Meridian - Kapitel IV

Meridian

by fightingthecage
übersetzt von cal_listo24
SigridLenz@aol.com



Titel: Meridian, Übersetzung aus dem Englischen, Kapitel IV
Autor: fightingthecage
Übersetzung: cal_listo24
Fandom: 24
Pairing: Jack, Tony
Genre: Drama
Zusammenfassung: mehr Gerede, mehr Angst!
Word Count: 3190
Rating: R
Warnungen: Sprache, m/m slash
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....

Link zum wunderbaren Original von fightingthecage: http://community.livejournal.com/24_fanfic/64586.html


Tony ließ die Stille zu, nachdem er sich hingesetzt hatte. Er mochte es, einfach nur zu beobachten und außerdem gab ihm das Zeit zu versuchen sich etwas auszudenken. Er konnte Jack immer noch sagen hören, dass er ihn nicht wollte und erinnerte sich daran den Beweis für seine Lüge vor Augen gehabt zu haben, als er in der letzten Nacht vor ihm auf dem Boden gekniet, während über ihm das Licht der nackten Glühbirne sein blondes Haar erleuchtet hatte, das Haar, das er nur eine Minute zuvor hatte berühren dürfen. Und dann die Feststellung, vor ein paar Augenblicken erst, die ihm klarmachen sollte, dass er ihre Beziehung vergessen und es akzeptieren musste, dass Jack sich weiterentwickelt hatte.

Nur, wenn er länger darüber nachdachte, so war auch das offensichtlich eine Lüge, ganz egal wie sehr ihn der Gedanke auch erschreckt hatte, sie könnte wahr sein. In Wirklichkeit brauchte er sich nur einmal umzusehen. Jack folgte der selben Routine wie immer, so sicher wie die Hölle hatte er keinerlei Fortschritte am Haus gemacht und auf dem Boot gab es auch nur ein paar wenige Verbesserungen. Die meisten äußerlich, so weit er das sehen konnte - aber vielleicht war es ihm gelungen den Motor wieder in Gang zu bringen, das Außenbord zu überholen, oder etwas Ähnliches. Das Boot sah nicht so aus, als wäre es bewegt worden, aber das bedeutete nicht, dass dem nicht so gewesen sein konnte. Er hätte sie an Land ziehen können... aber er verwarf den Gedanken wieder. Wenn Jack sie trockengelegt hätte, dann hätte er auch die Lecks geflickt, bevor er sie wieder zu Wasser gelassen hätte. Er hatte die Art beobachtet wie sie schief lag, und demnach war es wahrscheinlich, dass sie das Wasser überhaupt nicht verlassen hatte. Es war nicht gut für sie auf diese Art hier vor Anker zu liegen, der Druck auf ihren Bug würde sie eines Tages komplett auseinander brechen lassen, und dann wäre es unmöglich sie wieder zu reparieren. Vielleicht würde er Jack doch überreden können ihn helfen zu lassen und sie an einen Ort zu bringen, an dem sie wenigstens treiben konnte.

Wie auch immer, der Punkt war - er schien sich nicht weiterentwickelt zu haben. Vielleicht versuchte er es ja, und das war der Grund, warum er so ein Idiot war. Aber er hatte nun mal wirklich keinen merklichen Erfolg dabei... er lachte in sich hinein. Vermutlich war das der Grund dafür so ein Idiot zu sein, er hasste es, wenn er in irgendetwas feststeckte. Und er steckte immer fest, wenn es darum ging sich vorwärts zu bewegen, vielleicht, weil er schon zu oft dazu gezwungen worden war, und mittlerweile wusste, wie schwer es war.
“Du hast deinen Verband nicht abgenommen.”

Er blickte auf und sah ihn beiläufig das Fruchtfleisch seines Apfels kauen.
“Hm?”

“Dein Verband. Ich habe dir gesagt, du sollst ihn abnehmen. An der Luft wird es besser heilen.”

Er lächelte dümmlich. “Es hat nicht weh getan, als ich aufgewacht bin. Ich wollte es irgendwie nicht stören, verstehst du? Von wegen schlafende Hunde nicht wecken und so.”

“Manchmal ist es auf lange Sicht besser dem Hund einen Tritt zu geben.” Eine Pause entstand und Tony grinste in Gedanken. Hey Mann, das hast du gesagt... .Jack schien es freilich nicht bemerkt zu haben. “Ich habe Schmerztabletten, wenn du welche brauchst.”

“Vorhin konnte ich sie nicht finden.” Er setzte sich auf und begann an dem Knoten herum zu nesteln. Er war fest gebunden und er hatte Schwierigkeiten damit. Jack sah ihm einen Moment zu, dann bewegte er sich. Er schien bereits auf dem Weg zu sein, zu ihm herüber zu krabbeln um ihm zu helfen, als er zögerte, aufstand, und statt dessen wegging. Er verschwand unten und kehrte nach ein paar Minuten mit einer großen Schere zurück, die er ihm übergab. Tony begann den Verband aufzuschneiden ohne darüber nachzudenken, er war sich einzig und allein Jacks Augen bewusst, die auf ihm ruhten. Das führte dazu, dass er sich verspannte und dämpfte seine Gedanken. Er konzentrierte sich darauf die Bänder aufzuschneiden. Die Schere war alt und rostig und schwer zu schließen, aber sie war auch scharf. Er drehte seinen Arm um, damit die Verletzung nach oben zeigte. Das würde den Verband daran hindern herunter zu fallen und eventuell an der Verwundung zu zerren. Zwar fürchtete er den Schmerz nicht, aber er würde ihn auch nicht gerade einladen.

Endlich konnte er das Ding entfernen, zuckte leicht zusammen, als es sich in einem der Schmetterlingsstiche verhakte, die sich ein wenig gelöst hatten. Jack beugte sich sofort zu ihm herunter. “Lass mich sehen.”

“Ist ok.” Es sah schrecklich aus, zornig und rot, ein grell hervortretendes, fünf Zoll großes Zeichen, das sich in der Mitte aufgrund des losen Stichs ein wenig geöffnet hatte. Frisches Blut tröpfelte aus der Wunde und Jack berührte den Arm außen herum vorsichtig. “Das kommt in Ordnung. Ich werde nur dies hier ersetzen.”

“Das kann ich machen.” Er wollte keine Wiederholung der vergangenen Nacht. Er sah Jack mit den Achseln zucken. , offensichtlich kümmerte es ihn in keinster Weise.

“Bin gleich zurück.”

Er lehnte sich gegen die Seite, ließ seinen Arm auf einem Bein ausruhen. Vielleicht brauchte Jack nur einen Gedächtnisanstoß. Es hatte eine Zeit gegeben, damals, als die Dinge noch zufällig gewesen waren, da hatte er versucht ein Treffen zu arrangieren, und es war ihm verweigert worden. Das war kein Problem, er hatte es selbst auch manchmal abgelehnt. Aber als er es einen Monat später wieder versucht hatte, war im die selbe Antwort zuteil worden, und das war verwirrend, insbesondere, da er sich der langen Blicke in seine Richtung bewusst war, wenn niemand zusah... er wusste was diese zu bedeuten hatten. So war er eines Nachts einfach bei Jack aufgetaucht, hatte gesehen, das er alleine im Haus gewesen war, und obwohl er ihm gesagt hatte, dass es keine gute Idee war, hatte es doch nicht mehr als ein paar gut platzierte Küsse gebraucht. Er hatte sich später entschuldigt, nach dem Sex, aber noch bevor sie sich wieder angezogen hatten. Jack hatte gelächelt und gesagt, es wäre genau das gewesen, das er gebraucht hätte, also wäre kein Schaden entstanden.

Es war verführerisch, aber gefährlich. So wie die Dinge lagen, hatte er mehr Chancen zu Brei geschlagen zu werden, als dass Jack nachgab. Es wäre den Kampf wert, wenn er sich sicher sein könnte, dass es am Ende in seinem Sinne ausgehen würde - aber er konnte sich dessen nicht sicher sein. Zudem war noch ein anderes Problem aufgetaucht. Jack und er waren untereinander immer ehrlich gewesen, dem gegenüber was sie zusammen taten und wer sie waren. Er wollte nicht versuchen ihn zu übervorteilen. Es fühlte sich falsch an. Und wenn Jack ihn wirklich nicht wollte, dann würde er nur eine Menge Ärger ernten, denn er würde niemanden um irgendetwas bitten und er würde sich selbst nicht erniedrigen, wenn die einzige Antwort ein Tritt in den Magen sein würde.

Er konnte hören, dass Jack in den Kabinen unten etwas suchte. Er versuchte nicht an die Zeit zu denken, als er dort unten überfallen worden war, während er sich auf der Suche nach einer Zahnbürste befunden hatte, Kleider in Sekunden abgestreift, leidenschaftliche Liebe über einem kleinen Tisch gebeugt, der am Ende unter dem Druck zweier sich bewegender Körper zerbrochen war... er schloss seine Augen. Sie waren gestürzt, als der Tisch es getan hatte und Jack hatte sich sein Bein an der Klinge eines Teppichmessers aufgeschnitten, aber das hatte ihn nicht davon abgehalten sich an seinem Körper emporzuarbeiten, ihn mit Küssen zu bedecken und das zu beenden, was er begonnen hatte.

Er wollte hinuntergehen und den Gefallen erwidern. Sehnte sich danach. Und Jack brauchte es - aber wenn er wieder zurückgewiesen werden würde, dann hätte er wahrscheinlich keine andere Wahl mehr als abzureisen, auch wenn er nicht darum gebeten werden würde. Und dafür war er noch nicht bereit, also blieb er lieber ruhig hier sitzen und wartete ab was geschehen würde.

Vorsichtige Fußtritte erklangen und Jack tauchte wieder auf, ein anderes Erste Hilfe Set in den Armen. Er hatte Schmutz auf einer Schulter und seine Füße waren nass. “Tut mir leid, ich konnte es eine Ewigkeit nicht finden. Hab es nicht mehr gebraucht, seit... “ Offensichtlich realisierte er, was er hatte sagen wollen, denn Tony beobachtete die Furcht, die über sein gebräuntes Gesicht zog.

“... seitdem du dir dein Bein an diesem Messer aufgeschnitten hast. Ja, ich erinnere mich.”

“Ja. Gut.” Es wurde ihm rüber geschoben. “Du hast gesagt, dass du es selbst tun könntest. Ich werde gehen und die Farbe weiter abschleifen. Daran habe ich gestern gearbeitet, bevor du aufgetaucht bist.”

Er hörte die Information, die ihm mitgeteilt wurde und wusste, dass Jack nur versuchte die Leere mit etwas Anderem zu füllen, als mit dem, was nicht gesagt werden konnte. Er zuckte die Schultern. “Richtig!” Es entstand eine Pause, doch Jack ging nicht. Er sah ihm zu wie er sich durch die verschiedensten veralteten medizinischen Gerätschaften wühlte und etwas suchte, womit er seine Haut wieder zusammenziehen konnte, so dass sie heilen konnte. “Du weißt, dass es keinen Sinn hat, oder?”

“Was?”

“Die Farbe abzuschleifen. Der größte Teil des Holzes ist zu weich um noch zu irgendetwas zu gebrauchen zu sein. Es wird ersetzt werden müssen. Die Farbe zu entfernen wird da nicht helfen.”

Er fühlte den Zorn in der Stille, die folgte, aber er sah nicht auf. Verdammt sollte er sein.

“Mein Boot, Tony. Meines. Ich werde verdammt noch mal damit tun, was ich will, also halte die Klappe.”

Diesmal sah er hoch, und er verstand ein bisschen besser. Die Augen funkelten im Sturm, aber seine Gesichtszüge waren beherrscht. Die Stimme vibrierte vor Zorn, weil er wusste, dass die Arbeit zwecklos war. Und er seufzte, weil Jack nicht vorwärts ging.

Er zuckte wieder mit den Schultern und ließ seine Stimme sanft klingen, vorgebend, Öl auf dem Wasser zu sein, aber in Wirklichkeit öffnete er nur das Fass und hielt eine Flamme darüber. “Solange du weißt, dass es eine Menge Arbeit ist, für etwas, dass dich nirgendwo hinführen wird.”

Er widerstand dem Bedürfnis wegzusehen und sah zu wie Jack versuchte die Kontrolle über sich zu behalten. Dann schien der Kampf von seinen Schultern zu weichen und er beruhigte sich, aber seine Stimme war nicht weniger wirksam, nur weil sie ruhig war.

“Fick dich, Tony.”

Er sprang über die Seite und außer Sichtweite, verließ ihn, so dass er langsam ausatmen und versuchen konnte sich zu verbinden, damit der Schnitt sich nicht noch vergrößern würde. Und während der ganzen Zeit fühlte er, dass er wahrscheinlich besser gewesen wäre den Mund zu halten.

* * * * *

Alte Farbe flog, als er arbeitete, sprühte und splitterte von dem Holz, als ob sie gegen die rauhe Behandlung protestieren wollte. Flocken davon hafteten an seinem Gesicht und seiner Haut, bedeckten seine Arme, und seine Hände schrieen auf und protestierten, als die Blasen vom Vortag einer neuen Misshandlung ausgesetzt wurden. Seine Finger schmerzten und seine Schultern waren verzerrt, aber er konnte nicht aufhören. Tony war nur wenige Fuß von ihm entfernt und das machte ihn wahnsinnig, es war nicht geplant gewesen, dass die Situation sich auf diese Art abspielen sollte. Tony sollte sich ärgern, dann hören, dass er über ihn hinweg war, und dann verschwinden. Abgesehen von einigen wenigen Kommentaren letzte Nacht, schien er noch nicht einmal auf der ersten Stufe angekommen zu sein. Was war nur los mit ihm?

Er war froh, dass seine Füße im Wasser standen, denn der Sand war heiß genug um sie zu verbrennen, und er war froh, dass seine Hände weh taten, denn das gab ihm etwas worauf er sich konzentrieren konnte. Er verfluchte die Art wie die Dinge liefen, aber konnte noch keinen Weg erkennen, wie er dem entkommen konnte. Solange bis Tony gegangen sein würde, dann würde er dorthin zurückkehren können, wo er bisher gewesen war. Er fühlte wie sich seine Muskeln bei diesem Gedanken verspannten, aber da war auch dieser Klumpen in seinem Hals, der ihn zwang seine Arme schneller und härter zu bewegen, da er es nicht ertragen konnte darüber nachzudenken.

Er machte Listen in seinem Kopf, plante, was morgen zu tun sein würde, wenn all das vorüber sein würde. Er musste einige Dinge für das Haus besorgen, die Rohre waren etwas schwach und der Wasserdruck war auch nicht so besonders. Im Dach befand sich ein Riss, wodurch manchmal die Elektrizität lahmgelegt wurde. Das dürfte eigentlich einfach zu reparieren sein, nur hatte er es in den drei Monaten, seitdem es angefangen hatte, nicht einmal berührt. Er könnte das erledigen, damit dürfte er bereits die Hälfte des Tages beschäftigt sein. Und er sollte sich wirklich einmal den Motor dieses verdammten Bootes ansehen, es war einfach lächerlich, dass er das bis jetzt noch nicht hinbekommen hatte, wie schwer konnte das wohl sein? Auseinander nehmen, ein paar Teile reinigen, andere ersetzen und das Ganze wieder zusammensetzen - mit einem Auto schaffte er das auch problemlos, warum also nicht mit einem Boot?

Shit, er hatte nicht genug zu essen da - er würde schon bald wieder in den Ort gehen müssen. Aber das war ok, er konnte laufen. Es würde einiges seiner Energie verzehren, er hätte diesen morgen niemals schlafen dürfen. Wenn er noch eine Nacht wie die Vergangene würde durchstehen müssen, wach liegend, mit ihm eine Tür weiter... nein. Er würde fort sein. Es würde ok sein.

Ein Arm, der von der Seit des Bootes herabbaumelte, lenkte ihn ab, er verlor seinen Rhythmus und stoppte für den Fall, dass es offensichtlich war. Eine Flasche Wasser wurde ihm entgegen gereicht und er nahm sie, ohne nach oben zu sehen. Der Arm bewegte sich nicht zurück, er blieb vor ihm hängen, und er konnte sehen, dass er schon begann braun zu werden, nur wenige Stunden in der Sonne hatten ausgereicht um die glatte olivfarbene Oberfläche seiner Haut zu verdunkeln - heute nacht würde er bereits wie ein Einheimischer aussehen. Wenn er bliebe, was er nicht tun würde.

Er starrte unter gesenkten Augenlidern auf die Hand und versuchte zu trinken ohne seinen Kopf zu weit zurückzulehnen. Es war unmöglich, und er war gezwungen aufzusehen, hasste es wie sein Innerstes sich bei dem Anblick des dicken schwarzen Haares und des kleinen Lächelns zusammenballte, als er sein Kinn auf die Brüstung lehnte und ihn betrachtete. Er sah ihn einen Finger ausstrecken und fühlte ihn gegen seine schmerzende Schulter streifen, ein paar Farbsplitter entfernen und dabei die schweißnasse Oberfläche seiner Haut entlang gleiten. Er wich absichtlich vor der Berührung zurück, denn er wollte nicht dass die Gänsehaut sichtbar würde, die er schon entstehen fühlte. Und er hasste die Enttäuschung, die er in diesen dunklen Augen sehen konnte, hasste jeden Beweis, der seine Meinung darüber, wie Tony ihm gegenüber fühlte, widerlegte.

“Willst du Hilfe?”

“Nein.”

Der Blick in seinen Augen spiegelte sich in dem Seufzer wider, und er war gezwungen fortzusehen. Die Hand hing immer noch vor ihm herab, schwang leicht in und her, und er trank mehr, für den Fall, dass der Wunsch sie zu ergreifen und an sein Gesicht zu ziehen zu stark werden würde um ihn kontrollieren zu können. Seine Verteidigung begann bereits zu bröckeln. Er betete, dass Tony nur bald verschwinden würde, denn der Gedanke sie ohne Pause für Tage aufrecht erhalten zu müssen, machte ihn unendlich müde. Es wurde ihm klar, dass er ihn nie wirklich gebeten hatte zu gehen. Das würde er auch nicht tun. Er wollte ihm nicht die Genugtuung geben zu denken, dass er das hier nicht ertragen konnte. Es war notwendig, dass er freiwillig abreiste - denn nur dann wäre sein Verdacht bestätigt und er würde los lassen können. Wenn er ihn zwang zu verschwinden, dann würde er nie aufhören sich zu fragen.

“Bist du hungrig?”

“Nein.”

Sei still, bitte sei still. Ich möchte nicht sprechen.

Er hatte ihn immer zum Sprechen bringen können. Am Anfang hatten sie es gar nicht getan. Aber im Laufe der Zeit hatten sie herausgefunden, dass sie den Damm leicht brechen konnten, hauptsächlich aufgrund von Tonys Neckereien, und weil er wusste, wie er seine Knöpfe drücken musste. Er fand immer einen Weg eine Unterhaltung aus ihm herauszulocken. Aber sie sprachen niemals wirklich über die anderen Dinge, über die bedeutenden Dinge, denn es schien ihnen nie nötig zu sein. Sie hatten sich immer einfach so verstanden. Er erinnerte sich daran, als er in Süd Mexico aufgetaucht war, das erste Mal seit seinem Exil, dass sie sich getroffen hatten - es hatte so viel zu sagen gegeben. Und es war alles mit ihren Körpern ausgedrückt worden, das war alles, was notwendig gewesen war. Damals war alles anders gewesen. Es hatte geholfen. Er hatte danach vorwärts blicken können, hatte sich zum ersten Mal wieder ruhig gefühlt. Es würde andere Orte geben und andere Besuche, und er konnte ihnen vage entgegen sehen, denn er hatte gewusst, dass es sie geben würde. Und dann war er hierher gekommen, zu diesem gottverlassenen Platz, und irgendwie hatte er es für eine gute Idee gehalten einen Teil seines Geldes auszugeben und wirklich zu versuchen neu anzufangen. Und es war perfekt gewesen, und dann war es zur Hölle geworden. Und es war noch immer die verdammte Hölle, warum nur konnte Tony das nicht sehen? Für gewöhnlich konnte er ihm diese Dinge sagen. Warum nur drängte er ihn immer weiter, obwohl er es eigentlich schon wissen müsste? Das war nur noch ein Beweis mehr und es machte ihn krank nur der Ferienflirt für jemanden zu sein.

Er erlaubte sich selbst wütend zu werden. Es schob das Verlangen beiseite und hielt es auf Armeslänge entfernt, dämpfte das Gefühl der Übelkeit, das ihn beschlich, wenn er merkte, dass er diesen Mann verletzte. Ärger war gut.

“Ich könnte für dich einen Blick auf die Maschine werfen... “

“Um Gottes Willen, ich habe nein gesagt!”

Er sah zu wie sich der Arm sofort in die Sicherheit des Schiffsdecks zurückzog. Er musste sich selbst bremsen um nicht nach vorne zu greifen, ihn zu halten und um Vergebung zu bitten. Er sah hinunter auf das Wasser, das seine Füße umspülte, rieb seine Finger gegeneinander, hart, so hart, dass sie schmerzten. Sein Daumen traf auf eine Blase und er drückte zu, nur um für eine Sekunde eine andere Art von Schmerz zu spüren. Die Entschuldigung würgte ihn, sie versuchte so stark herauszukommen, aber er würde es nicht zulassen. Er konnte es nicht. Du musst gehen, Tony, ich kann das nicht mehr...

“In Ordnung.”

Der Kopf verschwand und er blickte hinauf, dorthin wo er gewesen war, und wünschte sich er würde zurückkommen. Tonys Stimme war sanft und verletzt und es brachte ihn um, sie zu hören. Er starrte auf die Überreste der abgeblätterten Farbe vor ihm und redete sich ein, dass es so das Beste war. Er tat es doch für sie beide. War nicht nur selbstsüchtig. Es würde für alle einfacher sein. Tony konnte zu seinem normalen Leben zurückkehren, und er auch.

Er hab das Schleifgerät und begann wieder mit der Arbeit, langsamer dieses Mal. Alles tat ihm weh und außerdem, der Job war beinahe vollbracht.

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