24/7

by Xanthe
übersetzt von Manuela
m.translator@chello.at



Pairing: Skinner/Mulder

Rating: NC-17

Kategorie: BDSM-Slash

Warnung: Diese Serie enthält grafische Szenen der BDSM-Erotik

Inhalt: Mulders Drang nach immer extremeren Erregungen lassen ihn den ultimativen Spieler in DC aufsuchen – ein mysteriöser Top, der legendär in der BDSM-Szene ist. Doch Mulder muss einen hohen Preis für das bezahlen, was er will.

Disclaimer: Die Charaktere Mulder, Skinner, Scully etc. gehören Chris Carter und 1013. Die Geschichte und Ideen gehören der Autorin.

Bemerkungen der Übersetzerin: Die Übersetzung ersten vier Kapitel dieses 30-Teilers (Schätzwert!) stammen nicht von mir, sondern von Sonja. Ich habe nur ein paar Worte verändert, damit der Übergang zu meinen Übersetzungen nicht zu holprig ist. Ab Kapitel Fünf bin ich die Schuldige.


Kapitel 2: Fünf goldene Ringe

Inhalt: Mulder findet heraus, wer sein neuer Besitzer ist, und er erhält einige interessante Geschenke.


Mulder lief unruhig im Zimmer auf und ab, nervös an seinen Fingernägeln kauend, die er bereits bis aufs Fleisch heruntergebissen hatte. Vor einer Woche erst hatte er hier gestanden. Eine Woche, in der er alles so arrangiert hatte, wie es ihm geheißen worden war. Er hatte sich beschwert, dass eine Woche viel zu kurz wäre, um seine Angelegenheiten zu regeln und seine persönlichen Finanzen auf die Konten seines Meisters zu überweisen, doch sein neuer Besitzer hatte darauf bestanden.

"Sie sollten es auch als Rücktrittsfrist betrachten", hatte sein Meister ihm erklärt, seine Stimme war durch den Raum gehallt, direkt in Mulders Seele, hatte durch das Mikrophon blechern und verzerrt geklungen. "Wenn Sie nächste Woche zurückkommen und alles so geregelt haben, wie ich es Ihnen gesagt habe, und wenn Sie dann immer noch fortzufahren wünschen, dann – und nur dann – werde ich den Vertrag des Meisters unterzeichnen. In Ihrer Gegenwart. Danach ... gibt es kein Zurück mehr."

Mulder lehnte sich an die Wand und versuchte, still zu stehen.
Kein Zurück mehr ... kein Zurück mehr ... Die Worte vibrierten in seinem Kopf. Er wünschte aus tiefstem Herzen, dass alles vorbei wäre. Dass sein Meister von ihm Besitz ergriffen, ihn gefesselt und zu seinem Schlupfwinkel geschleppt hätte. Dann wüsste er endlich, ob seine Entscheidung gut oder schlecht gewesen war.

Die Warterei machte ihn verrückt. Er verhielt sich bereits die ganze Woche wie die sprichwörtliche Katze auf dem heißen Blechdach und brachte Scully an den Rand des Wahnsinns, indem er entweder zappelig war oder in Lethargie verfiel. Er war nicht in der Lage gewesen, die zwei Berichte zu schreiben, die auf seinem Schreibtisch lagen – stattdessen hatte er, über seinen nahen Status nachdenkend, Löcher in die Luft gestarrt. Fox Mulder – Sklave. Besitztum. Jemand anderem gehörend.

Selbst Skinner war sein seltsames Verhalten aufgefallen und hatte ihn gefragt, ob alles in Ordnung wäre. Als er in die dunklen, besorgten Augen seines Chefs geblickt hatte, hatte er sich für einen kurzen Augenblick gewünscht, er hätte jemanden, dem er sein Herz ausschütten könnte, jemanden, der ihn vor den Konsequenzen seiner Taten retten könnte. Er bezahlte den Preis dafür, zu misstrauisch zu sein. Schließlich hatte er Skinners Frage brüsk abgewiesen und Scully hatte sich nicht einmal getraut, ihn zu fragen, was mit ihm los war. Zumindest dafür war er froh. Bald würde alles vorbei sein.

Er wusste, dass er ein Idiot war, dennoch konnte er seinen Kopfsprung in dieses unbekannte Terrain nicht stoppen. Er besaß nicht viel, das Geld kümmerte ihn also wenig. Sein Vater hatte in seinem Testament alles seiner Mutter vermacht, trotz ihrer Scheidung – vielleicht als eine Art Wiedergutmachung, vielleicht aber auch, um seinen einzigen Sohn zu bestrafen – Mulder wusste es nicht. Er hatte seinen Vater niemals verstanden. Mulder vermutete, dass er nach dem Tod seiner Mutter relativ wohlhabend sein würde, doch zum jetzigen Zeitpunkt war er es nicht. Er übergab seinem Meister nur ein paar tausend Dollar. Es schien kein sehr hoher Preis zu sein für ... für was? Frieden?

Erneut legte Mulder seinen Kopf gegen die Wand und schlug ihn dagegen – ein-, zwei-, dreimal, sich für das Bedürfnis hassend und sich selbst für seine dumme Hoffnung scheltend, dass er in dieser Übereinkunft finden würde, was er suchte. Dennoch hielt ihn das nicht davon ab, weiter zu hoffen. Unruhig fragte er sich, wie sein neuer Besitzer wohl aussehen würde. Es war nicht wichtig, aber er war trotzdem neugierig. Er suchte nicht nach Liebe, er suchte danach, vor sich selbst gerettet zu werden.

"Mr. Mulder. Es tut mir leid, dass ich Sie warten ließ", dröhnte die Stimme, durchbrach seine Träumerei, erschreckte ihn.
Mulder fuhr zusammen. Er hatte vergessen, wie dunkel und verführerisch diese Stimme war, wie das Wissen, dass sich sein Meister an ihn richtete, seinen Schwanz dazu brachte, sich aufzurichten.
"Entschuldigen Sie sich bei all Ihren Sklaven?" fragte Mulder und zog amüsiert eine Augenbraue hoch.
Das trockene Lachen hallte. "Sie sind keiner. Noch nicht. Sobald ich meinen Teil des Vertrags unterzeichne, ist der Deal abgeschlossen. Bis dahin ..."
"Ich würde es gerne hinter mich bringen", unterbrach ihn Mulder, seine Nerven zum Zerreißen gespannt.
"Ich kann also davon ausgehen, dass Sie Ihre Meinung nicht geändert haben?" wollte sein Meister wissen.
"Nein." Mulder atmete tief durch. "Sie sind in meinen Kopf gelangt und haben dort von einem Teil Besitz ergriffen, von dem ich nicht wusste, dass ich ihn habe. Ich laufe schon die ganze Woche mit einem Steifen herum, nur wegen Ihnen", erklärte er vorwurfsvoll, in fast bitterem Tonfall.
"Es tut mir leid, dass ich mich in meinem Geschäft so gut auskenne", erwiderte die Stimme sanft, fast schon mitfühlend. "Sind alle Unterlagen fertig?"
"Ja."

Mulder legte seine Aktentasche auf den Tisch und öffnete sie, nahm eine Akte heraus und hielt sie hoch. "Das ist sie. Die Gesamtsumme meines Lebens – was auch immer davon zu halten ist. Und jetzt ist der Augenblick gekommen, in dem Sie enthüllen, dass das alles eine riesige Falle war und Sie das Geld nehmen und sich davonmachen." Mulder versteifte sich, erwartete quasi, dass es passieren würde.
"Seien Sie nicht albern", tadelte ihn die Stimme. "Sie haben dieses Treffen durch James Eckhart und J.M. Lucas arrangieren lassen, beide sind ausgezeichnete Spieler mit einem guten Ruf. Stellen Sie etwa deren Integrität in Frage?"
"Nein. Aber vielleicht wollen Sie dem übereifrigen Sub eine Lehre erteilen", bemerkte Mulder ironisch.
"Das geht auch auf andere Art", erinnerte ihn die Stimme. "Außerdem werden Sie ab jetzt für längere Zeit kein Sub mehr sein."

Die Tür öffnete sich und Mulder hielt seinen Atem an – es war jedoch nur der Diener, der die Akte von ihm entgegennahm und wieder hinausging.
"Ihre Sachen?" fragte sein Meister.
"In meinem Auto", zuckte Mulder seine Schultern.
"Die Miete für Ihr Apartment?"
"Ich habe den Namen der Firma angegeben, die Sie mir genannt haben. Ihre Firma?" fragte Mulder neugierig, sich darüber wundernd, was dieser Mann wohl für einen Beruf hatte. Er erhielt keine Antwort.
"Die Schlüssel?"
"Hier." Mulder hielt sie hoch, atmete schließlich tief durch, legte sie auf den Tisch und trat zurück.
"Das scheint in Ordnung zu sein. Gehen Sie wieder zum Tisch zurück."
Mulder ärgerte sich über diesen herrischen Befehl, riss sich jedoch zusammen und schüttelte seinen Kopf. Gewöhne dich besser daran ...

Der Diener hatte einen großen, weißen Umschlag auf dem Tisch zurückgelassen, auf dem ein Wort stand: Fox. Mulder unterdrückte eine Grimasse.
"Gibt es ein Problem?" fragte sein Meister.
"Mein Name", zuckte Mulder seine Schultern. "Ich mag ihn nicht."
"Das ist bedauerlich. Ich habe mich dafür entschieden, dass dies der Name meines Sklaven ist", erklärte ihm sein Meister mit einem amüsierten Unterton in der Stimme.
"Was?" Mulder drehte sich herum und starrte finster in den Spiegel.
"Ein Sklave muss auch einen Sklavennamen haben – verliehen von seinem Meister. Deiner lautet Fox." Sein Meister sagte dies in einem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete.
Mulder versuchte es dennoch. "Warum Fox? Das ist mein richtiger Name!" protestierte er.
"Ganz genau", erwiderte die Stimme. "Öffne den Umschlag, während ich die Dokumente prüfe, die du mir gegeben hast."

Mulder stand da, zitternd, hasste es, so sehr im Nachteil zu sein, gleichzeitig erregte es ihn jedoch. Schließlich steckte er einen Finger unter die Lasche des Briefumschlags und kippte den Inhalt auf den Tisch. Fünf Goldringe unterschiedlicher Größe purzelten heraus.

Der größte war ein Halsband – aus echtem Gold gearbeitet, schmal und leicht, mit seinem Namen in hübschen Buchstaben eingraviert, zusammen mit einer kleinen, exakten Gravur eines Fuchses.
"Es ist dünn genug, um unter einem Hemd und einer Krawatte getragen werden zu können. Ich erwarte von dir, dass du es immer trägst – Tag und Nacht", sagte sein Meister mit sanfter Stimme.
Mulder schluckte und fuhr mit den Fingern über das glatte, kalte Metall.
"Es ist wunderschön", flüsterte er, ein Knoten bildete sich plötzlich in seinem Hals.

Dieses Halsband war mit sehr viel Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erstellt worden – und er wusste, ohne es um seinen Hals zu legen, dass es ihm passen würde. Seine schlanken Finger glitten über die anderen Ringe. Einer war mittlerer Größe, doch die anderen drei waren wesentlich kleiner. Zwei davon waren identisch. Der dritte war ein wenig größer und viel dicker.

"Wenn du vermutest, dass es wie ein Ehering aussieht, dann hast du recht, denn genau das ist es", lachte sein Meister leise. "Genau wie das Halsband trägst du ihn immer. Wenn ich dich jemals ohne auch nur eines der Symbole meines Besitztums sehe, wirst du bestraft."
"Ich verstehe, Meister", antwortete Mulder, neigte seinen Kopf in Richtung des Spiegels und dachte, dass er auf keinen Fall ohne sie gesehen werden wollte.

Sie waren beide erlesen. Der Ehering war schlicht, einfaches Gold – glänzend und neu. Auch hier war sein Name in die Innenseite des Rings eingraviert. F-O-X. Noch niemals zuvor hatte sein Name so hübsch ausgesehen.

"Danke, Meister", flüsterte er.
"Die Gesellschaft hat ihre eigene Art, eine Verpflichtung zu erkennen. Es ist wichtig, dass jeder sieht, dass du vergeben bist. Denn das bist du", sagte die Stimme mit festem Unterton.
"Ja, Meister." Mulder neigte erneut seinen Kopf. "Und der hier?" Er hielt den Ring mittlerer Größe hoch, mit einer fragend hochgezogenen, leicht amüsierten Augenbraue.
"Ich muss dir doch nicht im Ernst erklären, wofür dieser ist", rügte ihn sein Meister.
"Und muss ich den auch die ganze Zeit über tragen?" erkundigte sich Mulder.
"Solange ich ihn nicht selbst abnehme oder dir erlaube, ihn abzustreifen, ja", antwortete sein Meister.
Mulder befühlte den Penisring. "Ich habe noch nie einen aus purem Gold gesehen." Er schüttelte seinen Kopf. In den Penisring war mit den gleichen Ornamenten ebenfalls sein Name eingraviert.

"Und die hier?" Mulder spielte mit den kleinsten Ringen.
"Ich mag es, wenn meine Sklaven geschmückt sind", erklärte sein Meister mit einer Stimme so weich wie Honig. "Bist du irgendwo gepierct?"
Mulder schluckte hart. Ringe für seine Brustwarzen.
"Nein, Meister." Sein Schwanz wurde in seiner Hose immer härter.
"Das werden wir bald ändern." Sein Meister lachte leise in sich hinein. "Wenn ich denke, dass es dir steht, dann kann es sein, dass ich noch andere Methoden in Betracht ziehe, dich zu schmücken – eine Tätowierung oder vielleicht Branding."
"Branding?" wiederholte Mulder leise.
"Wenn es mir gefällt, ja. Die Ringe sind ein Zeichen meines Besitztums", erklärte sein Meister, die Stimme fast schon schmeichelnd."
Mulder nickte – überlegte, wie zum Teufel er Scully den Ehering erklären sollte.

"Ich werde den Ehering und das Halsband gleich an deinem Körper befestigen. Nur ich kann sie wieder abnehmen", erläuterte sein Meister mit fester Stimme. "Wenn du sie abnimmst, bestrafe ich dich – hart. Der Tag, an dem ich die Zeichen meines Besitztums abnehme, ist der Tag, an dem du wieder frei bist. Verstanden?"
"Ja, Meister." Mulder senkte ehrfürchtig seinen Kopf.
"Gut. Den Penisring werde ich dir später überstreifen – in der Zurückgezogenheit deines neuen Heims. Hast du dir alles gut überlegt, Fox? Dies ist deine letzte Chance. Wenn du jetzt zurücktrittst, werde ich mit niemandem darüber sprechen. Du kannst einfach gehen. Wenn du weitermachst, gehörst du mir – Körper und Seele. Danach gibt es kein Zurück mehr."
"Ich verstehe. Ich möchte ... ich möchte Ihnen gehören, Meister", sagte Mulder, befühlte das Halsband und das kleine Bild des Fuchses.

Ein tiefes Seufzen drang durch das Mikrophon und hallte durch den Raum. Mulder sah erschrocken auf.
"Nun gut", sagte sein Meister mit leiser Stimme. "Leg dich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden, Fox, und schließe deine Augen. Ich komme jetzt zu dir – dann kannst du meine Füße küssen und dich mir für das Anlegen des Halsbandes darbieten."

Mulder tat wie ihm geheißen. Er trug ein T-Shirt und Jeans. Es war also ein leichtes für seinen Meister, ihm das Halsband anzulegen. Mulder zitterte am ganzen Körper angesichts dessen, was ihn erwartete und dem Bedürfnis – dem dringenden Wunsch – das Eigentum dieses Mannes zu sein und die Zeichen seines Besitztums zu akzeptieren. Er presste sein Gesicht gegen den Teppich und schloss seine Augen, streckte seinen Körper aus, bot sich selbst dar.

Mulder musste sich gehörig zusammenreißen, um nicht aufzublicken, als sich die Tür öffnete. Sein Magen drehte sich um und zog sich zusammen und er biss sich auf die Unterlippe, damit sie nicht zitterte. Sein Schwanz pochte so sehr, dass es schon weh tat. Das hier war besser als jedes Spiel. Besser und schlimmer. Auf jeden Fall wesentlich intensiver.

Mulder hielt seinen Atem an, als er Schritte hinter sich vernahm und sie direkt neben seinem Kopf zum Stillstand kamen.

Ein Stiefel stieß gegen seine Hand und er kroch ein Stückchen vor und presste seine Lippen gegen die glänzende Oberfläche.

Er öffnete seine Augen und blickte langsam hoch – sah ein Paar hohe, schwarze Stiefel. Seine Augen fuhren mit der langsamen Musterung fort – entlang einem Paar langer, langer Beine, die in einer schwarzen Lederhose steckten, über einen breiten schwarzen Gürtel mit einer klassisch-schlichten Schnalle aus glänzendem Silber, über schmale Hüften und eine gut durchtrainierte Taille. Sein Blick blieb kurz an der vielversprechenden Wölbung in der Hose hängen, fuhr dann weiter nach oben zu der breit gebauten Brust, die von einem glatten, schwarzen Seidenhemd verborgen wurde, entlang eines breiten Halses und eines festen Kiefers, entlang den Konturen eines gutaussehenden Gesichts, einer Brille, und den dahinter liegenden, dunklen, unergründlichen Augen ...

"Oh, Scheiße." Mulder legte seinen Kopf auf den Teppich und schlug ihn kurz auf den Boden auf. Sein ganzer Körper wurde schlaff und fühlte sich nutzlos an und seine gesamte Vergangenheit zog vor seinem geistigen Auge vorüber. "Sie haben mir eine Falle gestellt", krächzte er.

Skinner bewegte sich nicht. "Nein, das hast du dir alles selbst zu verdanken", antwortete er.
"Eckhart und Lucas. Sie haben mit Ihnen Kontakt aufgenommen. Sie haben Ihnen erzählt, dass ich auf den Abgrund zuging. Sie haben einfach mitgespielt, um zu sehen, wie weit ich gehen würde. Oh, verdammt. Ist meine Karriere jetzt vorbei? Ist es das, worum es hier geht? Ein FBI-Agent, der einen Vertrag unterschreibt, mit dem er sich zum Sklaven eines ihm unbekannten Mannes macht. Wie bescheuert ist das?"
"Ziemlich, würde ich sagen. Es hätte jeder sein können. Du bist in einer sehr kompromittierenden Position", stellte Skinner fest.
Er stieß mit dem Stiefel gegen Mulders Kinn, zwang Mulder dazu, in seine strengen, dunklen Augen zu blicken.
"Ich weiß, ich bin ein Idiot gewesen. Sie haben mich erwischt. Was kann ich dazu noch sagen? Fragen Sie mich bloß nicht, warum. Sie wissen, warum. Ich habe Ihnen die Gründe genannt ..."

Mulders Stimme erstarb. Sein Herz klopfte so schnell, dass er glaubte, es würde explodieren. Wie konnte das passieren? Auf diese Weise erwischt, gesehen und entlarvt zu werden? Genau in dem Moment, in dem er geglaubt hatte, etwas – jemanden – gefunden zu haben, der ihn vom Rande des Abgrunds zurückholte, war er stattdessen kopfüber in die Dunkelheit gestürzt. Mulder hätte heulen können.
"Ja, ich weiß, warum", zuckte Skinner mit seinen Achseln.

Mulder lag da, ausgestreckt zu Skinners Füßen. Er konnte sich nicht bewegen – er fühlte sich, als bestünde sein gesamter Körper aus Pudding.
"Sie haben eine Menge auf sich genommen. Um mich als Idioten zu entlarven." Mulder sah zu seinem Boss unter langen, dunklen Wimpern auf. "Die fünf Goldringe waren ein nettes Beiwerk." Er blickte bedauernd auf die Ringe. "Obwohl ich mich um die Singvögel, die französischen Hühner und die Turteltauben – nicht zu vergessen die Rebhühner und den Birnenbaum betrogen fühle, aber das ist wahrscheinlich zu viel vom neuen Meister eines Kerls erwartet."

Ein leichtes Lächeln umspielte Skinners Lippen und er beugte sich nach hinunter, krallte eine große Hand in Mulders Haare und zog seinen Kopf nach hinten. Mulder schluckte, als er direkt in Skinners dunkle Augen blickte.
"Fox, warum glaubst du, dass dir eine Falle gestellt wurde?" fragte er.
"Wollen Sie mich verscheißern? Ah ... au ..." Es fühlte sich an, als würden ihm die Haare an den Wurzeln ausgerissen werden. "Die Tatsache, dass Sie mein Chef sind? Dass wir zusammenarbeiten. Ich meine, das hier muss ganz einfach eine Falle sein, oder?"
"Falsch." Skinner lächelte.

Mulder starrte ihn an, von dem Anblick fasziniert. Er wurde sich der Tatsache bewusst, dass er seinen Chef noch nie hatte lächeln sehen – falls dieser Mann wirklich sein Chef war. In dieser Kleidung, lächelnd, strahlte er etwas völlig anderes aus – als wäre er jemand anders. Seine Zähne waren gerade und weiß ... bestens dazu geeignet, mich aufzufressen ... Mulder fing an zu zittern.

"Es tut mir leid. Aber ich stehe ein wenig unter Schock", murmelte er leise.
"Da bin ich mir sicher. Ich versuchte, dich davor zu bewahren. Wie ich letzte Woche bereits sagte ... ich bin dir so lange wie möglich ausgewichen, aber du hast angefangen, mir zu nahe zu kommen. Du bist schon immer ein ausgezeichneter Ermittler gewesen, und es war nur eine Frage der Zeit, bis du mich gefunden hättest. Schließlich dachte ich, es wäre einfacher zu versuchen, dich davon abzubringen, ohne meine Identität preiszugeben."
"Es ist keine Falle", Mulder stand der Mund offen. "Sie sind wirklich Er?" fragte er verblüfft.
"Oh, ja." Skinner schüttelte ihn leicht. "Und du bist wirklich hartnäckig", sagte er.

"Und warum das alles?" Mulder kreiste mit einer Handbewegung den Raum, die Ringe und die auf dem Tisch liegenden Verträge ein. "Warum der ganze Aufstand? Warum der Deal wegen der Besitzverhältnisse? Die Verträge? Was um Himmels Willen wollen Sie mit meinem Geld? Wollten Sie mir eine Lektion erteilen?"
"Nein." Skinner sah auf ihn herab. "Ich habe mir deine Geschichte angehört und mich intensiv über dich erkundigt, um dich beurteilen zu können, so wie ich das bei jedem zukünftigen Sklaven mache. Der Deal gilt immer noch. Du gehörst mir. Unterschrieben und besiegelt." Skinner hielt den Vertrag der Versklavung hoch, den Mulder eine Woche zuvor unterschrieben hatte. "Ich habe dir gesagt, dass du zurücktreten kannst, aber du hast es immer weiter voran getrieben. Jetzt ist es zu spät."

Skinner ließ Mulders Haare los und schritt zum Tisch. Er nahm den Vertrag des Meisters vom Tisch und unterzeichnete ihn mit einer schwungvollen Handbewegung. Dann kehrte er zu der Stelle zurück, wo Mulder wie gelähmt auf dem Boden lag und ließ das Blatt Papier auf seinen Kopf fallen. Mulder blickte auf das Blatt, als es an seiner Nase vorbei glitt. Er las es und erinnerte sich daran, warum er das alles gewollt hatte, dann sah er zu Skinner auf. Sein Chef, sein Besitzer hielt das hübsche Halsband in seinen großen Händen.

"Auf die Knie", befahl Skinner.
"Ich glaube ... ich habe meine Meinung geändert", murmelte Mulder und versuchte verzweifelt zu gehorchen, wünschte sich, seine Muskeln würden seiner Aufforderung Folge leisten.
"Warum? Weil ich es bin? Ich biete dir immer noch all das an, was ich vorher erläutert habe", erklärte Skinner mit fester Stimme.
"Aber das geht nicht. Ich meine, was machen wir in Bezug auf unseren Job?"
"Du bist mein Sklave – bei der Arbeit, zu Hause, überall. Du stehst unter meinem Kommando, in meinem Besitz. Vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Nichts hat sich geändert", erwiderte Skinner.
"Aber was ist mit ...?"

Mulder wurde rot. Plötzlich sah er sich selbst vor seinem geistigen Auge, mit Skinners langen Armen, die seinen nackten Körper umarmten, sah den anderen Mann, wie er in ihn stieß, ihn überwältigte, ihn verschlang ... und er stöhnte unfreiwillig.
"Sex?" Skinner lächelte verschmitzt. "Ich habe dir doch gesagt – du gehörst mir, Junge. Ich benutze dich, wann und wo ich will und so oft oder so selten ich will."

"Du", er fuhr mit einem Finger über Mulders Stirn, seine Nase entlang und legte ihn leicht auf Mulders Lippen, "gehörst mir. Körper, Herz, Geist und Seele." Er steckte den Finger in Mulders Mund und Mulder konnte sich nicht beherrschen, lutschte daran. Skinner lachte. "Keine weiteren Fragen, Euer Ehren", sagte er und zog seinen Finger wieder heraus.

Schließlich schaffte es Mulder, sich hinzuknien. Er senkte seinen Kopf, tausend Gedanken rannten gleichzeitig durch sein Gehirn, doch letztendlich hatte sich nichts geändert. Er wollte es immer noch – vielleicht sogar – ganz tief in ihm drin – wollte er es noch mehr als vorher. Skinner war in jeder Hinsicht die Erfüllung seiner feuchten Träume. Er wusste zwar noch nicht, wie das ganze beim FBI funktionieren würde, aber er wusste, dass er bereits zu weit gegangen war, um es jetzt noch stoppen zu können. Die Achterbahn, die sich in Bewegung gesetzt hatte, würde ihn erst dann wieder aussteigen lassen, wenn die Fahrt vorüber war. Irgendwie hatte Mulder das Gefühl, dass diese Fahrt sehr, sehr lang dauern würde.

Mulder verschränkte seine Hände hinter seinem Rücken und schaffte es, seine zitternden Glieder so zu arrangieren, dass es wenigstens halbwegs nach einer unterwürfigen Haltung aussah.
"Okay", sagte er ruhig. "Sie haben recht. Ich gehöre Ihnen." Er blickte in Skinners ruhige Augen.
Der große Mann nickte, öffnete den Verschluss des Halsbandes und legte es Mulder um den Hals. Mulder fühlte die Liebkosung des kalten Metalls auf seiner Haut, das langsam auf seinem Körper warm wurde. Es fühlte sich vertraut an – als hätte er es schon immer getragen. Als gehörte es genau dahin. Skinner sah ihn die ganze Zeit an, während seine kräftigen Finger das Halsband zurechtrückten und den Verschluss schlossen. Fertig. Sie blickten sich an, und in diesem Blick lag die Akzeptanz des Besitzers, der Unterwerfung, eines Verständnisses, das bis tief in ihre Seelen drang.

"Gib mir deine Hand", forderte Skinner ihn auf.
Mulder hielt seine linke Hand hin und Skinner nahm sie. Er strich mit dem Daumen Mulders Ringfinger entlang und streifte den Ehering fest an seinen Platz.
"Bis dass der Tod uns ...", murmelte Mulder.
Skinner legte einen Finger auf seine Lippen, um ihn zum Schweigen zu bringen.
Mulders Körper hing einfach nur schlaff da, seine Hand lag immer noch in Skinners großer Pranke. Der Augenblick wurde zu einer Ewigkeit. Sie blickten einander in die Augen und der Pakt war besiegelt, der Vertrag geschlossen.

Skinner lachte lauthals, beendete den Augenblick. "Steh auf, Sklave", befahl er.
"Ja, Meister." Mulder erhob sich hastig.
Das Blut schoss ihm in den Kopf und er schwankte kurz, fragte sich, was verdammt noch einmal gerade mit ihm passiert war.
Skinner eilte zur Tür. Er rief den Diener zu sich und reichte ihm die beiden Verträge. "Sieh zu, dass die Verträge beglaubigt und eine Kopie davon in den Tresor gelegt wird. Und dann bring sie zu mir zurück", orderte er.
Der Diener nickte und beeilte sich, dem Befehl Folge zu leisten. Mulder konnte nachempfinden, dass er sich beeilte. Vor dem Skinner, wie er ihn vom Büro her kannte, hatte er immer Respekt und manchmal sogar ein bisschen Angst gehabt. Wie auch immer, dieser Skinner, der Dom-Skinner, war sogar noch eindrucksvoller. Er füllte seine Rolle gänzlich aus. Sein Körper strahlte eine wilde Anmut aus, bewegte sich mit der festen, kontrollierten, muskulösen Schönheit eines Panthers. Mulder fragte sich, warum ihm das vorher noch nie aufgefallen war. Das war ein Mann, den er verehren und vor dem er knien konnte. Das war ein Meister, dem er wirklich dienen konnte.

Skinner drehte sich zu ihm um. "Nimm die anderen Ringe und bewahre sie sicher auf. Ich werde kein großes Verständnis dafür haben, wenn sie verloren gehen. Geh zu deinem Auto und fahre zum Viva Tower. Hier, die Karte für die Tiefgarage. Sie lautet auf deinen Namen." Skinner reichte Mulder die Karte. "Warte dort auf mich", befahl er ihm.
"Ja, Sir." Mulder tat, wie ihm geheißen, nahm seine Aktentasche und flitzte aus dem Zimmer.

*****

Mulder warf einen Blick auf seine Habe auf dem Rücksitz des Autos. Sein Computer, ein paar Koffer voller Kleidung, mehrere Kartons voller Bücher. Er hätte niemals auch nur im entferntesten vermutet, dass dies alles in Skinners Apartment ziehen würde.

Er fuhr langsam durch die Stadt. Sein Körper zitterte immer noch leicht von dem Schock der vergangenen Ereignisse. Er fragte sich, was für eine Art Meister Skinner wohl sein würde. Nett? Grausam? Streng? Liebevoll? Was würde er von Mulder verlangen? Mehr, als Mulder würde geben können?

Mulder hielt das Auto an und überlegte, umzudrehen und nach Alexandria zurückzufahren, in die Sicherheit seines eigenen Apartments, seines alten Lebens und erinnerte sich daran, dass es dazu zu spät war. Er konnte nicht, selbst wenn er wollte. Skinner hatte die Schlüssel, der Mietvertrag war auf ihn ausgestellt – verdammt, er hätte die Wohnung sogar bereits untervermieten können.

Mulder legte seinen Kopf auf das Lenkrad. Er fühlte sich gefangen, gleichzeitig verängstigt und erregt. Skinner ... er dachte daran, wie gut er in seiner dunklen Kleidung ausgesehen hatte, die glänzenden Stiefel. Er erinnerte sich an die breite Brust, die muskulösen Arme und die pure Kraft in dem Körper des großen Mannes. Kraft, die er dazu benutzen würde, Mulder zu unterwerfen. Skinner hatte jetzt das Recht, ihn auszupeitschen, ihn zu ficken, alles mit ihm zu machen, wann immer ihm danach war. Mulder blickte verzweifelt auf die hellen Lichter, die in der dunklen Stadt leuchteten.

Er legte seine Hand auf sein Gesicht und fuhr mit den Fingern das Halsband entlang, das leicht auf seiner Haut lag aber unweigerlich vorhanden war. Es würde immer da sein, ihn daran erinnern, wer und was er war und wem er gehörte. Als er seine Hand zurückzog, erschrak er, als der Goldring in der Dunkelheit leuchtete.
"Wie kommt es, Mulder ... wie kommt es, dass genau das, wovor du wegrennen möchtest, das ist, zu dem es dich hinzieht?" fragte er sich. Dann lachte er laut. "Keine Wahl", brummte er und schüttelte seinen Kopf. "Du hast keine Wahl mehr. Du gehörst nicht mehr dir selbst. Du gehörst ihm."

Ende des zweiten Kapitels

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