Irrgarten

Irrgarten

von callisto24
cal_listo24@yahoo.de



Fandom: 24
Charaktere: Jack, Tony, Chase
Kategorie: Drama, m/m/m slash, AU
Word Count: 1572
Rating: NC-17
Warnungen: threesome, m/m/m slash
Archivieren: Immer gerne!
Anmerkungen: gehört 24, kein Geld! Alles das nicht 24 gehört ist
bjJones geistiges Eigentum, die Sylum Clan erfunden hat, und die mir
netterweise erlaubt hat, ein wenig mit zu spielen. Zeitlich
angesiedelt nach bjJones "Eye of the storm", aber, und ganz wichtig:
NON-SYLUM-CANON!!! Ich bin mir bewusst, dass Jack und Chase als
Mates in ihrem Universum niemals, das tun würden, das ich sie hier
tun lasse... daher der Schluss!

SEHR WICHTIG UND DESHALB SEI ES MEHRFACH ERWÄHNT: NON-SYLUM-CANON!!!
Beitrag zur August Challenge in Fanfic Paradies. *kicher*


Tony durchschritt die weiten Gänge Sylum Manors, das Geräusch seiner
Schritte wurde von den weichen Teppichen restlos aufgesogen.
Die Größe des Gebäudes, die Pracht der Ausstattung beeindruckten ihn
auch am zweiten Tag seines Besuches mindestens ebenso nachhaltig, wie
sie es vom ersten Augenblick an getan hatten.
Tony war dankbar durch Jack von dieser Welt erfahren zu haben, die
den meisten Menschen ihr Leben lang verborgen blieb. Er war
fasziniert von dem Reichtum an Emotionen und Gefühlen, die sich ihm
mit jedem Menschen, mit jedem Vampir , dem er hier begegnete,
offenbarte. Es war, als würde das gemeinsame Wissen, das jeder
einzelne gezwungen war für sich zu behalten, die Notwendigkeit sich
der Umwelt gegenüber abzugrenzen, in dieser, beinahe märchenhaft
anmutenden Umgebung keine Mauern aufbauen, sondern ein
Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen, das Seinesgleichen suchte.
Diese Gemeinschaft schien unzerstörbar und durch äußere Einflüsse
nicht im geringsten zu erschüttern. Niemals hätte Tony,
desillusioniert, durch die langen, zermürbenden Jahre, die er im
Geheimdienst verbracht hatte, es für möglich gehalten, dass eine
Liebe dieser Größe, dieser alles verschlingenden Kraft, zwischen
Menschen existieren könnte. Und genau genommen, waren ja auch nur
einige von ihnen menschlich, nur ein Teil überhaupt am Leben.
Auf der anderen Seite, ein belustigtes Lächeln zuckte um Tonys
Mundwinkel, war ihm gerade Jack, solange er ihn kannte, niemals
lebendiger vorgekommen, als er ihm nun, zusammen mit Chase erschien.
Tony verspürte diesen kleinen, vertrauten Stich in der Brustgegend,
den er in der letzten Zeit immer häufiger bemerkte, im Grunde
jedesmal, wenn er die beiden in einem Raum sah, ihre gegenseitige
Nähe spürte, den Einklang, in dem ihre Seelen und Körper miteinander
harmonierten. War es dieser Wunsch nach Nähe, dieses rückhaltlose
Vertrauen in den anderen, und das Bewusstsein, dass dieser einem
ebenso vertraute, oder war es doch schlicht und einfach ganz banale
Eifersucht?
Tony seufzte frustriert, als sich sein Gang beschleunigte. Verdammt,
er schien schon wieder die richtige Abzweigung verpasst zu haben,
dieses Haus kam ihm mittlerweile vor, wie ein unüberschaubarer
Irrgarten, ein Labyrinth, angefüllt mit Geheimnissen und
Kostbarkeiten, mit Antiquitäten, die ihn durch ihre pure Schönheit in
ihren Bann lockten und ein Entkommen unmöglich machten.
Er versuchte seine Gedanken zu ordnen. Eifersucht? Auf wen
eigentlich? Auf Jack oder auf Chase? Er schüttelte den Kopf, als
könnte er dadurch die Gedanken vertreiben. Natürlich wusste er, an
wessen Stelle er sich wünschte, gesetzt den Fall, er wäre in der Lage
es vor sich zuzugeben.
Schon damals, schon als sie beide Rivalen um Ninas Gunst gewesen
waren, zumindest hatte es sich für ihn so dargestellt, war es ihm
unmöglich gewesen in Jacks Gegenwart sein übliches cooles Gebaren
beizubehalten. Dieses, beinahe unmerkliche Zittern in seiner Nähe,
der sich um Sekundenbruchteile beschleunigende Herzschlag, hatten
deutlicher gesprochen, als jeder Analytiker es hätte tun können.
Tony fühlte, wie ihm das Blut ins Gesicht stieg. Erschütternd traf
ihn die Erkenntnis, dass Jack, und nun ja auch Chase, fähig sein
könnten, derart unauffällige Veränderungen wahrzunehmen. Ihm stockte
der Atem. Wenn dem so wäre, so hatten sie sich zumindest nichts
anmerken lassen. Oder das neue, noch engere Band, das sich zwischen
ihnen entwickelte, ließ ihnen weder Zeit noch Energie, um sich mit
anderen Themen, als mit ihrer unsterblichen Liebe zu beschäftigen.
Tony konnte nicht verhindern, dass Bitterkeit in ihm aufstieg.
Sicher, auch er hatte geliebt, hatte Nähe gespürt, liebte auch jetzt.
Michelle würde immer seine andere Hälfte sein, seine Partnerin, seine
Seelenverwandte. Er grinste, als ihm bewusst wurde, wie sein kurzer
Aufenthalt in Sylum bereits seine Ausdrucksweise, wenn auch nur die
gedankliche, verändert hatte. Noch vor wenigen Wochen wären ihm
dieses Wort und seine Bedeutung absurd vorgekommen, übertrieben
esoterisch, keines der Wörter, die er absichtlich verwenden würde.
Doch nun, das Bild seiner beiden Freunde vor Augen, war er es ihm ein
selbstverständlicher Begriff geworden.

Unvermittelt öffnete sich eine Seitentür, orange-goldenes Licht drang
aus dem Spalt, und Tony stolperte vor Schreck nach vorne.
"Sachte, sachte," beruhigte ihn eine vertraute Stimme und er spürte
sich von starken Armen gepackt, gehalten, bis er wieder festen Boden
unter den Füßen hatte.
"Danke," murmelte er verwirrt, und verfluchte sein Herz, das wieder
begann wie ein Dampfhammer in seiner Brust zu schlagen.
Er hatte gar nicht bemerkt, dass er schließlich doch in bekannteren
Gefilden angelangt war, sich mit einem Mal vor Jack und Chases
gemeinsamen Schlafbereich befand.
"Was tust du hier, mitten in der Nacht?" erkundigte sich Jack
belustigt, nachdem er ihn endlich losgelassen hatte. Tony vermied
seinen Blick, fuhr sich mit der Hand durch die dunklen Locken und
zögerte mit der Antwort.
"Konnte nicht schlafen," brachte er doch wider Erwarten hervor.
"So ging es uns auch." Chase war hinter Jack aufgetaucht, schob seine
Arme langsam um die Hüften des anderen Mannes, bis er sie vor dem
flachen Bauch verschränkte. Sein Kinn auf Jacks Schulter gestützt,
sprach er weiter.
"Wir hören dich schon seit einer Weile." Tony sah auf, begegnete dem
verschmitzten Grinsen und nahm mit einem Mal auch die lässige
Kleidung der beiden wahr, die eine gute Vorstellung davon
vermittelte, womit sie soeben noch beschäftigt gewesen sein dürften.
Jacks Hemd war aufgeknöpft, seine weißen Boxershorts nicht imstande
die Erektion zu verbergen, die deutlich hervorstand. Tony schluckte
nervös und versuchte seine Aufmerksamkeit auf Chase zu lenken, der
ihn mit funkelnden grünen Augen herausfordernd ansah. Tony räusperte
sich, suchte nach Worten. "Ich will nicht stören, werde dann wieder
gehen," nuschelte er in sich hinein und machte Anstalten seine
Wanderung wieder aufzunehmen.
"Das ist nicht nötig," wisperte Jack, legte eine seiner schlanken
Hände um Tonys Hals und zog ihn mit übermenschlicher Leichtigkeit an
sich. In Tonys verwirrter Wahrnehmung, blitzten die leuchtend gelben
Augen des Vampirs auf, verschmolzen mit Chases strahlend weißen
Eckzähnen, die in ihrer Länge sichtbar wurden, als er erwartungsvoll
den Mund öffnete. Nur für einen Moment, dann bedeckte Jack seine
Lippen mit den eigenen, nahm ihm den Atem. Die Welt um ihn begann
sich zu drehen, versank in einem wilden Taumel, als Jack jeden
Tagtraum, den Tony jemals hätte haben können, in seiner Leidenschaft
mühelos übertraf. Tony rang nach Luft, wollte den Kuss nicht
aufgeben, auf das kunstfertige Spiel der Zunge nicht verzichten.
Er zuckte zusammen, riss die Augen auf, die sich im Rausch der
Empfindungen geschlossen hatten, als er neben Jacks vertrauten
Fingern noch zwei andere, rauere wahrnahm.
"Chase!" Er schnappte verwirrt nach Luft, begann zu stammeln. "Aber
ihr.... euer Band.... ich dachte... !"
"Mach dir keine Gedanken," flüsterte Jack zärtlich in sein Ohr, fuhr
mit Zunge und Lippen sacht über die empfindliche Haut.
"Du gehörst zu uns!" Fassungslos, willenlos, ließ sich Tony von vier
Armen in das Zimmer ziehen, in dem es betörend nach Moschus duftete,
während das Licht einen unvergleichlich weichen Glanz angenommen
hatte, der in Tony den Wunsch weckte, darin zu versinken. Statt
dessen fühlte er sich emporgehoben, schwebte für einen Augenblick und
wurde schließlich sanft in seidenen Kissen gebettet.
Federleichte Finger glitten über seinen Körper, und nur durch den
kühlen Luftzug, der mit einem Mal seine nackte Haut streifte,
registrierte er überhaupt, dass seine Kleidung wie von Zauberhand
verschwunden war. Er bebte leicht, seufzte auf, als sich ein warmer,
fester Körper auf ihn legte, zärtliche Hände ihn liebkosten,
blinzelte und erschauerte zugleich bei dem Anblick des schimmernden
Blaus, das ihn in Jacks Augen hypnotisierte.
Der blonde Mann lächelte, berührte behutsam Tonys Wange und drehte
seinen Kopf langsam, aber bestimmt zur Seite, um den sonnengebräunten
Hals frei zu legen. Tony sog die Luft ein, als scharfe Zähne seine
Haut durchstießen, als der Geruch von Blut seine Sinne erfüllte, und
als er für einen Moment sicher war, die Erde hätte aufgehört sich zu
drehen. Er stöhnte leise, als die Empfindungen ihn zu überwältigen
drohten, das Gefühl geliebt und gebraucht zu werden, seine Sinne
erfüllte.
Sein Mund wurde wieder bedeckt, sein wohliges Seufzen erstickt,
aufgesogen von harten, fordernden Küssen, während ein Blitz in seinem
Inneren aufzuckte, die Flammen, die in seinen Leisten emporloderten,
Zeugnis ablegten für die gekonnten Bewegungen, mit denen Chases Hände
seinen Penis zum Leben erweckten.
Jacks ersehntes Gewicht hatte sich beinahe unmerklich zur Seite
verlagert, war dem des jüngeren Mannes gewichen, der seine Lippen und
seine Zunge verschlang, und gleichzeitig seinen Körper in Ekstase
versetzte. Kaum nahm Tony wahr, dass Jack die Zähne aus seinem Hals
gezogen und die Wunde mit seiner Zunge verschlossen hatte, ein Gefühl
der Glückseligkeit folgte dem nächsten, wurde zu einer ebenso
unerträglichen wie süßen Qual, als Chase in einer einzigen,
fließenden Bewegung seinen Unterleib anhob und machtvoll in ihn
eindrang.
Er schrie auf, als die Verbindung von Schmerz und Lust ihn
überwältigte, erreichte einen nie da gewesenen Höhepunkt, als Jacks
erfahrene Hände ihn zusammen mit Chases harten Stößen zu den Sternen
katapultierten.

Schweißbedeckt und schweratmend fuhr Tony hoch, blinzelte in die
undurchdringlich scheinende Dunkelheit. Seine Erektion pochte
schmerzhaft und seine eigenen Versuche Luft zu holen, rasselten laut
in seinen Ohren.
"Nur ein Traum, zum Glück nur ein Traum," entfuhr es ihm in die
Stille hinein.
Verdammt, diese ganze Sylum - Geschichte ging ihm offenbar doch mehr
an die Nieren, als er vermutet hatte. Es wurde allerhöchste Zeit,
dass Michelle und er wieder zusammenkamen, zumindest würde sie diesen
verrückten Träumen ein Ende machen.

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