ihn mit ihren warmen Armen, und für einen Moment dachte er, er hätte einen sicheren Hafen gefunden, einen Ort, an dem er sich ausruhen konnte.
Sie hielt ihn lange Zeit, vielleicht Stunden, küsste seinen Kopf, strich mit ihren Händen seinen Rücken auf und ab.
"Ich habe mir Sorgen um dich gemacht, nach der Beerdigung. Ich habe versucht anzurufen ..."
"Es tut mir leid. Ich bin weggezogen ...", murmelte er, richtete sich auf und sah in ihre besorgten Augen.
Er brauchte Trost und bewegte sich zu ihr, wollte sich in ihr verlieren, doch sie zog sich zurück.
"Walter – du bist ein lieber Freund, aber wir beide wissen, das ist keine gute Idee", erklärte sie ihm sanft.
"Ja." Er starrte ins Leere, sein Körper gebeugt. "Ich habe nichts, wo ich hingehen könnte", wisperte er. "Meine eigene Schuld. Niemand übrig."
"Natürlich gibt es jemanden." Elaine legte ihren Arm um ihn. "Walter, du kannst so lange du willst hier bleiben, doch ich denke, du bist zur falschen Person gekommen."
"Warum? Was lässt dich das sagen?" fragte er leer.
"Weil ich nicht das bin, was du im Moment brauchst, so verlockend es auch sein mag." Sanft legte sie einen Finger auf seine Lippen.
"Wer dann?" wollte er verzweifelt wissen.
"Andrew."
Sie erhob sich, pflanzte einen Kuss auf seine hohe Stirn. "Er lebt noch immer in seinem Crystal City-Apartment. Geh hin – er kann dir helfen."
Skinner starrte sie an, fragte sich, wie – und was – sie wusste. Andrew war Psychologe, vielleicht schlug sie ihn bloß wegen seines Geisteszustandes vor.
"Ich kann nicht", meinte er heiser. "Nach Ryans Tod tat ich nichts ... Ich war nicht die Art Freund, die ich hätte sein sollen."
"Andrew würde es verstehen, wenn du es ihm erklärst", stellte Elaine fest. "Du kennst Andrew. Er hat eine Art, die Menschen zu verstehen."
"Denkst du, ich brauche einen Seelenklempner?" sträubte sich Skinner.
"Andrew hat sich zurückgezogen", sagte Elaine sanft. "Heutzutage nimmt er keine Klienten mehr an – obwohl ich denke, er macht vielleicht für dich eine Ausnahme."
"Er ist in Pension? Warum?"
Skinner runzelte seine Stirn. Andrew war in seinen Mitt-Sechzigern, hatte jedoch immer gesagt, er würde niemals aufhören.
Elaine betrachtete ihn nachdenklich, zuckte dann ihre Schultern. "Er kann dir diese Frage beantworten. Falls du ihn fragst. Vielleicht ist er in der Lage, eine Menge Fragen zu beantworten, Walter."
"Ja", nickte Skinner geistesabwesend.
"Geh zu ihm, Walter. Ich denke, er kann dir helfen."
Elaine zog ihn auf seine Füße, schob ihn aus der Türe.
Er fuhr nicht auf direktem Wege hin. Stundenlang fuhr er herum, dachte darüber nach, versuchte, das Unausweichliche zu vermeiden. Doch irgendwie endete er vor den Viva Towers und ging hinein. Offensichtlich hatte Elaine angerufen, da der Portier ihn erwartete und geradewegs nach oben schickte.
Skinner war mit Sharon ein paar Mal in Andrews Crystal City-Apartment gewesen, aber das war so anders. Er wusste nicht, was es bringen würde, oder was er wollte oder erwartete. Er taumelte den Korridor entlang und klopfte an die Tür, tadelte sich selbst die ganze Zeit.
"Ich brauche keinen Scheiß-Seelenklempner", murmelte er kaum hörbar, zitterte bei dem Gedanken daran, fragte sich, was zur Hölle Andrew von ihm denken würde, wenn er um zwei Uhr früh auf seiner Türschwelle stand.
Ein paar Sekunden später wurde die Tür geöffnet und sein Herz machte einen Satz, als er seinen alten Freund sah. Andrew war dünner, als er sich erinnerte und sein Haar war nun schneeweiß, er hatte jedoch immer noch diese klugen, strahlenden Augen. Er trug einen Pyjama und schlang hastig einen Morgenmantel um seinen Körper, als er die Türe öffnete – augenscheinlich hatte ihn Skinner aus dem Bett geholt.
"Walter, es ist so schön, dich zu sehen", sagte Andrew, als ob Skinner ein eingeladener Gast wäre und nicht jemand, den er seit Jahren nicht zu Gesicht bekommen hatte und der ihn mitten in der Nacht heimsuchte. "Komm rein."
Er packte Skinners Hand und zog ihn ins Zimmer, führte ihn zur Couch und setzte ihn nieder. Dann brachte er ihm ein Glas Wasser.
"Ich würde dir etwas Stärkeres geben, aber in deinem Zustand – ich denke nicht, dass das eine gute Idee wäre", meinte Andrew mit seiner leisen, angenehmen Stimme.
"So schlimm sehe ich aus, ha?"
Skinner leerte das Glas Wasser auf einen Satz.
"Schlimmer."
Andrew nahm das Glas, dabei begannen Skinners Hände zu zittern. Andrew stellte das Glas weg, bedeckte Skinners Hände mit den seinen, beruhigte sie und untersuchte die dunklen Prellungen auf Skinners Faust.
"Walter – was um Himmels Willen ist dir zugestoßen?" wollte er wissen, diese durchdringenden blau-grauen Augen fixierten Skinner, nagelten ihn mit ihrem feurigen Starren fest.
"Nichts. Alles. Keine Ahnung. Das ist es schon – ich weiß es nicht, Andrew. Keine Ahnung. Es hat sich seit Jahren aufgebaut und ich kann es nicht aufhalten. Ich weiß nicht, was ich bin oder was ich will ... ich bin es nicht gewöhnt, zu ... ich kann nicht ..."
Skinner vertraute seine Stimme nicht. Er hasste es, sich so zu fühlen, so außer Kontrolle.
"Walter!" Andrews Stimme war fest, brachte ihn zu sich selbst zurück.
Er legte seine Hände auf Skinners Schultern und grub hart seine Fingerspitzen ein. Skinner sah auf, unfähig, diesem durchdringenden Starren zu entkommen.
"Warum bist du hergekommen, Walter? Was willst du von mir?"
"Ich will nicht ..." Skinner blickte runter, konnte sich der Frage nicht stellen.
"Walter." Andrews Finger vergruben sich erneut in seinen Schultern, ließen ihn aufsehen. "Walter, sag mir, was du von mir willst. Ich kann ein Freund sein, oder ein Berater, oder ein Meister – welchen willst du? Für welchen bist du hergekommen, Walter?"
Überrascht blickte Skinner auf. Er war noch verblüffter, als sich sein Mund öffnete und er antwortete: "Meister. Ich möchte, dass du mein Meister bist."
Andrew lächelte ihn an und löste seinen Griff an Skinners Schultern.
"Walter, falls ich diese Rolle übernehme, bekommst du den Berater und den Freund gratis dazu", sagte er leise, legte seinen Finger unter Skinners Kinn und kippte das Gesicht des anderen Mannes hoch, damit er ihm in die Augen sah. "Jetzt hör mir zu, Walter, und verstehe. Du gehörst jetzt mir, und das bedeutet, du tust, was ich sage. Ich werde dir ein paar Befehle erteilen – du bist gut im Befehle befolgen, Walter, das hast du bei den Marines getan. Das werden bequeme Befehle sein, einfache Befehle, leicht zu verstehen und zu befolgen – später bewegen wir uns in schwierigeres Terrain, doch im Moment muss ich mich um die Grundlagen kümmern. Wann hast du zuletzt gegessen?"
"Ich habe keine Ahnung", gestand Skinner, mehr beruhigt, als er es je erwartet hätte von dem Gedanken an eine Routine, etwas, dem er folgen, an das er sich klammern konnte. "Gestern. Vielleicht?" Er blickte Andrew verzweifelt an.
"Dann wirst du jetzt essen. Setz dich an den Tisch. Hinterfrage mich nicht – stell mich niemals in Frage, geh einfach."
Skinner gehorchte blind und setzte sich wie befohlen. Er aß einen Teller aufgewärmte Lasagne, den Andrew vor ihm abstellte, fing an, sich wieder menschlicher zu fühlen, als das Essen ihn aufwärmte.
"In Ordnung, Walter. Hier sind die Grundlagen – du lebst jetzt hier. Morgen kannst du all dein Zeug herbringen. Die Arbeit ist mir egal." Andrew hob eine Hand. "Melde dich krank oder nimm ein paar Tage Urlaub. Ich will dich hier, und ich habe das Kommando."
"Ja, Sir", nickte Skinner.
Es fühlte sich so gut an, einmal nicht derjenige zu sein, der all die Verantwortung übernahm. Er fühlte sich, als ob eine Last von seinen Schultern genommen worden wäre.
"Zieh deine Kleider aus, Walter", kommandierte Andrew.
"Was?" Skinners Kopf fuhr erschrocken hoch.
"Keine Angst – ich werde dir nicht weh tun. Ich werde dich nicht einmal berühren. Ich will bloß, dass du zu dir zurückfindest, zu deinem Körper, deine Bedürfnisse wahrnimmst."
"Ja", nickte Skinner unsicher.
"Zieh dich aus, Walter. Ich werde dich kennen lernen, wie dich niemand je zuvor kennen gelernt hat."
Andrew erhob sich und räumte den Teller weg. Skinner knöpfte sein Hemd auf, fühlte sich dumm, wollte fliehen. Irgendwie schaffte er es, sich auszuziehen, kämpfte die ganze Zeit seine Angst und Verlegenheit nieder. Andrew kam rechtzeitig aus der Küche zurück, um ihn aus seiner Unterhose schlüpfen zu sehen. Skinner faltete seine Kleider sauber auf einem Stuhl, stand dann da, erwartete weitere Befehle. Andrew lächelte und schüttelte leicht seinen Kopf, trat heran und begann ohne Vorwarnung, den Körper seines neuen Besitzes zu untersuchen. Skinner errötete.
"Ich bin nicht sicher ...", setzte er an.
"Ruhig." Andrew legte einen Finger auf seine Lippen.
Er war kleiner als Skinner und viel schlanker. Skinner hätte ihn binnen Sekunden überwältigen können, doch Andrew besaß eine angeborene Autorität, die Skinner nicht gewagt hätte, in Frage zu stellen. Sie schien tief aus seinem Inneren zu kommen. Andrew war ruhig, gelassen, mit sich im Frieden, und das gab ihm die Stärke, um die ihn Skinner beneidete.
Andrew umrundete ihn, eine Hand immer auf Skinners Schulter, fand Kontakt, Fleisch auf Fleisch, aber er berührte ihn nirgendwo sonst.
"Du hast dich eindeutig vernachlässigt, von dem Zustand ausgehend, in dem du dich befindest", bemerkte Andrew sanft. "In Zukunft werde ich dich bestrafen, falls du vergisst zu essen. Verstehst du mich?"
"Ja, Sir", nickte Skinner, seine Augen blitzten bei dem Wort bestrafen.
"Ah – also deshalb bist du hier, nicht wahr, Walter?" grübelte Andrew leise. "Zur Bestrafung? Wofür, frage ich mich, hast du das Gefühl, sühnen zu müssen?"
"Alles", antwortete Skinner, erleichtert, dass es endlich ausgesprochen war. Andrew hatte recht – dafür war er hergekommen. "Für ´Nam, für Sharon, für dich."
"Mich?" Andrew sah verwirrt aus.
"Nach Ryans Tod habe ich dich bewusst gemieden."
Skinner schlang seine Arme um seinen Körper. Andrew stellte sich vor ihn und entkrampfte Skinners Hände von seinem Torso.
"Leg sie hinter deinen Rücken. Steh gerade. Du gehörst jetzt mir und du schmollst nicht, versteckst dich und duckst dich nicht. Du stehst aufrecht und stolz."
"Jawohl, Sir."
Skinner stand Habt Acht, sein früheres militärisches Training sprang ein. Seufzend strich Andrew seine Hände Skinners Arme hinunter.
"Nicht so formell, Schatz", sagte er freundlich. "Walter, du wolltest mich nicht mehr sehen, lange, bevor Ryan starb. Ich habe es verstanden. Ich weiß, du hattest Probleme, mit denen du dich nie beschäftigt hast, und ich wusste, du bist davor weggelaufen. Aber du kamst nicht zu mir für ein professionelle Meinung, deshalb konnte ich dir schwer eine aufdrängen. Ich habe dich vermisst, hoffte aber immer, du würdest zurückkehren. Das bist du nun, und ich bin erfreut, hoch erfreut."
Er umfasste Skinners Nacken mit seiner warmen Hand und zog den Kopf des anderen Mannes zu sich runter. "Ja, du willst Bestrafung, aber du willst auch etwas anderes – und auf jeden Fall gebe ich nicht eines ohne das andere."
Seine Lippen suchten Skinners, und zum ersten Mal in dreißig Jahren fand sich Skinner einen anderen Mann küssend. Er erstarrte unter der Umarmung, änderte dann seine Position und packte Andrew, warf seine Arme um den anderen Mann und küsste ihn hart. Andrew lachte und reagierte, vertiefte den Kuss. Dann schob er Skinner weg und klatschte ihm leicht auf die Hinterbacke.
"Langsam, Junge", murmelte er.
"Entschuldigung." Neuerlich ließ Skinner seinen Kopf hängen und Andrew lachte.
"Was zur Hölle soll ich mit dir anstellen, Junge?" seufzte er. "Das Wichtigste zuerst – du fällst gleich um. Folge mir."
Er ging die Treppe hinauf und Skinner folgte ihm blind.
"Morgen gebe ich dir dein eigenes Zimmer, aber das Bett ist nicht gemacht. Und außerdem, Walter Skinner, brauchst du heute Nacht jemanden, der dich festhält."
Skinner blieb stehen, sah zu, während Andrew die Bettdecken zurückschlug, ihn zum Bett herüberwinkte.
"Ah, es ist lange her ... ich meine ... ich habe nicht ... selbst damals haben wir nicht ...", begann er mit heiserer Stimme.
"Walter, ich werde dich nicht entehren, so verlockend der Gedanke auch sein mag", murmelte Andrew bösartig. "Ich werde dich einfach festhalten – weil es das ist, was du im Moment brauchst. Jetzt komm her. Augenblicklich!" schnappte er mit der Art von Stimme, bei der du nicht ungehorsam bist.
Skinner rannte praktisch zum Bett und schlüpfte zwischen die Laken, musste das nicht zweimal gesagt bekommen. Er lag da, sein ganzer Körper steif, sich seiner Nacktheit bewusst und seiner Nähe zu dem anderen Mann, jemandem, den er – wie er erkannte – trotz einiger Jahre Bekanntschaft kaum kannte.
"Walter." Andrews Hände machten sich um seine Taille fest, beruhigend, sanft und freundlich. "Komm her. Denk nicht, sei einfach. Hier, in meinen Armen, sei einfach für eine Weile. Es gibt nichts sonst. Nur du und ich. Keine Vergangenheit, keine Zukunft, bloß die Gegenwart. Wir."
Skinner bemühte sich redlich, sich zu entspannen, doch sein Körper blieb steif, nicht gewöhnt, gehalten zu werden, diese starken Arme nicht gewöhnt. Andrew küsste seinen Nacken, immer und immer wieder.
"Ich kann sehen, woran wir mit dir arbeiten müssen, Junge", flüsterte er, seine Hände streichelten sanft, beruhigend Skinners Brust. Skinner spürte überrascht seinen Schwanz hart werden. Andrew musste es bemerkt haben, erwähnte es jedoch nicht. Er redete einfach weiter wie zu einem Haustier, murmelte und flüsterte kleine, entspannende Phrasen, unterbrochen von Küssen, bis sich schließlich Skinner ergab, seine Muskeln ihre Anspannung verloren. Kurze Zeit später schlief er fest.
Als er am nächsten Tag erwachte, war es spät. Er warf einen Blick auf den Wecker und knurrte. Elf Uhr Mittags. Verdammt! Er rollte rüber und wollte aufstehen, bloß um festzustellen, dass er mit einer Schelle um seinen Knöchel an das Bett gekettet war.
"Wo soll’s denn hingehen?"
Andrew stieß die Schlafzimmertür auf und trat ein, trug ein Tablett mit zwei Tassen Kaffee und einigen frisch gebackenen Muffins.
"Ich komme zu spät zur Arbeit", antwortete Skinner, errötete, als die Ereignisse der letzten Nacht ihn überfluteten.
"Ich habe angerufen und ihnen gesagt, du wärst krank", sagte Andrew gelassen, stellte das Tablett auf dem Nachttisch ab.
"Du hast was gemacht?" fauchte Skinner. Wieder begann er, an der Kette um seinen Knöchel zu zerren.
"Du hast es gehört." Andrew händigte ihm eine Tasse Kaffee und einen Muffin aus.
"Schau, letzte Nacht war ich fertig. Ich hätte nicht herkommen sollen. Entschuldige, dass ich dich gestört habe und danke für ... was du getan hast, aber ich muss gehen. Es war ein Fehler."
"Ich dachte schon, du würdest das sagen, im grellen Tageslicht. Deshalb habe ich dich am Bett festgekettet. Du solltest dich daran gewöhnen. Du wirst einige Zeit hier sein", sagte Andrew fröhlich, biss in seinen Muffin.
"Du kannst mich nicht hier behalten!" protestierte Skinner. Sein Zerren an der Kette grenzte an Raserei.
"Natürlich kann ich das." Andrew kaute gelassen an dem Muffin. "Du bist mein, Walter. Das haben wir letzte Nacht durchdiskutiert und das ist die Wahl, die du getroffen hast."
"Na schön, ich habe meine Meinung geändert", sagte Skinner abrupt, fragte sich, was um Himmels Willen ihn geritten hatte, etwas so Blödes zu tun.
"Unglücklicherweise ist es zu spät dafür." Andrew schenkte ihm ein engelsgleiches Lächeln. "Du brauchst Hilfe, Walter. Du hast mich darum gebeten, und ich werde verdammt noch mal dafür sorgen, dass du sie bekommst, ob es dir gefällt oder nicht. Hast du nicht verstanden? Du bist einer von den guten Jungs. Ohne dich wäre die Welt ein traurigerer Ort. Ich werde dafür sorgen, dass, was immer dich so verletzt hat, beseitigt wird, herausgezerrt, wo ich es sehen kann und besser gemacht. Und wir können das schaffen, Walter. Du und ich, zusammen. Ich verspreche es."
Andrew stellte seinen Kaffee ab und nahm Skinners Gesicht zwischen seine Hände. "Walter – du kannst nicht vergessen haben, wie du dich letzte Nacht gefühlt hast. Du musst zugeben, dass du Hilfe brauchst."
"Ja ... aber kein ... ich brauche keinen Meister", erwiderte Skinner verlegen.
"Was ist falsch an einem Meister? Ich hatte mal einen", sagte Andrew schulterzuckend. "Er brachte mir alles bei, was ich weiß. Den Gefallen möchte ich an jemanden weitergeben. Jemanden, der es wert ist."
Er strich seine Hand die Seite von Skinners Gesicht runter und Skinner bemerkte entsetzt, dass sein Schwanz allzu sichtbar auf die Intimität der Geste reagierte.
"Das ist in Ordnung, Walter", meinte Andrew freundlich. "Das ist nicht annähernd so schockierend, wie du denkst. Bisexuell zu sein ist kein Verbrechen."
"Könnte es sein, falls du der Assistant Director beim FBI bist", knurrte Skinner.
"Dann such dir einen anderen Job", hob Andrew seine Schultern. "Kein Job ist der Mühe wert, wenn er dich derart unglücklich macht."
"Keine Ahnung", seufzte Skinner. "Ich weiß gar nichts mehr. Ich weiß nicht, wer ich bin oder was ich will."
"Na schön, dann werden wir es herausfinden, nicht wahr?"
Andrew brach ein Stück von Skinners Muffin ab und fütterte es dem großen Mann. "Gemeinsam. Das wird Spaß machen", lächelte er. "Walter, ich kann dich nicht zwingen zu bleiben – trotz der Schelle", sagte er, sein Ausdruck veränderte sich, seine Stimme wurde ernst. "Du brauchst Hilfe, und letzte Nacht, denke ich, hast du genau um die Art Hilfe gebeten, die du brauchst. Ich gebe sie dir gern, doch zuerst muss ich dir etwas erklären."
Skinner nickte, akzeptierte ein weiteres Stück Muffin, das ihm gefüttert wurde, spülte es mit Kaffee runter. Er war völlig unvorbereitet für das, was als nächstes kam.
"Ich habe Krebs, Walter. Ich habe weniger als zwei Jahre zu leben. Ich würde dich nicht aufnehmen, ohne dir das zu sagen. Falls es zwischen uns klappt, gibt es unvermeidlichen Kummer auf dem Weg."
"Krebs?" wiederholte Skinner, kaum fähig, die Neuigkeit aufzunehmen.
"Ja. Es ist fair genug. Ich habe ein gutes, glückliches Leben geführt. Ich habe alles gemacht, was ich sollte. Wenigstens ... dachte ich das bis letzte Nacht. Nun denke ich, ist da vielleicht noch eine Sache für mich zu tun übrig", lächelte Andrew sanft.
"Du nimmst das verdammt besser auf, als ich es gemacht hätte", kommentierte Skinner.
"Oh, ich hatte meine Momente, glaub mir." Andrew schüttelte reumütig seinen Kopf. "Aber ich hatte sechs Monate, um mit der Diagnose fertig zu werden – du nicht. Tut mir leid, dass ich dich mit der Neuigkeit erschlagen musste, aber du musstest es erfahren, bevor du tiefer rein gerätst."
"Es tut mir leid." Skinner wusste nicht, was er sonst sagen sollte.
"Muss es nicht. Du schuldest mir nichts, aber ich würde das gern für dich tun – und vielleicht auch für mich", sagte Andrew leise. "Walter, seit Ryans Tod gab es niemanden für mich. Oh, ich habe hie und da ein bisschen gespielt, nur um in der Übung zu bleiben, aber nicht mehr als das. Um ehrlich zu sein, niemand kann wirklich seinen Platz in meinem Herzen einnehmen, das bedeutet jedoch nicht, dass ich keine Liebe in mir übrig habe. Die habe ich – und ich möchte sie gern geben, reichlich, ohne zu erwarten, dass sie erwidert wird." Er betrachtete Skinner prüfend. "Du darfst mich lieben, Walter. Tatsächlich hoffe ich sogar, dass du lernst, genau das zu tun – aber verliebe dich nicht in mich, weil ich nicht für immer hier sein werde."
"Ich verstehe", nickte Skinner langsam.
"Es bleibt dir überlassen – aber ich denke, du brauchst mich, und ich möchte dir helfen."
Andrew beugte sich vor und legte einen zärtlichen Kuss auf Skinners Lippen.
"Es wird nicht leicht – diese Bestrafung, die du suchst ... na schön, ich gebe sie dir und noch mehr. Und ich sage voraus, dass du die körperliche Qual locker genug ertragen kannst, aber nicht den Rest. Falls du jetzt wegläufst, wirst du nie erfahren, was hinter all dem steckt, Walter. Ich kann dir helfen, aber nur, wenn du mich lässt. Ich weiß, wenn du im grellen Tageslicht beschließt, zu bleiben und dich dem zu stellen, dann wirst du genau das tun. Ich weiß, du bist kein Waschlappen, es ist jedoch ein harter Weg – notwendig, aber hart. Du wählst, Walter. Ich nehme eine Dusche."
Mit diesen Worten stellte er die leere Tasse auf den Nachttisch, schlüpfte ohne den leisesten Hauch von Verlegenheit aus seinem Morgenmantel und wanderte nackt in das angrenzende Badezimmer. Skinner sah ihm zu, kämpfte die Erregung nieder, die er so lange unterdrückt hatte. Andrew hatte lange, schlanke Beine und einen festen Hintern. Obwohl er ein bisschen zu dünn war, höchstwahrscheinlich wegen seiner Krankheit, war er immer noch ein verdammt attraktiver Mann.
Skinner nahm geistesabwesend einen Bissen von dem Muffin, dann noch einen. Erneut prüfte er mit seinem Bein die Stärke der Schelle, zog daran, gab dann mit einem Seufzen auf. Andrew hatte recht. Er befand sich, wo er sein sollte, und er hatte sich nie in seinem Leben vor einer Pflicht gedrückt. So konnte er nicht weitermachen. Etwas musste sich ändern, oder es würde damit enden, dass er sich umbrachte.
"Hast du deine Entscheidung getroffen?" Andrew kam fünfzehn Minuten später aus der Dusche, sein nasses, weißes Haar gegen seinen Kopf geklatscht.
"Ja", nickte Skinner. "Ich bleibe", flüsterte er. "Ich möchte es ... aber ..." er zog erneut an der Kette. "Ich kann es wirklich nicht ertragen, gefesselt zu sein."
"Nein. Ich dachte schon, du würdest das unangenehm finden. Verlust der Kontrolle, sich hilflos fühlen – das sind schwierige Emotionen für dich, um damit umzugehen, nicht wahr, Walter?"
"Ich nehme es an", zuckte Skinner seine Schultern.
"Na schön, dann ist es das, womit wir beginnen. Ich lasse dich an der Kette, wann immer wir allein sind, Walter. Nichts, was dich einschränkt oder dir weh tut, nur genug, um dich zu erinnern, dass du hier nicht das Sagen hast. Ich habe es. Sobald du aufhörst, dagegen zu kämpfen, können wir weitergehen."
"Ich denke nicht, dass mir das gefallen wird", seufzte Skinner.
"Nicht?" Andrew hob eine amüsierte Augenbraue, setzte sich neben dem anderen Mann auf das Bett. "Ich denke, Walter, du wirst feststellen, dass du dich diesbezüglich irrst."
Er lehnte sich vor, nahm Skinners Gesicht zwischen seine Hände und küsste ihn fest auf die Lippen. Skinner ergab sich dem Kuss, danach rieb Andrew lächelnd seine Hände über des großen Mannes Schultern.
"Das war ein sehr guter erster Schritt, Walter", murmelte er. "Nun kümmern wir uns um das Geschäftliche. Im Gebäude befinden sich ein Fitnessraum und ein Pool – nutze sie. Ich habe die Sicherheit kontaktiert, um einen Pass für dich zu besorgen. Du hast einen stressigen Job, das weiß ich – und du bist es gewöhnt, hart zu arbeiten. Das ist fair genug – ich habe mehr als genug Hobbys, mit denen ich mich amüsieren kann", grinste er wölfisch. "Wie auch immer, falls du zu oft Überstunden machst, stelle ich dich zur Rede. Und falls du die Arbeit benutzt, um persönliche Themen zu vermeiden, erwarte ich von dir, ehrlich zu mir zu sein. Ich weiß, das wirst du sein – das ist nicht dein Problem. Es auszusprechen ist es."
Er stand auf und löste die Schelle vom Fußende des Bettes, jedoch nicht um Skinners Knöchel. Dann reichte er ihm die Kette.
"Zeit für deine Dusche. Folge mir", orderte er.
Skinner zog eine Grimasse, folgte ihm dennoch.
Er ließ zu, dass er an den Handtuchhalter gekettet war, während er seine Dusche nahm. Danach wurde er befreit und hinunter gebracht, wo er am Tischbein festgemacht wurde, während sie Frühstück aßen.
"Ist die Kette wirklich nötig?" fragte er, fühlte sich ein wenig lächerlich. Immerhin war er ein erwachsener Mann und das erschien ihm absurd. "Ich gehe nirgendwo hin, Andrew."
"Das weiß ich. Falls du das wolltest, hättest du lediglich den Klipp öffnen müssen", antwortete Andrew mit einem Lächeln. "Er ist nicht abgeschlossen."
"Ist er nicht ...?" Skinner sah verwirrt hinab. "Warum hast du dann ...?"
"Es ist symbolisch. Ja, du kannst ihn jederzeit öffnen, wenn du willst, aber ich sage dir, es nicht zu tun. Mein Befehl ist deine Fessel, Walter, nicht die Kette."
"Ich verstehe", meinte Skinner langsam, versuchte, das zu absorbieren.
"Nein", lachte Andrew, "tust du nicht, aber du wirst es, mit der Zeit."
Nachdem sie gegessen hatten, brachte Andrew Skinner hinauf in das Apartment im achtzehnten Stock und zeigte ihm das Spielzimmer.
"Ryan hat es entworfen – er war fantastisch in diesen Dingen. Deshalb ist es wahrscheinlich mehr ein Raum für einen Sub als für einen Dom", bemerkte Andrew mit einem Zwinkern.
"Hat Ryan bei so etwas abgehoben?" erkundigte sich Skinner, öffnete einen der Schränke und pfiff anerkennend. "Ich meine, Sharon und ich hatten eine kleine Paddel-Kollektion, aber das! Das ist unglaublich!"
"Ich weiß. Du kannst neue Gerätschaften kaufen – was immer du willst. Es bleibt dir überlassen."
"Um sie bei mir anzuwenden?" Skinners Atem stockte in seiner Kehle.
Andrew betrachtete ihn neugierig. "Walter, ich würde dir nichts antun, was du nicht willst. Ryan war ein Masochist – er genoss es, als Teil seiner Sexualität Schmerzen zu empfangen. Daran ist nichts falsch – ich genoss es, ihm den Gefallen zu tun. Du, vermute ich, hast nicht die selbe Vorliebe. Falls es so wäre, bin ich sicher, dass du es mittlerweile erkannt hättest!" rief er aus.
"Dann warum ...?"
Skinner ließ seinen Kopf hängen und legte wieder seine Arme um seinen Körper, umarmte sich, wie er es in der vergangenen Nacht getan hatte.
"Warum du bestraft werden willst? Ich hatte eigentlich gehofft, du könntest diese Frage beantworten. Na, Walter?"
Hilflos spreizte Skinner seine Arme. "Keine Ahnung", wisperte er. "So habe ich mich nie zuvor gefühlt."
"Hast du nicht?" Andrew hob eine Augenbraue. "Du boxt, stimmt’s, Walter?"
"Ja ... aber ...", stotterte Skinner.
Andrew hob eine Hand, brachte ihn zum Schweigen.
"Du boxt und manchmal trainierst du bis zur Erschöpfung. Du benutzt Schmerzen auf einer unterbewussten Ebene, um deinen Emotionen zu entkommen. Ja?"
"Vielleicht", zuckte Skinner seine Schultern. "Keine Ahnung", wiederholte er.
"Na schön, dann müssen wir es herausfinden", erklärte ihm Andrew mit einem zuversichtlichen Nicken. "Eine Sache, Walter – was immer du willst, du kommst zu mir. Ich werde es dir geben, wenn ich denke, es ist vernünftig, und nicht, wenn es unvernünftig ist. Ich spreche nicht bloß von Bestrafung, sondern auch von Liebe. Wir gehen es in deinem Tempo an."
Skinner starrte den anderen Mann unsicher an.
"Ah, du wolltest, dass dir die Entscheidungen abgenommen werden – tja, das kann ich nicht machen. Ich kann dir helfen, sie zu treffen und ich kann sie mit dir durchsprechen, doch du bist immer noch du, Walter. Wir müssen nur herausfinden, was das bedeutet." Andrew kicherte erfreut. "Weißt du, Walter, ich denke, du hast mir vielleicht eine neue Hoffnung gegeben!" sagte er, seine Augen blitzten.
Skinner lächelte, ein schüchternes Lächeln, als Reaktion auf die ansteckende Wärme des anderen Mannes. Er fühlte sich hier wohl. Sicher. Wie verwirrt und verzweifelt er auch war, er wusste, er hatte einen sicheren Hafen gefunden – und einen Ort, den er endlich Zuhause nennen konnte.
Die nächsten paar Stunden verbrachten sie mit dem Durchforschen der Schränke. Skinner sprach über Sharon und die Sexspiele, die sie gespielt hatten. Es fühlte sich seltsam an, derart offen über etwas so Persönliches zu reden, doch Andrew verströmte eine Aura, die es leicht machte, und Skinner fand sich eigenartig beruhigt durch die Kette um seinen Knöchel, die ihn davon abhielt, das Zimmer zu verlassen, wenn die Unterhaltung schwierig für ihn wurde. Andrew hatte einen sehr wirksamen Weg gefunden, ihn dazu zu bringen, sich seinem Ich zu stellen.
Skinner erfreute sich daran, die Geräte und Kostüme in den Schränken zu berühren, sie zu streicheln, sie experimentell an seiner Hand oder seinem Schenkel auszuprobieren. Andrew beobachtete ihn, diese scharfen, blau-grauen Augen übersahen nichts.
"Ich denke, im Grunde deines Herzens bist du ein Fetischist, Walter", kommentierte er.
Skinner sah von seiner Untersuchung eines weichen, pelzigen Paddels auf, mit dem er über die Seite seines Gesichts strich, das Gefühl genoss.
"Ich? Nein!" lachte er.
"Doch", grinste Andrew. "Schau dir die Art deiner Kleidung an – deine Arbeitsanzüge. Ich habe mich immer über diese perfekt gestärkten Hemden gewundert, die Bügelfalten in deinen Hosen und die Art, wie deine Schuhe immer glänzen. Ryan sagte, es wäre bloß dein militärischer Hintergrund. Es ist wahr, dass du einen Hang zur Perfektion hast, aber da steckt mehr dahinter. Tatsächlich hast du Stil und Geschmack. Du strahlst es aus – und das bedeutet, dass du dich für Kleidung interessierst, für das Gefühl von Stoffen auf deiner Haut, für Farben und Beschaffenheit. Sogar deine Freizeitkleider sind sauber und passen farblich zusammen. Grünes Sweatshirt, in braune Jeans gesteckt, nichts Schlampiges, immer sauber und ohne Knitterfalten – ich denke, du hast dir nie wirklich erlaubt, diese Seite von dir auszudrücken, Walter. Doch jetzt wirst du es tun."
"Okay", hob Skinner seine Schultern, unsicher wegen Andrews Bewertung seiner Persönlichkeit.
"Mein Gott – wofür ist das denn?" wollte er wissen, hielt eine Schachtel hoch, die ein Set Nadeln und andere seltsame Apparate enthielt.
Andrew lachte. "Ryan hat mich gequält, ihn zu piercen. Er brauchte fünf Jahre, um mich zu überzeugen, und selbst da fragte ich, warum er es nicht professionell machen lassen konnte, wie jeder andere, aber er war eisern. Er wollte es zu einer Szene machen. Ich musste sehr geschickt werden, bevor ich es versuchte – ich nahm Unterricht!" Andrew legte eine Hand auf Skinners Schulter. "Wärst du gerne markiert als Eigentum von jemandem, Walter?" fragte er. "Piercing, Branding, Tattoos – das sind alles Methoden, Besitz zu markieren."
"Ich bin nicht sicher." Skinner dachte darüber nach. "Eine Menge Jungs in meiner Einheit in ´Nam hatten Tätowierungen, aber ich wollte niemals eine", meinte er schließlich.
"Ah, aber würdest du gern dein Zeichen bei jemandem anbringen?" flüsterte Andrew, sein Mund nahe an Skinners Ohr.
Unwillkürlich begann Skinners Schwanz, sich zu verhärten, und Andrew grinste wissend.
"Ah. Ich sehe, dir gefällt die Idee – Hmmm", grübelte er nachdenklich. "Aber zuerst ... müssen wir den wahren Grund diskutieren, warum du hergekommen bist." Andrew nahm die Piercing-Schachtel aus Skinners Hand.
"Den wahren Grund ...?"
Skinner senkte seinen Kopf, zog erneut an der Kette, ohne überhaupt zu bemerken, dass er es tat.
"Ja", sagte Andrew drängend. "Du bist zu mir gekommen, weil du dachtest, ich bestrafe dich. Du wusstest genug von meiner Beziehung mit Ryan, um zu wissen, dass ich mit all diesen Geräten umgehen kann. Und letzte Nacht wolltest du diese Qual dringend. Willst du sie immer noch?"
"Ja", bestätigte Skinner schnell, wusste, er brauchte sie, jedoch nicht, warum.
"In Ordnung, ich gebe sie dir, Walter, aber nur, weil du mich bittest. Ich denke nicht, dass du für irgend etwas bestraft werden musst. Aus diesem Grund überlasse ich dir die Verantwortung für deine Bestrafung. Du wirst das Werkzeug auswählen und du wirst entscheiden, wie lange es dauert. Sag mir einfach, wenn du willst, dass es aufhört."
Skinner nickte betäubt und warf einen Blick auf den kleinen Berg Geräte zu seinen Füßen.
"Jetzt?" bat er. "Fangen wir sofort an?"
"Ja. Warum nicht? Ich denke, nur Bestrafung wird deine Zunge genügend lösen, um zum Kern deiner Schwierigkeiten zu gelangen, erst die Arbeit, dann das Vergnügen", seufzte Andrew. "Allerdings ist es deine Wahl. Wenn du sagst, du brauchst es nicht, geht das klar."
"Nein. Ich tue es ... ich will ..." Hilflos zuckte Skinner seine Schultern.
Andrew lachte bloß und legte seine Arme um den großen Mann, zog ihn in eine herzliche Umarmung.
"Wie ich sagte, Bestrafung ist vielleicht das einzige, was dir hilft, deine Gefühle zu artikulieren." Er drückte fest Skinners breite Schultern. "In Ordnung, triff deine Wahl, Walter."
Skinner ließ seine Hände über die verschiedenen Geräte laufen, fragte sich, wie sie sich auf seinem Fleisch anfühlten, und entschied sich für ein hartes Lederpaddel. Er reichte es Andrew, der es wortlos nahm.
"Beug dich über das Pferd", befahl er, klippte Skinners Kette los.
Skinner ging stumm hinüber, fragte sich, warum zum Teufel er das tat und worum es bei all diesem Sehnen in seinem Inneren ging. Er war überrascht zu erkennen, dass er zitterte, als er sich über das Pferd beugte. Er war noch überraschter, weil Andrew sanft seinen Rücken berührte, ihn beruhigte.
"Wie ich sagte, Walter, ich denke nicht, dass du bestraft werden musst. Das ist für dich. Sag mir, wenn ich aufhören soll", wisperte Andrew.
Skinner nickte, wollte bloß, dass es losging.
Trotzdem erschrak er, als der erste Hieb traf. Scheiße! Das tat weh! Es schmerzte stärker, als er erwartet hatte. In seinem Kopf gab es ihm Trost, Erlösung, Katharsis, doch in Wirklichkeit tat es bloß weh. Skinner biss seine Zähne zusammen, entschlossen, es anzunehmen und zu ertragen, aus einem Grund tief in seinem Inneren, den er nicht verstand.
Das Paddel bedeckte jeden Zentimeter seiner Hinterbacken und den oberen Teil seiner Schenkel. Irgendwo unterwegs hörte Skinner auf, jeden einzelnen Streich zu spüren und fühlte stattdessen ein tiefes, tröstendes Brennen, eine langsame Agonie der Empfindungen, die ihn an einen Ort sandte, den er nie zuvor kennen gelernt hatte. Er fühlte ein eigentümliches Hoch und sehnte sich danach, dort zu bleiben.
Die Schmerzen wurden stärker, doch er weigerte sich aufzuschreien, es zu beenden. Er wollte diese Qual und weigerte sich, schwach zu sein, zu brüllen oder zu schluchzen.
Es entstand eine Pause und er spürte Andrews Finger auf seinem Gesicht.
"Walter, ich mache nicht ewig weiter und ich denke, du würdest mich lassen. Ich denke, du würdest dich auf diese Art von mir umbringen lassen. Lass mich den Einsatz ein wenig erhöhen. Falls du auf zu harter Bestrafung bestehst, werde ich dich im Gegenzug bestrafen, indem ich enge Bondage bei dir anwende, wenn es vorüber ist. Du würdest die Bondage nicht mögen, Walter – aber ich werde sie anwenden, falls ich denke, das du zu hart mit dir warst. Verstehst du mich?
Skinner blinzelte. "Ich will nicht noch mehr Ketten", knurrte er. "Ich mag keine ..." Er spürte die Frustration in seinem Körper aufsteigen, als ob er bereits die unsichtbaren Ketten bekämpfen würde.
"Nein, ich weiß, dass du es nicht magst", erklärte ihm Andrew fest. "Deshalb ist es eine Strafe, Walter, die einzige Art, von der ich denke, dass sie bei dir funktioniert. Ich wusste, du hast kein Problem damit, körperliche Schmerzen zu ertragen, aber gefesselt zu sein, ist viel schwieriger für dich. Nun, ich werde weitermachen, doch ich erwarte von dir, das bald zu beenden."
"In Ordnung", zuckte Skinner seine Schultern.
Er wollte es noch nicht beenden. Die Qual war fürchterlich und er hieß sie willkommen, hegte sie nahe an seinem Herzen, ertrank in ihr.
Andrew begann erneut und der Schweiß lief über Skinners Gesicht. Das konnte er ertragen, so lange es nötig war.
"Walter", sagte Andrew warnend.
Skinner warf seinen Kopf zurück, schnappte nach Luft. Es schmerzte so sehr und er war nicht sicher, ob er wusste, wie er es beenden sollte. Er erreichte einen Ort, in dem er frei war, nicht unterdrückt von Verpflichtungen, Verantwortung und der gottverdammten, fürchterlichen Schuld.
"Andrew!" keuchte er und der Angriff stoppte augenblicklich.
Andrew legte sanfte Finger an sein Gesicht, wischte mit einem Tuch den Schweiß von seiner Stirn, half ihm dann hoch, seine Hände verließen nie Skinners Schultern, beruhigten ihn ständig. Er führte Skinner aus dem Spielzimmer und hinunter ins Wohnzimmer des unteren Apartments, wo er ihn Gesicht nach unten auf der Couch deponierte und mit einer Decke bedeckte. Er verschwand für einen Moment und kam mit einem Paar Schellen zurück. Er befestigte sie um Skinners Handgelenke, während der große Mann wortlos zusah, das hasste. Andrew verband die beiden Schellen hinter Skinners Rücken, befestigte danach seine Knöchelschellen, zog Skinners Beine seinen Rücken hoch und machte eine Kette zwischen den Knöchelschellen und denen an Skinners Handgelenken fest, sicherte sie.
Skinner wand sich, kämpfte gegen seine Bondage, war jedoch zu müde, um sich mehr als ein paar Sekunden fruchtlos zu sträuben, bevor er sich ergab. Andrew setzte sich neben dem gefesselten Mann auf die Couch und legte Skinners Gesicht auf seinen Schoß, rückte ihn seitwärts, sodass er frei atmen konnte. Außerdem ermöglichte ihm das, den Ausdruck in Skinners Augen zu sehen. Dann streichelte er zärtlich Skinners Schultern und die Seite seines Gesichts.
"Na schön, Walter, es stellt sich heraus, dass du fühlst, es gibt eine Menge, wofür du bestraft werden solltest", sagte Andrew, seine Stimme voll sehnsichtsvollem Bedauerns.
Skinner schloss seine Augen, wollte die freundliche Sorge nicht.
"Wäre es dir lieber, wenn ich zornig auf dich wäre? Ist es das, was du willst? Tut mir leid, Walter, ich nehme meine Wut niemals mit ins Spielzimmer. Das könnte gefährlich sein. Ich bin nicht zornig auf dich – du bist viel zu wütend auf dich selbst, um auch noch meine Missbilligung zu brauchen", erläuterte ihm Andrew, streichelte ihn weiter.
Wieder sträubte sich Skinner, hasste die Bondage so sehr.
"Ich fühle mich, als ob ich ersticke", krächzte er.
"Tut mir leid – aber wenn du auf einer derart harten Tracht Prügel bestehst, musst du den Preis bezahlen", sagte Andrew in unerbittlichem Tonfall.
Neuerlich zerrte Skinner an seinen Fesseln, wand sich auf der Couch.
"Bitte!" schrie er heiser.
"Nein", sagte Andrew. "Hör auf, dich zu sträuben – sofort! Du wirst dir weh tun."
Sein Ton steckte so voller Autorität, dass Skinner darauf reagierte, sich beruhigte, versuchte, wieder zu Atem zu kommen.
"Gut, Junge, ergib dich. Akzeptiere", murmelte Andrew tröstend.
"Junge?" Skinner hob eine ungläubige Augenbraue.
"Das bist du für mich. Du bist mein Junge, ich bin dein Meister", lächelte Andrew. "Alter ist unwichtig."
"Richtig."
Skinner schloss seine Augen, genoss das Gefühl, gestreichelt zu werden. Nach ein paar Minuten schubste ihn Andrew.
"Wofür hast du gerade gebüßt, Walter?" erkundigte er sich.
"Am Leben zu sein", antwortete Skinner, vergrub sein Gesicht in Andrews Hemd.
"Du denkst, du hättest bei diesem Autounfall getötet werden sollen, und nicht Sharon?" fragte Andrew.
"Es ist meine Schuld, dass sie starb", zuckte Skinner seine Schultern.
"Nein, ist es nicht. Du hast ihr nicht eine Pistole an den Kopf gehalten. Du warst genauso ein Opfer wie sie. Warum fühlst du dich noch schuldig, am Leben zu sein, Walter?" bohrte er.
Für einen Moment trieb Skinner ab, ritt auf den Schmerzen und der Frustration, gefesselt zu sein.
"Weil alle anderen starben und ich mache nicht den kleinsten Unterschied mit dem, was ich tue. Mulder bringt mir Fälle und ich weiß, er glaubt daran, aber ... ich wünschte, ich könnte mehr auf seiner Seite stehen, aber ich kann nicht."
"Mulder?" runzelte Andrew seine Stirn.
"Ein Untergebener. Jemand, mit dem ich arbeite. Er findet Dinge, die mich schockieren. Keine Ahnung, wie ich mit ihm umgehen soll. Falls er sich umbringt, wird es meine Schuld sein."
"Wie das?" Andrews Finger spielten mit Skinners Kinn, sein Ton nachdenklich.
"Weil ich nicht weiß, wie ich ihm helfen soll. Ich bin so verflucht nutzlos. Wo liegt der Sinn, dass mein Leben gerettet wurde, wenn ich nicht von Nutzen sein kann, wenn es darauf ankommt?"
"Dein Leben wurde gerettet? Sprichst du von Vietnam, Walter?"
"Jaah", knurrte Skinner, schloss seine Augen. "Scheiße, ich hätte dort draußen sterben sollen. Jack starb. Der dämliche Bastard. Er starb, aber ich nicht."
"Jack?"
"Wir waren ... Liebhaber", gestand Skinner eine Wahrheit, die er so viele Jahre versucht hatte zu vergessen.
"Ah", nickte Andrew, sein Gesichtsaudruck unergründlich.
"Ich sagte ihm, er sollte sich verpissen. Ich sagte ihm das, weil unsere Dienstzeit zu einem Ende kam. Wir würden heimkommen und ich wollte meinen Leuten keinen gottverdammten Freund erklären müssen. Ich benutzte ihn."
"Nein. Du warst ... was? ... achtzehn Jahre alt? Du hattest Angst. Niemand konnte dir dafür die Schuld geben."
"Jack vielleicht. Er starb in einem Hinterhalt gemeinsam mit jedem einzelnen meiner Einheit. Ich war der einzige Überlebende."
Andrews Finger erstarrten, für einen Moment von den Neuigkeiten aufgehalten. Dann beugte er seinen Kopf zu Skinners Gesicht und küsste ihn, immer und immer wieder – sanfte, kuschelnde Küsse.
"Du brauchst keine Bestrafung, Walter", meinte er zwischen den Küssen. "Du brauchst nur Zeit und du musst dich aussprechen und du brauchst Liebe. Ich kann dir all diese Dinge geben."
Skinner lag auf seiner Seite, gegen Andrews Brust gepresst, akzeptierte steif die Liebkosungen. Nicht als seinen Lohn, sondern als etwas, das ertragen werden musste, weil er es nicht verdiente.
"So, Jack, deine Einheit, jetzt Sharon. Und du machst dir Sorgen, Mulder könnte der nächste sein. Warum verstört dich das so? Liebst du ihn auch?" fragte Andrew ruhig.
Skinners Herz setzte einen Schlag aus.
"Ja", antwortete er, stellte sich einer Wahrheit, die er nie zuvor zur Kenntnis genommen hatte. "Ja, das tue ich."
"Weiß er es?" fragte Andrew.
"Ich wüsste nicht, wie. Ich wusste es selbst nicht bis zu dieser Minute", murmelte Skinner. "Verdammt! Sharon verdiente mehr als mich. Ich war eine klägliche Entschuldigung eines Ehemannes."
"Nein, ihr habt euch auseinander gelebt. Jeder, der euch zusammen sah, wusste, dass ihr einst verliebt wart, und ihr habt euch bis zum Ende gemocht", widersprach Andrew. "Es braucht zwei Menschen, um eine Ehe funktionieren oder zerbrechen zu lassen, Walter, und auch Sharon hat ihre Liebe verloren. Das passiert", zuckte er seine Schultern.
"Sie hat mit dir gesprochen?" Skinner blickte überrascht hoch.
"Ja. Wir waren Freunde", lächelte Andrew. "Sie gab nicht dir die Schuld – auch sie wollte andere Dinge, aber ich weiß, sie hat nie aufgehört, dich zu mögen. Sie mochte dich, weil sie wusste, du bist ein guter Mann, Walter. Ich lasse nicht zu, dass dich das besiegt, versprochen."
"Wie?" fragte Skinner hilflos. "Gott, hör mir zu. Ich klinge wie ein erstklassiger, völlig vermurkster Jammerlappen."
"Nein, tust du nicht. Ich bin eigentlich verblüfft, dass du so lange weitergemacht hast, bevor diese Krise dich traf. Walter – hast du jemals eine Therapie erhalten, als du aus Vietnam zurückgekehrt warst?"
"Therapie? Nein", schnaubte Skinner. "Die wollten uns nicht einmal kennen, als wir zurückkamen – bestimmt würden sie nicht herumsitzen und unsere Hand halten. Wenn du wirklich fertig warst, schickten sie dich in ein psychiatrisches Krankenhaus und das war’s." Er schauderte.
"Na schön, seit damals haben sich die Dinge entwickelt, und wenn du all das für so viele Jahre vergraben hast, bist du ein sehr starker Mann, der so lange Zeit sehr gut damit fertig wurde, Walter. Hast du jemals vom Posttraumatischen Stress-Syndrom gehört?"
"Irgendwie im Vorbeigehen. Allerdings dachte ich nie, dass mich das betreffen würde", zuckte Skinner seine Schultern.
"Hattest du Alpträume oder Schlafstörungen?" wollte Andrew wissen.
Lange Zeit blieb Skinner stumm, dann seufzte er. "Ja", gab er zu.
"Halluzinationen, Alkoholprobleme?" bohrte Andrew.
"Ja." Skinner atmete tief durch. "Beides", flüsterte er.
"Empfindungen wie Zorn und Entfremdung? Zittern deine Hände?"
Andrews Stimme schien von weit her zu kommen und Skinner zögerte, zitterte am Rand eines Abgrunds. Verdammt, er hatte nicht mehr geweint, seit er zwölf Jahre alt war und er würde jetzt nicht damit anfangen.
"Ja." Sein Mund formte das Wort, er gab jedoch keinen Ton von sich.
"Walter – es ist in Ordnung. Du bist nicht allein und wir können mit all den Problemen fertig werden. Hast du von einem Begriff gehört, den man Schuldgefühle des Überlebenden nennt?"
Skinner schüttelte seinen Kopf, fühlte sich gefährlich nah dran, die Beherrschung zu verlieren und wie ein Kind zu schluchzen.
"Ich werde dir ein paar Bücher geben, um es nachzulesen – um dir zu helfen zu verstehen, dass das, was du empfindest, normal ist, wenn man bedenkt, was du in deinem Leben durchgemacht hast. Es muss dir nicht unbedingt helfen, emotional damit fertig zu werden, aber wenigstens kannst du es verstehen. Ich helfe dir mit deinen Emotionen, falls du mir vertraust."
"Tue ich", sagte Skinner in kaum hörbarem Tonfall.
Er musste. Es war niemand sonst übrig, an den er sich wenden konnte.
"Gut. Nun, können wir auf weitere Bestrafung verzichten, oder wird sie für deinen Heilungsprozess nötig sein?" erkundigte sich Andrew.
"Ich glaube, ich brauche sie", antwortete Skinner, seine Stimme zitterte.
Er dachte nicht, dass er so weit gekommen wäre oder das zugegeben hätte, wenn Andrew ihn nicht zuerst eingebrochen hätte.
"Also schön", seufzte Andrew. "Dann werde ich die Bondage weiterhin verwenden. Tut mir leid, Walter, aber alles muss einen Preis haben."
Sie verbrachten den Tag ruhig, redeten, hörten Musik. Skinner rieb sich an seinen Fesseln wund, hatte jedoch zu starke Schmerzen, um ernsthaft deswegen zu streiten. Außerdem erkannte er bald, dass Andrew den unnachgiebigsten Willen hatte. Wenn er nein sagte, meinte er es, und es war sinnlos, mit ihm zu argumentieren.
Nach ein paar Stunden erlöste Andrew Skinner aus seiner Bondage und massierte die Krämpfe raus, die sich in den Muskeln des großen Mannes entwickelt hatten. Sie aßen, danach rieb Andrew sanft ein kühles Gel in Skinners heißes, aufgeriebenes Fleisch.
Als es spät wurde, befahl ihn Andrew ins Bett und er wollte in das kleine Zimmer im Apartment des achtzehnten Stockwerks hinaufgehen, das Andrew für seine Benutzung bestimmt hatte. Daher war er überrascht, als ihn der andere Mann aufhielt.
"Nein, ich habe meine Meinung geändert. Du warst zu lange allein mit dir, denke ich, Walter. Du wirst mein Bett teilen und dich halten lassen, so sehr es dich verlegen macht!" zwinkerte Andrew.
Skinner ließ seinen Kopf hängen, seine Arme wanderten erneut um seinen Körper.
"Walter." Andrew baute sich vor ihm auf, verlangte seine Aufmerksamkeit. "Ich habe dir gesagt – wenn du irgend etwas willst, musst du zu mir kommen. Ich finde dich sehr attraktiv, und als dein Meister möchte ich dir die vielen Wege zeigen, wie ich meinen Subs Vergnügen bereite, es hängt jedoch von dir ab. Es ist lange her seit Jack, deshalb musst du entscheiden, wann du bereit bist – und falls du es nie bist, ist das okay. Eine Verschwendung", grinste er, "aber okay."
"Danke", krächzte Skinner, seine Stimme heiser.
Er konnte kaum glauben, dass er an diesem Ort endete, mit jemandem, der sich zu sorgen schien und zu verstehen. Er war dankbarer, als er es für möglich gehalten hätte.
"Ah ... willst du, dass ich dich mit Meister anspreche?" fragte er.
Andrew betrachtete ihn durchdringend. "Falls du das willst – wenn du willst. Es ist nicht verpflichtend. Wir verstehen beide die Situation", erklärte er. "Trotzdem