Meridian - Kapitel I

Meridian

by fightingthecage
übersetzt von cal_listo24
SigridLenz@aol.com



Meridian, Übersetzung aus dem Englischen, Kapitel I
Titel: Meridian, Kapitel I
Autor: fightingthecage
Beta-Leser: Jessicawrites
Übersetzung: cal_listo24
Fandom: 24
Pairing: Jack, Tony
Genre: Drama
Thema: Jack und Tony sind seit Jahren miteinander und auseinander, und versuchen jetzt sich über ihre Gefühle im Klaren zu werden. Hauptsächlich eine dramatische Liebesgeschichte in mehreren Kapiteln.
Word Count: 3598
Rating: noch PG-13
Warnungen: Sprache, Anspielungen an Sex, m/m slash
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....

Dies ist der Versuch einer Übersetzung der phantastischen Liebesgeschichte “Meridian”, geschrieben von der wundervollen fightingthecage! Da die Übersetzung niemals eine Chance haben kann an das Original heranzureichen, ist hier der Link, den ich jedem, den es interessiert, sehr ans Herz legen möchte:

http://community.livejournal.com/24_fanfic/64586.html

Bitte seht mir leichte Freiheiten in der Übersetzung nach, manches konnte ich im Wörterbuch nicht finden oder mein Englisch hat nicht ausgereicht, weshalb ich dann einfach nach Gefühl vorgegangen bin! Für das größere Lesevergnügen empfehle ich noch einmal das Original! Bitte unbedingt Taschentücher mitnehmen! Ernsthaft!


Er saß an seinem Esszimmertisch, an dem, den er poliert hatte bis er glänzte, und entwarf in Gedanken eine Liste. Keine aufregende Liste, es würde nichts darauf sein, was sein Leben verändern würde. Zugegeben, er nahm an, auf eine gewisse Art würde es das tun. Es könnte das ändern, was er sich vorgenommen hatte an diesem Tag zu essen, und das war so ungefähr das Aufregendste, was er in der letzten Zeit erlebt hatte.
Er musste etwas Bier besorgen. Er hatte ungefähr zwanzig Flaschen Corona im Kühlschrank, aber heute fühlte er sich nach einem Budweiser. Und sollte er den Whiskey aufstocken? Er könnte gut noch einen mitnehmen. Wenn er ihn heute nacht nicht brauchte, dann sicher morgen. Nicht, dass er ihn trank, für gewöhnlich sah er ihn nur an um sich daran zu erinnern, dass, sobald er das Siegel auf dem blanken Verschluss gebrochen hätte, er am folgenden Tag würde losgehen müssen um sich eine andere Flasche zu kaufen. Denn so war es immer.

Sollte er bei den heimischen Nahrungsmitteln bleiben? Viel Abwechslung gab es hier nicht. Aber warum nicht etwas Verrücktes unternehmen, ein wenig leben und etwas Steak besorgen. Schlecht für sein Herz, aber es war ja nicht so als ob er darauf groß achten würde. Es schien keine Rolle zu spielen wie achtlos er damit umsprang, ob mit Drogen, Rauchen, Alkohol, ungesundem Essen und Folter, ob es getötet und wiederbelebt wurde, und all die klasse Frauen natürlich... es würde nicht aufgeben. Sein Herz war genauso verstockt wie er.
Er griff nun nach einer Zigarette, und überlegte, ob er saubere Kleidung hätte. Er sollte sich wirklich etwas Ordentliches anziehen, oder? Ordentlich bedeutete hier ein gebügeltes Hemd und Jeans ohne Löcher darin. Das konnte er vermutlich hinbekommen, aber es spielte keine Rolle. Er sah an sich hinunter, auf die abgeschnittenen Jeans, die schmutzig und ausgefranst waren, und auf das mit Farbe und Staub bedeckte T-Shirt. Seine Uniform in diesen Tagen. Etwas in dem er sich verstecken konnte, zwei Kleidungsstücke, die das Meiste von ihm unbedeckt ließen und ihn dennoch komplett verbargen. Er hatte sie einfach aus dem Haufen in seinem Schlafzimmer herausgezogen - die Shorts sahen alle gleich aus und die T-Shirts ließen sich nur eindeutig unterscheiden aufgrund der verschiedenfarbigen Flecken auf ihnen... aber es spielte keine Rolle. Als einsamer Amerikaner, der gleichzeitig ein Haus und ein Boot renovierte, wurde das von ihm erwartet. Und außerdem interessierte es niemanden.

Also. Bier und Steak. Und Whiskey. Gemüse hatte er. Er zog sich selbst aus dem Stuhl empor und schlüpfte in seine zerfetzten Sneakers, in diejenigen, die anfangs weiß gewesen waren, aber jetzt grau aussahen und Löcher hatten. Er hatte sich nie dazu überwinden können sie wegzuwerfen.
Er dachte daran heute zu Fuß in die Stadt zu gehen. Es war heiß, wie immer und er musste darauf achten seine Bräune zu behalten um weniger aufzufallen. Er schüttelte traurig seinen Kopf als er sein Shirt auszog und zu laufen begann. Diese Kleinigkeiten! Das Leben könnte viel einfacher sein, wenn er sich nicht immerzu an diese pedantischen, kleinen Details erinnern müsste. Sie machten ihn krank, auch wenn sie mittlerweile mehr oder weniger automatisch abliefen.

Fünf Meilen hin, zehn Minuten im Laden, fünf Meilen zurück. Er hätte auf ein Bier angehalten, wenn das Gefühl der Menschen in seiner Nähe seine Haut nicht kribbeln lassen würde. Das war etwas an das er sich nie hatte gewöhnen können, egal wie viel Zeit er hier unten schon verbracht hatte - die südamerikanische Angewohnheit auf den persönlichen Freiraum keine Rücksicht zu nehmen, zermürbte ihn immer noch. Die Art wie sie buchstäblich in seinen Nacken atmeten, während sie in einem Geschäft Schlange standen oder an der Bar so nah nebeneinander saßen, dass die Beine sich berührten. Die meiste Zeit musste er den Impuls kontrollieren um sich zu schlagen - aber er war nichts, wenn nicht kontrolliert. Der Himmel möge verhüten, dass er je die Kontrolle verlieren sollte.

Seine Arme schmerzten bereits, als er die Taschen auf den Tisch in seiner kleinen Küche fallen ließ. Er öffnete den Kühlschrank und warf sie achtlos, ohne sie auszupacken hinein, ergriff danach sechs Coronas und einige Wasserflaschen und legte sie in die Kühltasche. Danach ging er ohne die Tür zu schließen. Das Boot war nahe genug um vom Haus aus gesehen werden zu können, und er verspürte den Drang dorthin zu gehen und daran zu arbeiten. Hart daran zu arbeiten, obwohl es Mittag war und die Hitze das Gras vor seinen Augen verschrumpeln ließ und sich auf seinen Sneakern schwarze Flecken von dem Teer befanden, der in der Stadt siedete.

Zweihundert Yards bis zum Strand und er ging durch den Sand bis dorthin wo das Boot vertäut war, obwohl er es hasste wie dieser in seine Schuhe drang und ihn tagelang peinigte. Fliegen umschwirrten ohne Unterlass seine Ohren und seinen Hals, angezogen von dem Schweiß, der von ihm hinunterlief und er schlug gereizt nach ihnen, sich bewusst, dass es fruchtlos war, aber dennoch. Er hasste es, dass sie ihn nicht alleine lassen konnten, an ihm dran klebten, ihr Summen wie eine Kettensäge in seinen Ohren, aber andererseits, es war ihm auch nie eingefallen ein Insektenspray zu besorgen, oder? Sein eigener Fehler.
Er warf die Kühltasche auf das Deck und sprang an Bord. Er begutachtete sein Aufgabenfeld. Es gab noch viel zu tun. Er hatte es billig erworben, denn obwohl es ziemlich groß war, es war doch ein Wrack. Nur ein Gerippe, und jeden Tag dachte er von neuem, dass er verrückt gewesen sein musste, es zu übernehmen. Es war auch nicht so, als hätte er irgendwelche Pläne für die Zeit, wenn es fertig sein würde - obwohl an Tagen wie heute, gab er sich einer seiner Lieblingsphantasien hin. Derjenigen, die das Zerbrechen einer Flasche Champagners an ihrem Bug einschloss, dann die ruhmreiche Jungfernfahrt in die ruhige blaue See, während er die warme Brise durch sein Haar kräuseln fühlte......um sie dann im tiefen Wasser zu versenken. Manchmal, wenn er darüber nachdachte, stellte er sich vor, wie er selbst von Bord sprang und fortschwamm, bevor die Ladung explodierte (diejenige, die er liebevoll unter Deck und beim Motor, der zu reparieren eine Qual gewesen war, angebracht haben würde), gerade so weit, dass er ihren Untergang beobachten konnte, bevor er zur Küste zurückkehrte. An anderen Tagen - wie heute - sah er sich selbst an dem kleinen Tisch sitzen, den er in einer fernen Zukunft aufstellen würde, wie er auf den Timer starrte, der stetig herunter zählte, und daran dachte wie passend es war, dass er unter Deck starb, und ohne eine Crew an Bord.

Sie war Theresa May genannt worden, und manchmal gab er vor sich selbst zu, dass dieser Name wahrscheinlich der Grund gewesen war, warum er sie gekauft hatte. Sie war hübsch genug, oder würde es eventuell eines Tages sein, aber sie war hohl und leckte. Es war ein mühsamer Kampf all die Löcher ausfindig zu machen und zu versuchen sie zu flicken, und es war nicht so, als ob er irgendetwas über Boote wusste, womit er anfangen konnte. Aber es war ein Projekt, und er hatte nichts anderes zu tun, und so stellte er sich vor, dass er genau so gut weiter machen konnte. Die Logik sagte ihm, dass er das Haus zuerst fertig stellen sollte, aber er ignorierte sie. Das Haus war ein Projekt für die Abende, wenn es draußen zu dunkel war und er seinen Verstand beschäftigt halten musste. Ansonsten würde er nur Stunden damit zu bringen auf die volle Flasche Whiskey zu starren und zu versuchen sich daran zu erinnern, warum er sie nicht aufbrechen und etwas Frieden finden sollte. Und er hatte Glück, denn sein nächster Nachbar wohnte drei Meilen entfernt in der Bucht und niemand konnte sich durch mitternächtliches Hämmern und Bohren gestört fühlen. Auf diese Weise hielt er sich selbst beschäftigt, und das war sein Leben.

Motor oder Arbeit am Rumpf heute, Teri? Sollen wir versuchen etwas Leben durch dich laufen zu lassen? Oder sollen wir an den verzogenen Balken arbeiten, an denjenigen, die die Risse ständig verbreiteten. Wir wollen doch kein neues Leck, oder?

Er stand und sann einen Moment darüber nach. Arbeit am Rumpf! Kein Leben heute! Er zog sein T-Shirt aus dem Gummiband seiner Shorts und warf es auf einen Haufen Seile, die nun schon seit Jahren an Deck verrotteten. Für gewöhnlich wählte er die Arbeit am Schiffsrumpf, da der Motor ein Mysterium für ihn blieb, und es die Anstrengung, die damit verbunden sein würde ihn auf Vordermann zu bringen, einfach nicht wert zu sein schien. Aber als er herunterstieg, sah er, dass es bereits zu spät war - in den vierundzwanzig Stunden seit er sich zum letzten Mal hier unten aufgehalten hatte, war der Deckbalken auseinander gebrochen, genau so wie er es schon seit einem Monat angedroht hatte. Jedes Mal, wenn sie sich mit den winzigen Wellen bewegte, die an ihren Rumpf plätscherten, während sie schwer in seichtem Wasser ruhte, kämpften sich kleine Tropfen Salzwasser durch die Lackierung und tropften langsam in ihr Innerstes, bis sie in der Pfütze verschwanden, die sich ständig dort befand. Er sah sich die Bescherung an, und wusste, dass er sie von Grund auf runderneuern müsste, denn dann könnte sie eine Chance haben seetüchtig zu bleiben... aber es war ihm immer falsch vorgekommen und so hatte er sich bisher hauptsächlich um ihrem Äußeres gekümmert. Als würde es die Arbeit einfacher machen, wenn sie außen leuchten würde.

Er saß auf einer Tonne Gas, die er eines Tages für sie gekauft hatte, als er noch daran geglaubt hatte, dass sie bald auslaufen würde. Das war vor fünf Monaten gewesen, er war kein Stückchen näher daran sie jemals wieder benutzen zu können. Und anstatt Bauholz und Werkzeuge zu besorgen um sie zu reparieren, oder seinen Truck zu holen, so dass er sie heben und an trockenes Land ziehen konnte, um sie richtig in Ordnung zu bringen, saß er nur da und beobachtete sie während sie weinte. Er war froh, dass einer von ihnen es konnte.

* * * * * *

Letztendlich hatte er eine einfache Beschäftigung gewählt, und er versuchte die Vorstellung zu ignorieren, dass sie langsam vor seinen Augen sank. Er wusste, dass es Einbildung sein musste, denn wie konnte sie in zwei Fuß Wasser untergehen? Dennoch würde ihn das Bild nicht verlassen, und als er ihre abblätternde Farbe entfernte, fand er heraus, dass seine Bewegungen beinahe rasend erschienen, und dass da etwas wie Panik in ihm war, die größer wurde, als die Sonne gleichmäßig über den Horizont zu wandern begann. Die Dinge waren bis heute ruhig gewesen und ihm lief die Zeit davon, aber das Einzige, das er tun konnte, war ihr Holz nackt zu schleifen, egal wie sinnlos das war, und egal wie sehr ihm bewusst war, dass das wahre Problem zu ignorieren, es nur schlimmer machen würde.

Er hatte etwas früher eine Pause gemacht, ungefähr um sechs Uhr Abends, als es etwas kühler geworden war. Sein Kopf schwirrte aufgrund der Hitze und er trank zuerst eine Flasche Wasser, bevor er zum ersten Bier griff. Es wäre beinahe kalt geblieben, aber er spürte ein Anzeichen von Wärme , die in ihm eine leichte Übelkeit hervorrief.
Und er saß auf einem Campingstuhl, den er lachend für sich ‘die Brücke’ genannt hatte. Technisch war er das auch, aber es schien doch ein etwas großartiger Titel für etwas so Kleines.
Wenn er jemals die Gelegenheit haben sollte gegenüber einem anderen menschlichen Wesen darüber zu sprechen, würde er ihn wahrscheinlich nur den Fahrersitz nennen.
So saß er auf seinem Wrack und drehte die Postkarte in seinen ausgetrockneten Fingern. Mit einem Daumen rieb er über die Kante, die steinhart war, weil er sie hier auf dem Boot gelassen hatte, wo die Sonne sie erreichen und austrocknen konnte. Er hatte sie nun seit zwei Wochen und sie sah alt aus, überall vergilbt und brüchig, so dass der Sonnenuntergang, der über dem Santa Monica Pier abgebildet war, aussah wie eine Szene aus einem alten Schwarz - Weiß - Film von vor fünfzig Jahren.

Er zwang seine Arme schneller zu arbeiten und ignorierte den Schmerz in seinen Händen, die vor drei Stunden begonnen hatten Blasen zu bekommen vom Festhalten dieses verdammten Werkzeuges. Aber er erinnerte sich noch daran, wie er die Postkarte umgedreht und das Datum gesehen hatte, das in Großbuchstaben darauf geschrieben war. Das heutige Datum, obwohl die Postkarte bereits vor zwei Wochen eingetroffen war. Er trug keine Armbanduhr, aber er wusste durch den Stand der Sonne, dass ihm von diesem Tag nur noch sechs Stunden übrig bleiben würden, sechs Stunden und seine Freiheit konnte ihm jeden Moment weggenommen werden. So hatte er die Karte wieder verstaut und war zur Arbeit zurückgekehrt, da er nicht wusste, was er sonst hätte tun sollen. Er war jetzt müde, aber er konnte nicht aufhören, und wenigstens hatte er etwas Fortschritte gemacht, auch wenn es eigentlich keinerlei Sinn hatte. Aber so fühlte es sich sauberer an und es war sein Boot, also konnte er damit tun was er wollte.
Die letzten Sonnenstrahlen erstreckten sich über den Himmel, färbten ihn blutrot, und verwandelten die Wolken in zornige Flammen. Sie glitzerten auf den tanzenden Wellen, achtlos gegenüber der Zeit, denn sie würden in der Dunkelheit ebenso zufrieden sein. Und die kühlende Luft spielte auf seiner nackten Haut, als er schließlich das verfluchte Werkzeug zu Boden warf und zurück an Bord sprang. Sollte er wirklich zusammenpacken? Aber es war bereits zu spät, das Gewicht in seinem Magen sagte es ihm, ebenso wie die Gänsehaut auf seinen Armen nichts mit der Brise zu tun hatte. Die Zeit war gekommen. Seine Augen suchten nach einem Schraubenzieher und als er einen entdeckt hatte, griff er nach oben und begann die verrostete Einfassung abzuschrauben, die den hölzernen Rahmen der Fenster bedeckte.
Ein einfacher Job, einer dem er bereits seit Wochen aus dem Weg zu gehen meinte - und er sorgte dafür, dass er mit dem Rücken zum Land stand, genau so wie er es wollte. Er wollte jetzt auf seinem eigenen Grund und Boden sein, denn er war noch nicht bereit. Er biss sich auf die Lippe, während seine Hände ohne Richtung arbeiteten und seine Gedanken durchsuchten die Gegend, verweigerten ihm sich umzusehen, aber fühlten sich gleichzeitig verwundbar.

“Danke für das Bud.”

Seine Augen schlossen sich, aber seine Hände blieben stetig bei der Arbeit. Die Finger tasteten nach der nächsten Schraube und führten ihn zu der Heimat des Schraubenziehers, damit ringend sie von der dicken Kruste salzigen Rostes zu lösen, die drohte sie zu verschlucken. Und erst als er dieses dumme, verstockte Ding dazu gebracht hatte sich ein wenig, nur ein klein wenig zu bewegen, suchte er nach seiner Stimme.

“Gern geschehen.”

* * * * *

Tony ließ seine Arme leicht an der Seite des Bootes ruhen, lehnte sein Kinn auf einen Unterarm und nahm den Anblick in sich auf. Das Bier war eiskalt in seiner Hand und das Kondenswasser floss stetig über seine Haut, als die Flasche sich über die unterschiedlichen Temperaturen beschwerte. Seine Augen hatten sich an das restliche Licht gewöhnt, das vom Ozean reflektiert wurde. Er konnte den Mann vor sich klar erkennen und war froh über die Zeit, die ihm dafür blieb. Diese starken Arme waren vor ihm ausgestreckt, arbeiteten an irgendeiner kleineren Sache, aber das bedeutete, dass die harten Flächen der Muskeln in seinem Rücken und den Schultern hervorstanden und sich ruhig unter der glatten Haut bewegten, die beinahe so stark gebräunt war, wie sie es überhaupt nur sein konnte. Tony nippte an seinem Bud, begutachtete die Art, wie die Shorts fast von den schmalen Hüften rutschten, ein Linie von grellem Weiß war gut sichtbar verglichen mit dem Braun, das ihn ansonsten vollständig bedeckte. Und das Haar war ein wenig länger, als es noch vor fünf Monaten gewesen war, ebenso blonder, gebleicht von der unerbittlichen Sonne. Er war überrascht, dass er es nicht dunkler gefärbt hatte, so wie er es beim letzten Mal angedroht hatte - er lächelte bei der Erinnerung an die spielerische Auseinandersetzung über dieses Thema, die Art und Weise wie sie in einen freundschaftlichen Ringkampf übergegangen war, und von dort aus zu etwas Anderem, etwas, mit dem sie nicht spielten, weil Menschen so in Gefahr gerieten verletzt zu werden.

* * * * *

Er konnte es nicht länger aufschieben, obwohl sein Hals sich eng anfühlte, und die zwei Worte, die er gesprochen hatte, seine Energie aufgezehrt hatten. Er konnte die Schraube nicht mehr dazu bringen sich weiter zu bewegen und er war zu müde um sich noch darum zu sorgen. Er würde sie eine weitere Nacht dort lassen, und es morgen wieder versuchen. Er hatte jetzt mit einem neuen Problem zu kämpfen und das war schwerer als jede Schraube. Er atmete tief ein und ließ seine Arme an beiden Seiten herunterfallen, seine Schultern waren ihm dankbar für das Nachlassen des Druckes. Aber er konnte sich immer noch nicht herumdrehen, denn sobald er es tun würde, wäre seine Freiheit verschwunden, und er würde gezwungen sein wieder jemanden darzustellen, verpflichtet mit jemand anderem zu sprechen und umzugehen und mit der Art wie er ihn bedrängte, obwohl diese Person am Besten darin war, genau das nicht zu tun.
Er war noch nicht so weit. Er hatte zwei Wochen gehabt um sich vorzubereiten, und er hatte es nicht getan, er hatte es ignoriert, und nun bezahlte er den Preis dafür. Er erinnerte sich daran, dass er die Flasche Whiskey in den letzten vierzehn Tagen dreimal hatte ersetzen müssen, und auch wenn er zu dieser Zeit nicht gewusst hatte warum, jetzt wusste er es.

Er versuchte seine Füße dazu zu bringen sich zu bewegen, doch sie kamen ihm vor wie Blei und es war ohnehin leichter ihn nicht anzusehen. So blickte er auf den Schraubenzieher mit dem er zwischen seinen schmerzenden Fingern spielte, angespannt mit der Spitze spielend und ihn in seinen verschrammten Händen drehend. Sein Verstand fühlte sich bedrängt und Kopfschmerzen begannen hinter seinen Schläfen zu pochen, alle zusammenhängenden Gedanken stoppend. Alles, das er tun konnte war zu fühlen, und alles, das er fühlte war die Anwesenheit hinter ihm, ruhig abwartend bis er sich umdrehte, nicht beabsichtigend irgendeinen Druck auszuüben - er wollte schreien, dass, alleine hier zu sein Druck genug war, aber die Müdigkeit ließ seine Schultern sinken und er ergab sich in alles das da kommen sollte.

Endlich warf er das Werkzeug fort und drehte sich um, und er hasste es wie seine Augen sofort von dem Kopf angezogen wurden, der dort auf einem ausgestellten Unterarm ruhte. Er hatte eigentlich etwas sagen wollen...er wusste es nicht mehr. Irgendetwas. Er wollte versuchen direkt zu erklären, dass dies ein Eindringen war, auch wenn er es so nicht würde sagen können.
Statt dessen fielen seine Augen auf etwas so Vertrautes, dass er sich fast dabei wohl fühlte ihn anzusehen - er trank von seinem Bier und schien völlig gelöst, sein Gesicht war entspannt und sein Lächeln aufrichtig, es erreichte seine Augen.

“Erlaubnis an Bord zu kommen, Sir?”

Er knirschte mit den Zähnen und sah weg. Nein. Sein Verstand sagte ihm, dass Tony es nicht hatte spöttisch klingen lassen wollen, er wollte ihn nur necken und es war gut gemeint - aber so klang es für ihn nicht. Und er wollte ihn nicht auf seinem Boot haben.

“Es ist spät. Ich bin hungrig. Wir können genauso gut nach Hause gehen.”

Tony zuckte mit den Schultern und folgte ihm mit seinen Augen, als er zu seinem T - Shirt ging und es überzog. Er zog auch seine Shorts hoch, sprang dann mit lässiger Anmut über die Reling und begann zu laufen.

“Willst du deine Kühltasche mit hinein nehmen?”
“Nein, sie kann bleiben.”

Er starrte auf den verschwindenden Rücken und erlaubte sich selbst das kleinste Augenrollen, dann griff er über die Reling und nahm sie trotzdem auf.
Wenn sie am morgen nicht im Hause wäre, würde er sich nur beschweren, und wäre launisch wenn er bei der Arbeit nichts Kaltes zu trinken haben würde. Tony wusste das, da es beim letzten Mal so gewesen war, an dem Tag bevor er abgereist war, an diesem Tag war alles schief gelaufen.

Er stopfte die leere Flasche in seine Jeanstasche, und begann zu laufen um ihn einzuholen. Er bemerkte den schnellen Blick hinunter, darauf, was er trug, und die Art wie sich die Schultern versteiften, als er es sah, bevor er vorgab, dass es ihn nicht kümmerte, dass nicht auf ihn gehört worden war. Tony kicherte in seinem Kopf ein wenig, es war genau so, wie er sich immer verhalten hatte, wenn eine seiner Anordnungen bei der CTU nicht zu seiner Zufriedenheit ausgeführt worden waren. Nur dann hätte er geschrien und die Leute würden das Problem beseitigen. Das Kichern erstarb in seinem Kopf und sobald es verschwunden war, wurde es durch ein schwaches Gefühl des Unbehagens ersetzt. Er begann sich schnell zu wünschen, dass er nun anfangen würde zu schreien, denn wenigstens das würde auf irgendeine Art normal sein.

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